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Samstag, 15. August 2026

Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat

 
Der Magnificat-Vertonungen sind Legion! Und unter diesen nimmt die des Großmeisters der Barockmusik, nein: der Musik überhaupt, Johann Sebastian Bach ohne Zweifel einen exzeptionellen Rang ein. Es gibt nicht viele andere, die da auch halbwegs mithalten können ... und zweifellos zu diesen gehört das Magnificat seines Sohnes Carl Philipp Emanuel, hier in einer mitreißenden Interpretation durch die Gaechinger Cantorey unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann zu hören:
 

Das Orchester, der Chor und v.a. die Solisten (Sopran: Miriam Feuersinger; Alt: Marie Henriette Reinhold; Tenor: Patrick Grahl; Baß: Markus Eiche)  ... einfach atemberaubend!
 

Donnerstag, 30. Juli 2026

"Beethoven’s Lesser Music: When Genius Served Circumstance"

von LePenseur
 
 
(damit es meinerseits nicht nur Blondinen während des Urlaubs zu sehen gibt ...)
 
 
Einer der Autoren der das libertäre Banner in Großbritannien hochhaltenden und stets lesenswerten Website The Libertarian Alliance, Sebastian Wang, verfaßte unter obigem Titel eine sehr kenntnisreiche Betrachtung über Beethovens Werke "zweiten Ranges", deren Lektüre ich meinen geneigten Lesern nur empfehlen kann:

Should I apologise for a piece that has nothing to do with politics? Not, I think, unless Bryan Mercadente is brought before us all in a hairshirt, confessing his many excesses and promising never to publish again on the urgent need of everyone in his town between the ages of sixteen and twenty-four to die of cancer. For this reason, and because it is a nice afternoon, I will write about Beethoven.

He occupies a peculiar position in the history of Western music. Many great composers wrote masterpieces alongside routine commissions. Handel produced occasional odes of little lasting importance. Haydn composed innumerable divertimenti that even specialists seldom hear today. Rossini turned out operas at astonishing speed, some plainly better than others. Mozart himself occasionally wrote functional dances and ceremonial music that, while elegant, hardly stand beside Don Giovanni or the final symphonies.

With Beethoven, however, expectations are uniquely high. 
Nein! Sebastian Wang muß sich nicht dafür entschuldigen, in seinem Artikel nicht über Politik geschrieben zu haben. Nur linke Femanzen wollten (und wollen) alles und jedes politisieren, frei nach dem Motto: "Das Private ist politisch"! Libertäre haben solchen Unsinn einfach nicht nötig ...
 

Freitag, 24. Juli 2026

Ferdinand von Saar

von LePenseur
 
 
 ... starb heute vor 120 Jahren zu Wien — nach langem, schwerem Leiden, von dem er sich zuletzt durch eigene Hand befreite. Er war gegen Ende seines Lebens hochgeehrt, ausgezeichnet mit dem Franz-Josephs-Orden, 1902 zum Mitglied des Herrenhauses (also des "Oberhauses" des cisleithanischen Reichsteiles) ernannt etc. ...
 
Dennoch: ein tragisches Leben, trotz der hohen Begabung als Lyriker und Novellist immer nahe am Scheitern. Verlust der Ehefrau durch ihren Suizid, davor in jüngeren und mittleren Jahren drückende Not durch hohe Schulden, die Kindheit schon kurz nach der Geburt durch den Tod des Vaters umschattet. Erst in mittleren Jahren des 1833 geborenen Dichters, brachten seine Novellen aus Österreich (1877) allgemeine Anerkennung. Für seinen größten literarischen Erfolg, die Wiener Elegien, mußte er 60 Jahre alt werden. 
 


Die Lyrik verdankt ihm einige gedankenschwere, doch leuchtende Perlen. Unter den österreichischen Erzählern und Novellisten des späten 19. Jahrhunderts hat er mit Marie von Ebner-Eschenbach seinen herausragenden Rang.
 
