Samstag, 12. Dezember 2015

Blogpause 12. Dezember





PIUS IX

Freitag, 11. Dezember 2015

Blogpause 11. Dezember





LEO XIII....


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Blogpause 10. Dezember






PIUS X


Mittwoch, 9. Dezember 2015

Willkür-Herrschaft

Willkür-Herrschaft: Die Staaten werden zerstört, an ihre Stelle tritt das Chaos


Der Krieg im Nahen Osten zerstört die klassischen Staaten - in der Region, und auch in Europa: Die Flüchtlingskrise hat brutal offengelegt, dass viele Staaten bereits nicht mehr funktionsfähig sind. Die Parlamente haben ihre Selbstachtung verloren - und die Bevölkerung ihren legitimen Anspruch auf Schutz und Mitwirkung. An die Stelle der alten Ordnung ist nämlich keine neue, bessere getreten: Chaos und Willkür, und von ihm profitieren jene, die die Zerstörung vorantreiben. 
(Hier weiterlesen)
Eine fürwahr beklemmende Lektüre! Heilsam für all jene Schwarmgeister, die glauben, in einer Hans-Hermann-Hoppe-Gesellschaft bräche das Paradies aus. Wobei die, die Zustände à la Syrien, Somalia, oder — bleiben wir doch im Land und nähren uns redlich! — in Berlin-Kreuzberg oder Wien-Fünfhaus (a.k.a. Klein-Istanbul) für paradiesisch halten — die werden das natürlich anders sehen.

Wie man weiß, ist LePenseur ja nicht gerade ein Anhänger des Etatismus, doch er glaubt, daß das uns mit verheißungsvollen Farben (u.a. von H.H.H.) ausgemalte Gegenteil einfach illusionärer Unsinn ist. Da kann man eigentlich gleich zu Schamanismus oder Voodoo-Zauber übergehen. Darüber denken Radikal-Libertäre freilich anders (wenn sie denken! Mich beschleicht immer der Gedanke: die glauben bloß!) — nur sind Radikal-Libertäre üblicherweise auch nicht in Mogadischu zuhause (und auch nur ganz selten in Berlin-Kreuzberg bzw. Wien-Fünfhaus) ...

Bemerkenswert an diesem Artikel ist freilich der Autor. Michael Maier war früher einmal (1995) ein recht glückloser (und daher bald abservierter) Vorgänger von Andreas Unterberger als Chefredakteur der »Presse«. Damals war er ein irgendwie penetrant linkskatholischer Typ auf Gutmenschentrip, der einem den letzten Nerv zog. Hätte man gedacht, daß sich daraus der Herausgeber eines durchaus informativen Internet-Mediums, wie es die »DeutschenWirtschaftsNachrichten« inzwischen sind, entwickeln würde? Warum, weiß Gott ... Quam incomprehensibilia sunt judicia ejus, et investigabiles viæ ejus!

Elisabeth Schwarzkopf

... hätte heute ihren 100. Geburtstag gefeiert ...


Feiern wir mit ihr — feiern wir sie ...

Dienstag, 8. Dezember 2015

Heute jährt sich nicht nur der Geburtstag von Jean Sibelius

... sondern auch — zum fünfzigsten Male — der Abschluß des »Konzils der Buchhalter«, wie ein scharfzüngiger Beobachter das Concilium Vaticanum Secundum höchst treffend genannt hat. Und tagt sich (wenn man so sagen darf) zum tausendsten Male die Wahl des akuten Pontifex Maximus a.k.a. Papa Buonasera. Da fällt mir eine ehrende Erinnerung an Jean Sibelius freilich leichter, offengestanden ...

Über Alfred Lorenzers Buch »Das Konzil der Buchhalter« findet sich eine (wenigstens mich) erheiternde Darstellung im Wiki der »Monarchieliga«, deren Autor das Buch offensichtlich gelesen, aber teilweise ein wenig mißverstanden hat. Lorenzer war ein »Linker« und ein »Atheist«, der wohl mit Recht und innerer Überzeugung gegen die Kleinkariertheit und kulturlose Spießigkeit dieses »Pastoralkonzils« herzog, der aber sicher kein Anhänger der »guten alten« Ordnung vor dem Vaticanum II war.

Man kann als Ästhet ja auch die Aufstellung von Weihnachtspunsch-Ständen vor dem Schloß Schönbrunn grauenvoll finden, ohne deshalb als Legitimist an der Restauration  der Habsburger-Monarchie zu arbeiten ...

Ich muß konzedieren, daß meine Position zum besagten Konzil (»Das Konzil«, wie es gern genannt wird) höchst zwiespältig ist, insgesamt jedoch recht ablehnend. Denn das, was dieses Konzil eigentlich erreichen wollte, hat es weitgehend verfehlt (und die Erreichnung dieser urspünglichen Ziele wäre mir auch rein von meiner Weltanschauung her tendenziell zuwider!); das was es hingegen erreichte, finde ich weitgehend stil- und würdelos, und gefällt mir daher auch nicht. Und das, was es an »Adiaphora« einfach ruinierte, ist für mich Herostratismus in Reinkultur! Zu wenig klar ausgedrückt? Also dann im Klartext:

1. Die Hoffnung auf einen »pastoralen Aufbruch«, auf eine »Ausrichtung der ganzen Kirche auf das Christusmysterium«, auf eine »geschwisterliche« Kirche und wie diese Schlagworte sonst noch hießen, war Illusion und wird m.E. immer Illusion bleiben. Eine Organisation von mehr als einer Milliarde Mitgliedern schafft das nicht, und wer es trotzdem versucht, gleicht den Verrückten um Adorno & Co., die ernsthaft glaubten, daß sich Otto Normalverbrauchers statt für die »Lustige Witwe« oder (wenn's hoch geht) Beethovens Neunte bzw. die »Meistersingern« jemals freiwillig für Webern, Stockhausen oder Logothetis begeistern würden. Eine enthusiasmiert-urchristengemeindliche Euphorie-Stimmung im Weltformat ist als bloße Wunschvorstellung sicher naiv, vielleicht sogar herzerwärmend — nur: wenn man sich sowas jedoch »in real« vorzustellen versucht, ganz im Gegenteil ein Grund (wenigstens für Menschen wie mich), so schnell wie möglich ganz weit wegzulaufen! Es ist vielleicht nicht ganz so schlimm wie das Zungenreden in Gemeinden des pflingstlerischen Narrensaumes protestantischer Freikirchen, aber kommt diesem Tollhaus bereits ziemlich nahe ...

