Uns wird erzählt, dass die deutsche Regierung die sogenannte
„Zeitenwende“ von 2022 ganz plötzlich ausgerufen habe. Tatsächlich
spiegelt dies eine Art Erwachen des Westens (oder vielmehr der
transatlantischen herrschenden Schichten) in eine neue Welt systemischer
Rivalität wider. Uns wird auch erzählt, dass die Militarisierung der
deutschen Gesellschaft, aber auch Europas, eine hektische Reaktion auf
einen unvorher-gesehenen Notfall sei (den Verlust der Hegemonie, als
plötzliche Erkenntnis) ... aber stimmt das wirklich?
Ich bin kürzlich auf eine Präsentation gestoßen, die am 8. Juni 2017
bei einem „Track 1.5“-Verteidigungs-rundtisch in Ottawa gehalten wurde.
Der Redner war Brigadegeneral Gerald Funke, damals Unterabteilungs-leiter
Planung I im deutschen Verteidigungsministerium, dem zentralen Kopf der
Zukunftsanalyse der Bundes-wehr.
Das Lesen seiner Folien ist sehr aufschlussreich hinsichtlich einer
seit langem bestehenden Absicht sowie westlicher Vorahnung und Planung.
Sie zeigen, dass die Umwandlung Deutschlands in einen logistischen
Knotenpunkt (z. B. durch OPLAN DEU) für die sogenannte Ostflanke – wie
so vieles, was wir heute in der EU an Veränderungen beobachten – ein
bürokratischer Meilenstein war, der bereits fünf Jahre vor dem
Überqueren der ukrainischen Grenze durch den ersten Panzer vereinbart
und bekannt gemacht wurde. Ich möchte Ihnen einige Punkte dieser Folien
näher erläutern:
Die „Anpassung nationaler Pläne“
Ein Punkt lautet:
„Die Bündnispartner erwarten eine Anpassung der nationalen Pläne [1,2], um die NATO-Ziele zu erreichen.“
Dies bedeutet im Grunde genommen einerseits eine konvergente
Entwicklung der NATO und ihrer Bünd-nispartner durch Planung und
Umsetzung, andererseits aber natürlich auch einen Verlust an
Souveränität:
Es ist ein offenes Eingeständnis, dass die souveräne Raumordnung des
deutschen Staates – der demokratische Prozess des Ausgleichs zwischen
Wohnen, Industrie und Natur – nun der militärischen Logik des Bündnisses
untergeordnet ist.
Deutschland gibt seine Planungsautonomie freiwillig zugunsten der
anti-entropischen Wettbewerbsnot-wendigkeit der NATO auf. Es gibt also
keine Pläne mehr, die dem Gemeinwohl und den Bürgern dienen. Stattdessen
schreibt die NATO im Grunde vor, dass Dienstleistungen und
Infrastruktur auf die Anforderungen des Bündnisses zugeschnitten werden
müssen.
Das Ergebnis ist das, was auf einer anderen Folie steht: „Deutschland
als Transitnation“. Dieser auf den Folien verwendete Ausdruck ist der
höfliche Euphemismus für das Hinterland der Ostflanke. Das Land wird –
und das ausgerechnet im Jahr 2017 – als bloßer Korridor für Ausrüstung
und Truppen neu konzipiert.
„Strategische Vorausschau 2040“
Die vielleicht brisanteste Enthüllung ist die Folie, auf der die
Szenarien der „Strategischen Vorausschau 2040“ [3,4] gemäß einem
geheimen Plan der Bundeswehr detailliert dargestellt sind:
Schon lange vor 2022 modellierte die interne Zukunftsprognose der
Bundeswehr eine Zukunft der „Blockkonfrontation“ und des „multipolaren
Wettbewerbs“, angetrieben durch „Ressourcenknappheit“ und „Klimawandel“.
Dies beweist, dass der aktuelle multipolare Konflikt kein
unvorhergesehener Zufall war, sondern bereits eine zentrale
Planungsannahme darstellt. Tatsächlich werden insbesondere das Verhalten
Russlands und Chinas als destabilisierende Faktoren genannt. („Global
West“ ist übrigens das positivste aller Szenarien in diesem Modell, auch
bekannt als westliche oder US-Hegemonie).
