Samstag, 6. September 2014

Pierre de Ronsard

... wurde am 6. September 1524, also heute vor 490 Jahren geboren (bis zum Jahre 2024, wenn sein Halb-Milleniums-Gedächtnis anstünde, wollen wir sicherheitshalber nicht warten, denn sowohl LePenseurs Lebensalter, und noch mehr die derzeitigen Umtriebe in der Ukraine lassen die Aussicht, dann noch eines französischen Lyrikers der Renaissancezeit gedenken zu können, wenigstens zweifelhaft erscheinen). Was über Ronsard zu wissen nötig ist, kann man bspw. hier nachlesen (und natürlich bei Tante Wiki, die für diese Zwecke durchaus brauchbar ist) — warum aber ein Gedächtnis gerade auf diesem LePenseur-Blog ...?

Die Erklärung liefert — wieder einmal — eine Jugenderinnerung an den musikalischen Jahresregenten Richard Strauss, näherhin an seine späte Oper Capriccio. In diesem »Konversationsstück für Musik« geht es kurz gesagt um die Frage, ob die Musik oder die Worte in einer Oper entscheidendere Bedeutung hätten. Das Libretto in seinem glatten Konversationston läßt nicht vermuten, daß nicht weniger als fünf Autoren (darunter auch der Komponist) darin ihre Hände im Spiel hatten (wenn auch nur einer von ihnen, der Dirigent Clemens Krauss, offiziell erwähnt wird). Daß die Musik mit zum Schönsten und Reifsten, das Richard Strauss je geschrieben hatte, gehört, bedarf keiner besonderen Erwähnung ...

In dieser geistreich dahinfließenden Konversation spitzt sich die Thematik dramatisch zu anläßlich eines Sonetts, das einer der beiden Verehrer der Gräfin, der Dichter Olivier, verfaßt, und das daraufhin flugs von seinem Konkurrenten, dem Musiker Flamand, improvisierend vertont wird. Es ist eine Oper über die Oper, in der auf der Bühne Bühne gespielt wird — die Inszenierung aus der Pariser Oper bringt diesen Charakter des »Spieles im Spiel« recht originell herüber (der etwas gewollt wirkende Kostüm-Mix ist freilich etwas gewöhnungsbedürftig — aber das sind peccata minora ...):


Und dieses Olivier'sche Sonett — ist in Wahrheit eines von Pierre de Ronsard! Keineswegs schlecht übersetzt von einem »Dilettanten« der Dichtkunst — dem damals dem Zenit der Karriere zustrebenden Nachwuchsdirigenten Hans Swarowski (der freilich zu jener Zeit auch noch eine ganze Reihe von Opernlibretti übertrug):
Kein andres, das mir so im Herzen loht,
Nein, Schöne, nichts auf dieser ganzen Erde,
Kein andres, das ich so wie dich begehrte,
Und käm' von Venus mir ein Angebot.

Dein Auge beut mir himmlisch-süße Not,
Und wenn ein Aufschlag alle Qual vermehrte,
Ein andrer Wonne mir und Lust gewährte
Zwei Schläge sind dann Leben oder Tod.

Und trüg' ich's fünfmalhunderttausend Jahre,
Erhielte außer dir, du Wunderbare,
Kein andres Wesen über mich Gewalt.

Durch neue Adern müßt' mein Blut ich gießen,
In meinen, voll von dir zum Überfließen,
Fänd' neue Liebe weder Raum noch Halt.  
Im französischen Originaltext  klingt das dann so:
Je ne saurois aimer autre que vous,
Non, Dame, non, je ne saurois le faire:
Autre que vous ne me sauroit complaire,
Et fust Venus descendue entre nous. 

Vos yeus me sont si gracieus et dous,
Que d'un seul clin ils me peuvent defaire,
D'un autre clin tout soudain me refaire,
Me faisant vivre ou mourir en deux cous. 

Quand je serois cinq cens mille ans en vie,
Autre que vous, ma mignonne m'amie,
Ne me feroit amoureus devenir. 

Il me faudroit refaire d'autres venes,
Les miennes sont de vostre amour si plenes,
Qu'un autre amour n'y sauroit plus tenir.
Wie man erkennen kann, ist Swarowski mit großer Texttreue vorgegangen, und hat es doch geschafft, ein nicht bloß fehlerfreies, sondern ein sogar sehr poetisches Sonett daraus zu machen, welches die Begeisterung der Gräfin (und die zündende Inspiration des Konkurrenten, des Komponisten) durchaus begreiflich macht. Im weiteren Verlauf (und hier treibt die Inszenierung das »Spiel im Spiel« auf die Spitze) erscheint das vertonte Sonett nochmals, zu Ende der Oper, gesungen von der Gräfin (die sich selbst dabei mit ihrem Bruder ebenso wie Dichter, Komponist und Operndirektor aus der Loge beim Singen zusieht). Dem geht freilich jene kurze »Mondscheinmusik« voran, in der der Melodiker Richard Strauss in altersloser Schönheit Musik aufblühen läßt:





Ein etwas boshafter Poster schrieb unter das letzte Video: »... a self-absorbed diva played by a self-absorbed diva (who can sing but ... well, the sottilissimo facial contortions do not equal acting) whose voice says it all. oh, and she has a pretty face, too.« Doch seien wir nicht so süffisant, sondern geben der Gräfin das Wort, zwei Mal. Zum ersten in ihrer Reaktion unmittelbar nach dem ersten Hören des vertonten Gedichtes im Terzett:
GRÄFIN
Haben ihm die Worte die Melodie vorgesungen? War diese schon harrend bereit, die Worte liebend zu umfangen? Trägt die Sprache schon Gesang in sich, oder lebt der Ton erst getragen von ihr? Eins ist im andern und will zum andern. Musik weckt Gefühle, die drängen zum Worte. Im Wort lebt ein Sehnen nach Klang und Musik.

OLIVIER
gleichzeitig
Vernichtet der Reim - die Sätze zerstückelt, willkürlich zerlegt in einzelne Silben, in kurz und lang ausgehaltene Töne! Sie nennen es »Phrase«, die Herren Musikanten! Wer achtet nun noch auf den Sinn des Gedichts? Die schmeichelnden Töne, sie triumphieren! Der Glückliche! Auf meiner Worte Stufen steigt er zu leichtem Sieg.

GRÄFIN
zum Dichter
Wie schön die Worte, kaum kenn' ich sie wieder! Wie innig ihr Ausdruck und stürmisch ihr Werben! Nun, Olivier, Sie schweigen - Sie denken? ruhig Sind Sie mit meiner Kritik nicht zufrieden?

OLIVIER
Ich überlege, ob das Sonett nun von ihm ist oder von mir. Ist es nun ihm eigen, oder noch mein?

GRÄFIN
Wenn Sie erlauben, gehört es jetzt mir! Als schönes Geschenk des heutigen Tages. 
Und dann noch die letzten Minuten des Werkes, nachdem sie das Sonett selbst gesungen hatte:
Sie erhebt sich und geht leidenschaftlich bewegt auf die andere Seite der Bühne
Ihre Liebe schlägt mir entgegen, zart gewoben aus Versen und Klängen. Soll ich dieses Gewebe zerreissen? Bin ich nicht selbst in ihm schon verschlungen? Entscheiden für einen? Für Flamand, die große Seele mit den schönen Augen – Für Olivier, den starken Geist, den leidenschaftlichen Mann?
Sie sieht sich plötzlich im Spiegel
Nun, liebe Madeleine, was sagt dein Herz? Du wirst geliebt und kannst dich nicht schenken. Du fandest es süß, schwach zu sein, – Du wolltest mit der Liebe paktieren, nun stehst du selbst in Flammen und kannst dich nicht retten! Wählst du den einen – verlierst du den andern! Verliert man nicht immer, wenn man gewinnt?
zu ihrem Spiegelbild
Ein wenig ironisch blickst du zurück? Ich will eine Antwort und nicht deinen prüfenden Blick! Du schweigst? – O, Madeleine! Madeleine! Willst du zwischen zwei Feuern verbrennen? Du Spiegelbild der verliebten Madeleine, kannst du mir raten, kannst du mir helfen den Schluß zu finden für ihre Oper? Gibt es einen, der nicht trivial ist? –

HAUSHOFMEISTER
Frau Gräfin, das Souper ist serviert.

Die Gräfin blickt lächelnd ihr Spiegelbild an und verabschiedet sich von diesem graziös mit einem tiefen Knix. – Dann geht sie in heiterster Laune, die Melodie des Sonetts summend, an dem Haushofmeister vorbei langsam in den Speisesaal.
LePenseur wagt nicht zu sagen, ob dieser Schluß auch nach dem Geschmack Pierre de Ronsards ausgefallen ist — doch daß er in seinem schwerelosen Offenbleiben aller Fragen einer der gelungensten Operschlüsse überhaupt ist, steht für ihn außer Frage ...

