Mittwoch, 9. November 2016

"Mauerfall in den USA"


Höchst lesenswerte Analyse von Vera Lengsfeld:

09.11.2016
Es kam, wie Michael Moore in seinem Film „Trumpland“ es vorausgesagt hat: „Trump’s election is going to be the biggest f— you ever recorded in human history and it will feel good.“

 
Dem politischen Establishment, das sich immer mehr als eine nach Weltherrschaft strebende Kaste sah, wurde, um es mit Moore zu sagen, der Stinkefinger gezeigt. Zivilisierter ausgedrückt: Dem internationalen Politiker-Netzwerk, das sich bis heute zu fest im Sattel sitzen sah, als dass es einen solchen Wahlausgang für möglich halten konnte, ist gezeigt worden, dass die Demokratie noch funktioniert. Wohl kein Präsidentschaftskandidat, nicht einmal Ronald Reagan, hat gegen eine solche Antipropaganda und falsche Umfragen die Schlacht gewonnen.

Die Überraschung des Politestablishments ist nur zu vergleichen mit der Überraschung der kommunistischen Nomenklatura, als sie 1989/90 hinweggefegt wurde.

(Hier weiterlesen)

Chapeau! Touché!

"You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time."

Killary hat es in der vergangenen Nacht (auf die für sie eher bittere Weise) gelernt. Trump steht dieser Lernprozeß möglicherweise*) noch bevor. Hoffen wir für ihn und uns, daß er es schnell und effizient lernt.







*) denn er wird von den meisten schlicht und einfach unterschätzt: ostentativ gezeigte Rüpelhaftigkeit läßt nicht notwendig auf Mangel an Weisheit rückschließen!

Dienstag, 8. November 2016

EU hält an Beitrittverhandlungen mit Türkei fest

Brüssel sieht die Entwicklungen in der Türkei "äußerst besorgnis-erregend", will aber den politischen Dialog fortführen. Berlin bietet Oppositionellen Asyl an.
Schreibt DiePresse (von APA/Reuters ab. Wie gewohnt).

Aha. Warum wird eigentlich nicht über einen EU-Beitritt des Iran, des IS-Kalifats oder Nordkoreas verhandelt? Geht dann doch gleich in einem Aufwaschen!

Difficile est saturam non scribere
...

Acta diurna: lesen!

Immer lesenswert, doch heute ganz besonders:
Morgen entscheidet sich – wer weiß? – vielleicht nichts, vielleicht das Schicksal der Welt? Dass eine Robin-Hood- oder Rienzi-Figur wie Donald Trump überhaupt so weit steigen konnte, versöhnt mich mit den USA. Die gesammelte moralische Minder-wertigkeit Amerikas, ja des Planeten hasst Trump: die Ganoven der Wall Street ebenso wie die globalistischen Spitzbuben vom Schlage eines Soros, die Nivellierungsbarbaren in ihren Bürotürmen und NGOs, die kriegsgeilen Neocons, die feministische und die Migrationslobby, die meisten Charaktersimulanten und Leinwandkasper aus Holly- wood, die neidzerfressenen sogenannten Linksintellektuellen und natürlich die Press-strolche, die smarten opportunistischen Faktenverdreher aus den klebrigen Medien-kanälen. Egal indes, wer morgen triumphiert ...
Chapeau! Touché!

Der Namensgeber eines heißen Cocktails

... ist heute vor dreißig Jahren im Alter von 96-Jahren gestorben.

Montag, 7. November 2016

»Zerschmettert die Chinesen«

Keine beruhigenden Entwicklungen berichtet die NZZ aus Indonesien, welches inzwischen das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt ist:
Für Stunden sah es wieder so aus, als wäre Indonesien vom Schatten seiner hässlichen Vergangenheit, der Anfeindung und Verfolgung chinesisch-christlicher Mitbürger, eingeholt worden. Mehr als 50 000 Muslime haben sich nach dem Freitagsgebet in Jakarta versammelt, um die Absetzung des seit 2014 amtierenden Gouverneurs, Basuki Tjahaja Purnama, zu erzwingen. Er ist christlichen Glaubens und entstammt einer chinesischen Familie.
Unter den Demonstranten befanden sich angeblich auch Syrien-Heimkehrer, die in der traditionell gemässigten südostasiatischen Nation ein Kalifat errichten wollen. Auf Postern forderten sie, «Zerschmettert die Chinesen» und «Klagt Ahok an». Ahok, wie der Gouverneur der Zwölf-Millionen-Stadt von Anhängern genannt wird, warfen sie vor, den Koran beleidigt zu haben.
 Bis auf die etwas schönfärberische Darstellung, daß der Islam in Indonsien traditionell gemässigt sei (wie gemäßigt, das sieht man ja an skandalösen Scharia-Ureilen in der Provinz Aceh!) ist der Artikel recht objektiv recherchiert, und läßt erkennen, daß sich die islamische Pest inzwischen längst zur (fast) weltweiten Epidemie ausgewachsen hat. Wie die Erfahrungen mit früheren Pestepidemien zeigt, ist der beste Weg in den Untergang, alle Türen aufzumachen und jeden reinzulassen, der da kommen will.

Halb Europa wurde durch den Büßertourismus der Geißler (die genau das verbreiteten, was sie durch Gebet und Kasteiung bekämpfen wolten: die Pest) infiziert und ausgerottet. Wir sind drauf und dran, dieses Großexperiment mit der Duldung, ja Förderung des Migrationstourismus zu wiederholen.

The Very Rev. McMillan hatte heute vormittag schon recht mit seiner pessimistischen Einschätzung des Fortschritts der Menschheit ...




Sehen Sie die Landschaft?



Dann sind Sie entweder
  • über 80, oder
  • andersrum, oder
  • sittlich vollkommen gefestigt, um nicht zu sagen: abgetötet ...
Ich nicht.


--------------


P.S.: Sie wollen mehr davon? Verstehe ich! Die Welt ist derzeit grau(envoll) genug, daß man sich gern ein wenig ablenken möchte ... also: hier, oder hier, dann hier, und hier, und schließlich noch hier werden Sie geholfen. Enjoy!

Schließlich muß ich ja dem epitheton ornans "Erotik-Blogger", das mir jüngst wieder in einem Posting auf dem Kreuzknappen-Blog verliehen wurde, gerecht zu werden versuchen ...

Sonntag, 6. November 2016

"Die CSU will Mitte-rechts sein"

... titelt DiePresse über den jüngsten CSU-Parteitag.

Ja, ja! Und der Drehhofer will, daß wir allesamt so deppert sein sollen, ihm das auch zu glauben ...

Wort zum Sonntag: The Very Rev. William McMillan



  Be Who You Really Are


The Very Rev. William McMillan ist Pastor in der Non Subscibing Presbyterian Church in Ulster. Sein harter nordirischer Akzent ist
etwas gewöhnungsbedürftig, doch was er sagt, ist wert, gehört zu
werden ...

Samstag, 5. November 2016

Der "Kreuzknappe" ist (wieder einmal) bestürzt

... und bringt daher in erkennbarer Aufwühlung folgende Meldung:

Italienischer Dominikaner bezeichnet Erdbeben als Strafe Gottes - der Vatikan reagiert prompt!