2. Statt einer erhofften participatio actuosa aller Gläubigen, kam es zum rapiden »down-grading« der Liturgie-Kultur: der Entertainer am Altar wurde geboren, der Gremialkatholizismus machte sich breit und forderte offenbar den stotternden Vortrag von alttestamentlichen Lesungen und Paulus-Episteln als Vorrecht einer »Geschwisterlichkeit« der Niveaulosigkeit.

3. Die großen kirchenmusikalischen Traditionen — von der Gregorianik bis hin zu den klassischen »Orchestermessen« — wurden ebenso aufgegeben (oder bis zur Unkenntlichkeit entstellt), wie auch die bis dahin selbstverständliche Beherrschung liturgischer Formen, die einer — meist peinlichen — Formlosigkeit wichen. Und drumherum wucherte die ständige »Belaberung« mit pädagogisierenden Textbausteinen, die zur persönlichen Information, z.B. in Faltblättern in der Kirchenbank aufliegend, noch ihre Berechtigung hätten, jedoch als Dauerberieselung vom Altar (und noch von diversen »sich einbringenden« Gemeindefunktionären mit verteilten Rollen vorgelesen) einfach ein Greuel sind.

Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen: ich persönlich »brauche« das alles im Grunde nicht! Und zwar nicht das, was jetzt so üblicherweise abläuft (das schon gar nicht!), aber ich kann auch sehr gut ohne den (angeblich so guten, alten) »Tridentinischen Ritus« leben. Ein Prediger im schwarzen Anzug bzw. im adretten »Clergyman«, der, basierend auf einem Bibeltext, über eine interessante Problemstellung eine tiefgründige Predigt hält, darum herum einige den Ablauf strukturierende Gebete und Responsorien gruppiert, und das ganze noch mit etwas hochwertiger (sic!) Sakralmusik umrahmen läßt — das wäre für meinen Geschmack völlig genug (ich bin ganz offenkundig kein »Mysterien-Mensch«) ...

Wenn mir statt dessen nach einem schlurfenden Einzug des Priesters mit div. MinistrantInnen zu einem abgegriffenen Kirchenlied'l aus dem Gotteslob (egal, ob aus dem schlechten alten, oder dem noch mieseren neuen), ebendieser Pfarrer zunächst einen »guten Morgen« wünscht, belangloses »zur Einführung« (wohin denn? — wenn ich ein bisserl süffisant fragen darf) plaudert, dann irgendwelche zusammengestoppelte Kyrie-Rufe zum besten gibt, bevor ein Mitglied der Gemeindejugend, im verschlampten Schlabberpulli an den Ambo tretend, einen offenkundig unverstandenen (und daher dann auch unverständlich vorgetragenen) Prophetentext aus dem Alten Testament herunterleiert, und so weiter und so fort ... — dann wächst in mir der Unmut, und ich frage mich: muß das so sein? Was bringt mir so eine in der Kirche vergeudete Stunde? Geistige Erbauung? Spirituelles Wachstum? Daß ich nicht lache ...

Mosebachs Diktum von der »Häresie der Formlosigkeit« hat schon seine Berechtigung — wenngleich ich beim Wort »Häresie« als (in den Augen der Hochkatholen) alter Häretiker immer so einen leichten Brechreiz verspüre. Ich würde statt dessen lieber von einer »Chuzpe der Formlosigkeit« sprechen — vergleichbar einem schlampig in fettfleckiges Geschenkpapier gepacktes Geburtstagspräsent, das mir auch keine rechte Freude machen würde.

Man sollte aber auch nicht ungerecht sein, und vergessen, daß uns allen (mit wenigen, und mir nicht eben sympathischen Ausnahmen!) die lähmende Repressions-Atmosphäre der vorherigen Kirchenära angesichts unserer heutigen Erfahrungen wohl längst unerträglich wäre ... mit ihrem Standesdünkel der Kleriker, mit ihren allgegenwärtigen, bigotten Ge- und v.a. Verboten, mit ihrer allzu oft nur heuchlerisch-verlogenen »Sittlichkeit« etc. etc. — ich habe das in meiner Kindheit noch ein bisserl mitbekommen, und müßte lügen, wenn ich sagte, es ginge mir ab.

»Zwiespältig«, schrieb ich weiter oben. Ebenso zwiespältig, wie ich den heute schon recht betagten letzten Konzils-Dinosauriern gegenüberstehe, die durch das derzeitige Pontifikat eine — späte — Morgenluft wittern und ... ... mir so unsympathisch sind, wie man sich das nur vorstellen kann. Ich weiß, das ist kein Argument (oder wenigstens kein gutes). Aber eine tiefe Antipathie durchzieht meinen Sinn, wenn ich diese Typen sehe: linkskatholisch, gutmenschlich, all diese abgegriffenen Floskeln der Alt-68er-Generation um sich werfend, mit ihrer unerträglichen Mischung aus ständig-gekränkt-sein und Besserwisserei. Auch sie Produkte ebendieses »Konzils der Buchhalter«, unerquicklich in ihrem betulichen Schwulst eines Geschwisterlichkeits-Mystizismus, der glaubt, durch Gitarrenmusik und Turnschuhe zur grünen Sack-Kasel in der Kirche endlich »den Fortschritt« eingeläutet zu haben. Mystiker von der Rotte Rahners — das ist der, der bekanntlich vorhersagte, daß der Christ des dritten Jahrtausends ein Mystiker sein werde, oder er werde nicht mehr sein: was aus dem Munde eines »schlechthinig« (eine seiner typischen Wortprägungen) pedantisch-kleinkarierten Geistes einfach drollig bis peinlich klingt ...

