von kennerderlage
Vera Lengsfeld, die als DDR-Bewohnerin und -dissidentin seinerzeit die "Demokratie" der DDR genau genug kennenlernen konnte, meint ganz zurecht:
Nein, ich war nicht überrascht, dass es nach der Wahl weiter geht, wie vor der Wahl. Das hatte ich vorausgesagt. Aber mit welcher offensichtlichen Wählerverachtung das geschieht, ist doch frappierend. Friedrich Merz, der noch vor wenigen Wochen verkündet hatte, dass er am Tag 1 seiner Kanzlerschaft die unkontrollierte Einwanderung stoppen würde, ließ nach der Wahl wissen, dass niemand die Absicht hätte, die Grenzen zu schließen.
So viel Verachtung des "Wahlvolkes" (das in Merz' Betrachtung wohl nur aus "deplorables" besteht, die man getrost ignorieren kann) ist bemerkenswert enttarnend. Ein Merz als Ulbricht 2.0 – ein Gedanke, an den man sich vertraut machen sollte ... nur eben, dass der eine die Marionette der KPdSU war und der andere eine der East-Coast-Banditen ist.
Welch toller Unterschied! Sollen wir uns jetzt freuen?
7 Kommentare:
Frau Lengsfeld lügt (leider nicht zum ersten Mal). Friedrich Merz hat nie und nirgendwo gesagt. dass niemand die Absicht habe, die Grenzen zu schließen. Wenn man so was in die Welt rausposaunt, dann bitte mit hieb- und stichfestem Zitatnachweis.
"Sollen wir uns jetzt freuen?"
Aber ja.
Je schneller der Zug jetzt fährt, um so früher erreicht er die Endstation.
Die Ideen des März beschränken seine maximalen beruflichen Chancen auf eine Vize-Kanzlerschaft.
Der baldige Abgang der deutschen Wendehälse und Männinen aber ist Politkersterben von seiner schönsten Seite.
Also, gaudeamus igitur, werter Kenner der Lage.
Äußerung von Merz vom 24. Februar, dem Tag nach der Wahlsonntag: „Niemand von uns spricht über Grenzschließungen. Niemand. Obwohl das im Wahlkampf streckenweise behauptet worden ist. Niemand von uns will die Grenzen schließen.“
Das sagte Merz auf einer Pressekonferenz in der CDU-Zentrale.
Hingegen hat er fast auf den Tag einen Monat zuvor, am 25. Januar, unter dem Eindruck von Aschaffenburg in einem Videoauftritt auf dem Kurznachrichtendienst X erklärt: „Das Maß ist endgültig voll. Wir stehen vor dem Scherbenhaufen einer seit zehn Jahren fehlgeleiteten Asyl- und Einwanderungspolitik.“ Und weiter: „Sollte ich zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt werden, dann werde ich am ersten Tag meiner Amtszeit das Bundesinnenministerium anweisen, die deutschen Staatsgrenzen zu allen unseren Nachbarstaaten dauerhaft zu kontrollieren und ausnahmslos alle Versuche der illegalen Einreise zurückzuweisen.“
In Österreich wird ab heute die giftige Pille für alle eingesetzt - wie lange das Land diese Toxizität überleben wird?
mfG
Tanit
In dem Zitat vom 25. Januar hat Merz mit keinem Wort davon gesprochen, die Grenzen zu schließen. Sondern davon, wovon er immer sprach: Illegale zurückzuweisen. Nicht weniger, nicht mehr.
Grenzschließungen sind das, was wir im ersten Corona-Lockdown erlebt haben. Da waren Sandokan & Co. die größten Kritiker der Grenzschließungen... :-)
Nun, einen wesentlichen Unterschied gibt es zwischen Merz und Ulbricht:
Merz hat wirklich keine Absicht, eine Mauer zu errichten. Zumindest nicht an den Außengrenzen.
Dass damit eine Grenzschließung für illegale Migranten und Asylwerber ohne Asylanspruch gemeint war (no na), geht für jeden auch bloß halbwegs intelligenten und ehrlichen Menschen implizit hervor.
Aber das sind Sie natürlich nicht - als offensichtlich moralisch abgesandelter Heuchler und Ideologe.
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