Samstag, 20. Juni 2015

Letzte Urlaubsunterbrechung — nach der Amokfahrt

... eines — nach Medienberichten offenbar geistesgestörten — Bosniers, der mit seinem Auto in Graz durch die Herrengasse raste, und dabei nach Augenzeugenberichten (darunter auch dem des Grazer Bürgermeisters, der selbst fast ein Opfer des Amokfahrers wurde) ganz gezielt Passanten niederfuhr, zum Teil tötete, zum Teil lebensgefährlich verletzte, dann aus dem Auto sprang und mit dem Messer auf die Umstehenden losging. Solche Amokaktionen hinterlassen jeden, der damit konfrontiert wird, mit einer verunsichernden Ratlosigkeit zurück, und die Fassungslosigkeit jener, die nun im Familien- oder Freundeskreis ein Opfer zu betrauern haben, und die hilflose Wut derer, die — vielleicht für ihr Leben gezeichnet — die Tat schwerverletzt überlebt haben, kann auch durch noch so treffliche Wortspenden unserer Politiker nicht gutgemacht werden.

Es ist die Realität des Lebens, daß solche schrecklichen Ereignisse vorkommen können, und ebenso, daß sie im Grunde nie verhindert werden können, außer um den zu hohen Preis, die Bürger insgesamt aller Freiheit zu berauben, und unseren öffentlichen Raum zu einer einzigen Überwachungszone zu pervertieren. Und selbst dann ... — es gibt schließlich auch Gefängnisrevolten, wie wir alle wissen!

Interessant freilich, daß im Fall von Amokläufen, die mit Schußwaffen verübt wurden, auf der Stelle die üblichen Verdächtigen der Gutmenschenfraktion in die Forderung ausbrechen: »Waffenbesitz muß verboten werden!« Nur: seltsamerweise erklingt jetzt die Forderung nach einem Verbot des privaten Autobesitzes — nicht. Als könne man mit Autos nie jemanden töten. Ach, warum bloß hört man da nichts gegen Autos?

Nun ganz einfach: privater Waffenbesitz ist nicht im Interesse unserer herrschenden Nomenklatura! Ist doch viel zu unbequem für unsere Politverbrecher, in ihrer Machtgeilheit möglicherweise durch eine sich wirksam verteidigen könnende Bevölkerung beschränkt zu werden! Daher sofort die Weisung an die angeblich »zivilgesellschaftlichen« und natürlich medialen Handlanger der Machthaber, hier die Stimmung für eine noch umfassendere Entwaffnung der Bürger anzuheizen. 

Der Besitz von Autos hingegen, mit denen die Untertanen schließlich im Regelfall brav zur Arbeit fahren, damit die Steuern für den Machterhalt unserer Politruks pünktlich bezahlt werden, ist sehr wohl im Interesse unserer Staatsverbrecher. Also wird von Medien & NGOs stillgehalten. so einfach ist das. Wer zahlt, schafft an ...

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P.S.: die Universität Graz hat für heute abend ihren »Multikultiball« abgesagt. Das wäre angesichts der Herkunft des Täters wohl (wie man so schön sagt) zu »kontraproduktiv« gewesen. Und »DiePresse« vermerkt unter dem Artikel:
Unter Berufung auf unsere Forenregeln wurde die Kommentarfunktion zu diesem Artikel deaktiviert.
 Dürfen wir raten, warum ...?

Urlaubsunterbrechung XXI: »Der FIFA-Skandal ist ein Ablenkmanöver von den drängenden politischen und ökonomischen Problemen der Welt«

Vor einigen Tagen in »NovoArgumente«:
Vor kurzem wurden unter dem Jubel der Öffentlichkeit hochrangige FIFA-Funktionäre festgenommen. Das FBI und Politiker nutzen die Ermittlungen, um von ihren Fehlschlägen abzulenken. Mit Fußball hat der FIFA-Skandal nichts zu tun, meint Mick Hume. Er ist ein Ablenkungsmanöver.


Der „Kampf um die Zukunft des Fußballs“. So wird der Konflikt zwischen Sepp Blatters FIFA und dem US-amerikanischen Kriminalamt FBI samt Anhang dargestellt. Diesen Kampf zu verfolgen, ist wie ein übermäßig hochgejubeltes „Topspiel“ anzuschauen: Man gönnt keiner Seite den Sieg. Man hofft eher, dass sich der Boden des Fußballfelds auftut und alle verschlingt.

Die FIFA ist natürlich ein verkommenes, eigennütziges Clübchen. Doch die Vorstellung, dass es besser wäre, die Zukunft des Fußballs in die Hände des FBI, Michel Platinis UEFA, des englischen oder deutschen Fußballverbandes, eines parteiübergreifenden Politikergremiums oder vielleicht gleich der britischen Königsfamilie zu legen, mutet so lächerlich an wie Blatters Behauptung, der neue Besen zu sein, der den eigenen Stall ausmisten könnte.

