Samstag, 15. August 2026
Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat
Donnerstag, 30. Juli 2026
"Beethoven’s Lesser Music: When Genius Served Circumstance"
Should I apologise for a piece that has nothing to do with politics? Not, I think, unless Bryan Mercadente is brought before us all in a hairshirt, confessing his many excesses and promising never to publish again on the urgent need of everyone in his town between the ages of sixteen and twenty-four to die of cancer. For this reason, and because it is a nice afternoon, I will write about Beethoven.
He occupies a peculiar position in the history of Western music. Many great composers wrote masterpieces alongside routine commissions. Handel produced occasional odes of little lasting importance. Haydn composed innumerable divertimenti that even specialists seldom hear today. Rossini turned out operas at astonishing speed, some plainly better than others. Mozart himself occasionally wrote functional dances and ceremonial music that, while elegant, hardly stand beside Don Giovanni or the final symphonies.
With Beethoven, however, expectations are uniquely high.
Freitag, 24. Juli 2026
Ferdinand von Saar
Ferdinand von Saar hat, in den Worten der Schriftstellerin und Kritikerin Betty Paoli (1814–1894), mit dieser Novelle ein „psychologisches Gemälde“ geschaffen. Dieses ist aber nicht nur das einfühlsame Porträt des verhaltensauffälligen Leutnant Burda, sondern mit der Steigerung seines Wahns zeigt es auch den langsamen Zerfall einer Gesellschaft, die auf Hierarchien und Schranken setzt, die sich dem Eingeweihten in kleinen Zeichen und Andeutungen erschließen, die zu missachten oder zu missdeuten eine Ambivalenz erzeugt, für die es kein angemessenes Instrumentarium gibt.
Die Frage von Sein und Schein, von Einbildung und Eingebildetsein läuft subkutan mit und lässt sich letzten Endes in der soldatischen Ordnung nur mit ritualisierter Gewalt lösen. Ferdinand von Saar hört alle sozialen Zwischentöne und macht in seiner Novelle meisterlich Gebrauch von dieser Vielstimmigkeit und Mehrdeutigkeit, mit Sinn für Spannung, aber auch für Humor, und mit Respekt vor seinem Helden. Er schafft so nicht nur ein Zeitbild, sondern gewährt auch einen Blick in die Seele eines ambivalenten, von inneren Konflikten gebeutelten Menschen, eines Zerrissenen – ein Thema, das an Aktualität seit der Zeit Sigmund Freuds nichts eingebüßt hat.
Dienstag, 2. Juni 2026
Hakon Børresen
Børresen entstammte einer Kaufmannsfamilie und erhielt in seiner Jugend Klavier-, Violin-, Violoncello- und Musiktheorieunterricht. Auf seinen Wunsch hin, Komponist zu werden, verlangte sein Vater ein Urteil von kompetenter Seite, weshalb Børresen 1895 Johan Svendsen seine Aufwartung machte. Dieser zeigte sich überzeugt von Børresens Talent. Es folgten Privatstunden, die 1901 mit der Uraufführung von Børresens erster Symphonie endeten. Für dieses Werk erhielt der junge Komponist das Anckersche Legat. Das folgende Jahr verbrachte er in Deutschland, Frankreich und Belgien, wo er mannigfaltige Beziehungen knüpfte. Ab 1902 lebte Børresen freischaffend in Kopenhagen und Skagen, wo er eine Zweitwohnung besaß. Besonders verdient machte er sich als Organisator von Musikfesten und als Vorsitzender des Dänischen Komponistenverbandes, ein Amt, das er von 1924 bis 1949 innehatte. Außerdem beteiligte er sich 1935 an der Gründung des Dänischen Musikrats und wurde dessen erster Vorsitzender. Børresen starb als eine der geachtetsten Persönlichkeiten des dänischen Musiklebens.
The story plays out an evening in a doctor's home on the Jutland peninsula around 1900. Dr. Høyer and his wife are expecting guests for a dress ball. However, all the guests decline at the last moment, and Dr. Høyer is irritated, but slightly relieved. Instead, the family receives a surprise visitor, the unknown gentleman Prince Carnival, who acts in a free and easy manner, playing the piano, talking with Dr. Hoyer's wife, and suggesting to the couple to carry on with the party.
