Samstag, 18. April 2015

Päpstlicher?


Merkel päpstlicher als Obama: Kritik an Russland wegen Iran-Raketen 
... titelten die »DeutschenWirtschaftsNachrichten«. Nichts gegen den Artikel — der paßte ja schon ganz gut. Nur lautet die Redewendung bekanntlich »päpstlicher als der Papst«, und daß Obama ein Papst wäre (wo er doch höchstens ein Möchtegern-Messias ist, der vom Zeitgeist angewehte Bergpredigten vom Telepromter abliest), ist eigentlich nicht sprichwörtlich. Die Schlagzeile hätte vielmehr lauten müssen:

Merkel obärmlicher als Obama
Das wäre nicht nur ein süffisantes Wortspiel gewesen — es hätte vor allem auf diese dröge Transuse geradezu maßgeschneidert gepaßt! Aber das hat sich die Redaktion dann halt doch nicht zu schreiben getraut ...



Freitag, 17. April 2015

»Der Islam muß seine Zweideutigkeit verlassen«

LePenseur zählt, der Leser dieses Blogs hat das sicherlich längst erkannt, nicht unbedingt zu den Fans unseres aktuelle Pontifex Maximus a.k.a. Papa Buonasera. Aber immerhin scheint er — im Gegensatz zu manchen rezenten Vorgängern (den unmittelbaren freilich ausgenommen) — begriffen zu haben, daß die Redensarten eines friedlichen Zusammenwirkens der »drei abrahamitischen Religionen« die Luft nicht wert sind, die es zu ihrem Aussprechen braucht: es ist nichts anderes als eine gutmenschliche Fata Morgana christlicher Kleriker aus dem Abendland, über die sich Rabbi und Mufti die Seiten halten vor Lachen ...

So ist es immerhin ein erfreuliches Zeichen, daß Papa Buonasera als lateinamerikanischer Macho mehr Eier in den Hosen hat als der duckmäuserische Standardklerus europäischer Provenienz (hoffentlich zumindest)!

Papst kritisiert nicht nur den Dschihad

Franziskus fordert vom Islam »seine Zweideutigkeit« gegenüber dem Islamismus zu verlassen

16.04.15
Der Vatikan verschärfte angesichts des islamistischen Terrors gegenüber Christen in Kenia in der Karwoche den Ton gegenüber dem „komplizenhaften Schweigen“ zu einer weltweit zunehmenden „Dschihad-Wut“.
Papst Franziskus und der Vatikan haben Ostern Kritik geübt am „komplizenhaften Schweigen“ und an der „Gleichgültigkeit“ gegenüber der „Dschihad-Furie“, der immer mehr Christen, in der Osterwoche vor allem in Kenia, zum Opfer gefallen sind. „Heute sehen wir unsere verfolgten Brüder für ihren Glauben an Gott, und auch wegen unseres oft komplizenhaften Schweigens“, verfolgt, gekreuzigt, enthauptet, klagte der Heilige Vater nicht ohne Selbstkritik während des Karfreitagskreuzwegs im Kolosseum in Rom.
Wenn jetzt der Papst noch ausspricht (d.h. sich auszusprechen getraut!), daß das beliebte Herstellen eines angeblichen Gegensatzes zwischen »Islam« und einem (vorgeblich existierenden) »Islamismus«, der selbstmurmelnd gaaaanz was anderes als ersterer sei, bloß ein vernebelndes Geschwurbel ist, weil nämlich der sogenannte »Islamismus« nichts weiter ist als ein Islam, der seine Lehren ernstnimmt, dann hätte er unter Beweis gestellt, daß er vollends aus den Illusionen aufgewacht ist.


»Eine schlüssige Antwort auf die Frage, warum er nicht früher ...

...  dieses nicht ganz unwichtige Detail aus seinem Leben offenbarte, lieferte er nicht. Ganz klar: Wer hätte schon die Bücher eines Waffen-SS-Mannes gekauft? Und wer hätte einen solchen Autor ernst genommen, der einer Nation ins Gewissen reden will? Seine Empörung über den gemeinsamen Besuch Helmut Kohls mit Ronald Reagan auf dem Soldatenfriedhof Bitburg 1985, auf dem auch Soldaten der Waffen-SS begraben liegen, wäre so zu einer Lachnummer geraten.«
  
Ein kurzer, aber trefflicher Nachruf auf Günter Grass in der »Preußischen Allgemeinen Zeitung« unter dem ebenso gelungenen Titel: »Alles nur Pose« — dringende Leseempfehlung!

Donnerstag, 16. April 2015

Warum nur Confetti?



KATZENDRECK!
DIESE INTRIGANTE
A-R-S-C-H-G-E-I-G-E
VERDIENT NICHTS
BESSERES!

Zum jüngsten Kaudergeschwätz (um nicht »Kauderwelsch« zu sagen — was können die Welschen dafür, was dieser Kauder schwätzt!)