Seinen Leutnant Burda, erinnere ich mich, haben wir im Gymnasium gelesen und die Lektüre brachte mich in einen Zustand entrückten Mitleids mit dem titelgebenden Protagonisten, eben jenem Leutnant Burda und dessen Leben nach seiner idée fixe, seiner erträumt altadeligen Abstammung, die ihn zum geeigneten und in seiner Phantasie schon insgeheim ersehnten Partner einer von ihm angebeteten jungen Prinzessin machen würde. Eine gute, anfangs etwas schnoddrige (aber das gibt sich, zum Glück!) Rezension des Werkes findet sich hier, die zum Schluß kommt: 

Ferdinand von Saar hat, in den Worten der Schriftstellerin und Kritikerin Betty Paoli (1814–1894), mit dieser Novelle ein „psychologisches Gemälde“ geschaffen. Dieses ist aber nicht nur das einfühlsame Porträt des verhaltensauffälligen Leutnant Burda, sondern mit der Steigerung seines Wahns zeigt es auch den langsamen Zerfall einer Gesellschaft, die auf Hierarchien und Schranken setzt, die sich dem Eingeweihten in kleinen Zeichen und Andeutungen erschließen, die zu missachten oder zu missdeuten eine Ambivalenz erzeugt, für die es kein angemessenes Instrumentarium gibt.

Die Frage von Sein und Schein, von Einbildung und Eingebildetsein läuft subkutan mit und lässt sich letzten Endes in der soldatischen Ordnung nur mit ritualisierter Gewalt lösen. Ferdinand von Saar hört alle sozialen Zwischentöne und macht in seiner Novelle meisterlich Gebrauch von dieser Vielstimmigkeit und Mehrdeutigkeit, mit Sinn für Spannung, aber auch für Humor, und mit Respekt vor seinem Helden. Er schafft so nicht nur ein Zeitbild, sondern gewährt auch einen Blick in die Seele eines ambivalenten, von inneren Konflikten gebeutelten Menschen, eines Zerrissenen – ein Thema, das an Aktualität seit der Zeit Sigmund Freuds nichts eingebüßt hat.
Das Deutsche Textarchiv enthält digitalisiert die Novellen aus Österreich, jene Sammlung kürzerer Werke, die ihn 1877 erstmals weiteren Kreisen bekannt machte. Darin die tragisch ergreifende und doch tröstlich endende Novelle Die Steinklopfer. Tröstliches Ende — keine allzu typische Eigenschaft in den Werken von Ferdinand von Saar ...
 
Aus seinen meisterhaften Wiener Elegien sei deren Siebente, der Jahreszeit gemäß, ans Ende dieses kleinen Gedenkartikels gesetzt:
 
VII 
Andere mögen dich jetzt im steigenden Sommer verlassen, 
Ich doch bleibe dir treu, strahlendurchfunkelte Stadt. 
Nicht verlangt es mich mehr nach himmelan ragenden Gletschern, 
Nicht nach des nordischen Meers wogenumbraustem Gestad. 
Gern verträum’ ich die Tage im Dunstkreis der stilleren Straßen, 
Quälen auch Hitze und Staub, giebt’s doch Oasen genug. 
Wohlig schlürft sich am Morgen der Kaffee im Runde des Stadtparks, 
Liebliches Blumenarom mengt der Cigarre sich bei. 
Brennt die Sonne dann heißer, so find’ ich schattige Gärten, 
Wo ein erquickliches Buch still und gesammelt man liest. 
Ja, dann nimmst du mich auf, Erschloss’ner vom “Schätzer der Menschheit”, 
In deiner breiten Alleen wipfelumdunkelte Ruh; 
Oder auch du, Belvedere, mit zierlich gehegten Terrassen, 
Still ins Weite hinaus schweift dort der sinnende Blick. 
Traulich empfängt mich Schönbrunn, es winkt mir der gastliche Prater, 
Wo dem dürstenden Mann froh sich der Abend beschließt. 
Sehn’ ich mich dennoch nach kühleren Schatten, nach frischeren Lüften, 
Führen auch Schienen und Dampf rasch mich in’s Volle hinein; 
Rasch in ein grünes Bereich der herrlichsten Eichen und Buchen  — 
Tief in des Wienerwalds quellendurchrieselte Pracht. 
Mögen doch Andere jetzt dich pilgernd verlassen — ich bleibe: 
Liegt das Gute so nah’, wünsch’ ich mir Besseres nicht!
 

Dienstag, 2. Juni 2026

Hakon Børresen

von LePenseur
 
 
Ja, ich weiß: wieder so ein Komponist, den kein Schwein kennt! Nun lesen erfahrungsgemäß Schweine eher selten diesen Blog, also ersuche ich die geneigten Leser, sich auch ein bisserl mit diesem m.E. bedeutenden Komponisten Dänemarks auseinanderzusetzen.
 
