Sonntag, 11. Januar 2015

Die Trittbrettfahrer


Wer denn? Pegida? Die AfD? Der Front National? Die FPÖ?

Nö.

Vielmehr: all die opportunistischen Arschgeigen in Politik und Systempresse, die jetzt »Je suis Charlie« oder, noch ekelerregender, »Je suis Ahmed« auf ihrer Websites pappen, nachdem sie uns jahre- und jahrzehntelang die Islamisierung ins Haus geliefert und schöngelogen haben.

Die jetzt auf: »Wir müssen zusammenhalten« mimen — und in Wahrheit nur meinen: »Wir müssen die Böslinge von Pegida, AfD, FN und FPÖ draußenhalten, damit niemand draufkommt, daß eigentlich wir dieses Schlamassel eingebrockt haben.«

All die Eurokraten, die von einer perfekt beherrschbaren, weil nämlich entnationalisiert-atomisierten Bevölkerung träumen. Und ja, vielleicht können sie sogar mit vollem Recht von sich behaupten: »Je suis Charlie« — denn die Ideale von »Charlie Hebdo« waren mit den ihren durchaus kompatibel! Wenigstens sind mir EU-kritische Cartoons in diesem Blatt nicht in Erinnerung ...

Dennoch: die Typen von »Charlie« dachten halt, sie können die Museln ebenso verarschen wie die Christen. Das war, wie sie bald feststellen durften, ein fataler Irrtum: sie taten trotzdem weiter. Bis zur bitteren Konsequenz ihrer Ermordung. Jemandem, der so handelt, werde ich meine Achtung nicht versagen — auch wenn ich die Cartoons schlecht gezeichnet, die Aussagen plump und unwitzig, das dahinterstehende gedankliche Gebäude als primitiv zusammengeschustert und akut einsturzgefährdet ansehe.

Den Trittbrettfahrern jedoch, jenen (ich wiederhole mich) ARSCHGEIGEN von PolitikerInnen, die seinerzeit die Mohammed-Karikaturen »wenig hilfreich« nannten, und jenen ARSCHGEIGEN von JournaillistInnen, die damals sicherheitshalber bedenkentragende Artikel verfaßten — diesen (aller guten Dinge sind drei) ARSCHGEIGEN möchte ich zurufen:

Stellt euch ins Eck und schämt euch (wenn ihr sowas überhaupt könnt)! Stellt euch ins Eck, damit wir euch zukotzen können, weil wir eure verlogenen Visagen und beschönigenden Wortspenden nicht mehr länger aushalten! Und wenn es einmal dazu kommt, daß es euch trifft, dann ...

...ach lassen wir's! Wenn ich hinschreibe, was man da denkt, wird noch die »Gutheißung einer Straftat« draus — und das sind die einfach nicht wert, als daß man sich ein Gespräch mit dem Staatsanwalt einhandelt für solche

ARSCHGEIGEN!

Unglaublich

... wie bezaubernd hübsch so ein junges Mädel sein kann (und das sagt LePenseur mit seiner bekannten Vorliebe für blond!):






Samstag, 10. Januar 2015

Ein Pech, schon irgendwie ...

... daß sowohl das edle Brüderpaar in der Druckerei mucks-mausetot ist, wie auch der Supermarkt-Killer. von denen erfährt keiner mehr, was sie sich bei den Aktionen gedacht haben, und wer dahinter stand. Und genau das dürfte auch der Grund für's mucks-mausetot-machen gewesen sein.

