Donnerstag, 5. Juni 2008

Ein zutreffendes Voltaire-Zitat

... will mir nicht und nicht aus dem Sinn:

»Doch daß ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, daß er seine Mitbürger glauben machen will, daß er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte, daß er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben läßt, daß er, um diesem Werk Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, daß er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, daß er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben läßt: das ist nun mit Sicherheit etwas, was kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat bei ihm jedes natürliche Licht des Verstandes erstickt.«

Wie wahr, wie wahr! In Dänemark wurden vor geraumer Zeit recht witzige Cartoons über besagten Kamelhändler veröffentlicht. Das führte dazu, daß ein Mob von Kamelhändler-Fans dänische Botschaften anzündete, katholische Priester ermordete (wiewohl Dänemark fast rein protestantisch ist, doch de minimis non curat prætor — und schon gar nicht ein Muselmaniker, der sich im Ehrenpunkt verletzt fühlt!) und was dergleichen Nettigkeiten mehr sind.

Wenn es um die Darstellung unzweifelhafter (wenn auch unbequemer) Wahrheiten über ihren geliebten »Propheten« geht, dann verstehen sie keinen Spaß, die Muselmanen und greifen gerne zu den Mitteln des Terrors, solcherart genau das bestätigend, was sie als ungerechten Vorwurf entkräften wollen. Irgendwie — wenn es nicht für unsereins eben mordsgefährlich wäre! — ist es ja fast ebenso rührend, wie wenn sich ein Alkoholiker aus Kummer über seine Zirrhose beim nächsten Branntweiner einen Rausch antrinkt ...

Als nun vor einigen Monaten ein Mordkomplott gegen einen der Cartoonisten — Gott sei Dank vor seiner Ausführung — entdeckt und vereitelt wurde, machten die dänischen Zeitungen in einem in unseren Breiten leider nur zu seltenen Anfall von Mut das einzig Richtige: sie veröffentlichten demonstrativ die Cartoons nochmals, um zu zeigen, daß Dänemark vor irgendwelchen angeblich »religiösen« Fanatikern (die in Wahrheit doch nur erbärmlichen Terroristen sind!) nicht in die Knie geht.

Da so etwas aus muselmanischer Sicht nicht ungesühnt bleiben darf, wird Druckerschwärze mit Dynamit vergolten, was zwar etwa so logisch ist, wie die vermutete voreheliche Hymendurchtrennung einer Braut mit der Abtrennung ihres Kopfes nach der unblutig verlaufenen Hochzeitsnacht blutig zu ahnden. Aber der Islam ist bekanntlich die Religion des Friedens, von Logik wurde seinerzeit nichts gesagt — aus gutem Grund ...

Doch, Insch'allah, wie die Welt so spielt, fallen, wo gehobelt wird, auch Späne — in diesem Falle eben pakistanische Späne, denn die mindestens sechs Todesopfer des jüngsten Bombenanschlags in Islamabad (welch trefflicher Name für einen Anschlagsort!) sind samt und sonders Pakistani und — wie zu vermuten steht — glühende Kamelhändler-Fans, die sich derzeit (soweit männlich) vermutlich die Frage stellen werden, wo denn die 72 Jungfrauen abgeblieben sind (soferne sie sich überhaupt noch Fragen stellen) ...

Damit jetzt kein gutmenschlich bewegter Zeitgenosse in Rage gerät, zwei kurze Klarstellungen:
  1. Die von der Bombe zerfetzten Pakistani und ihre Angehörigen sind wirklich zu bedauern. Nur fürchte ich, wird nicht einmal so ein Ereignis der aufgehetzen Masse die Augen öffnen, daß nicht die Mohammed-Karikaturen das Verbrechen waren, sondern die terroristischen Aktionen im Gefolge.
  2. Nicht jeder Moslem ist ein Terrorist (oder auch nur ein potentieller Terrorist). Es gibt auch unter diesen genug Menschen, die in Analogie zum »Taufschein-Christen« Allah einfach einen guten Mann sein lassen und versuchen, anständig und integer zu leben.

Das Problem ist bloß, daß jeder, der streng nach islamischen Lehren zu leben versucht, früher oder später zum Terroristen oder Aggressor werden muß, weil ihn die Lehren seines famosen »Propheten« dazu zwingen.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Djihad und Dhimmitude

.. ist der Titel eines äußerst lesenswerten Essays über Sklaverei und Menschenrechte von Prof. Egon Flaig im »greifswalder stundentenmagazin moritz« [Lesen Sie mehr].

»Schäuble: Wilders ist nicht besser als die Islamisten«

Unter diesem Titel kommentiert »Politically Incorrect«
ein in der Tat fast unfaßbares Interview der FAZ mit dem deutschen Innenminister Schäuble (Volltext hier).

Der alte Spruch, daß Gott dem, dem er ein Amt gibt, auch den Verstand dazu gibt, scheint auf deutsche Politiker nicht zuzutreffen. Hier dürfte eher das Gegenteil der Fall sein: wem er ein Amt gibt, dem scheint er — in ausgleichender Gerechtigkeit? Wer will's wissen — dafür den Verstand zu nehmen.

Daß Schäuble durch ein Attentat körperlich behindert ist, ist ein sicherlich bedauernswerter Schicksalsschlag für diesen Mann, für den wir ihn mit gebotenem Mitgefühl bedauern. Daß Schäuble aber — das Interview legt es nahe — offenbar nicht nur körperlich behindert zu sein scheint, ist ein Schicksal, an dem Deutschland und ganz Europa zu tragen hat. Von einem mitfühlenden Österreicher daher an alle Deutschen ein »herzliches Beileid«! Wer einen solchen Minister hat, braucht keine Islamisten mehr als Feinde ...

Samstag, 17. Mai 2008

Der Multikulti-Irrtum

Unter diesem Titel ist ein — wie gewohnt — wirklich brillanter Artikel auf »Manfreds politischen Korrektheiten« erschienen. Unbedingt lesenswert!

Hier mehr.

Mittwoch, 14. Mai 2008

16-Jährige als Hexe festgenommen!

Wo denn? In Saudi-Arabien natürlich, wo die friedliche Herrschaft des "Propheten" und seiner seltsamen Gefolgsleute bis heute für immer neue Anlässe zur Verwunderung sorgt.

