Montag, 3. August 2015

Ein Österreicher redet (fast) Klartext

US-Regierung sammelt Daten, um Euro- Politiker zu steuern



Das Sammeln von Daten durch die NSA ist nur ein kleiner Teil der Geheimdienst-Aufgaben: Der frühere Chef des österreichischen Verfassungsschutzes, Gerd Polli, sagt im Interview, das Kern-Geschäfte der US-Dienste bestehe darin, die Politiker und Manager in Europa zu steuern. So sollen US-Interessen durchgesetzt werden. 

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die NSA die französische Wirtschaft umfassend ausspioniert hat. Gehört das zu den Aufträgen eines Geheimdienstes?

Gert R. Polli: Ja! Industrie- und Wirtschaftsspionage und die Abwehr dieser Themen gehören zu den Kernaufgaben strategisch ausgerichteter Nachrichtendienste, wozu auch die NSA zählt. Trotzdem wird von der US-Regierung immer wieder betont, dass es keinen Auftrag an die Intelligence Community zur Wirtschafts- und Industriespionage gäbe. Das ist allerdings nur bedingt richtig. Solche Aufträge leiten sich aus den Aufgabenstellungen zur Terrorismusbekämpfung, globalen Geldwäsche, Korruptions- und der Proliferationsbekämpfung ab. Sie gelten als Feigenblatt für die Aufklärung von Volkswirtschaften und von strategischen Unternehmen im Ausland.
Wenn unsere Politiker auf die US-Knebelung und -Unterjochung nicht reagieren, sondern nach wie vor Treuschwüre nach Washington senden, gibt es nur eine limitierte Anzahl von Erklärungsmöglichkeiten für so ein Verhalten:

1. Sie sind so blöd, daß sie den permanenten Verrat, den die USA an ihren vorgeblich »befreundeten« Verbündeten begehen, noch nicht erkannt haben.

2. Sie haben diesen Verrat erkannt, sind jedoch zu lethargisch, etwas dagegen unternehmen zu wollen.

3. Oder sie sind zu feige — weil sie wissen, daß sie die US-Geheimdienste jederzeit mit pikanten Details aus ihrem (früheren) Leben erpressen können.

4. Oder sie sind von den USA gekauft worden, und auf Intervention genau an die Stellen gehievt worden, an denen sie nun den Amis die Gefälligkeit der Postenverschaffung zurückgeben wollen / müssen.

Oder fällt Ihnen noch eine Variante dazu ein?




»Das Mitleid für diesen jungen Mann, der daraufhin seine Lehrstelle verloren hat, will sich in mir sehr in Grenzen halten.«

Befindet Julya Rabinowich, die 1977 als Flüchtling mit ihren Eltern nach Österreich kam und hier blieb. Sie beschreibt in der Wochenendausgabe des »Standard« in einem rührseligen Artikel ihre Erinnerungen an die Ankunft in Österreich und ihre Erfahrungen in den Wochen, Monaten und Jahren danach. Sie erinnert sich, daß ihr Menschen Spielzeug geschenkt haben, und sie wurde »… weder von Behörden noch von Bewohnern des unbekannten Landes schlecht behandelt. Eher im Gegenteil — und sehr im Gegensatz zu heute.«

All das mag wahr sein, oder mag wenigstens teilweise der rosaroten Brille geschuldet sein, die Erwachsene gerne aufsetzen, wenn sie sich an ihre Kindheit erinnern. Ach ja — »erinnern« ist ein gutes Stichwort, denn Frau Rabinowich erinnert sich leider etwas … na, sagen wir halt: selektiv.

So wird ihre Erinnerung äußerst blaß, eigentlich geradezu inexistent, wenn es darum geht, wie viele Flüchtlinge damals eigentlich nach Österreich kamen. Denn es macht einen Unterschied, ob es in einem Jahr tausend, oder hunderttausend sind. Nun wird man einwenden, daß sie das als kleines Kind wohl nicht mitbekommen haben wird. Mag sein — aber sie schreibt ihren Rühr-Artikel nicht als Kind, sondern als erwachsene Frau. Und als solche muß ihr eigentlich klar sein, daß die Dosis das Gift macht — in der Homöopathie ebenso wie in der Nächstenliebe. Ein Bettler, der mir auf meinem täglichen Spaziergang mit freundlichem Gesicht »Alles Gute!« zuruft, kann mit meiner Spende rechnen. Aber drei, zehn oder fünfzig Bettler, die meinen Weg säumen, wohl nicht mehr. Das mag gute Menschen wie Frau Rabinowich sicherlich betroffen stimmen, aber es ist eben so. Spontane Hilfsbereitschaft gibt es nur als Ausnahme von der Regel: »Hilf dir selbst, so hilft dir Gott« — Mitleid ist begrenzt.

