Mittwoch, 28. März 2012

Monti:

Ursprung von Krise in Deutschland und Frankreich

... titelt »Die Presse«
Deutschland und Frankreich haben zu Beginn der Währungszone die Regeln verletzt. "Warum sollte sich Griechenland daran halten", fragt Monti.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti sieht den Ursprung der Eurokrise in einer expansiven Verschuldungspolitik Deutschlands und Frankreichs zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts. "Wenn der Vater und die Mutter der Eurozone die Regeln verletzen, kann man natürlich nicht erwarten, dass sich Griechenland daran hält", sagte Monti am Mittwoch in der japanischen Hauptstadt Tokio mit Blick auf die Anfangsphase der Währungsunion. Die Regierungen der Währungsunion hätten Berlin und Paris seinerzeit entgegen allen Empfehlungen überhöhte Haushaltsdefizite durchgehen lassen.
(Hier weiterlesen)
Nun, wie sag ich's meinem Monti — im Prinzip hat er ja irgendwie recht, und doch ...

Also, versuchen's wir mit einem Vergelich: wenn der Taxifahrer Müllermayer, seit Jahrzehnten im Personenbeförderungsgewerbe tätig, irgendwann mal ein zwei, drei Gläser Wein trinkt, und dann ins Auto steigt, dann ist das zwar nicht eben vorbildlich, aber bei seiner Fahrpraxis und insgesamt besonnenen Gemütsart doch überschaubar gefährlich. Auch die soignierte alte Madame Dupont, die mit einem leichten Vermouth-Spitz von der nachmittäglichen Klatschrunde heimwärts tuckert, ist nicht die größte Bedrohung im täglichen Sstraßenverkehr.

Der junge Studiosus Papadiotikos, der, mit 10 Dioptrien kurzsichtig, sturzbesoffen in den geliehenen Porsche steigt, ist demgegenüber wohl ein bisserl anders zu qualifizieren ...

»Rußland will Osteuropa militärisch bedrohen«

... fragt (ohne Fragezeichen) Blog-Kollege Karl Eduard unter Bezug auf einen »Artikel bei Zettels Raum«. Beide Artikel sind lesenswert. Zettels — wie üblich — wegen seiner intellektuellen Durchdringung des Themas (lassen wir mal beiseite, ob diese Durchdringung dann auch von der Realität gedeckte Ergebnisse zu Tage fördert), Karl Eduards — wie üblich — wegen seiner zynischen Süffisanz. Einfach lesenswert.

Dienstag, 27. März 2012

»The Empire Of Liberty: Thomas Jefferson, Ron Paul And The Sacred Fire Of Freedom«

... ist ein Artikel auf »Intellectual Conservative« übertitelt, der einen recht treffenden Vergleich zwischen den Ansichten von Thomas Jefferson und Ron Paul zieht.
Who stands in opposition to “the [central] bank of the United States, public debt, a navy, a standing army, American manufacturing, federally funded improvement of the interior, the role of a world power, military glory, an extensive foreign ministry, loose construction of the Constitution, and subordination of the states to the federal government”? Hint, these words were not written about Rep. Ron Paul.

This is Garry Wills’s description of Thomas Jefferson. The elite political class looked with disdain, and now looks with a certain measure of bemusement, upon Dr. Paul. Paul represents the re-emergence of a great American tradition. That tradition reawakens in the person of Ron Paul, who has a fair claim to be our era’s Thomas Jefferson.

(Hier weiterlesen)
Auf »Intellectual Conservative« erschien in der Vergangenheit schon mancher Artikel, der Ron Paul kritische Distanz bis offenkundige Feindschaft entgegenbrachte. Nun, es ist sicher auch ihm glasklar bewußt, daß seine Botschaft nicht von allen in der GOP gerne vernommen wird. Das ändert ebensowenig an ihrer inhaltlichen Richtigkeit, wie umgekehrt auch richtige Positionen durch ihre kritische Hinterfragung nur gewinnen können. Recht haben und Kritiker überzeugen sind eben zwei Paar Schuhe. Und auch wenn Ron Paul, wie es derzeit aussieht, bei diesem Vorwahlkampf noch nicht genügend Kritiker überzeugen konnte — eines ist sicher: seiner Grassroot-Bewegung hat dieser Kontakt mit anderen Meinungen und Vorstellungen wohl nicht geschadet ...

Man wird prominent

Bis jetzt mußte ich mich mit den E-Mails vergleichsweiser Nobodies auseinandersetzen. Ein Wambo Lumumba von der »First Bank of Lagos«, der einem von irgendwo auf einem Konto übriggebliebenen 100 Millionen US-Dollar ein Viertel zukommen lassen will, wenn man ihm nur Name, Anschrift und Kontonummer mailt — das kennt man ja alles. Aber nun hat Le Penseur offenbar die höheren Weihen der Prominenz erreicht, und wird von biologischen Töchtern großer Männer angeschrieben:
Assalaimalikum!

This email message should not come as a surprise if you have been following current event in the international media with reference to the recent revolution in my country, LIBYA. I am AISHA GADDAFI, the biological daughter of slain Ex-Libyan President, Col. Maummar GADDAFI. I am seeking your assistance / partnership in receiving a huge un-claimed fund deposited by my late. Father (May his soul rest in perfect peace).

Now, for us to successfully commence this mutual business, I will want to inform you that I am ready to compensate you immensely if you can assist me in this endeavor. I need someone that is trustworthy and honest and has the capability to handle the large sum involved and as such, I would like you to provide me with a brief resume of yourself.

Once I have had this response from you, I will feel a lot safer to divulge vital aspects of this fund (location and how to lay claim to it) as the case maybe. Kindly forward your full contact details in your response. Both parties will sign a draft agreement prepared by my lawyer which will specify your percentage for your assistance.

I wait to hear from you ASAP.

Yours Sincerely,

Ms. Aisha GADDAFI
Klingt interessant, obwohl Höhe, Fundort und Anteil dieses sicherlich mehrere Fantastillionen ausmachenden Schatzes noch im Ungewissen bleiben. Ich gebe freilich zu, daß angesichts meiner Skepsis, was das Gute betrifft, welche von südlich des Mittelmeers kommen soll, vielleicht nicht der rechte Adressat bin. Wenn also einer der Leser hier vielleicht einspringen und sein Glück machen will ...?

