Samstag, 19. Januar 2013

Nochmals ein paar Überlegungen zu »Wehrpflicht oder Söldnerheer«

Diesmal angestellt von Botschafter a.D. Dr. Harald Kotschy (und zitiert nach einem Kommentarposting bei Unterberger):

Dr. Harald Kotschy hat einen Apell zur Unterstützung der Allgemeinen Wehrpflicht verfasst, den ich gerade per Mail erhielt. Botschafter a.D. Dr. Harald Kotschy war Vertreter Österreichs in zahlreichen Ländern, zuletzt bei der OSZE.
Liebe Freunde!

Die Befragung zur Zukunft des Bundesheeres steht unmittelbar bevor. Es ist die wichtigste Weichenstellung für die Zukunft Österreichs seit der EU-Beitritts-Volksabstimmung im Jahre 1994. Was hat man uns damals nicht alles versprochen ! Wo ist der „Ederer-Tausender“ geblieben, der uns angeblich Jahr für Jahr im Geldbörsel bleiben sollte. Der alltägliche Einkauf oder Gastronomiebesuch belehrt uns eines Besseren.

Und jetzt verspricht man uns, daß die wichtigen Leistungen, die im Gesamtsystem der allgemeinen Wehrpflicht erbracht werden, bei Umstieg auf ein Berufsheer / freiwilligen Sozialdienst ohne Mehrkosten zur Verfügung stehen werden. Allein der logische Hausverstand sagt uns - ein Berufsheer ist bei Beibehaltung des gegenwärtigen Leistungsniveaus nicht annähernd finanzierbar - gegenteilige Behauptungen beruhen schlicht auf unwahren Informationen.

Berufsheere sind ein Rückschritt in die Zeiten der Feudalherrschaft vergangener Jahrhunderte. Sie wurden zur Durchsetzung der Macht- und Eroberungspolitik der jeweils herrschenden Dynastien der Kaiser und Könige (heute wären das wohl Politiker im Dienste der Konzerne und Banken) eingesetzt. Lasst Euch daher von Schalmeientönen wie „Professionalisierung“, „Freiwilligkeit“ nicht wieder täuschen. Erkennt vielmehr die wahren Motive der angestrebten Systemänderung:

Es geht nicht um reale gegen unser Land gerichtete Bedrohungsszenarien wie Notwendigkeit des Objektschutzes im Terrorfall, organisierte Großkriminalität, unkontrollierte Migrationsbewegungen und marodierendes Einsickern von Fremden aus allen Kontinenten im Zuge der Globalisierung, u.ä., denen ein Berufsheer angeblich besser begegnen könnte. Diese könnten schon definitionsgemäss organisatorisch und von der Größe der Aufgabe her nur unter den Bedingungen allgemeiner Wehrpflicht bewältigt werden.

„Professionell sterben für den Hindukusch“ (oder Timbuktu u.a.) ist die wahre Devise !

Ein "Berufsheer" ist nämlich die Vorstufe und unbedingte Voraussetzung für die Unterstellung unserer Soldaten unter internationales Kommando und seinen Missbrauch für fremdbestimmte Zwecke. Der folgerichtige logische Schritt wäre dann der Beitritt zur NATO, um im Rahmen dieser „Verteidigungsallianz“ an vorderster Front als Werkzeug zur Durchsetzung der Rohstoff- und Machtinteressen unserer transatlantischen Freunde zu dienen, während die „US-boys“ vorwiegend in sicherer Entfernung aus ihren gut geschützten Befehlsständen heraus das „Kanonenfutter“ führen …...

Wollt Ihr das wirklich ?

Anders, als es manche Umfragen zu signalisieren scheinen, wird der Ausgang dieser außerordentlich wichtigen Abstimmung sehr knapp. Die Befürworter eines sog. "Profi-Heeres" (allein die Bezeichnung ist bereits eine systematische Beleidigung aller, die im bisherigen System qualitätvoll und mit persönlichem Einsatz Dienst getan haben) haben sich an die Verteidiger der allgemeinen Wehrpflicht bzw. eines demokratisch eingebetteten Volksheeres gefährlich angenähert.