Sooo geht das nicht! 
Im Vatikan ist man sauer auf einen Dominikaner-Pater, der bei "Radio Maria" erklärt hatte, letztlich seien die Erdbeben in Italien eine Strafe Gottes, angesichts der recht-
lichen Einführung homosexueller Lebens-
partnerschaften.
Ein starkes Stück - das fand auch der Vatikan, der prompt und unmissverständlich reagierte, wie man nachlesen kann ---> HIER !
"Radio Maria" hat sich für den Mitarbeiter entschuldigt und ihn vom Dienst suspendiert, berichten italienische Medien ---> HIER und HIER !


Offenbar mußte der Vatikan blitzartig nach der Pfeife der Hinterlader-Lobbies tanzen, denn andere Prediger haben schon ganz anderen Nonsense verzapft, sind aber ganz ungeschoren davongekommen. Die Vermutung, daß genug hohe Tiere im Vatikan diesbezüglich "Dreck am Stecken" (welch pikantes Wortspiel!) haben dürften, sodaß sie deshalb jederzeit erpreßbar sind, liegt nahe.

Nun, um irgendwelche homophile und/oder gutmenschliche Schwachköpfe von wütenden Protest-Postings abzuhalten (die ich, außer sie wären wirklich witzig zu lesen, ohnedies nicht freischalten würde, sparen Sie sich also die Mühe. Sachliche, auch kontroversielle Diskussionsbeiträge werden hingegen gerne gebracht, aber vermutlich erst am Montag, denn morgen will ich nur einen kurzen Link fürs "Wort am Sonntag" reinstellen, und mich nicht mit Kommentarpostings rumärgern. Es gibt ein Leben jenseits des Blogs ...):

1. denke ich nicht, daß Erdbeben jemals wegen der Einführung homosexueller Lebenspartnerschaften stattfanden bzw. -finden. Denn da hätten das antike Griechenland oder San Francisco längst im Meer versinken müssen, und müßte z.B. das ach-so-rechtgeleitet-muselmanische Afghanistan mit seinen Knabenspielchen längst in Schutt und Asche liegen; tut es aber nicht. Und die Tatsache, daß beim großen Erdbeben von Lissabon einzig das Hurenviertel der Stadt nahezu unbeschädigt blieb, läßt vermuten, daß Gott Naturkatastrophen nicht nach moralischen Minuspunkt-Listen extra anordnet, sondern diese nach geologisch-tektonischen Kriterien mehr oder weniger wahrscheinlich sind. Und in einer Auffaltungszone wie Italien eben mehr ...

2. halte ich die Einführung homosexueller "Lebenspartnerschaften" für etwa so wichtig, wie die Erfindung vollautomatischer Cola-Dosen-Öffnungsmaschinen: es geht ebensogut ohne! Wer seinen Partner zum Erben einsetzen will, kann das ebensogut ohne diese Erfindung, wer ihm eine Vorsorge-Vollmacht für den Ernstfall eines Wachkomas u. dergl. ausstellen will, kann das bei jedem Notar usw. ... hiefür jetzt ein Ehe-Imitat mit Ringwechsel, gehauchtem "'Ja" und vorkonfektionierter Ansprache eines Standesbeamten aus dem Hut zu zaubern, ist einfach lächerlich! Und bestimmte Eheprivilegien, die ihre Rechtfertigung (wenn überhaupt!) ausschließlich aus dem Interesse der Gesellschaft an stabilen, funktionierenden Familien und der Sicherung eines für den Fortbestand notwendigen Nachwuchses ziehen, für Pläsiergemeinschaften gleichgeschlechtlicher Partner, die sich halt inniglich mögen, zu mißbrauchen, nur damit die "sich nicht diskriminiert" fühlen, halte ich für unsere Gesellschaft etwa so nötig wie einen Nagel ins Knie.

3. die Rückgratlosigkeit der päpstlichen Kurie gegenüber jeder zeitgeistigen Anfeindung ist freilich besorgniserregend. Der Fels Petri verkommt schön langsam zum Rollschotter, der sich jeder Lage bereitwillig anpaßt. Das heißt nicht, daß jeder Papst so sturschädelig sein muß wie ein Pius IX oder X. Nein, Diplomatie (man denke etwa an Leo XIII oder Pius XII) ist schon eine feine Sache! Aber auch der Diplomat sollte verbindliche Formen mit festem Standpunkt verbinden, sonst ist er nur ein Schilfrohr im Winde, und was mit solchem geschieht, kann man in der Bibel nachlesen (auch wenn man diese, wie ich, nicht als geoffenbarte Wahrheit ansieht, aber als Kompendium großer Weisheit ist sie durchaus von bedeutendem Wert, trotz einiger Dummheiten, die drinnenstehen) ...

4. Den Sender "Radio Maria" kannte ich bisher nur dem Namen nach; viel dürfte mir offenbar nicht entgangen sein, denn nach seiner völlig charakterlosen Einknick-Aktion vor der Schwulen-Lobby wird mein Bedürfnis, ihn kennenlernen, mehr als überschaubar bleiben. Sich wegen der in irgendwelchen Kreisen unwillkommenen Meinung eines Dominikaner-Paters "zu entschuldigen" und dann besagten "Schuldigen" dann in die Wüste zu schicken, ist derart letztklassig, daß ich Kirchenaustritte nach solchen Aktionen durchaus verständlich fände. Denn wozu braucht man einen weltanschaulichen Verein, wenn der sofort in jede Hose macht, die ihm der Zeitgeist hinhält ...

5. solange uns irgendwelche Schwuchtel-Propagandisten mit ihren Thesen à la "Homosexualität ist eine angeborene Veranlagung" unsanktioniert die Ohren vollschwatzen dürfen (obwohl das für jeden, der die Regeln der Fortpflanzung und der Vererbungslehre auch nur rudimentär begriffen hat, ein klar erkennbarer Blödsinn ist!), darf auch ein Dominikaner-Pater sich auf dem Gebiet der Erdbebenkunde lächerlich machen, ohne dafür eine Menschenjagd riskieren zu müssen. Und schließlich

6. (bloß pro domo gesprochen) steigt mein Frustpegel über diese Kirche inzwischen auf Höhen, daß ich mir wirklich überlege, ob ich das alles noch weiterhin mit meinem Kirchenbeitrag unterstützen soll. Bislang hielten mich Pietäts-Erwägungen (und eine mir eigene gewisse Hartnäckigkeit, die Flinte vorschnell ins Korn zu werfen) davon ab, beim zuständigen Magistratischen Bezirksamt den Austritt aus der staatlichen Religionsgemeinschaft zu erklären. Mein Pfarrer ist außerdem ein feiner, alter Herr, mit dem ich bei gelegentlichen Begegnungen gern ein paar nette Worte wechsle. Aber, wie gesagt: der Frustpegel steigt, und irgendwann ist halt die Hochwasserlinie überschritten ...

----------

P.S.: DiePresse schreibt (von APA ab, aber das sind wir ja gewöhnt) in gleichfalls tiefer Bestürzung:

"Erdbeben ist Strafe Gottes": Priester sorgt in Italien für Eklat

Jo mei, als ob Italien mit seinem demnächst zu erwartenden Bankencrash, seiner stagnierenden Wirtschaft, seiner hirnlos "humanitären" Einwanderungspolitik, dem schwelenden Nord-Süd-Konflikt im eigenen Land, der politischen Pattstellung, die die Politik längst unregierbar machte nicht andere Sorgen hätte, als sich wegen einer Radiosendung eines alten Paters zu echauffieren ...  

