Samstag, 5. November 2016

Der "Kreuzknappe" ist (wieder einmal) bestürzt

... und bringt daher in erkennbarer Aufwühlung folgende Meldung:

Italienischer Dominikaner bezeichnet Erdbeben als Strafe Gottes - der Vatikan reagiert prompt!

Sooo geht das nicht! 
Im Vatikan ist man sauer auf einen Dominikaner-Pater, der bei "Radio Maria" erklärt hatte, letztlich seien die Erdbeben in Italien eine Strafe Gottes, angesichts der recht-
lichen Einführung homosexueller Lebens-
partnerschaften.
Ein starkes Stück - das fand auch der Vatikan, der prompt und unmissverständlich reagierte, wie man nachlesen kann ---> HIER !
"Radio Maria" hat sich für den Mitarbeiter entschuldigt und ihn vom Dienst suspendiert, berichten italienische Medien ---> HIER und HIER !


Offenbar mußte der Vatikan blitzartig nach der Pfeife der Hinterlader-Lobbies tanzen, denn andere Prediger haben schon ganz anderen Nonsense verzapft, sind aber ganz ungeschoren davongekommen. Die Vermutung, daß genug hohe Tiere im Vatikan diesbezüglich "Dreck am Stecken" (welch pikantes Wortspiel!) haben dürften, sodaß sie deshalb jederzeit erpreßbar sind, liegt nahe.

Nun, um irgendwelche homophile und/oder gutmenschliche Schwachköpfe von wütenden Protest-Postings abzuhalten (die ich, außer sie wären wirklich witzig zu lesen, ohnedies nicht freischalten würde, sparen Sie sich also die Mühe. Sachliche, auch kontroversielle Diskussionsbeiträge werden hingegen gerne gebracht, aber vermutlich erst am Montag, denn morgen will ich nur einen kurzen Link fürs "Wort am Sonntag" reinstellen, und mich nicht mit Kommentarpostings rumärgern. Es gibt ein Leben jenseits des Blogs ...):

1. denke ich nicht, daß Erdbeben jemals wegen der Einführung homosexueller Lebenspartnerschaften stattfanden bzw. -finden. Denn da hätten das antike Griechenland oder San Francisco längst im Meer versinken müssen, und müßte z.B. das ach-so-rechtgeleitet-muselmanische Afghanistan mit seinen Knabenspielchen längst in Schutt und Asche liegen; tut es aber nicht. Und die Tatsache, daß beim großen Erdbeben von Lissabon einzig das Hurenviertel der Stadt nahezu unbeschädigt blieb, läßt vermuten, daß Gott Naturkatastrophen nicht nach moralischen Minuspunkt-Listen extra anordnet, sondern diese nach geologisch-tektonischen Kriterien mehr oder weniger wahrscheinlich sind. Und in einer Auffaltungszone wie Italien eben mehr ...

2. halte ich die Einführung homosexueller "Lebenspartnerschaften" für etwa so wichtig, wie die Erfindung vollautomatischer Cola-Dosen-Öffnungsmaschinen: es geht ebensogut ohne! Wer seinen Partner zum Erben einsetzen will, kann das ebensogut ohne diese Erfindung, wer ihm eine Vorsorge-Vollmacht für den Ernstfall eines Wachkomas u. dergl. ausstellen will, kann das bei jedem Notar usw. ... hiefür jetzt ein Ehe-Imitat mit Ringwechsel, gehauchtem "'Ja" und vorkonfektionierter Ansprache eines Standesbeamten aus dem Hut zu zaubern, ist einfach lächerlich! Und bestimmte Eheprivilegien, die ihre Rechtfertigung (wenn überhaupt!) ausschließlich aus dem Interesse der Gesellschaft an stabilen, funktionierenden Familien und der Sicherung eines für den Fortbestand notwendigen Nachwuchses ziehen, für Pläsiergemeinschaften gleichgeschlechtlicher Partner, die sich halt inniglich mögen, zu mißbrauchen, nur damit die "sich nicht diskriminiert" fühlen, halte ich für unsere Gesellschaft etwa so nötig wie einen Nagel ins Knie.