... meint der scharfzüngige Poster »nereus« im »Gelben Forum«:
Deutschland soll nach Aussage von Unionsfraktions-Chef Volker Kauder (CDU) weitere Flüchtlinge aufnehmen. "In Kurdistan leben fünf Millionen Einwohner mit einer Millionen Flüchtlinge zusammen. Wir können in Deutschland noch deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen", sagte Kauder der "Bild"-Zeitung. "Diese Menschlichkeit müssen und können wir uns leisten."
(Quelle)
Nun, hinsichtlich Menschlichkeit kann man nicht einmal viel dagegen sagen.
Aber zum geistigen Kurzschluß unserer Politiker-Mafia kann man sehr viel sagen und fragen.
1. Sind 5 Millionen Flüchtlinge etwa der Normalfall?
2. Vor wem flüchten die Flüchtlinge?
3. Haben NATO und USrael irgendwelche Interessen in den Kriegsgebieten, woher die Flüchtlinge stammen?
4. Liefern NATO und USrael ggf. Waffen in diese Kriegsgebiete, um eigene Interessen durchzusetzen?
5. Warum hinterlassen die „Friedenseinsätze“ der Amis und NATO JEDESMAL eine Trümmerwüste und sorgen für den Zerfall von Staaten und Infrastruktur?
6. Sorgt nicht die hiesige Politik – egal ob aktiv oder billigend – überhaupt für die menschlichen Katastrophen, die große Ströme von Flüchtlingen verursachen?
7. Werden also diese Flüchtlingsströme sogar absichtlich in Gang gesetzt?
8. Sorgt Herr Kauder mit solchen Sprüchen wie: “die Flamme des Sieges zum Leuchten zu bringen” beim Besuch von Vitali Klitschko nicht selbst für Flüchtlingsströme, die sich aber in diesem Fall nach Russland ergießen?
Mich kotzt dieses verlogene Politiker-Pack nur noch an!

Erst helfen sie beim Feuerlegen und dann spielen sich als Brandbekämpfer auf!

Mittwoch, 15. April 2015

Wiens sprichwörtlich durstiger Rathausmann

... sag an, wer ist's: der Häupl, natürlich! ... hat sich mit einem lockeren Spruch über die Lehrer-Dienstzeiten ein wenig in die Nesseln gesetzt:

"Wenn ich ...": Variieren Sie den Häupl-Sager


Bild: (c) APA 
"Wenn ich so viel Milch trinken würde wie Herr Häupl, dann wäre ich auch schon Dienstagmittag fertig", sagt Eckehard Quin. Haben auch Sie eine Replik?
 (DiePresse.com)
"Wenn ich 22 Stunden die Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig und kann heimgehen." Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat mit dieser Aussage zur Lehrerarbeitszeit bei der 70 Jahre SPÖ-Feier die Pädagogen enorm vor den Kopf gestoßen. (Hier weiterlesen)

»Die Presse« (die offenbar die Hoffnung auf Inserate aus dem roten Rathaus längst begraben hat) ermuntere daraufhin ihre Leser, Häupl-Nachahmungstäter zu werden. Mit Erfolg, wie man schon in den ersten Stunden sah:
Der Architekt
15.04.2015 16:52
Wenn ich ständig mit den roten, gewerkschaftlichen Kanaillen zu tun hätte, ... ....würde ich auch schon bis Dienstag zu Mittag 22 Viertel brauchen...

Polis Tyrol
15.04.2015 16:34
Wenn ich so viele gscheide Sachen sagen müsst wie der Häupl, könnt ich auch ab Montagvormittag vollaufen lassen.

WolfgangOrgler
15.04.2015 16:27
Wenn ich 22 Stunden die Woche gearbeitet habe, bin ich Dienstagmittag mit einem Vierterl fertig und werd' vielleicht eingehen

FortKnocks
15.04.2015 16:18
Wenn ich 22 übergewichtige präpotente Dauerilluminierte aufzählen müsste, dann wüsste ich mindestens einen.

unficyp
15.04.2015 16:18
Wenn ich 22 Viertln beim Heurigen tschecher, bin ich am Dienstag immer noch nicht besoffen.

Mittelständler
15.04.2015 15:36
wenn ich bei einem Vollzeitgehalt nur 22 Stunden pro Woche arbeiten müsste und 4 Monate Urlaub hätte, dann hätt ich einen Stundenlohn wie ein Minister.

forelle
15.04.2015 13:34
Wenn ich als Lehrer meine Arbeit in 22 Stunden pro Woche schaffen würde, wäre ich Chuck Norris.

JonasRain
15.04.2015 13:25
Wenn ich so viel Wasser trinken würde, wie Michael Häupl Wein, wäre ich ein Fisch.

Helmut71
15.04.2015 13:19
Wenn ich 22 Spritzer in zwei Tagen trinke wäre ich Dienstag Mittag auch ganz schön fertig. 
Hat was!