Montag, 26. März 2012

Bad Lippspringer Vergnügungen

Vor knapp zwei Wochen ging es auf diesem Blog hoch her: »Buntes aus Worms« erregte die Gemüter. Und nun stoße ich beim Surfen auf einen recht ähnlichen, und von den Medien mit ganz ähnlicher Nonchalance togeschwiegenen Fall:
Ausschließlich die Regionalpresse berichtete dieser Tage über die Verurteilung von vier jungen Ausländern im Alter von 16, 17, 18 und 20 Jahren, die sich für eine mehrfache Vergewaltigung verantworten mußten. Die aus dem Kosovo und Syrien stammenden Jugendlichen vergewaltigten zwei 13-jährige Mädchen und erhielten dafür nun Bewährungsstrafen zwischen sechs und 18 Monaten. Vor der Jugendkammer des Landgerichts Paderborn legten die jungen Männer Geständnisse ab und nahmen das Urteil auch an.

Die Jugendlichen – allesamt ohne Arbeit und Schulabschluß – lockten zwei 13-jährige Mädchen in eine Wohnung nach Bad Lippspringe. Dort sei zunächst Alkohol geflossen. Danach wurden die Mädchen zum Oral-, Anal und Vaginalverkehr gezwungen. Alle vier Täter beteiligten sich direkt an der Vergewaltigung. Danach drohte der jüngste Täter, er werde die Mädchen umbringen, wenn sie eine Anzeige erstatten würden.

Der heute 16-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt: Bereits 2009 vergewaltigte der Jugendliche aus dem Kosovo ein zwölfjähriges Mädchen. Er kam damals straffrei davon, weil er noch strafunmündig war. In den letzten Jahren fiel er mehrmals durch sexuelle Belästigungen auf dem Schulhof auf und wurde deshalb von mehreren Schulen geschmissen. Trotz der Bewährungsstrafe sitzt er weiterhin in Untersuchungshaft, weil ihm noch bewaffnete Raubüberfälle vorgeworfen werden.
(Quelle)
Ich versuche zu extrapolieren, welche Medienreaktionen und welche Strafausmaße es gegeben hätte, wäre das nicht von kosovarischen bzw. syrischen, sondern von deutschen Jugendlichen an zwei Mädchen mit MiHiGru begangen worden. Naja, wie ich zu sagen pflege: »die Frage zu stellen, heißt sie zu verneinen«.

Bedingte Freiheitsstrafen für Reihenvergewaltigung plus Morddrohung wären auch perfekt geeignet für einen Artikel »Birgit Woitas & ihre Kollegen, oder: Deutschlands Justiz schafft sich ab«. Denn Ehre, wem Ehre gebührt: Frau Richter Woitas ersann für derlei Urteile eine geradezu vollendet klassische Formulierung: »Der Ausgang ist auch für die Kammer höchst unbefriedigend«. In der Tat, wer könnte ihr da widersprechen ...?

»Was uns an Gaucks Antrittsrede missfällt«

... lautet der Titel eines Artikels auf »Politically Incorrect«, den ich all jenen, die bei der bloßen Erwähnung des Kürzels »PI« bereits nässende Hautausschläge bekommen, dennoch zur Lektüre wärmstens empfehlen kann. Denn die Autorin, Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster, einer »Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen«, analysiert überaus sachlich und mit guten Argumenten, was ihr an Gaucks Antrittsrede mißfällt, und kommt zum Schluß:
Insgesamt ist die Antrittsrede von Joachim Gauck aus meiner Sicht zwar kein Reinfall, aber auch kein Ruhmesblatt; ich halte die halbstündige Ansprache für eher mittelmäßig und weitgehend am Mainstream der „veröffentlichten“ Meinung orientiert. Alles in allem kein sonderlich großer Lichtblick.
Es ist das alles, wie so oft im Leben, eine Frage der Betrachtung. Das halbvolle Glas kann ebenso als halbleer empfunden werden. Aber auch wenn man Felizitas Kübles Meinung nicht teilt, Gesten und Worte Gaucks anders interpretiert und/oder gewichtet — es ist jedoch immer ein Gewinn, auch andere Argumente zu kennen.

Namen, die man sich merken sollte – II

Generalbundesanwalt Harald Range ist zweifellos ein wichtiger Mann in der Hierarchie öffentlicher Ankläger der Buntenrepubilk Deutschland. Nach Lektüre seines Interviews in der FAZ unter dem hübschen Titel »Die NSU-Morde sind unser 11. September« fragt man sich zwar warum — aber Personalpolitik ist oft unergründlich, und warum sollten die Karrieren von Staatsanwälten, ja sogar Generalbundesanwälten nicht ebenso kraus mäandern wie die anderer Beamten anderer Ministerien.

Jedenfalls ist Generalbundesanwalt Harald Range ein Name, den man sich merken sollte. Der versdienstvolle Politikinformationsblog »Politplatschquatsch« sagt uns, warum:
Die Großdichter sind weitergeeilt, die Schlagzeilen werden woanders gemacht, der Strom der irrelevanten Könntesein-Nachrichten tröpfelt nur noch und womöglich geht die große, geheimnisvolle Staatsaffäre in ein paar Jahren aus wie ein stilvolles Fünf-Sterne-Dinner: Kaum ist alles drin, ist schon wieder alles draußen. Und schlauer ist man auch nicht geworden.

Wenigstens Generalbundesanwalt Harald Range aber will nicht aufgeben. Wenn diese ganze leidige NSU-Geschichte schon zu nichts anderem gut ist, dann doch vielleicht wenigstens dazu, seiner Behörde mehr Kompetenzen zu verschaffen. Im Moment sei Strafverfolgung Ländersache, klagt Range in der FAZ, und der Bundesgerichtshof lege die Regelung „sehr restriktiv aus“.

