Montag, 22. April 2013

Alles nur Verschwörungstheorien!

So lautet, auf einen knappen Nenner gebracht, der Tenor der offiziellen Statements zu den zahlreichen Fragen, die sich im Zusammenhang mit den Explosionen beim Boston Marathon ergeben. Die beiden »Täter« sind identifiziert, einer ist tot, der andere schwerverletzt im Spital, und durch einen Munddurchschuß leider artikulationsunfähig. Nun, obwohl es sicherlich im Zusammenhang mit den Ereignissen auch jede Menge überaus phantasievoller Berichte auf Blogs und Foren »verschwörungstheoretischer« Schlagseite gab — darf man wirklich daraus schon alle Fragen als Hirngespinste abtun, weil sie der offiziellen Lesart widersprechen?

Ich denke: nein. Denn nicht alles, was uns so gern von Seiten des politisch-medialen Komplexes als »Verschwörungstheorie« verkauft werden soll, ist auch eine solche. Hier hilft allerdings schon eine relativ leicht zu bewerkstelligende »Unterscheidung der Geister«: Theorien, die »alles erklären« sind stets suspekt, denn sie verfehlen klar das grundsätzliche Erfordernis jeder sinnvollen (»wissenschaftlichen«) Theorie — nämlich ihre prinzielle Widerlegbarkeit! Sobald also eine »Selbstimmunisierung« einer Theorie soweit geht, daß der Versuch ihrer kritischen Widerlegung selbst als »Beweis« genommen wird, Teil der »Verschwörer« zu sein, kann man sie getrost als »Verschwörungstheorie« brandmarken, die nicht weiter verfolgt zu werden braucht. Nur, wie gesagt: das trifft keineswegs auf all die Fragen, die sich in diesem Fall ergeben, zu. Was beispielsweise von Mike Adams, Editor von »NaturalNews.com«, in seinem Artikel »Chaos engulfs Boston as mainstream media can't get its cover story straight« (siehe auch hier und hier) an Fragen aufgeworfen wird, kann nicht einfach als selbstreferentielle Spinnerei abgetan werden — und ist durchaus geeignet, große Fragezeichen hinter die offiziell gehandelte Version der Ereignisse zu setzen.

Wir alle wissen nicht, was sich — und v.a. durch wen — in Boston wirklich ereignet hat! Nur: die naive Gutgläubigkeit, daß die offizielle Berichterstattung schon »stimmen« werde, sollte sich nur an ein paar, keineswegs weit zurückliegende, ebenso offizielle Berichterstattungen erinnern: war nicht beispielsweise der Grund für den US-Einmarsch im Irak der »gesicherte Nachweis von Massenvernichtungswaffen«, die Saddam Hussein angeblich mit Zielrichtung auf Europa stationiert hatte? Sahen wir nicht die »eindeutigen« Satellitenaufnahmen, die »keinen anderen Schluß zuließen«? Welche dieser »Massenvernichtungswaffen« fanden sich dann — trotz jahrelanger Suche nach Saddams Niederlage? Keine.

Natürlich ist nicht alles, was regierungsamtlich verlautbart wird, von vornherein anzuzweifeln — das wäre paranoid. Aber die Frage, ob bestimmte Ereignisse nicht ganz »merkwürdig« gut zu erkennbaren Agenden bestimmter Regierungsstellen passen, sollte dennoch immer gestellt werden. Macht korrumpiert, das wußte schon Lord Acton (vermutlich aus eigener Erfahrung) — und wenn die Macht nicht mehr durch eine kritische Berichterstattung kontrolliert wird, weil beispielsweise die Geheimdienste eines Landes sich weltweit embedded journalists in den Medienredaktionen auf ihrer pay-roll halten, dann ist sie längst auf dem Weg zu jener »absoluten Macht«, von der vorgenannte »noble Lord« (wie die förmliche Anrede im britischen Oberhaus lautet) zu Recht sagte, sie korrumpiere eben absolut.

Kommentare:

Gutartiges Geschwulst hat gesagt…

Verschwörungstheorien enstehen dort, wo Menschen die Wahrheit vorenthalten wird.
Lügen sind fühlbar und die Leute (besonders die "Einfachen") merken, dass unsere polit-medialen Zuhälter kein Vertrauen mehr verdienen.
Insofern erfüllt auch die "idiotischste" Verschwörungstheorie einen wertvollen Zweck, als Indikator für die Verlogenheit der herrschenden Eliten.

Anonym hat gesagt…

Allein dies hier sollte genügen:

http://buelahman.wordpress.com/2013/04/20/are-you-just-a-believer-or-do-you-think/

Es ist unfaßbar, mit welch billiger Schmiere sie uns beleidigen!