Man stelle sich bloß vor, da kämen Querverbindungen zu irgendwelchen Geheimdiensten (wobei der Nordkoreas schon aus geographischen Gründen eher ausscheiden dürfte) heraus — das wäre »ober-peinlich«, wie der Engländer sagt! Das kann aber nicht sein, denn die Story muß etwa so ablaufen:
(Laut) Na, wissen Sie: da gab's eine linke Satirezeitschrift, die hat die Scheißpfaffen verarscht und sonst noch so bürgerliche Drecksäcke, und die Zeichnungen waren zwar echt primitiver Müll, aber das macht nix, schließlich darf Satire alles, sogar Scheiße sein. Is' schon okay ... ... Und dann haben die mal 'n Mohammed-Cover gezeichnet, und da war die Hölle los und die Zeitschrift war wieder mal vor dem Konkurs gerettet. Ich meine (leise werdend), das darf man jetzt natürlich nicht sagen, wegen der Pressefreiheit, und so — aber die waren ziemlich blöd, sowas zu machen, die mußten doch wissen, daß die Museln das nicht aushalten, und die sind ja nich so doof wie die Katholen oder Evangelen, die noch die andere Backe hinhalten, wenn sie eine in die Fresse kriegen. Irgendwie haben die sich das ja selbst zuzuschreiben ... ... (Wieder laut) also ich meine: die haben eine gaaaanz wichtige Aufgabe für unsere Pressefreiheit, die haben sich ja richtiggehend dafür aufgeopfert, also Hut ab, find' ich großartig sowas. Waren natürlich Linkwe, das rechte Gesocks macht sowas ja nie — die versuchen jetzt nur ihre Ausländerfeindlichkeit an dieser Schreckenstat zweier Einzeltäter festzumachen. Ekelhaft sowas!
Die wollen einfach nicht begreifen, daß ein Riiiiiesenunterschied ist zwischen dem Islam, der ja im Grund total friedlich is, schon seit dem Mittelalter, sag' ich Ihnen — also Kreuzzüge ham wir geführt, nich die! Das muß mal gesagt werden! — und einzelnen Verrückten, die dann halt leider Verbrechen begehen. Das kommt vor, überall und in jeder Religion!
Jetzt kommt es darauf an, daß alle demokratischen Kräfte, also nicht diese Nazis von der Pegida oder dem Front National, fest zusammenstehen und verhindern, daß diese Tragödie instrumentalisiert wird durch irgendwelche Rechte, die was von Islamisierung faseln! Und wir brauchen mehr Möglichkeiten für unsere Geheimdienste, solche Einzeltäter schon im Vorfeld auszuschalten! Da sind irgendwelche Aktionen à la Snowdon ganz kontraproduktiv! Wenn der das nicht angezündet hätte, hätten die Jungs von der NSA sicherlich rechtzeitig Wind von der Sache bekommen, und so diesen schrecklichen Vorfall verhindert! Wie bitte, was meinen Sie? »Mißbrauchsgefahr, Bürgerrechte« ... — ich sage Ihnen: das ist alles nur Blabla! Wenn Sie tot sind, haben Sie nix von Ihren Bürgerrechten, und Verbrechen kann man nur verhindern, wenn man sie durch Sicherheitsmaßnahmen und lückenlose Überwachung gleich von Anfang unmöglich macht. Was, Sie glauben nicht, daß das geht? Mensch, Sie haben aus dieser ganzen Geschichte überhaupt nichts gelernt ...
Und die Zusammenarbeit unserer Geheimdienst zum Wohle der Menschen wird intensiviert, und humanitäre Organsiationen werden dafür sorgen, daß weiterhin mindestens tausend »Flüchtlinge« pro Woche (wenn möglich: pro Tag) aus dem Mittelmeer »gerettet« werden dürfen. Und unserer Politiker und Systemmedien werden vor der »Gefahr von rechts« warnen. Alternativlos.

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P.S.: Eben dürfen wir lesen:

Nach den Terroranschlägen und Geiselnahmen in Paris befürchtet US-Geheimdienst-experte Michael Flynn weitere Anschläge von Islamisten.
In einem Interview mit "Bild" (Samstag) sagte Flynn, der Angriff auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" war "ein sehr gut gesteuerter, sehr ausgeklügelter, professioneller Anschlag".
Der ehemalige Direktor des US-Geheimdienstes DIA betonte: Die Schützen wurden von jemandem ausgewählt und trainiert. ...
Ja, das glauben wir Mr. Flynn aufs Wort! er muß es ja wissen. Und wir fragen ihn auch nicht, von wem die Schützen ausgewählt und trainiert wurden. Und vor allem: finanziert! Denn sowas kostet ein Heidengeld ...
 
Es brächte ihn bloß in Verlegenheit, und wir können es uns eh denken: letztlich (die zur Verschleierung zwischengeschalteten Tarnfirmen lassen wir gleich weg) von demselben Geheimdienst, der ganz nach Mr. Zbigniew Brzezinski's lichtvollen Worten »The best remedi against communism is islamism«, den Ayatollah Khomeini gegen den Schah, die Mudjaheddins und Talibans gegen die Regierung in Kabul, und schließlich die Al-Kaida ausgewählt und trainiert hat. Und der jetzt Monsieur Hollande daran erinnert, daß das Rückfahren der Sanktionen gegen Rußland nicht im Interesse der East-Coast ist, und daher — sofern er nicht noch  viel mehr Tote durch Anschläge riskieren will — von ihm besser unterlassen wird. 
 
Man versteht sich ...

Die Medien reagieren mit Betroffenheits-Wortgeklingel und feiger Selbstzensur





Michael Klonovsky »ad Pegidam« et. al.

27. Dezember 2014

Was ist von der Pegida-Bewegung zu halten, von deren Schmähung derzeit die halbe Medienöffentlichkeit lebt, ohne deren Erwähnung kein Nachrichtenportal auszukommen scheint und zu deren Stichwortgebern ein großes deutsches sogenanntes Intelligenzblatt u.a. mich kürte? Unstrittig scheint mir zu sein, dass unter dem Motto "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" die Habermas’sche "Lebenswelt" beziehungsweise ein Teil derselben auf die Straße geht. Als ein spezieller Verehrer des Starnberger Transzendentaldemokraten sowie Großakklameur des im Grundgesetz verankerten Gundrechtes auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit begrüße ich die Kundgebungen ausdrücklich, zumal weder Sponsoren noch Parteien dahinterstehen wie bei den Gegendemonstranten und der üblichen subventionierten Protestfolklore „gegen rechts“, sondern die Menschen sich aus freien Stücken und gegen erheblichen Widerstand des etablierten Herrschaftsmilieus versammeln. 