Wie auch immer, das alles hat mit Fußball nur wenig zu tun. Dieses verbale Gefecht um die Tabellenführerschaft in den Schlagzeilen, die Korruptionsvorwürfe und Diskussionen um die Vergabe der nächsten Weltmeisterschaften an Russland und Katar sind ein politisches Spielchen. Ist es nicht viel einfacher, lauthals die Korruptionsbekämpfung zu fordern, als die bedeutenden ökonomischen und politischen Probleme unserer Zeit anzugehen?
Ich muß sagen: das klingt alles höchst plausibel. »Panem et circenses« lautete schon vor 2000 Jahren die Devise der korrupten »Eliten« des Römischen Imperiums. Warum sollen die korrupten »Eliten« des US-Imperiums sich anders verhalten? »Never change a winning ...«


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P.S.: ab übermorgen ist der Urlaub vorbei. Ob ich morgen zum Bloggen komme, weiß ich nicht ...

Freitag, 19. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XX: Wofür wir PPQ noch lieben

Beispielsweise für Formulierungen wie diese:
Zum Glück funktioniert der Rest der Demokratie wie nie. Wo früher das Politbüro einsame Entscheidungen ohne demokra- tische Kontrolle traf, regieren heute Kungelrunden in zwielich- tigen Hinterzimmern. Wahlen sind Abstimmungen über die Kandidaten von Blockparteien, deren Gesellschaftsvisionen alternativlos sind.
Den ganzen Artikel finden Sie hier. Absolute Leseempfehlung! Und man kann sich nur dem auch auf diesem Blog geschätzten Kommentarposter »Volker« anschließen, wenn er zusammenfassend dazu meint:
Das ist ja auch so eines meiner Lieblingsthemen.
Die Oberfläche sieht ganz anders aus. Ein wenig am Lack kratzen und schon sieht man, dass die Strukturen die gleichen sind.

Klar geworden ist mir das, als die die positive Diskriminierung eingeführt haben.
Wenn das einmal durch ist, gibt es kein halten mehr. Und unsere positive Hitlerin lässt keine Gelegenheit aus, das auszuleben.

Positive Schlägerkommandos tyrannisieren Oppositionelle, die positiv korrupte Justiz vereitelt zwar systematisch, aber positiv, die Bestrafung der Verbrecher.
Was Götzl in seiner Rolle als positiver Freisler im münchner Schauprozess abzieht, das ist die Negierung des Rechtsstaats.
Die Verbannung jedweder abweichenden Meinung aus den Medien ist positive Gleichschaltung.
usw. usf.
Wie wahr!

Donnerstag, 18. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XIX: Er selbst war zwar nicht dabei gewesen

... doch ein genialer Maler wie Adolph von Menzel konnte so eine Darstellung schon durchaus frei imaginieren:


Am 18. Juni 1815, kurz nach 21 Uhr, fand also dieser historische Händedruck statt, vor dem Gasthof von »Belle Alliance« bei Waterloo. Die Nacht, die der britische Herzog angesichts seiner vor Napoleon bereits wankenden Truppen herbeigesehnt hatte (Wellingtons Ausruf: »Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen!« ist verbürgt), konnte endlich herniedersinken, denn Fürst Blücher von Wahlstatt hatte gerade noch rechtzeitig in die für Wellington fast verlorene Schlacht eingreifen, und diese dadurch zu Gunsten der Allianz entscheiden können.

Wie sähe Europa heute aus, wäre Blücher damals bspw. durch ein heftiges Unwetter aufgehalten worden? Müßte LePenseur seine Überlegungen auf diesem Blog in französischer Sprache verfassen — weil ihn sonst keiner verstünde? Andererseits: gäbe es überhaupt ein »chaotisches« Internet in einer von einem zentralistischen Hegemonialstaat Frankreich beherrschten Welt? Fragen über Fragen ...

So, und hier »zum Drüberstreuen« noch etwas von einem, der zwar Zeitgenosse, aber doch selbst nicht dabei war — der Wiener (resp. Bonner) Ludwig van Beethoven:


Ebenderselbe, der einst seine Eroica dem »Ersten Konsul« Napoleon gewidmet hatte — und diese Widmung nach dessen Kaiserkrönung wutentbrannt austilgte. Nun: »Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria« (Okay, okay: die Schlacht bei Vittoria war nicht die bei Waterloo!) ist nicht wirklich eines seiner großen Meisterwerke — aber immerhin weiß LePenseur jetzt, wann die Geschichte der Wochenschau-Musik angefangen hat: hier beim guten alten Ludwig van ...!

Ein Kommentator zu diesem Youtube-Link zitiert allerdings den renommierten amerikanischen Musikwissenschaftler Lewis Lockwood:
»Although it is possible to see Wellingtons Sieg as a 'monument of trivialities' or as representing Beethoven as a 'pioneer of kitsch,' that is only part of the story.  By agreeing to devise the piece and then perform it at a major concert, Beethoven was obviously riding the euphoric wave that swept over Vienna after Napoleon's recent defeats and that seemed to promise a new era of political recovery after years of oppression and defeat...But to then go further and publish the work, moreover to give it an opus number and place it in the series of his important compositions, showed that his deep yearning for public recognition and financial security had gone beyond any earlier limits and that his need for public acclaim, not just in the world at large or in the future but then and there, in Vienna and in his lifetime, for once overrode his normal standards of self-criticism.«
(Lewis Lockwood, The Music and the Life, Beethoven)
Nun, auch dieses Urteil hat durchaus seine Berechtigung! Und schließlich die Musik (näherhin: eine Meßkomposition) eines, der den Tag von Waterloo nicht mehr erlebte, und daher höchstens auf der sprichwörtlichen »Wolke Sieben« zugesehen haben mag: Joseph Haydn — und zwar die einem anderen Sieger (freilich einem letztlich weniger glücklichen) über den Korsen gewidmete »Missa in angustiis« in d-moll, bekannter unter dem Namen »Nelson-Messe«:


Eine wunderbare Musik, deren Baß-Chorstimme LePenseur vermutlich heute noch halb auswendig mitsingen könnte (wenn er zuvor nicht zuviel Zigarren geraucht hat — denn dann hingen ihm die Stimmbänder nämlich schon spätestens nach dem Gloria — ab min. 4:39 — bei den Lippen 'raus ...), er hatte sie damals in seiner Studienzeit für eine Rundfunkaufnahme insgesamt gefühlte hundertmal gesungen, bis die Aufnahme endlich »im Kasten« war ... und hat aus Ulk bei den Proben manchmal das große Baß-Solo beim »Qui tollis peccata mundi, miserere nobis« markiert (bis der Chorgesang-Professor sich derartigen Frevel energisch verbat). Aber lassen wir's jetzt genug sein — die Gloria-Schlußfuge ist für einen Chor-Baß auch schon schlimm genug zu singen ...


Urlaubsunterbrechung XVIII: Heute vor 200 Jahren

... wurde in Europa endgültig das Gespenst einer französischen Vormacht auf dem Kontinent zu Grabe getragen:


In der letzten Schlacht Napoleons, bei Waterloo, wurde er von den verbündeten Armeen der Königreiche Großbritannien und Preußen unter ihren Feldherren, dem Herzog von Wellington und dem Fürsten Blücher von Wahlstatt, vernichtend geschlagen.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XVII: Soooo genial böse!

Das Beispiel der Sowjetunion, die 70 Jahre keine akute Krise kannte, zeigt: Es gibt Reformbedarf bei der wirtschaftlichen Steuerung Europas.
Meint Politplatschquatsch. Und trifft damit den Nagel auf den hohlen Flachkopf unserer Eurokraten und sonstigen Polit-Mafiosi ...

Urlaubsunterbrechung XVI: »Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit«

Ein faszinierendes, aufrüttelndes Buch, das man nicht aus der Hand legt, bevor man es fertiggelesen hat. Als Urlaubslektüre freilich nur Berufsrevolutionären zu empfehlen — denn wenn man Todsünde um Todsünde liest, und sich die real existierenden Zustände in unserer Gesellschaft und unserer Politik so ansieht, dann möchte man gleich mit der Suche nach Laternen zum Aufknüpfen anfangen (nicht sich selbst, selbstmurmelnd ...). Veröffentlicht wurde es im Jahre 1973 vom österreichischen Nobelpreisträger Konrad Lorenz, basierend auf Texten für den Rundfunk, die 1970 gesendet worden waren.

Und was sind nun diese acht »Lorenz'schen« Todsünden?

1. Struktureigenschaften und Funktionsstörungen lebender Systeme (S. 11–18)
2. Übervölkerung (S. 19–22)
3. Verwüstung des natürlichen Lebensraumes (S. 23–31)
4. Wettlauf der Menschheit mit sich selbst (S. 32–38)
5. Wärmetod des Gefühls (S. 39–50)
6. Genetischer Verfall (S. 51–67)
7. Abreißen der Tradition (S. 68–83)
8. Indoktrinierbarkeit (S. 84–105)

Wikipedia liefert für den, der das Buch im Schnellgang vorgestellt haben will, eine wirklich brauchbare Zusammenfassung, zum Schluß natürlich mit der — für einen wie Konrad Lorenz obligaten — Nazi-Keule, da
einige von Lorenz' verwendeten Analogien zwischen Natur und Gesellschaft das Buch „in die Nähe der Sprache des Dritten Reiches“ rückten, beispielsweise „wenn da Lorenz Kriminelle mit Krebsgeschwüren vergleicht, von Parasiten spricht und derlei mehr.“
Nun gut — wir sind ganz traurig und ein Stück weit betroffen ... Der Wikipedia-Artikel findet sich hier.

Dienstag, 16. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XV: »Man muß sich von der neokolonialistischen Vorstellung verabschieden, daß der Westen für alle Probleme dieser Welt zuständig sei.«

Ein bemerkenswerter Satz in einem lesenswerten Artikel!

Flüchtlinge: Grenzenloser Leichtsinn

A group of 300 sub-Saharan Africans sit on board the Italian Finance Police vessel Di Bartolo as their boat  is left to adrift off the coast of Sicily
Küste von Sizilien / Bild: (c) REUTERS (ALESSANDRO BIANCHI) 

Unter Eindruck der Flüchtlingsströme fordern Politiker eine weitere Öffnung der europäischen Grenzen. Das Gegenteil ist richtig.