3. die Rückgratlosigkeit der päpstlichen Kurie gegenüber jeder zeitgeistigen Anfeindung ist freilich besorgniserregend. Der Fels Petri verkommt schön langsam zum Rollschotter, der sich jeder Lage bereitwillig anpaßt. Das heißt nicht, daß jeder Papst so sturschädelig sein muß wie ein Pius IX oder X. Nein, Diplomatie (man denke etwa an Leo XIII oder Pius XII) ist schon eine feine Sache! Aber auch der Diplomat sollte verbindliche Formen mit festem Standpunkt verbinden, sonst ist er nur ein Schilfrohr im Winde, und was mit solchem geschieht, kann man in der Bibel nachlesen (auch wenn man diese, wie ich, nicht als geoffenbarte Wahrheit ansieht, aber als Kompendium großer Weisheit ist sie durchaus von bedeutendem Wert, trotz einiger Dummheiten, die drinnenstehen) ...

4. Den Sender "Radio Maria" kannte ich bisher nur dem Namen nach; viel dürfte mir offenbar nicht entgangen sein, denn nach seiner völlig charakterlosen Einknick-Aktion vor der Schwulen-Lobby wird mein Bedürfnis, ihn kennenlernen, mehr als überschaubar bleiben. Sich wegen der in irgendwelchen Kreisen unwillkommenen Meinung eines Dominikaner-Paters "zu entschuldigen" und dann besagten "Schuldigen" dann in die Wüste zu schicken, ist derart letztklassig, daß ich Kirchenaustritte nach solchen Aktionen durchaus verständlich fände. Denn wozu braucht man einen weltanschaulichen Verein, wenn der sofort in jede Hose macht, die ihm der Zeitgeist hinhält ...

5. solange uns irgendwelche Schwuchtel-Propagandisten mit ihren Thesen à la "Homosexualität ist eine angeborene Veranlagung" unsanktioniert die Ohren vollschwatzen dürfen (obwohl das für jeden, der die Regeln der Fortpflanzung und der Vererbungslehre auch nur rudimentär begriffen hat, ein klar erkennbarer Blödsinn ist!), darf auch ein Dominikaner-Pater sich auf dem Gebiet der Erdbebenkunde lächerlich machen, ohne dafür eine Menschenjagd riskieren zu müssen. Und schließlich

6. (bloß pro domo gesprochen) steigt mein Frustpegel über diese Kirche inzwischen auf Höhen, daß ich mir wirklich überlege, ob ich das alles noch weiterhin mit meinem Kirchenbeitrag unterstützen soll. Bislang hielten mich Pietäts-Erwägungen (und eine mir eigene gewisse Hartnäckigkeit, die Flinte vorschnell ins Korn zu werfen) davon ab, beim zuständigen Magistratischen Bezirksamt den Austritt aus der staatlichen Religionsgemeinschaft zu erklären. Mein Pfarrer ist außerdem ein feiner, alter Herr, mit dem ich bei gelegentlichen Begegnungen gern ein paar nette Worte wechsle. Aber, wie gesagt: der Frustpegel steigt, und irgendwann ist halt die Hochwasserlinie überschritten ...

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P.S.: DiePresse schreibt (von APA ab, aber das sind wir ja gewöhnt) in gleichfalls tiefer Bestürzung:

"Erdbeben ist Strafe Gottes": Priester sorgt in Italien für Eklat

Jo mei, als ob Italien mit seinem demnächst zu erwartenden Bankencrash, seiner stagnierenden Wirtschaft, seiner hirnlos "humanitären" Einwanderungspolitik, dem schwelenden Nord-Süd-Konflikt im eigenen Land, der politischen Pattstellung, die die Politik längst unregierbar machte nicht andere Sorgen hätte, als sich wegen einer Radiosendung eines alten Paters zu echauffieren ...  