So blickt die funktionale Elite in die Zukunft, sieht den
Zusammenbruch ihres „Gartens“ und akzeptiert die Schaffung eines
„Bunkers“ als unvermeidlich. Sie plant, dieses Szenario zu bewohnen.
Folglich war die „Zeitenwende“ lediglich der Übergang in die
Umsetzungsphase eines längst festgelegten Kurses hin zur Entropie, hin
zur Aufrechterhaltung des „Global West“ in seiner jetzigen Form. Aber
sie empfinden sich tatsächlich als Teil eines multipolaren Wettbewerbs.
Der Veranstaltungsort
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Veranstaltungsort dieser Präsentation: Warum Ottawa? Warum 2017?
Der CDA-Instituts-Roundtable ist ein geschlossener, vertraulicher
Rahmen, in dem verbündete Planer Konzepte austauschen, um ihre
Rahmenbedingungen und Pläne aufeinander abzustimmen.
Im Wesentlichen wird ein in der deutschen Planungsabteilung
entwickeltes Konzept exportiert, validiert und mit kanadischen,
amerikanischen und NATO-Planern abgestimmt, bevor es umgesetzt wird.
Das Konzept der „Transit Nation“ [5] ist nichts anderes als die
Darstellung der Deutschland zugewiesenen Rolle innerhalb der
NATO-„Bunker“-Architektur zur Genehmigung durch das Bündnis. Es war der
Moment, in dem ein deutscher Offizier dem transatlantischen
Militär-Kapital-Komplex die Treue schwor – vorrangig vor dem nationalen
Interesse. (Ganz zu schweigen davon: Wo bleibt bei all dem die
Demokratie?)
Der Architekt
Schließlich müssen wir uns den Mann, den Vortragenden, selbst ansehen.
Damals (2017): Brigadegeneral Funke fungiert als Architekt und
entwirft die Pläne für militarisierte Logistikkorridore. Heute (2025):
Derselbe Mann, nun Generalleutnant Funke, ist Kommandeur des
Unterstützungskommandos.
Das bedeutet, dass er nun für die Umsetzung genau jenes Plans
verantwortlich ist, den er den Verbündeten vor acht Jahren 'verkauft'
hat. Der Kreis schließt sich. Die Planungszelle ist zur Kommandozentrale
geworden, und die Szenarien sind nun Teil unseres Alltags.
Daher sind die Schaffung eines Bunkerstaates, das präventive
Ausschließen abweichender Meinungen, die Langsamkeit und das Schweigen
bei der Umsetzung der Politik – all das – tatsächlich die Umsetzung
einer Strategie und eines Plans. (Ist dies für die transatlantischen
Eliten erfolgreich? Das ist eine ganz andere Frage.)
[1] https://security-network.com/operationsplan-deutschland-eine-einfuehrung/
[2] https://web.archive.org/web/20260323061157/https://neongraudev.security-network.com/opl...
[3] https://www.imi-online.de/2017/11/06/strategische-vorausschau-2040/
[4] https://www.garnertedarmstrong.org/leaked-german-military-doc-predicts-eu-collapse-rise...
[5] https://web.archive.org/web/20240207132145/https://www.german-foreign-policy.com/news/d...
Buchempfehlung: Rowan Allport – War Plan Taiwan OPLAN 5077 and the US Struggle for the Pacific (Naval Institute Press, 2026)
Link: https://substack.com/@nelbonilla/note/c-193882785
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Leute, die im Weg stehen oder es sich auch nur andeutet, (Pre Crime KI?) werden zur Seite geräumt
- Barschel (um was ging es, wer erinnert sich noch?)
- Edathy (NSU-Ausschuss)
- H.G. Maaßen (MSM erfundene faubulisierte Chemnitzer Hetzjagd - vollends fake! Maaßen sprach es aus!
- Hanning + Dankesreiter (...) allein schon beide! Ja klar, wenn ein
Aserbaidschaner nach Top Secrets fragt, macht der immer eine
Teambesprechungsanfrage - wahrscheinlich steckt die ganze Büroetage noch
mit drin! Pruuuust!
Da erfindet man was oder lanciert es eben, wie schwer ist das für
Jene, die eh Alles kontrollieren. (Ex Agent Ostrowski anschauen!).
Regelrecht lachhaft, daran auch nur zu zweifeln!