Diese Leute sind, ob es den politisch Verantwortlichen nun passt oder nicht, Bürgerrechtler
Köstlich auch die Anmerkungen zum Zeithistoriker (oder was sich halt so nennt) Wolfgang Mommsen (und seinesgleichen) vom nächsten Tag:
Es hat sich im Nachkriegsdeutschland aus der Verlierer- und Widerlegten-Mentalität ein weltgeschichtlich völlig neuer Zweig der Historiographie herausgebildet, den ich die Kriegsgegner-Hagiographie nennen möchte. Und dass Gevatter Mommsen und sein Zwillingsbruder Hans Gewissensbisse litten, weil ihr Historikerpapa nicht durch die Entnazifierung kam, und sie die Bewältigung ihrer Familiengeschichte so bußwütig wie selbstgefällig ins Großeganze verallgemeinerten, rundet die Sache zur trivialtypischen bundesrepublikanischen Nachkriegstiefelleckerei ab, die das Gros der sich-im-Staub-Wälzer kompensatorisch als autogenen Läuterungsprozess verkauft. Gönnen wir ihnen ein nachsichtiges Lächeln. Es ist ja längst eh wurscht.
Und schließlich vom 8. Jänner (ganz spät):
Da schau her: Julius Streicher ist gar nicht hingerichtet worden!   

(Hier weiterlesen)

Danke, Herr Klonovsky — so gut (geschweige denn besser) wurde die abgehobene Befindlichkeit unserer Politruks & Mediokraten samt ihren Handlangern kaum je auf den Punkt gebracht!

P.S.: allein die Verwendung des Begriffes »Habermas’sche "Lebenswelt"« in diesem Zusammenhang ist eine stilistisch-hinterfotzige Preziose ...

Freitag, 9. Januar 2015

Na — und was machen die drei Marter-Museln jetzt?




»Waren es militante Tierschützer?«



... fragte PPQ rätselnd — und wir alle rätselten mit. Dankbar müssen wir sein, daß unser Innenminister Thomas de Maizière immerhin mitteilen konnte, daß dies alles nichts mit dem Islam zu tun hat. Wenigstens ein Verdacht weniger, noch dazu einer, der nur Blut auf die Mühlen der unaufständigen Unanständigen Deutschlands gelenkt hätte.

Nicht viel, aber wenigstens was ...

Verbrechensmißbraucher

Schlicht & einfach:  


Blut aus Paris auf die Mühlen der FAZ-»Qualitätspresse« ...

... versucht die ehemalige Qualitätszeitung aus Frankfurt/Main zu lenken. Diese Dreistigkeit, aus einem Massenmord redaktionelles Kleingeld zu münzen, bewog den Kollegen SF-Leser zu folgendem kurzen

Gastkommentar


Aus dem FAZ Kommentar Blut auf die Mühlen
Im Vorwurf „Lügenpresse“ steckt auch der Versuch, im Namen der Meinungsfreiheit die Meinungsfreiheit eines pluralistischen Pressewesens zu beschneiden, das, obwohl auch seine Angehörigen nicht unfehlbar sind, in der Welt keinen Vergleich zu scheuen braucht. Hinter der Tat von Paris steht keine andere Absicht, nur ihre Mittel waren extremer. Aber auch von einem solchen Blutbad dürfen sich die freie Welt und ihre Presse nicht einschüchtern lassen.
Ist der FAZ Kommentator und Mitherausgeber Bertold Kohler noch ganz bei Trost? Es stellt den verbalen Vorwurf „Lügenpresse“ im Prinzip auf die gleiche Stufe wie das Abschlachten von realen Menschen?? Selbst wenn er sich durch den Vorwurf „Lügenpresse“ persönlich ungerecht behandelt fühlen mag und sicherlich auch noch einen wenig Erziehungsjournalismus verinnerlicht haben mag, ist dieser Vergleich doch wohl daneben. 

 P.S.: Es fällt auf, daß es zu den Artikeln der FAZ viele Leserkommentare gibt, die aber nicht veröffentlicht werden. Warum nur?? 

P.P.S.: Löblicherweise veröffentlichen einige Zeitungen ehemalige Titelseiten von Charlie Hebdo. Nur (wenn ich da richtig geschaut habe) die, die wirklich „beanstandet“ wurden — die fehlen ... 

Donnerstag, 8. Januar 2015

Pardon, auf den dritten Drecksack ...

... der als linientreuer (und jetzt bei den nächsten Wahlen um seinen wohldotierten Posten fürchtende) CDU-Politruk jetzt einen infamen Massenmord zu Ehren des Islam und seines »Propheten« geschwind für eine Maulschelle für Pegida mißbraucht, habe ich in der Eile leider vergessen:

"Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun"

München - Nach dem Attentat auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor populistischen Brandstiftern in Deutschland gewarnt. «Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun», sagte der CDU-Politiker der «Süddeutschen Zeitung». Gerade die Menschen, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland kämen, seien dem Terror entflohen und dürften nicht verdächtigt werden, nur weil sie Muslime seien. Die Pegida-Bewegung hatte den Anschlag von Paris als Bestätigung für ihre These vor einer angeblich drohenden Islamisierung Europas gewertet.
 Bisweilen fragt man sich schon, warum unsere wirren Zauselbärte leider immer die Falschen abknallen ...