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P.S.: wer die ganze Oper, mit Kiri Te Kanawa als Gräfin in einer insgesamt sehr stimmigen Aufführung (San Francisco 1993) sehen möchte: hier ist sie, und das Libretto zum Mitlesen hier.


Freitag, 5. September 2014

»Winkelzüge eines Herrschers – Putin gibt den Partisan«

... dichtete gestern im FAZke-Feuilleton ein seltsamer Vogel namens Geyer:
Pünktlich zum Auftakt des Nato-Gipfels ist Wladimir Putin in die Friedensrolle geschlüpft. Einen Krieg in der Ukraine gibt es für ihn nicht, zumindest keinen, an dem er selbst beteiligt ist. Wo steht der Feind überhaupt noch?

Wo steht der Feind? Für einen Moment hat er sich unsichtbar gemacht. Punktgenau zum Nato-Gipfel, bei dem über das weitere Vorgehen gegen Russland beraten wird, ist Putin in die Rolle des fairen Gegners geschlüpft. Sein verdeckter, nicht erklärter Krieg gegen die Ukraine ist die Aggression eines Feindes, in ihrer Unberechenbarkeit keiner rechtlichen Kategorie verpflichtet. 

(Hier weiterlesen)
»Für wen werden solche Artikel eigentlich geschrieben?«, fragte mich ein Freund nach der Lektüre staunend. Berechtigte Frage! Für die Karriere, vermutlich. Ein braver Hund apportiert halt jedes Hölz'l (für Piefkes: »Stöckchen«), das man ihm hinwirft ...

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P.S.: PPQ bringt's wie immer auf den Punkt: »Der teuflische Sieben-Punkte-Plan des irren Kleml-Despoten«

P.P.S.: à propos »dichten« — auf PPQ wird seit Tagen die beste Putin-Ode gekürt. Da bleibt kein Auge trocken — und wenn Geyer obiges Poem in Prosa halt ein bisserl in Reime bringt, kann er da immer noch mit intakten Prämierungschancen mittun. Obwohl ... gegen das bei »Eulenfurz« gebrachte Gedicht ist wirklich nicht leicht zu bestehen:
Fern in Rußland an der Moskwa,
Roter Kreml Nummer 8,
wohnt der Massenmörder Putin,
der schon manchen umgebracht.
Putin hat auch ein’ Gehilfen,
Edathy hieß dieser Mann.
Dieser lockte mit Behagen
alle kleinen Jungen an.


Warte, warte nur ein Weilchen,
bald kommt Putin auch zu dir,
mit dem kleinen Hackebeilchen,
macht er Schabefleisch aus dir.
Aus den Augen macht er Sülze,
aus dem Hintern macht er Speck,
aus den Därmen macht er Würste
und den Rest, den schmeißt er weg.
Aber da muß er halt durch, der Geyer!

»The Insidious Power of Propaganda«

... nennt sich ein exzellenter Artikel von Karel van Wolferen auf »The Unz Review«, dessen Lektüre nur wärmstens empfohlen werden kann:
To study the effects of political propaganda in what used to be called the ‘free world’ there could hardly be a better time than now. We are living through an in stance of insidious propaganda that has clean contours. It fills a common need. In a period of large-scale slaughter and other man-made disaster the morally conscious person can do with some clear categories of good and bad, desirable and despicable. Political certainty, in other words. You can even sell wars using ‘moral clarity’ as a sales pitch, as happened with Iraq and Afghanistan.
Good-evil classification is easy enough when we have imprisoned journalists decapitated by jihadis. Those who “will do something about that” are automatically placed in the ‘good guys’ category. But there is a problem of murkiness in this sample. Syria’s Assad has been listed for years at the top of the bad guy list, and yet he appears to be changing into something of an ally of those who are intent now on setting things straight. On top of which, the fact that the radical Islamists out of which ISIS emerged were funded and encouraged by the United States and its Arab allies is not a deep secret, and the fact that none of this mayhem would now exist were it not for the sorcerer’s apprentice effect of the decapitation of the Iraqi state in 2003 has been pretty much agreed on.
So ganz en passent läßt Karel van Wolferen noch ein kleines Bömbchen hochgehen, wenn er schreibt:
The story of the downed plane with 298 dead people is no longer news, and the investigation as to who shot it down? Don’t hold your breath. Last week Dutch viewers of a TV news program were informed about something that had been doing the rounds on inter net samizdat: the countries participating in the MH17 investigation have signed a non disclosure agreement. Any of the participants (which include Kiev) has the right to veto publication of the results without explanation. The truth about the cause of the horrifying fate of the 298 appears to have been already settled by propaganda. That means that although there has been no shred of evidence that the official story of the ‘rebels’ shooting down the plane with Russian involvement, it remains a justification for sanctions against Russia.
 Ist doch hübsch! die Ukraine, die den Vogel vermutlich abgeschossen hat, kann jede Aufklärung per unbegründetem Veto verhindern, aber die Story wird als Aufhänger benutzt, einen Krieg anzuzetteln. Manchmal hätte man Lust, diese ganzen — pardon l'expression — Arschlöcher von Politurks einfach flächendeckend zuzukotzen ...
»Die Presse« informiert uns:
Generalsekretär Rasmussen will den Trend zu immer niedrigeren Budgets umkehren. Die Nato sei "kein Relikt des Kalten Krieges". 
Na, der Witz ist gelungen! Hätte dem drögen Rassi, der sonst immer wie der Dressman aus dem Altherren-Katalog von Kleiderbauer rumläuft, garnicht so viel Humor zugetraut ...

Donnerstag, 4. September 2014

»Putin ist kein Partner mehr – er ist Gegner«

Meint der WDR mit einem Kommentar von Rolf-Dieter Krause. Der Kommentar-Thread wurde bereits nach 32 Kommentaren geschlossen. Da nicht sicher ist, wie lange diese Kommentare überhaupt noch gelesen werden können — hier sind sie:

Kommentare

"Putin ist kein Partner mehr - er ist Gegner"

Mag sein, dass Putin jetzt mehr Gegner geworden ist, aus Sicht der Westpolitik, aber westliche politische Vorurteile aus der letzten Zeit haben die Gräben noch vertieft! Eigentlich hätte man doch von vornherein Putin nicht als Partner sehen dürfen, wenn es um die russische Politik geht, die Putin vertritt und diese dem Westen doch nie gefiel und trotzallem duldete man es doch und machte Geschäfte mit Putin, sogar Rüstungsgeschäfte und das ist irgendwie eigenartig und das zusätzlich mit dem Wissen, dass sich Russland nicht dem Westen nähern wird!

Danke Herr Krause

Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Danke dass Sie sich so exponieren obwohl es vorhersehbar äußerst laute und respektlose Reaktionen geben wird. Danke, dass Sie noch immer den Mut haben, den es braucht um die Dinge beim Namen zu nennen. Danke.

Putin kann sich entspannen

Die Regierungschefs der drei baltischen Staaten sagen zwar völlig zurecht: "Die anhaltende militärische Aggression gegen die Ukraine ist nicht nur eine Bedrohung für das Überleben der Ukraine, sondern auch für unsere Sicherheit."
Aber Obama erklärte, die Politik der NATO sei nicht gegen irgendein Land gerichtet. "Wir sind eine Allianz von Demokratien, die sich ihrer eigenen kollektiven Verteidigung verschrieben haben"
Also sollte Putin sich entspanen. Die Nato verdient Respekt, aber sie bedroht niemanden.

Ich kann und will so etwas nicht mehr hören

Wann reden Journalisten endlich wieder von Tatsachen und nicht nur über Vermutungen ...
Medien, gerade öff.rechtl., sollten die Wirklichkeit abbilden und nicht Meinungen oder Stimmungen erzeugen.
Was haben wir denn in den letzten Wochen, einschließlich heute, alles aus Kiew gehört?
Musste nicht auch die TS schon "Übersetzungsfehler" einräumen?
Wie oft haben wir aus den USA gehört: wir haben Beweise. Gesehen haben wir bis heute keine. Trotzdem machen wir mit.
Wenn es wirklich nur um polnische Äpfel gehen würde, wäre es mir egal. Aber es geht um Krieg oder Frieden. Aber leider geht es einigen auch um ihre eigenen wirtschaftliche Interessen.
Jetzt, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, soll eine neue gebaut werden. Unfassbar.
Die Arbeit von so vielen für ein friedliches Miteinander in Europa wird einfach so über den Haufen geworfen.

So starke Kriegshetze habe ich schon lange nirgendwo gelesen.