Und unser Papa Buonasera (samt kurialer Entourage) hätte in der Katholischen Kirche fürwahr auch andere Probleme zu schultern, als bei einem Zeitgeistthema auf Anpfiff der Schwulenlobby begeistert den Blockwart zu spielen. Nun, jeder wie er kann und wie er glaubt.

 

Kommentare:

Cresenzia hat gesagt…

Nur eins müssen Sie bedenken, diese Hanswurste sind nicht die Kirche, die sind das momentan saumäßige Personal. Die Kirche ist ganz anders und u.a. eine Rießige Zahl unglaublich toller Menschen der Heiligen nämlich . Wie sagte einer ich liebe die Kirche sie macht Heilige

Conservo hat gesagt…

Bei aller (im Grundsatz mir nachvollziehbaren) Erregung des geschätzten Denkers sei daran erinnert, dass wir einen ähnlichen, ja fast analogen Vorgang vor einigen Jahren in dessen austriakischer Heimat bereits hatten.
Der Windischgarstner Pfarrer Hw. Dr. Gerhard Maria Wagner hatte in einem Zeitungsartikel den Hurrican "Catrina", der seinerzeit die Altstadt von New Orleans verwüstet hatte, der strafenden göttlichen Providenz für das "Sodom" dieser Stadt zugeschrieben.
Benedikt der XVI., damals Papst und unter den Konservativen in der Kirche verehrt, knickte ebenso wie der heutige Vatikan vor den Protesten gegen diese theologische Deutung ein und machte die gerade erst vollzogene Ernennung des hochwürdigen Herrn zum Weihbischof von Linz wieder rückgängig...

Was ich damit sagen will: nicht erst mit dem "Papa buonasera" haben solche fragwürdigen Praktiken in der Kirche Einzug gehaltrn, sondern bereits mit dem entrückten Theologenpapst, den manche katholischen Traditionalisten nicht ganz zu Recht immer noch als "einen der ihren" ansehen.

Ansonsten: ich bin schon vor vielen Jahren aus dem öffentlich-rechtlichen Verein namens "Katholische Kirche in Deutschland" ausgetreten und lebe bestens damit. Wissend, dass ich aus der Kirche als mystischer Leib Christi nicht ausgetreten bin, denn diese ist nach ihrer eigenen Lehre unaustretbar. Semel catholicus, semper catholicus!

Magister traditionis hat gesagt…

Nach meiner theologischen Überzeugung waren die vielen toten Ausländer vulgo "Flüchtlinge", die im August 2015 in einem Lastwagen im Burgenland aufgefunden wurden, eine Strafe Gottes für die schwere Sünde der Musel-Invasion ins christlich-abendländische Europa!

Anonym hat gesagt…

"solange uns irgendwelche Schwuchtel-Propagandisten mit ihren Thesen à la "Homosexualität ist eine angeborene Veranlagung" unsanktioniert die Ohren vollschwatzen dürfen" -

das ist aber eine verstörende Wendung: der Penseur plötzlich auf einer Linie mit den Genderwahnsnnigen?!? Bisher habe ich die These, geschlechtliche Orientierungen seien eben NICHT angeboren, sondern "durch Umwelt- und psychologische Einflüsse erworben", immer nur aus jener Richtung vernommen.

Libertärer hat gesagt…

Dazu ein ebenso lustiger wie in der Sache doch bedenkenswerter Kommentar beim aufgewühlten Kreuzknappen durch einen Leser mit dem schönen Nick "Summorum pontifocum":

"Der Papst-Sprecher Burke (immerhin ein Opus-Dei-Mann!) hat sich nicht entblödet, zu dem Kommentar des Dominikaner-Paters offiziell mitzuteilen: "Dieser Kommentar beleidigt die Gläubigen!"
Nein, Mr. Burke, es verhält sich anders: IHR ungläubiger Kommentar beleidigt mich als gläubigen Katholiken!
Roma, Roma convertere ad deum tuum!"

Gernot hat gesagt…

Hm, ich denke, dass die Veranlagung zur Homosexualität (stärker ausgeprägten Grades) gegeben sein kann. Aufgrund gesellschaftlicher Anpassungsmechanismen konnte sie ja nie ausgemendelt werden.