Cherif Kouachi (32) Said Kouachi (34)


So also sehen diese beiden Drecksäcke aus:






















Die zwei hätten rechtzeitig lernen sollen, wie man sich einen runterholt, statt eine Kalaschnikow zur Bekämpfung ihres Triebstaus benutzen zu müssen ...

Mittwoch, 7. Januar 2015

UNSER ALLERWERTESTEN MUSELMANEN MÖGEN

... SICH GEFÄLLIGST ALLE IHRE VORWÜRFE EINER ANGEBLICHEN »ISLAMFEINDLICHKEIT« IN EUROPA  IN DEN ARSCH SCHIEBEN!

Paris: Zwölf Tote nach Anschlag in Redaktion


Bild: (c) APA/EPA/ETIENNE LAURENT (ETIENNE LAURENT) 

Zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer stürmten am Mittwoch die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" und töteten zwölf Menschen, darunter auch Chefredakteur Stéphane Charbonnier.
 (DiePresse.com)
Bei einem Anschlag in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" sind am Mittwoch zwölf Personen getötet worden. Unter den Toten sind zwei Polizisten und vier Zeichner, unter ihnen der Chefredakteur Stéphane Charbonnier ("Charb") und die Zeichner Jean Cabut ("Cabu"), Georges Wolinski und Bernard Verlhac ("Tignous"). Zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer sollen laut Medienberichten gegen 11.30 Uhr die Redaktionsräume im elften Pariser Arrondissement gestürmt und das Feuer eröffnet haben. Die Täter sind flüchtig.
(Hier weiterlesen)

WUNDERT ES JEMANDEN, WENN DAS INTERESSE DER EUROPÄER AN EINER ISLAMISIERUNG AUSGESPROCHEN ENDENWOLLEND IST?

Was werden die Konsequenzen unserer Polit- & Meinungsmacher daraus sein? Ein paar Wortspenden, wie schrecklich das doch sei, und dann werden sie einknicken, diese ekelhaften Schleimscheißer — Wetten werden angenommen!

Den Musel-Fanatikern, die das Redaktionsteam ausrotteten, wünsche ich auf der Verfolgungsjagd eine Menge Kugeln in alle möglichen schmerzempfindlichen Körperteile, und bei der Gefangennahme einen Stiefelabsatz in ihre geöffneten Allah-Akbar-Fressen. Und ein langsames, qualvolles Krepieren danach.

Ach, das ist nicht christlich genug gedacht? Man müßte vielmehr Verständnis für die ihrer Herkunft geschuldete — obgleich natürlich fehlgeleitete — Erregung der Terroristen zeigen, auf ihre Besserung hoffen und um Bekehrung beten! Ach wirklich — muß man das als Christ?

Nein, man muß es nicht! Ebensowenig, wie am 20. Juli 1944 Oberst Graf Stauffenberg auf eine Besserung Hitlers hoffen mußte. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht, und wenn es die der bluttiefende Fahne des »Propheten« wäre!

Heißt das also, daß jetzt zu Progromen gegenüber türkischen Gemüsehändlern oder ägyptischen Zeitungsverkäufern aufgerufen wird? Keineswegs. Hier möge man in christlicher Nächstenliebe eine differenzierte Betrachtung anwenden, und — anders als die islamische Religion — nicht durch Terror und Unterwerfung, sondern durch vorbildlich gerechtes Unterscheiden Stärke beweisen.

Gestern erst fühlten sich zwei Altkanzler bemüßigt, mit Blick auf PEGIDA zu einem »Aufstand der Anständigen« aufzurufen. Nun, den werden sie schneller haben, als sie vermuteten — und ganz anders allerdings, als sie ihn sich vorstellten! Denn der Anstand gebietet, daß man die Ermordung fast der ganzen Redaktion eines kleinen Satiremagazins nicht sang- und klaglos mit ein paar Floskeln abtut, sondern dafür sorgt, daß sich derlei Vorfälle nicht wiederholen können.

Was kann nun ein kleiner Blogger wie LePenseur in dieser Situation tun? Nicht viel — außer dafür zu sorgen, daß die treffenden Karikaturen von »Charlie Hebdo« im Umlauf bleiben und nicht von devoten Bedenkenträgern und ihren Aufrufen zu »kultursensiblem Verhalten« wegzensuriert werden. Hier also ein paar Bilder. Und, liebe Mohammed-Fans — zerspringt dabei vor Wut! Ihr verdient es nicht anders!




... und wenn unser aller liebster Rotzig Arrogan, a.k.a. GröTAZ, schon wieder mal klagt:

Islamfeindlichkeit in Europa wächst

Die europäischen Länder schauen laut dem türksichen Premier bei Attacken auf Muslime tatenlos zu, kritisiert der türksiche Premier.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den europäischen Ländern vorgeworfen, einer wachsenden Islamfeindlichkeit tatenlos zuzuschauen. Jeden Tag würden Muslime und Moscheen attackiert, während die Sympathie für rassistische Organisationen wachse, sagte Erdogan am Dienstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede vor türkischen Botschaftern in Ankara. Die Türkei warne ständig vor diesen Entwicklungen. Wenn Europa dieses Problem nicht ernst nehme, werde es eine Diskussion über "die Werte der EU und Europas" geben.
... dann stellen wir die Gegenfrage, die ein Kommentarposter in der »Presse« so treffend formulierte:

Und wie steht es um die Christen in der Türkei?