Man stelle sich das einmal plastisch vor: mit so einem Staat unterhalten die Regierungen Europas und der ganzen Welt, sogar der Vatikan diplomatische Beziehungen! Mit einem Staat, der eine "Behörde für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters" unterhält. (wer einen Sinn für skuril-makaberen Humor hat, kann hier nähere Details weiterlesen).

Ein Einzelfall? Ach, wenn dem doch nur so wäre! Aber der Wahnsinn hat Methode. Vor ein paar Wochen gab es da einen 60-jährigen Mann, dem nun die Todesstrafe droht, weil er einen Dschinn beschwören wollte. Bei einer Razzia fand die Polizei im Haus des Mannes als Beweismittel sechs Ringe, einen weißen Faden, Watte und einen Zettel mit handschriftlichen Beschwörungsformeln, wie die Zeitung "Al-Watan" berichtete. Das reicht (hier weiterlesen). Und vor ein paar Monaten wurde ein anderer Mann wegen "Zauberei" hingerichtet, und eine Frau wartet gerade wegen etwas Ähnlichem auf ihre Steinigung (hier mehr).

Und da gibt es noch einen durchgeknallten anglikanischen Erzbischof in England, der sich für die Einführung der Scharia stark macht? Da gibt es noch korrupte Politiker, die einer muslimischen Einwanderung in die EU das Wort reden, "weil sonst unser Sozialsystem zusammenbräche" ...

Auf, nach Saudi-Arabien mit ihnen! Vielleicht findet sich dort ein freundlicher Religionswächter, der diesen faulen Zauber, den unsere Politikerkaste — in beifälliger Komplizenschaft der Meinungsmafia — auf unsere Kosten und zu unserem Schaden aufführt, einer gerechten Strafe zuführt.

Damit wäre diese Scharia wenigstens für irgendwas gut.

Freitag, 9. Mai 2008

Demokratie-Defizite, verspielte Gewaltenteilung, feudalistische Scheindemokratie

Unter diese niederschmetternde Schlagzeile stellt Klaus Peter Krause seine leider nur zu treffende Analyse der EU-Realität.

Die Europäische Union wird von der Politischen Klasse in Deutschland und in Brüssel gerne mit einem Glorienschein umgeben und als große Erfolgsgeschichte dargestellt: Wenn es sie nicht gäbe, müsse man sie erfinden. Natürlich musste man sie erfinden, natürlich muss es sie geben. Aber so notwendig eine Vereinigung, eine Allianz der europäischen Länder nach dem zweiten Weltkrieg war und noch immer ist, um so notwendiger ist es, die Fehlentwicklungen aufzuzeigen, die sich in der heutigen Europäischen Union eingestellt haben, und die Fehlentwicklungen dann zu beheben.

Denn wie so häufig weichen richtige Idee mit ihrem Anspruch und die dann folgende Wirklichkeit im Lauf der Zeit von einander ab. In der EU ist es sogar ein krasses Abweichen. Haben wir das wirklich so gewollt? Die Fehlentwicklungen sind unübersehbar, unduldbar, unhaltbar.

[Weiter hier]

Mittwoch, 7. Mai 2008

Christenverfolgungen heute

Hans Maier, ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, schrieb einen aufrüttelnden Artikel in der »Neuen Zürcher Zeitung« vom 7. Mai 2008:

Verfolgte Christen
Ein Plädoyer für die Anerkennung von Religionsflüchtlingen und für eine erweiterte Religionsfreiheit

Verfolgungen und Vertreibungen von Christen, Drohungen und Kampagnen gegen sie, Benachteiligungen, schleichende Entrechtung – das alles ist in der gegenwärtigen Welt mehr als ein Gerücht. Es gibt die gewalttätigen Ausschreitungen wirklich, und sie haben in den letzten Jahren überall dramatisch zugenommen. Die Liste ist bedrückend lang.

In Indien wurden viele Christen in den vergangenen Jahren Opfer militanter Hindus; die dortige Bischofskonferenz spricht schon lange von einem Zustand «offener Verfolgung». In Sri Lanka, auf den Molukken, in Thailand häufen sich in jüngster Zeit Überfälle auf christliche Kirchen, auf Kleriker und Gläubige. Nordkorea hält seit Jahren viele Christen in Arbeits- und Umerziehungslagern fest. Auch in China werden sie häufig eingesperrt und drangsaliert, vor allem wenn sie nicht den staatlich registrierten und kontrollierten Kirchen angehören. Unübersichtlich und schwierig ist die Lage in Ländern des islamischen Kulturkreises, etwa in Pakistan und in Iran sowie an der Bruchlinie zwischen dem christlichen (bzw. animistischen) und dem islamischen Afrika – und natürlich in der arabischen Welt. Eine Massenflucht von Christen hat in jüngster Zeit aus dem Irak, einer Ursprungsregion des Christentums, eingesetzt: Seit Beginn des Krieges hat mehr als die Hälfte der anderthalb Millionen Christen das Land verlassen, das ihnen keine Sicherheit mehr bietet. «Wer bleibt, der stirbt», heisst die resignierte, leider realistische Parole.

Lange Zeit verdrängt
Wer sind die Verfolger? Es sind weniger die Staaten selbst – obwohl in verschiedenen islamischen Ländern (aber auch in einigen Teilstaaten Indiens) das Missionieren oder Konvertieren zum Christentum unter Strafe gestellt ist und Christen, wenn sie ihren Glauben bezeugen, immer wieder im Gefängnis oder in der Psychiatrie landen. Der Hauptstoss kommt «von unten», von Hasspredigern und aufgewühlten Massen, von fanatischen Einzelnen und Gruppen, von religiösen Warlords, die nicht selten regelrechte militärische Kommandos anführen. Das macht die Aufklärung schwierig und die Gegenwehr oft fast unmöglich. In Ländern, in denen Christen verfolgt werden, zieht sich der Staat meist rasch aus der Affäre, die Politiker waschen ihre Hände in Unschuld – sie sind ja nicht die eigentlichen Verfolger. In den potenziellen Aufnahmeländern umgekehrt weisen die für die Migration zuständigen Behörden die Flüchtlinge oft mit einem Achselzucken ab: Politische Verfolgung liege nicht vor, religiöse Verfolgung aber sei kein rechtsrelevanter Tatbestand – und so kommt es, dass den Unglücklichen am Ende nicht einmal Asylscheine ausgehändigt werden.

