Dienstag, 17. Februar 2015
Montag, 16. Februar 2015
Land of the free indeed.
Auf dem insgesamt lesenswerten Blog »LIBERTYBLITZKRIEG« findet sich ein ebenso lesenswerter Artikel über die Zunahme der Gefängnispopulation der USA seit 1880:
There are 2.3 million Americans in prison or jail. The U.S. has 5 percent of the world’s population but 25 percent of its prisoners. One in three black men can expect to spend time in prison. There are 2.7 million minors with an incarcerated parent. The imprisonment rate has grown by more than 400 percent since 1970.Recent research suggests that incarceration has lost its potency. A report released this week from the Brennan Center for Justice at the New York University School of Law finds that increased incarceration has had a very limited effect on crime over the past two and a half decades.– From today’s Five-Thrity-Eight article: The Imprisoner’s DilemmaThe sickening and absurd rate of incarceration in these United States has been a frequent topic of conversation here at Liberty Blitzkrieg over the years (links at the end). In our national insanity, the U.S. has only 5% of the worlds population, yet 25% of its prisoners. Many of these people have no business being locked in a cage to begin with, and are wasting their lives away for committing “victimless crimes,” i.e. for no good reason.
Und, nicht zu vergessen: da mischen weltweit in der Gefängnisinsassenstatistik durchaus Staaten mit, denen man geringe Zimperlichkeit im Einbuchten von allem, was nicht auf Linie liegt, attestieren kann, wie z.B. Rot-China oder die div. fundamentaleren Muselstaaten.
Es macht allerdings ganz den Eindruck, als wären die US-amerikanische Justiz und Polizei (und erst recht das dahinter stehende Weltbild von »Freiheit & Demokratie«, das sie weltweit propagieren) nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Genauer gesagt: ein Großteil dieses.
Heute vor 300 Jahren
... wurde Alessandro Scarlattis Oper »Il Tigrane o vero L'egual impegno d'amore e di fede« am Teatro San Bartolomeo in Neapel mit goßen Erfolg uraufgeführt:
Sonntag, 15. Februar 2015
Wohl für immer mit diesem Sänger
... der heute vor fünfzig Jahren starb, Nat King Cole, verbunden ist dieser unvergeßliche Ohrwurm:
... so wie auch dieser:
... oder dieser:
... und dieser:
... und dieser noch:
... und noch viele andere ...
Danke, Nat »King« Cole!
Vor siebzig Jahren
... sah es in Dresden nach dem Alliierten Bombenterror vom 13.-15. Februar auf die mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllte, und in militärstrategischer Hinsicht völlig unbedeutende Stadt so aus:
Winston Churchill wollte Flüchtlinge »grillen«, und sein getreuer Befehlsempfänger Bomber Harris grillte sie. Und all das verlogene Herunterrechnen der Opferzahlen, das in den letzten Jahren auch auf buntesrepublikanischer Seite betrieben wird, kommt noch immer auf schauerliche Mengen an Toten. Wobei die mit der Geschichtsklitterung befaßte »Historikerkommission« gleich ex cathedra verkündet: »... eine Mindestanzahl von 18.000 und eine Höchstzahl von 25.000 durch
Luftangriffe getötete Menschen. Diese Rahmendaten seien „endgültig“.«
Was soviel heißt wie: es ist zwar gelogen niedrig (»Nazis«, wie es ja sicher alle Dresdener waren, verdienen nichts besseres, als das Beschönigen von an ihnen begangenen Greueltaten), und wir werden jeden vor Gericht ziehen, der es wagt, unseren Befund anzuzweifeln.
So sieht hier und heute Zeitgeschichts»forschung« aus ...
Vor dreißig Jahren durfte der britische Militärhistoriker David Irving immerhin noch von »über hunderttausend Toten« sprechen (Bericht ab min. 3:00), und darauf verweisen, daß diese Zahl über der der Opfer der beiden Atombombenabwürfe der USA über Hiroshima und Nagasaki liegt. Mittlerweile gestattet die Rückgratlosigkeit unserer Politsatrapen und die PC-Diktatur unserer gleichgeschalteten Medien solche Äußerungen längst nicht mehr.
Gerhard Hauptmann, der eher zufällig Augenzeuge dieses alliierten Kriegsverbrechens geworden war, schrieb darüber die oft zitierten Worte:
Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens. Ich stehe am Ausgangstor des Lebens und beneide alle meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist.
Bei aller Achtung gegenüber dem Dichterfürsten der Zwischenkriegszeit: man muß ihm mittlerweile — leider! — widersprechen: denn unsere moralisch verrottete, speichelleckerisch unterwürfige Polit-Nomenklatura hat im Zug ihrer Karriere jegliches Weinen (außer wegen durch eine Wahlschlappe verlorener Pfründen!) verlernt hat, lernt es auch beim Gedenken an den Untergang Dresdens nicht, sondern mißbraucht noch den zig-tausendfachen Mord an Zivilpersonen zu einer geradezu ekelerregend würdelosen Andienung an alliierte Kriegspropaganda. diese Pfeifen verdienen es nicht anders, als daß sie die Geschichte, aus der sie nicht einmal den minimalen Anstand lernten, Opferzahlen nicht zu fälschen, wiederholen müssen. wobei zu befürchten steht, daß die hochdotierten Maulhelden, vom Bundesgauckler über IM Erika bis zur Kriegstreiber-Ursel, nie in die Verlegenheit kommen werden, eine geladene Waffe auf sich gerichtet zu sehen, sondern die Soldaten, die sie gewissenlos in einen fremden Krieg schicken.
