Montag, 10. August 2026

Die Antonow am zivilen Flughafen Leipzig: Munitionsverladung und die Firma SALIS

von Helmut
 
 
Krieg ist Krieg, aber die Geschäfte müssen weiterlaufen. Deshalb funktioniert auch das ukrainisch-russische Gemeinschaftsunternehmen Ruslan-Salis GmbH mit Sitz in Leipzig problemlos.
Einen äußerst aussagekräftigen Artikel habe ich von Herrn Gerhard Battmer gelesen. Der Artikel ist derart informativ, dass ich ihn komplett hier wiedergebe:

𝗛𝗶𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗱 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗤𝘂𝗮𝗹𝗶𝘁ätsm𝗲𝗱𝗶𝗲𝗻 𝘄𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 angeblich 𝘇𝗶𝘃𝗶𝗹𝗲𝗻 𝗙𝗹𝘂𝗴𝗵𝗮𝗳𝗲𝗻 𝗛𝗮𝗹𝗹𝗲/𝗟𝗲𝗶𝗽𝘇𝗶𝗴 𝗠𝘂𝗻𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘃𝗲𝗿laden 𝘄𝗶𝗿𝗱. 𝗜𝗰𝗵 𝘄𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝗺𝗶𝗰𝗵, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗱𝗶𝗲 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗦𝗔𝗟𝗜𝗦 𝗴𝗲𝗵ö𝗿𝘁 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻:

Die Strategic Airlift International Solution (SALIS) ist ein multinationales Programm der NATO und EU. Es sichert den teilnehmenden Ländern den Zugriff auf große zivile Transportflugzeuge vom Typ Antonow An-124-100 zu. Die Maschinen sind am Flughafen Leipzig/Halle stationiert und dienen militärischen sowie humanitären Einsätzen.
Durch die Teilnehmerstaaten beauftragt, schloss die NATO Maintenance and Supply Agency (NAMSA) mit der Ruslan SALIS GmbH, Leipzig, einen Vertrag ab, der im Januar 2006 in Kraft trat. Er beinhaltete die Regelungen für eine Dauercharter von strategischen Lufttransport-Kapazitäten bis 2012 bei der Ruslan SALIS GmbH. Sie hat vertragsgemäß seit dem 23. März 2006 zwei Transportflugzeuge vom Typ An-124-100 mit einer maximalen Zuladung von 120 t auf dem Flughafen Leipzig/Halle ständig stationiert und stellt vier weitere Maschinen innerhalb von neun Tagen bereit. Die An-124 wurden von den Gesellschaftern der Ruslan SALIS GmbH, der Volga-Dnepr Airlines (Russland) und der Antonov Airlines (Ukraine) eingebracht. Zuständig für die vertragliche Abwicklung der SALIS-Flüge ist die NAMSA.

Mit den zwei An-124 waren jährlich 4800 Flugstunden bereitzustellen. Zu zahlen waren unabhängig von der tatsächlichen Nutzung für die ersten 2000 Flugstunden („vollfinanziert“) je 100 %, für die weiteren 2.800 Flugstunden („teilfinanziert“) je 40 % des vereinbarten Flugstunden-Kostensatzes. Nach der Nutzung aller vollfinanzierten Flugstunden fielen bei Nutzung der teilfinanzierten Flugstunden die Zahlungen für die restlichen 60 % des Kostensatzes an. Zusätzlich waren nach Flugdurchführung die Ausgaben für Kerosin zu erstatten.

Deutschland hatte anfangs ein Kontingent von 750 voll- sowie 1045 teilfinanzierten Flugstunden übernommen und dafür etwa 20 Millionen Euro zu zahlen; den Rest teilten sich die anderen teilnehmenden Staaten. Ohne diesen hohen deutschen Anteil wäre die Mindestabnahme von 4800 Flugstunden nicht zu erreichen gewesen und das Programm gescheitert. Das deutsche Flugstunden-Kontingent überstieg den Eigenbedarf, sodass in manchen Jahren Zahlungen von bis zu 5 Mio. Euro nicht genutzt werden konnten. Stets wurden bei höherem Bedarf anderer Vertragsteilnehmer eine entsprechende Anzahl von Flugstunden an diese abgegeben. Von daher bestand kein Anreiz für diese Nationen, ein vertraglich höheres Flugstunden-Kontingent zu übernehmen. Weitere Flugstunden-Abgaben erfolgten an Dritte wie die Vereinten Nationen (UN) (Kongo-Einsatz) oder das Auswärtige Amt. Die Verrechnung abgegebener Flugstunden erfolgte zum nominalen Flugstunden-Kostensatz, sodass weitere Vorhalte- und alle Zinskosten zu Lasten des deutschen Verteidigungshaushaltes verblieben.
...
Anfang 2012 nahm die Bundespolizei mit der Firma SALIS Gespräche auf, um ebenfalls die Fähigkeiten der An-124 für weltweite Einsätze kurzfristig zu nutzen.