Und unser Papa Buonasera (samt kurialer Entourage) hätte in der Katholischen Kirche fürwahr auch andere Probleme zu schultern, als bei einem Zeitgeistthema auf Anpfiff der Schwulenlobby begeistert den Blockwart zu spielen. Nun, jeder wie er kann und wie er glaubt.

 

Wenn Mathematiker über Geld nachdenken ....

... dann kommt oft etwas weitaus Gescheiteres dabei heraus, als wenn Nationalökonomen über mathematische Modelle nachdenken. So z.B. bei Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner:

„Geld ist gedruckte Freiheit“: Besser kann man Bares kaum definieren

In einem Staatswesen ohne Bargeld gäbe es die totale Kontrolle durch die Obrigkeit und statt freier Bürger nur ständig überwachte und gemaßregelte Untertanen.
 (Die Presse

The Curse of Cash, der Fluch des Geldes, so betitelt der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds und jetzige Harvardprofessor Kenneth Rogoff sein Ende September herausgegebenes Buch, worin er wortreich für die Abschaffung von Bargeld plädiert. Rogoff geht bereits seit Längerem mit dieser Idee schwanger. Seine Überlegungen sollen bereits dazu geführt haben, dass die EZB die 500-Euro-Scheine abschaffen wird und in Deutschland eine Grenze von 5000 Euro für Barzahlungen diskutiert wird.

Sigismond Stojowski

(Zygmunt Stojowski; * 27. Märzjul./ 8. April 1870greg. in Strzelce bei Kielce; andere mögliche Geburtsdaten sind der 2. oder 14. Mai der Jahre 1863, 1869, 1871 oder 1876; † 5. November 1946 in New York) war ein polnischer Pianist und Komponist.
... vermerkt, ein wenig verwirrend, Wikipedia über diesen, heute ziemlich in Vergessenheit geratenen polnischen Pianisten und Komponisten, der die meiste Zeit seines Lebens in den U.S.A. lebte und dort eine bedeutende Rolle im Musikleben New Yorks spielte. Ihm wollen wir aus Anlaß der siebzigsten Wiederkehr seines Todestages — wenigstens dieser dürfte feststehen — mit seiner höchst poetisch-melancholischen Symphonie d-moll, op. 21 (1897) gedenken:



Freitag, 4. November 2016

Ziegen als Gärtnerinnen

... sind als Analogon zum sprichwörtlichen Bock als Gärtner in Zeiten der Generideologie und der Quotzen einfach unvermeidlich! Blogger-Kollege Bellfrell weiß nun von einem besonders mißtönend meckernden Exemplar zu berichten:
So geschehen in Deutschland, bei der SPD und hier in Gestalt von Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung.

Die Gute macht sich nun Sorgen um jene Mädchen, die als importierte Kinderehefrauen nach Deutschland geholt werden, bzw. eingewandert sind und meint allen Ernstes:
Chapeau! Touché!

Nichts davon in neu, aber nur selten wird es so präzise auf den Punkt gebracht!

Michael Klonovsky in seinen Acta diurna vom 2. November 2016:

Gelegentlich bekam ich in den vergangenen Wochen die offenbar nicht als Kompliment gemeinten Worte zu hören, ich hätte kein Herz für die Flüchtlinge, verstünde ihre Not nicht etc. Dass sie die Guten, die Humanen, die Wohlgesinnten seien, ist nicht nur das Mantra unserer Willkommenskultur-funktionäre und -nutznießer, sondern auch vieler tatsächlich hilfsbereiter Zeitgenossen. Vielleicht ist es sinnvoll, dass ich mich dazu erkläre und ein paar Differenzierungen vornehme.

Zunächst: Ich empfinde Mitleid mit tatsächlichen Flüchtlingen und bin durchaus der Ansicht, dass – auch – der deutsche Staat ihnen Hilfe gewähren sollte. Aber wer ist ein echter Flüchtling und wer nicht?

Die "Flüchtlingskrise" ist ja in Wahrheit eine Einwanderungskrise, bei der Politik und Medien nahezu unisono die Semantik des gesinnungsethischen Lagers übernommen haben. Mit der Installation des Allzwecks-Begriffs "Flüchtling" verfolgt dieses Lager lediglich das Ziel der moralischen Erpressung der Mehrheitsbevölkerung zu seinem eigenen Nutz und Frommen. Bei mindestens der Hälfte der ungebetenen Gäste handelt es sich nicht um Asylsuchende aus Kriegsgebieten, sondern um die meist juvenil-maskuline Vorhut künftiger Einwandererkohorten, was von Politik und Medien systematisch falsch dargestellt wird. Die Behörden registrieren jeden als Syrer, der sich als Syrer ausgibt. Das mag erklären, warum so viele Ankömmlinge auf der Flucht ihren Pass verlieren, aber fast nie einer sein Händi.

Ich würde also zunächst empfehlen, dass jeder, der keinen Pass besitzt, aber beispielsweise eben ein Händi mit sich führt, keineswegs pauschal einreisen darf, sondern durch sprachkundiges Personal, z.B. Syrer, die sich ihren Unterhalt verdienen wollen, genauestens überprüft wird. Dazu bedarf es geschlossener und kontrollierter Grenzen, die Grundvoraussetzung jeglicher Flüchtlingsaufnahme und Einwanderungspolitik, die sich vor dem Staatsvolk legitimieren will. Überhaupt sind jungmännliche Alleinreisende auf Schlepperrouten mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Flüchtlinge. Junge Männer aus Marokko, Algerien und Tunesien sind, auch wenn die grünen Spitzbuben das anders sehen, keine Flüchtlinge. Jeder, der hier eine Straftat begeht, ist kein Flüchtling, und sollte er je einer gewesen sein, dann ist er es von diesem Augenblick an nicht mehr. All die Prügler, Stehler, Räuber, Messerstecher, Grapscher, Vergewaltiger, Antänzer, Asylheimzerleger, Christenverfolger, Frauenverächter, Drogen-händler und Zusammenrotter mögen eine enorme bunte Bereicherung der entsetzlich grauen deutschen Farbpalette sein, aber Flüchtlinge sie sind keineswegs.

Noch nicht behandelt haben wir die Frage, warum jemand, der Zuflucht sucht, ausgerechnet in ein bestimmtes europäisches Land kommen dürfen muss. Wie verträgt sich das Schutzbedürfnis mit einer fordernden Haltung? Ein Einwanderer, der unbedingt nach Deutschland will und dort meist auch noch unbedingt in ein bestimmtes Bundesland, erweckt zumindest hochgradig den Verdacht, kein echter Flüchtling zu sein.

Sie sehen also, geschätzte weniger geneigte Leser diese Diariums, die Schar der meinerseits potentiell bemitleidenswerten Ankömmlinge schmilzt und schrumpft bei näherer Betrachtung doch etwas. Und solange dieser Staat hunderttausende Menschen auf u.a. meine Kosten beherbergt, die keinerlei Anspruch auf Asyl haben, will sich der erwünschte Tarantelbiss des schlechten Gewissens bei mir nicht einstellen.

Im Übrigen gestatte ich mir den Hinweis, dass sich die Acta diurna nicht nur als ein höchst subjektiver Spiegel der Zeitläufte verstehen, sondern bis zu einem gewissen Maße auch als Korrektiv anderer, sich objektiv, ja normativ aufspielender Reflektoren wahrgenommen werden sollen, mithin also nur Bestandteil eines Mosaiks oder Puzzles sind, denn "dieses Ganze/ ist nur für einen Gott gemacht" (Mephistopheles).