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P.S.: ich wäre dem anonymen Troll, der sich bei derlei Artikeln neuerdings bemüßigt fühlt, irgendeinen antisemitischen Unsinn als »Kommentar« zu posten, sehr verbunden, dies andernorts zu tun. Hier ist nicht wirklich die geeignete Abraumfläche für solchen Wortmüll. Zur Abwechslung könnte er ja bspw. die Aufzeichnungen des — huch! Jude! — Philologen Victor Klemperer, der gleichfalls Augenzeuge des Bombardements von Dresden wurde, lesen. Dann könnte er nämlich erkennen, daß auch dieser — obwohl von den Nazis wegen seiner Abstammung verfolgt — davon zutiefst erschüttert war. Im Gegensatz zu heutigen Politruks, die das Gedenken an die Toten von Dresden für Tiraden »gegen Rechts« mißbrauchen. Und ebenso im Gegensatz zu anderen, die es bloß als griffiges Stichwort für antisemitische Worthülsen mißverstehen ...
Samstag, 14. Februar 2015
»Die Russen haben ihre Sprache zertrümmert«
... läßt »DiePresse« einen gewissen Peter Pomerantsev klagen – den sie uns mit folgenden Worten andient:
Aha, wie informativ. Und »DiePresse« gibt gleich dem Leser die Richtung vor, in der er zu denken hat:Peter Pomerantsev (*1977 in Kiew) kam mit neun Monaten nach London, nachdem seine Eltern aus der UdSSR emigriert waren. Er arbeitete ab 2006 für Moskauer TV-Sender, ehe er das Land nach der Niederschlagung der Proteste gegen Putin 2011/12 verließ. Das beschreibt er in seinem Buch „Nothing is True and Everything is Possible: The Surreal Heart of the New Russia“ (Public Affairs, New York, 2014, auf Deutsch demnächst bei DVA).
Peter Pomerantsev ging 2001 nach Moskau, um beim Aufbau der Demokratie mitzuhelfen. Nach Jahren in der TV-Industrie ist er desillusioniert: Russland sei heute jene Diktatur, vor der seine russischen Freunde ihn damals warnten.
Das erinnert LePenseur ein wenig an einen Spruch aus seiner Jugendzeit: »Wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben«. Naja, schon damals war der Spruch meist ein bisserl hochstaplerisch unterwegs, denn die »Warnung« lag meist bloß darin, daß man nicht Haschen sollte, oder mit jungen Mädels unbedacht Kinder anbauen ...
Im Gegensatz von Herrn Pomerantsev brauchte LePenseur keine Jahre in der TV-Industrie, sondern bloß den üblichen TV-Konsum, um zu erkennen, daß wir hierzulande jene Diktatur sind, vor der uns freilich (fast) keiner warnte: die Diktatur der Gummizelle der politisch gewünschten Einheitsmeinung, die jeden Verstoß mit einer Verstoßung aus der Diskurszulässigkeit ahndet: wer anders denkt, wird ausgegrenzt und mundtot gemacht. Wenn er dagegen opponiert, wird er beruflich und finanziell ruiniert, wenn das nicht hilft oder geht, hängt man ihm (sofern er den Herrschenden lästig genug wird) ein Gedankenverbrechen an, mit dem man ihn in den Knast oder in die Klapse — je nachdem — sperren kann. Doch meist hilft das Ruinieren und Ausgrenzen hinreichend, um den Fortbestand der Herrschaft unserer Politruks zu gewährleisten. »DiePresse« sieht das — ganz als Teil des Systems — natürlich anders, und meint daher mit fühlbarem Tremolo auf der Tastatur des Schreiberlings:
Auf einer der ersten Seiten seines Buches „Nothing is True and Everything is Possible“ beschreibt Peter Pomerantsev ein Treffen mit führenden russischen Fernseh-produzenten in Ostankino, dem riesigen Moskauer Medienzentrum, zu dem er im Jahr 2006 eingeladen wurde. „Wir alle wissen, dass es keine echte Politik geben wird“, sagte einer der prominentesten russischen Fernsehjournalisten, eingehüllt in eine Wolke aus Zigarettenrauch: „Wir müssen unseren Zusehern aber noch immer das Gefühl geben, dass etwas passiert. Sie müssen unterhalten werden. Womit also sollen wir spielen? Sollen wir Oligarchen angreifen? Wer ist diese Woche der Feind? Politik muss sich anfühlen wie . . . wie ein Spielfilm!“
Heute klingen solche Worte haarsträubend, aber damals wollte Pomerantsev, der in London aufgewachsene Sohn eines Kiewer Paares von Dissidenten, das 1978 aus der UdSSR emigrierte, noch nicht so recht daran glauben, dass der Kreml seine Kontrolle über den öffentlichen Diskurs in Russland derart verstärken würde.