Na, gute Nacht, Papa Buonasera ...

Das hätte er sich wohl nicht gedacht, daß die Türken so in Saft gehen würden wegen einer Predigt im Petersdom. Es ist ja geradezu peinlich, was da aus Anatolien so herüberschallt:
Nach der Rückberufung des türkischen Botschafters im Vatikan nach Ankara stellte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu weitere Schritte in Aussicht.

Die Maßnahmen gegen den Vatikan würden nach entsprechenden Beratungen öffentlich gemacht, sagte Cavusoglu bei einem Besuch in der Mongolei, berichtete die Zeitung "Hürriyet Daily News". Die Bemerkungen des Papstes "seien null und nichtig für das türkische Volk". Der Ausdruck "Völkermord" sei ein "rechtlicher Begriff", der in diesem Fall nicht gedeckt und daher "nichts als Verleumdung" sei.
Und wenn der Chef der türkischen »Religionsbehörde« meint, es sei »erschütternd, dass politische Lobbys und PR-Firmen ihre Aktivitäten auf religiöse Institutionen ausgedehnt« hätten — dann darf im Gegenzug wohl gefragt werden, ob es nicht viel erschütternder ist, daß islamische Lobbies*) unter ihrem Führer, dem GröTAZ Rotzig Arroğan, ihre Aktivitäten auf staatliche Institutionen ausdehnen. Und wenn dieser famose Staats-Muselmane dann noch dahinfaselt:
Wenn die Gesellschaften anfingen, sich über vergangene Leiden gegenseitig Fragen zu stellen, "dann wird der Vatikan mehr leiden als sonst jemand"
... dann fragt man sich spontan: was raucht der? Oder hat er die jahrhundertelangen brutalen Eroberungszüge der Osmanen, mit denen sie die christlichen Griechen und die Balkanvölker bis fast vor die Tore Wiens unterwarfen, für ihre Janitscharenhorden systematisch auf Kindesraub gingen, und jeden Nicht-Moslem zum weitgehend rechtlosen Halb-Sklaven degradierten, bereits vergessen? Oder findet er das alles in muselmanisch-nationalistischer Präpotenz ohnehin völlig gerechtfertigt?

Unsere links-grünen Arschgeigen schweigen natürlich betreten. Machen sie sich doch Hoffnung darauf, mit den Stimmen eingebürgerter Türken möglichst bald an die Macht zu kommen. In ihrer Vertrotteltheit überzuckern sie nicht, daß sie, diese degenerierte Multi-Kulti-Gender-Truppe, von den Zuwanderern einen Tritt in den Arsch bekommen werden, sobald sich eine entsprechend zahlenstarke Musel-Gruppe im Land befindet — und es dann vermutlich keinen Papst mehr geben wird (oder wenigstens nicht mehr in Rom), der auf den kommenden (und schon gegenwärtigen) Völkermord im Namens Allahs hinweisen wird. Aber so weit denken diese Idioten nicht. Wer selbst für die einfachsten Gesetze der Ökonomie zu doof und indolent ist, und glaubt, daß Wohlstand durch Schuldenmachen und Enteignung erzielt werden kann, der tut sich vermutlich ebenso schwer, die klar erkennbaren Lehren aus der Geschichte zu ziehen ...
 
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*) so schreibt sich das nämlich richtig — außer nach der neuen Linksschreibung, die sich ja auch nicht entblödet »Spagetti« oder »Majonäse« zu schreiben ...

Dienstag, 14. April 2015

»Sic semper tyrannis«

US-Präsident Abraham Lincoln ist guter Laune, als er am 14. April 1865 mit seiner Frau Mary das Ford's Theatre betritt. Vor wenigen Tagen ist der US-Bürgerkrieg (zur interaktiven Zeitleiste) für die Nordstaaten siegreich zu Ende gegangen. Auf seine persönliche Sicherheit achtet der von vielen Südstaatlern gehasste Präsident der Union wenig. Er ist der Meinung, dass jeder, der ihn töten will, ohnehin nicht daran gehindert werden könne. Ein Leibwächter begleitet ihn zwar ins Gebäude, in seiner Loge ist er aber ungeschützt. Im Theater läuft die Komödie "Our American Cousin". Lincoln und seine Frau amüsieren sich, halten Hände.

Dann spricht der zu diesem Zeitpunkt allein auf der Bühne stehende Schauspieler Harry Hawk um 22:15 Uhr folgende Worte: "Don’t know the manners of good society, eh? Well I guess I know enough to turn you inside out, old gal — you sockdologizing old man-trap!" Es sind die letzten Worte, die Lincoln hört.