Aber auch die tatsächlichen Flüchtlinge werden in Deutschland wie Einwanderer behandelt. Normalerweise bietet man Flüchtlingen Asyl, bis der Fluchtgrund entfallen ist, danach lässt man sie heimkehren. Angeblich stehen die Deutschen aber in der Pflicht, die Immigranten dauerhaft bei sich aufzunehmen und zu "integrieren", wobei diese Integration kurioserweise vor allem von den Einheimischen zu leisten sein soll, welche zugleich auf die Sitten und Bräuche der Neumitbürger "kultursensibel" Rücksicht zu nehmen haben. Grundlage dieser auf einmal wieder als solche bezeichneten "nationalen Kraftanstrengung" ist die großzügige Gewährung von Sozialhilfe. Wer sich gegen diese Pflicht sperrt, ist, um ein längst geflügeltes Wort des Justizministers aufzugreifen, eine "Schande für Deutschland".

Womit wir bei den Nutznießern der Masseneinwanderung wären. Jene, die lediglich ihr moralisches Superioritätsgefühl Gassi führen, lasse ich hier aus ähnlichen Gründen weg, wie ich wenig Lust verspüre, im Garten die Steine umzudrehen. Jene wiederum, die an der Einwanderung Geld verdienen, Immobilienvermieter, Anwälte, Sozialarbeiter, NGOs etc., dürfen auf ihre Einkünfte rechnen, nimmermehr aber darauf, dass man sie für etwas anderes halte denn für Bratenriecher und Absahner. Ausschließlich all jene, die auf eigene Kappe und Rechnung helfen, haben eine Art moralisches Recht, zum Beispiel mir vorzuhalten, ich besäße kein Herz für die Flüchtlinge und ihre Nöte, ich sei ein Willkommenskulturbanause und so weiter.

Ich pflege in solchen Fällen dreierlei zu entgegnen.

Erstens: Ich bewundere Ihr persönliches Engagement, sehe mich aber selber aus Raumnot und allgemeinem Widerwillen gegen allzugroße menschliche Nähe ("Der demografische Druck vertiert", Gómez Dávila) außerstande, jemanden zu beherbergen.

Zweitens: Wollen Sie jedes Jahr eine Million sogenannte Flüchtlinge aufnehmen, und wenn nicht, wie werden Sie diese Ungleichbehandlung begründen bzw. ab wann wäre sie legitim?

Drittens und sozusagen ad finitum: Wenn die Gewährung von Hilfe darauf hinausläuft, dass sich dieses Land zur Unkenntlichkeit verändert, dass etwa seine Töchter binnen zweier Generationen mehrheitlich mit Kopftüchern herumlaufen werden, dass eine in Europa heranwachsende Großgruppe die europäische Kultur und die europäischen Sitten dauerhaft für haram erklärt, dann will ich in der Tat nicht einmal, dass wirkliche Flüchtlinge zu uns kommen. Zumindest nicht, solange wir eine Regierung haben, die Flüchtlinge wie Einwanderer und Einwanderer wie Deutsche behandelt, die zeitlebens brav Steuern und Sozialabgaben gezahlt haben. Das ist alles.

In der Tat: das ist alles! Und, wie gewohnt: Chapeau! Touché!


---------------------


P.S.: ich ersuche Michael Klonovsky, der ja im Unterschied zu mir Wirtschaftsjuristen von seiner Feder leben muß, um Nachsicht, daß ich diesen seinen hervorragenden Text ganz frech tutto completto in meinen Blog kopiert haben, und bitte ihn, mich gegebenenfalls kurz zu kontaktieren, wenn er dies nicht goutieren sollte. Ich werde es dann, wie in ähnlichen anderen Fällen, mit einer kurzen Anzitation (einem teaser, wie man heute so gern sagt) plus Link auf seine Seite bewenden lassen. Was mir freilich leid täte (sowohl wegen des dann unerwünschen Copyright-Verstoßes, den ich begangen hätte und nur pro futuro gutmachen könnte, als auch wegen der geringeren Breitenwirkung, die die vermutliche Folge wäre).

Als kleine Kompensation kann ich meine Leser nur herzlich dazu auffordern, einer Anregung Michael Klonovskys nachzukommen, indem sie ihren gerechten Obolus, den Autor (wie er schreibt) bei guter schlechter Laune zu halten, entrichten. Vergelt's Gott (bzw. wer oder was auch immer meine Leser zu guten Taten animiert)!

Donnerstag, 3. November 2016

In memoriam August Winnig

Heute vor sechzig Jahren, am 3. November 1956, ist der deutsche Gewerkschafter, Politiker und Schriftsteller August Winnig zu Bad Nauheim gestorben. Die äußeren Lebensdaten gibt Wikipedia halbwegs erschöpfend, die gewohnten Seitenhiebe auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 erfolgen sogar in vergleichsweise zurückhaltender Form: offenbar will man einem ehemaligen Sozen doch nicht zu sehr ans Bein pinkeln …

Nur im Abschnitt „Zitate“ tobt man sich aus: da werden aus einem mehrtausendseitigen Gesamtwerk gerade mal vier Zitate gebracht, von denen drei … ähm … seltsamerweise nur eine einzige Seite Winnigs beleuchten wollen: den Krypto-Nazi und unverbesserlichen Antisemiten. Das vierte (und recht lange, daher von den meisten kaum zur Gänze gelesene) besagt zwar das Gegenteil — doch „man merkt die Absicht und ist verstimmt“: auch die drei „griffigen“ Zitate „stimmen“ zwar, aber sie sind ohne ihren Zusammenhang, und eben auch ohne die hundertfach (!) möglichen, völlig anderen Zitate ausgewählt, die Winnig (und auch diese seine Zitate) in ganz anderem Licht zeigen würden. Das ist etwa so „objektiv“, wie wenn man in einem Artikel über Goethe nur sein sattsam bekanntes Diktum aus dem „Götz von Berlechingen“ brächte, und anhand dessen insinuieren wollte, Goethe wäre eben doch bloß ein Fäkaldichter gewesen …

Zu Wikipedias Ehrenrettung sei erwähnt, daß beim Abschnitt immerhin folgender Warnhinweis angebracht ist:
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt.

Das besonders auffällige (und dazu mit einem irreführenden Linkverweis ausgestattete) Zitat:
„Blut und Boden sind das Schicksal der Völker.“ Eröffnungssatz seiner Schrift Befreiung (1926) und des Buches Das Reich als Republik (1928) (siehe auch: Blut-und-Boden-Ideologie)
… läßt schon die Frage aufkommen: haben die Artikelautoren sich überhaupt der Mühe unterzogen, Winnigs Schriften (die in Antiquariaten und Bibliotheken ja völlig problemlos erhältlich sind, denn sie wurden auch in der Nachkriegszeit mehrfach wieder aufgelegt) zu lesen? Oder reproduzieren sie bloß irgendwelche Stehsätzchen einer „Nazi“-Jägerseite namens „NS-Spurensuche im Lande Braunschweig“? Dieser Verdacht liegt wenigstens nahe, und irgendwie erinnert das ganze an die bekannte chinesische Parabel vom Axtdieb

Was da gegen August Winnig vorgebracht wird, ist teilweise schon hart an (und über) der Grenze zum Lächerlichen:
1927 eröffnete er einen Artikel mit dem Satz: „Der Widerwille gegen das Parteiwesen ist zweifellos eine der gesündesten Regungen in unserem Volk.“
Mit diesem offenbar als vernichtend verstandenen Zitat versucht der Kritiker August Winnigs nachzuweisen, daß dieser ja doch ein Antidemokrat und pöhser Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen sein müsse. Pech nur, daß genau dasselbe ein aufrechter Demokrat zu jeder Zeit sagen könnte, nein: müßte! Denn das Parteiwesen ist eben eines der Krebsübel der Demokratie — genauso, wie der Berufspolitiker. Nur Berufspolitiker (und jene die es gerne wären bzw. von diesen profitieren) halten deren Tätigkeit permanenter Intrige, Kungelei und Skandalisierung für wichtig und unabdingbar für das Wohl der Gesellschaft.