Hahaha! Wollen die uns etwa weismachen, daß es in Österreich, in Europa, oder gar in den USA »echte Politik« gäbe? Daß dort etwa nicht Infotainment (bei dem das »Info-« nur mehr eine Alibirolle spielt!) gang und gäbe ist? Wessen Haar soll sich ob dieser Erkenntnis noch sträuben — etwa die noch nicht ausgerauften Haare des Konsumenten öffentlich-rechtlichen Indoktrinierungsfernsehens mit seinen als »Nachrichten« linkisch getarnten Propagandasendungen?!
Wollen die uns verarschen? Ach, herrje ... wie naiv, diese Frage auch nur zu stellen! Natürlich wollen sie uns verarschen — deshalb sind sie ja Journaillisten der Systempresse ...
Wenn man sämtliche Schöpfungen
Schreibt Michael Klonovsky. Und man kann wirklich nicht behaupten, daß er damit unrecht hätte ...... des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen.
Freitag, 13. Februar 2015
»Die BBC hat in einer Reportage dokumentiert ...
... dass das Massaker am Maidan nicht wie in der offiziellen Lesart behauptet von der Janukowitsch-Polizei allein ausgelöst worden ist. Mindestens ein Schütze stammte von der Opposition. Die Hintermänner sind unbekannt. Der Bericht nährt den Verdacht, dass einer der engsten Vertrauten des heutigen Premiers Arseni „Jaz“ Jazenjuk eine äußerst dubiose Rolle gespielt haben könnte. Jazenjuk war von den Amerikanern als Führungsfigur aufgebaut worden.«(Hier weiterlesen)
Aaaaalso ...: irgendwie sind wir jetzt traurig und ein Stück weit betroffen, daß sogar BBC jetzt in nicht hilfreichen Verschwörungstheorien macht!
Denn daß die Kämpfer Opfer am Maidan nur von den gewissenlosen Schergen des pöhsen Diktators Janokowitsch hinterrücks erschossen wurden — soweit nicht, wovon aber natürlich selbstmurmelnd auszugehen ist, der noch weitaus pöhsere Putin selbst Schergen ausgesandt hatte! —, das ist doch irgendwie state of the art in der Informationssimulation unserer Systempresse. Da kann doch nicht einfach ein Organ dieses Systems (noch dazu ein prominentes!) den anderen in den Rücken fallen, und was anderes schreiben! Insbesondere die BBC-Darstellung:
Anwälte der Opfer vom Maidan und Staatsanwälte berichteten der BBC, dass sie in ihrem Bemühen, die Wahrheit über die Schüsse auf dem Maidan zu erfahren, von den Gerichten abgeblockt worden seien. Einzig die Version, dass Polizisten von Janukowitsch für die Schüsse verantwortlich gewesen seien, sei offiziell akzeptiert worden.
... ist so einfach nicht hinnehmbar! Wo kämen wir hin, wenn Medien anfingen, durch das einfache Aussprechen der Wahrheit von Geheimdienstdesinformanten kunstvoll gebastelte Sanktionskonstrukte zerstörten und so den Ausbruch eines dringend benötigten Krieges, in dem man die Verantwortung für den Zusammenbruch des SchwindelgeldZentralbankystems dem pöhsen Putin in die Schuhe schieben könnte, verhinderten! Sowas ist doch einfach verantwortungslos!
Donnerstag, 12. Februar 2015
Aus gegebenem Anlaß
Beim Opernball
Sonett
Da watscheln sie die Treppe – lahme Enten –
Zum Ball hinauf im Frack und Abendkleide,
Die Ordenskreuze glänzen (und Geschmeide)
Um Faltenhälse unsrer Prominenten.
Die rot-weiß-roten Schärpen werfen Falten
An alten Wänsten, die – mit Ehrenzeichen
Behängt – bloß eitlen Faschingsprinzen gleichen,
Verbessernd nicht die traurigen Gestalten.
Schon haben Bundeshäuptling und Consorten
Zum Klang der Hymnen ihren Steiß gehoben.
Wer wollt’ da nicht die Debütanten loben,
Die sich zu Polonais’ und Walzer drehen!
Hier geht’s doch nur um eins: »Man wird gesehen« –
Denn echte Stimmung herrscht an andern Orten …
Sir John Retcliffe
![]() |
| Sir John Retcliffe |
»... .eigentlich Hermann Ottomar Friedrich Goedsche (* 12. Februar 1815 in Trachenberg, Schlesien; † 8. November 1878 in Bad Warm- brunn)«, wie uns Wikipedia informiert, wurde also heute vor zweihundert Jahren geboren.
Wenn sein Name überhaupt noch jemandem bekannt ist, dann vielleicht jenen, die als Jugendliche seinen Roman »Nena Sahib« in der verkürzten (und entschärften) Neuausgabe des Karl-May-Verlags verschlungen haben — denn abenteuerlich genug ist er ja auch in dieser Bearbeitung! Freilich opferte die Kürzung (von drei auf zwei Bände) ganz »zufällig« weite Teile der oft geharnischten Kritik Sir John Retcliffs an der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Aber die sind für abenteuerinteressierte junge Leseratten (der Rest spielt inzwischen ohnehin lieber mit der Fantasy-Spielkonsole der Saison) vermutlich nicht so interessant.