Heute vor 150 Jahren erblickte besagter Hakon Børresen in Kopenhagen das Licht de Welt und Wikipedia bringt eine kurze Biographie:
Børresen entstammte einer Kaufmannsfamilie und erhielt in seiner Jugend Klavier-, Violin-, Violoncello- und Musiktheorieunterricht. Auf seinen Wunsch hin, Komponist zu werden, verlangte sein Vater ein Urteil von kompetenter Seite, weshalb Børresen 1895 Johan Svendsen seine Aufwartung machte. Dieser zeigte sich überzeugt von Børresens Talent. Es folgten Privatstunden, die 1901 mit der Uraufführung von Børresens erster Symphonie endeten. Für dieses Werk erhielt der junge Komponist das Anckersche Legat. Das folgende Jahr verbrachte er in Deutschland, Frankreich und Belgien, wo er mannigfaltige Beziehungen knüpfte. Ab 1902 lebte Børresen freischaffend in Kopenhagen und Skagen, wo er eine Zweitwohnung besaß. Besonders verdient machte er sich als Organisator von Musikfesten und als Vorsitzender des Dänischen Komponistenverbandes, ein Amt, das er von 1924 bis 1949 innehatte. Außerdem beteiligte er sich 1935 an der Gründung des Dänischen Musikrats und wurde dessen erster Vorsitzender. Børresen starb als eine der geachtetsten Persönlichkeiten des dänischen Musiklebens. 
Was hier nicht erwähnt wird: Børresen war in gewissem Sinne der Vater der dänischen Oper, denn in seiner Oper "Der Königliche Gast" (1919) bewies er, daß die, sagen wir: nicht eben einfache und klangschöne dänische Sprache als Idiom für Operngesang durchaus geeignet ist:
 
 
Es gab früher auf Youtube ein (in schwarz/weiß und mäßiger Klangqualität, aber mit hervorragender Regie und Schauspielleistung der Sänger) Video aus den 1960er-Jahren, das offenbar gelöscht wurde ... wenn es jemand zufällig entdeckt: unbedingt ansehen! Auch wenn man kein Wort Dänisch versteht, das Schauspiel macht die Handlung verständlich, die unter dem obigen Video etwas verkürzend so beschrieben wird:
The story plays out an evening in a doctor's home on the Jutland peninsula around 1900. Dr. Høyer and his wife are expecting guests for a dress ball. However, all the guests decline at the last moment, and Dr. Høyer is irritated, but slightly relieved. Instead, the family receives a surprise visitor, the unknown gentleman Prince Carnival, who acts in a free and easy manner, playing the piano, talking with Dr. Hoyer's wife, and suggesting to the couple to carry on with the party.
Naja, stimmt irgendwie, aber geht am Wesentlichen vorbei: beim "Aufblühen" einer etwas eingeschlafenen ehelichen Beziehung in der Ärztefamilie durch die ganz überraschende, wunderbare Begegnung mit diesem geheimnisvollen, zauberkundigen "Prinz Karneval", die mit viel Takt und Humor geschildert und sprühend in Musik umgesetzt wird.
 
Eine zweite Oper, "Kaddara", die in Grönland spielt, ist auf Youtube leider nur als Wiedergabeliste in 44 Kurzvideos zerschnipselt anhörbar (bzw. wegen der ständigen Werbeclips eher un-anhörbar!) ...
 
Hakon Børresen schrieb aber auch drei sehr klangschöne, fesselnd instrumentierte Symphonien. Schon seine No. 1 in c-moll, op. 3 (1900), quasi die Abschlußarbeit seiner Studien bei Svendsen, verrät das große Talent des jungen Meisters:
 
 
Seine Zweite, in A-Dur, op. 7, aus dem Jahre 1904, die den programmatischen Titel "Das Meer" trägt, zeigt uns einen deutlich weiterentwickelten Komponisten:
 
 
Die weit später entstande Symphonie No. 3 (1925/26) in C-Dur, op. 21, ist ein bedeutendes Dokument des gereiften Meisters:
 
