In der Nacht hatte es ja noch nicht so ausgesehen, da war sogar der unverwüstliche Nigel Farage drauf und dran, die Sache bereits als verloren anzusehen. Und doch hatte sich die EUrokraten-Partie etwas zu früh gefreut:
Brexit: Das Groß ist zurück in Großbritannien

Allein zu Haus: Als nächstes kommt der Trotz - und die EU wird den Briten keine Träne nachweinen.
Aus, aus, das Spiel ist aus! Und gegen alle Gebete der demokratischen Medien,
gegen das Schweigen von Kanzlerin und EU-Chefetage haben sich die
Briten für eine neue Unabhängigkeit entschieden - und gegen ein Weiterso
im Kreis der Völkerfamilie.
Es ist die ebenso unwahrscheinliche wie wahrscheinlich die beste
Nachricht seit dem Mauerfall am 9. November 1989. Demokratie ist doch
wieder machbar, sie lebt, sie kann sich durchsetzen. Nicht die
Hinterzimmer haben gewonnen, nicht das Wunschdenken, nicht die
Angstmache, nicht die neoliberalen Rechenkünstler, die den Pfundkurs
gegen die Freiheit aufrechnen wollen und die Investitionsbereitschaft
von Firmen gegen die Selbstbestimmung. Die kalte Überzeugungsarbeit des EU-Lagers
hat verloren gegen das Gefühl der Mehrzahl der Briten, dass ein Ende
mit Schrecken besser ist als eine EU-Mitgliedschaft ohne Ende.
Obwohl alle ideologischen Tricks vollführt und alle Angstkarten
ausgespielt wurden, hat eine schweigende Mehrheit sich gegen den guten
Rat aus Brüssel, gegen den Wunsch aus Berlin, gegen die Gebete der
Industrie und für den eigenen, ungewissen Weg ins Freie entschieden.
They just put the "great" back in Britain.
Es wird interessant. Wilders hat schon einen "Nexit" in den Raum gestellt, viele Dänen überlegen einen ähnlichen Schritt ... den EUrokraten und ihrem korruptiven Filz in Brüssel und seinen Satrapien geht jetzt, wie man so sagt, der Arsch auf Grundeis.
Wirtschaftlich kann, nachdem die "Eliten" in der Londoner City vermutlich eingesehen hatten, daß sie ein totes Pferd reiten, nachdem nicht einmal die medienwirksame Ermordung einer EUphorischen Hinterbänklerin die Stimmung im Volk nachhaltig zu drehen vermochte, dieser "überraschende" Brexit natürlich auch ein bisserl anders motiviert erscheinen:
Der Gedanke kam mir gestern Mittag bei der Telebörse als man bei n-tv fest davon überzeugt war, es käme nicht zum Brexit.
Das war alles so klar inklusive der Kurse, daß ich schon wieder ein komisches Gefühl bekam.
Es wäre ja nicht das erste Mal, nicht wahr?
Kaum schmettert der englische Angriff Napoleon nieder, so jagt ein damals fast Namenloser auf einer Extrakalesche die Straße nach Brüssel und von Brüssel an das Meer, wo ein Schiff wartet. Er segelt hinüber nach London, um dort vor den Stafetten der Regierung einzutreffen, und es gelingt ihm, dank der noch unbekannten Nachricht, die Börse zu sprengen: es ist Rothschild, der mit diesem genialen Zug ein anderes Kaiserreich begründet, eine neue Dynastie.
aus Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit (Quelle)
Die Frage ist nun, wie hat man das mit den Wettbüros hinbekommen?
Hat man 250 Millionen in die Wetten investiert, um danach sichere Milliarden abzugreifen?
Gelohnt hätte es sich allemal.
Der Nikkei-Absturz, der Euro-Verlust, die Goldaufwertung und DAX und DOW kommen erst noch.
Eines muß man den alten Gaunern bescheinigen - sie wissen wie man die Schafherde vor sich her treibt
... meint "Nereus" im "Gelben Forum". Was natürlich (wie fast alles, was sich im Nachhinein dann als richtig erweist) fatal nach "Verschwörungstheorie" klingt.
Politisch haben die EUrokraten jedenfalls einen Schuß vor den Bug erhalten. Ob sie die Botschaft auch verstanden haben, das bezweifelt nicht nur Frank Meyer auf n-tv heute früh in den Börseberichten, sondern jeder, der die gehirnrsklerotischen Politruks im Brüsseler Paralleluniversum kennt. Vielleicht verstehen sie aber ein bekanntes Zitat von Lincoln:
You can fool all the people some of the time,
and some of the people all the time,
but you cannot fool all the people all the time.
Und dieser Punkt scheint nunmehr erreicht. Nun, vielleicht trifft die größenwahnsinnigen Säufer aus Luxemburg und Würselen vor Schreck einfach der Schlag. Und ein paar (aber was: viele!) Arschlöcher in Brüssel und seinen Satrapien noch dazu! Es wäre nicht viel, aber immerhin ein Zeichen der Hoffnung für eine bessere Zukunft ...