Mittlerweile sind aber auch diese, ad usum delphini kastrierten Neuausgaben weitgehend vergriffen. Was schade ist, denn dieser pseudonym hochstapelnde »Sir John« konnte etwas, das in der deutscher Romanzunft seltener ist, als man glauben mag: fesselnd schreiben! Sicherlich: was er uns in seinen vielbändigen Romanen (der originale »Nena Sahib« ist da mit seinen drei Bänden fast schon kurz geraten!) zumutet, stößt an die Grenzen heutiger Lesebereitschaft — »Sebastopol«, »Zehn Jahre!« (und wie sie alle heißen), sind meist vierbändig, sein größter Romanzyklus, »Biarritz« zählt sogar acht Bände, nicht mitgerechnet die weiteren fünf seiner Fortsetzung »Um die Weltherrschaft«, nach denen der Autor, erst 63-jährig und im Brotberuf wohlbestallter Direktor eines Militär-Kurbades, verstorben ist.
»Biarritz. Historisch-politischer Roman« (1868-76): der ominöse Name ist gefallen. Denn dieser Romanzyklus dürfte den wahren Grund für die fast völlige Vergessenheit des Autors, die man ohne große Übertreibung als damnatio memoriæ bezeichnen kann, enthalten: das Kapitel »Auf dem Judenkirchhof in Prag« — wie uns Wikipedia informiert
Und, Hand aufs Herz: wer auch nur einen der Romane Sir John Retcliffs in nicht-purifizierter Fassung gelesen hat, der wird zustimmen: literarisch sind sie wohl nicht schlechter als »1984«. Sicherlich: man spürt in ihnen den gewiegten Zeitungsschreiber aus der geschickt inszenierten Handlungsführung mit ihrem Spannungsaufbau und ihren verwirrenden Szenenwechseln — die Handlung im ersten Band von »Um die Weltherrschaft« springt um das Jahr 1860/61 etwa vom Berlin König Wilhelms I in die Wüstensteppen des Sudan, von dort ins päpstliche Rom unter der Bedrohung durch Garibaldi, sodann ins bäuerliche Westfalen, um schließlich im Berlin der Zeitungsredaktionen und politischen Agitatoren zu landen. Da diese Romane üblicherweise in bogenweiser Lieferung als Fortsetzungsroman (in »Kolportage«), und nicht als gebundene Bände erschienen, waren das die handelsüblichen Kniffe, um das Interesse der Leserschaft — ganz nach dem Motto heutigen Privat-TVs: »Bleiben Sie dran!« — bei der Stange zu halten.
Nein, Sir John Retcliffe hat uns keine hohe Literatur hinterlassen. War auch bei der »Kreuzzeitung« ein (später — viel später!) so berühmter Romancier wie Theodor Fontane sein Kollege: es hat auf unseren Autor keine literarisch veredelnden Vorwirkungen gezeitigt! Dennoch: wer einen »deutschen Dumas père« entdecken will, der wird an dem so englandkritischen vorgeblichen Sir John interessantes, und für die Denkungsweise seiner Zeit und seines Landes überaus aufschlußreiches »Lesefutter« finden. Aber, wie wir wissen: nicht nur die »haute cuisine« hat ihre Reize — wirklich gekonnt zubereitete Hausmannskost vermag oft den — auch anspruchsvollen — Gaumen nicht weniger zu erfreuen! Kulinarisch nicht anders, als literarisch …
P.S.: Der Roman »Sebastopol« ist hier online lesbar. Weitere Roman(teil)e finden sich beim Gutenberg-Projekt. Manches (mit viel Geduld und Glück) antiquarisch.
Wenn sein Name überhaupt noch jemandem bekannt ist, dann vielleicht jenen, die als Jugendliche seinen Roman »Nena Sahib« in der verkürzten (und entschärften) Neuausgabe des Karl-May-Verlags verschlungen haben — denn abenteuerlich genug ist er ja auch in dieser Bearbeitung! Freilich opferte die Kürzung (von drei auf zwei Bände) ganz »zufällig« weite Teile der oft geharnischten Kritik Sir John Retcliffs an der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Aber die sind für abenteuerinteressierte junge Leseratten (der Rest spielt inzwischen ohnehin lieber mit der Fantasy-Spielkonsole der Saison) vermutlich nicht so interessant.
Mittlerweile sind aber auch diese, ad usum delphini kastrierten Neuausgaben weitgehend vergriffen. Was schade ist, denn dieser pseudonym hochstapelnde »Sir John« konnte etwas, das in der deutscher Romanzunft seltener ist, als man glauben mag: fesselnd schreiben! Sicherlich: was er uns in seinen vielbändigen Romanen (der originale »Nena Sahib« ist da mit seinen drei Bänden fast schon kurz geraten!) zumutet, stößt an die Grenzen heutiger Lesebereitschaft — »Sebastopol«, »Zehn Jahre!« (und wie sie alle heißen), sind meist vierbändig, sein größter Romanzyklus, »Biarritz« zählt sogar acht Bände, nicht mitgerechnet die weiteren fünf seiner Fortsetzung »Um die Weltherrschaft«, nach denen der Autor, erst 63-jährig und im Brotberuf wohlbestallter Direktor eines Militär-Kurbades, verstorben ist.