Wer Politik berufs- und erwerbsmäßig betreibt, macht doch im Prinzip nichts anderes als jene „Damen“ im Rotlichtmilieu, die früher euphemistisch als „Liebesdienerinnen“ bezeichnet wurden, und doch bloß … Huren waren. Nur daß letztere gegenüber Politikern üblicherweise den Vorteil haben, daß
  • ihre Dienste freiwillig nachgesucht werden, und
  • sie meist einem — obschon höchst informellen — Ehrenkodex folgen, der den vorsätzlichen, groben Beschiß des Kunden weitgehend verhindert.
Berufspolitiker hingegen leben geradezu vom permanenten Beschiß ihrer Wähler …

Winnig war, wie seine „Karriere“ beweist, eben kein solcher Berufspolitiker! Er vertrat seine Standpunkte, ob gelegen oder ungelegen — und zog sich ganz ohne die typische Sesselkleber-Mentalität geeichter Politruks ins Privatleben zurück, als diese seine Standpunkte seitens der Mächtigen nicht geteilt wurden. Er wurde Schriftsteller. Und was für einer!

Man will es fast nicht glauben, daß ein aus einfachen Verhältnissen stammender Maurer ein so klassisch schönes Deutsch schreiben kann! Und doch: in der Literatur des 20. Jahrhunderts gibt es wenige Schriftsteller, die ihm an — völlig unprätenziöser! — Sprachschönheit und Stilreinheit das Wasser reichen können, und nur von den größten Dichtern wird er darin übertroffen. Sein einziger Roman, „Wunderbare Welt“ beweist zwar hinlänglich, daß Winnig nicht der geborene Romancier war, doch scheint er dies auch selbst so empfunden zu haben: seine anderen dichterischen Werke sind zum kleineren Teil kurze Erzählungen, weitaus umfangreicher aber autobiographische Schriften, die seinen Werdegang vom armen, früh zum Halbwaisen gewordenen Knaben bis hin zum erfolgreichen, weithin be- und geachteten Schriftsteller und Essayisten ebenso detailreich wie überaus packend nachzeichnen. Sein letztes großes Werk ist „Aus zwanzig Jahren“, das die Zeit von 1925 bis 1945 behandelt, also jene Zeit der späteren Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, in der Winnig ausschließlich durch seine Bücher und sonstigen Schriften wirkte, sich jedoch gegenüber Schalmeien der Nazis völlig taub erwies. Hitler bot ihm für den Eintritt in die NSDAP den Posten des preußischen Ministerpräsidenten an, man versuchte ihn — da seine Verankerung in der Evangelischen Kirche allseits bekannt war — für die kirchenpolitischen Pläne der Nazis zu werben. Winnig lehnte beides ab. Sollte nicht allein das ausreichen, den Vorwurf, ein „Wegbereiter des Nationalsozialismus“ gewesen zu sein, als völlig absurde Schmähung zu enttarnen?

Doch weiter mit den Bemühungen des „NS-Spurenjägers im Lande Braunschweig“, Winnig möglichst zu diskreditieren:
Europa sei die Zeugung der Germanen und der Römer, begann er 1937 seine „deutschen Ansichten“ über unseren Kontinent, die er rassistisch unterlegte: „Der Stratosphären- flug, die Idee des Raumschiffes - dergleichen ist nur dem europäischen Menschen möglich.“ Die europäischen Revolutionen erklärte er in der Weise, daß der „bildungs-hungrige Arbeiter“ nicht an den „deutschgesinnten Gebildeten“ geraten war, sondern an „unbeschäftigte Intellektuelle“, die sich in ihrem Wert verkannt und beiseite gestellt sahen „und darum für revolutionäre Lehren und Losungen besonders empfänglich gewesen“ seien.
Und? Wie viele Raumschiffe und Stratosphärenflüge sind uns denn von den Maoris, Sioux-Indianern, Aschantinegern oder Kamtschadalen überliefert? Und daß die Revolutionen von 1917 ff. (aber schon ihre Vorboten im 19. Jahrhundert) v.a. durch ressentimentgeladene Intellektuelle geschürt wurden, und es für das Schicksal der Menschheit wohl kein Nachteil gewesen wäre, wenn die blutigen Schlächtereien der Bolschewiken, Mexikaner oder spanischer Rotfrontverbrecher unterblieben wären — das zählt nicht? Das darf nicht erwähnt werden?

Überdies ist das Zitat unvollständig und sogar im Wortlaut leicht (aber tendenziös!) entstellt. Die Passage lautet nämlich (zitiert nach „Aus zwanzig Jahren“ S 123 f. — Winnig zitiert sich hier aus seinem Werk „Europa“ selbst):
»… daß hier aus der Durchmischung des Blutes, aus der vielfachen Begegnung einander fremder Gesittungen ein geschichtliches Gebilde von höchstem Rang entstanden ist. Europa ist das Werk der Germanen. Europa ist das Werk Roms [Anm. LP: nicht „der Römer“ — was das Ganze einer bloß „biologistisch“ verstandenen Rassendoktrin enthebt!] Europa ist die Zeugung dieser beiden Lebensmächte. Germanentum war Jugend, Sehnsucht und Bereitschaft. Auftrag und Schicksal schwebten über ihm noch ungesehen. Römertum war Bewußtheit und Reife. Als Germanentum und Römertum sich begegnete, war für beide eine Entscheidung gefallen.«
Und weiter: »Der gestaltende Künstler bedarf des Werkzeuges und Stoffes. Der Meißel ist ein gewöhnlich Ding, und der Stein weiß nicht, was mit ihm geschieht und welche Gestalten in ihm ruhen. Ein Wille außer ihm entscheidet und bestimmt, und der Stein weiß nichts davon, wie auch der Meißel nicht weiß, welchem Zweck er dient. Er dienst dem Herrn und Meister nach dessen Willen zu Plan und Werk.«
Etwas unvermittelt las ich weiter: »Die germanischen und germanisch überschichteten Völker empfingen ihren Auftrag, als sie das Christentum annahmen, das Rom ihnen darbot. Alles, was Rom ihnen außerdem zu geben hatte, mag nach seinem größeren oder geringeren Wert zu schätzen sein. Vor dieser Gabe aber versagt unser Maß. Hier waren die Menschen, die römischen Priester nicht weniger als die Goten, Langobarden und Franken, nur Werkzeuge in der Hand des Meisters. Der Glaube fand das menschliche Gefäß, das ihn zu fassen vermochte. Das große Wunder der Menschwerdung Gottes, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit, fand in der Germanenseele den Ort seiner Bestimmung.«
Ich hielt inne und blickte auf. Die weitoffenen Augen der Schüler waren mir starr zugewandt. Dergleichen war hier noch nicht gesagt worden. Vielleicht waren solche Worte überhaupt noch nicht vor ihren Ohren erklungen. War ein Schrecken in sie gefahren?
Ein paar Sätze wollte ich noch lesen: »Wenn in irgendeinem Sinne von einer Sendung Europas gesprochen werden kann, so setzt jede Sendung die Einheit Europas voraus; und darum wurzelt alles, was Europa heute jemals als Sendung empfinden mag, in jenem Glauben, durch den es einst Einheit geworden ist … Um den Kern der Glaubenseinheit ist alles gewachsen, was als gemeinsamer Erwerb unser Besitz und Stolz ist … Wir sehen Europa bedroht und einem Verhängnis entgegengleiten, aber wir wissen nicht, was auf uns lauert. Wir vermögen nicht auszudenken, was etwa einem Zerfall der Einheit Europas folgen kann oder folgen muß. Was es für die Welt bedeutet, wenn Europa nicht mehr die Geschichtsmitte des Planeten ist; wie die Völker in einem zertrümmerten Europa leben werden: das kann keiner ausdenken. Aber wir wollen und darüber klar werden, daß die Gefahr besteht und daß wir uns dem Verhängnis nähern.«
Nun, das alles klingt nicht gerade nach Nazi, oder? Und Winnig hatte diese Worte in einem Vortrag vor jungen Nationalsozialisten, nämlich in der „Reichsführerschule der Hitler-Jugend“, gesprochen. Dem verwegenen Lehrer, der ihn dorthin eingeladen hatte, waren noch zwei weitere Einladungen an Winnig möglich, danach nicht mehr, wie man sich vorstellen kann …