Aber ich vergaß, dass es gar keine Veranlagungen gibt, sondern nur Sozialisation. Der Mensch ist wie ein Stück Knete, die beliebig, z.B. zum Deutschen, geformt werden kann - welch eine humanistische Auffassung!

Le Penseur hat gesagt…

Es ist wieder mal typisch: zu Arno Holz nicht einmal eine einzige Reaktion. Zu Winnig gerade mal eine kleine Richtigstellungsnotiz. Zu Klonovskys durchaus nicht im Zeitgeist liegenden Worten: niente.

Aber kaum schreibt man was über die Hinterlader, gibt es gestern spätabends in eineinhalb Stunden 5 Kommentare. Und einen Nachtvogel als sechsten um 2:12 noch dazu ...

Da mir das Thema eigentlich nicht wichtig genug ist, um da jetzt groß in Diskussionen einzutreten, nur in aller Kürze:

@Conservo:
Zur Klarstellung: ich halte sowohl die Meinung des damaligen Weihbischofs in spe, wie auch die des aktuellen Dominikanerpaters für völlig bescheuert. Was mich krämpft, ist vielmehr, daß die Kirche (vermutlich aus von mir benannten Gründen) kein Rückgrat hat, sich vor ihre Amtsträger zu stellen, sondern feige einknickt, sobald die Schwulenlobby zu krakelen anfängt. Daß das nicht auf Papa Franzens Mist gewachsen ist, sondern schon länger so geht, weiß ich. Man bruahct sich ja nur das Herumgeeiere im KKK zu dem Thema anzusehen. Warum soll ich Homosexuellen wegen ihrer Veranlagung auf einmal mit "Achtung" und "Respekt" begegnen? Habe ich auch speziellen Respekt gegenüber Exhibitionisten oder Sadomaso-Jüngern oder sonstigen devianten Sexualitätsformen zu zeigen? Das ist doch einfach lächerlich!

Es gibt Menschen, die mögen Dinge, die ich nicht mag. Nun, ich bin der letzte, der sie daran hindern würde: solange sie mich damit nicht belästigen, dürfen von mir aus Hascher Hasch rauchen, Austernschlürfer Austern schlürfen (ich kotz mich schon beim Gedanden daran an ...), Biertrinker Bier trinken. Und Hinterlader Hintern laden (bzw. sich laden lassen). All das geschieht, ohne daß ich deshalb vor Ehrfurcht und Respekt erstarre, bloß weil jemand Austern ißt oder Bier trinkt. Warum also das Herumeiern, wenn ein Mann einen anderen Mann poppt?

Ja, die Kirche hat ein Recht, aus ihren Lehren die Homosexualität als Sünde zu bezeichnen, was mir relativ egal ist, weil ich sie nicht als "Sünde", sondern einfach als ungustiöse Verirrung betrachte. Und das, genau das will ich auch sagen dürfen, genauso wie ich ohne Strafdrohung und Ächtung das Schlürfen von lebenden Austern als ungustiöse Geschmacksverirrung bezeichnen kann.

Der Rest ist mir, wie man so schön sagt, "einfach Blunz'n". Außer was die Frage nach "rechtlicher Gleichstellung" angeht: gleiches soll gleich, ungleiches ungleich behandelt werden. Und eine auf die Erwartung von Nachwuchs hin mit bestimmten Privilegien (die im einzelfall durchaus hinterfragbar sind!) ausgestattete Lebensgemeinschaft ist was anderes, als die "Pläsiergemeinschaft" von Homosexuellen, die keinen Nachwuchs produziert (und wenn sie ihn halt per Adoption zukauft, alles auf diesen andere als förderlich wirken dürfte).

@Magister traditionis:
Wenigstens ein halbwegs witziger Troll.