»Biarritz. Historisch-politischer Roman« (1868-76): der ominöse Name ist gefallen. Denn dieser Romanzyklus dürfte den wahren Grund für die fast völlige Vergessenheit des Autors, die man ohne große Übertreibung als damnatio memoriæ bezeichnen kann, enthalten: das Kapitel »Auf dem Judenkirchhof in Prag« — wie uns Wikipedia informiert
… die wesentliche Quelle des späteren antisemitischen Pamphlets Die Protokolle der Weisen von Zion. Geschildert werden die Vertreter der Zwölf Stämme Israels bei einer ihrer jährlichen Zusammenkünfte auf dem jüdischen Friedhof in Prag. Sie berichten über die Fortschritte ihres langfristigen Plans, die Weltherrschaft zu errichten. Zu den Methoden, dieses Ziel zu erreichen, zählen der Erwerb von Grundbesitz, die Umwandlung von Handwerkern in Industriearbeiter, die Infiltration in hohe Staatsämter, die Beherrschung der Presse usw. Der Vorsitzende Levit drückt am Ende der Sitzung den Wunsch aus, in 100 Jahren die Könige der Welt zu sein. Diese Rede („Rede des Rabbiners“) wurde später häufig rezipiert und zu einem elementaren Bestandteil der Protokolle. In der Epoche des Dritten Reichs erschien das Juden-friedhof-Kapitel als eigenständiger Text in einer Vielzahl von verschiedenen Ausgaben.Huch, wie schrecklich! Aber das muß man sich ja irgendwie auf der Zunge zergehen lassen: da schreibt einer einen Roman, in dem eine Szene vorkommt, die dann, ohne die Quellenangabe zu zitieren und lange nach dem Tod dieses Autors, als angebliches Protokoll eines wirklichen Ereignisses veröffentlicht wird — und verfemt wird der Autor, und nicht etwa der Plagiator. Das ist ja geradezu so, wie wenn man Orwell verfemte dafür, daß mittlerweile unsere Welt der Geheimdienste fatal an seinen Roman »1984« erinnert …
Und, Hand aufs Herz: wer auch nur einen der Romane Sir John Retcliffs in nicht-purifizierter Fassung gelesen hat, der wird zustimmen: literarisch sind sie wohl nicht schlechter als »1984«. Sicherlich: man spürt in ihnen den gewiegten Zeitungsschreiber aus der geschickt inszenierten Handlungsführung mit ihrem Spannungsaufbau und ihren verwirrenden Szenenwechseln — die Handlung im ersten Band von »Um die Weltherrschaft« springt um das Jahr 1860/61 etwa vom Berlin König Wilhelms I in die Wüstensteppen des Sudan, von dort ins päpstliche Rom unter der Bedrohung durch Garibaldi, sodann ins bäuerliche Westfalen, um schließlich im Berlin der Zeitungsredaktionen und politischen Agitatoren zu landen. Da diese Romane üblicherweise in bogenweiser Lieferung als Fortsetzungsroman (in »Kolportage«), und nicht als gebundene Bände erschienen, waren das die handelsüblichen Kniffe, um das Interesse der Leserschaft — ganz nach dem Motto heutigen Privat-TVs: »Bleiben Sie dran!« — bei der Stange zu halten.
Nein, Sir John Retcliffe hat uns keine hohe Literatur hinterlassen. War auch bei der »Kreuzzeitung« ein (später — viel später!) so berühmter Romancier wie Theodor Fontane sein Kollege: es hat auf unseren Autor keine literarisch veredelnden Vorwirkungen gezeitigt! Dennoch: wer einen »deutschen Dumas père« entdecken will, der wird an dem so englandkritischen vorgeblichen Sir John interessantes, und für die Denkungsweise seiner Zeit und seines Landes überaus aufschlußreiches »Lesefutter« finden. Aber, wie wir wissen: nicht nur die »haute cuisine« hat ihre Reize — wirklich gekonnt zubereitete Hausmannskost vermag oft den — auch anspruchsvollen — Gaumen nicht weniger zu erfreuen! Kulinarisch nicht anders, als literarisch …
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P.S.: Der Roman »Sebastopol« ist hier online lesbar. Weitere Roman(teil)e finden sich beim Gutenberg-Projekt. Manches (mit viel Geduld und Glück) antiquarisch.
Mittwoch, 11. Februar 2015
Über die Desinformationsmedien
... die ja keineswegs auf die etablierten Printmedien und TV- bzw. Radiosender beschränkt sind, sondern auch im Internet ihr Unwesen treiben, hat Gabriele Wolff, deren Blog von LePenseur leider erst heute entdeckt wurde, einen zwar langen, doch desto lesenswerteren, faktenreich recherchierten Artikel verfaßt:
Ukraine-Intermezzo: wie Bellingcat arbeitet
Veröffentlicht am
Die Tendenz dieses Bellingcat-Artikels ist klar: die ostukrainische
Opposition gegen das gewaltsam ins Amt geputschte Kiewer antirussische
Regime ist illegal, auch wenn sie sich derselben Mittel bediente wie die
“Selbstverteidigungskräfte” des Maidan, nämlich der Besetzung von
Regierungsinstitutionen.