Dann fällt ein Schuss, kurz darauf springt ein Mann aus der Präsidenten-Loge auf die Bühne. Viele im Publikum erkennen den Mann, der schon oft in dem Theater gespielt hat: Es ist der Schauspieler John Wilkes Booth. Er schreit die Worte "sic semper tyrannis" ("So immer den Tyrannen"), ehe er hinkend flüchtet. Die Verwirrung ist groß: Gehört die Szene zum Stück?
So wird uns die Geschichte erzählt. Ein Schauspieler als Mörder? Ach, macht mal halblang (wie die Nordlichter sagen) ... wer soll denn glauben, daß da bloß ein paar Dilettanten auf Umsturz mimten?! Die Frage nach den Hintermännern wurde sicherheitshalber gar nicht gestellt, und der Attentäter von einer Polizeikugel getroffen (die ohne Prozeß kurzen Prozeß machte); ein paar Strolche und (aller Wahrscheinlichkeit nach) Unschuldige werden gehängt — und alles ist in (geklärter) Butter? Es erinnert fatal an heutige Vorgehensweisen heutiger Regierungen zur Rechtfertigung der totalen Aushebelung der Grundrechte ... da gibt's dann auch immer irgendwelche obskure »Attentate«, »Flugzeugabstürze« etc. ...

Besser gefällt mir da der sarkastische Spruch, der seitdem bei Gelegenheit gern zitiert wird: »So, other than that, how did you enjoy the play, Mrs. Lincoln?«

Abraham Lincoln war jener Präsident, unter dem die Grundsteine für die Omnipotenz der Bundesstellen gelegt wurden, unter dem der Alternativentwurf eines wirklich föderalen Nordamerika endgültig Makulatur wurde. Unter dem ein Bund freiheitsliebender früherer Kolonien zu einem künftigen Imperium umgeschmiedet werden sollte. Und Lincoln's Skript war (und ist seitdem) bei weitem nicht so harmlos unterhaltend, wie das, dessen Ende er leider nicht mehr mitbekam (über das unter- und abgebrochene Stück informiert dieser recht unterhaltsam geschriebene Artikel). Die Schlußszenen des Lincoln-Skripts sind wir gerade im Begriffe, mitzuerleben — und sie sind nicht so geartet, daß man uns danach fragen wird, ob sie uns gefallen haben.

Auch das Leben von Tyrannen endet. Und von Tyranneien — sogar von denen, die ihren Charakter als Tyrannis geschickt zu verbergen wissen. »Sic semper tyrannis«: John Wilkes Booth wußte, warum er diese Worte wählte ...

Und schon wieder ein »Jugendlicher«

... nicht näher definierter Herkunft und/oder Konfession, der in Hamburg einen Mitschüler ersticht. Wir sind natürlich ganz sicher, daß dieser messerstechende Schüler Thorsten M. heißt (oder so halt). Wenn es hingegen ein Achmed, Murad oder Egwuatu gewesen sein solte, wäre das ein reiner Einzelfall. Ganz sicher.

Sie machen in jede Hose, die man ihnen hinhält!

The Finnish parliament has cancelled a discussion event where the Swedish artist Lars Vilks, known for his depictions of the prophet Mohammed. The Secretary General of the Finnish parliament said that the cancellation was made on Security Intelligence Police advice.

A planned discussion event due to be held on parliamentary premises, and organised by Finns Party MP Mika Raatikainen, has been cancelled on the advice of the Security Intelligence Police (Supo). Swedish artist Lars Vilks, who is mainly known for drawing the prophet Mohammed, was due to attend the event to discuss freedom of speech issues.

According to a press release from parliament, the decision was made due to a threat assessment from Supo and because the event was not directly related to parliament’s work… (Quelle)
Statt umgehend dafür zu sorgen, daß bspw. flächendeckend dieses entlarvende Poster im Großformat an allen Litfaßsäulen und Plakatwänden affichiert wird:


... scheißen sie in die Hose und unterwerfen sich dem Diktat einiger fanatischer Wirrköpfe, die glauben, daß ihnen die Wahrheit über ihren »Propheten« nicht zumutbar wäre ...

Montag, 13. April 2015

Hundert notwendige Gedichte XXV — Nietzsche

Vor etwas mehr als zwei Wochen kündigte ich ein weiteres »notwendiges Gedicht«, und zwar wieder über die Lebensmitte an. Eh voilà — hier ist's:
Aus hohen Bergen
Nachgesang *) 

O Lebens Mittag! Feierliche Zeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten; –
Der Freunde harr ich, Tag und Nacht bereit,
Wo bleibt ihr, Freunde? Kommt! 's ist Zeit! 's ist Zeit!

Wars nicht für euch, daß sich des Gletschers Grau
    Heut schmückt mit Rosen?
Euch sucht der Bach, sehnsüchtig drängen, stoßen
Sich Wind und Wolke höher heut ins Blau,
Nach euch zu spähn aus fernster Vogel-Schau.

Im Höchsten ward für euch mein Tisch gedeckt –
     Wer wohnt den Sternen
So nahe, wer des Abgrunds grausten Fernen?
Mein Reich – welch Reich hat weiter sich gereckt?
Und meinen Honig – wer hat ihn geschmeckt?...