 (Die Presse)

Die Migrationsströme schwellen an. Afrika hat über eine Milliarde Einwohner, in Europa leben 733 Millionen Menschen. Der demografische Überdruck im Süden bricht sich gegen den wohlhabenden Norden Bahn. Im Jahr 2050, schätzt die UNO, werden zwei Milliarden überwiegend junge Afrikaner rund 691 Millionen alternden Europäern gegenüberstehen. Die Antwort unserer Politiker und Meinungsmacher lautet, dass wir immer noch mehr illegale Wirtschaftsmigranten, die irrigerweise Flüchtlinge genannt werden, aufnehmen sollen. Das freundliche Angebot wird die Nachfrage verstärken.
(Hier weiterlesen)
Ein Poster schrieb unter diesen Artikel:
Die Lösung unserer Politik: Ampelmännchen, Life-Ball, Songcontest. 
Bravo. Weit haben wir es gebracht.
Mehr ist dazu leider nicht zu sagen.

Montag, 15. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XIV: Niemand wird LePenseur eine einseitige Parteinahme für einen Musel-Diktator unterstellen können

... aber was da in den letzten Tagen bezüglich des sudanesischen Präsidenten in Südafrika ablief, war einfach nur eine Schande! »DiePresse« schreibt dazu (von APA/DPA/Reuters ab):
Der sudanesische Präsident Omar al-Bashir ist einer Festnahme in Südafrika offenbar entkommen. Der Staatschef sei bereits auf dem Weg nach Khartoum, bestätigte der sudanesische Vizeminister für Information, Yasser Youssef, am Montagnachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters entsprechende südafrikanische Medienberichte.

Sein Flugzeug soll gegen 17.30 Uhr MESZ in der sudanesischen Hauptstadt landen, hieß es weiter. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hatte gegen Bashir, der sich wegen eines Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) in Südafrika befand, Haftbefehle unter anderem wegen Verdachts auf Kriegsverbrechen verhängt. Ein südafrikanisches Gericht hatte am Sonntag eine Ausreise des Präsidenten verboten, solange die Frage einer Festnahme nicht geklärt sei. 
Aufwachen, ihr journalistischen & juristischen Sesselfurzer! Omar al-Bashir ist ein amtierendes Staatsoberhaupt, und als solches völlig immun. Wer das nicht weiß, soll sich besser seine juristische Graduierungsurkunde zusammenrollen und rektal applizieren — für alles andere wäre sie nämlich wegen nachweislicher Inkompetenz unverwendbar!

Wäre Südafrika der Meinung gewesen, daß der Präsident des Sudan unwillkommen ist, dann hätte es seine Einreise untersagen können — das steht ausschließlich in Südafrikas Ermessen. Außer, es hätte bezüglich des AU-Gifeltreffens mit der AU eine Art »Sitzvereinbarung« getroffen (was zu tun oder zu lassen ebenso in seinem Ermessen gestanden wäre), dann wäre dies eine alleinige Entscheidung der AU gewesen (genauso, wie selbstverständlich die UNO auch zu Embargozeiten einen kubanischen Deligierten zulassen konnte, der nach den Gesetzen der USA nicht einreiseberechtigt gewesen wäre).

Daß ein südafrikanisches Höchstgericht sich die juristische Blöße gibt, auch nur eine »Verhandlung« anzuberaumen über eine Frage, die seiner Kompetenz ja gänzlich entzogen ist, hätte ich mir nicht gedacht. Die Immunität von amtierenden Staaatsoberhäuptern und ihren (diplomatischen) Vertretern ist ein derart funadmentaler Grundsatz des Völkerrechts, daß seine Mißachtung — auch durch einen Gerichtshof, gleich welcher Instanz! — einer völkerrechtlichen Bankrotterklärung gleichkommt. Was käme als nächstes? Daß Botschafter eines Feindstaates im Konfliktfall als Geiseln genommen werden können? Daß man UNO-Delegationen mißliebiger Staaten (z.B. Nordkoreas) auf dem Flug nach New York von der US-Luftwaffe abknallen läßt?

Will man uns wirklich eine Weltordnung präsentieren, in der irgendwelche Kangaroo Courts von der Sorte IStGH sich über tragende Grundpfeiler der Völkerrechtsordnung hinwegsetzen — mit all der verblendeten Arroganz von Richtern, die mal auch auf »strafende Gottheit« mimen wollen? Oder, anders gefragt: wollen wir wirklich eine Weltordnung, in der die Staatsverbrecher aus Washington alles nicht bloß können, sondern auch dürfen — und der Rest der Welt bloß in Devotionsbücke zu gehen hat, damit der Cowboystiefel umso komfortabler in den Arsch treten kann?


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P.S.: wer unter den möglicherweise immer noch »transatlantisch« gesonnenen Lesern dieses Blogs noch ergänzenden informationen über den schwerkriminellen Charakter dieses unseres »Leuchtturms der Demokratie« benötigt, findet sie hier. Es ist möglicherweise nicht besonders »christlich« gedacht, für einen größeren Meteoriteneinschlag auf Washington D.C. zu beten, der dieses verbrecherische Gesocks von Serienmördern, Schreibtischtätern, Erpressern, Defraudanten und Dieben, das sich da »US-Administration« nennt, in ein — hoffentlich schlechteres — Jenseits befördert. Aber verständlich wäre es allemal ...