Ich vermute, dass das Erklären eines uns nicht angreifenden Landes zum Gegner eine einseitige Kriegserklärung ist und so auch verstanden wird. Sollte diese Äußerung dienstlich geschehen und darauf abzielen, bei den regierenden Politikern Deutschlands Kriegslust zu entfachen, dann ist das bereits Vorbereitung eines Angriffskrieges. Das steht bei uns eindeutig unter Strafe. Ebenso wie das Überweisen von 500 Mio. € zur Fortsetzung einer Invasion gegen den erklärten Volkswillen einer Region, die sich beim Putsch in Kiew nicht genug gehört empfindet, aber statt Verhandlungen eine Invasion und Vertreibung von 1 Mio. Einwohner (ethnische Säuberung) bekam.

Das ist reine Kriegsrethorik!

Passend zu Obamas Gewaesch.
Waehrend Putin auf Ende der Kaempfe setzt und auch rethorisch entspannt,tut der Westen genau das Gegenteil. Wie immer folgt die Presse den Worten Obamas folgsam und kritiklos .Wer Putin als Feind darstellt, reiht sich natlos in die Reihe der Kriegstreiber ein.
Fuer mich ist das nicht mehr nachvollziehbar. Ich will Frieden.

Ich glaub's nicht

Es riecht verdaechtig nach Stimmungsmache fuer eine militaerische Auseinandersetzung. Man macht aus Putin einen Gegner, weil man einen braucht.
Rolf-Dieter Krause plappert Obama nach und bekommt bei ARD eine Plattform. Sind denn jetzt alle verueckt geworden ?

Mut ist das Letzte...

was momentan benötigt wird um sich als Nato-Pressessprecher und Rüstungslobbyist zu betätigen. Damit ist Herr Krause voll auf Linie mit den meisten seiner Kollegen, welche, zugunsten der einseitigen Verkündung von Märchen einer Kriegspartei, jegliche journalistische Tätigkeit eingestellt haben.
Mut würde es evtl erfordern, auch die Rolle der eigenen, bzw der "befreundeten" Regierungen zu hinterfragen, und nicht in endlosem Konjunktiv die Zeilen zu füllen...


Bestandsaufnahme - Wir haben nur noch ca. 225 Leopard 2 Panzer

von ehemals über 2125 Stück im Jahr 1990.
Der Rest wurde verschrottet, für einen Euro verschenkt oder verkauft.

Wie will man damit mit den Muskeln spielen und Putin klarmachen "schau, wenn du dich mit uns einlässt, dann würde das so aussehen, also mach besser nichts"?
Abrüsten, dem ehemaligen Gegner die Hand reichen um zu zeigen, "wir sind keine Bedrohung für dich", um damit den Frieden dauerhaft zu sichern, hat das so geklappt wie sich das Friedensaktivisten von damals es sich so vorgestellt haben und wenn ja, warum ist Putin dann heute von uns so unbeeindruckt und macht was er will?
Und warum klingt die Aussage des Kommentars um etwa 180° Grad gedreht anders, als die von Friedensaktivisten, die man damals vor 25 Jahren hören konnte?

Wundert das euch?

Wundert es euch? Das er jetzt als NEUER Ober Bösewicht dargestellt wird obwohl Bush, Obama, Clinton, Bush etc.. weit mehr Leiden verursacht haben?

Da hinkt jemand der Zeit hinterher.

Bereits im letzten Jahr hatte ein SPD Abgeordneter im Bundestag erklärt, dass China und Russland die Gegner sind.
Die Verträge der 90er Jahre mit Russland waren keine Partner-Verträge, es waren Kolonialverträge.
H. Clinton hatte schon als Aussenministerin klar gemacht "China und Russland werden bezahlen"
Während der beiden letzten beiden Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA wurde Russland von den republikanischen Kandidaten klar als Gegner herausgestellt.
Und das war alles lange vor Ukraine, Krim und Osten.
Und ehrlich gesagt: ich empfinde die Tatsache, dass man Russland ohne Beweise wegen MH17 mit Unmengen an Schmutz beworfen hat und jetzt dann doch so langsam Zweifel kommen (Spiegel, 22.8. "Flug MH17, das seltsame Schweigen der Ermittler oder auch: Sächsische Zeitung, 03.09. "immer mehr Rätsel um Flug MH 17) sowieso als Kriegserklärung an Russland. Eine mediale. Mit der Absicht Russland zu schwächen.

Hochmut der EU

Der Kommentar bringt in meiner Sicht nur den Hochmut der EU und ihre Instruentalisierung durch die USA zum Ausdruck.
Anmaßend die Verortung Putins als Gegner, denn erst das Verhalten des Westens hat Putin zu seinemHandeln getrieben, will heißen bis hierhin und nicht weiter. Statt sich spätestens bei der drohenden Destabilisierung der Ukraine mit Russland zusammen der amtierenden legitimen Regierung Janukowitsch Perspektiven aufzuzeigen, wurde vom Westen Öl ins Feuer gegossen - und zwar nach alter kalter Krieg Manier.
Jetzt per Kommentar Putin und damit Russland den finalen Fußtritt zu verpassen kann einfach nur noch mit Hochmut bezeichnet werden. Und Hochmut kommt vor dem Fall.

"Drittens darf es Putin nicht

"Drittens darf es Putin nicht gelingen, die Ukraine zu destabilisieren."
Es ist immer eine Frage der Interpunktion des Ereignisstroms. Man muss den Punkt, und damit einen neuen Anfang, immer so setzen, dass die eigne Seite die bloss reagierende ist. Der andere hat geschlagen, und dann musste ich mich natürlich wehren. Das Problem ist bloss; das machen beide Seiten so - und beharren darauf. Und irgendwann bleibt scheinbar nichts mehr anderes übrig, als seinen Standpunkt mit Gewalt durchzusetzen, die andere Seite zwingen. Die Ukraine ist längst destabilisiert, ja sie ist bankrott, und sogar wenn jetzt alle vernünftig würden und der Neuaufbau begänne, wärs eine unendliche teure Angelegenheit. Die wirkliche Gefahr ist, dass wir bald alle Ukraine sind.

Na endlich wieder ein klares

Na endlich wieder ein klares Feindbild geschaffen. Nun weis man wieder in welche Richtung man den Gewehrlauf richten muss und an welcher Grenze man die Gräben aushebt. Kennedy durfte mit einem Atomkrieg drohen als die Sowjets im Vorgarten der USA wilderten und wird als Gewinner der Kriese damals gehandelt. Gegen Russland ist man nichtmal fähig Beweise zu bringen das diese sich engagieren, aber immer feste druff.

Erschreckend.

Erschreckend ist für mich zu sehen, wie auch intelligente Leute vom Strom der Propaganda mitgerissen werden.
*
Es würde mich nicht wundern, wenn Herr Krause in ein paar Jahren (oder Jahrzehnten) in der Retrospektive zu der Einsicht käme: Ja, damals habe auch ich mich blenden lassen.
*
Wenn das nicht alles so ernst wäre, wäre es eine äußerst faszinierende Fallstudie zur Entstehung und Aufrechterhaltung von selbstwertdienlichen Zerrbildern der Realität.
*
Seit Wochen blasen uns Journalisten nun schon Vermutungen, Attributionen und Andeutungen um die Ohren. Offensichtlich ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem die ganzen Vermutungen schon so lange im Raum stehen, dass sie sich quasi schon aus Platzmangel in subjektive Gewissheit verwandeln müssen, um nicht von Neuankömmlingen an den Rand gedrängt zu werden...

@Dr. Manfred Körte 23:26

Stimmt, daher wurde mithilfe der Nato auch kollektiv gegen Libyen und vorher gegen Jugoslawien verteidigt;-)
Nein, in Wirklichkeit ist die Nato ein Instrument zur Durchsetzung westlicher Interessen. Das ist legitim.
Man sollte aber nicht dauernd von "Verteidigungsbündnis" sprechen, wenn mithilfe der Nato wiederholt andere Länder (z.T. völkerrechtswidrig) angegriffen werden.

Devide et impere....

ist das Werkzeug des Balance of Power auf dem Europäischen Kontinent der USA und GB's.
Ein friedliches Miteinander der Europäischen Nationen inkl. Russlands ist der Albtraum der Mächtigen in London und der East Coast.
Fatal, dass die (meisten) Politiker der EU sich hierbei als williger Helfer erweisen den steten Unfrieden aufrecht zu erhalten.

Alte Männer reden vom Krieg

Herr Krause benutzt eine Rhetorik, welche immer dann zum Einsatz kommt, wenn Interessengruppen den Konflikt suchen.
Ist es schon wieder soweit, dass die Wirtschaftskrisen und Schulden über einen Krieg abgebaut werden sollen?
Für Herr Krause und andere Befürworter dieser Strategie ist dies leicht. Sie sind in einem Alter ein welchem Sie es selber kaum noch treffen wird.
Ich möchte Frieden für mich und meine Kinder.