Børresen ist stilistisch voll und ganz der Spätromantik verpflichtet; neuere Tendenzen hatten auf sein Schaffen keinerlei Einfluss. Seine Inspiration nahm er häufig aus Bildern und Stimmungen der dänischen Natur, sodass viele seiner Werke einen deutlich nationalen Tonfall aufweisen. Vor allem zu Beginn seiner Laufbahn war er noch stark von Tschaikowski und seinem Lehrer Svendsen geprägt. Besonders auffällig ist Børresens natürlich fließende Melodik und die wirkungsvolle Instrumentation. Auch sind seine Werke durch eine frische, kraftvoll-optimistische Grund-stimmung geprägt. Insgesamt wirkt seine Musik zwar leicht anachronistisch, doch überzeugt sie den Hörer durch ihre Frische, Volkstümlichkeit und Unmittelbarkeit des Ausdrucks. Heute wird Børresen allerdings nur wenig beachtet.
Sonntag, 17. Mai 2026
Weil wir gestern den Pianisten Walter Klien erwähnten
Montag, 11. Mai 2026
Heute vor 110 Jahren
I. Allegro con spirito 0:00 II. Largo 7:45 III. Allegro 17:00
Sonntag, 10. Mai 2026
Zum 10. Mai das 10. Klavierkonzert von W. A. Wozart, KV 365/316a (1779)
Radu Lupu und Murray Perahia, Klavier | The English Chamber Orchestra (1988)
Sonntag, 3. Mai 2026
Passend zum 3. Monatstag
Sonntag, 26. April 2026
Passend zur düsteren Weltlage
Freitag, 24. April 2026
Heute vor 225 Jahren
Sonntag, 5. April 2026
Eine kleine, aber alte Gemeinde in Boston
Samstag, 4. April 2026
Karsamstagsbräuche 1965
Erst 61 Jahre ist es her — und wirkt für uns heute doch fast wie vor einer Ewigkeit ...
Sonntag, 29. März 2026
Passend zum vorhergehenden Artikel
Der Nachdichter
Voß war ein Mann von bemerkenswerter geistiger Unabhängigkeit und kraftvoller Sprache. In erster Linie sind es die Übersetzungen der großen Epen Homers, denen er seinen Platz in der deutschen Literatur verdankt. Seine Übersetzungen zeigen nicht nur profunde Gelehrsamkeit und Kenntnis der antiken Sprachen und Verskunst, sondern auch vollendete Beherrschung der deutschen Sprache.
Die berühmtesten seiner Übersetzungen sind die der homerischen Epen Ilias und Odyssee. Am bekanntesten wurde seine Übersetzung der Odyssee, die 1781 auf Kosten des Verfassers erschien und deren einprägsame, bildhafte Sprache Generationen deutscher Leser mit Homer vertraut machte. 1793 erschien der ganze Homer, die Ilias und die Odyssee in überarbeiteter Form.
Und in der Tat: wem klänge nicht, wenn von der Odyssee die Rede ist, der kraftvolle Beginn der Voß'schen Übersetzung im Ohr ...
Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Welcher so weit geirrt nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.
Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte;
Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft.
Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.
Alle die andern, soviel dem verderbenden Schicksal entflohen,
Waren jetzo daheim, dem Krieg entflohn und dem Meere:
Ihn allein, der so herzlich zur Heimat und Gattin sich sehnte,
Hielt die unsterbliche Nymphe, die hehre Göttin Kalypso,
In der gewölbeten Grotte und wünschte sich ihn zum Gemahle.
Selbst da das Jahr nun kam im kreisenden Laufe der Zeiten,
Da ihm die Götter bestimmt, gen Ithaka wiederzukehren,
Hatte der Held noch nicht vollendet die müdende Laufbahn,
Auch bei den Seinigen nicht. Es jammerte seiner die Götter;
Nur Poseidon zürnte dem göttergleichen Odysseus
Unablässig, bevor er sein Vaterland wieder erreichte.
Seine eigenen Dichtungen blieben dieser großartigen Übersetzertätigkeit gegenüber zweitrangig, wenngleich auch sie manche Schönheiten enthalten. Daß Voß u.a. auch die Dramen Shakespeares übersetzte (teils mit Unterstützung zweier seiner Söhne, wie er Philologen von Beruf), ist sicherlich den wenigsten bekannt, denn hier war es die Schlegel-Tieck'sche Übersetzung, die sich durchsetzte. Auch die Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht wurden von Voß erstmals ins Deutsche übersetzt ... ... aber wer weiß das schon?