Jahrelang fand das Geschehen nur selten den Weg in die Schlagzeilen. Allenfalls spektakuläre Einzelfälle wurden zur Kenntnis genommen wie die Ermordung des katholischen Priesters Andrea Santoro in Trabzon am Schwarzen Meer, der Anschlag auf drei Mitarbeiter eines evangelikalen Buchverlags im türkischen Malatya im April 2007 – und jüngst der Tod des von Rebellen verschleppten chaldäisch-katholischen Bischofs Paulos Faraj Rahho im irakischen Mossul. Inzwischen rechnen Menschenrechtsorganisationen damit, dass von den weltweit über zwei Milliarden Christen zweihundert Millionen – also jeder zehnte – unter Diskriminierungen, schwerwiegenden Benachteiligungen und Anfeindungen zu leiden haben.

Die Skala reicht von der Behinderung des Kultus bis zum rigorosen Verbot der Mission, von der Verletzung religiöser Grundfreiheiten wie der freien Wahl der Kommunikationsmittel für die Verkündigung bis zu gezielter Verfolgung und Vertreibung. Ein zentraler Punkt in dieser Auseinandersetzung ist das Verbot des Austritts aus der eigenen Religion, das vor allem für den Islam von grundlegender Bedeutung ist und in mehreren islamischen Ländern, so etwa in Afghanistan, ausdrücklich ins staatliche Recht übernommen wurde – mit Sanktionen, die bis zur Todesstrafe reichen. Wird dieses Gebot strikt praktiziert, gefährdet jeder Muslim, der Christ wird, sein eigenes Leben – und der Christ, der ihn bekehren will, riskiert das seine mit.

Angesichts der Dimensionen, die das Problem inzwischen angenommen hat, fällt die Behutsamkeit auf, mit der sich religiöse Autoritäten darüber äussern. So hat Papst Benedikt XVI. im August 2006 zwar seine Besorgnis über die Verfolgung von Christen in vielen Teilen der Welt geäussert. In etlichen Weltreligionen begegne der christliche Glaube auch heute «grossen Schwierigkeiten, Unverständnis und Feindseligkeit». Die Christen müssten oft «in zu viel Schatten» leben. Leiden habe aber nach christlichem Verständnis nie das letzte Wort, es sei vielmehr ein Durchgangsstadium zum ewigen Glück in Christus. Der Erzbischof von Canterbury, das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, rief im Jahr 2007 die Christen im Orient dazu auf, trotz allem auszuharren und der «Versuchung zur Emigration» zu widerstehen.

Zweierlei tut not
Schärfer äusserte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Huber: Er prangerte unlängst in seiner Karfreitagspredigt in der Berliner Marienkirche die Christenverfolgung im Irak an und verglich sie mit ethnischen Säuberungen und Völkermorden an anderen Orten, die von der Weltöffentlichkeit tatenlos wahrgenommen würden. Die Deutsche Bischofskonferenz wiederum legte den Akzent auf Hilfen für die Flüchtlinge und Vertriebenen, sie mahnte im April eine grosszügige Lösung bei der Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak in Deutschland an – diese seien nicht nur Opfer von Krieg und Bürgerkrieg, sondern würden auch wegen ihres Glaubens verfolgt.

Die Zurückhaltung der (meisten) kirchlichen Sprecher ist nicht unerklärlich. In einer globalisierten Welt, in der die Religionen nicht mehr in abgegrenzten Gebieten leben, sondern in den grossen Metropolen nebeneinander, ja ineinander siedeln, suchen die Autoritäten nachdrücklich nach gemeinsamen Regeln des Zusammenlebens. Verwahrungen gegen Übergriffe von Fanatikern sind dabei hilfreich und notwendig – nicht aber der Aufruf zur Gegengewalt, zu einem pauschalen «Wie du mir, so ich dir». Das Christentum ist für diese Aufgabe einer differenzierenden Reaktion auf die gegenwärtigen Herausforderungen wohl besser gerüstet als andere Weltreligionen – hat es sich doch, seit Jahrhunderten in Konfessionen gespalten, längst daran gewöhnen müssen, dass es Situationen gibt, in denen man «die anderen» weder bekehren noch verdrängen, noch vernichten kann – so dass man Frieden, Religionsfrieden, mit ihnen schliessen muss. Ob dieser Weg auch im Weltmaßstab eines Tages Anerkennung finden wird? Noch sind wir davon ziemlich weit entfernt.

Für die Zwischenzeit wäre zweierlei nötig: einmal die Anerkennung von Religionsflüchtlingen als Flüchtlinge im Sinn der internationalen Konventionen – die Beschränkung auf «politisch Verfolgte» ist in der heutigen Situation längst weltfremd und illusionär. Sodann wäre ein – weltweit geltendes – «Recht auf Konversion» anzustreben: das Recht, seine Religion zu wechseln ohne Gefahr für Leib und Leben. Dazu bedarf es der Fortentwicklung der überlieferten Religionsfreiheit. In ihrem traditionellen Verständnis schliesst sie zwei Komponenten ein: das Recht, Religion zu praktizieren (Erbe des Christentums), und das Recht, von Religion frei zu sein (Erbe der Aufklärung). Hinzukommen müsste die ausdrückliche Anerkennung einer weltweit geltenden Konversionsfreiheit für alle Menschen. Dann könnte kein Land, das in seinem Religionsrecht den Grundsatz «Tod den Abtrünnigen!» duldet, in Zukunft behaupten, es habe die Menschenrechte akzeptiert – selbst dann nicht, wenn es die Internationalen Pakte von 1966 formell ratifiziert hat.

Hans Maier amtete von 1976 bis 1988 als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Bis 1999 hatte er an der Universität München den Lehrstuhl für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie inne. Jüngste Buchpublikation: «Die Kirchen und die Künste» (Schnell & Steiner 2008).

Sonntag, 4. Mai 2008

Was heißt da »noch nie«?

Unter diesem Titel hat der österreichische Klimatologe Reinhard Böhm im »Spectrum«, der Wochenendbeilage der »Presse«, einen wohltuend zurückhaltenden Artikel verfaßt. Es gibt offenbar doch noch Klimatologen, die sich mit Wissenschaft, statt mit Kaffeesudlesen beschäftigen.