P.P.S.: Rand Paul und eine (kleine!) Handvoll anderer könnten sich — durch Zufall oder Gottes Vorsehung, wie man will — genau zum Einschlagszeitpunkt ja auch woanders aufhalten. Ansonsten fände ich die in Gesteinsschmelze konservierten Überreste für die Zukunft der Menschheit eindeutig  bekömmlicher als bspw. das lebende Original eines Senators McCain.

Urlaubsunterbrechung XIII: Jetzt haben sie also doch geheiratet!

Irgendwie fängt der Fisch am Kopf zu stinken an — und so sind es auch die europäischen Monarchenhäuser, die sich in den letzten Jahren eher überschaubar mit Ruhm bekleckerten, wenn es darum ging, einem Prinzen eine adäquate Dame beizugesellen. Nun, es gibt Ausnahmen — gegen die mittlerweilige Herzogin von Cambridge wird man trotz ihrer Bürgerlichkeit wenig einwenden können, und die Liechtensteiner und Luxenburger halten ohnehin das Banner der traditionellen Aristo-Hochzeit hoch. Die inzwischen zur Königin mutierte Maxima der Niederlande hält sich auch ganz wacker (was bei der überschaubaren Genialität ihres Königs auch nicht allzu schwer ist), aber sonst? Sogar die Habsburger haben (spätestens seit der Heirat von Karl, dem zuliebe sein Vater Otto alle Hausgesetze von Ebenbürtigkeit zu Makulatur machte, denen er selbst seine Position verdankte!) längst abgestunken. Und was bspw. die Monegassen mit ihrer Menagerie von schüchtern-unbedarften Brustschwimmerinnen, betrügerischen Bankstern und kleinkriminellen Bodyguards so beisammen haben, ist ja ohnehin eher Stoff für das Drehbuch einer Hollywood-Komödie ...

In Spanien setzte ein langweiliger Kronprinz (mittlerweile: König) durch, eine geschiedene, karrieregeile Intrigantin (u.a. mit einer Abtreibung in der Biographie) zu heiraten, und im Norden herrscht (vielleicht mit Ausnahme Dänemarks) offenbar royaler Rinderwahnsinn: der norwegische Kronprinz ehelicht eine kiffende Partyschlampe mit unehelichem Kind, die schwedische Kronprinzessin einen Fitneßtrainer, dem die Intelligenz eines solchen aus dem Gesicht lacht, ihre jüngere Schwester einen gefinkelten Börsenjobber (dem ich nicht einmal einen Gebrauchtwagen abkaufen wollte, so wie der aussieht).

Und jetzt hat der Prinz im Kleeblatt der Schweden-Royals sich an ein ehemaliges Titten-Model einer schwedischen Männerpostille (mit dem bezeichnenden Namen »Slitz«) gekettet, die darüberhinaus auf eine ruhmreiche Schauspielvergangenheit im schwedischen Pendent des unsäglichen Dschungelcamps verweisen kann.

Irgendwie versteht man angesichts solcher Vorkommnisse nicht, wie sich ein Kaiser Franz Joseph seinerzeit darüber entsetzen konnte, daß sein Großneffe Erzherzog Franz Ferdinand eine »bloße« Gräfin Chotek (wohlgemerkt: aus einem der ältesten und angesehensten Geschlechter Böhmens!) heiraten wollte.

Offenbar glauben die Monarchien unserer Zeit, sie müßten mit dieser gehen. Das ist, Majestäten, aber ein Irrtum! »Zeitgemäß« sind Monarchien schon seit zweihundert Jahren nicht mehr — denn damit hat die Französische Revolution ein für allemal aufgeräumt (das mag man bedauern oder begrüßen — es bleibt aber ein Faktum!). Monarchien beziehen heute ihre Legitimität eigentlich nur mehr aus ihrer »Un-Zeitgemäßheit«! Wo sie diese über Bord werfen, um dafür auf den Welles des Zeitgeists munter dahinzusurfen, werden sie bald ernüchtert im Wasser landen.

Nein — »man« erwartet von einem Prinzen nicht, daß er eine flott rudelgebumst habende Partygöre zu seiner Frau macht, sondern eigentlich das Gegenteil! Die Monarchie ist die Illusion, daß es so etwas wie »bessere Menschen« gibt, zu denen man aufschauen kann — nun: solche gab es eigentlich nie. Aber bis 1789 konnte man die Illusion haben, es gäbe sie! Seitdem ist Monarchie ein Nostalgie-Artikel geworden: eine schöne Antiquität, die dekorativ wirken kann — und gepflegt sein will! Ob die Dreckschleuder der Yellow Press wirklich das geeignete Politurpflegemittel für derlei Antiquitäten darstellt, darf jedenfalls füglich bezweifelt werden ...

Sonntag, 14. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung XII: East Coast plündert wieder

Die Welt hat ein neues Gesicht der Korruption — Igor Bilous, enger Vertrauter von Ukraines Premier Jazenjuk:


»DeutscheWirtschaftsNachrichten« berichtete vor einigen Tagen über den jüngsten Raubzug der US-Plutokraten in der Ukraine:

US-Statthalter beginnen mit dem Ausverkauf der Ukraine



Der von der US-Regierung ins Amt gehievte ukrainische Premier Jazenjuk will hunderte Staatsbetriebe billig an US-Investoren verkaufen. Abgewickelt werden die Deals von seiner aus den USA stammenden Finanzministerin und einem der Korruption überführten Beamten. 