Da seid ihr, Freunde! – Weh, doch ich bins nicht,
     Zu dem ihr wolltet?
Ihr zögert, staunt – ach, daß ihr lieber grolltet!
Ich – bin's nicht mehr? Vertauscht Hand, Schritt, Gesicht?
Und was ich bin, euch Freunden – bin ich's nicht?

Ein andrer ward ich? Und mir selber fremd?
     Mir selbst entsprungen?
Ein Ringer, der zu oft sich selbst bezwungen?
Zu oft sich gegen eigne Kraft gestemmt,
Durch eignen Sieg verwundet und gehemmt?

Ich suchte, wo der Wind am schärfsten weht?
     Ich lernte wohnen,
Wo niemand wohnt, in öden Eisbär-Zonen,
Verlernte Mensch und Gott, Fluch und Gebet?
Ward zum Gespenst, das über Gletscher geht?

Ihr alten Freunde! Seht! Nun blickt ihr bleich,
     Voll Lieb und Grausen!
Nein, geht! Zürnt nicht! Hier – könntet ihr nicht hausen:
Hier zwischen fernstem Eis- und Felsenreich –
Hier muß man Jäger sein und gemsengleich.

Ein schlimmer Jäger ward ich! – seht, wie steil
     Gespannt mein Bogen!
Der Stärkste wars, der solchen Zug gezogen —:
Doch wehe nun! Gefährlich ist der Pfeil,
Wie kein Pfeil, – fort von hier! Zu eurem Heil!...

Ihr wendet euch? – O Herz, du trugst genung,
     Stark blieb dein Hoffen:
Halt neuen Freunden deine Türen offen!
Die alten laß! Laß die Erinnerung!
Warst einst du jung, jetzt – bist du besser jung!

Was je uns knüpfte, einer Hoffnung Band –
     Wer liest die Zeichen,
Die Liebe einst hineinschrieb, noch, die bleichen?
Dem Pergament vergleich ichs, das die Hand
Zu fassen scheut – ihm gleich verbräunt, verbrannt.

Nicht Freunde mehr, das sind – wie nenn ich's doch? –
     Nur Freunds-Gespenster!
Das klopft mir wohl noch nachts an Herz und Fenster,
Das sieht mich an und spricht: »wir waren's doch?«
– O welkes Wort, das einst wie Rosen roch!

O Jugend-Sehnen, das sich mißverstand!
     Die ich ersehnte,
Die ich mir selbst verwandt-verwandelt wähnte,
Daß alt sie wurden, hat sie weggebannt:
Nur wer sich wandelt, bleibt mit mir verwandt.

O Lebens Mittag! Zweite Jugendzeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten!
Der Freunde harr ich, Tag und Nacht bereit,
Der neuen Freunde! Kommt! 's ist Zeit! 's ist Zeit!

Dies Lied ist aus – der Sehnsucht süßer Schrei
     Erstarb im Munde:
Ein Zaubrer tats, der Freund zur rechten Stunde,
Der Mittags-Freund – nein! fragt nicht, wer es sei –
Um Mittag wars, da wurde Eins zu Zwei...

Nun feiern wir, vereinten Siegs gewiß,
     Das Fest der Feste:
Freund Zarathustra kam, der Gast der Gäste!
Nun lacht die Welt, der grause Vorhang riß,
Die Hochzeit kam für Licht und Finsternis...

Wie alle Gedichte dieses — für den Außenstehenden wohl oft, allzu oft, hélàs, wenig besagenden — Zyklus', ist auch dieses Gedicht aus meiner Biographie nicht fortzudenken. Ich zitierte es erstmals im Rahmen des Deutsch-Unterrrichts, in dem unser Professor auf den gloriosen Gedanken verfiel, seine designierten Matura-Kandidaten kurze Vorträge halten zu lassen. Meiner beschäftigte sich mit der Dichtung des Fin-de-Siècle, des Symbolismus' und des Früh-Expressionismus', und begann (wenig verwunderlich für einen Nietzscheaner, der ich damals war!) mit genau diesem Gedicht. Ich hatte zwar noch nicht einmal die Hälfte des Lebens, gemessen am eher kurzen Leben Nietzsches, erreicht, geschweige denn eine statistische Lebenshälfte (die man bei Burschen meines damaligen Alters in die Enddreißiger datierte) — und doch konnte ich mich in dieses Gedicht einfühlen, es mir ganz zu eigen machen, und ich erinnere mich, daß eine jähe Bewegung durch unsere Klasse ging, als ich mit unbeabsichtigt brechender Stimme
Dies Lied ist aus – der Sehnsucht süßer Schrei
     Erstarb im Munde
... rezitierte (von einem Gedicht bewegt
zu sein, war für die Schüler einer reinen Knabenklasse, wie es sie damals — noch — gab, fürwahr keine Selbstverständlichkeit!). Ach, Nietzsches Lied war nur zu bald nach diesem Gedicht aus, und der letzte Schrei — wohl nicht von Sehnsucht süß, sondern von Erkenntnis bitter — erstarb in seinem Mund, als er einen brutalen Kutscher hindern wollte, einen alten Droschkengaul, der nicht mehr weiter konnte, zu prügeln. Danach war er in anstaltlicher, später häuslicher Pflege im Dämmer seines Wahns, den man wohl schon in den Augen der obigen, übrigens genial getroffenen Porträtzeichnung aus der Entstehungszeit des Gedichtes glänzen sieht.