Am 04. September 2014 um 06:45 von Wahrheit1966

da fehlt noch was..

An sich kein schlechter Beitrag, aber: Der gute Westen darf Kriege führen ( Irak) ? Wenn die USA gnadenlos seine Interessen vertritt, dann sind alle Mittel erlaubt. Die Rechte, die wir uns heraus nehmen, sollten wir anderen auch zu billigen. Das wäre doch nur gerecht, oder? Es ist ein Versuch der USA, seine lahme Wirtschaft wie immer durch Rüstungsgeschäfte anzukurbeln und die Wirtschaft der anderen (EU, ...) zu schwächen. Wer das nicht sieht, ist blind und taub.
Wo sind eigentlich die Sanktionen gegen die Länder, die IS unterstützen? .. Wie immer zweierlei Maß.
Nach der verlogenen Politik des Westens ( die interessiert mich, weil ich dort wohne) und der beispiellosen Medien-Hetze habe ich die Nase voll.
Ich rege mich erst im zweiten Schritt über Putin auf. Denn man sollte sich erst an die eigene Nase fassen, bevor man anderen Vorwürfe macht. 'Unsere' Politik ist kaum besser als die Putins und 'unsere' Medien hetzen genauso und berichten genauso einseitig, wie die in RU.

Putin ist kein Partner mehr

TS hat sich zum Propagandaorgan gemacht und betreibt Kriegshetze. Man kann es nicht mehr ertragen.

Am 04. September 2014 um 06:47 von fungolfer

hmmm

also ein klein wenig sind wir hier dann doch über's Ziel hinausgeschossen, oder? Ich bin nun alles andere als ein Putin Freund, aber wenn man sich mal anschaut, wie dieser Konflikt entstanden ist, dann sehe ich hier nicht, dass dieser tatsächlich von Putin ausgegangen ist. Es gab einen vom Westen verhandelten Vertrag und an diesen erinnert sich nun kein westlicher Politiker mehr. Und das ist eher traurig für den Westen und nicht für Russland. Wir sollten einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Sicher trägt Putin nicht gerade zur Stabilität bei, allerdings ist dies angesichts der Ausbreitung der NATO auch nicht ganz unverständlich. Nur eines sollte allen klar sein, dieser Konflikt wurde nicht von Russland begonnen. Von einem Kommentar hätte ich hier weit mehr erwartet, als das was am Ende rausgekommen ist. Die Tatsachen liegen auch bei der TS vor, man muss es sich nur mal ansehen...

Putin macht einen entscheidenden Denkfehler.

Putin spielt mit dem "uneinigen " Europa.
Er glaubt auch, dass er das mit der Nato tun könnte. Und da täuscht er sich gewaltig.
Die Nato ist ein Monster, das kein Staat herausfordern sollte ... auch nicht Rußland.

Jazenjuk Handlanger der CIA ?

Die Junta in Kiew hatte zuvor einen Sieben-Punkte-Plan Putins zur Beilegung der Ukraine-Krise abgelehnt. "Das ist ein Plan zur Vernichtung der Ukraine und zur Wiederherstellung der Sowjetunion", sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Kiew. Wer aber einen "eiserenen Vorhang" mit Minen und Mauer errichten will, den sollte man nicht trauen!- das sind Spielarten eines pol.Brunnenvergifters Putins Initiative sei ein Versuch der Täuschung der internationale Gemeinschaft vor dem Nato-Gipfel. "Er will den Konflikt einfrieren und damit neue Sanktionen gegen Russland vermeiden", sagte er. Der beste Plan für ein Ende des Konflikts bestehe aus nur einem Punkt. "Russland soll seine Armee aus der Ukraine abziehen", sagte Jazenjuk. Warum glaubt man einem potenziellen Lügner? Wenn Tatsachen eines Besseren belehren.Roland Bless, Sprecher des OSZE-Vorsitzlandes der Schweiz,:
„Die OSZE hat aufgrund ihrer Beobachtungen keine Hinweise auf eine Präsenz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden.

So viel zu unseren

So viel zu unseren unabhängigen Medien und zu unserer Demokratie.....an die Redaktion: So ein hetzerischer und Tatsachen verdrehender Kommentar darf 1. weder veröffentlicht 2. Erst recht nicht als Wahrheit dargestellt werden!
Wenn Krieg kommt dann aufgrund des Westens, insbesondere der NATO und der USA! aber auch unsere Medien hätten dann einen erheblichen Beitrag geleistet....es macht mich sprach- und fassungslos

Danke für die klaren Worte!

Herr Krause, Sie haben es auf den Punkt gebracht!
Europas Zögern hat nichts bewirkt,
es fehlt eine eindeutige, klare Haltung gegenüber Putin.
Verschließen wir unsere Augen nicht vor der Realität:
Das Gefahrpotenzial Russland ist ernst.
So weit ließ es Putin kommen, der wie erwartet sich von Wirtschaftssanktionen nicht beugen lässt- seiner Philosophie folgend, keine Schwäche zu zeigen.
Es ist schmerzhaft, aber nun gilt : Militärische Gegenpräsenz.

Scham

Man muss sich schämen... Schaut man sich eine der TV-Dokumentationen anlässlich des Jahrestages des von Deutschland provozierten Zweiten Weltkrieges an, bei denen oft aus der Propaganda-Berichterstattung in Wochenschauen zitiert wird, fällt auf erschreckende Weise auf, wie sich herablassender Tonfall und aggressive Feinseligkeit OHNE auch nur ein Tüpfelchen sachlich-positiver Würdigung des "Gegners". Diese "Journalisten" sollten sich einmal das hier angucken und sich in Demut für ihr unprofessionelles Tun entschuldigen - bei den "Russen" und bei uns Bürgern.
Fernsehjournalistin und Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz im Interview:
https://www.youtube.com/watch?v=e0L75NhOwbI

Am 04. September 2014 um 06:57 von Glasbürger

Die Zeichen stehen auf Krieg.

Es ist unfassbar, daß Hr. Krause in seinem Kommentar offen zum Bruch der NATO-Rußland-Akte aufruft, indem er nach einem rotierenden Truppensystem an den Ostgrenzen des NATO-Gebiets verlangt. Wie es in den Wald ruft, so schallt es zurück!
Man sollte nicht vergessen, daß es die NATO war, die sich, entgegen früheren Zusicherungen, bis an R. Grenzen ausdehnte. Ebenso wurde ausnahmslos jedes russische Sicherheitsinteresse mißachtet ("Raketenschild"). Dazu der offene Versuch, durch massive Einflußnahme in der Ukraine R. zu schwächen und sich militärisch, wie geopolitisch in Positur zu bringen...
Wenn R. heute unser Feind sein soll, hat es die NATO dazu gemacht.
Es ist erschreckend, daß man offenbar lieber einen Krieg in Kauf nimmt, statt die verfehlte, westliche Politik zu ändern.
Und noch erschreckender ist es, wie beflissen unsere Medien sich an der Meinungsmache und Manipulation beteiligen. Glaubt wirklich wer die Mär vom bösen Rußland, das allein an allem Schuld sei?

Die Krise hatte ihren Ursprung in einer korrupten und ...

... heruntergewirtschafteten Ukraine. Dies sollte man besser nicht vergessen. Was hatte denn der Westen getan, um diese Revolution in einem "demokratischen" Staat zu vermeiden?
Nun fand eine Wahl statt und ein weiterer Oligarch ist Präsident - gewählt von wem?
Und die Politiker in Kiew? Haben diese denn nun plötzlich das Vertrauen der Bevölkerung zurück gewonnen?
Putin reagiert und schützt seine Interessen und die der Minderheit im Osten, fern ab von Kiew.
Wer wirklich Sicherheit und Stabilität möchte, sollte dafür sorgen, dass alle Bevölkerungsteile den Volksvertretern vertrauen und sich mit dem Staat verbunden fühlen.
Gelingt dies den Regierungungen der östlichen NATO-Staaten nicht, helfen auch keine schnellen Eingreiftruppen.

Westen destabilisiert

"Drittens darf es Putin nicht gelingen, die Ukraine zu destabilisieren."
.
Das braucht er doch garnicht. Die Arbeit wurde schon durch den mit inzwischen mit Sicherheit mehr als 5Mrd. $ teuren Janukowitsch-Putsch und dem undemokratischen Regime-Change zu nationalisischen und Pro-EU-Politikern.