Ende 2016 liefen die bisherigen Verträge aus. Neue, 2017–2018 gültige Verträge wurden aufgrund der geänderten politischen Lage mit den russischen und ukrainischen Anbietern getrennt abgeschlossen. Während die Ukrainer anstrebten, das gesamte Kontingent an Flugstunden zu übernehmen, machten die russischen Anbieter ein günstigeres Angebot und erhielten durch die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) den größeren Anteil des Auftrags. Aufgrund der inzwischen längerfristig geplanten Nutzung wurde der Projektname von Strategic Airlift Interim Solution zu Strategic Airlift International Solution geändert.

Im April 2018 teilte der russische Partner Volga-Dnjepr mit, dass er den Vertrag nach dem Auslaufen zum Jahresende beenden und nicht, wie in einer Vertragsoption vorgesehen, verlängern werde.

Im Dezember 2018 unterzeichnete die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) den neuen Vertrag mit der Antonov Logistics Salis mit Unternehmenssitz in Deutschland. Zusätzlich zu den An-124 werden bzw. wurden Transportkapazitäten durch weitere große Transportflugzeugtypen gestellt, darunter An-225, An-22 und Il-76.[wikipedia]

Vgl. auch hier:

𝗚𝗲𝗹𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗧𝗮𝗯𝘂𝗯𝗿𝘂𝗰𝗵: 𝗥𝘂𝘀𝘀𝗶𝘀𝗰𝗵-𝘂𝗸𝗿𝗮𝗶𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗕𝘂𝗻𝗱𝗲𝘀𝘄𝗲𝗵𝗿𝗺𝗮𝘀𝗰𝗵𝗶𝗻𝗲 𝗺𝗶𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘁ö𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝘂𝘀𝗿ü𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀-𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻𝘀𝘁ä𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗲𝗿𝗿𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗘𝗿𝗯𝗶𝗹 - 𝗢𝗱𝗲𝗿: 𝗗𝗲𝗿 𝗟𝗲𝗮𝘀𝗶𝗻𝗴𝘃𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴
 
Wo es knallt auf der Welt, da ist die Ruslan sicher nicht weit. Wenige Tage, nachdem die Franzosen in Mali militärisch intervenierten, wurden Maschinen des Typs An-124 von Volga-Dnepr in Westafrika gesichtet. Die russische Fluggesellschaft ist zusammen mit der ukrainischen Antonov Airlines am SALIS-Programm der NATO beteiligt, mit dem ursprünglich das lange Warten auf den neuen Militärtransporter von Airbus überbrückt werden sollte. In Brüssel hat man inzwischen Gefallen an den sowjetischen Vögeln gefunden, die sich nicht zuletzt während des NATO-Einsatzes in Afghanistan als nützlich erwiesen haben. Im Dezember 2012 wurde der Vertrag zur Anmietung der An-124 um zwei Jahre verlängert. Der Sitz des russisch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmens Ruslan SALIS GmbH ist Leipzig. Am dortigen Flughafen sind seit 2006 zwei An-124 dauerhaft stationiert, der Vertrag mit der NATO beinhaltet darüber hinaus noch eine Option auf vier weitere Flugzeuge. Die Ruslan werden am Flughafen Leipzig/Halle nur stationiert und gewartet. Von dort brechen sie immer leer zu den Einsatzorten auf, wo sie ihre Fracht aufnehmen.
 
Weitere Hinweise kann man hier nachlesen:

3 Kommentare:

  1. Die pöhse Drohne soll 4 Stunden lang (sicherlich mit Verschnaufpausen) auf dem Leipziger Flughafen rumgeschwirrt sein. Der Röper desinformiert mal wieder: youtube.com/watch?v=JorYLDGKWhk

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    1. Mir kommt aber eher die deutsche "Berichterstattung" darüber wie Desinformation vor.

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  2. >> Mir kommt aber eher die deutsche "Berichterstattung" darüber wie Desinformation vor. <<
    Ach was!

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