Istanbul: Kirchen-Neubau erweist sich als Mogelpackung - Genehmigung nicht neu und Einsprüche der Behörden - Nicht städtischer Boden sondern christlicher Friedhof als Grundstück - Dass die syrisch-orthodoxen Christen - auch Aramäer oder Assyrer genannt - überhaupt eine neue Kirche in Istanbul brauchen, liegt daran, dass sie in den letzten Jahrzehnten aus ihrer angestammten Heimat in der Südosttürkei vertrieben wurden. Vom türkischen Staat nicht als eigene Minorität anerkannt, genießen sie nicht einmal die begrenzten Minderheitenrechte, die Armeniern, Griechen und Juden zugestanden werden. (Quelle: ORF) - Herr Erdogan, bitte nicht andere beschuldigen sondern erst einmal vor der eigenen Tür kehren.
Machen wir diese heuchlerische »Religion des Friedens« und ihren hirnkranken Kult um einen unter Wahnvorstellungen leidenden Räuberhauptmann und Kinderschänder so lächerlich und verächtlich, wie sie's verdient!

ÉCRASEZ L'INFÂME !!!


»Der Beginn des neuen Kalenderjahres kann für uns eine Zeit des Innehaltens und Neuausrichtens sein«

... findet die Erzdiözese Berlin hinsichtlich einer heute stattfindenden Veranstaltung (wie sonst könnte man das nennen?) unter dem schönen Titel: »„Dem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ - Ökumenische Frauenliturgie«, und fühlt sich bemüßigt, dazu u.a. auszuführen:
Zur Frauenliturgie gehören Rituale,  Lieder und Bibeltexte in frauengerechter Sprache, der freie Austausch und Gespräche, Bitten, Dank und Segen. Besonders wichtig ist uns, dass Gott  in vielfältigen Bildern wahrgenommen und angesprochen wird.
Nun, denn ... Dem Blog-Kollegen »Geistbraus« fiel dazu spontan folgender Text in frauengerechter Sprache ein:
Ebenso nahm Sie nach dem Mahl den Kochtopf, salzte nach, reichte ihn den Mädels und sprach ... (Hier weiterlesen)
Chapeau! Touché! Mit »feministischer Theologie« (wissenschaftlich etwa so sinnhaft wie bspw. eine »feministische Mathematik« oder eine »feministische Archäologie«) als Pflichtvorlesung für alle bedauernswerten Theologiestudenten (nun gut, könnte man sagen, die haben sich ihr Studium ja selbst ausgesucht ...) hat's begonnen, mit Frauenliturgie geht's weiter — was kommt als nächstes? Die »Frauenordination« (Anmerkung: das ist nicht die Praxis einer feministische Gynäkologin, sondern die Annahme, daß auch am Altar die Besetzung des Christusdarstellers als Hosenrolle ein Gebot der Stunde ist), die von diversen protestantischen Denominationen (inkl. der meisten Anglikaner) längst vorgehüpft wird? Endlich 'ne Päpstin Johanna nicht bloß in der Legende, sondern ganz real prä- bzw. (vermutlich) postmonopausal im Vatikan? Ach Gottchen ...

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P.S.: det janze findet statt in »Evas Arche«, Große Hamburger Strasse 28, 10115 Berlin. Noch nie davon gehört? Ist auch kein Wunder: bei der bekannt verbreiteten technischen Begabung der Frauen ist davon auszugehen, daß diese Arche schon bei der Jungfernfahrt (naja, mehr oder weniger Jungfern- halt, obwohl so Ranke-Heinemann-look-alikes durchaus das Zeug zur Förderung der Enthaltsamkeit haben — wenigstens bei Männern ...) versunken ist. Nicht mit Mann und Maus, wo denkt man hin!, sondern mit Frau und ohne Maus (da stehen Frauen nämlich kreischend auf dem Küchenstuhl und sind handlungs-, und daher auch archenbau-unfähig). Gesunken ist der/die feministische PrototypIn offenbar auf 52° 31′ N, 13° 24′ O und findet sich mit in der Arche erhaltenen Versteinerungen irgendwelcher Alt68er-KirchenkritierInnen an obiger Adresse. Oder so halt.

Dienstag, 6. Januar 2015

Loughing Matters, or: Sechzig Jahre und kein bißchen weise ...

Wer kennt ihn nicht, den in Zahnarztwartezimmern (und wo immer man auf unerfreuliche Dinge warten muß) in Endlosschleife gespielten Mr. Bean ...? Aber Rowan Atkinson hat seine Komiker-Fähigkeiten nicht nur an dieser Kultfigur des Slapstick bewiesen: die »Blackaddar«-Serie beweist es — und natürlich auch seine instruktive Sendung »Loughing Matters«, die den Slapstick-Humor auf fast wissenschaftliche Weise untersucht — und dabei höchst unterhaltsam (noch dazu mit Untertiteln in niederländischer Sprache, die auf Deutschsprachige immer einen unfreiwilligen Humor ausstrahlt):



HAPPY BIRTHDAY MR. ATKINSON!