Klare Sache also, aber nicht für Range, der gerade die klaren Regelungen nicht hilfreich findet: „Ich halte eine Präzisierung unserer Zuständigkeit für bedenkenswert“, sagt Range, der damit meint, dass er gern eine Ausweitung seiner Zuständigkeit hätte. Und am liebsten eine, bei der die Generalbundesanwaltschaft selbst entscheidet, ob sie zuständig ist oder nicht. „Wir brauche mehr Initiativrechte, um in der Lage zu sein, selbst zu prüfen und zu bewerten, ob wir in einem konkreten Fall zuständig sind.“
Im weiteren Verlauf gerät das Interview zur Realsatire:
„Wie sehr werden die Ermittlungen dadurch erschwert, dass die beiden Haupttäter tot sind?“, reißt der Fragesteller von der FAZ einen echten Irrwitz. Range aber nimmt den Ball auf: „Wenn wir alle drei mutmaßlichen Terroristen hätten, wäre die Chance ungleich größer, dass irgendwann einer von ihnen redet“, rechnet er korrekt vor. Nun aber „bleibt uns nur Frau Zschäpe. Man kann aber nicht damit rechnen, dass sie aussagen wird“.

Den obersten Fahnder der Republik ficht das nicht an. „Wir werden auch ohne ihr Geständnis auskommen“, sagt er. Müssen, klingt lautlos nach. „Aber werden Sie Frau Zschäpe dennoch eine Tatbeteiligung nachweisen können?“, kommt der FAZ-Mann wieder ins Spiel. Kein Ja. Kein Nein. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, ihr eine Beteiligung an den Morden der NSU nachzuweisen“, sagt Range, ehe er seine größte Pointe abschießt: „Wir haben viele Beweismittel, die belegen, dass sie sehr genau wusste, was in den Köpfen von Mundlos und Böhnhardt vorgegangen ist“.
»Lieb Vaterland, magst ruhig sein / dich seifen Staatsanwälte ein«, möchte man singen, und denkt daran, daß es doch gar keiner Richter vom Schlage einer Birgit Woitas bedarf, um im Bürger das Gefühl zu wecken, aus einem Rechtsstaat tief ins wildeste Absurdistan versetzt worden zu sein ...

Sonntag, 25. März 2012

Die Welt geht auf die Barrikaden

»Die Welt« natürlich, indem sie unter den Titel »Mitten ins Herz – Amerika geht auf die Barrikaden« über einem sympathieträchtigen Bild eines lächelnden Negerburschen mit Baby am Arm als griffigen Teaser setzt:
In Florida erschießt ein weißer Nachbarschaftsschützer den schwarzen Jungen Trayvon Martin – grundlos. Aber niemand verhaftet den Mann. Amerika ist empört.
Aha. Grundlos. Woher weiß das »Die Welt« eigentlich? Denn der Schütze gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben. Nun, das kann richtig sein, oder eine Lüge — aber mit dem »grundlos« sagt »Die Welt« ganz eindeutig: »Der Schütze lügt«. Was angesichts der Pingeligkeit, mit der dieses selbsternannte Qualitätsmedium die Unschuldsvermutung sonst oft aufrechterhält, etwas befremdet.

Und in dieser Tonart geht es weiter. Da ist bspw. die Rede von »George Zimmerman, einem selbsternannten Bürgerwehrler« (no na! Bürgerwehren sind nun mal Privatinitiativen und werden nicht »ernannt«), und »... belasten viele Indizien den Mann, der von der Polizei als „Weißer“ und von seiner Familie wegen seiner peruanischen Mutter als „Hispanic“ bezeichnet wird« — hoppala, wie ist das doch geschwind mit S.E. Barak Obama? Der doch als »erster schwarzer Präsident« gefeiert wird, obwohl seine Mutter eine Weiße war? Gilt das jeweils nach Erwünschtheit? Ein Mischling, den unsere Presse mag, weil er in Amerika den Sozialstaat einführen will, ist schwarz — ein »Bürgerwehrler« (noch dazu: selbsternannt!), den man so schön als Retourkutsche für den leider-doch-nicht-Nazi-sondern-Moslem von Toulouse verwenden kann, ist natürlich ein Weißer, m.a.W.: einer von diesen typischen Südstaaten-Nazis, wie nicht ungeschickt insinuiert wird ...

Irgendwann läßt allerdings die Aufmerksamkeit des Redakteurs nach und dieser etwas patschert die Katze aus dem Sack:
Die Tragödie wird in Zusammenhang gebracht mit dem „Stand-your-ground-Law“, einem Gesetz, das in 22 US-Staaten den Griff zur Waffe zulässt, wenn man sich und sein Hab und Gut bedroht sieht. In Florida geht dieses Gesetz besonders weit: Schützen dürfen sich nicht nur auf dem eigenen Grund und Boden darauf berufen, sondern auch auf öffentlichen Plätzen.
Aber natürlich! Entwaffnen wir doch die Leute, dann haben wir keine Verbrechen mehr! Und keine pöhsen »selbsternannten Bürgerwehrler«, die brave Negerjungen erschießen. Daß wir dafür (und die Bundesstaaten, in denen der private legale Waffenbesitz weitgehend verboten ist, beweisen es mit jeder Jahresstatistik aufs Neue!) dann überproportional »nicht-weiße« Verbrecher haben, die unbewaffnete, und daher wehrlose Opfer überfallen, ausplündern etc. — naja, das muß als Kollateralschaden offenbar in Kauf genommen werden.

Beim letzten Absatz dieses Artikels bin ich mir inzwischen nicht sicher, ob hier eine Rettungsleine für den Fall, daß das alles doch ganz anders gewesen sein sollte, vorbreitet wird, oder ob die Redaktion vermeint, nach dem Motto »Frechheit siegt« einen Artikel mit anderen Fakten enden zu lassen, als er begonnen hatte, im Vertrauen darauf, daß ein über viele Absätze aufgebautes Bild sich ohnehin schon hinreichend verfestigt haben wird, sodaß die Leser den Schluß überhaupt nicht mehr recht mitbekommen:
Und ein Anwalt, den Zimmerman am Wochenende hinzuzog, setzt offenkundig gar nicht auf dieses Gesetz, sondern auf den puren Tatbestand der Selbstverteidigung. Die Polizei gibt an, dass Zimmerman am Tatort aus der Nase und am Hinterkopf geblutet hat.
Das muß man sich schon auf der Zunge zergehen lassen. Da schreibt »Die Welt« natürlich — man will dem Gerichtsverfahren ja nicht vorgreifen! — nicht, daß Zimmermann aus der Nase und am Hinterkopf geblutet hat, sondern in subtiler Unterscheidung bloß: »Die Polizei gibt an ...«.