Ach lassen wir's genug sein — ich sagte ja schon: über Sibelius schreibe ich lieber ...


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P.S.: die von Kollegen Severus unlängst angestimmten Jubelrufe werden von ihm jetzt möglicherweise mit Bedauern zurückgenommen. Nun — auch das ist eine Konsequenz meiner Ehrlichkeit, mit der ich eben leben muß ...

Einer der Lieblingskomponisten meiner Jugend

... erblickte heute vor hundertfünfzig Jahren, am 8. Dezember 1865, das Licht (bzw. im hoch nördlich gelegenen Geburtort, Hämeenlinna, wohl eher: das Dunkel) der Welt:

JOHAN JULIUS CHRISTIAN, genannt JEAN SIBELIUS

(rechts sieht man das eher unauffällige Geburtshaus des wohl größten Sohnes dieser mittelfinnischen Stadt).

Jean Sibelius wurde 1865 in Hämeenlinna als Sohn von Christian Gustaf Sibelius und dessen Frau Maria Charlotte, geborene Borg, in eine schwedischsprachige Familie geboren. Janne, wie der Junge zuhause und in der Schule gerufen wurde, wuchs ab 1868, als der Vater starb, als Halbwaise auf. Den Rufnamen hatte Sibelius indirekt seinem Onkel zu verdanken. Der Schiffs-kapitän Johan Sibelius war 1864 auf einer Atlantikfahrt an Gelbfieber gestorben und war innerhalb der Familie eine legendäre Gestalt. Der junge Komponist fand später im Nachlass seines Onkels einen „Packen Visitenkarten, auf denen sein Vorname nach damaliger, unter Handelsschiffern üblicher Sitte auf französisch geschrieben war: Jean Sibelius. Diese Visiten-karten nahm zwei Jahrzehnte später sein Neffe in Gebrauch, als er dabei war, seine Künstler-laufbahn anzutreten.“
berichtet Wikipedia in ihrem — angesichts der ostentativen Geringschätzung, die wegen Theodor W. Adornos hämisch-polemischer Abqualifizierung des finnischen Nationalkomponisten in Deutschland bis heute nach-wirkt — erstaunlich objektiv gehaltenen Artikel, dem auch die näheren biographischen Details entnommen werden mögen.

Lesenswert ist auch ein in der »Wiener Zeitung« in der jüngsten Wochenend-Beilage erschienener Artikel über den Studienaufenthalt, den der junge Kompositions-Student Sibelius 1890/91 in Wien absolvierte (ein Gedenktafel auf der Wieden, dem 4. Wiener Gemeindebezirk, erinnert an das Haus, indem er wohnte), wo er u.a. bei Robert Fuchs (der mit einer der seinerzeit so beliebten Serenaden bereits auf diesem Blog zitiert worden ist) Unterricht nahm.

Meine »persönliche« Begegnung mit dem finnischen Meister fand auf Empfehlung meines Bruders beim Hören einer Schallplattenaufnahme eines seiner populärsten Werke statt: der Karelia-Suite op. 11. Es war m.W. eine Aufnahme mit Hans Rosbaud (dieses großen, und leider fast vergessenen Dirigenten wurde auf diesem Blog bereits gedacht) — oder mit Kurt Sanderling (einem ebenso fast vergessenen »Großen der zweiten Reihe«, leider ...)? Die Rosbaud-Aufnahme läßt sich (vermutlich aus Copyright-Gründen) für mich nicht auf Youtube abspielen — aber hier der Link für erfolgreichere Bemühungen anderer. Diese Interpretation, die ich in meinem Gedächtnis bewahre, ist recht ähnlich der folgenden:


Nun ist die Karelia-Suite, ebenso wie die anderen »Standardstücke«, die als ein bisserl »exotische« Garnierung allzu brav geratener Abonnementkonzerte eingeschoben werden — also: der »Schwan von Tuonela«, »Finlandia« oder »Valse triste« —, zweifellos ein angenehm zu hörendes Werk, aber nichts, was den Weltruhm eines Komponisten rechtfertigen könnte! Und doch verdankt Sibelius seine — v.a. im angelsächsischen Raum ungebrochene — Popularität und weite Verbreitung insbesondere diesen Stücken.

Sicher, auch seine Symphonien nehmen in Amerika im Orchester-Repertoire weitgehend den Platz der (dort wiederum fast unbekannten) Bruckner-Symphonien ein, aber das sind trotzdem Werke, die zwar vom Konzertpublikum mit gewisser »Andacht« gehört werden, und dann doch irgendwie in einer akademisch kultivierten Weihe verbleiben, ohne wirklich ans Herz zu rühren. Eine Ausnahme macht vielleicht die romantisch-schwungvolle Symphonie Nr. 2 in D-Dur, op. 43:


Je später die Symphonie, desto unbekannter, ist man versucht zu sagen — dabei sind sie alle von tiefer Originalität und herber Schönheit, so. z.B. die Nr. 5 (hier in der zu recht gepriesenen Interpretation durch Karajan):


Aber auch in die anderen Symphonien sollte man wenigstens »hineingehört« haben! Hier eine kurze Auswahl an empfehlenswerten Interpretationen:
Nr. 1 (Bernstein) : https://www.youtube.com/watch?v=UJGWz...
Nr. 3 (Vänskä): https://www.youtube.com/watch?v=4kNtcbu6Veo
Nr. 4 (Karajan): https://www.youtube.com/watch?v=zl_q1...
Nr. 6 (Karajan): https://www.youtube.com/watch?v=FChg3...
Nr. 7 (Karajan): https://www.youtube.com/watch?v=XHHfv...