[...] Für Wirbel sorgt zudem eine kürzlich getroffene Personalentscheidung von Premier Jazenjuk: Igor Bilous wurde zum Chef des Staatsfonds und damit zum Hauptverantwortlichen für den Privatisierungsprozess ernannt, wie Radio Free Europe berichtet. Bilous leitete zuvor die Steuerbehörde des Landes und sollte dort der Steuerflucht und Korruption ein Ende setzen. Der ehemalige Investmentbanker galt zunächst als Aushängeschild der Maidan-Bewegung, der den Kampf gegen die korrupten Eliten des Landes aufnimmt. So deckte er nach seiner Ernennung die systematische Veruntreuung von Milliarden an Steuergeldern unter der Regierung Janukowitsch auf.
Doch nur acht Monate nach seiner Ernennung zum Chef der Steuerbehörde wurde er aufgrund von Korruptionsvorwürfen wieder aus dem Amt entlassen. Wie Bloomberg berichtet, habe Bilous zusammen mit Polizisten, Geheimdienstmitarbeitern und Strafverfolgern ein „Komplott zur Ausplünderung des Landes“ durchgesetzt. Der Internationalen Währungsfonds (IWF) setzte die ukrainische Regierung daraufhin unter Druck, stärker gegen Korruption und Steuerflucht vorzugehen. Jazenjuk blieb deshalb nichts weiter übrig, als sich von Bilous zu trennen.
 Schön langsam gehen die Laternen aus ...





Urlaubsunterbrechung XI: Vor sechzig Jahren

... wurde Wiens erste Bausünde in der Innenstadt, der »Ringturm« (nicht weil er etwa rund wäre, sondern wegen seiner Lage an der Ringstraße so genannt). Ein scheußlicher Kasten, der die Silhouette der Stadt verschandle, befanden damals kulturbewußte Menschen:


Hätten sie geahnt, welche Scheußlichkeiten in den nächsten sechzig Jahren erst das Stadtbild verunzieren würden — sie hätten milder geurteilt ...


Samstag, 13. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung X: Anton Eberl

Heute vor 250 Jahren, also am 13. Juni 1765, wurde zu Wien der österreichische Komponist und zu seinen Zeiten höchst gefeierte Pianist Anton Eberl geboren. Eines der vielen Opfer eines verengenden Heroenkultes, der »das Dreigestirn der Wiener Klassik« (scil. Haydn, Mozart, Beethoven) umjubelt (durchaus mit Recht!), und darüber all die anderen, merklich oder auch nur kaum »kleineren« Meister sträflich vernachlässigt, die zur selben Zeit absolut anhörenswerte, ja zum Teil geniale Musikwerke schufen! Unter ihnen auch besagter Anton Eberl, dessen Werke seinerzeit wegen ihrer Qualität sogar teilweise unter dem (schon damals prominenteren) Namen Mozarts veröffentlicht wurden ...

Biographische Details können dem verlinkten Wikipedia-Artikel entnommen werden, hier nur einige seiner Kompositionen, die den Anspruch des Komponisten auf Kenntnisnahme auch durch ein späteres Publikum untermauern können. Zunächst die Symphonie in Es-Dur, op. 33, aus dem Jahre 1803:


Auch das Klavierkonzert in C-Dur, op. 36, aus demselen Jahr läßt die Qualität und — teilweise in die Romantik vorwegweisende — Originalität des Komponisten erkennen:


Doch auch Kammermusik auf hohem Niveau wurde von ihm komponiert, so eines seiner letzten Werke, das Quintett in g-moll, op. 41 (1806/07) für die originelle Besetzung Klavier, Klarinette, 2 Violen und Violoncello:


Im Jahre 1806 stand Eberl auf dem Gipfel seines Ruhms. Tragischerweise starb er schon wenige Monate nach seiner Rückkehr nach Wien am 11. März 1807 an einer Blutvergiftung. [...] Trotz seines kurzen Lebens komponierte Eberl zahlreiche Sonaten, vier Klavierkonzerte, fünf Symphonien, Lieder, Fantasien, Tänze und Variationen für Klavier, acht Bühnenwerke und vieles mehr.
... vermerkt Wikipedia. Es wäre angebracht, diesen derart in Vergessenheit geratenen Meister für unsere Konzertsäle wiederzuentdecken.


Freitag, 12. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung IX: An ein Ereignis vor heute zweihundert Jahren

... erinnerte vor einigen Tagen die »Preußische Allgemeine Zeitung« in einem lesenswerten Artikel von Hans Heckel:
In anderen Ländern wäre das Datum Anlass für ausgiebige nationale Feierlichkeiten, für umfangreiche Sonderausstellungen und Volksfeste mit Historienspielen. In Deutschland aber bleibt es weitgehend still am 12. Juni.
Was ist Besonderes geschehen an jenem Datum? Am 12. Juni vor 200 Jahren fanden sich Studenten, die siegreich aus den Befreiungskriegen zurückgekehrt waren, in Jena zusammen, um die erste „Burschenschaft“ zu gründen ...
Nun ist dem Leser dieses Blogs ja bekannt, daß LePenseur der Abhaltung rudelweiser Versammlungen mit gemeinsamem Biersaufen und Gesang (und dies noch dazu mit seltsamen Mützchen und Bändchen berkleidet) nichts abgewinnen kann — dennoch weiß er die Rolle der Burschenschaften als Motor der Erneuerung in der und gegen die Verkrustungs- und Konservierungstendenz der Ära Metternich zu würdigen.