Und mittlerweile sinnt LePenseur bisweilen, und rezitiert in Gedanken, schon einiges über die Hälfte des Lebens hinaus:
O Lebens Mittag! Zweite Jugendzeit!
    O Sommergarten!
Unruhig Glück im Stehn und Spähn und Warten!
... und kann es nicht fassen, daß diese
»zweite Jugendzeit« an ihm auch schon längst vorübergegangen ist. Und ihm — früher oder später, wer weiß es ... — der »grause Vorhang« reißen wird, von dem er nur hoffen, nicht wissen kann, ob darin die »Hochzeit von Licht und Finsternis« kommen wird ...



*) Dieses Gedicht steht am Ende seines Werkes »Jenseits von Gut und Böse« (hier dessen Vorrede)





Sonntag, 12. April 2015

Vor siebzig Jahren

... am 12. April 1945 starb Franklin D. Roosevelt, und damit trat sein Vizepräsident als 33. Präsident der U.S.A. nach der Verfassung automatisch seine Nachfolge an: Harry S. Truman.


Mit seinem Befehl zu den Atombomben-Abwürfen über Japan wurde er binnen weniger Minuten zu einem der größten Massenmörder aller Zeiten — und daß der engagierte Hochgrad-Freimaurer gerade als der 33. Präsident der U.S.A. fungierte, mutet wie ein ironisches Aperçu der Geschichte an. Ein verschlagener, in seiner Karriere mit den Mafia-Zirkeln der Demokraten verbandelter Berufspolitiker der übelsten Sorte, verband er seinen letztlichen Aufstieg mit der sozialistisch-planwirtschaftlichen Politik Roosevelts. Sein offizielles Porträt als Präsident zeigt ihn in erschreckender Klarheit — Greta Kempton war in der Tat ein gute Porträtistin: wäre nicht das Kapitol vor einem dramatisch bewölkten Himmel hinter Truman zu sehen, sondern ein repräsentatives Verwaltungsgebäude, könnte man ihn ebenso für den Chef eines Waschmittelkonzerns halten. Oder für den erfolgreichen, gefinkelten Hausadvokaten eines Verbrechersyndikats. Nun, in gewissem Sinne war er ja auch sowas ähnliches ...

Samstag, 11. April 2015

»Hillary will's noch mal wissen!«

... titelt der »Münchner Merkur« heute. Sorry, aber die Fragen, die zu klären viel spannender wären, sind vielmehr:

1. Wollen die US-Wähler von ihr noch mal wissen?

2. Was will sie noch mal wissen?

  • Etwa: wie es sich anfühlt, nach ihrer Wahl im Oval Office einen Praktikanten mit 69 zu haben?
  • Ob ein gelungener Atombombenabwurf auf Teheran / Pjönyang / Moskau etc. (just name it!) postmenopausal orgastische Gefühle weckt?
  • ...?

Wollen wir das wirklich wissen?

Die Leser im Wiener »Kurier« offenbar mehrheitlich nicht. Denn die Kommentare sind (von einigen gutmenschlichen  Trollen abgesehen) recht eindeutig:
  • Mimi Der Graue Kater vor 2 Stunden
    Bei den Clintons war sicher Sie der weit intelligentere Teil - und eine Reihe seiner Entscheidungen die einen poisitiven Ausgang hatten trugen eindeutig "ihre Handschrift".

    Ich hoffe die Amnerikaner machen es so wie die Osterreicher es auch machen sollten - von den schlechten Moeglichkeiten muss man die am wenigsten Schlechte waehlen. Ich bin sicher, dass in der Reihe der US-Praesidenten, Hillary Rodham (wie sie sich bis vor Beginn des Wahlkampfes ihren Mannes nannte) eine der Besten wird.
    • Josef Kaiser vor 53 Minuten 
      Eine Merkl wird sie nicht!
  • Michael seebacher vor 3 Stunden 
    Ich trau ihr das zu.Ein starkes Signal an alle Frauen dieser Welt.Ein starkes Signal an Russlands Frauen.Hoffnung auf gute Veränderung.Sie hat Amerika schon einmal durch ihren Ehemann regiert,Sie kann es.
  • William Wallace vor 4 Stunden 
    nun jetzt wird sich wohl einer der Bush´es als Frau präsentieren um Chancen zu haben.
    "Maria und alle Heiligen helfts"!! - eine(r) von den Bush´es!!!
  • Josef Kaiser vor 10 Stunden 
    Amerika ist ja schlechter dran als wir!!
    Wir haben einen Faymann aber Amerika hat nur eine betrogene Ehefrau!