Und wenn ein Zivilist in Mariupol angeschossen wurde, so hat er Glück
gehabt, denn ansonsten wäre der betrunkene Mensch in ein gepanzertes
Fahrzeug der Regierung hineingelaufen und getötet worden. Bellingcat
versucht sich an einer Geschlichtsklitterung, was angesichts seiner
allgemeinen Vorgehensweise, nämlich der Bemächtigung unkritisch
rezipierter Social Media-Bilder, die nach Belieben auswertbar sind,
nicht allzu schwer fällt. Bilder lassen sich so und so auswerten. Sie
sind schlicht irrelevant ohne kritische Einbettung in einen Kontext.
Wenn man diese faktenreiche Entlarvung von Desinformation — man erkennt die staatsanwaltliche Tätigkeit der Autorin in früheren Jahren! — mit dem fast gleichzeitigen, völlig realitätsresistenten Transatlantiker-Gesülz eines Sascha Tamm auf Antibürokratieteam, wie schrecklich es doch sei, daß irgendwelche Leute nicht erkennen wollen, daß die NATO das Beste für die Menschheit seit der Erfindung von Kaugummi sei, und nur pöhse Diktatoren wie Putin dies nicht zu würdigen wüßten, vergleicht, dann fragt man sich unwillkürlich: in welchem Paralleluniversum lebt Herr Tamm?
Nun gut — als Libertärer liegt LePenseur die Meinungsfreiheit am Herzen, und so drückt er sogar einen Herrn Tamm an sein weites Herz und murmelt ein (ebenso gerne wie fälschlich Voltaire zugeschriebenes) Zitat: »Je déteste ce que vous écrivez, mais je donnerai ma vie pour que vous puissiez continuer à écrire ...«
Ein paar echte Schmankerln aus der alpinen Bananenrepublik
... präsentiert uns Andreas Unterberger:
Wird der Rechnungshof an die Leine genomen?Der Rechnungshof hat sich in den letzten Jahren zur weitaus wichtigsten und qualitativ besten Institution entwickelt, welche Fehler, Geldverschwendung, Faulheit, Korruption in Regierung, Verwaltung und Justiz schonungslos und auf hohem Niveau aufzeigt. Umso fassungsloser machen die durch Wien schwirrenden Informationen, dass sich die Koalition schon auf einen neuen Rechnungshof-Chef aus ihren eigenen Reihen geeinigt habe. Auf einen Sektionschef mit rotem Parteibuch. Bis diese Katastrophe realisiert wird, dürfen wir durch den Rechnungshof aber noch eine Zeitlang die staatlichen Sauereien erfahren. Wie etwa jetzt über den frühen Pensionsantritt im öffentlichen Dienst.Der Zorn über diesen Pensions-Skandal wird auch dadurch nicht gemildert, dass anderswo, insbesondere in der Gemeinde Wien, Bedienstete noch viel früher in Pension gehen als beim Bund. „Wohlverdienten Ruhestand“ nennen das die Profiteure da wie dort.Konkret hat der Rechnungshof herausgefunden: Im öffentlichen Dienst gehen nur drei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen in Alterspension!(Hier weiterlesen)
Um Unterbergers Frage zu beantworten: ja, der Rechnungshof wird von unseren SPÖVP-Politruks an die Leine genommen. Zu früheren Zeiten, als die große Koalition noch ihren Namen (wenigstens der Mandatzahl nach) verdiente, hatte man noch einen »Genierer«, und gab daher der Oppositionspartei FPÖ den Präsidentensitz dieses Kontrollorgans der öffentlichen Gebarung — Kandutsch und Broesigke (wie Wikipedia zu diesem so schön formuliert: »Als ein Vertreter der kleineren oppositionellen Partei wurde er aufgrund der damaligen politischen Usancen 1980 vom Nationalrat in die Kontrollfunktion des Rechnungshofpräsidenten gewählt«) waren erfolgreich bemüht, die Unabhängigkeit des Rechnungshofes zu wahren. Auch als der vorherige — seinerzeit von der ÖVP, also einer Regierungspartei, nominierte — Vizepräsident Fiedler dem letzeren als Präsident nachfolgte, konnte er in kurzer Zeit seine Unparteilichkeit völlig außer Frage stellen, und auch sein Nachfolger Moser (der wieder aus einer FPÖ-Parlamentsfunktion kam) führte dieses Tradition erfolgreich weiter.
Er soll also, wie es aussieht, durch einen Karriere-Beamten mit rotem Parteibuch abgelöst werden, damit die Regierung wieder Kontrolle über ihre Kontrollore bekommt. Alpine Bananenrepublik eben.