Folgen

Ich habe Angst davor das wir es übertreiben und durch unsere Unterstützung der völlig undemokratischen Regierung in Kiew (das wird noch Jahrzehnte dauern bis die wissen was das bedeutet außer derzeit ihren Nutzen) die restliche Welt dazu zwingen sich zu entscheiden.
Was ist wenn China sich für Russland entscheidet. Ich habe mal gelesen das die der größte Schuldner der USA sein sollen...was machen wir als Westen der auf Pump lebt...ohne jemanden der unsere Übertaktete Gesellschaft finanziert? Richtig...zu Grunde gehen.....Russland und China sind da anders aufgestellt. Volkszorn kann es geben, die haben aber andere Wege damit umzugehen....
Können BRICS jetzt nicht mit 400 Milliarden einander unterstützen? Passt ja sogar....woher kriegen wir das nötige Kleingeld?
Russland ist kein Gegner (völlig albern), die sind aber sicher anders und werden es immer bleiben.

@ Wasserkocher

"Bestandsaufnahme - Wir haben nur noch ca. 225 Leopard 2 Panzer"
1 steht fest ICH (als ehemaliger SaZ) werde keinen dieser Panzer in die Schlacht führen auch wenn ich auf diesem ausgebildet wurde. Jeder Soldat hat die Pflicht, Befehle die gegen Gesetze verstoßen, nicht zu befolgen. Dies gilt ins besondere für Verstöße gegen das Grundgesetz. ( hier Angriffskrieg)

@Rinsui

"Seit Wochen blasen uns Journalisten nun schon Vermutungen, Attributionen und Andeutungen um die Ohren."
Was ebenso erschreckend ist, das man seit Monaten versucht uns von Aufrüstung und mehr Kriegseifer zu überzeugen.
Anscheinend hat die NATO großes vor.
Mir graut es, weil ein 2. Kalter Krieg droht und man wieder Jahrzehnte warten darf bis Politiker die Lage entspannen.
In der ganzen Zeit wird man Angst leben, genau das was man ja immer möchte.
Denn erst wenn die Menschen in Angst leben, kann man ihnen auch unmenschliche Gesetze aufbürden. (Anti-Terror-Gesetze)
Offenbar war das nicht die Reaktion nach dem Gusto der Redaktion, die lieber auf Auftrag hetzt, als der Meinung ihrer Leser zuhört.

Die »Lützow-Files« V

(Fortsetzung von hier)






Mit diesen Ausführungen wollen wir vorderhand diese »Lützow-Files«-Serie abschließen — was der pensionierte Diplomat über das deplorable Ende jenes Doppel-Staates und jener Dynastie, denen er jahrzehntelang treu gedient hatte, zu berichten weiß, ist von — nur zu verständlicher — Bitterkeit und Schwermut geprägt. Ans Ende seiner Memoiren setzte er jedenfalls resignativ ein Zitat:
Unwillkürlich denkt man an den Refrain einer alten, nahezu vergessenen Operette )»La fille de Madame Angot«):
»War es wohl wert, um solchen Lohn
zu stürzen einen alten Thron?«
Um eine auf diesem Blog bisweilen gebrauchte Phrase zu verwenden: die Frage zu stellen heißt, sie zu beantworten ...

An die »leuchtende Botschaft des 4. September 1989«

... erinnert Hans Heckel in seinem lesenswerten PAZ-Artikel »Was nicht verwehen darf«, in dem er — obzwar reichlich optimistisch, was eine Wiederholbarkeit anbetrifft! — daran erinnert:
Wenn wir etwas wirklich wollen, dann können wir es auch erreichen.
Ob freilich die Machthaber heute, gewitzigt durch die Erfahrungen der DDR-Führung vor 25 Jahren, es nochmals zu Großdemonstrationen kommen lassen werden, darf füglich bezweifelt werden. Und anders als damals gibt es auch keinen durschnittenen Eisernen Vorhang, durch den man in ein anderes Machtgebiet flüchten könnte, denn Deutschland (wie auch Österreich) sind inzwischen umgeben von »Schengen-Staaten« ähnlicher Machtstruktur, in die auszuwandern etwa so sinnvoll wäre, wie 1989 ein Ausreisen von der DDR nach der CSSR. More of the same ...

Unserer Machthaber haben leider nur zu effektiv dazugelernt, und deshalb wird sich — einmal von wirklich eruptiven Volksaufständen abgesehen, deren Wahrscheinlichkeit ich aber nicht hoch einschätzen würde! — an ihrer Machtposition auch nichts ändern (lassen). 

Mit Geschick haben sie alle wesentlichen Kompetenzen in einen intransparenten Kungelapparat namens »EU-Kommission« (samt zugehöriger Bürokratie) transferiert, ein zahnloses EU-»Parlament« als Demokratie-Deko angelegt (bei dem durch geschickte Regulative sichergestellt wurde, daß eine echte, will sagen: den Machtinteressen der Brüsseler Zentralisten entgegenlaufende, Opposition unmöglich ist), und agieren nun quasi als Wärter einer geschlossenen Irrenhaus-Abteilung mit Gummizellen. 

Mit einem Wort: sie verwirklichen genau das, was Ulbricht in seine berühmt gewordene, zeitlose Formulierung brachte:
»Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.«
Bei all dem Gedenken an das Jahr 1989 und seine Errungenschaften sollte man nicht auf die Frage vergessen, ob in Wahrheit nicht der Westen an die DDR angeschlossen wurde. Schrieb ich soeben: »Frage«? Die Frage zu stellen, heißt ...

Werner Bergengruen

... begegnete mir erstmals in einem — von mir Leseratte sofort neugierig durchschmökerten — Deutschlesebuch meines älteren Bruders (als ich ins Gymnasium kam, war der Lesestoff bereits weitestgehend von Tradition und dergleichen »purifiziert«, brachte daher eher so Sachen von Lenz, Böll & Co.) in Gestalt einer wunderbaren kleinen Geschichte aus dem »Letzten Rittmeister« — und zwar jene über den literaturbegeisterten, idealistischen jungen Leutnant, der in der Festung Erfurt die Torwache kommandiert, und sie vor dem per Kutsche anreisenden, greisen Staatsminister von Goethe als Ehrenbezeugung für dessen Genie reglementwidrig heraustreten läßt.

Einfach — großartig: die resigniert-schmerzliche Güte des von der unvermuteten Huldigung überraschten und gerührten Dichters, doch auch die wie nebenher fallende Bemerkung über den »Infanterieknall« einer bestimmten Sorte preußischer Offiziere ... das alles stand mir bereits als zehnjährigem Buben so plastisch vor Augen, daß ich es hätte zeichnen können (könnte ich gut genug zeichnen!). Und, wie ich viel später feststellte, als ich das Buch antiquarisch erstanden hatte: dieser »Letzte Rittmeister« besteht aus vielen solcher »Geschichten« — und eine besser als die andere (und je nach Stimmungslage immer eine andere) ...

Es sind dies jene ganz typischen, »anekdotischen« Geschichten Bergengruens, in denen auf ein paar Seiten (oft nur ein paar Absätzen) ganze Menschenschicksale vor das innere Auge des Lesers treten — und sogleich unvergeßlich bleiben in ihrer ebenso präzisen wie prallen, dennoch so irgendwie »nebenher hingetupft« wirkenden Lebendigkeit!

Heute vor fünfzig Jahren ist Werner Bergengruen im 72. Lebensjahr verstorben. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens von den stramm links verorteten jüngeren Schriftsteller- und Literaturkritiker-Kreisen hämisch als »unzeitgemäß« verlacht; und vom »unzeitgemäß« ist es nur ein kleiner Schritt zum infamen Vorwurf des »Ewiggestrigen« — und auch dieser blieb Bergengruen nicht erspart. Er versuche die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands zu verdrängen, hieß es auf einmal ...

Die selbstgerechten Schnösel der »Gruppe 47«, die sich da so gut vorkamen in ihrer »Progressivität« und in ihrem Bekenntnis zum Antifaschismus, übersahen geflissentlich, daß Bergengruen von den Nazis 1937 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen worden war, und als bestenfalls (!) gerade noch »geduldeter« Autor also ein prekäres Dasein auf jederzeitigen Widerruf führte, das ein Fingerschnippen aus dem Propagandaministerium beenden konnte, und auch tatsächlich beendete, wie die Publikationsgeschichte seines Romans »Am Himmel wie auf Erden« beweist. Der mißtrauisch von der Gestapo überwacht wurde, dessen regimekritische Gedichte unter der Hand in Abschriften zirkulierten. Der aber — entscheidender Fehler! — alles andere als ein Linker war, wenn er auch Manfred von Ardenne, wie dieser schreibt, 1945 den Rat gab, als Wissenschaftler in der Sowjetzone zu bleiben und gegebenenfalls in die Sowjetunion zu gehen, denn gute Leute könne man überall brauchen und könnten sich in jedem System nützlich machen.