 
Wikipedia schreibt zu seiner Tonsprache:
Børresen ist stilistisch voll und ganz der Spätromantik verpflichtet; neuere Tendenzen hatten auf sein Schaffen keinerlei Einfluss. Seine Inspiration nahm er häufig aus Bildern und Stimmungen der dänischen Natur, sodass viele seiner Werke einen deutlich nationalen Tonfall aufweisen. Vor allem zu Beginn seiner Laufbahn war er noch stark von Tschaikowski und seinem Lehrer Svendsen geprägt. Besonders auffällig ist Børresens natürlich fließende Melodik und die wirkungsvolle Instrumentation. Auch sind seine Werke durch eine frische, kraftvoll-optimistische Grund-stimmung geprägt. Insgesamt wirkt seine Musik zwar leicht anachronistisch, doch überzeugt sie den Hörer durch ihre Frische, Volkstümlichkeit und Unmittelbarkeit des Ausdrucks. Heute wird Børresen allerdings nur wenig beachtet. 
Seine in der Biographie geschilderte Arbeit als Vertreter der Komponistenzunft, nicht nur Dänemarks, sondern ganz Skandinaviens hinderte ihn offenbar an einem zahlreicheren "Output" an Werken, sodaß wir den Lesern die selbständige Entdeckung seines vergleichsweise "schmalen" OEuvres überlassen können: es lohnt sich, es zu erkunden!
 

Sonntag, 17. Mai 2026

Weil wir gestern den Pianisten Walter Klien erwähnten

von LePenseur
 
 
... bietet sich für den 17. Mai die wunderbare, auch von CD-Classic-Guru Dave Hurwitz gepriesene Aufnahme des Mozart'schen Klavierkonzerts No. 17 in G-Dur, KV 453, mit diesem wahrhaft großen, leider international nie seinem künstlerischen Range entsprechend gewürdigten Pianisten an, begleitet vom Minnesota Orchestra unter Stanisław Skrowaczewski: 

 

Montag, 11. Mai 2026

Heute vor 110 Jahren

von LePenseur
 
 
... starb im Alter von erst 43 Jahren einer der bedeutendsten Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts an Herzversagen:
 
Max Reger 
 
Eigentlich wolle ich ja auch ihm einen ausführlichen Gedenkartiekl widmen, allerdings ließen mir einige dringende berufliche Verpflichtungen in letzter Zeit einfach nicht die Muße, ein der Bedeutung Max Regers angemessenes Elaborat zu verfassen. So lasse ich es damit bewenden, einige seiner Kompositionen, die ich für besonders erwähnenswert halte (und ich beschränke mich da auf Orchesterwerke, denn bei den Werken für Orgel wäre die Auswahl wohl zu schwierig!) zu verlinken. Eh voilà:
 
 
I. Notturno: Molto sostenuto 0:00 II. Scherzo: Vivace 9:25 III. Finale: Molto sostenuto 18:45 
Es spielt das London Philharmonic Orchestra unter Leon Botstein.
 
 
 


I. Allegro con spirito 0:00 II. Largo 7:45 III. Allegro 17:00
Es spielt die Staatskapelle Berlin unter Otmar Suitner
  

 
I. Allegro moderato - 0:00 II. Allegro vivace - 15:20 III. Larghetto - 28:30 IV. Allegro con spirito - 36:52 
Es spielt die Dresdner Philharmonie unter Heinz Bongartz
 
Die geneigten Leser sind eingeladen, selbst auf die Suche nach Werken dieses großen, doch bis heute unter seiner Bedeutung "gehandelten" Komponisten zu gehen. Es wird sich zweifellos lohnen ...
 

Sonntag, 10. Mai 2026

Zum 10. Mai das 10. Klavierkonzert von W. A. Wozart, KV 365/316a (1779)

 
 
 
I. Allegro [0:00] II. Andante [9:36] III. Rondeau. Allegro [16:45]
(Kadenzen von Wolfgang Amadeus Mozart) 

Radu Lupu und Murray Perahia, Klavier | The English Chamber Orchestra (1988)

 
Mozart's concerto for two pianos was presumably written for him and his sister Maria Anna ("Nannerl") to perform.
 
"Mozart's musically gifted sister, Nannerl, figured prominently in several of his compositions. Some accounts insist she was at least as gifted a keyboard performer as her younger brother, and as early as 1764, when Wolfgang was eight and Nannerl was thirteen, they toured and performed together at either one or two keyboard instruments. Thus, several years later, the idea of a concerto for two pianos likely came naturally to Wolfgang. No specific circumstances of this work's creation have been unearthed, however. 
 
In 1779, the young composer had thrashed his way through the shoals and pitfalls of adolescence and endured his first heartbreak. After an extended tour of Europe, he reluctantly accepted the forgiveness and employ of the Archbishop of Salzburg and although the man was a Philistine when it came to music, Wolfgang set about trying to please him. With both the French and Italian styles still fresh in his mind, he set down two fine works in the double concerto format. The second of these was the Sinfonia Concertante for Violin and Viola in E flat, K.364 and the first was the present piece. While there is some evidence that fragments of the work were set down as early as 1775, the piece is generally considered to have been finally assembled and finished in early 1779. 
 