Sonntag, 27. April 2008

»Bilderloses Grauen«

Ein leider zu treffender Artikel unter diesem Titel findet sich hier.

Dienstag, 22. April 2008

Was war der islamische Beitrag zur Entwicklung des Abendlandes?

Der Philosoph Rémi Brague spricht im Interview mit der "Presse" über die Neuentdeckung des Begriffs Kreuzzug im 19.Jahrhundert, die Grenzen des arabischen Einflusses auf das Abendland und die Ignoranz des Islam gegenüber dem Christentum.
Die Presse: Vor einiger Zeit gerieten Sie in einer französischen Fernsehsendung in Harnisch, als ein Herr erklärte, der Westen habe einen Großteil des antiken Wissens auf dem Umweg über die islamische Welt kennengelernt. Was hat Sie da so zornig gemacht?
Rémi Brague: Im neunten Jahrhundert wurden in Bagdad und anderen Gegenden viele griechische Werke zu Mathematik, Medizin, Philosophie, Astronomie und Astrologie ins Arabische übersetzt. Als der Westen Ende des elften Jahrhunderts anfing, sich für diese Dinge zu interessieren, war es in den von den Arabern eroberten Gebieten, in Spanien oder Sizilien, praktisch, die Werke aus dem Arabischen zu übersetzen, wenn man das griechische Manuskript nicht fand. Früher wurde dieser arabische Einfluss vernachlässigt. Jetzt wird er übertrieben.


„Die Presse“ v. 21.4.2008 — Rémi Brague: „Das islamische Volk ist das belogenste“ [Hier der gesamte Artikel]

Mittwoch, 16. April 2008

Ein kleiner Vorgeschmack auf das Jahr 2030 in Europa

... bietet sich dem aufmerksamen Beobachter unserer Tage, wenn er z.B. Meldungen wie diese liest:

Achtjährige Jemenitin freut sich über ihre Scheidung

Nach zweieinhalb Monaten Zwangsehe hat ein achtjähriges Mädchen im Jemen die Scheidung von seinem 28-jährigen Mann durchgesetzt. "Ich bin erleichtert. Jetzt kann ich wieder zur Schule gehen", sagte Nodschud Mohammed Ali nach der Urteilsverkündung in Sanaa. Das Kind hatte gegen Vater und Ehemann geklagt. Ihr Vater habe sie zur Ehe mit dem Erwachsenen gezwungen, berichtete sie. Der Vater gab an, er habe aus Angst vor einer Entführung seiner Tochter gehandelt. Im Jemen gibt es kein Mindestalter für Eheschließungen.

Nodschud berichtete vor Gericht, wie sie in ihrem zweiten Grundschuljahr verheiratet worden sei. Sie habe einen Ehevertrag unterzeichnen müssen. Ihr sei gesagt worden, sie könne bis zum Alter von 18 Jahren bei ihrem Vater wohnen bleiben. Doch eine Woche nach der Vertragsunterzeichnung hätten ihre Eltern ihr befohlen, zu ihrem Mann zu ziehen. Dieser habe sie dann zum Beischlaf gezwungen.

Da geht einem doch das Herz auf und der Mund über bei soviel kultureller Bereicherung, die uns drögen Europäern durch die Zuwanderung rechtgläubiger Orientalen in unsere Sozialsysteme und Elektorate mit der allmählich vorbereiteten Einführung der Scharia ins Haus steht ...

P.S.: ursprünglich stand im Titel "auf das Jahr 2050". Wenn ich mir die Meldungen der letzten Tage so ansehe, fürchte ich daß "2030" das realistischere Datum sein dürfte.

Montag, 31. März 2008

Die Islamisierung Europas

... ist scheints nicht mehr aufzuhalten. [Lesen Sie hier mehr dazu].

Nun, die betuliche P.C.-Larmoyanz des SPON-Artikels könnte ja als Markenzeichen dieses Mediums noch passieren — aber die gezielte Desinformation, die ihn durchzieht, ist wirklich schwer zu ertragen!

Da sind also wieder einmal die pösen teutschen Spießer daran schuld, daß die armen Moslems nicht in Frieden ein Moschee bauen können. Soll man denken. Aus dem Munde eines dortigen Einwohners klingt das aber ein bißchen anders:
Als Bürger Frankfurts, der die Umstände der beschriebenen Versammlung zwar nicht persönlich verfolgte, jedoch im Nachgang den entsprechenden Medienrummel verfolgte, bleibt hier einiges zu erläutern.
– Warum haben die Bürger den Bau der Moschee nicht begrüßt?
Weil es bereits die Dritte Moschee im Stadtteil Hausen wäre. Insofern waren und sind die Bürger nicht gegen den Islam und den Bau einer Moschee. Die Bürger wünschen nur nicht den Bau einer dritten Moschee.
– Warum war die Stimmung aufgeheizt und warum gab es mitunter auch unsachliche Kommentare?
Schon am Anfang der Veranstaltung wurde den zu diesem Zeitpunkt noch ruhigen Bürgern von einer Vertreterin der Grünen im Stadtparlament folgendes dargelegt:
"Wenn es Ihnen in Hausen nicht mehr gefällt und sie mit dem Bau der dritten Moschee unzufrieden sind, müssen sie halt wegziehen".