@Anonym:
Bisher habe ich die These, geschlechtliche Orientierungen seien eben NICHT angeboren, sondern "durch Umwelt- und psychologische Einflüsse erworben", immer nur aus jener Richtung vernommen.
Nö, da haben Sie sich geirrt! Das ist ja das Kuriosum: alles und jedes ist nach Ansicht dieser Leutchen bloß erworben und frei konstruiert (und daher auch jederzeit dekonstruierbar). Nur das Schwul-sein ist genetisch vorprogrammiert. Daß das rein logisch ein Widerspruch ist, stört GenderistInnen ja nicht. Logik und Gender schließen einander bekanntlich aus.

"HErr, laß Hirn regnen!" möchte man da rufen ...

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P.S.: beim Kreuzknappen entdecke ich gerade, daß mich ein(e) "Ulli" im Kommentarthread als "Erotik-Blogger" bezeichnet. Nochmals die amüsierte Bitte an den HErrn, Hirn regnen zu lassen ...

Le Penseur hat gesagt…

(Fortsetzung)

@Gernot:

Aufgrund gesellschaftlicher Anpassungsmechanismen konnte sie ja nie ausgemendelt werden.

Ist schon rein statistisch fast undenkbar! Denn dann müßten "genetische Homosexuelle" seit Anbeginn der Zeiten gleichviele Nachkommen gezeugt haben, wie "genetische Nicht-Homosexuelle". Was ich im Wissen um eine ganze Reihe von Homosexuellen, die überhaupt keine Kinder gezeugt haben, für nahezu ausgeschlossen halte (bei Lesben mag's da u.U. ganz anders aussehen!).

Entweder müßten dann die "angepaßten genetischen Homos" ganz besonders viele Kinder gezeugt haben, um die Kinderlosigkeit der "unangepaßten" auszugleichen (gibt's denkbare Belege dafür?), oder aber Nachkommen von "angepaßten genetisch Homosexuellen" müßten eine Tendenz zu besonderem Kinderreichtum haben (was ich für eine schon recht absurde These halte!) - oder eben es ist nicht so: dann sterben die "genetischen Homos" halt im Verlauf von mehreren Generationen faktisch aus. Tertium non datur.

Doch da es evidentermaßen immer noch Homosexuelle gibt (wenn auch weit nicht so viele, wie die Schwulenlobbies gern prahlen), spricht nichts für Genetik, aber alles für entweder

- Gendefekte (die's natürlich immer geben kann), oder

- Erwerb der Homosexualität (vermutl. im Frühkindesalter, was auch Sigmund Freud annahm)


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So, aber jetzt reicht's! Ich hab am Sonntag wirklich anderes zu tun, als mich um die Befindlichkeiten der Schwulen zu kümmern.

Anonym hat gesagt…

Danke und Respekt, cher Penseur, für Ihre ausführlichen Repliken trotz bekennender Unlust zu diesem Thema. Zu Ihrer Replik auf meine verwunderte Wahrnehmung sei indes repliziert, dass diese bizarre Vermehrung der Fronten bei den "Konservativen" spiegelverkehrt genauso gegeben ist: alles und jedes Geschlechtliche ist von der Natur und/oder dem göttlichen Willen unveränderbar determiniert - nur Homosexualität nicht, die ist in bester marxistischer Manier Umweltbedingungen erworben bzw. aufoktroyiert und kann daher gesund therapiert werden. Auch nicht wirklich überzeugend.

Victorinus hat gesagt…

Nun ja, was der Blogger »Kreuzknappe« schreibt, ist vonseiten eines gläubigen Katholiken auch nicht nachvollziehbar. Von deistischer, agnostischer oder gar atheistischer Seite auf jeden Fall, es gereicht Gläubigen jedoch nicht zur Ehre, einzelne Vorgänge, die in gewisser Weise in der Hl. Schrift vorgezeichnet sind als ebensolche zu deuten, nämlich auf Verstöße wider Gottes Recht bezogen, als »starkes Stück« bzw. gewissermaßen als Skandalon zu betiteln und dadurch indirekt eine Hetzjagd der üblichen Sorte auf ihn zu unterstützen.