Man mag die im obigen Zitat ausgesprochenen Ansichten inhaltlich falsch finden, zu religiös konnotiert — wie auch immer. Aber sie sind eines mit Sicherheit nicht: nazi-nahe. Dennoch, der Kritikus läßt nicht locker:
Einige antisemitische Erkenntnisse des späteren Ehrendoktors der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen muß man schon genauer lesen, daher hier ein längeres Zitat. Der Jude habe „seine Rückgefühle“ mit eingebracht: „Es lebte in seinem Bewußtsein oder auch nur in seinem Unterbewußtsein der Gedanke, daß er jahrhundertelange Beiseitesetzung und Unterdrückung an seinem Wirtsvolk zu rächen habe. Zwischen den jüdischen Geistigen und der deutschen Lebensordnung bestand so von vornherein eine feindselige Spannung. Das tritt schon bei den ersten Juden im deutschen Schrifttum, bei Börne und Heine zutage. Da schon zeigte sich, wie der Jude dazu neigte, das deutsche und seine Ausdrucksformen abzulehnen und herabzusetzen. Je mehr sich der Jude in das deutsche öffentliche Leben hineindrängte, umso mehr breitete sich in dem von ihm bestrichenen Raume ein spöttischer, frecher, neidischer und gehässiger Ton aus, der sich allmählich gegen alles Deutsche und seine Lebensformen wandte.“
Antisemitisch? Ja, wenn man dann auch bereit ist, Karl Kraus als Antisemiten zu bezeichnen. Denn die unzähligen Charakterisierungen von Heine durch Karl Kraus haben es in sich, und was er über diverse Redakteure der maßgeblichen Presseorgane seiner Zeit sagte (von deren Zugehörigkeit zum Judentum jeder wußte, welche Kraus übrigens auch unmißverständlich thematisierte), wäre heute wohl unter dem Gummiparagraphen der „Verhetzung“ strafbar.
1957 wurde die Vienenburger Realschule […] nach August Winnig benannt. Nach dem Krieg lebte er bis zu seinem Tod in Vienenburg. Er war auch Autor einschlägiger antisemitischer Schriften: Ein Antisemit als Namenspatron einer Schule!
Man stelle sich vor! Allerdings: wenn ein Katholikenschlächter wie König Gustav Adolph von Schweden bis heute einer Gesellschaft zur Förderung des ach-so-friedlichen-Wonne-und-Eierkuchen-Protestantismus seinen Namen geben darf, wenn auch heute noch Sokratische Gesellschaften blühen und Platons Lehren an jeder Philosophischen Fakultät gelehrt werden, obwohl Sokrates und Platon Sklavenhalter waren und an der Sklaverei auch nichts böses fanden (oder ist Sklaverei etwa nicht ein ähnliches, vielleicht gar schlimmeres No-no als der Antisemitismus?), oder wenn ein geschichtsbekannter Kinderschänder den ca. 1,5 Milliarden Muselmanen als das Idealbild des Menschen schlechthin verkauft wird — dann sollte doch der mental-emotionelle Schaden einer Winnig-Namensgebung für die Realschule in Vienenburg noch einigermaßen überschaubar bleiben, oder?
Über vierzig Jahre lang ehrte die Schule ihren Namensgeber und schenkte Schülern mit guten Leistungen seine Bücher als Belohnung, die auch noch nach 1945 erschienen.
Huch, da haben doch Kinder tatsächlich jemanden zu lesen bekommen, dessen Schriften von den Behörden der Sowjet-Zone sofort auf den Index gesetzt worden waren — einfach unverantwortlich, sowas!
Die Schule ist nach der Entdeckung seines Antisemitismus – nicht seitens der Schule, sondern durch mich - und einer langen öffentlichen Diskussion 2004 durch den Stadtrat schlicht in Realschule Vienenburg umbenannt worden.
Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen, kann man da nur sagen … wobei die großen Erfolge doch eher ausblieben: Nazi-Verstrickungen roter und schwarzer Politbonzen waren in aller Regel nicht mit dem Verlust von Namenpatronaten verbunden; Altkommunisten wie ein Wehner konnten zu Bundestagspräsidenten*) SPD-Fraktionsvorsitzendenaufsteigen, ein „kriminaltechnisch“, wenn man so sagen darf, einigermaßen dubioser Herr Frahm sogar Bundeskanzler werden (bzw. wegen der daraus resultierenden Erpreßbarkeit für die Westalliierten: vielleicht gerade deshalb …).