Es steht der Journalistin selbstverständlich völlig frei, ihre Schlüsse aus der Veranstaltung zu ziehen. Es gebietet jedoch zumindest die Fairness, das Gewesene halbwegs objektiv darzustellen.
Und was soll dieser ganze halbgare Schmus von "nichtreligiösem Kultur-Muslim" etc.? Ein "nichtreligiöser Kultur-Muslim" ist im Prinzip ebenso ein Agnostiker, der sich eben an gewissen Traditionen aus Kindheit und Elternhaus orientiert, wie ein "Taufschein-Christ". Ein solcher würde sich aber nicht durch Kritik am Christentum (sowas wird hierzulande meist "Religionskritik" genannt und für gewöhnlich von Christen — und Taufschein-"Christen" — selbst geübt) "verletzt" fühlen. Das Analogon, also eine Kritik am Islam (die in unseren Medien selbstredend gleich zur "rassistischen, hetzerischen Islamophobie" stilisiert wird), brauchte ihn also ebensowenig zu kratzen, wie die "Religionskritik" einen Taufscheinchristen.
Aber denkste! Was ein echter Muselmane ist, und sei es auch nur ein "nichtreligiöser Kultur-Muslim" (was im Klartext bedeutet, daß man zwar regelmäßig Alkohol konsumiert, aber Allah ansonsten einen guten Mann sein läßt), der ist vor allem eines: betroffen und gekränkt.
Und das bedrückende daran ist: wir fallen darauf rein! Im eilfertigen Bemühen, nur ja nicht als "fremdenfeindlich" oder gar "islamophob" dazustehen, knicken wir in Devotionsbücke ein, statt einfach ein paar naheliegende Fragen zu stellen:
Der Islam hat offenbar ein Imageproblem: warum bloß gelten die Anhänger dieser Religion nicht als leistungsorientierte, tolerante Menschen? Ja, warum wohl ...
  • Hieße Toleranz nicht etwa auch, das ein Moslem zu einer anderen Religion konvertieren darf (tja, was sagt denn der Koran bloß dazu ....)
  • Muß man sich als Gastarbeiter im Aufenthaltsland die Akzeptanz nicht erst erarbeiten? Und wäre es nicht angebracht, daß man seinen Gast- und Brötchengeber mit seinen Traditionen respektvoll behandelt?
  • Hat nicht ein Migrant in Deutschland bei Schulausbildung und Religionsausübung jede Freiheit und Wahlmöglichkeit? Welche Möglichkeiten hätte hingegen ebendieser Migrant in seinem Herkunftsland?
  • Was würde in Türkei/Iran/Saudi-Arabien passieren, wenn irgendeine christliche Kirche einen Monumentalbau (oder gar den dritten in einem Stadtteil) planen würde?

Aber zu diesen an sich einfachen und logischen Frage fehlt uns offenbar der Mut. Kein Wunder: wer beim kleinsten Anzeichen, die politisch-korrekte Inquisition der Alt-Achtundsechziger in Frage zu stellen, schon als Nazi verfemt wird, der wird derlei Fragen recht bald als höchst gefährlich für sein weiteres Wohlergehen meiden. Ich habe da durchaus Verständnis — schließlich ist nicht jeder zum Märtyrer geboren (das verlangen bloß die Alt-Achtundsechziger von ihren Eltern). Auch ich würde mir diesen Artikel möglicherweise verkneifen, wäre ich genötigt, ihn mit meinem Namen zu zeichnen und dafür zu riskieren, von den medialen Schlägerbrigaden der Berufs-Antifa mit KZ-Wächtern und Kriegsverbrechern in einem Atemzug genannt und der öffentlichen Verachtung preisgegeben zu werden.

Wenn es mich nicht selbst ebenso träfe — ich wünschte geradezu diesen patentierten Toleranzbolzen und den auf einmal ach so gekränkten "nichtreligiösen Kultur-Muslimen" die baldige Machtübernahme durch ein islamisches Regime! Es dürfte sie nämlich auf andere Gedanken bringen ....

Freitag, 8. Februar 2008

Alle sechs Sekunden stirbt ein Raucher ...

Im 20. Jahrhundert habe das Rauchen 100 Millionen Menschen getötet, heißt es im ersten umfassenden Welt-Tabak-Bericht der WHO, der in New York vorgelegt wurde. Ohne Eindämmung des zunehmenden Tabakkonsums könnten es im 21. Jahrhundert eine Milliarde Tote werden, warnt die Organisation der Vereinten Nationen. Deutschland zählt dem Bericht zufolge zu den zehn Ländern mit den absolut meisten Rauchern weltweit.

Die WHO präsentiert sechs Schlüssel-Maßnahmen, um den weltweit wachsenden Tabakkonsum einzudämmen. Dazu gehören die höhere Besteuerung von Tabak, ein striktes Verbot von Zigarettenwerbung sowie Aufklärung und Hilfsprogramme für Raucher, die von der Sucht los kommen wollen. "Obwohl es immer mehr Kampagnen gegen das Rauchen gibt, kann jedes Land der Erde mehr tun. Diese sechs Maßnahmen sind für alle umsetzbar, für arme wie für reiche Länder", sagte WHO- Generaldirektorin Margaret Chan laut einer Mitteilung. [...]
Rauchen ist nach WHO-Angaben Risikofaktor für sechs der acht führenden Todesursachen weltweit. Einer von zehn Todesfällen bei Erwachsenen gehe auf Tabak zurück, insgesamt 5,4 Millionen pro Jahr. Tabak töte bis zu jeden zweiten Konsumenten. Fast die Hälfte aller Kinder der Welt sei durch Passivrauchen belastet. Wegen des zeitlichen Verzugs zwischen Tabakkonsum und resultierenden Gesundheitsschäden habe die "Tabakepidemie" gerade erst begonnen, befürchtet die WHO. (siehe hier)


Das kennen wir doch von irgendwo. Obwohl es immer mehr Kampagnen gegen [beliebigen Begriff einsetzen, z.B. "Klimawandel"] gibt, kann jedes Land der Erde mehr tun. Und: das wirklich Schlimme kommt erst! Wann? Na, dann halt! Blöde Frage — wenn die Umfrage vermarktet ist, die Subvention gezahlt, die neue Steuer eingeführt etc. etc.
Oder auch nicht — Hauptsache, die Umfrage wurde bezahlt und die Subvention ist bereits verausgabt. Wenn der Schwindel vorher auffliegt, ist's natürlich unangenehm. Aber dafür hat man schließlich seine Freunde in den Medien, die das schon elegant totschweigen werden ...