Montag, 5. Januar 2015

»Nur wo wird dann noch ein drüben sein?«

... lautet der bemerkenswerte Schußsatz eines ebenso bemerkenswerten — nein: bedenkenswerten ... sorry, das richtige Wort will sich nicht einstellen ... also, versuchen wir's nochmal: eines bedenklichen Artikels auf dem Informations- und Satireblog »Politplatschquatsch« vom vergangenen Silvestertag:
2014: Unser Jahr am rechten Rand

Sehr ihr, Kinder, so schnell geht das. Eben noch war PPQ ein Leseangebot für Liberale, eher libertär, aber im Zweifel links: Meinungsfreiheit, Selbstbestimmung, die Ablehnung obrigkeitsstaatlicher Sprachregelungen und der Wunsch nach Gerechtigkeit für die, denen Unrecht widerfährt, standen vom ersten Tag der Existenz dieses unkonventionellen Leseangebotes im Mittelpunkt der Schreibanstrengungen. In der PPQ-DNA war nie Platz für Denkverbote, für das Nachbeten erwünschter Wahrheiten und den Wunsch, an einfache Wahrheiten zu glauben. Freiheit wurde hier immer groß geschrieben, Freiheit, selbst zu denken, und die Freiheit, unbedingt und unbehelligt das sagen zu dürfen, was man als richtig erkannt zu haben glaubt.
Es sind nur sieben Jahre vergangen, seit alles anfing, doch die Zeit verging wie im Alptraum. "Ist Euch eigentlich bewusst, dass ihr mit einem Blog wie Eurem Rechtsradikale seid, nach offizieller Lesart?", schreibt kürzlich ein Stammleser, der die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland aus der sicheren Entfernung eines Wohnsitzes in den Vereinigten Staaten verfolgt.

Nein, war es bis dahin nicht. Aber Recht hat der Mann. Im siebten Jahr an der Unterseite der deutschen Öffentlichkeit stehen die Positionen, von denen aus PPQ versucht, den alltäglichen Wahnsinn der gelenkten Demokratie, der alternativlosen Entscheidungen und der missbrauchten Medienmacht zu beurteilen, unter permanentem Nadelstreifen-Verdacht. Dabei hat sich nicht hier in der kargen Schreibstube etwas verändert, sondern rundherum: Der Ruf nach individueller Freiheit steht mittlerweile unter dem Verdacht, eine Form von EU-Hass zu sein. Die Ansicht, dass jeder Mensch die Möglichkeit habe(n müsse), seines eigenen Glückes Schmied zu sein, gilt als hinterlistige Strategie, den Menschen nicht immer mehr staatliche Fürsorge und Betreuung zu gönnen. Und wer die Unersättlichkeit des Staates  nach Informationen über seine Bürger, nach deren Geld und nach deren Applaus kritisiert, handelt sich den Vorwurf ein, ohne Augenmaß auf Rechtsgrundlagen zu pochen, deren operative Auslegung guter Brauch für jeden Politiker sein müsse.

"Wer den Konsens der staatlichen Raubritter infrage stellt, wer die Euro-Rettung ablehnt oder die Migration eingeschränkt sehen möchte, wird rasch als populistisch abgestempelt", heißt es in der NZZ, die Deutschland aus sicherer Entfernung in der Schweiz wünscht, dass "das politische Spektrum breiter und die Parteien wieder unterscheidbarer" würden und damit nahe bei dem ist, wofür PPQ beständig plädiert.
Hieße es nicht Eulen an die Saale zu tragen, müßte man jetzt ausrufen: »Worte für die Ewigkeit!« Hätte PPQ nicht schon seit Jahren Artikel von jeden Blogger (auch LePenseur) mit Neid erfüllender Qualität veröffentlicht — spätestens jetzt wäre der Augenblick zu rufen: »Chapeau! Touché!« Und gleichzeitig wünscht man sich angesichts dieses Artikels — oder, genauer gesagt: angesichts der in diesem Artikel aufgezeigten Verhältnisse hierzulande (und leider nicht bloß hierzulande) — nie weniger, ebendies ausrufen zu müssen ...


Sonntag, 4. Januar 2015

Jeder kennt wohl dieses Bild ...



... doch wer kennt auch dessen Schöpfer?




IN MEMORIAM ANTON VON WERNER

Hier nur ein paar Proben seinen stupenden Könnens. Zunächst ein Detail aus der zweiten Fassung der »Kaiserproklamation«:


Oder die »Ankunft seiner Majestät in Saarbrücken« (da sind wir also noch am Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71):


Davor noch zeigt er König Wilhelm I von Preußen über die Kriegsgefahren nachsinnend am Grabmal seiner Vorfahren:



Etwas später kommt dann das köstliche »Etappenquartier in Frankreich« mit einem singenden Ulanen:


Er malte auf diesem Feldzug auch Generalfeldmarschall Graf Moltke in seinem Arbeitszimmer in Versailles:


Natürlich malte er gerne den »Zauber der Montur« — die damaligen bunten Galauniformen waren ja für jeden Maler »ein Fressen« — aber eben nicht nur das! So zeigt er den späteren Kaiser Friedrich zwar in Uniform, aber seine zivile Umgebung ist nicht weniger bravourös in Szene gesetzt:


Das flirrende Licht der Kerzenluster hat er sich vermutlich von Menzels »Hofball« abgeschaut — und eben dieser so kleine und doch so große Maler Adolph von Menzel steht unauffällig beobachtend an der Mauer, eine kleine Hommage Werners an seinen bewunderten (und sicherlich weit genialeren) älteren Kollegen.