Was aber — auch wir wollen doch der gerichtlichen Klärung selbstredend nicht vorgreifen! — an dem doch etwas befremdlichen Faktum nichts ändert: wer mit einer Pistole bewaffnet aus Jux, Tollerei und Rassismus einen Menschen niederknallt, hat eigentlich keine Verletzungen am Hinterkopf und eine blutende Nase — außer ... er wurde vorher angegriffen. Und konnte sich mittels seiner Pistole verteidigen.

Nun, das werden weitere Ermittlungen hoffentlich klären — und, wie gesagt: wir waren alle nicht dabei. Auch »Die Welt« nicht. Und das ist es eigentlich nur, was ich ihr vorwerfe: sie tut aber so, als wäre sie dabeigewesen. Um damit Stimmung zu machen. Qualitätsjournalismus sieht anders aus. Aber hätte ich je behauptet, »Die Welt« hätte mit Qualitätsjournalismus was am Hut ...?

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P.S.: es wäre freilich ungerecht, jetzt nur »Die Welt« zu schelten, ohne die mediale Einäugigkeit im allgemeinen, und die Verlogenheit von Politikern wie Backaroma im besonderen zu erwähnen. Besagter »erster schwarzer US-Präsident« äußerte in geradezu unappetitlicher Weise einen ungeklärten Todesfall als Wahlkampfagenda nutzend: »Hätte ich einen Sohn, sähe er aus wie Trayvon Martin«. Nun, wer so offensichtlich auf der medialen Mitleidswelle reiten möchte, verdient es nicht besser, als mutatis mutandis seine Worte wieder ins Gesicht geklatscht zu bekommen: »If Obama Had a Son, Would He Look Like Tyrone Woodfork?«

Interessanterweise liest man über diesen Fall in den Medien praktisch garnichts. Woran das bloß liegen mag ...?

»Mediensensible Meinungsfreiheit«

... ist in Zettels KZ die genial-sarkastische Anmerkung eines Posters »C.« zu einem trefflichen Kommentar von »Thanatos«, den ich wegen seiner Richtigkeit und Wichtigkeit zitieren möchte:
Die DDR-Sozialisierten freuen sich, daß Herr Gauck in seiner ansonsten mainstream-konformen Rede (ja - mit Lob überhäuft von S. Gabriel und mit Befriedigung wahrgenommen von G. Gysi) einige - wenn auch verschlüsselte - Nonkonformitäten untergebracht hat. Es erfolgt der Einwand "wir sind aber nicht mehr in der DDR!", was ja vordergründig plausibel erscheint.

Dann fragt sich allerdings, vor wem oder was Gauck solche Angst hat, daß er seine (bis dato durchaus un-zeitgeistigen) Ansichten oder Meinungen so weichgespült hat.

Vor dem Volk muß er sicher keine Angst haben: es konnte ihn nicht wählen, es kann ihn nicht abwählen, und es ist nimmt auch sicher keinen Anstoß an Gaucks Ansichten zu "occupy" und anderen Dingen.

Allerdings dürfte er keine Illusionen hegen, von wem seine positive Rezeption entscheidend abhängt: von der Haltung der medialen Klasse. Nach mehreren Runden Talkshow-Karussell und nach den Interviews in ARD und ZDF am Wahlabend weiß er, welches Fegefeuer an "loaded questions" um ihn prasselt. Es gilt also zuerst, diesem Kanon der Fangfragen auszuweichen. Auf gar keinen Fall irgendwo festlegen, alle früheren (konkreteren) Aussagen relativieren - und das tut Gauck sehr geschickt. Er ist permanent am Zurückrudern.

Darin besteht die Enttäuschung für einige Leser von ZR, denke ich. Denn hier kann man Klartext sprechen, hier wird nicht dem Mainstream gehuldigt, sondern hier wird anhand von Fakten diskutiert.

Eine derartige Offenheit ist natürlich zuviel verlangt von Herrn Gauck. Ganz privat würde er wohl zu 80 oder 90 Prozent den hier herausgearbeiteten Ansichten zustimmen - dies in öffentlicher Rede zu formulieren, verbietet sich ganz klar. Ich erwarte zukünftig nichts anderes als weitere Reden in diesem Stil, eventuell mal mit der ein oder anderen "gewagten" Anspielung, für die, die zwischen den Zeilen lesen können.

Wir sind ein Land, in dem die Politik von den Leitmedien vor sich hergetrieben wird. Dem kann sich ein Gauck nicht entziehen, und er hat ja frisch vor Augen, was Ungnade bei der BILD bedeutet. Man landet im Kloster.

Ein Präsident Wulff hätte sich unsterbliche Verdienste erworben, wenn er die unterirdischen Methoden, die Ausforschung der Privatsphäre, die bewußten Lügen, Heucheleien und Durchstechereien von BILD, Spiegel und dem Rest offensiv angegriffen hätte. Es hätte eine Diskussion werden können, ob wir eine Demokratie von Augsteins oder Schaustens Gnaden sein wollen. Wulff hätte niemals aufgrund einer solch unterirdischen Kampagne zurücktreten dürfen. Jetzt ist er weg, und die Rollen im Staate sind wieder klar verteilt, die Machtmittel fest in einer Hand.

Arme Demokratie, arme Meinungsfreiheit.
Dem ist vollinhaltlich zuzustimmen. Und dies mit nur zwei Wörtern — nämlich: »mediensensible Meinungsfreiheit« — zu entlarven, ist eine aphoristische Leistung der Extraklasse ...

Samstag, 24. März 2012

Seit ein paar Tagen

... beobachtete ich ein rätselhaftes Phänomen: der seit einem Jahr an zweiter Stelle der Zugriffe deutlich hinter dem über einen im Zitieren zu freien Herrn Ex-Promoventen und Ex-Minister rangierende Artikel »Der Freiheit eine Bresche«, welcher — in züchtig zensurierter Form, natürlich! — die Silikonhuette eines türkischen TV-Sternchens sehen ließ, das sich letztes Jahr für Playboy entblätterte, holt Tag für Tag auf. Während Guttenberg trotz Photo von fescher Frau mit Knackpo auf der Stelle tritt, kommt ihm Silli Sahin immer näher. Warum? Mal ehrlich: ganz fesch ist sie ja, aber so umwerfend sieht sie nun doch auch wieder nicht aus ...