Nachtrag zu Urlaubsunterbrechung VII

Wer wissen will, wie weit die Knebelung durch die (in diesem Falle: Feminazi-) P.C. gediehen ist, braucht bloß folgende Meldung zu lesen:
Der britische Medizin-Nobelpreisträger Sir Timothy (Tim) Hunt ist ein kluger Mann. Allerdings nicht, wenn es um öffentliche Äußerungen zum weiblichen Geschlecht geht. Wegen frauenfeindlicher Äußerungen musste er nun sein Amt als Honorarprofessor am rennomierten University College London niedergelegt. Hunt hatte auf einer Fachkonferenz in Südkorea erklärt, er habe Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Frauen im Labor.
"Du verliebst Dich in sie, sie verlieben sich in Dich und wenn Du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen", soll der Wissenschafter auf der Konferenz gesagt haben. Er plädiere deshalb dafür, Männer und Frauen in den Laboren zu trennen.
Und wegen einer solchen lächerlichen Lappalie, die noch dazu sachlich durchaus berechtigt sein mag (die Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen ist in vielen Bereichen nun mal nicht friktionsfrei), muß ein Nobelpreisträger eine Honorarprofessur niederlegen? Bloß, weil ein paar realitätsfremde Quotzen (deren Qualifikation wohl nur im Überwachen der Gender-Schreibe bestehen dürfte) es nicht ertragen, daß einer einfach die Wahrheit ausspricht?

Donnerstag, 11. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung VIII: Die EUropäischen Marionetten dürfen den Schnüren, an denen sie Washington hampeln läßt, neue Namen geben ...

(... trotz Blondinenbegleitung — ein Kommentar zur Lage ...)

Immer wieder für neue stille Heiterkeit sorgen die Beteuerungen gegenseitiger Wertschätzung und Hochachtung, die sich Mutti und Schokobama gegenseitig als Rosen in diversen Pressekonferenzen streuen:
Vor Beginn des Gipfels hatten Merkel und US-Präsident Barack Obama trotz Verstimmung über die NSA/BND-Affäre einen engen Schulterschluss demonstriert. "Trotz mancher Meinungsverschiedenheiten, die wir heute haben, ist Amerika, sind die Vereinigten Staaten von Amerika unser Freund, unser Partner", sagte Merkel bei der Begrüßung Obamas im kleinen Ort Krün am Fuß der Alpen. Obama sagte: "Heute morgen feiern wir eines der stärksten Bündnisse, das die Welt je gekannt hat."
Dazu werden uns dann Grinsefratzen präsentiert, wie sie verlogen-schleimiger nicht gedacht werden könnten:


Für wie fetzendeppert halten uns diese Politrucks eigentlich, daß sie glauben uns mit solchen plumpen Inszenierungen täuschen zu können? Oder sind sie selbst bereits so abgehoben und beknackt, daß sie derlei Mummenschanz für die Realität halten? Sorry, ihr Politrucks — die Realität sieht anders aus! Nämlich so:

EU will NSA zum Wächter der europäischen Sicherheit machen



Die EU-Innenminister wollen der NSA eine herausgehobene Rolle bei der innerem Sicherheit in Europa geben. Dazu soll es einen stärkeren Daten-Austausch geben. 

[...] Erst seit kurzer Zeit kursiert ein Vorschlag zur „Ausweitung der transatlantischen Kooperation im Bereich der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“. Es handelt sich um die Erneuerung einer gleichlautenden Erklärung von 2009. Vereinbart wurde die stärkere Zusammenarbeit in den Bereichen Migration, Drogenhandel, Finanzermittlungen und Cyberkriminalität. Ein ebenfalls anvisiertes EU-US-Datenschutzabkommen blieb hingegen auf der Strecke [...]
(Hier weiterlesen)
Putzig! Wenn es noch eines Beweises gebraucht hätte, daß unsere Volksverräter nur die Marionetten der East-Coast-Mafiabande sind — hier wurde er erbracht! Nun, wenn diese Verbrecher glauben, mit dem bloßen Austausch von Bezeichnungen die Realität verändern zu können, dann sollte das Volk im Gegenzug schön langsam darüber nachzudenken beginnen, die Schnüre auszutauschen, an denen die Politruks hängen. Hanf wäre eine Möglichkeit. An geeigneten Laternen wird es in EUropa ja nicht mangeln ...