Er hätte sich natürlich mit ein bißchen Schmiegsamkeit zu einer Art »Thomas Mann der Inneren Emigration« stilisieren können — ein wenig Anbiederung an Lederjacken und ein wenig weniger Bildungsbürgertum und Tradition hätten das schon hingebracht. Aber er war ein Balte und hatte für die »Weißen« gekämpft; so einer macht keinen Kotau, zu dem er nicht mit vorgehaltener Pistole gezwungen wird (und vermutlich nicht einmal diesen)!

Es war der Gedichtband »Die heile Welt«, der sein Verhängnis besiegelte. Darüber konnten linke Trümmerpoeten doch nur mokant die Lippen kräuseln. »Heile Welt« — wie das schon klang! Und daß einer in den 50er-Jahren in der Lage war, richtige Versfüße zu schreiben (wo doch das zeitgenössische Geschreibsel wenig Hand und Fuß hatte), und richtige Reime in all dem Ungereimten jener Zeit, das verziehen sie ihm nie ...

Und deshalb ein kurzes Gedicht (ich hoffe damit unter dem Radar für Urheberrechtsverletzungen zu bleiben), das beides zeigt:

Im Morgengrauen

O königlicher du und junger Vogel Tag!
Du zagst? O wage nur den ersten Flügelschlag.

Im schwarzen Kerker lagst du schlafend wie im Grab.
Schon schmilzt das frühe Licht sein Gitter, Stab um Stab.

Sieh, wie der Berge Schein dir rot entgegenglimmt.
Fahr auf! Vielleicht bist du zum Jüngsten Tag bestimmt.

Sowas war natürlich damals schon einfach Autobahn! Vielleicht nicht für gelegenheitsdichtende Benediktinerpatres, oder so — denen ließ man das noch durchgehen ... aber bei einem professionellen Dichter ...?

Nein, ich behaupte nicht, daß dies Bergengruens bestes Gedicht ist — ich kenne weitaus bessere, die zu zitieren mich wohl in Kompliklationen mit der Bergengruen-Gesellschaft (und ihren Verlagen) bringen würde. So sei statt dessen an die geneigten Leser appelliert, in den Antiquariaten nach den Romanen, Novellensammlungen und Gedichtbänden Bergengruens zu suchen — es gibt fürwahr Köstlichkeiten zum Schnäppchenpreis zu finden, denn er ist ganz und gar nicht »en vogue«. Und lohnt die Lektüre dennoch mehr als 99% dessen, was heute mit Literaturpreisen ausgezeichnet, oder gar auf Bestenlisten gesetzt wird ...

Mittwoch, 3. September 2014

Franz geißelt ...

... ein Unternehmen, weil es Stellen abbaut. Unter dem hübsch zweideutigen Titel »Der billige Franziskus« findet Kollege Rayson treffende Worte für den weißgekleideten Herrn des Vatikans. U.a.:
Wenn der Papst der Meinung ist, Gewinnorientierung sei falsch und müsse durch “Solidarität und Gerechtigkeit” ersetzt werden, dann hindert ihn und die Organisation, der er vorsteht, niemand daran, selbst Unternehmen zu gründen, um es dann entsprechend besser zu machen.
Chapeau! Touché! Und, Euer Heiligkeit — echauffieren Sie sich nicht so: es schadet der Gesundheit, und das wollen wir doch nicht! Wer weiß denn, wer Ihnen noch nachfolgt ...



P.S.: Die ganze Erregung hier!

Heute vor 50 Jahren

... starb Joseph Marx, wohl der letzte Großmeister der spätromantisch-tonalen Musik in Österreich (den deutlich jüngeren Gottfried v. Einem würde ich im Vergleich doch nur als »tonalen Meister« geltenlassen), und was wäre zur 50. Wiederkehr seines Todestages und in Anbetracht der Jahreszeit eine geeignetere Einleitung als der Beginn des hymnisch dahinströmenden 1. Satzes der monumentalen »Herbstsymphonie« (leider nur als Youtube-Link verfügbar, da das »Einbetten« nicht zugelassen wird. Ebenso nur in Exzerpten veröffentlicht hier der zweite und dritte, sowie der letzte Satz) ...

Daß diese großartige Symphonie mit ihrem gewaltigen Orchesterapparat und ihrer Überlänge von ca. 75 Minuten kein ständiger Gast in den Konzertsälen sein würde, war vorherzusehen — aber daß sie nach ihrer Uraufführung jahrzehntelang überhaupt nicht aufgeführt, und von ihr auch bis heute keine vollständige Aufnahme veröffentlicht wurde, grenzt an Kulturschande! Doch so ist Österreich ...

Wie bei allen zwischen 1933 und 1945 nicht emigrierten Künstlern werden bis heute Leben und Werk dieses Komponisten bloß unter der Uhrmacherlupe des Antifaschismus beäugt — besonders lächerlich, wenn man bedenkt, daß Joseph Marx zeitlebens mit Künstlerkollegen befreundet war, die den Rassegesetzen der Nazis nicht entsprachen. Aber eine fatale Namensähnlichkeit mit einem Komponisten Karl Marx, der einige Lieder für die Hitler-Jugend geschrieben hatte, tat ein übriges — und bot eine für die linke Musikschickeria der Nachkriegszeit elegante Handhabe, den streitbaren konservativen »Tonalisten« als Nazi abzustempeln; ein Unterfangen, daß trotz der optimistischen Formulierung im Wikipedia-Artikel:
Die Versuche, dem bis zu seinem Lebensende mit zahlreichen jüdischen Künstlern wie Herbert Zipper, Erich Zeisl, Marcel Rubin und Erich Wolfgang Korngold eng befreundeten Joseph Marx eine antisemitische Haltung zu unterstellen, wurden durch die Erschließung seines Briefwechsels mit seinen vielen jüdischen Freunden und Schülern gegenstandslos.
bis heute nachwirkt und (wie bei Franz Schmidt und vielen anderen) eine Wiederentdeckung der oft geradezu einzigartigen Musik (nicht viele Spätromantiker hatten einen so ausgeprägten Personalstil!) verhindert.

Wem die aus 1921 stammende Herbstsymphonie zu üppig geraten erscheint, der kann einen weitaus »schlankeren« Marx in seiner herb-verhaltenen »Idylle. Concertino über die pastorale Quart« aus dem Jahre 1925 (in der ersten halben Minute leider etwas geminderte Aufnahmequalität) entdecken:



Wer jedoch weiterschwelgen möchte, wird an der gleichfalls 1925 publizierten »Frühlingsmusik« sein Gefallen finden:



Joseph Marx war nicht nur Komponist, sondern auch ein exzellenter Pianist — was man an seinen beiden Klavierkonzerten erkennen kann, die (obzwar sauschwer!) von Klaviervirtuosen ob ihrer ihres effektvollen Soloparts ebenso geliebt werden, wie von den Hörern wegen ihrer eingängigen Thematik und meisterhaften Instrumentation. Hier zunächst das »Romantische Klavierkonzert« aus 1920:


Joseph Marx' stilistische Entwicklung wird deutlich im Vergleich mit seinem zweiten, zehn Jahre später veröffentlichten Klavierkonzert »Castelli Romani« (1930):



(hier noch der versonnene 2. Satz und das in seiner schmissigen Italiantà mitreißende Finale)

Joseph Marx scheute Zeit seines Lebens keinen Streit auf musikalischem Gebiet — als promovierter Musikwissenschaftler, der, basierend auf Forschungen Riemanns, in umfangreichen Testreihen dem Phänomen der Tonalität akribisch nachging, war er dazu befähigt wie selten einer, und noch dazu mit einer witzigen spitzen Feder begabt, die ihn auch als Musikkritiker ebenso angesehen wie gefürchtet machte.

Man kann sich heute keine Vorstellung machen, wie angesehen Joseph Marx in der unmittelbaren Nachkriegszeit war (die unsäglich infamen Nazietikettierungen stammen erst von Generationen mit der Gnade der späten Geburt)! So gab es in den 50er-Jahren Pläne, ihn als — völlig überparteilichen — Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten aufzustellen.