Aber natürlich gab es zum Bedauern des Kritikus auch Rückschläge im Bemühen um eine möglichst vollständige damnatio memoriæ, so z.B. in Winnigs Geburtsstadt:
In Winnigs Geburtsort Blankenburg erhielt die nach einem von den Nazis ermordeten kommunistischen Arbeiter benannte Straße nach der Wende Winnigs Namen.
Welch Skandal, daß der Name eines von Anhängern der nationalsozialistischen Banditenbewegung ermordeten Anhängers der internationalsozialistischen Banditenbewegung dem Namen eines Schriftstellers weichen mußte, dem man weder Morde noch auch andere Übeltaten nachsagen kann, als die, im Gegensatz zu seinen Kritikern mit der Gnade der späten Geburt im Jahr 1933 nicht schon gewußt zu haben, wohin sich das Nazi-Regime bis 1945 entwickeln würde. Denn er war eben Politiker und Schriftsteller, und wohl nur zu kurze Zeit Journalist: denn nur diese haben — nach einem bekannten Diktum von Karl Kraus — im nachhinein immer alles schon vorher gewußt …
1955 verlieh ihm Bundespräsident Heuss, der den politischen Publizisten aus seiner eigenen Weimarer Zeit hat kennen müssen, in „Anerkennung der um Staat und Volk erworbenen besonderen Verdienst“ das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Tja — und was, cher Kritikus, halten Sie von der These, daß Heuss, der Winnig wohl nicht bloß „aus seiner eigenen Weimarer Zeit hat kennen müssen“, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch tatsächlich persönlich gekannt hat, ihm genau deshalb das Große Verdienstkreuz verliehen hat? Weil er eben noch kein so vernagelter Antifant mit Tunnelblick war, wie es im Deutschland von heute offenbar unabdingbar ist!
Kurt Sontheimer erwähnt Winnig in seinem Beitrag "Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik" im Buch "Der Weg in die Diktatur" (München 1962): „Kein Zweifel, daß gerade das Denken der jungnationalen Rechten - maßgeblich bestimmt durch Autoren wie Wilhelm Stapel, Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Bruck, Ernst und Friedrich Georg Jünger, Ernst Niekisch, August Winnig und viele andere — das geistige Vorfeld für das Wachsen des Nationalsozialismus bereitet hat.“
Na klar! Weil Sontheimer (Jahrgang 1928) das alles als nasciturus ja viel besser beurteilen konnte, als die Zeitgenossen jener Ereignisse — und außerdem: welche herausragende Bedeutung soll Winnigs Beitrag aufgrund seiner bloßen Erwähnung in einer langen Liste von Spengler bis Jünger eigentlich zukommen?
Kurt Tucholsky erwähnte Winnig 1921 in "Tante Malchens Heimatland": „Beim Kapp-Putsch nahm er am Hochverratsversuch teil, blieb selbstverständlich straflos und steht jetzt in der Ecke: eine abgeklapperte Kleinbahnlokomotive, die auf Anschluß wartet. Vielleicht pfeift ihr eines Tages einer“. (Gesamtausgabe, Bd. III, seite 70)
… zitiert der unermüdliche Kritikus. Nun, Tucholsky hat vielleicht von seiner Persönlichkeit auf die eines anderen geschlossen, und das kann halt schiefgehen. „Gepfiffen“ hätten ihm die Nazis von Herzen gerne — aber er hat einfach darauf gepfiffen, unter der Hitlerei etwas zu werden! Und was schließlich den Kapp-Putsch betrifft: alternative Geschichtsschreibung hat immer was Mißliches, aber versuchen wir uns einfach vorzustellen, damals wäre der Kapp-Putsch erfolgreich abgelaufen — was wäre Deutschland, was wäre der Welt alles erspart geblieben? Hitler wäre ein erfolgloser Bierkeller-Redner geblieben, denn in einer von Berlin vollzogenen Wende zu einer nationalen Renaissance (wohl unter monarchisch-restaurativen Vorzeichen) hätte er einfach keine Chance gehabt.

Doch genug der Polemik: was kann uns August Winnig heute noch sagen? Zunächst als Dichter: hier gibt es wenig erfrischendere Lektüren als die Reihe seiner autobiographischen Schriften. Frührot. Ein Buch von Heimat und Jugend (1919) und Das Buch Wanderschaft, Winnigs Erlebnisse als Maurergeselle (1941), bezaubern durch ihre lebendige Darstellung des heranreifenden Autors und seiner Zeit. Der weite Weg (1932) und Heimkehr (1935) berichten von Winnigs Tätigkeit als Gewerkschafter, als Reichsgesandter im Baltikum und als Oberpräsident Ostpreußens bis zum Kapp-Putsch: es gibt nicht viele Werke, die eine an sich doch eher trockene Materie mit so großer innerer Spannung erfüllen können, und sind turmhoch über landläufiger Memoirenliteratur angesiedelt! Die schriftstellerischen Qualitäten werden auch von Winnigs Erzählungen, die meist in Sammlungen erschienen sind, z.B. Die ewig grünende Tanne (1927), In der Höhle (1941) und Morgenröte (1958) belegt. Sein einziger Roman, Wunderbare Welt (1938), wurde weiter oben bereits erwähnt. Wer die Neuauflage nach dem 2. Weltkrieg mit der Erstauflage 1938 vergleicht, wird ganze drei Zeilen (in denen Winnig kritisch das Profitstreben jüdischer Pelzhändler in Kanada erwähnt) missen müssen. Nun denn: an Anlage und Aussage des Romans änderten sie — überhaupt nichts.

Nun zum Denker: Winnig war ein Idealist. Das mutet heute, gerade in seinen Ansichten über Europa, seine Ordnung und Aufgabe, bisweilen befremdlich an. Doch wer zur Kenntnis nimmt, daß es jenseits von Organisationsfragen, Taktieren und Übertölpeln doch auch noch tiefere Werte geben muß, wenn „das Ganze“ überhaupt irgendwie funktionieren soll, dann findet auch derjenige, der Winnigs Ansichten nicht (oder nur teilweise) folgen mag, genug wertvolles Material für seine eigenen Gedanken.

Daß Winnig im Marxismus kein Heil für den Arbeiter erblickte, macht ihn natürlich heute zur Unperson. Nur Flachköpfe glauben, daß mit der „Wende“ von 1990 die ideologische Pest des Marxismus erloschen sei! In Wahrheit hat sie sich bloß geschickter getarnt, und infiltrierte seither flächendeckend die Polit-Szene von Mutti über die GrünInnen bis zur heutigen SED. Winnigs Buch Vom Proletariat zum Arbeitertum (1930) ist ein höchst lesenswertes Pendent zu Jüngers „Der Arbeiter“, das man gelesen haben sollte, auch wenn man seinen Wertungen und Befunden (wie ich) nicht zustimmt.

Winnigs letztes großes Werk, Aus zwanzig Jahren enthält beide Seiten seiner Persönlichkeit: den Dichter und den Denker. Der Schutzumschlag bringt einige Zeilen aus einer Rezension des Buches durch die Zeitschrift »Christ und Welt«:
1925 bis 1945 — die Jahre Hindenburgs, das Emporkommen Hitlers, der Krieg, die Wider-standsbewegung, das Ende. Das Buch fesselt aufs höchste, nicht zuletzt durch die vielen bedeutsamen Persönlichkeiten, die Winnigs Weg auch in dieser Epoche seines Lebens kreuzten. Hier blickt uns ein sehr kluges, klares, unbestechliches Auge an und begegnet uns ein Mann, in dessen Nähe es uns wohl und warm ums Herz wird.
Winnig zitiert zu Ende seines Werkes die Worte des US-Generals McArthur bei der Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsakte: »Wenn wir nicht ein größeres und besseres System entstehen lassen, wird der Tod in unserer Tür stehen. Das Problem ist im Grunde ein theologisches.«

Es wird Winnig in den Augen der selbstgerechten Kritikaster unserer Tage freilich nicht helfen, dies ebenso — und tiefer — erkannt und ausgedrückt zu haben …


---------


P.S.: Anhand einer Passage in August Winnigs Aus zwanzig Jahren wurde auf diesem Blog bereits über den Begriff „Europäertum“ gehandelt. Und vor knapp einem Jahr zitierte ich aus demselben Werk eine treffende Charakterisierung des Nazitums durch Generalfeldmarschall August von Mackensen.

P.P.S.: einen Artikel mit vielen Gedanken zu Winnig als Gewerkschafter fand ich hier. Sicherlich, das ganze ist aus einer Perspektive geschrieben, die mir bisweilen etwas eigenartig anmutet (bei anderen Artikeln des betreffenden Blogs trifft das noch weit mehr zu!), und dennoch: lesenswert.