Sibelius verstummte vergleichsweise früh als Komponist — schon in den 1920er-Jahren, und lebte, als lebende Komponistenlegende mit einer Ehrenrente der finnischen Republik in seinem Landhaus noch jahrzehntelang, bis zu seinem Tod am 20. September 1957. Sein letztes großes veröffentliches Werk ist die Tondichtung »Tapiola«, op. 112 (1926), um die mythologische Figur des finnischen Waldgottes — welches seinem kompositiorischen Schaffen einen fürwahr krönenden Abschluß verlieh:


Wenn man dieses großartige Werk, das in so vieler Hinsicht die Quintessenz seines kompositorischen Genies darstellt, gehört hat, versteht man, warum Sibelius mit der Fertigstellung und Veröffentlichung seiner achten Symphonie jahre- und jahrzehntelang rang — und sie schließlich (ohne daß mehr als ein paar Skizzen überlebt hätten) vernichtete, weil er sie nicht für gut genug erachtete. Die tragische Geschichte der vom Komponisten unvollendet vernichteteten Symphonie kann man in der englischen Wikipedia nachlesen.


Wenige Tage vor seinem Tod sah Jean Sibelius einen Schwarm Kranich über sein Landhaus ziehen, wie um Abschied zu nehmen, und war beglückt, die »Vögel seiner Jugend« noch einmal gesehen zu haben. Der Kranich ist in der finnischen Mythologie aber auch der Künder des Todes — und Sibelius soll gegenüber seiner Familie geäußert haben: »Sie kamen, mich zu holen«.

Womit sich Jean Sibelius den abgrundtiefen Haß von Theodor W. Adorno zugezogen hat — dieser sicher spannenden Frage geht ein Artikel in der »Zeit«-Community nach:
Anlässlich des Berliner Sibelius Zyklus mit Simon Rattle war viel von der deutschen Sibelius Rezeption die Rede und geflissentlich tauchte natürlich in jedem Artikel der Verweis auf Adornos Glosse über Sibelius auf, eines selbst für Adorno sehr gehässigen Textes, in dem Adorno kein gutes Haar an Sibelius lässt und der in der Tat lange Zeit in Deutschland seine Spuren hinterließ.
Doch keiner fragt sich was es damit auf sich hat? Was ist dran an Adornos Invektiven und was haben sie uns zu sagen? Sehr oft offenbart gerade der Hass und Abscheu etwas fundamentales über sein Objekt, und natürlich auch über das Subjekt. Allem Apologetentum ist immer auch ein wenig Beschönigung beigemengt, der Hass dagegen ist gnadenlos offenbarend. Tolstois morali-scher Abscheu vor Shakespeare rührt an Tiefstes und offenbart mehr über Shakespeare als das idealisierte Bild, das sich Goethe von Shakespeare machte.
Was ist also der Grund für Adornos Abneigung? Zunächst spielt sicher eine Portion Neid und Enttäuschung eine Rolle. Zwanzig Jahre waren seit dem Aufbruch in die Atonalität vergangen, doch statt der erträumten Vormacht der Neuen Musik der Schönberg Schule war alles mehr oder weniger beim alten geblieben Und statt Schönberg zählte Sibelius, vor allem in den angel-sächsischen Ländern, zu den wenigen zeitgenössischen Komponisten, die sich im Konzertleben dauerhaft etabliert hatten. Das muss Adorno mächtig gegen den Strich gegangen sein.
Doch der Hass, den man bei Adorno spürt, hat noch wesentlich tiefere Ursachen. Was Adorno an Sibelius nicht ertragen konnte, war dessen antiaufklärerische, antimodernistische Haltung. Alles wofür Adorno stand und mit aller Macht seiner immensen rhetorischen Mittel kämpfte, nämlich den Fortschritt und die Vollendung der Aufklärung, das alles spielte für Sibelius nicht nur keine Rolle, sondern wurde geradezu negiert. 
(Hier weiterlesen)
Aber war Sibelius denn wirklich so »anti-aufklärerisch«? Schließlich war er ein prominenter, und durchaus bewußter Freimaurer (der auch einige Musik zu ihren Ritualen beisteuerte) — und einem Freimaurer wird man »anti-aufklärerische« Haltung wohl schwer unterstellen können. Nein, es ging Adorno wohl nicht bloß um »Aufklärung«, sondern um gezielte, marxistisch konnotierte Gesellschafts-Veränderung, zu der er eben auch eine »neue Kultur«, inklusive einer »neuen Musik« postulierte. Pech für ihn, daß seine »neue Musik« einfach nicht angenommen wurde von den Leuten! Planwirtschaft ist auch auf kreativem Gebiet ein Rohrkrepierer. Sibelius hatte diese Frustration auszubaden (Strauss war ja schon tot, und »Nazi« in den wirren Anschauungen eines Salonmarxisten à la Adorno).

Doch wollen wir hoffen, daß die gehässige Kritik allmählich in den Orkus der Geschichte sinkt, und die Werke des finnischen Meisters den Kritikaster siegreich überleben. Vielleicht war es aber auch ein Bonmot, das den »bekennenden Linken« so auf die Palme brachte — mit dem ich diesen Artikel beschließen will. Sibelius merkte einmal — und sicherlich zwischen zwei Zügen aus seinen edlen Zigarren, die er zu rauchen liebte — süffisant an: »Über Musik unterhalte ich mir nur mit Bankiers! Künstler reden doch nur dauernd übers Geld!«

Montag, 7. Dezember 2015

Selten so gelacht ...

Venezuela: Eine linke Bastion fällt

Humberto Lopez, bekannt als 'El Che', kann das Ergebnis der Parlamentswahlen in Venezuela kaum glauben.
Humberto Lopez, bekannt als 'El Che', kann das Ergebnis der Parlamentswahlen in Venezuela kaum glauben. / Bild: (c) REUTERS 
Die Venezuelaner decken sich mit Hamsterkäufen ein. Nach der haushohen Schlappe der Linken bei der Parlamentswahl, ist man gespannt auf die Zukunft.
 (DiePresse.com)
Erst siegt in Argentinien der konservative Mauricio Macri, nun kündigt sich in Venezuela der nächste Umbruch an. Nach einer dramatischen Niederlage bei der Parlamentswahl werden dem sozialistische Präsidenten Maduro Fesseln angelegt werden.
Und gleich nochmal was zum lachen:

Frankreich: Front National triumphiert

Marion Maréchal Le Pen, die Enkelin des Parteigründers
Marion Maréchal Le Pen, die Enkelin des Parteigründers / Bild: APA/EPA/JEROME ROUX 
Die regierenden Sozialisten landen nur auf Platz drei und ziehen erstmals in zwei Regionen sogar ihre Kandidaten zurück, um einen Sieg der Rechtsextremen zu verhindern. Die Konservativen schließen ein Bündnis aus.
[...]
Auf dem zweiten Platz landete ein von Ex-Präsident Nicolas Sarkozys Republikanern angeführtes bürgerliches Parteienbündnis mit rund 27 Prozent. Nach der Niederlage lehnte Sarkozy ein Bündnis gegen die Rechtsextremen ab.
Nein, ich kann dem Front National nur seeeehr schaumgebremst was abgewinnen. Nationalistische Sozen sind mir nicht sympathischer als internationalistische — es ist wie die Wahl zwischen Krebs und Aids ... wer will sowas schon!

Dennoch ist es ein Zeichen, daß weite Teile der Bevölkerung in Frankreich aufgewacht sind, und sich nicht länger von irgendwelchen selbsthassenden, musel-affinen Linken am Nasenring führen lassen. Die Nazikeule entpuppt sich zunehmend als Bühnenattrappe.

Auch die »Konservativen« um Sarkozy wittern offenbar, daß sie sich bei ihren Wählern um den letzten Kredit bringen würden, wenn sie in die Falle der Linken gehen würden. Ich halte Sarkozy zwar etwa so sehr für einen Konservativen, wie ich Daniel Cohn-Bendit für einen anständigen Menschen halte — aber Sarkozy ist nicht dumm! Wenigstens nicht so dumm, wie es die Bürgerlichen in Belgien waren und sind, oder die ÖVP (außer unter Schüssel) etc. etc.

Was einem das Lachen allerdings im Halse steckebleiben läßt, sind die Entwicklungen in Syrien, der Ukraine, oder auch an den Börsen. Obwohl auch über manches an dieser Front, der transatlantischen, sozusagen, nicht ohne (unfreiwilligen?) Humor zu lesen ist:
Der Joschka-Stammtisch: Grüner Atlantiker versucht Geopolitik
07.12.2015
Man kann sich auf Joschka Fischer verlassen: Wenn ein großes Thema vorbeikommt, nimmt er sein Fußbänkchen, stellt sich drauf und kräht.

Von Uli Gellermann

Man kann sich auf Joschka Fischer verlassen: Wenn ein großes Thema vorbeikommt, nimmt er sein Fußbänkchen, stellt sich drauf und kräht. Zuletzt wieder in der SÜDDEUTSCHEN, im atlantischen Zentral-Blatt für neue deutsche Herausforderungen in fremden Ländern. "Die Rückkehr der Geopolitik" ist Fischers Beitrag dort überschrieben und unterstellt, die Geopolitik wäre zeitweilig weg gewesen. 
(Hier weiterlesen)
Es bleibt spannend — auch in der angeblich stillsten Zeit des Jahres ...

Aber, wie ein Poster im »Gelben Forum« süffisant anmerkt:
Nicht immer alles negativ sehen. So ein gesamt-gesellschaftlicher Absturz hat auch Positives.
Nutten für zwei Euro!

verfasst von Tünnes, 06.12.2015, 20:01
http://www.bild.de/news/ausland/prostituierte/preis-faellt-in-griechenland-wegen-wirtschaftskrise-43584680.bild.html
"Die Wirtschaftskrise in Griechenland lässt die Preise für Prostitution ins Bodenlose fallen, berichtet die „Times“.
Für eine Studie der Pantheon Universität seien die Daten von 17 000 Huren ausgewertet worden. Demnach scheinen zum einen die einheimischen Prostituierten osteuropäische Konkurrentinnen vom Markt gedrängt zu haben, zum anderen ging der Basispreis für 30 Minuten Sex von 50 Euro runter auf zwei Euro
."

Sind wir in Deutschland auch schon soweit? Bin in der Branche eher wenig unterwegs.
Aber mit Millionen Armuts"flüchtlingen" zusätzlich zu den Armutseinwanderern aus Osteuropa, die uns die gesegnete EU-Freizügigkeit beschert,
sind doch die Voraussetzungen dafür auch bei uns bestens.[[top]]

Michel Friedmann, Joschka Fischer, der gesamte VW und Hamburg-Mannheimer-Vorstand freuen sich schon wie ein sechsjähriger auf Weihnachten.[[freude]]
Na, dann ...








Anmerkungen zu einem unterschätzten Staats- und Kirchenmann





BENEDICTUS XV.


Anders als in den letzten Tagen dieser Blogpause, als nur die Wappenbilder »für sich selbst« sprachen, möchte ich hier doch ein paar Worte zum Träger des obenstehenden Wappens schreiben. Wikipedia widmet ihm einen durchaus treffenden Artikel, dessen biographische Details zu lesen verlohnt:
Giacomo della Chiesa wurde in Genua, Italien, als Sohn einer markgräflichen Adelsfamilie geboren. Im Jahre 1875 erlangte er den staatlichen Doktorgrad der Rechtswissenschaften. Erst danach gestattete ihm sein Vater das Studium für das Priesteramt; hierzu wurde er Seminarist am Almo Collegio Capranica (Rom). Er schloss die Schule der vatikanischen Diplomatie 1880 mit einem Doktorat in Kirchenrecht ab. Am 21. Dezember 1878 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. Den größten Teil seiner kirchlichen Laufbahn verbrachte er im Vatikan.
Er zählt wohl zu den meist-unterschätzten Päpsten des 20. Jahrhunderts — denn er war zeit seines Pontifikates nie wirklich »populär«, und sein Gedächnis nach dem Tod wurde sicherlich durch die autoritätsgeladene, energische Erscheinung des Nachfolgers, Pius XI, überschattet. Weder in Italien (das ihm seine Wertschätzung für die Aufrechterhaltung der Habsburger-Monarchie verübelte), noch auch in Österreich (dem er als Italiener seit dem treubrüchigen Verhalten des Dreibund-Verbündeten Italien irgendwie suspekt war), noch auch auf Seite der Entente-Mächte, denen seine ständigen Bemühungen um Frieden bloß die aufgeheizte Haßkampagne gegen »die Hunnen« zu stören drohten.