Und beim Rauchen tritt wieder einmal das paradoxe Phänomen auf, daß die, die vom Staat ungeniert zur Kasse gebeten werden (nämlich die Raucher) sich auch noch als asoziale Schwachsinnige abstempeln lassen müssen, die man per Schockphoto und Werbeverbot auf den Pfad der Tugend bringen könne und müsse. Ein Leserbriefschreiber (vielen Dank, haraldd!) brachte es perfekt auf den Punkt:
ich wäre auch für sonderlackierungen mit besonders blutigen unfallbildern auf autos, die schneller als 120 fahren können, schmucketiketten meines lieblingsjahrgangs cabernet mit leberzirrhose im endstadium, kühlschränke mit zwangsaufdruck von durch globale erwärmung verhungerten pinguinen...ihr lustigen kerle, freut euch doch, wenn wenigstens irgendjemand noch früh stirbt und die rentenkassen nicht belastet. alter ist nicht alles im leben ;-) wünsche viel spass bei der weiteren kultivierung von halbgar importiertem sinnesfeindlichem puritanismus aus einer kultur, die lange niemand hier gebraucht hat. und @vorige kommentare: leben und leben lassen wäre ein feines motto. fremde laster missionieren zu wollen ist so ungefähr die leichteste sache der welt. fangt lieber mal bei euren eigenen an.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen — vielleicht noch das Klimaargument: Raucher sterben doch angeblich 10 Jahre früher als andere Menschen. Zehn lange Jahre, in denen sie kein Kohlendioxid emittieren, zu des Klimas Heil und Frommen. Damit weniger Pinguine verhungern müssen und Tuvalu nicht im Ozean versinkt!

Rechnen wir kurz nach: laut WHO gibt es 1 Milliarde Raucher. Jeder Mensch emittiert bei rund 12,5 m³ Atemluft pro Tag also in zehn Jahren 45.625 m³. Darin befinden sich ca. 3,5 Tonnen Kohlendioxid. Die Raucher ersparen unserem labilen Weltklima also 3,5 Milliarden Tonnen Kohlendioxid! Daher gehört eigentlich auf jede Zigarettenpackung ein Aufdruck:

RAUCHEN KANN DEN KLIMAWANDEL STOPPEN!

Also: wenn das kein Argument ist ...

Dienstag, 15. Januar 2008

Ein Kinderschänder

Vor einigen Wochen ging durch die Medien, daß im Zuge einer weltweiten Aktion (»Orangebill«) ein großer Schlag gegen die Kinderpornographie gelungen sei. Die österreichische Tageszeitung Kurier berichtete darüber unter anderem:

Ein 44-jähriger Wiener, dessen PC bei der Hausdurchsuchung online war, hatte als Bildschirmschoner ein Foto verwendet, das er selbst beim Missbrauch seiner zehnjährigen Stieftochter angefertigt hatte.

Ein übler Kinderschänder — keine Frage! Denn ein 44-jähriger, der ein 10-jähriges Mädchen mißbraucht, kann wohl nicht anders genannt werden. § 206 StGB ist hier völlig eindeutig:

§ 206 Schwerer sexueller Mißbrauch von Unmündigen

(1) Wer mit einer unmündigen Person den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung unternimmt, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.
(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer eine unmündige Person zur Vornahme oder Duldung des Beischlafs oder einer dem Beischlaf gleichzusetzenden geschlechtlichen Handlung mit einer anderen Person oder, um sich oder einen Dritten geschlechtlich zu erregen oder zu befriedigen, dazu verleitet, eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung an sich selbst vorzunehmen.


Vor einigen Tagen wurde in einer Ansprache die durch Quellen gut belegte Tatsache erwähnt, daß der damals 56-jährige Stifter einer großen Religionsgemeinschaft mit einem 9-jährigen Mädchen Geschlechtsverkehr hatte. Gegen die Rednerin werden von der Staatsanwaltschaft Graz derzeit Ermittlungen wegen »Volksverhetzung« und »Herabwürdigung religiöser Lehren« geführt. Ob es zu einer Anklage kommt, ist derzeit nicht abzusehen.

Selbstredend vermeide ich es, besagten 56-jährigen Religionsstifter als Kinderschänder zu bezeichen — ich will den weisen Erkenntnissen der Grazer Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen. Ich würde aber dennoch gerne wissen, wie man einen 56-jährigen Religionsstifter, der ein 9-jähriges Mädchen mißbraucht, sonst nennen soll ...

Montag, 31. Dezember 2007

... dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Heine dichtete bekanntlich: »Denk’ ich an Deutschland in der Nacht / dann bin ich um den Schlaf gebracht«. Was immer man über die Qualität von Heines poetischer Produktion halten mag (ich halte es da mit Karl Kraus, der wenig davon hielt) — die Situation in Deutschland ist geeignet einen um den Schlaf zu bringen. Und so paßt das Gedicht auch wieder auf unsere Zeit ... leider!

Wenn ich z.B. an die ehrenwerten Gesellschaft der Aleviten denke, die vor wenigen Tagen beim Kölner Dom demonstrierten, daß sie aus lächerlich geringfügigem Anlaß in der Lage sind, abertausende Protestierer und Randalierer zusammenzukarren, dann möchte ich mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn der Anlaß einmal nicht so lächerlich wie ein Dutzendkrimi im ARD ist ...
Aber die ebenso ehrenwerte Gesellschaft deutscher Politiker knickt selbstredend bereits vor einer vergleichsweise kleinen Demo aus vergleichsweise lächerlichem Anlaß ein: Weinmayer (oder wie diese weinerliche Type am Bildschirm hieß) mahnte gleich Behutsamkeit gegenüber den religiösen Gefühlen ein. Seltsam, daß es immer die religiösen Gefühle von Moslems und Juden sind, die geschützt werden müssen, gelegentlich die von Hindus, ganz selten schon die von Buddhisten, jedoch nie die von Christen. Und die Gefühle derer, die eine gesunde Distanz zu allem, was nach religiöser Gängelung der Menschen aussieht, bewahren, sind offenbar überhaupt nicht der Rede wert! Aufklärung kommt als Begriff nur mehr in der staatlich oktroyierten Sexualerziehung (»Hauptsache: niemals ohne Gummi!«) vor.

Freitag, 30. November 2007

Alle Jahre wieder ...

... kommt nicht bloß das Christkindlein, sondern auch der Welt-AIDS-Tag. Und pünktlich wie jedes Jahr vor dem 1. Dezember erfährt die Welt aufrüttelnde Neuigkeiten: seit 1983 ist die Zahl der HIV-Infizierten schon wieder größer geworden und auch die Zahl der an AIDS erkrankten bzw. gestorbenen ist gestiegen.
(hier weiterlesen)

Donnerstag, 22. November 2007

Deutsches Bahn-Sonett

Im Blog von Dietmar Dominik Hennig fand ich ein witziges Gedicht von Durs Grünbein aus der Frankfurter Rundschau, welches mich allerdings aufgrund einiger kleinerer Formmängel dazu reizte, es — hoffentlich! — zu verbessern. Ich erlaube mir hier (die freundliche Zustimmung des eigentlichen Dichters präsumierend) meine Version zu präsentieren:
DB-Sonett

Ihr, die ihr fahren müßt nun mit der Deutschen Bahn,
Laßt alle Hoffnung fahren auf die Ankunftszeit.
Was steht ihr, wartet, schaut die Gleise traurig an?
Warum erhofft ihr Service euch, und Pünktlichkeit?
Nicht klagen sollt ihr, wird die Wartezeit euch lang.
Vergeßt den Anschluß, Leute, denkt in größern Zügen.
In höhern Bahnen, schrankenlos, denkt: Börsengang.
Sagt nicht: Mir würde Fahrplantreue schon genügen.