    Führungsqualitäten müssen ganz einfach ertragen werden!
    • Manfred Wallner vor 6 Stunden 
      clinton auf eine "betrogene ehefrau" zu reduzieren, ist so was von dumm und anachronistisch, dafür fehlen mir einfach die worte. gottseidank sind Sie bereits 1916 gestorben, daher ist es sehr verständlich, dass Ihre seltsame meinung heute nur noch kleine, völig irrelevante kreise interessiert.
      • Correo Rupert vor 3 Stunden
        Sie haben recht. Das ist viel zu einfach. Man könnte z.B. machtgeile Psychopathin mit einem Hang zu einem eigenen Krieg`erl ergänzen.
  • Werner Gold vor 10 Stunden 
    Eine Lügnerin, ein verbissener Machtmensch, eine Politschlampe. So gesehen passt sie gut ins weisse Haus und stünde ihren Vorgängern in nichts nach. Der Friedensnobelpreis kommt dann mit dem Lieferservice.
  • Karl Prokopp vor 13 Stunden 
    und wir dachten, mit dem Schoko wär der Tiefpunkt erreicht
    • Manfred Wallner vor 6 Stunden 
      "wir" ist jetzt prokopp und die vielerlei stimmen, die er so in seinem kopf vernimmt, oder die "wödpartie" beim branntweiner, die sich in strachewählen und mindestsicherungkassieren zu hundertprozent einig ist.
  • justin case vor 14 Stunden 
    als bill clinton präsident war, gab es diesen schönen witz:

    hillary und bill sitzen abends im weissen haus, bill sagt:" erinnerst du dich an den tankwart mit dem zusammen warst, als wir uns kennen lernten?
    stell dir vor, wenn du bei dem geblieben wärst, würdest du heute die frau eines tankwartes sein."
    darauf hillary: "nein. wäre ich mit dem zusammen geblieben, wäre ER heute präsident der usa."
    Antworten
  • Kupfer Melanie vor 16 Stunden 
    das ist eighty scheiß of greis....eine frechheit das so alte menschen nicht schwäne füttern und immer nur unruhe stiften wollen

    und so weiter ...

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Doch nun zu etwas ganz anderem ...

Eine der unfähigsten, dafür  aber umso präpotentesten Quotzen der österreichischen Polit-Szene, die Frauen- & »Bildungs«-Ministerin Heinisch-Hosek (der wir — mit desaströsem Ergebnis — ideologische Versuchskarnickelstation »Neue Mittelschule«, verdanken), will »Magermodels« verbieten, und kann sich u.a. folgendes vorstellen:
... eine Verordnung in der Gewerbeordnung, die etwa Modelagenturen die Anstellung von Frauen und Männer unter einem bestimmten Body-Mass-Index (BMI) untersagt. In Frankreich etwa würden Agenturen bestraft, die zu dünne Models beschäftigen: "Die Schuld ist nicht beim Model, sondern bei denen, die sie anstellen, wenn sie ein gewisses Körpergewicht unterschreiten."
Erster Ansprechpartner hierzu sei Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), so Heinisch-Hosek. Gespräche will sie aber mit mehreren Ressortchefs aufnehmen, etwa auch mit dem Justizminister. Für die Gewerbeordnung hat sie bereits einen fix fertigen Vorschlag und will mit diesem nun einen zweiten Anlauf unternehmen.
Was die Bildbearbeitung betrifft, wäre es "natürlich sinnvoll", wenn es Vorgaben für internationale Kampagnen gäbe. Mit Bildprogrammen bearbeitete Frauenkörper sollten gekennzeichnet werden, fordert Heinisch-Hosek: "Diese Debatte sollte man unbedingt wieder aufnehmen." Die Kennzeichnung könnte entweder mit einem Ampelsystem erfolgen - ein grüner Punkt stünde etwa für leichte Bildbearbeitung, ein roter für grobe Veränderungen - oder einem schriftlichen Hinweis: "Dieses Bild ist bearbeitet".
Laut Angaben der Ressortchefin sind 80 bis 90 Prozent der Mädchen und Frauen unzufrieden mit ihrem Körper. Fast die Hälfte hält sich für übergewichtig - tatsächlich seien es jedoch nur sechs Prozent.
... schreibt »Die Presse« aus einer APA-Meldung ab. Och ... ... bloß sechs Prozent der Frauen sind übergewichtig? Hat die Quotze schon mal was von Google gehört? Dann hätte sie nämlich in Null-Komma-Josef (bzw. in Null-Komma-Josefin — für Quotzen) erfahren, daß 2006/07 nicht sechs Prozent, sondern 37 Prozent laut Erhebung der Statistik Austria als übergewichtig anzusehen waren. Mit einer seit vielen Jahren steigenden Tendenz — es wird daher die »fast die Hälfte« im Jahr 2015 nicht so weit von der Realität entfernt sein.