Das scheint aber alles mit der besagten Linie des Vatikans übereinzustimmen, der sich insgesamt immer mehr zu ... ja, zu was eigentlich entwickelt? Der Hinweis von User »conservo« erscheint mir dabei als durchaus wichtig: Das ist nicht erst seit gestern oder Papa Buonasera so. Wer maßgeblich an der Ausarbeitung des KKK mit seinem Achtungs- und Respektsgedöns beteiligt war, dürfte wohl klar sein. Weder kann man vor homosexuellen Handlungen Achtung haben, das wohl am allerwenigsten, noch vor denen, die sie ausüben als sie Ausübende. Aus einer an der traditionellen, katholischen Sittenlehre orientierten Sicht, dürfte der Grund ohnehin selbstevident sein, aber auch aus säkularer Sicht, sehe ich dazu überhaupt keine Veranlassung. So meint »Achtung« bei Kant u. a. »die Vorstellung von einem Werte, der meiner Selbstliebe Abbruch tut«, immer im Zusammenhang mit dem moralischen Gesetz. Einen solchen (oder überhaupt irgendeinen) Wert kann ich an homosexuellen Geschlechtshandlungen nicht einmal im Ansatz erkennen und ein solcher wurde auch nie im Ernst von jemandem aufzuzeigen unternommen. Wovor soll ich in so einem Falle also Achtung empfinden?

Aber nun gut, einen wirklich offiziell heiligen Papst gab es im letzten Jahrhundert, wenigstens etwas von seiner Prinzipienfestigkeit würde man den gegenwärtigen Oberen durchaus wünschen.

Le Penseur hat gesagt…

Cher "Anonym",

Achtung: sie verwechseln hier, denke ich, zwei Sachen:

1. daß die prinzipielle Anlage des Sexualverhaltens "von Gott" bzw. "von der Evolution" ist, ist wohl klar. Wer an einen Schöpfergott glaubt, der sich mit Peanuts der genetischen Ausstattung von irgendwelchen Lebenwesen auf einem unbedeutenden Planeten einer unbedeutenden Sonne einer völlig durchschnittlichen Milchstraße befaßt, wird natürlich von einer conditio humana auf diesem Gebiet ausgehen. Denn so wurscht, daß das halt "irgendwie" schon hinhauen würde, ist die Sexualität ja nun nicht ...

Auch der Evolutionist hat gute Karten: der Weiterbestand einer (und daher auch der menschlichen) Spezies klappt nur, wenn Sexualverhalten auf Nachwuchsprodkution gerichtet ist. Wäre es anders, dann wäre die Spezies längst ausgestorben. An Konkurrenten und Freßfeinden bestand ja nie ein Mangel!

2. was eine genetische Anlage der Homosexualität betrifft, läge hier ein einzigartiger Fall von erfolgreichem Weiterbestand eines Genes mit selbstausschalender Wirkung vor. Was denkmöglich auszuschließen ist:

Wenn es ein Gen gäbe, das für die sexuelle Attraktion zum gleichen Geschlecht verantwortlich ist, dann schließt dieses (jedoch vermindert zumindest entscheidend) die Zeugung von Nachkommen, da sich Primaten bekanntlich nicht durch Ableger vermehren ;-) ...

Ein solches Gen wäre als Mutation durchaus denkbar, hätte jedoch nur geringe Weitergabechancen über viele Generationen (und seit der Knabenliebe Alt-Griechenlands - wenn wir das als Anfang nähmen, was sicher zu spät angesetzt ist - sind halt schon ca. 80 Generationen vergangen)! Da Bleibt von so einem Gen nicht über!

Also bleiben nur aktuelle Gendefekte - oder eben: soziale und/oder psychische Gründe.

Anonym hat gesagt…

Es hat mir schon in nationalen Kreisen Naserümpfens viel eingebracht, daß ich den seligen Freud nicht ganz und gar verschmähe: Aber es fällt durchaus auf, daß die Kommentarstränge mindestens dreimal so lang geraten - wenn die Rede auf die ungewöhnliche Liebe (Olsenbande Teil I) kommt.
Ich muß doch nicht Partei ergreifen - der blödelnde Pope wie die Homolobby sind mir beide gleich zuwider.

D.a.a.T.