In three movements, and relatively long at 25 minutes, the work is challenging for both soloists. The parts are also equally assigned so that there is not a first solo and a second solo. Passages intermingle, and the piece in general is a tour de force for performers and listeners alike. 
 
The first movement, a ten-minute Allegro, opens with a lengthy orchestral introduction containing an ambitious theme. Both pianos finally enter together, and after briefly alternating introductory phrases, join together in the first theme. A second theme is more ominous, and sounds as if it could be the basis for early silent film dramatic accompaniment. The orchestra puts a stop to this with a repeat of the brusque opening; after a gentle recapitulation, the movement ends in a tripping double cadenza and coda. 
 
The second movement, an eight-minute Andante, begins as a stately Minuet in the orchestra. When the theme appears in the pianos, it is divided into two solo passages. The two soon seem to flow together, and passages alternate between soloists and orchestra, nicely leading and accompanying each other. The movement also offers one of the mature Mozart's first uses of surprise dissonance, as unexpected notes appear in exposed piano passages. The movement ends abruptly. The finale is a marvelous rondo. Although it is appropriately scored for the instruments and orchestra of his day, the size and power of it make one wonder what Mozart might have crafted with modern concert grand pianos at his disposal. 
 
The genius of the work lies in its seamlessness. Even the casual listener will discern that there are too many notes to be played by a single instrument, yet without visual reinforcement it is essentially impossible for the hearer to separate the solo parts. Mozart created here a large work for four perfectly coordinated hands and two full-size keyboards. It is significant in his output as standing among the first works of his maturity following his return to Salzburg and the death of his mother." (source: AllMusic) 
 

Sonntag, 3. Mai 2026

Passend zum 3. Monatstag

von LePenseur
 
 
... eine "Dritte", und zwar von Havergal Brian (1876 -1972), einem fast vergessenen britischen Komponisten an der Grenze von Spätromantik zur Moderne, dessen bereits in einem ausführlichen Artikel auf unserem Blog gedacht wurde. Unter den damals aus seinem symphonischen Gesamtwerk (32 Symphonien!) ausgewählten Beispielen befand sich nicht die monumentale Symphonie No. 3 in cis-moll für großes Orchester (inkl. 2 Klaviere) ... eh voilà, hier ist sie:
 
 
Es spielt das New Philharmonia Orchestra unter Stanley Pope, mit Ronald Stevenson und David Wilde als Pianisten. 
 
I - Andante moderato e sempre sostenuto e marcato: 0:00 
II - Lento sempre marcato e rubato: 19:32 
III - Allegro vivace: 33:03 
IV - Lento solenne: 41:18 
 
Unter dem Video befindet sich eine umfangreiche Analyse des wahrlich monumentalen Werks (ca. 54 Minuten Gesamtdauer), die unseren geneigten Lesern (soferne sie des Englischen mächtig sind) nicht vorenthalten sei:
 
Brian's Symphony No.3 was composed between April 12 of 1931 and May 28 of 1932. It seems that at first he had thought of the work as a concerto for two pianos, as expressed in a letter written to Granville Bantock. This would be confirmed by using the two pianos more extensively in the first movement. He was never able to hear this symphony, as it was premiered on January 12, 1974, after his death, during a recording for the BBC, performed by the New Philharmonia Orchestra conducted by Stanley Pope. The first public audition was held on May 17, 1987 at Birmingham Town Hall, performed by the Composers’ Platform West Midlands Symphony Orchestra conducted by Paul Venn. 
 
The first movement is the most complex and extensive. Written in a modified sonata form with a widely developed exposition. It begins with a solemn introduction that leads us to the first theme of romantic character. After a transition, dominated by the first piano, the orchestra repeats the first theme. Percussion leads us to the presentation of the second theme with a broad melody. It continues with an episode of a pointillist type with the intervention of the pianos and the glockenspiel. The development contains strong dissonances. The atmosphere becomes more placid with the intervention of the flute and the clarinet in octaves. The strings, in a more expressive way, lead to a crescendo. 
 
The exposition merges with the development. A rhythmic section, based on the introduction and dominated by pianos, xylophone and bass drum, begins the recapitulation. We hear again the first romantic theme, but as is Brian's custom, the themes are also redeveloped. The second theme is heard again. Cascades of notes on the piano prepare us for a peak of romantic force, which is being born on the strings and passes to the whole orchestra. A diminuendo takes us to a rhythmic section marked by bassoons, horns and cellos, stopped by the octaves of the piano. The motive is repeated four times, separated by heavy blows of the timpani. The coda grows in the form of a powerful march accompanied by blows of the percussion, which closes with tension the movement. 
 