Dienstag, 10. Februar 2015
Die FAZkes brechen offenbar eine Lanze für Internet-Zensur
... indem sie Mathias Müller von Blumencron in einem larmoyanten Artikel beklagen lassen:
Der ungleiche Kampf um die DeutungshoheitAngela Merkel sprach als erste aus, was hinter den Kulissen der Münchner Sicherheitskonferenz Anlass zur Sorge war: Russland hat einen Vorsprung im Informationskrieg. Sicherheitspolitiker des Westens sind ratlos.Der Zweifel ist eine der Grundlagen der westlichen Gesellschaft. Während er in den düsteren Epochen des Mittelalters als Schwäche oder Sünde galt, ist er heute ein essentieller Bestandteil von Fortschritt und Demokratie. Konsequenterweise unterdrücken autokratische Regime die Zweifler, während offene Systeme sie hegen.Doch auf der Münchner Sicherheitskonferenz war am Wochenende zu beobachten, wie der Westen in Zweifel über den Zweifel geriet. Zumindest wenn er so weit geht, dass die Grundlagen einer freiheitlichen Wertegemeinschaft erschüttert werden. Mit Ratlosigkeit brachten die führenden Sicherheitspolitiker der westlichen Welt ein ums andere Mal ins Gespräch, wie rasch die russische Seite im Informationskrieg Geländegewinne erzielt, bevor ein richtiger Konflikt zwischen West und Ost überhaupt in Gang gekommen ist.„Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften“Angela Merkel brachte als erste vor, was hinter den Kulissen viele sorgt: Mehr als eine etwaige Aufrüstung der Ukraine beschäftige sie derzeit die hybride Kriegsführung Russlands. „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, mit Misinformation, Infiltrierung und Verunsicherung“, sagte die Kanzlerin. Sie sei zutiefst besorgt über die „Verunsicherbarkeit unserer Gesellschaften.“
Nun, die mangelhafte »Hege« der Zweifler (indem z.B. die FAZkes, nachdem ihnen die Reaktionen ihrer Leser um die Ohren geknallt waren, daß es schepperte, die Kommentarfunktion abdrehten) scheint darauf hinzuweisen, daß der Westen mehr und mehr von einem »offenen System« zu einem »autokratischen Regime« mutiert. Das ist für den aufmerksamen Beobachter nicht wirklich eine Neuigkeit — aber es belustigt, wenn ein prominenter Mitspieler in der Liga der Lügenpresse es (wohl unbeabsichtigt) selbst zugibt. Des edlen Müllers von Blumencron pathetisches Geschwurbel der Sorte:
Es ist ein Psycho-Krieg, der mit teuflischem Geschick auf das Herz der offenen Gesellschaft zielt, das Suchen nach gemeinsamer Wahrheit und Gewissheit.
... enthüllte nur auf peinliche Art, daß unseren Berufslügnern von der Transatlantik-Brücke (und ähnlichen CIA-Vorfeldorganisationen) ihre Desinformations-Felle davonschwimmen, und sie als Kaiser (bzw. Müller) ohne Kleider recht fröstelnd nackt im Regen stehen. Da hilft es auch nicht, beschwörend den Zeigenfinger zu erheben:
„Wir müssen das zerstörerische Narrativ“ der Gegner entlarven, entfuhr es der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Und der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves warnt: „Wenn wir das Konzept der empirischen Wahrheit aufgeben, dann sind wir zurück im Mittelalter.“
... wenn die Leser dem noch weitaus zerstörerischeren »Narrativ« von Washingtons Gnaden den Mittelfinger zeigen, indem sie bspw. folgendermaßen kommentieren:
Josef Pasch
Verzweifelte Deutungsversuche!
Putin und seine Mannschaft sind beileibe keine Wahrheitsfanatiker. Tatsache ist aber, dass sie mit ihren Beschreibungen der Krise weit näher an der Wahrheit liegen, als Obama, Merkel, Stoltenberg. Hier liegt das Dilemma des Westens. Seine Politiker sind unglaubwürdig, weil man weiß, sie lügen wie gedruckt und ihre Äußerungen sind meist bloße Propaganda. Außerdem, wenn Putin uns belügt, was soll's. Aber Frau Merkel? Obama? Das nehmen wir den Saubermenschen echt krumm. Kein Euro-Bürger der bei Trost ist will Krieg. Alle wissen, dass er durch Verhandlungen verhindert werden kann. Wer dann Sanktionen loslässt, ist nicht glaubwürdig. Er hilft nur den USA, europäische Märkte in Russland zu übernehmen. Es gibt für uns keine Alternative zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit Europas mit Russland. Europas Politiker sollten den USA und der Nato schleunigst Einhalt gebieten bei ihren Kriegstreibereien. Sonst wird irgendwann auf uns geschossen. Nicht auf die USA.
oder
Duncan Reign
Nicht umsonst bedauert der Artikel die Niederlage der USA im Kampf um "Deutungshoheit" statt im
Kampf um Wahrheit, denn der um Deutungshoheit setzt Macht, Gewalt und Kontrolle, der um Wahrheit jedoch lediglich Redlichkeit voraus. Durch Geheimdienste und gleichgeschaltete Massenmedien werden Falschinformationen und emotional aufgeladene Lügen in der ganzen Welt verbreitet, mit denen Krieg zur Wahrung von Demokratie und Menschenrechten gerechtfertigt werden soll. Der USA ging es nicht um Redlichkeit als 1898 der Span.-Amerik.-Krieg mit der “Explosions-Lüge” (ein US-Kriegsschiff wurde im Hafen von Havanna von INNEN gesprengt) begann. Bei Pearl Harbour zweifele ich zumindest. Die "Brutkasten-Lüge" 1990 (Iraker killen kuwaitische Babys behauptete eine "Hilfskrankenschwester", die sich später als Tochter des kuwaitischen Botschafters entpuppte), die “Massenvernichtungswaffen-Lüge” Irakkrieg 2003 und die aktuelle "Maidan-Lüge" (demokrat. Revolution statt gesteuertem Putsch von außen (=USA)) sind jedem politisch Informiertem bekannt. Es gibt ein Glaubwürdigkeitsdefizit. Ein massives.