Es ist schon nachvollziehbar, warum eine Frau vom — wie drückt man das jetzt aus, ohne justiziabel zu werden ...? — na sagen wir: durchaus überschaubar bemessenen Sex-Appeal dieser Frau Heinisch-Hosek, andere Frauen daran hindern will, besser auszusehen als sie. Doch ist das auch fair?

LePenseur, der, wie anhand diverser Artikel und Bilder auf diesem Blog unschwer nachzuweisen ist, kein Freund von Hungerhaken, Knochengerüsten, und auch wirklich kein Fan von BMW — steht (falls nicht bekannt) für: »Brett mit Warzen« — ist, schließt sich diesbezüglich der Meinung eines »Presse«-Posters an:
Ernst Stavro Blofeld
11.04.2015 09:50

Ich befürworte eine Kennzeichnungspflicht

für unfähige Politiker!
Insonderheit für unfähige Politikerinnen, deren einzige Befähigung für ihr Ministeramt in der Absenz eines Penis bestanden zu haben scheint ...

Sic transit ...

Erst vor wenigen Tagen wurde auf diesem Blog der zweihundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Otto Fürst von Bismarck gedacht. Vor zwei Tagen erschien in der »Preußischen Allgemeinen Zeitung« ein Artikel über dessen Nachkommenschaft:

Niedergang einer Dynastie

Bismarck ist in diesem Jahr in aller Munde, doch seine Familie macht nur noch durch Skandale von sich reden

09.04.15
Allerorten wird in diesem Jahr anlässlich seines 200. Geburtstages an Otto von Bismarck erinnert. Wenn jemand von sich behaupten kann, einen großen Namen zu tragen, dann sind es die Bismarcks. Doch was die Nachfahren des Altreichskanzlers angeht, hat der Name längst an Strahlkraft verloren. Es gibt viele Stimmen, die der Meinung sind, dass die fürstliche Familie sich ihres großen Erbes nicht mehr als würdig erweist.
Die große Berliner Bühne war der angemessene Rahmen für den Festakt anlässlich des Bismarck-Jubiläums am 1. April. Bundespräsident Joachim Gauck und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), in dessen Bundesland Bismarcks Geburtsort Schönhausen liegt, sprachen Grußworte und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt die Festrede. Landauf, landab gibt es darüber hinaus das ganze Jahr Ausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen zum Thema Bismarck. Sogar in der einstigen russischen Residenzstadt St. Petersburg wurde eine Bismarck-Büste enthüllt. Der Familie Bismarck selbst scheint hingegen nicht mehr daran gelegen zu sein, dass ihres Ahnherrn, dem sie gesellschaftliche Stellung und Wohlstand verdankt, gedacht wird.
Sic transit ...

Freitag, 10. April 2015

»... daß Teile der Novelle dazu dienen sollen, politische Arbeit

betreffend mit Asylwerbern und anderweitigen Nicht-Staatsbürgern assoziierte Probleme zu erschweren und Migrationsdebatten nur noch im engeren Kreis eines politisch-medialen Mainstreams führen zu wollen.«

Meint, völlig zu recht, Dr. Wilfried Grießer, Philosoph, Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Strafrecht und Autor der umfassenden Studie »Verurteilte Sprache. Zur Dialektik des politischen Strafrechts in Europa«, in seiner »Stellungnahme zum Strafrechtsänderungsgesetz 2015« (welches treffender als »Ausländerkriminalitätsbehübschungsgesetz« und »Meinungsäußerungsverbotsgesetz« zu bezeichnen wäre).

Der Artikel ist für Nicht-Juristen nicht unbedingt eine reine Lesefreude — aber deshalb doch die Lektüre wert! Denn die dreisten, das Grundrecht der Freiheit der Meinungsäußerung faktisch komplett aushebelnden Knebelungsversuche eines vorgeblich »bürgerlichen« Justizministers lassen nur zwei Konsequenzen zu: entweder vertritt der frühere Strafrechtsprofessor und heutige Justizminister diese Agenda aus Überzeugung — dann sollte er sich als Justizminister in einer deklarierten Diktatur bewerben. Das wäre wenigstens ehrlich. Oder er hat sein Ministerium, das (wie die Staatsanwaltschaft und die Gerichte) nach wie vor von linken Broda-Seilschaften durchseucht ist, nicht im Griff und/oder hat die faulig stinkenden Eier, die ihm diese in den Ministerialentwurf geschmuggelt haben, nicht behirnt. Dann sollte er wegen Unfähigkeit schnellstmöglich zurücktreten. Tertium non datur.