The second movement begins with fragments of motifs. A solo from the flute presents a theme of pastoral calm, repeated by the violin. The winds present a contrast with a theme of alpine grandeur. These two contrasted elements form the heart of the movement: the placidness of the meadows in front of the pride of the mountain, motives that are alternating. The middle of the movement is occupied by a violin solo, faced with melodic fragments of the winds which gradually fades away. A blow of the timpani seems to awaken again the orchestra, which leads us towards one of the most magical moments of the work, with some resemblance to the music of Vaughan Williams. Continues towards a climax of Brucknerian force in which pianos reappear. A series of great chords leads us to a pastoral coda, in which we listen to the oboe in an expressive melody. The melody passes to the flute, accompanied by the strings that quietly ends the movement. 
 
The third movement is the scherzo of the symphony. It begins with a brilliant march accompanied by the percussion. A central section for flute and string quartet offers the proper contrast. Then the march continues. The trio is formed by a charming and delicate waltz of Viennese structure, almost taken out of an operetta. The melody is developed in a way that reminds Richard Strauss. The initial march reappears abruptly, harsh and dissonant in its variations. The brass is used with all its force in a powerful coda. 
 
The last movement is of an elegiac nature. According to a letter written to Bantock, he explained that while he was finishing the work, he learned from the Berliner Tageblatt newspaper that Friedrich Gundolf, a German professor at the University of Heidelberg, a friend of him, had died. For this reason it could be a kind of Requiem in his name. The clarinet presents a broad and sad theme, developed when the strings take it in a more comforting way. A complex polyphony takes over the theme, which leads to a climax. 
 
Again we hear the pianos, before the distant calls of the trumpet and the horns. A crescendo of the timpani leads us to the development, with the presentation of the second theme endowed with a calm character. The tension increases, with incursions of the pianos, while the two main themes are developed. The rhythm accelerates with fast entrances of wood and strings. A kind of recapitulation reminds us of the themes and leads us towards a climax. An epilogue of great strength and solemnity closes the work. 
 

Sonntag, 26. April 2026

Passend zur düsteren Weltlage

von LePenseur
 
 
... ein kurzer Hinweise darauf, daß heute vor 242 Jahren, am 26. April 1784 die Königin Marie Antoinette gewidmete tragédie lyrique Les Danaïdes von Antonio Salieri auf einen Text von François Bailly du Roullet und Louis Théodore Baron de Tschudi, nach einer italienischen Vorlage von Ranieri de’ Calzabigi, mit großem Erfolg in Paris uraufgeführt wurde. 
 
Hier eine konzertante Aufführung der Oper ... eine szenische, die aufgrund der umfangreichen "Effekte" heute für ein weitgehend vergessenes Werk eines aufgrund des zwar genial inszenierten, aber völlig ahistorischen und ehrabschneiderischen Films Amadeus verfemten Komponisten wohl kaum denkbar wäre, habe ich bei Youtube nicht gefunden ...
 
 

Freitag, 24. April 2026

Heute vor 225 Jahren

von LePenseur
 
 
... also am 24. April 1801 wurde im Palais Schwarzenberg in Wien das Oratorium Die Jahreszeiten von Joseph Haydn uraufgeführt: 
 
 
Wenngleich dieses Oratorium seit der Uraufführung bis heute nicht so erfolgreich war und deutlich weniger oft aufgeführt wurde und wird als das drei Jahre davor uraufgeführte Oratorium Die Schöpfung, so ist auch dieses Werk ein Beweis für die ungebrochene Schaffenskraft des Altmeisters der Wiener Klassik. 
 

Sonntag, 5. April 2026

Eine kleine, aber alte Gemeinde in Boston

von LePenseur
 
 
... nämlich King's Chapel, die älteste unitarische Gemeinde in den U.S.A., feierte Ostersonntag 2023 einen feierlichen Gottesdient: ein bemerkenswertes, geradezu einzigartiges Beispiel einer quasi "alt-ritualistischen Gemeinde" im insgesamt dezidiert "progressiven" Unitarismus, die (auch wenn man die rationalistischen, undogmatischen Lehren des Unitarismus nicht teilt) uns damit eine faszinierende Erfahrung vermitteln. 
 