Wer kennt nicht auch Werners berühmte Darstellung des Berliner Kongresses von 1878, in der er alle großen Staatsmänner dieses Treffens auf einem Bild in ungezwungener Zufälligkeit zusammentreffen läßt?


Für die meisten dieser vielfigurigen Historienbilder malte Werner von jedem einzelnen Dargestellten detaillierte Studien, die oft herausragende Werke der Porträtkunst darstellen. Man nehme etwa die »Figurenstudie des hanseatischen Ministerresidenten Dr. Daniel Christian Friedrich Krüger« (die übrigens den Mythos, daß alle Hanseaten nie-nie-niemals einen Orden annehmen oder ihn gar tragen würden, auf nachdrückliche Weise zerstört):


Wobei die Frische der Figurenstudie weit mehr überzeugt, als die akademische Vollendung mancher »richtiger« Porträts, wie z.B. das des Geheimrates Hermann v. Lucanus:


Daß Lenbach jedenfalls nicht der einzige war, der Fürst Bismarck zu porträtieren verstand, sieht man bei den Gemälden der Kaiserproklamation und des Berliner Kongresses ebenso, wie bei einem Bild, das ihn am Bundesratstisch bei einer Rede zeigt:


Trotz seiner unbestreitbaren Fähigkeiten hat Anton von Werner seit hundert Jahren einen schlechten Ruf. Oder eigentlich gar keinen Ruf — seine Bilder werden halt einfach als bunter Photo-Ersatz für Geschichte-Lehrbücher genommen, und das war's dann schon. Man muß keineswegs Anton von Werner in seiner Kunstauffassung beipflichten — aber wer seine Gemälde genau angesehen hat, wird ohne wenn und aber bestätigen: dieser Mann konnte was! Im Gegensatz zu den meisten heutigen »Künstlern«, denen ich nicht absprechen möchte, daß sie mit ihren Werken etwas ausdrücken wollen — nur: da bekanntlich »Kunst« vom Können kommt (denn wenn sie vom Wollen käme, hieße sie »Wulst«), sind die meisten von ihnen eben nur »Künstler«, denen der kalt-heiße Angstschweiß ausbrechen würde, wollte man von ihnen auch nur eine einzige, kleine Porträtstudie verlangen — geschweige denn eine Massenszene mit vielen höchst individuellen, und doch aufeinander abgestimmten Einzelfiguren wie in Werners »Enthüllung des Wagner-Denkmals im Tiergarten« (auch hier durfte Menzel nicht fehlen!):


Heute vor hundert Jahren, am 4. Jänner 1915, ist Anton von Werner im 72. Lebensjahr in Berlin verstorben.

Samstag, 3. Januar 2015

Alles schon mal dagewesen ...

Heute vor 70 Jahren, am 3. Jänner 1945 wurde das

Komitee für unamerikanische Umtriebe

mit einer überraschend angesetzten Blitzabstimmung über seine permanente Konstituierung in der Eröffnungssitzung durch das Abgebordentenhaus des US-Kongresses gepeitscht. Homeland Security & Co. können also auf eine lange Tradition zurückblicken. »Demokratie« à la Washington D.C. ...

Freitag, 2. Januar 2015

Goldmark — zum Gedächtnis

Nein, es geht nicht um die Abschaffung des Goldstandards im Ersten Weltkrieg, sondern vielmehr um den einst so bekannten österreichisch-ungarischen Komponisten Karl Goldmark, welcher heute vor hundert Jahren, also am 2. Jänner 1915, in seinem 85. Lebensjahr in Wien verstorben ist.

Ähnlich wie Max Bruch (von dem vor einigen Tagen auf diesem Blog kurz die Rede war) ereilte Karl Goldmark fast das Schicksal eines »Ein-Werk-Komponisten«, und das eines vergessenen noch dazu — denn was bei Bruch das »1. Violinkonzert«, das war bei Goldmark seine Erfolgsoper »Die Königin von Saba«. Und da Opern aufzuführen deutlich kostspieliger ist als Konzerte, hat diese Oper, auf der sich der Lebens- und Nachruhm Goldmarks mehr und mehr zu beschränken begann, nach der Unterbrechung der Nazizeit, den Weg auf die Opernbühnen nicht mehr so wirklich geschafft. Schade darum! Aber schade auch, daß ein so vielseitig begabter Komponist nicht mit weiteren Werken präsent ist. Und warum eigentlich nicht (so wie Bruch) mit seinem hörenswerten 1. Violinkonzert?


Oder verdiente nicht die in edler, exotisch angehauchter Romantik strömende »Sakuntala-Ouvertüre op. 13 (1865) ihren Platz am Konzertpodium?


Und findet sich so leicht ein spritzigeres, frühlingshafteres Werk als seine Konzertouvertüre »Im Frühling« op. 36?