Daher meine Bitte: Leitet diese Hintergrundinformation umgehend an Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen weiter und bringt Euch in den nächsten zwei Tagen aktiv und bei allen Gelegenheiten in Gesprächen mit in die Meinungsschlacht um diese wichtige Entscheidung für unsere Zukunft ein.
Es ist ja schon entlarvend für die Proponenten eines Berufsheeres, daß sie praktisch ausschließlich mit Appellen an das Bequemlichkeitsbedürfnis der Menschen arbeiten, aber sämtliche Fragen nach den faktisch zwangsläufigen Implikationen, die so ein Berugfsheer mit sich bringt, geschickt ausblenden. Kotschy stellt berechtigte Fragen, die Darabos & Co. nicht beantworten können und wollen. Und die sie am liebsten nicht einmal gestellt zu werden zuließen. Umso wichtiger, daß sie gestellt werden! Beantworten kann und soll sie jeder für sich — am Sonntag durch die Teilnahme an der Abstimmung.

Kommentare:

Fauler Willi hat gesagt…

Ich geh selbstverständlich hin und kreuze gültig an. Auch wenn es für'n Hugo ist; da ja nur eine Befragung und keine Abstimmung.

Überhaupt geh ich zu jedem Kreuzerltermin. Auch wenn es auf mein Kreuzerl gar nicht ankommt. Die Masse machts...

quer hat gesagt…

Wie schon in Deutschland, Frankreich und USA soll also auch in A. ein „Profiheer“ geschaffen werden. Ein Blick nach D. zeigt, wie aktuell keine Qualität erzeugt werden kann und gleichzeitig ein weiterer Schritt getan wird, das Volk von der Waffe fernzuhalten.

Jedes derartige Verhalten der Politiker, sich lieber auf Söldner, als auf das eigene Volk zu verlassen, zeigt, wie groß die (berechtigte) Angst vor dem Volk inzwischen ist. Graduell nicht mehr sehr weit von gestandenen Diktatoren.

Es gibt Bestrebungen in der EU, bei ausbrechenden Unruhen nie die „eigene“ Armee im Lande einzusetzen, sondern eine aus anderen Mitgliedsländern. Quasi überkreuz. Eine probate Variante des Teilens und Herrschens. So installiert man Mißtrauen unter Nachbarn und Völkern.

Hinzu kommt, daß Sozialisten aller Farben die Wehruntauglichkeit der Bürger und Wehrlosigkeit des eigenen Landes allemal dem eigenen Machtverlust vorziehen.

Desweiteren wird in einer Söldnertruppe der Intelligenzgrad signifikant sinken. Warum wohl? Und das ist beabsichtigt. Wenn zum Morden aufgerufen und befohlen wird, ist dumpfe Gewalt eben besser zu steuern – falls Disziplin (ebenfalls mit Gewalt) aufrechterhalten werden kann.

Insgesamt ein Rückfall in Zeiten weit vor 1813.

Volker hat gesagt…

"Es gibt Bestrebungen in der EU, bei ausbrechenden Unruhen nie die „eigene“ Armee im Lande einzusetzen, sondern eine aus anderen Mitgliedsländern."

Darauf kann man einen nehmen. Denn Gleiche schießen nicht auf Gleiche.
Dass es bei uns 1989 so friedlich abging lag auch an den Kampfgruppen.
Diese wurden nach dem Aufstand 1953 gegründet, als eine Art Bürgerkriegsreserve.
Als die dann 1989 ihren Kollegen gegenüberstanden, war die Sache klar. Gleiche schießen nicht auf Gleiche.

Daraus hat das Regime gelernt. Wir können uns schon darauf freuen, dass kosovarische oder türkische Bataillone in Deutschland die Ordnung wieder hierstellen werden.