Und dieses Glaubwürdigkeitsproblem durch die Abschaltung der Kommentarfunktion in den Griff bekommen zu wollen, enthüllt erst recht die Kläglichkeit, mit der die ertappten Lügner nun gegen die greinen und schmollen, die sich nicht länger verarschen lassen wollen. Immer mehr Leute wachen auf, wie Kommentarposter Volker Weingaertner schreibt:
Verlust der Deutungshoheit oder schlicht Verdrossenheit?Ich glaube kaum, daß sich der deutsche Durchschnitts-Nachrichtenkonsument implizit mit den Aussagen russischer Meinungsmacher oder gezielten Desinformations-Kampagnen der russischen Medien auseinandersetzt. Ebenso wenig mit dem Schicksal des ukrainischen Staates. Sehr wohl aber setzt er sich mittlerweile mit seiner eigenen Politikergilde auseinander. Er findet schrittweise heraus, daß die noch vor wenigen Jahrzehnten als unangreifbare Götter geltenden von Lambsdorffs, Genschers oder Zimmermanns sich in Gabriels, Nahles oder de Maizieres verwandelt haben. Und nun bekommt er - verständlicherweise ob dieser Erkenntnis - Oberwasser. Er rebelliert, stellt in Frage, schränkt ein. Wunderbares Zeichen für die Entwicklung unserer Demokratie. Schlechtes Zeichen für die gemütliche Berufspolitiker-Kuschelecke.
Willkommen in der Realität, liebe Politruks (und journaillistische Handlanger dieser Volksverräter)! Ihr bekommt, was ihr verdient: unser aller Verachtung!
Wie heißt es doch so treffend?
»Ab vierzig ist jedermann für sein Gesicht selbst verantwortlich«
Na, und vierzig sind diese beiden Gfrieser*) ja schon locker ...
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P.S.: Kollege Bellfrell unterlegt diesem Bild einen passenden Text.
*) für Piefkes: ein »Gfries« ist wörtlich (abwertend): ein unschönes Gesicht, eine Fratze. Meist aber im übertragenen Sinn, so etwa für »ein hinterhältiger Mensch«, »ein Charakterschwein« benutzt.
Montag, 9. Februar 2015
»Demonstrationsfreiheit nur für gewünschte politische Ziele: Das konnte Erich Honecker auch schon!«
Mit diesen prägnanten Worten umschreibt der »Papsttreue« den mehr als deplorablen Eindruck, den das Verbot der Pegida-Demonstration vor drei Wochen und das Verbot der heutigen Legida-Demonstration durch den Leiziger Oberbürgermeister notwendigerweise machen. Der »Papsttreue« kommt jedenfalls zum Schluß:
Wie man es auch wendet, man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier zu riechen, dass etwas faul ist im Staate Sachsen, der letztlich wohl auch nur ein Beispiel ist für den Zustand der Bundesrepublik!
In der Tat — der Faulgeruch, den Muttis (IM Erikas?) Buntesrepublik anno 2015 verströmt, ist mehr als penetrant!
Sonntag, 8. Februar 2015
Drehen unsere Wetterfahnen auf »Krieg«?
Es ist zwar kein »runder« Gedenktag« — aber am 8. Februar 1807, also exakt heute vor 208 Jahren, endete Napoleons Schlacht bei Preußisch Eylau ohne Sieger, aber mit 45.000 Toten innerhalb eines Tages. Schokobama und seine Pudel Cameron, Mutti, Tusk (und wie sie alle heißen) sollten sich einmal dieses Bild des Historienmalers Antoine-Jean Gros ansehen:
Sollte das nicht reichen, dürfen Sie auch nach Dresden fahren, und der dort vor siebzig Jahren beim Bombardement Getöteten gedenken. Und sich dann überlegen, ob die hurra-begeisterte Unterstützung von US-Allmachtsträumen haßzerfressener Pentagon-Falken solche Opfer in der Ukraine wert sind ...
Samstag, 7. Februar 2015
Auch Kassandra hat man nicht geglaubt, bis ...
Nun, Marc Friedrich wird's nicht viel anders gehen. Ein paar Leute mit Hirn werden seine Argumente zu würdigen wissen, der Rest wird sie verdrängen oder wider besseres Wissen dreist leugnen.
Der Aufprall wird hart werden, und viele werden ihn nicht überleben ...
Heute vor achtzig Jahren
... also am 7. Februar 1935, endete die große »Chinesisch-schwedische Expedition« (»The Sino-Swedish Scientific Expedition to the North-Western Provinces of China«), also jene große internationale Forschungsexpedition unter der Leitung von Sven von Hedin, die in den Jahren von 1927 bis 1935 die »meteorologischen, topographischen und prähistorischen Gegebenheiten in der Mongolei, der Wüste Gobi und Xinjiang untersuchte« (Wikipedia).
Die Darstellung dieser Expedition in Wikipedia ist faszinierend zu lesen und verdient ihre Einstufung als »lesenswerter Artikel«!
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