Nun, des Rätsels Lösung ist recht einfach. Schon wieder traut sich eine Türkenmaid, sich für Playboy auszuziehen, um Männer anzuziehen: die Kleine heißt Aylin Alp und sorgt vermutlich für manches Druckgefühl bei Männern, nur sicher nicht für Alpdrücke. Und offenbar wollen die Leser die Neue mit der Vorgängerin vergleichen — und so googeln sie und landen (vermutlich nicht zu ihrer vollen Befriedigung, wenn man so sagen darf) auf diesem Blog. Nun — ihr Pech ...

Falls Sie noch nicht wissen sollten, um welch fragwürdige Lektüre es sich beim Playboy handelt — sehen Sie hier dies schmutzige Bild zu Warnung:

Wem das noch nicht reicht, der kann sich hier einen ... netten Abend machen. Oder so. Und befriedigt feststellen, daß nicht alles, was aus Kleinasien importiert wird, in die Kategorien »Sultaninen« bzw. »Kopftuch« einzuordnen ist. Und verglichen mit Mohammed (dem aus Toulouse, natürlich — den anderen zu vergleichen verbietet schon jetzt die Judikatur meines Heimatlandes) kann ich nur sagen: beides gesehen — kein Vergleich!

Freitag, 23. März 2012

In memoriam F.A. v. Hayek

... und aus Anlaß der zwanzigsten Wiederkehr seines Todestages findet sich in »Zettels Raum« ein lesenswerter Artikel über diesen großen Wissenschaftler und Denker.

Für jene, die Friedrich August von Hayek noch nicht kennen — auf Youtube finden sich eine granze Reihe von Interviews, in denen er in charmant altösterreichisch timbriertem Englisch seine einfachen, und doch tiefschürfenden Gedanken vorträgt. Nun, wir wissen: das Genie ist einfach — nur die Figuren der zweiten und dritten Reihe brauchen kompliziertes Brimborium zur Verunklärung ihrer Gedanken ...

»The Levin interviews - Friedrich Hayek«



»Friedrich von Hayek: His Life and Thought«



»F. A. Hayek on Social Evolution and the Origins of Tradition«



Drei faszinierende Video-Dokumente (zusammen etwas über zweieinhalb Stunden lang), die über die Weite seines Denkens Aufschluß geben — mit welchen er fürwahr »exegit monumentum ære perennius« ...

Jetzt wissen wir's!

Der Anwalt Christian Etelin, der Mohamed Merah mehrmals wegen kleinerer Vergehen vor Gericht verteidigt hatte, nannte den Tod seines ehemaligen Mandanten „ein logisches Resultat der Polizeistrategie“. „Die haben ihn immer radikaler in seinem Autismus eingeschlossen, nichts wurde getan, um einen Dialog mit ihm herzustellen“, sagte Etelin.
Also zum Mitschreiben: wenn die Polizei auf den muselmanischen Serienmörder mit Ausbildung in Terroristencamps Afghanistans und Pakistans einfach mit mehr Dialogbereitschaft zugegangen wäre, dann hätte das alles sicher nicht so traurig geendet!

Aber wenigstens hat Frankreichs Präsident Sarkozy die Zeichen der Zeit erkannt! Er befürchtet »Anfeindungen gegen muslimische Mitbürger – dabei hätten sie mit den Morden nichts zu tun«, weiß »Die Welt« zu berichten. Na klar: hinter dem ganzen steht wahrscheinlich der Mossad, der seinerseits nur die Terra-Zentrale der Klingonen ist ...

Sarkozy's Logik ist bestechend:
Unsere muslimischen Mitbürger haben nichts zu tun mit den Taten eines Verrückten. Bevor er auf jüdische Kinder schoss, hat er muslimische Soldaten der französischen Armee erschossen
Da bekanntlich kein Moslem jemals einen anderen Moslem töten würde (außer er ist verrückt), ist damit nachgewiesen, daß es sich bei diesem Moslem vor allem um einen Verrückten, und nicht um einen richtigen Moslem handelt. Vermutlich war er bloß ein Taufscheinmoslem.

Womit ein Generalverdacht gegen andere Moslems, die weder verrückt sind, noch — aber, bitteschön, durch rechtskräftiges Gerichtsurteil festgestellt! — jüdische Schulkinder abgeknallt haben, nicht statthaft sei. Leider vergaß Sarkozy zu erwähnen, daß »dieser Verrückte« die muslimischen Soldaten der französischen Armee deshalb erschossen hat, weil er sie für den Tod seiner »Brüder« in Afghanistan verantwortlich machte. Nun, auch ein Präsident kann nicht an alles denken ...

Aber keine Bange! Sarkozy denkt doch an alles:
Zugleich kündigte er neue Sicherheitsmaßnahmen an: Künftig sollen Leute, die terroristische Propaganda-Seiten nutzen, bestraft werden können. Auch Personen, die nach Afghanistan und Pakistan reisen „um sich dort indoktrinieren zu lassen“, sollen künftig schneller bestraft werden.
Da sind wir aber gleich ganz beruhigt! Jetzt kann nach menschlichem Ermessen eigentlich nichts mehr passieren:

1. wer terroristische Propaganda-Seiten nutzt, wird dank ständiger und flächendeckender Vorratsdatenspeicherung sofort — doch selbstmurmelnd mit der gebotenen Dialogbereitschaft! — bestraft.

2. Im Gefängnis, wo er sich dann so wie Mohammed Merah radikalisieren kann, wird ihm klargemacht, daß er, falls er nach Afghanistan und Pakistan reist, um sich dort indoktrinieren zu lassen, künftighin schneller bestraft wird. Das wird ihn sicherlich abhalten, derlei strafrechtlich sanktionierte Pläne in die Tat umzusetzen!

3. Sollte er wider Erwarten doch zwecks Indoktrination nach Afghanistan und Pakistan reisen, wird er natürlich nicht menschenrechtswidrig an der Reise, oder an der Wiedereinreise nach Frankreich (möglicher-, ja wahrscheinlicherweise dem Lande seiner Staatsbürgerschaft), gehindert, sondern ... man wartet einmal ab, ob er wirklich indoktriniert wurde, denn es ist ja nicht auszuschließen, daß er diese beiden Länder wegen des gesundheitsfördernden Reizklimas, ihrer islamischen Kulturdenkmäler (Buddhastatuen und solches Zeugs gibt's dank Taliban dort ja keine mehr), oder ihrer landschaftlichen Schönheit besucht hat.