Der deutsche Diplomat und Schriftsteller Harry Graf Keßler, aus dessen höchst lesenswerten »Tagebüchern 1918-1937« in anderem Zusammenhang bereits zitiert wurde, findet dort in einigen Einträgen bemerkenswert treffende Einschätzungen über ihn — und manch eher »schräge« dazu, wie beispielsweise diese hier:
Berlin, 7. Februar 1919. Freitag
Wieland Herzfelde bei mir, Ich skizziere ihm meine Auffassung der Weltlage. Drei große Ideen und Machtkomplexe, die wirklich international sich in die Welt teilen und einander bekämpften: Klerikalismus, Kapitalismus und Bolschewismus; der Kapitalismus mit Einschluß seiner Ausgeburten Militarismus und Imperialismus. Die drei sybmbolischen Männer der Zeit: der Papst, Wilson und Lenin, jeder mit einer ungeheuren, elementar fundierten Gewalt und Völkermasse hinter sich.
(Kessler, Tagebücher, insel taschenbuch, S 121)
Zutreffender wohl seine Beschreibung des Verstorbenen (Harry Graf Keßler weilte damals gerade in Rom):
Rom, 22. Januar 1922. Sonntag
Der Papst ist heute früh um sechs gestorben. Er war keine große, aber eine hervor-ragend für seine Stellung passende Persönlichkeit: das genau richtige Rad in der gewaltigen Maschine der Kirche und der noch gewaltigeren der Welt. Eiskalt, klug, aber mit der nötigen Borniertheit begabt, ziemlich tempramentvoll und unter der Eiskruste des Weltmannes und Diplomaten sogar gütig. Ich sehe ihn noch als kleinen, weißen, hinkenden Landpfarrer hereinkommen, dann kurz und scharf sprechend, ein Männchen ohne jeden souveränen Glorienschein. Man bekam den Eindruck, daß er viel Ärger im Leben gehabt habe und daß etwas von diesem Ärger, wie Pulverdampf noch lange nach einer Schießerei, immer in seiner geistigen Atmosphäre mitschwebte. [...]

Rom, 23. Januar 1922. Montag
Öffentliche Aufbahrung und Ausstellung des Papstes in der Peterskirche. Man wurde in einer ungeheuren, nicht abbrechenden Menschenmenge zwischen Holzschranken und einem Spalier von italienischen Soldaten vorbeigepreßt. Der Papst lag vor dem Altar in einer Seitenkapelle auf einem etwa mannshohen, purpurbeschlagenen Gerüst zwischen Kerzen und unbeweglich stramm präsentierenden Nobelgarden im päpstlichen Ornat, roten Schuhen, roten Handschuhe schräg aufgerichtet da, das Gesicht im Tode von großer Schönheit und Hoheit, etwas angeschwollen und dadurch fast kindlich rein und faltenlos. Das Kindliche überwog und wirkte in dem umgebenden Pomp ergreifend hoheitsvoll. Um so unsäglich roher und empörender diese gaffende Menschenmenge, die völlig teilnahmslos, lachend, Witze machend sich vorbeischob. Ich sah nicht ein ergriffenes Gesicht. Der eisige Regentag, der die Kirche ganz mit einem trüben, ausdruckslosen Grau erfüllte, erhöhte den Eindruck der Gleichgültigkeit, der völligen Teilnahmslosigkeit der Welt an diesem Toten.
(a.a.O., S. 276 f.)
Nun — war er wirklich bloß zwar »keine große, aber eine hervorragend für seine Stellung passende Persönlichkeit«, wie Keßler meint? Das hängt davon ab, was man als Charakteristikum der »großen Persönlichkeit« ansieht. Wer beeindruckendes, oder auch alle Herzen gewinnendes Auftreten anführt, der wird im kühlen, diplomatisch geschliffenen Papst Benedikt XV in der Tat nur das richtige Rad in der gewaltigen Maschine erblicken können. Wer freilich vor allem geistige Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit als Kriterium sieht — der kann diesem Papst die Bewunderung für seine Größe nicht versagen! Denn von allem Anfang seines Pontifikats an hat Papst Benedikt XV — und damit ganz im Gegensatz zu den Staatsoberhäuptern und den meisten (!) Kirchenführern und -fürsten jener Tage, als der Krieg noch jung und die »patriotische« Begeisterung noch groß war! — stets diesen Krieg als Greueltat angeprangert. In seiner berühmten Exhortatio vom 28. Juli 1915, dem Jahrestag des Kriegsausbruches, »Allorché fummo chiamati« schreibt er ganz unverblümt: »Der Krieg ist eine grauenhafte Schlächterei!«
Als Wir ohne unser Verdienst auf den Apostolischen Stuhl berufen wurden zur Nachfolge des friedliebenden Papstes Pius X., dessen heiliges und segensreiches Leben durch den Schmerz über den in Europa entbrannten Bruderzwist verkürzt wurde, da fühlten auch Wir mit einem schaudernden Blick auf die blutbefleckten Kriegsschauplätze den herzzerreißenden Schmerz eines Vaters, dem ein rasender Orkan das Haus verheerte und verwüstete. Und Wir dachten mit unausdrückbarer Betrübnis an unsre jungen Söhne, die der Tod zu Tausenden dahinmähte, und Unser Herz, erfüllt von der Liebe Jesu Christi, öffnete sich den Martern der Mütter und der vor der Zeit verwitweten Frauen und dem untröstlichen Wimmern der Kinder, die zu früh des väterlichen Beistands beraubt waren. Unsre Seele nahm teil an der Herzensangst unzähliger Familien und war durchdrungen von den gebieterischen Pflichten jener erhabenen Friedens- und Liebesmission, die ihr in diesen unglückseligen Tagen anvertraut war. So faßten Wir alsbald den unerschütterlichen Entschluß, all Unsre Wirksamkeit und Autorität der Versöhnung der kriegführenden Völker zu weihen, und dies gelobten Wir feierlich dem göttlichen Erlöser, der sein Blut vergoß, auf daß alle Menschen Brüder würden.