Sein eminenter Einfluß auf das Musikleben Österreichs (und überhaupt Mitteleuropas) gründete auch auf seinen vielen Schülern, die er jahrzehntelang als Professor für Musiktheorie und als Leiter von Kompositionsklassen formte und förderte. Einer seiner Schüler erzählte mir einmal die hübsche Anekdote, daß bei einem großen Festakt aus Anlaß eines wichtigen (also vermutlich 70., 75. oder 80.) Geburtstages u.a. auch der Rektor der Musikakademie von Agram eine Laudatio hielt, an deren Schluß er so etwa sagte: »Und so verdanken wir, Ihre Schüler, Ihnen, verehrter Herr Professor, daß wir nicht nur auf politischem, sondern auch auf musikalischem Gebiet überzeugte Marxisten sind!«

Wie weit bei ihnen die Überzeugung auf politischem Gebiet bloß ein der Karriere (und oft auch dem schieren Überleben) geschuldetes Lippenbekenntnis war, bleibe dahingestellt. Daß ihr »musikalischer Marxismus« jedoch von Herzen kam — das wollen wir beim Hören dieser wunderbar berauschenden Klangfluten gerne glauben ...

Passend zu den Geisterraketen

... mit denen die pöhsen »Separatisten« die MH17 vom Himmel geholt haben sollen, und zu den Geisterpanzern, mit denen »die Russen« in die Ukraine eingefallen sein sollen, den Geisterwaffen, die im Hilfskonvoi als Mehlsäcke getarnt gewesen seien, und viel anderem geisterhaftem Geschehen, wird uns jetzt von der Systempresse eine gefallene Geisterkompanie in der Ostukraine vorgeführt. »Die Presse« weiß einen selbstmurmelnd überaus glaubwürdigen Bericht in der 
... vom prominenten Pskower Oppositionspolitiker Lew Schlosberg herausgegebene Zeitung "Pskowskaja Gubernija" in ihrer aktuellen Ausgabe ...
(der so »prominent« ist, daß es außer diesem mehrfach zitierten nur wenig bei Google über ihn zu finden gibt) zu zitieren — m.a.W. aus der APA abzuschreiben — , und das liest sich dann so:
In der Ausgabe vom 2. September veröffentlicht "Pskowskaja Gubernija" nun erneut brisante Informationen, die einen Einsatz regulärer russischer Truppenverbände im Osten der Ukraine nahelegen: Angaben der Zeitung zufolge war Herausgeber Schlosberg eine Tonaufnahme zugespielt worden, in denen sich zwei Angehörige der 76. Luftlandedivision über Ereignisse der vergangen Wochen unterhalten. "Es gibt keinen Grund an der Authentizität dieser Materialien zu zweifeln", schreibt die Redaktion.

Konkret folgt aus dem publizierten Gesprächsprotokoll, dass eine Kompanie der in Pskow stationierten 76. Luftlandedivision bei Kampfhandlungen in der Ostukraine nahezu vollständig aufgerieben wurde.

Insgesamt 70 tote russische Soldaten?

Die Rede ist davon, dass die Einheit am 16. August die russisch-ukrainische Grenze überschritten habe und am 20. August in ein Feuergefecht unweit von Georgijewka (Ortschaft im Oblast Luhansk, Anm.) verwickelt worden sei, da eine "amerikanische Radioelektronikbrigade" die russischen Mobiltelefone geortet habe.

Lediglich zehn Soldaten der Kompanie hätten den Einsatz überlebt, darunter auch einer der Soldaten am Tonband, etwa 70 Soldaten seien ums Leben gekommen. Einer der Toten sei auch Soldat Leonid Kitschatkin, über dessen Begräbnis Pskowskaja Gubernija bereits berichtet hatte.

Druck auf Angehörige gefallener Soldaten

Die Soldaten, so folgt aus der publizierten Niederschrift, unterhalten sich aber auch über jenen Druck, den russische Behörden auf Angehörige gefallener Soldaten ausüben würden. Sie erwähnen Geheimhaltungserklärungen, zu deren Unterzeichnung gezwungen werde.

Das offizielle Russland hatte zuletzt stets bestritten, dass reguläre russische Soldaten an Kampfhandlungen in der Ostukraine teilnehmen.
Manchmal fragt man sich schon, für wie blöd denn die Medien ihre Leser eigentlich halten. Der wenig schmeichelhafte Schluß aus derlei Meldungen ist: offenbar für sehr blöd. Wir sollen also glauben, daß zufällig gerade Telefongespräche abgehört werden, in denen zufällig überlebende russische Soldaten sich dafür praktischerweise ganz ausdrücklich über den auf die Angehörigen ausgeübten Druck zur Unterzeichnung von Geheimhaltungserklärungen unterhalten. Bingo! Na also, jetzt wiss'ma, wie das war, nachdem die internationalen Beobachter, diese Teppen, nix bestätigen konnten über die russischen Soldaten in der Ukraine ...

Und das alles erscheint — sicher rein zufällig — in der Zeitung eines Politikers einer von den USA und ihren russischen Sockenpuppen finanzierten (bis zu seiner Verhaftung war Chordokowski einer der Hauptfinanciers der Partei) Oppositionspartei, der selbst Wikipedia attestiert:
Einen großen Stellenwert in der Politik von Jabloko hat die Opposition gegen die Regierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Meinen die ernstlich, daß wir sowas glauben? Im Blog »Deutsches Eck« stellt man die berechtigte Frage:
Fragen Sie sich selbst: Ist die Gesamtheit der westlichen Medien so ignorant und inkompetent, dass sie nicht erkennt, dass eine russische Invasion der Ukraine nicht aus 1.000 Soldaten (für die zudem niemand Beweise finden kann) bestehen würde, oder dient die Gesamtheit der westlichen Medien einfach als Propagandaministerium für die Washingtoner Kriegstreiber, wie es die westlichen Medien für George W. Bushs Einmarsch in den Irak taten, der auf der Grundlage von gefälschten Beweisen für irakische Waffen der Massenvernichtung erfolgte.

Was die westlichen Medien betrifft, kann man nur zu zwei Schlussfolgerungen kommen: sie sind entweder total verblödet oder total korrupt.
Beides, Herr Kollege! Beides!

Heute jährt sich zum hundertsten Male

… die Wahl eines in der Kirchengeschichte meist als »Übergangspapst« zwischen seinem (mittlerweile längst heiliggesprochenen) Vorgänger Pius X und seinem Nachfolger Pius XI weithin unterschätzen Papstes: Benedikt XV.

Sicherlich: neben dem antimodernistischen Furor (»Lamentabili«) des ersteren und dem antifaschistischen Renommée (»Mit brennender Sorge«) des letzteren nimmt sich sein Pontifikat wenig dramatisch aus — doch der Schein trügt! In seine nicht eben lange Regierungszeit (1914-22) fiel praktisch der ganze Erste Weltkrieg, fielen die bolschewistische Revolution mit ihren unvorstellbaren Greueltaten, der Zerfall der stets als die »katholische« Macht schlechthin betrachteten Österreichisch-Ungarischen Monarchie, die Ablösung des Deutschen Kaiserreiches durch eine labile Weimarer Republik, der faktische Zerfall Chinas, der zunehmender Aufruhr in den asiatischen Kolonialgebieten europäischer Mächte, kriegsbedingte Wirtschaftskrisen, verheerende Seuchen (»spanische Grippe«) und vieles mehr.

Und inmitten all dieser Schrecken die zwar edel-hoheitsvolle, doch zugleich so gebrechlich, ja fast schon zerbrechlich wirkende Gestalt eines Papstes, der durch Friedensappelle und stille Vermittlung zwischen den erbitterten Feinden die Gesittung der Menschheit vor dem Fall in die völlige Barbarei zu retten versuchte.

Daneben vollendete Papst Benedikt XV das große Ziel einer durchgreifenden Kodifikation des kanonischen Rechtes — eines unüberschaubar großen Rechtsgebildes, das über die Jahrhunderte in Wildwuchs ausgeartet war, und das eigentlich kein noch so großer Experte zu überschauen in der Lage war. Die legistische Großtat des Codex Juris Canonici 1917, die von Leo XIII in manchen Plänen vorbereitet, und unter Pius X in Angriff genommen worden war, konnte dank der hingebungsvollen Tätigkeit Kardinal Gasparris zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden.

Ein wenig seiner jahrzehntelangen unverdienten Vergessenheit entrissen wurde Benedikt XV durch die Namenswahl Papst Benedikts XVI, die dieser ja auch mit dem Vorbild dieses »Friedenspapstes« begründete. Die technischen Möglichkeiten des 20. Jahrhunderts erlaubten es bereits, einige kurze Filmsequenzen über ihn zu drehen, welche sich erhalten haben, z.B. diese hier:



Wenigstens eine kleine Erinnerung an gloriosere Zeiten, als die Päpste noch stilvoll (wenngleich unbequem schwankend) auf der Sedia gestatoria getragen wurden, anstatt mit potthäßlichen »Papamobilen« oder anderen, an Golfcaddies oder plexiverglaste Leichenwägen gemahnenden Transportgeräten durch die Menge gekarrt zu werden ...