Mittwoch, 10. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung VII: Ravelstein

Nein, eigentlich keine Unterbrechung, sondern eine schöne Erinnerung — es war ein Urlaub wie dieser, genauer gesagt: vor rund einem Jahrzehnt, also deutlich vor dem sogenannten »Ägyptischen Frühling«, als ich im oberägyptischen Frühling mit Blick auf den Nil im Halbschatten einer Palme lag, und ein schon länger in meiner Bibliothek ungelesen stehendes Buch las: »Ravelstein«. Zwei ältere Männer, der titelgebende Held und der dessen Biographie schreibende Erzähler, »Chick« gerufen, alle beide Universitätsprofessoren, unterhalten sich, räsonnieren über den Untergang der Bildung in den USA, über die Probleme von Juden in Amerika (Ach Gottchen! Man fühlt sich an die diesbezüglichen, unvermeidlichen Nebenbemerkungen in Woody Allens meisten Filmen erinnert — »Jammern auf hohem Niveau«, kann man da nur sagen ...), über Gott und die Welt, und alle beide natürlich mit der unvermeidlichen, deutlich jüngeren Begleitung — beim Erzähler ist es eine junge, schöne Frau, beim Philosophie-Emeritus Ravelstein (so ganz in der έφηβοφιλία-Tradition antiker Philosophenschulen) ein schöner, junger, geheimnisvoller Mann.

Ein prall mit Leben und geistvoller Charakteristik erfüllter Roman, dem man nur negativ nachsagen kann, daß er in seinem letzten Teil  weniger um den Professor Ravelstein, sondern um Chick und seine Fischvergiftung kreist — aber auch das ist interessant und lesenswert geschildert, ohne Frage! Es ist dies der letzte Roman des Autors, welchen er im Alter von 85 Jahren veröffentlichte: in manchen Schwächen (der Rezensent in der NZZ führte die »zahlreichen Wiederholungen und klappernden Sätze« an, sicher nicht ohne Berechtigung) ein typisches Alterswerk — und doch in vieler Hinsicht ein spätes, ein allerletztes Meisterwerk, in dem der weise Humor und die Fähigkeit seines Autors zu prägnanter Charakterisierung über die eine oder andere dazwischenliegende kleine Schwäche des Textes lässig hinweggleiten läßt. Wer selbst ohne Wiederholungen und klappernde Sätze ist, werfe den ersten Stein ...

Saul Bellow, Nobelpreisträger und wohl US-amerikanischer Schriftsteller κατ' ἐξοχήν, braucht den literaturkundigen Lesern dieses Blogs kaum vorgestellt zu werden. Romane wie »Herzog« und »Humboldts Vermächnis« stehen sicher in vielen ihrer Bücherregale — ob auch »Ravelstein«? Falls nicht: es ergeht die Empfehlung, in diesen Roman einzutauchen, in eine Zeit, in der ein renitenter alter Emeritus in seinem Privatissimum völlig unbekümmert unter einem »Rauchen-verboten«-Schild paffen konnte — und kein sitzpinkelnder Uni-Fuzzi es gewagt hätte, ihn deshalb zur Rede zu stellen. In eine Zeit, in der man noch Meinungen hören (und schreiben) konnte, bevor der totalitäre Kahlschlag der political correctness einsetzte, der bis heute andauert, der jede Meinungsäußerung auf ihre sozialverträgliche Zulässigkeit überprüft und zensiert, und die Wüste Gobi dagegen noch wie einen wild wuchernden Regenwald wirken läßt.

Saul Bellow wäre heute 100 Jahre alt geworden. Könnte, dürfte er heute »Ravelstein« noch schreiben — so schreiben, wie er ihn (be)schrieb? Wer diese Frage ohne Zögern mit »Ja« beantwortet, braucht den Roman nicht zu lesen. Er würde ihn wohl auch nicht verstehen ...

Urlaubsunterbrechung VI: »Die Ehe hat an Kraft verloren. Sie ist weniger eine Lebensform als ein beim Staat zu beantragender Status.«

Eine glasklare Analyse des Niedergangs einer alle Bereiche umfassenden, intendiert lebenslangen, intendiert auf Nachkommen angelegten Gemeinschaft von Mann und Frau zum steuersparenden »Zertifikat zur Erlangung des Anrechts auf Ehegattensplitting«. Lesenswert — auch (und gerade) wenn vielen Konservativen (insbesondere christlicher Richtung) die angestellten Überlegungen nicht gerade sympathisch sein werden.

Dienstag, 9. Juni 2015

Urlaubsunterbrechung V: am 9. Juni 1815



... (also heute vor 200 Jahren) wurde die Schlußakte des Wiener Kongresses (»Acte final«) von den Signatarmächten Österreich, Russland, Preußen, Großbritannien, Frankreich, Portugal, Spanien und Schweden unterzeichnet.


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P.S.: die Blondbegleitung wird schön langsam unwirsch ob der ständigen Urlaubsunterbrechungen. Ja, bloggen is a Sucht ...

Urlaubsunterbrechung IV — (noch) immer aktuell:


lichtung

manche  meinen
lechts  und  rinks
kann  man  nicht
velwechsern.
werch ein illtum!

Schrieb Ernst Jandl (25. August 1925 – 9. Juni 2000) in seiner Gedichtsammlung »Laut und Luise« (Olten 1966, Neuausgabe 1990. ISBN 3-630-83008-0). In den fünfzehn Jahren seit Jandels Hingang hat sich daran nichts geändert ...