Habt ServicePoint nun, DB-Lounge gar, BordBistro,
Und Spartarife! — Im totalen Fernverkehr
Kann man nicht alles haben! Wenn Verspätung droht,

Denkt an das Nickerchen im ICE — und froh
Vergeht die Wartezeit. Gemach! Bedenkt vielmehr:
Wer früher ankommt, schlägt die Zeit dann länger tot ...

Montag, 12. November 2007

Abrechnung mit 68

Im Commentarium-Blog fand ich folgenden Artikel unter dem Titel “Abrechnung mit 68″:

Thomas Hoof, ehemaliger Landesgeschäftsführer der Grünen in Nordrhein-Westfalen, hat das von ihm gegründete Unternehmen Manufactum an Otto verkauft und zieht sich Ende des Jahres aus der Geschäftsführung zurück. In seinen letzten Hausmitteilungen rechnet er mit seiner Generation ab:

1968: zum bevorstehenden 40sten.
In meiner Generation gibt es zahlreiche glühende Verklärer ihrer eigenen Jugend – das bevorstehende Jubiläumsjahr 2008 wird’s wieder mal bezeugen.

Die Generation der um und ab 1950 geborenen wird wahrscheinlich in die Sozial- und Mentalitätsgeschichte eingehen als eine, die ihre raison d‘être in den Begriffen „Vergangenheitsbewältigung“ und „Selbstverwirklichung“ gefunden zu haben meinte. Das ist, so zeichnet sich ab, ein bißchen wenig für ein ganzes Leben.

Denn auch dieser Generation wird die Erfahrung nicht erspart bleiben, irgendwann vom moralisch urteilenden Nachfahren zum moralisch beurteilten Vorfahren zu werden – und als solcher daran gemessen zu werden, wie er die Gegenwart bewältigt und die Zukunft vorbereitet hat. Daß wir da sehr gut aussehen, ist durchaus zweifelhaft, denn das Ergebnis unseres „Durchmarsches“ sind Institutionen, die – von der Schule bis zur Uni, von der Justiz bis zum Staatshaushalt, von der Familie bis zur Meinungsfreiheit – allesamt aussehen wie ein antikes Seeräuberschiff, das soeben Kaperbesuch von den Bewohnern eines kleinen gallischen Dorfes hatte.

Nur mit der Rätedemokratie scheint es noch was zu werden; die nimmt Formen an als ein unüberschaubares Geflecht von Europäischen und Welt-Klima-und-diesund-das-Räten, im überstaatlichen Jenseits residierend, dort von jeder Legitimations- und Rechenschaftspflicht befreit und demokratisch völlig unantastbar. Das war, wenn ich mich recht entsinne, von ihren basisdemokratischen Anhängern auch mal andersrum gemeint.

Wir werden sie im nächsten Jahr noch nicht erleben, die überfällige Abrechnung mit 68. Denn die Zinnen der Medienburgen sind von jenen besetzt, die den Marsch durch die Institutionen angetreten und erfolgreich durchgestanden haben.

Sie werden sich 2008 noch einmal kollektiv auf die Schultern klopfen und sich gegenseitig loben für ihr großes Werk. Die Abrechnung kommt dann 2018. Und sie wird derjenigen von 1968 in nichts nachstehen.

Selten habe ich eine so präzise Zusammenfassung der heutigen Situation gelesen. Aber offenbar braucht es den Blick eines "ent-täuschten" Insiders, die Dinge so auf den Punkt zu bringen.

Freitag, 2. November 2007

»Und nun zu etwas ganz anderem ...«

Nach den ermüdenden Debatten über Frau Herman zu einem wahrhaft genialen Posting im Dr.Chaos-Blog zum Thema »Tempobeschränkung auf deutschen Autobahnen«


Lasset alle Hoffnung fahren - mit maximal 130 km/h

Besonders die Kommentarantwort von Dr. Chaos (2007-10-30 15:52) ist lesenswert. Viel Vergnügen!


Mittwoch, 31. Oktober 2007

Der »Fall« Herman, oder: Die politisch-korrekte Fratze der Linken

In den letzten Wochen war der „Fall Herman” wohl schwer zu übersehen. Zu offensichtlich war der Versuch, durch ein konzertiertes Medien-Trommelfeuer Einschüchterung zu betreiben und den Menschen klarzumachen: Meinungsfreiheit ja, aber nur zu unseren Bedingungen. Will heißen: zu denen der Alt-Achtundsechziger, die mittlerweile in Staat und Medien allgegenwärtig sind. Woraus wohl ein gewisses Allmachtsgefühl erwachsen ist. Wer konkurrenzlos seit vielen Jahren dominieren kann, der läßt sich nicht auf Diskussionen ein. Wenigstens auf keine, in denen er auch verlieren könnte — denn verlieren, nein, das konnte die Linke noch nie ...

Dabei ist das Anliegen von Frau Herman ebenso einfach verständlich wie legitim: der Hinweis, daß es so wie zuletzt mit ideologisch-künstlich verkorksten Geschlechterbeziehungen und einer ständigen Untergrabung des Familienzusammenhalts nicht weitergehen kann, weil sonst der Zusammenbruch unserer Gesellschaft demnächst vor der Tür steht, trifft zu. Wer seine Augen nicht fest geschlossen hält, um die Probleme mit Scheidungsraten und -kindern, „Patchwork-Familien”, Jugendkriminalität, Drogenkonsum etc. nur ja nicht zu sehen, der wird Herman zustimmen: da läuft etwas, nein: viel falsch! Hier hat man seit 1968 im hybriden Überschwang, eine „neue Gesellschaft” bauen zu wollen viel zerstört, ohne daß jedoch nennenswert dafür neu aufgebaut worden wäre.