Die ersten Worte, die Wir an die Völker und ihre Lenker richteten, waren Worte des Friedens und der Liebe. Aber Unser Mahnen, liebevoll und eindringlich wie das eines Vaters und Freundes, verhallte ungehört! Darob wuchs Unser Schmerz, aber Unser Vorsatz wurde nicht erschüttert. Wir ließen nicht ab, voll Zuversicht den Allmächtigen anzurufen, in dessen Händen Geist und Herzen der Untertanen und Könige liegen, und flehten ihn an, die fürchterliche Geißel des Krieges von der Erde zu nehmen. In Unser demütiges und inbrünstiges Gebet wollten Wir alle Gläubigen einschließen, und, um es wirksamer werden zu lassen, sorgten Wir dafür, daß es verbunden wurde mit Übungen christlicher Buße. Aber heute, da sich der Tag jährt, an dem dieser furchtbare Streit ausbrach, ist Unser Herzenswunsch noch glühender, diesen Krieg beendigt zu sehn; lauter erhebt sich Unser väterlicher Schrei nach Frieden. Möge dieser Schrei das schreckliche Getöse der Waffen übertönen und bis zu den kriegführenden Völkern und ihren Lenkern dringen, um die einen wie die andern mildern und ruhigern Entschlüssen geneigt zu machen.
(Hier weiterlesen)
Hätte Benedikt XV kein anderes Verdienst, als diesen Ruf nach Frieden ausgestoßen zu haben, man könnte ihm »Größe« wohl nicht absprechen — doch er hat noch viele andere: von der Fertigstellung der Neukodifikation des kanonischen Rechts (CIC 1917), über die Stabilisierung der Beziehungen zum laizistischen Frankreich, die Etablierung eines modus vivendi mit Italien, bis zur Eindämmung der innerkirchlichen Verketzerung mißliebiger Personen unter dem Deckmantel des Antimodernismus ...

Es gab gute Gründe, warum ein anderer, geistig bedeutender Papst durch die Wahl seines Namens auf diesen zu Unrecht fast vergessenen Vorgänger aufmerksam machte.

Sonntag, 6. Dezember 2015

»Die Patin«

Wenn man sich die Vorgänge der letzten Tage, Wochen und Monate so ansieht, kann man Prof. Höhler in ihrem Befund nur zustimmen:










Einer der (leider weitgehend vergessenen) Großen ...





PIUS XI


Samstag, 5. Dezember 2015

Rechtzeitig zum »Krampus«

... (der vielerorts bekanntlich am Abend vor St. Nikolaus stattfindet) die passenden Drecksfressen zum Abgrausen:


Leute: jagt die Politkriminellen doch endlich mit dem nassen Fetzen davon!

Blogpause 5. Dezember





PIUS XII..


»Amoklauf in USA: Täter "lebte den amerikanischen Traum"«

... titelte »DiePresse«. Ach wirklich — der Pakistan-stämmige Muselmane Syed Rizwan Farook und seine aus den Landen des Islamfaschismus importierte Frau Tashfeen Malik stürmen  mit Waffen und Rohrbomben ein Behindertenheim und richten ein bestialisches Blutbad an — und dann heißt's: »Die Polizei schließt einen Terrorakt nicht aus«! Geht's eigentlich noch gut? Und das alles unter der desinformativen Schlagzeile: »Täter "lebte den amerikanischen Traum"« ...

Darf man vielleicht auch »nicht ausschließen«, daß unsere Journaillisten, die derartig heuchlerischen Bullshit verbreiten, schlicht und einfach charakterlose Arschgeigen sind, die den Mächtigen nach dem Mund schreiben, und auf deren Fingerzeig hin die Wahrheit verbiegen, daß ein Goebbels posthum noch etwas lernen könnte von ihnen?

Darf man vielleicht auch »nicht ausschließen«, der jetzt Betroffenheit mimende Mulatte im Weißen Haus mahne »... in einer ersten Reaktion auf die Ereignisse ein Mal mehr eine Verschärfung der laxen Waffengesetze an« — weil es das letzte Mal (nach Newtown, man erinnert sich, vor drei Jahren) leider, leider nicht geklappt hat, die Untertanen der US-Machthaber zu ebenso wehrlosen Schießbuden-Figuren zu machen, wie die entwaffneten Bürger bei uns, die auf Gedeih und Verderb auf den Schutz durch unsere Polizei angewiesen sind — weil de facto nur mehr Bullen und eben die Gangster Waffen besitzen?!

Und wenn die Polente auf Flüchtlingsbetüdelung und Willkommenskulturtreff abkommandiert wird, dann hat Otto Normalverbraucher halt die Arschkarte gezogen, wenn bei ihm eingebrochen wird, oder die Tochter vergewaltigt, oder der Opa in der U-Bahn-Station von kulturbereichernden Elementen zu Brei geschlagen und/oder vor den Zug getreten wird.

Wenn es was gibt, was ich bedauere, dann das: warum hat dieses Verbrecherpaar sich eigentlich arme behinderte Kinder ausgesucht, um sie abzuknallen? Sie hätten weitaus lohnendere Ziele finden können. Und, nein — ich werde nicht sagen, wo ...

Man kann nicht so viel fressen, wie man angesichts dieses verlogenen Packs kotzen möchte!

Freitag, 4. Dezember 2015

Blogpause 4. Dezember





IOANNES XXIII



Donnerstag, 3. Dezember 2015

Interruptio intermissionis altera

Einfach köstlich — das kleine Großmaul flüchtet zu Mama Backaromas Rockzipfel, bevor ihm die freche Schnauze mit dem Gürtel versohlt wird ...



»Vielleicht weiß nur Allah, warum sie das gemacht haben. Wer glaubt, daß sich die Maßnahmen gegen die Türkei auf Handelssanktionen beschränkten, irrt sich. Allah beschloß, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, und hat sie um den Verstand gebracht«, meinte Putin in seiner heutigen »Rede an die Nation«. 