4. kann man doch in einem Rechtsstaat nicht von einem Generalverdacht ausgehen, daß etwaige Besucher afghanischer Terrorcamps ihr dort erworbenes Wissen auch in die Tat umsetzen.
Der Inlandsgeheimdienst habe keinen Grund gehabt, Merah nach einer Befragung Ende 2011 zu seinen Afghanistan-Reisen zu observieren, sagte er. Es habe keinerlei Indizien gegeben, dass Merah terroristische Pläne habe.
... sagt Frankreichs Innenminister Guéant völlig zutreffend. Schließlich war ja nur sein inzwischen festgenommener (warum eigentlich? Der hat doch noch keinen erschossen!) Bruder Abdelkader im Zusammenhang mit der Rekrutierung von Kämpfern aktenkundig. Ja, mein Gott (respektive: mein Allah)! Brüder kann man sich doch net aussuchen ...

5. Sollte der Betreffende sich dann — trotz fehlender vorheriger Indizien, und daher ganz überraschend! — entschließen, französische Soldaten moslemischen, oder französische Schulkinder jüdischen Bekenntnisses (oder sonst wen aus der Schar der »Affen und Schweine«, vgl. 7. Sure, Verse 163-166) abzuknallen, dann wird künftighin natürlich alles getan, um einen Dialog mit ihm herzustellen. Man will schließlich solche Tragödien wie bei Mohammed Merah verhindern, der um sich schließend leider durch eine Kugel getroffen und so an der Wahrnehmung seines Menschenrechts auf einen fairen Prozeß vor dem zuständigen Richter unter Beistellung eines geeigneten Verteidigers gebracht wurde. Für dieses Ziel sind vier abgeknallte Schulkinder ein zwar hoher, doch nicht zu hoher Preis ...

Alles klar?

»Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist«

... singt man in der »Fledermaus«, und wir singen mit, und denken bei dieser genialen Wiener Operetten-Gaukelei zwischen Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung dann gleich an ... tja, woran wohl ...?

An Gaucks Antrittsrede, die bereits vom Bundespräsidialamt online gestellt wurde, und Kollegen Zettel zur Einschätzung bewegte: »Gaucks Rede. Vergessen wir sie«.

Nicht, daß man ihm da gänzlich widersprechen könnte — obwohl: in mancher Nuance ist die Rede erfrischend »unangepaßt«, so beispielsweise in häufig vorkommenden Formulierungen wie »der Durchschnittsbürger« oder »unsere Kinder und Enkel«, ohne gleich in vertrotteltem Feministen-Neusprech »... und -bürgerinnen« oder » ... und Enkelinnen« — »Kinderinnen« läßt die deutsche Sprache ja leider nicht zu! — nachzuschieben. Von feinem Taktgefühl zeugte auch der Hinweis ganz zu Beginn: »Herr Bundesratspräsident, Sie haben Worte gefunden, die bei mir und sicher auch bei Herrn Bundespräsidenten Wulff ein tiefes und nachhaltiges Echo hinterlassen haben« — den Vorgänger solcherart unter Titelnennung einzubeziehen, ohne ein irgendwie pejoratives »ehemalig« oder »früher« anzufügen, konterkariert die intensiven Bemühungen um eine eilige damnatio memoriæ Wulffs, wie sie von fast allen Seiten jetzt versucht wird.

Inhaltlich freilich war die Rede, sagen wir es offen, ein wenig ... leichtgewichtig. Oder in Zettels Worten ausgedrückt:
Es war die Standardrede, die so ähnlich jeder gewählte Bundespräsident hätte halten können; ein tour d'horizon durch die deutschen Themen und die mit ihnen offiziell zu verbindenden Wünsche und Erwartungen.

Diese Rede glich der Pizza "nach Art des Hauses", auf die der Pizzabäcker alles packt, was er an guten Belägen auf seiner Theke stehen hat. Gauck hat auf sie noch ein paar kleine Stücklein seiner eigenen Zutat "Freiheit" draufgelegt.

Ich bin also enttäuscht. Vermutlich zu Unrecht.
Wobei Zettel mit dieser Vermutung durchaus rechthaben dürfte. Sicher hätte man sich in dieser Rede ein deutlicheres Akzentuieren gewünscht — aber Wünsche erfüllt das Christkind, solange man noch klein ist, und später niemand mehr. Gauck ist eben kein — zwar freundlicher, aber kämpferischer — Ron Paul, sondern ein über die Bürgerrechtsbewegung in die Politik geratener Ex-Pastor.

Dennoch: wenn Gauck in künftigen Reden das eine oder andere aus dieser Antrittsrede stärker herausarbeitet (und vielleicht auch das eine oder andere mehr in den Hintergrund treten läßt, was er jetzt zur allgemeinen Kalmierung noch ansprach — oder besser wohl: ansprechen mußte, wollte er nicht gleich von den PC-Hyänen angefallen werden!) dann ist mir um seine Amtsführung nicht bange. Dann könnte er wirklich — im doch begrenzten Rahmen seines Amtes — einige positive Akzente setzen.

Wenn er freilich nur auf dem Unverbindlichkeitsniveau dieser Rede stehenbliebe, dann wäre es weniger ein Fall von »Gaucks Rede. Vergessen wir sie«, sondern von »Gauck. Vergessen wir ihn«. Doch besteht das anzunehmen schon nach dieser Rede ernstlich Anlaß? Ich denke: nein.

Das Ende seiner Rede möchte ich in extenso zitieren, da ich es wirklich gelungen finde. Denn hier spricht nicht bloß eine worthülsendrechselnde Polit-Attrappe, sondern ein Mensch:
Zum Schluss erlaube ich mir, Sie alle um ein Geschenk zu bitten: um Vertrauen. Zuletzt bitte ich Sie um Vertrauen in meine Person. Davor aber bitte ich Sie um Vertrauen zu denen, die in unserem Land Verantwortung tragen, wie ich diese um Vertrauen zu all den Bewohnern dieses wiedervereinigten und erwachsen gewordenen Landes bitte. Und davor wiederum bitte ich Sie alle, mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen. Nach einem Wort Gandhis kann nur ein Mensch mit Selbstvertrauen Fortschritte machen und Erfolge haben. Dies gilt für einen Menschen wie für ein Land, so Gandhi.

Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld oder Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, davon haben wir nicht nur geträumt, sondern das haben wir gelebt und gezeigt. Gott und den Menschen sei Dank: Dieses Erbe dürfen sie erwarten.
Ist das wirklich bloß »zum Vergessen«? Oder ist's nicht vielmehr das, was auch jedem Libertären und jedem wahrhaft Konservativen am Herzen liegt?





UPDATE

Und was schreibt »Die Welt« als Titel über die Berichterstattung zur Antrittsrede? Man möchte seinen Augen nicht trauen ...

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er dazu auch den Verstand, heißt es bekanntlich. Doch bei Zeitungsredakteuren dürfte es umgekehrt laufen: er wird ihnen genommen ...

Den Blick auf die Rituale unserer Systemmedien

... schärft ein kurzer, aber treffender Artikel auf MediaScan: »Rituale«. Absolut lesenswert!

Donnerstag, 22. März 2012

Mehr Licht

Bekanntlich starb Johann Wolfgang von Goethe heute vor hundertachtzig Jahren. Am gleichen Tage übrigens vor siebenhundert Jahren, also am 22. März 1312, hob Papst Clemens V auf dem Konzil von Vienne den Templerorden auf. Nun also wird dieser Tag auch noch zum Todestag eines Mörders (pardon, natürlich nur »mutmaßlichen Mörders«, denn eine gerichtliche Verurteilung hat ja nicht stattgefunden) in Toulouse.

Goethe wünschte in seinen letzten Augenblicken bekanntlich »mehr Licht« — und wir können davon ausgehen, daß es ihm zuteil wurde. Was sich Mohammed Merah zuletzt wünschte, ist nicht bekannt. Zweiundsiebzig Jungfrauen vielleicht? Nicht, daß es besonders interessieren würde ...

»Mehr Licht« auch in den jüngsten Ereignissen ist freilich ein Wunsch, der nicht unberechtigt wäre. Doch wie schon am 22. März 1312 werden wohl die üblichen Verdächtigen zwar nicht verhaftet, so doch beschuldigt werden: z.B. die »diskriminierende Fremdenfeindlichkeit«, die es den zugewanderten Muselmanen Nordafrikas einfach unmöglich macht, in Frankreich (oder gleich: Europa?) anders als durch Schießereien auf Soldaten außer Dienst und auf Schulkinder zu Erfolgserlebnissen zu kommen. Und was dergleichen Phrasen mehr sind, wenn nicht der Mörder, sondern die Ermordeten schuldig sein sollen.

Mehr Licht? Wohl nicht bei unseren Medien, unserer »Zivilgesellschaft«, unseren Politikern ...

Namen, die man sich merken sollte

Das Internet vergißt nichts, nur unsere Systempresse neigt dazu, real vorgefallene Ereignisse, die nicht in ihr links-gutmenschliches Weltbild passen, blitzartig zu vergessen. An Breivik werden uns die Lohnschreiberlinge ohnehin erinnern, den kann man also garnicht vergessen — was aber wurde z.B. aus

Nordine Amrani? Sagt uns der Name noch was? Nada. Totale Fehlanzeige.

Nun, das war dieser »Belgier«, der um sich schießend 125 Menschen verletzte und fünf tötete (also fast soviel, wie der jetzige »mutmaßliche« Terrorkiller in Frankreich, Mohammed Mehra, der uns als »französischer Serienmörder« verkauft wird). Das mit Amrani muß ja schon endlos lang her sein, da sich die Medien so überhaupt nicht daran erinnern können, oder ...?

Es war am 13. Dezember 2011 ... also vor exakt hundert Tagen. Und was bleibt im Gedächtnis? Nichts. Da der Täter Sohn marokkanischer Angehöriger der Religion des Friedens war, war's nur ein bedauerlicher »Amoklauf« eines »Waffennarren«. Und, wie »Wikipedia« nicht vergißt, sofort hinzuzufügen: »Nach Angaben seines Anwalts konnte Amrani weder Arabisch noch war er Muslim.« Alles klar — es gibt ja keinen glaubwürdigeren Beweis als die Angaben des Anwalts eines Angeklagten.

Und auf zur nächsten Mediensau, die man durch den Blätterwald treiben kann. Sofern sie von rechts kommt. Oder als von rechts kommend dargestellt werden kann. Oder man wenigstens so tun kann, als wäre es nicht ausgeschlossen, daß sie von rechts gekommen wäre. Oder so halt.

»Das Feindbild ist der Staat, nicht das Judentum«

... titelt diese unsägliche PC-Kloake, die unter dem Namen »Süddeutsche Zeitung« verbreitet wird, auf die ich mich zu verlinken weigere. Wen der Artikel interessiert, der kann ihn sich ja selber googeln.

Nur ganz kurz ein Wort an diesen Rudolph Chimelli, der diesen widerlichen Erguß produziert hat: Na klar! Was läge denn näher, als daß man aus Frust über den pöhsen französischen Staat jüdische Schulkinder abknallt wie die Hasen. Denn Volksschüler, insbesondere jüdische, haben bekanntlich jede Menge Einfluß darauf, was der pöhse Staat so tut bzw. nicht tut. Genau so, wie seinerzeit die Nazis Juden vermutlich nur vergast haben, um die durch die Zunahme der jüdischen Bevölkerung in ihrer Existenz bedrohten Lebensräume der Ostgalizischen Haselmaus zu schützen. Oder so ähnlich. Das meinen Sie doch wohl, oder sollte ich da was mißverstanden haben?

Nein, Herr Chimelli, ich tue Ihnen nicht den Gefallen, Sie jetzt für derlei Textabsonderungen zu beleidigen — mal abgesehen davon, daß nach den Denkgesetzen eine Beleidigung eines Journalisten eigentlich nicht möglich ist, könnte es mich doch in einen lästigen Prozeß verwickeln, den man nach derzeitiger Rechtslage gegen ein Mitglied Ihrer Berufsgruppe schwerlich gewinnt.

Doch eines ist mir nicht verboten: ich lasse Sie darüber rätseln, was ich mir von Ihnen denke ...