Der Zeit des Covid-Wahns geschuldet sind die zwar wirkungslosen, dafür optisch störenden Gesichtsmasken, die von einigen immer noch getragen wurden. Davon abgesehen: daß eine kleine Gemeinschaft von ein paar hundert Mitgliedern so etwas in dieser beeindruckenden, stilvollen Qualität "auf die Beine stellen" kann, grenzt an ein Wunder:
 
 
Und offen gesagt: ich habe Ostergottesdienste in Kathedralen miterlebt, die mich weitaus weniger beeindruckt und angesprochen haben, als dieser hier ...
 
 
  F R O H E   O S T E R N !  
 
 
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P.S.: "altritualistisch" heißt natürlich nicht, daß dort in pontificalibus zelebriert und lateinisch gebetet wird, es ist ja letztlich eine – aber eben unitarische! – anglikanisch-protestantische Kirchengemeinde. Aber sie verwendet das Book of Common Prayer fast in der Originalversion (faktisch sind nur die trinitarischen Doxologien etc. ausgetauscht worden). Aber es erfreut mein Herz, wenn Lesungen nicht von irgendeinem "Grünzeug" in Schlabberpulli und Jeans im Slang dahergekaut werden, sondern von korrekt mit Anzug und Krawatte bzw. Kirchgangs-Kostüm gekleideten, soligniert und präzise vortragenden Herren und Damen erklingen. Und die Psalmodie und die Hymnen – für einen Kirchenchor einer Kleingemeinde: Hut ab, sehr beachtlich!
 

Samstag, 4. April 2026

Karsamstagsbräuche 1965

Gastbeitrag 
von Damaszenerklinge
 
 
  

Erst 61 Jahre ist es her — und wirkt für uns heute doch fast wie vor einer Ewigkeit ...

 

Sonntag, 29. März 2026

Passend zum vorhergehenden Artikel

von LePenseur
 
 
... hier nun die "Homerische Symphonie" (1948) des großen, doch heute leider fast in Vergessenheit geratenen österreichischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, Theodor Berger (1905-1992):
 
 
Bei der Nymphe Kalypso - Meeresfahrt, Sturm, Schiffbruch - Bei den Phäaken - Die Begegnung mit Nausikaa am Strand - Im Palast des Alkinoos - Im Hades - Im Palast des Odysseus - Auftreten Penelopes beim Gelage der Freier - Die Tötung der Freier - Odysseus und Penelope
 
Es spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik.
 

Der Nachdichter

von LePenseur
 
 
Heute vor zweihundert Jahren, am 29. März 1826, starb zu Heidelberg der gefeierte Übersetzer der Epen Homers:
 
Johann Heinrich Voß
 
Wikipedia charakterisiert seine epochemachende Übersetzung dieses griechischen Epikers folgendermaßen:

Voß war ein Mann von bemerkenswerter geistiger Unabhängigkeit und kraftvoller Sprache. In erster Linie sind es die Übersetzungen der großen Epen Homers, denen er seinen Platz in der deutschen Literatur verdankt. Seine Übersetzungen zeigen nicht nur profunde Gelehrsamkeit und Kenntnis der antiken Sprachen und Verskunst, sondern auch vollendete Beherrschung der deutschen Sprache.

Die berühmtesten seiner Übersetzungen sind die der homerischen Epen Ilias und Odyssee. Am bekanntesten wurde seine Übersetzung der Odyssee, die 1781 auf Kosten des Verfassers erschien und deren einprägsame, bildhafte Sprache Generationen deutscher Leser mit Homer vertraut machte. 1793 erschien der ganze Homer, die Ilias und die Odyssee in überarbeiteter Form. 

Und in der Tat: wem klänge nicht, wenn von der Odyssee die Rede ist, der kraftvolle Beginn der Voß'schen Übersetzung im Ohr ...

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
Welcher so weit geirrt nach der heiligen Troja Zerstörung,
Vieler Menschen Städte gesehn und Sitte gelernt hat
Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.
Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte;
Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft.
Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.

Alle die andern, soviel dem verderbenden Schicksal entflohen,
Waren jetzo daheim, dem Krieg entflohn und dem Meere:
Ihn allein, der so herzlich zur Heimat und Gattin sich sehnte,
Hielt die unsterbliche Nymphe, die hehre Göttin Kalypso,
In der gewölbeten Grotte und wünschte sich ihn zum Gemahle.
Selbst da das Jahr nun kam im kreisenden Laufe der Zeiten,
Da ihm die Götter bestimmt, gen Ithaka wiederzukehren,
Hatte der Held noch nicht vollendet die müdende Laufbahn,
Auch bei den Seinigen nicht. Es jammerte seiner die Götter;
Nur Poseidon zürnte dem göttergleichen Odysseus
Unablässig, bevor er sein Vaterland wieder erreichte. 