Dienstag, 2. September 2014

Feldherren


Nur mal schnell ein Gemälde in Erinnerung an den siegreichen Ausgang der  Schlacht bei Tannenberg heute vor hundert Jahren. Prof. »Silvæ« fühlt sich aus diesem Anlaß bemüßigt, für General Hoffmann eine Lanze zu brechen, und Hindenburg als senilen Trottel hinzustellen. Nun, jeder wie er will. Der Wiki-Artikel über General Hoffmann ist jedenfalls nicht so, daß der Dargestellte nach Rosen duftend aus der ganze Sache hervorgeht. Recht informativ übrigens der Wiki-Artikel über die Schlacht — wie man daraus sieht: Wikipedia ist nicht nur schlicht »praktisch« (das hat ohnehin keiner bestritten!), sondern manchmal auch qualitätsvoll. Betonung auf: »manchmal« ...

Es gibt da einen uralten Papst-Witz ...

... den sich LePenseur fast geniert zu bringen, einen soooo langen Bart hat er schon (der Witz, nicht LePenseur natürlich!), und der geht wie folgt:
Der Papst kommt zum ersten Mal auf Besuch in die Vereinigten Staaten. Noch im Flugzeug wird er von seinem Pressesprecher gebrieft, wie sensationsgierig und hinterhältig US-Journalisten agieren. Deshalb sei es am besten, wenn der Heilige Vater, egal, was man ihn frage, möglichst ausweichend antworte, z.B. mit einer Gegenfrage, sodaß man ihm daraus keinen Strick drehen könne.
Nun, der Flieger ist gerade in Ney York gelandet, das Rollfeld geküßt, der Papst erhebt sich und schon hält ihm ein Reporter ein Mikrophon unter die Nase: »Heiliger Vater: wie finden Sie unsere Bordelle in der Stadt?«
Der Papst bekommt einen Schweißausbruch — was soll er auf eine solche Fragen denn auch antworten. Um Zeit zu gewinnen, fragt er nur gedehnt zurück: »Gibt es hier ein Bordell ...?« 
Am nächsten Tag erscheint die New York Times  mit der Schlagzeile in Balkenlettern:
ERSTE FRAGE DES PAPSTES NACH DER LANDUNG:
»GIBT ES HIER EIN BORDELL?«
Etwa so kann man sich auch das jetzt von unserer Systempresse im Bedrohungston kolportierte Telefonat zwischen Barroso und Putin vorstellen, den »DiePresse« wie folgt schildert:
Barroso habe den russischen Präsidenten wegen der grenzübergreifend operierenden Soldaten am Wochenende zur Rede stellen wollen. Daraufhin habe Putin geantwortet, das Entscheidende sei vielmehr: „Wenn ich wollte, könnte ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“ Laut "Repubblica" haben Vertreter mehrerer Delegationen den Wortwechsel bestätigt.
Na, wie wird's denn gewesen sein ...: Barroso brabbelte was von »russische Truppen in der Ukraine«, und Putin antwortet ihm, daß seine Beschuldigungen lächerlich sind, denn wären russische Truppen tatsächlich in der Ukraine, dann könnten sie Kiew jederzeit in zwei Wochen einnehmen. Das ist keine »Drohung«, sondern eine schlichte Feststellung.

Aber man möchte offenbar (siehe den Artikel von heute in der Früh) möglichst schnell einen Kriegsgrund aus dem Hut zaubern ...

Man muß ihn nicht mögen


... man muß auch nicht immer seiner Meinung sein (das läge LePenseur durchaus fern) — aber wo er recht hat, hat er recht:


Montag, 1. September 2014

Offenbar wird in Brüssel auf Symbolpolitik geachtet

... und deshalb möchte man einen 1. September nicht ohne Beginn eines Krieges vorbeigehen lassen, wo doch der letzte, symbolträchtige solche gerade mal sein 75. Jubiläum begeht. Man denkt sich offensichtlich: »Wenn es schon nicht bis zum 28. Juli mit seinem noch viel schöner runden Gedenktag geklappt hat, soll uns der Krieg diesmal nicht wieder durch die Lappen gehen!«

Diesem Ziel wird alles geopfert — wohl wissend, daß es auf Quisquilien wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit,Wahrheit etc. nicht ankommt. Motto ist: The Show Must Go On! und das tut sie nur, wenn es gelingt, das Finanzdesaster unserer Politruks und ihrer Strippenzieher an der East Coast und in der Londoner City durch eine pompöse Kriegsaktion so zu vernebeln, daß nachher — wie gewünscht — die EUntertanen (und die USklaven kaum weniger!) ohne Hemd und Hosen dastehen, weil sich die Finanz»eliten« in der Zwischenzeit alles gekrallt haben, aber die breite Masse glaubt, das sei nicht durch die betrügerische Papiergeldwirtschaft und hemmungslose Schuldenmacherei der Machthaber passiert, sondern die bedauerliche Folge eines Weltkriegs, in die der pöhse Putin alle gehetzt habe.

Was unsere Systempresse dazu schreibt, paßt genau in diese Verdachtslage. Nehmen Sie nur die gute alte, offiziöse »Wiener Zeitung«, in der — wenigstens seit dem Rausschmiß von Andreas Unterberger — sicherlich kein Leitartikel ohne die Genehmigung des Bundeskanzlers erscheint. Da »durfte« Chefredakteur Göweil in der jüngsten Wochenendausgabe einen Sportpalast-Artikel veröffentlichen, unter dem neckischen Titel:

Die Kosten der Freiheit

Eines darf bei Betrachtung der aktuellen Ukraine-Krise nie vergessen werden: Russland hat die Krim als Aggressor annektiert, und Russlands Getreue in der Ukraine haben eine Zivilmaschine mit 298 Menschen an Bord vom Himmel geschossen. Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin die Separatisten also eine "Bürgerwehr" nennt, ist das Unsinn, es handelt sich um Schwerverbrecher. Die 2600 Toten des Ukraine-Konflikts scheinen Putin auch nicht zu stören, schweres Kriegsgerät wird illegal über die Grenze gebracht.
(Hier weiterlesen)
 Göweil »vergißt« dabei, daß es ein höchst eindeutiges Referendum gab (dessen Ordnungsmäßigkeit von unabhängigen Beobachtern vor Ort bestätigt wurde), er »vergißt« auf das dröhnende Schweigen aus Großbritannien über die Ergebnisse der Flugschreiberauswertung, welches das genaue Gegeteil seiner hingerotzten Behauptung höchst wahrscheinlich macht, er »vergißt« darauf, daß die EU-Favoritin (bis zu ihrer, leider, abgehörten Äußerung!) und lupenreine »Demokratin« Timoschenko die Ausrottung der russischen Bevölkerung der Ost-Ukraine empfahl. Dafür vergißt er aber nicht auf die angesagte Agenda:
Was er allerdings nicht in der Hand hat, sind die Art und Weise der Sanktionen gegen Russland. Sie werden weiter verschärft, allerdings werden sie nicht weit genug gehen. So schlimm das auch für Europa wäre, an einer weitgehenden Isolierung der russischen Wirtschaft führt kein Weg vorbei. Putin spricht sehr klar mit doppelter Zunge - damit hat die Diplomatie ihren Sinn verloren. Die Aufrufe der EU-Außenminister werden im Kreml offen verhöhnt.

Europa hängt am Gas-Tropf Russlands, und ein Importstopp würde die Sanierung der EU-Budgets zweifellos über Bord werfen. Ohne diese Einnahmen wäre es allerdings bald vorbei mit Putins Herrlichkeit. Natürlich ließen Sanktionen wie beim Iran Europas Aktienkurse abstürzen, Banken pleitegehen und Industriekonzerne arg ins Straucheln kommen. Doch nach der Finanzkrise nahmen die EU-Staaten sehr viel Geld in die Hand, um genau das zu verhindern. Da ging es "nur" um die Sanierung eines außer Rand und Band geratenen Kapitalismus. Nun geht es um die Freiheit, und das müsste Europa mehr Geld wert sein und auch mehr als Defizit-Kriterien.
»Wollt ihr die totalen Sanktionen? Wollt ihr sie totaler, als ihr sie euch überhaupt vorstellen könnt?«  »JAAAAAAA«, soll nach Göweils (d.h. seiner Auftraggeber) Willen wohl der Pöbel jauchzen.

Nun — damals gab's noch keine Blogs und Foren im Internet, welche inzwischen immer größere Zugriffsraten verzeichnen und die Systempresse und Öffis ziemlich alt aussehen lassen. Und es gab eine leidensbereitere Bevölkerung als heute.

Und so sei die Prognose gewagt, daß ein Krieg stattfinden wird vorallem in den Redaktionen und Köpfen unserer »Eliten«. Solange diese ihre Köpfe noch auf ihren Schultern haben werden ...