Mittwoch, 21. März 2012

Die bekannte Antirassismusprophetin Schnarrenheusser

... weiß natürlich, daß der selbstmurmelnd nur »mutmaßliche« Serienmörder Mohammed Merah (und sein ebenso »mutmaßlich« waffenstarrendes Bruderherz) garnicht das wirkliche Problem sind, sondern vielmehr das folgende:
Pressemitteilung vom 21.03.2012 10:21
Bundesministerium der Justiz (BMJ)

Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft bekämpfen

Anlässlich des Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung der Vereinten Nationen erklärt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:

Rassismus darf nicht gesellschaftsfähig werden. Ich warne davor, Probleme von Ausgrenzung und Diskriminierung ausschließlich an den Rändern der Gesellschaft zu verorten. Wer meint, das Risiko eines NPD-Verbots eingehen zu wollen, darf nicht vergessen, dass der Rassismus leider tiefere Wurzeln hat. Mordende Nazis wie die Täter des Nationalsozialistischen Untergrunds sind genauso wie es der möglicherweise rassistisch motivierte Attentäter in Toulouse/Frankreich ist oder Anders Breivik in Norwegen war, die sichtbare Spitze eines Eisbergs. Extremistische Täter handeln zwar allein, werden aber durch ein weit größeres rassistisch denkendes Umfeld motiviert.

Studien zeigen: Fremdenfeindlichkeit und Ressentiments kommen in allen Bevölkerungsschichten vor. Deutschland ist aber ein pluralistisches Land, in dem Menschen ganz unterschiedlicher Religionen und Ethnien verbunden durch das Grundgesetz miteinander leben. Die Menschen in unserem Land werden durch für alle geltende Rechte und Pflichten miteinander verbunden. Deswegen war der Satz, der Islam gehört zu Deutschland, richtig.


Herausgegeben vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des
Bundesministeriums der Justiz
Verantwortlich: Anders Mertzlufft; Redaktion: Mareke Aden, Wolf Albin, Dr. Thorsten Bauer, Anne Zimmermann
Mohrenstr. 37, 10117 Berlin
Dazu drängen sich zwei Fragen auf:

1. (um ein Diktum von Christian Ortner wiederzuverwenden): »Was bitte raucht diese Dame?« — wobei die zum Wort »Dame« bereits geäußerten Überlegungen vollinhaltlich analog angewendet werden dürfen.

2. Wie kann es sein, daß das »Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums der Justiz« in Zeiten wie diesen, in denen der Rassismus doch bekanntlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, noch in der Mohrenstraße lociert ist? Ein himmelschreiender Skandal, der alle Bemühungen der Bundesantirassismusprophetin ad absurdum führt! Oder hat sie etwa noch nicht zur Kenntnis genommen (nehmen wollen?), daß die bekannte Wiener Dessertspezialität »Mohr im Hemd« längst als rassistisches Hetzvokabel enttarnt wurde?

Also, Frau Schnarrenheusser: erkennen Sie endlich die wahren Probleme unserer Zeit! Setzen Sie doch endlich wirkliche Zeichen, welche eine Genesung unserer spätestens seit Thilo S.' überhaupt nicht hilfreicher fremdenfeindlicher Propagandahetzschrift bis in ihre Mitte hin verdorbenen Gesellschaft einleiten könnten:

1. stellen Sie unverzüglich den Verbotsantrag bezüglich der NDP! Die Frage der anderwärtigen Weiterbeschäftigung bzw. Pensionsberechtigung der vom Verfassungsschutz gestellten Funktionäre wird doch mit etwas gutem Willen zugunsten dieses edlen Zieles lösbar sein!

2. veranlassen Sie unverzüglich die Übersiedlung Ihrer Pressestelle an eine nicht übelste rassistische Vorurteile schürende Adresse!

Nur so können Sie drohendes Unheil von der Buntenrepublik Deutschland vielleicht noch abwenden ...

Ach ja — ein Frage noch: warum müssen solche ... *hüstel* ... »Damen« eigentlich so aussehen?

Die EU-Kriminellen

Die EU arbeitet an einer Änderung des Lissabon-Vertrages, um die dort verankerte No-Bailout-Klausel auszuhebeln. Die Änderung wird parallel zum ESM verhandelt, beschlossen sollen beide gleichzeitig werden – möglichst ohne erneute Volksabstimmungen in einzelnen EU-Staaten.

Hier weiterlesen. Und über die Unverfrorenheit dieser Polit-Kriminellen staunen. Das heißt — staunen kann man da eigentlich nicht mehr, denn von diesen Gangstern ist nichts anderes zu erwarten. Daß die UdSSR-Nomenklatura bis zuletzt ihr Regime aufrechterhielt, um von den Futtertrögen nicht vertrieben zu werden, ist ja bekannt. Warum sollte sich also die EUdSSR-Nomenklatura anders verhalten?

ÉCRASEZ L'INFÂME!

Und, nein: anders als bei Voltaire ist dieses Mal definitiv nicht die Katholische Kirche damit gemeint ...

Über das Schweigen

»Schweigen ist Gold«. Weiß man ja. Doch ... ist es nicht manchmal, insbesondere in vorschnell ausgerufenen »Schweigeminuten«, »Schweigemärschen« (und was dergleichen sonst gerade in Mode ist) eher bloß wertlose Scheidemünze, sprich — Blech?

Sollte es nicht vielmehr heißen: »Mutmaßen ist Silber, Nachfragen ist Gold« ...? Denn Schweigen ist nicht Schweigen. War das recht weitgehende Schweigen — ein höchst beredtes Schweigen übrigens, das Geplapper über Nebensächlichkeiten nicht ausschloß — seitens der Alliierten Regierungen und ihrer Presse bspw. über Judenverfolgungen der Nazis wirklich »Gold«? Wäre umgekehrt das Reden über Kriegsverbrechen, und zwar egal aus welcher Epoche und von welcher Seite, bloß »Silber« — weil es das goldene Schweigen über das Unrecht, das die Sieger nach dem Motto »væ victis!« an den Besiegten zu üben pflegen, stören könnte?

Ach, breiten wir doch besser den barmherzigen Mantel des Schweigens über das ostentative Schweigen unserer Tage — jene zeitgeistige Betroffenheitsattitüde, die ihre platten zivilreligiösen Rituale in der »psychologischen Betreuung der Betroffenen«, in »Lichterketten« und in »Schweigemärschen« inszeniert ...