»DiePresse« bringt dazu einen relativ neutral gehaltenen Artikel (im Gegensatz etwa zu n-tv, wo die »schrillen Töne« Putins gerügt werden), unter welchem recht eindeutige Lesermeinungen klarmachen, daß die Stimmung in der österreichischen Bevölkerung offenbar nicht auf Seiten des GröTAZ und seiner NATO-Gefolgsleute ist:
Die Nato ist hypernervös, weil sie merkt: Im Falle eines russischen Sieges in Syrien kommt die Wahrheit über das Verhältnis des Nato-Mitglieds Türkei zum Islamistischen Terror (IS) ans Licht. Wenn die Flüchtlinge zurückkehren können, fehlt Erdogan plötzlich das Faustpfand für seine Erpressung. Es ist eindeutig, wer in diesem Konflikt ein Interesse an einer Eskalation hat.
oder:
"Nur Allah weiß, warum sie das gemacht haben"
Na ja, Herr Putin, das war aber jetzt schon etwas übertrieben. Die Drahtzieher im Hintergrund und eine handverlesene Gruppe ihrer Handlanger (Obama und einige wenige NATO-Größen) werden es ja wohl auch wissen...
Es gibt ein Sprichwort, das wir schon in der Volksschule gelernt haben: »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...«. Vielleicht sollte der GröTAZ nach all den Lügen seiner politischen Karriere (und unsere Journaille bei ihrer täglichen Arbeit) mal darüber nachdenken, warum dieser Satz den Rang eines Sprichworts bekommen hat ...

Wenn Sie's ein bisserl unverblümter formuliert lesen wollen — bei Mike Whitney werden Sie geholfen:
Erdogan Blackmails NATO Allies
Mike Whitney
December 3, 2015

You know the country has really gone to the dogs when Washington’s main allies in its war on Syria are the two biggest terrorist incubators on the planet. I’m talking about Saudi Arabia and Turkey, both of which are run by fanatical Islamic zealots devoted to spreading violent jihad to the four corners of the earth. Not that the US doesn’t have blood on its hands too. It does, but that’s beside the point.

The point is that if you’re trying to sell your fake war on terror to the public, then you might want to think twice about lining up with Grand Sultan Erdogan and King Chop-Chop of Riyadh. The optics alone should have sent the White House PR team running for cover. I mean, couldn’t they have hired squeaky-clean Iceland to join the fray just to persuade the public that the ongoing proxy war wasn’t a complete sham. Which it is.
Hier weiterlesen. Es lohnt sich!

Blogpause 3. Dezember



PAULUS VI

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Blogpause 2. Dezember




IOANNES PAULUS I ...

Dienstag, 1. Dezember 2015

Intermissio interrupta

Zu einem Zitat aus der Badischen Zeitung auf Ortner-Online:
Die Türkei führt die EU am Nasenring durch die Manege

„Als Gipfel der Verlogenheit könnte das Treffen des türkischen Premierministers Davutoglu mit den europäischen Regierungschefs in die Geschichte eingehen. Ratspräsident Donald Tusk sagte, es gehe nicht darum, den Schutz der europäischen Balkangrenze auf die Türkei abzuladen – in Wahrheit geht es um nichts anderes (…) Präsident Erdogan hat Davutoglu vorgeschickt, um seinen Landsleuten zu demonstrieren, dass er Kurden bombardieren, russische Flugzeuge vom Himmel holen und die Meinungsfreiheit unterdrücken kann, ohne Konsequenzen der EU fürchten zu müssen. Es sieht so aus, als ob diese Kalkulation zu hundert Prozent aufgeht.“ (Badische Zeitung)

Ein Gastkommentar
(wie schon öfters) von Fragolin*)

Jaja, die lieben Türken. Im Süden unterstützen sie die Terroristen, weil sie a) billiges Öl aus syrischen Ölfeldern in türkische Raffinerien liefern, womit man einige Milliarden verdient, und als positiver Nebeneffekt b) eine Flüchtlingswelle lostreten, die die Türken dann ungebremst Richtung EU weiterleiten, um diese dann zu erpressen, um die erklärte Ausweitung des Islam auf Europa und den Anspruch auf mehr Machtbeteiligung in der EU voranzutreiben und nebenher noch ein paar Milliarden zu lukrieren.

Türkische Journalisten, die solches offenlegen, landen im Kerker, und können noch froh sein, keine Kugel zwischen die Augen zu bekommen. Eines muss man dem größenwahnsinnigen Sultan vom Bosporus lassen: Er ist ein weit geschickterer Schachspieler als unsere EU-Granden, die mit einer einfachen Partie uno schon überfordert wären. Das hat er mit dem Bonsaizaren gemeinsam ...

1. Dezember 2015 - 08:58

Nachtrag zu der innenpolitischen Machtdemonstration des Sultans: der Geheimdienstoffizier Putin, in seinem kleinen Finger intelligenter als die ganze EU-Führungsriege aus abgehalfterten Sparkassen-direktoren und Buchhändlern, hat das Spiel sofort durchschaut und greift Erdogan genau an der richtigen Stelle an: Er verlangt eine Entschuldigung. Genau das, was Erdogan niemals tun kann, ohne vor den eigenen Landsleuten das Gesicht des Großen Führers zu verlieren. 

Sich einem Ungläubigen zu unterwerfen, sein Haupt vor diesem zu beugen, wäre der innenpolitische Tod eines radikalmuslimischen Herrschers. Und Putin genießt das lächelnd, denn das ist ein Spiel, das er beherrscht. Absolutistische Diktatoren kann man nur bei der Ehre erpressen. Aber diesen Begriff kennen unsere Schwachmatiker gar nicht ...


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*) dessen Posting auf Ortner-Online einfach zu gut ist, um in einem Kommentarthread sang- und klanglos im Orkus des OO-Archivs zu verschwinden!

Blogpause 1. Dezember





  IOANNES PAULUS II