*) Korrektur: siehe Kommentar.

Eine grüne Bezirksrätin

... hätte sicher unter Anwendung polizeilich empfohlender Deeskalationsstrategien versucht, den Räuber diskursiv vom Handlungsunwert seiner Vorgangsweise zu überzeugen, darüber hinaus ein typisch frauenfeindliches Tatmotiv erkannt, und daher im nächsten Sitzkreis der Selbsthilfegruppe "GrünInnen gegen machistisch/maskuline Gewalt" thematisiert.

Eine rote Bezirksrätin hätte, ganz situationselastisch, die Handtasche einfach ausgehändigt, und nach bewegender Schilderung ihres Ungemachs in ihrem Parteibüro aus der Gemeindekasse unter Vorlage einer Reisekostenabrechnung in Höhe des Wertes der ausgehändigten Tasche den Schaden faktisch vergütet bekommen. Denn die Paddei und die Gemeinde Wien sind ja auch faktisch identisch ...

Eine schwarze Bezirksrätin hätte zur Abtötung unchristlicher Besitzfixierung wohl begonnen, den Rosenkranz (vorzugsweise den schmerzhaften) zu beten, auch für das Seelenheil des vermutlich, nein: sicherlich! durch eine traumatische Kindheit (und überhaupt) irregeleiteten Täters.

Eine blaue Bezirksrätin hätte ... ... aber lesen Sie selbst:

FPÖ-Bezirksrätin schlägt Räuber in die Flucht

Die 53-Jährige setzte sich gegen einen 30-Jährigen zur Wehr, der ihr die Tasche entreißen wollte.
 (DiePresse.com)

Eine FPÖ-Bezirksrätin hat am Dienstag in Wien-Leopoldstadt einen Räuber in die Flucht geschlagen. Laut Polizei musste die 53-jährige Radfahrerin gegen 10 Uhr in der Radingerstraße bei einem Schranken halten, als ihr der 30-Jährige ihre Bauchtasche zu entreißen versuchte. Die Brigittenauer FPÖ-Bezirksrätin setzte sich aber heftig zur Wehr.
Im Zuge der Auseinandersetzung kam die 53-Jährige mit dem Rad zu Sturz und verletzte sich leicht an der Hand. [... ]
Der kroatische Tatverdächtige griff, nachdem er offenbar einige Hiebe mit der Tasche kassiert hatte, die Flucht.
Die Schwarzen, Roten und GrünInnen schwatzen und nörgeln nur. Die Blauen dagegen, die tun was! 

;-)


Mittwoch, 2. November 2016

Zu einem "Presse"-Artikel

... über die jüngsten Enthüllungen bezüglich des Clinton-Syndikats schreibt ein Kommentarposter lapidar:

Also wenn man sich die bis jetzt bekannt gewordenen Sachen so ansieht,

hält man Trump vor, seine Meinung direkt und schnörkellos auszusprechen, nicht zuviel Steuern bezahlt zu haben, indem er die Steuerbestimmungen punktgenau eingehalten hat und kritisiert ein paar dämliche Aussagen, die in privatem Kreis vor Jahrzehnten gemacht worden sind.

Auf der anderen Seite wurde ein Korruptionssumpf in wohl noch nie dagewesem Ausmaß offengelegt.

Dass da überhaupt noch jemand nachdenken muss, was die weniger schlechte Alter-native ist...
Exakt so ist es!

Drei Toteninseln

"Die Toteninsel", das enigmatisch düstere Gemälde des Schweizer Malers Arnold Böcklin (von dem mehrere, doch recht ähnliche Fassungen existieren) inspirierte gleich einige Komponisten zu einer Tondichtung. Und passend zum heutigen Tage sollen drei davon zum Vergleich dargeboten werden.

Die international bekannteste Version stammt sicherlich von Sergej Rachmaninow ... ob auch die beste? Jedenfalls ist diese Tondichtung op. 29 unter seinen Orchesterwerken eines der tiefst-empfundenen:


Die in immer neuen, obstinaten Variationen schließlich in verzweifelte Eruptionen ausbrechenden Orchesterwogen geben eine stimmige Umsetzung der Trauer und Verzweiflung, die aus Böcklins Gemälde spricht.

Die kompositorisch vermutlich "anspruchvollste", am wenigsten "eingängige" Komposition schuf der Deutsche Max Reger (als dritter Teil seiner "Vier Tondichtungen nach A. Böcklin", op. 128):


Die Paukenschläge zu Beginn erinnern manchmal ein wenig an "Tod und Verklärung" von Richard Strauss, auch insgesamt ist der Duktus der Musik versöhnlicher, trostvoller gestimmt als in der Komposition Rachmaninows.

Die sicherlich unbekannteste Komposition stammt vom schwedischen Komponisten Andreas Hallén, der zugleich auch der älteste der drei ist (1846-1925):


Stilistisch etwa zwischen Grieg und den frühen Tondichtungen eines Frederick Delius pendelnd, ist diese Tondichtung vielleicht die am wenigsten "umdüsterte", und vermag dennoch zu fesseln! Wenn Wikipedia seine Kompositionen mit den etwas abschätzigen Worten:
Sein kompositorisches Schaffen wird meist als technisch gekonnt betrachtet, mit dem Vermögen wirkungsvolle Chorgesänge und Orchesterwerke zu schreiben, jedoch ohne persönliche Eigenart.
charakterisiert, so ist das sicherlich ein wenig überpointiert! Sicher: Hallén hatte keinen ausgeprägten Personalstil, doch unterscheidet ihn das von den meisten Komponisten der "zweiten" oder gar "dritten Garnitur"? Seine Toteninsel ist jedenfalls ein Werk, das eine Wiedererweckung verdienen würde ...

Dienstag, 1. November 2016

Und nun

... nach den anregenden Bildern unserer November-Monatsanfangsfigur natürlich etwas der Weihe des Tages angemesseneres:



Es ist zwar nur mehr eine Frage der Zeit, bis die reformeifrigen Anpassungsbemühungen an den Zeitgeist seitens des akuten Papa Buonasera eine Ergänzung und Umarbeitung der althergebrachten Litanei nach sich ziehen wird. In Zeiten des Feminismus bspw. noch "Sancti Patriarchae" anzurufen, ist wohl dringendst auszumerzen, dafür fehlt die aller Verehrung würdige "Sancta Gendera", die bisweilen auch mit ihrer Mutter "Sancta Emancipatio" und dem Jesusmädchen gerne als "Hl. Gendera Selbdritt" in Bildern und Skulpturen dargestellt wird.

Schmerzlich fehlen uns noch "Sancta Vegetaria" (wahlweise auch "Sancta Vegana" für die strengeren Ordensrichtungen!) und die "Sancta Perpetuitas" (die ad stabilitatem meteorologicam überhaupt die wichtigste Säulenheilige der Una Sancta Oecologica Ecclesia ist!) ...

Also, Papa Franz: tun S' was!

--------


Schrecklich! Jetzt hätte ich doch fast auf die Tres Sanctae Religiones Abrahamiticae vergessen! Oder doch nicht, denn die klingen  uns ohnedies als ständige Litanei jeden Tag im Ohr ...

Monatsanfangsfigur: Okay, also einmal geht noch ...






¡VIVA ISLANDIA!
  
(trotz der jüngsten Wahlerfolge für linke Chaoten ...)