Wenn einer Gesellschaft mit demagogischem social engineering jahrzehntelang eingeredet wird, daß die „Nur-Hausfrau” ein sozial und intellektuell minderwertiges Relikt der patriarchalischen Vergangenheit ist, dann kann diese Rolle reputationsmäßig natürlich keinen Blumentopf gewinnen! Und wenn ebenso die Berufstätigkeit als Allheilmittel zur „Selbstverwirklichung” gepriesen wird, dann werden Mehrkinder-Mütter natürlich sozial isoliert und unattraktiv.

All das ist Teil jener gesellschaftsverändernden Agenda der Alt-68er-Bewegung, die über die Zerstörung der Familien (von antiautoritärer Erziehung über Propagierung der Abtreibung bis zu gezielter, faktisch zwangsweiser Verstaatlichung des Kleinkindalters durch Kindergärten etc.) und der natürlichen Zuneingung zwischen Mann und Frau („Wer zweimal mit derselben pennt gehört schon zum Establishment”) und mit ihrem gezielten „Marsch durch die Institutionen” jetzt vom Ziel, der von diesen Typen gehaßten bürgerlich-liberalen Kultur und den ebenso verabscheuten Werthaltungen und -traditionen den Todesstoß zu geben, nicht mehr weit entfernt ist.

Manche werden das als bloße Verschwörungstheorie bezeichnen — sei’s drum! Wer die Augen aufmacht, sollte eigentlich erkennen, was da seit einigen Jahrzehnten schief läuft. Zu übersehen ist es ja nur mehr mit viel Anstrengung …

Um das zu ändern, würde die Entlarvung des ganzen „Gender-Mainstreaming”-Unsinns (und dergleichen) und die Aufdeckung seines links-totalitären Hintergrundes reichen. Keine Herstellung einer künstlichen 50er-Jahre-Idylle (die ja so idyllisch ja auch wieder nicht war), sondern klares Aussprechen, daß, wenn wir weitermachen, die Familien durch gezielte Schürung der Geschlechtermißgunst, durch Förderung der Ehescheidung, durch Abschiebung der Kinder in staatliche Aufbewahrung und durch ökonomischen Zwang zu Doppelverdienerehen zu ruinieren, wir uns nicht zu wundern brauchen, daß die Geburtenrate im Keller, die Jugendkriminalität im Steigen, die Selbstmordrate hoch und die Euthanasiedebatte im laufen ist — und daß das unsere Gesellschaft in absehbarer Zeit nicht mehr schönlügen wird können!

Und daß, wenn das Schönlügen dann in Panik umschlägt, wir allerspätestens dann mit der Nase draufgestoßen werden, daß das abschätzige Niedermachen von Eva Herman (und anderen Warnern) offenbar doch nicht das Gelbe vom Ei war. Nur wird es dann leider zu spät sein, und unsere Kultur wird durch eine lebensfähigere ersetzt werden. Was ich — da ich mir ja denken kann, welche das sein wird — mir zu meinen Lebzeiten nicht wirklich wünsche (und so bald, daß ich die Ersetzung der christlich-aufklärerisch-liberalen durch eine islamische Gesellschaft nicht mehr erlebe, möchte ich auch wieder nicht den Löffel abgeben).

Doch zurück zum „Fall Herman”: es bleibt zu bedauern, wenn angebliche „Liberale” und „Libertäre” nicht die Tatsache, daß seitens der Alt-Achtundsechziger eiskalt und berechnend Macht ausgespielt wurde, um eine Person mit mißliebigen Ansichten kaltzustellen, anprangern, sondern (weil ihnen Frau Hermans Ansichten nicht „anti-etatistisch” genug vorkommt) kühl wie eine Hundeschnauze befinden: „Was kümmert uns ein Gefecht zwischen Etatisten?!”

Den Vogel schoß freilich ein Poster ab, der in schwer zu überbietendem Zynismus — oder war es mangelnde Durchdachtheit seines Statements? — die Sache folgendermaßen auf den Punkt brachte:
Auch Frau Herman hat kein Recht auf einen Arbeitsplatz, sie hat kein Recht auf Medienpräsenz. Ihre tatsächlichen Rechte, einschliesslich der Meinungsfreiheit, sind und bleiben durch diese „Affäre” völlig unangetastet.
Ganz hervorragen erkannt! Auch Max Liebermann zum Beispiel hatte kein „Recht auf einen Arbeitsplatz” — damals, 1933. Und das war ja dann anscheinend gut so, nicht wahr? Und kein „Recht auf Medienpräsenz” hatte auch der Komponist Franz Schreker, der durch die Unlust der Nazis, weiterhin über seine Opern zu diskutieren, 1933 als Direktor der Berliner Musikhochschule zurückgetreten wurde. Schreker hätte auch nicht gleich hysterisch an einem Herzinfarkt zu sterben brauchen, bloß weil er 1934 zwangsweise in den Ruhestand versetzt wurde — dergleichen kindische Trotzreaktionen sind doch einfach nur peinlich …

Bevor mir jetzt „Verharmlosung des Nationalsozialismus” vorgeworfen wird, schicke ich gleich nach: natürlich war das, was die Nazis 1933/34 mit Liebermann und Schreker aufführten, ungleich schäbiger als das, was Kerner & Co (und die restliche Gutmenschenfraktion) jetzt mit Herman aufführen. Aber es geht in die selbe Richtung, zwar graduell, nicht aber prinzipiell verschieden.

Ich finde es sehr bedenklich, wenn man einer Frau Herman wegen einer Meinungsäußerung, die sich ja keineswegs gegen ihren Arbeitgeber richtete, den Job kündigt. Und ich finde es noch bedenklicher, wenn angebliche Libertäre das mit dem Hinweis, sie habe weder ein Recht auf den Arbeitsplatz, noch ein Recht auf Medienpräsenz, ganz okay finden.

Und jener nette Zeitungskollege, der die Schlagzeile „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“ textete, sollte eigentlich die Gegenfrage gestellt bekommen: „Wurden Sie gekauft oder sind Sie einfach so ein Arschloch?“


P.S.: Es war Max Liebermann, der 1933 aus Anlaß einer Nazi-Siegesfeier den mittlerweile wohlbekannten Satz sagte: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte”.