Seine eigenen Dichtungen blieben dieser großartigen Übersetzertätigkeit gegenüber zweitrangig, wenngleich auch sie manche Schönheiten enthalten. Daß Voß u.a. auch die Dramen Shakespeares übersetzte (teils mit Unterstützung zweier seiner Söhne, wie er Philologen von Beruf), ist sicherlich den wenigsten bekannt, denn hier war es die Schlegel-Tieck'sche Übersetzung, die sich durchsetzte. Auch die Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht wurden von Voß erstmals ins Deutsche übersetzt ... ... aber wer weiß das schon?

Doch über seinen gesamten Homer hätte er das stolze Horaz-Zitat setzen können: Exegi monumentum aere perennius  — denn dieser Homer wird, solange Deutsch gesprochen wird, in unserer Sprache nicht untergehen!
 

Sonntag, 15. Februar 2026

Tschaikowsky zählt zwar nicht zu den Lieblingskomponisten

von LePenseur 
 
 
Dennoch: ein engagiertes Studentenorchester der Boulder Symphony & Music Academy bringt eine (von der Aufnahmetechnik leider etwas dumpfe) nicht bloß "bemühte", sondern durchaus solide Interpretation von dessen Symphonie No. 5 in e-moll, op. 64, unter der Stabführung von Devin Patrick Hughes:
 
 
Perfekt? Sicherlich nicht ganz ... aber mit merklicher Hingabe aller Instrumentalisten gespielt und so (trotz der nicht optimalen Tontechnik) eine zu Herzen gehende Aufführung, die ihren Applaus redlich verdient hat. Wer die (ebenso recht witzigen wie instruktiven!) Worte zur Einleitung überspringen will: einfach hier bei Minute 8:00 einsteigen. 
 

Sonntag, 25. Januar 2026

Wolfgang Amadeus Mozarts konzertanter Abschiedsgruß

von LePenseur
 
 
... ist sein letztes, das 25. Klavierkonzert in C-dur, KV 503, hier interpretiert von Walter Gieseking, einem der "Jahrhundert-Pianisten" Deutschlands, und dem Philharmonia Orchestra unter Hans Rosbaud, einem der ebenso ganz großen, aber weit unter seinem Wert geschätzten Dirigenten des 20. Jahrhunderts:
 
 

Samstag, 27. Dezember 2025

Rauchzeichen aus dem Urlaub

von LePenseur
 
 
Musikalisches Rauchzeichen aus dem Urlaub — am 27. Dezember die 27. Symphonie von Nikolai Mjaskowski:
 





Donnerstag, 25. Dezember 2025

Carl Heinrich Graun: Auf, frohe Christen!

 
 
 
00:00 Auf, frohe Christen (Chor)  
05:46 Mit was für Pracht bricht aus dem Stalle (Rezitativ Bass)  
06:35 Mit demutsvollen Lippen (Arie Sopran)  
13:34 Mein Jesus ist dem Sünder Orden (Rezitativ Sopran)  
14:14 Mit freudigen Zungen (Arie Sopran)  
20:40 Lobt Gott den Herrn der Erden (Chor) 
 
Marie Luise Werneburg, Sopran 
Jonathan de la Paz Zaens, Bass 
MarienVokalconsort 
Aris & Aulis Barockorchester 
Leitung: Marie-Louise Schneider 
 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Vor einigen Tagen

von LePenseur
 
 
... verlinkte die geschätzte Bloggerin Anni Freiburgbärin von Huflattich eine nur selten gehörte, von mir jedoch sehr geschätzte Symphonie von Peter Iljitsch Tschaikowsky, nämlich seine No. 1, op. 13, die den derzeit so passenden Namen trägt:
 
Winterträume
 
 
Eine wunderbare Aufnahme, in der heute vor 13 Jahren vom hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter Maestro Paavo Järvi in der "Alten Oper Frankfurt" (die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang eine Ruine blieb und nun seit 1981 in Wahrheit ein Konzertsaal ist, nur so nebenbei bemerkt ...) dieses frühe Werk des russischen Großmeisters (das ich, offen gestanden, seinen "berühmten" Symphonien, also den No. 4 bis No. 6, vorziehe)  einfühlsam gestaltet wurde.
    

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Hannah Arendt

von LePenseur
 
 

Heute vor fünfzig Jahren ist Hannah Arendt gestorben.