Doch kehren wir zu seinem Welterfolg, der »Königin von Saba« zurück. Leider findet sich davon keine ansprechende Gesamtaufnahme im Internet — aber als Vorgeschmack mögen das »Nachtstück« und die »Festmusik« daraus dienen:


Dazu noch eine köstliche, aus Erzählungen des Komponisten verbürgte Anekdote aus seiner Hoch-Zeit des Erfolgs, als er nach einer erfolgreichen Opernpremiere den Nachtzug von Wien nach Budapest bestieg, und in seinem Coupé erster Klasse eine alleinsitzende elegante Dame vorfand, der er sich, noch berauscht vom eben gefeierten Erfolg, mit den Worten »Gestatten Sie, Goldmark, Komponist der Königin von Saba« vorstellte — worauf die Dame, dies als Hoftitulatur interpretierend, so ganz in kollegialer Verbundenheit erwiderte: »Sehr erfreut ... von Ferenczy, Vorleserin Ihrer Majestät der Kaiserin« ...

Keine seiner anderen Opern konnte — trotz ihrer qualitätsvollen, dabei eingängig-melodiösen Musik wirklich die Bühnen erobern, von seinem Spätwerk »Ein Wintermärchen« (1908), ist wenigstens die packende Ouvertüre gelegentlich zu hören:


Zum Schluß noch ein weiteres Spätwerk, Goldmarks Konzertouvertüre op. 53 »Aus Jugendtagen«, in der er sich (als für damalige Verhältnisse hochbetagter!) 83-jähriger an seine Jugendzeit erinnert — mit vielen melancholischen Episoden, trotz der häufigen Walzerrhythmen. Ein oft wehmütiger Abgesang auf die schon für die Zeit des herandräuenden Völkerkrieges längst in die »gute, alte Zeit« versunkene geruhsamere Vergangenheit, und doch mit einer jugendfrischen Schluß-Stretta, die keine Müdigkeit des greisen Komponisten verrät:




Donnerstag, 1. Januar 2015

In memoriam Norbert Leser



Gestern verstarb der österreichische Sozialphilosoph Univ.-Prof. Dr. Norbert Leser im 82. Lebensjahr. Außerhalb Österreichs wird man ihn kaum dem Namen nach kennen, in Österreich hat er sich mit seinem untrüglichen Sinn für Anstand und Gewissen zwar um eine große Karriere in seiner politischen Heimat, der österreichischen Sozialdemokratie, gebracht, dafür aber ein umso größeres Ansehen über alle Parteilager hinweg errungen. Ein Kommentarposter in der heutigen »Presse« brachte Norbert Lesers Bedeutung für unser Land (und, ungeliebterweise freilich, für seine Partei) in kurzen Worten auf den Punkt:

Eine wichtige Person der Sozialdemokraten von gestern ist tot. Er ruhe in Frieden.

Die bösen Geister scheinen heute wahrhaftig die SPÖ zu dominieren. Und die Gewissenlosen. Die glauben, sozialdemokratisch zu reden und Bankerfreundlich zu handeln, ist das Beste, um an der Macht zu bleiben und selber „anständig“ zu profitieren.

Der „böse Geist“ Fischer, hat es bis heute nur geschafft, Politiker anderer Parteien zu kritisieren. Dadurch aber, dass er es nicht über seine Funktionärsseele brachte, auch die Politiker der heutigen SPÖ klar zu kritisieren, die Mist gebaut haben - blieben seine Worte kraftlos und schal.

Was ist aus der SPÖ von Norbert Leser geworden?

Außer den drei Buchstaben, nicht mehr viel.

Anstatt Taten - Worte.
Anstatt Ehrlichkeit - Inserate und dazupassende Journalisten.
Anstatt der Sorge um die kleinen Leute - Sorge um die eigene politische Zukunft.

Sie werden ihn kurz hochleben lassen, den Norbert Leser. Die heutigen Sozialdemokraten. Und dann versuchen ihn - und speziell seine Gedanken - der Vergessenheit anheim fallen zu lassen.

Denn vielleicht ist es einigen Sozialdemokraten, ganz heimlich, tief versteckt und schon ein wenig vergessen, dann doch peinlich. Tief im Herzen. Zu welchem selbstvergessenen, egoistischem Machtmonster sie selber, ihre eigene Partei gemacht haben.

REQUIESCAT IN PACE

Ab diesem Jahr

... so lautet wenigstens der gute Vorsatz  für 2015, wird es täglich nur mehr höchstens ein Posting pro Tag geben. Da ich ja auch was arbeiten muß (von der Bloggerei kann man nicht leben), und daher nicht beliebig viel Zeit beim Artikelschreiben verbringen kann, sehe ich mich gezwungen, meine Tätigkeit auf diesem Blog deutlich einzuschränken.


Deshalb ergeht nochmals die herzliche Einladung an Schreibinteressierte (und -begabte!), sich als (Gast-)Autoren zu melden. Die Grundausrichtung des Blogs (so vielschichtig sie auch ist!) sollte jedenfalls gewahrt bleiben — wer also glaubt, da »dazuzupassen«, ist herzlich willkommen.