von LePenseur
Der »Seelennebel« — auch Sharpless 2-199 oder LBN 667 genannt. Einfach wunderschön:
Der September ist zwar schon vorüber, aber noch nicht so lange, als daß man sich seiner nicht erinnern möchte, etwa mit Eduard Mörikes Gedicht
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Ein kurzes, doch in der Seele lange nachhallendes Gedicht; hier nochmals, in einer Rezitaton von Otto Mellies, auf die eine Vertonung eines Gedichtes von John Henry Mackay durch Richard Strauss folgt:
Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
und auf dem Wege, den ich gehen werde,
wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen
inmitten dieser sonnenatmenden Erde.
Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
werden wir still und langsam niedersteigen,
stumm werden wir uns in die Augen schauen,
und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen.
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P.S.: vielleicht sollte ich meine seit langem, seit dem 15. Juli 2019, ruhende Serie »Hundert notwendige Gedichte« wieder aufnehmen. 47 Gedichte sind noch ausständig, um das Hundert voll zu machen ...