Aber was Schreckliches hat der im Titel zitierte jungen Mann verbrochen, daß selbst ein gutes Herz — wie sicherlich jenes einer Frau Rabinowich — das Mitleid in Grenzen, ja sogar sehr in Grenzen zu halten weiß? Hat er etwa Flüchtlingsmädchen vergewaltigt? Im Asylheim die Notgroschen von Asylwerbern gestohlen? Aber nein, viel schlimmer noch — er hat etwas geschrieben! Und zwar in einem Posting unter »… Fotos von lachenden kleinen Mädchen, die von der freiwilligen Feuerwehr in größter Hitze mit Wasser abgespritzt werden, um sie zu kühlen, „ein Flammenwerfer wäre besser gewesen“ …«

Nun ist es fraglos höchst daneben, so etwas — und wäre es nur als Scherz — zu posten! Nur: was hat das mit einer Lehrstelle — sagen wir: als Tischler (wir kennen den jungen Mann ja nicht persönlich) — zu tun? Auch ein ungehobeltes Posting beweist nicht, daß so jemand Bretter nicht sorgfältig hobeln könnte. Und darauf kommt es ja bei einer Lehrausbildung an.

Oder meint die gute Frau Rabinowich, daß diese Meinungsäußerung (denn zu irgendwelchen Taten ist es nicht gekommen — wie denn auch? Von wo bekäme einer denn einen Flammenwerfer her?) bereits ausreicht, ihn mit einem Berufsverbot zu belegen, oder doch wenigstens einem Verbot für alle Tätigkeiten über Hilfsarbeiter-Niveau? Denn genau das bedeutet doch faktisch dieser Hinausschmiß aus einem Lehrverhältnis. Wer auch nur rudimentäre Ahnung hat von der in Österreich fast ans Unmögliche grenzenden Möglichkeit, ein Lehrverhältnis zu kündigen, ohne daß der Betreffende die sprichwörtlichen »silbernen Löffel« gestohlen hätte, der weiß, daß ein gefeuerter Lehrling mit einem Riesenbrandmal auf der Stirne herumrennt: »Achtung! Nicht anstellen! Der ist ein Verbrecher!«

Das also wäre nach Ansicht der guten Frau Rabinowich die angemessene Bestrafung für ein geschmackloses Posting eines 17-jährigen? Nun, wenn sie so streng über bloße Meinungsäußerungen denkt (die schließlich außer einer blutdrucksteigernden Wirkung beim Leser keinerlei Schaden anrichten), welche Konsequenzen will sie aus der nachweislich zehntausendfachen Erschleichung von Unterstützungsleistungen durch Scheinasylanten gezogen sehen? Sicherlich hält sich bei diesen unerwünschten Einwanderern, die kaltblütig jene Sozialwohltaten abzocken, die eigentlich nur für echte Asylwerber vorgesehen sind, ihr Mitleid, wenn diese Sozialbetrüger abgeschoben werden, auch »sehr in Grenzen« — oder sollten wir uns da täuschen?

Nun freilich: wir täuschten uns sehr, wenn wir Frau Rabinowich soviel Konsequenz zutrauten! Statt dessen schwadroniert sie munter dahin, bspw. von einer Partei, »… die bis auf das Gegeneinander-Ausspielen simpler und verängstigter Gemüter nichts zu bieten hat« — spontan dächte man da an die Neidgenossenschaft der Sozis, oder die beliebten »Ich-darf-dich-diskriminieren-weil-ich-mich-von-dir-diskriminiert-fühle«-Spielchen der Grünen … aber nein, sie wird wohl die FPÖ meinen.

Immerhin glaubt Frau Rabinowich »absolut« nicht, daß »… die Mehrheit der Österreicher boshafte, mißgünstige Gierhammel sind …« — und soviel positive Vorschußlorbeeren aus dem Munde einer so guten Frau sind doch auch schon was! Insbesondere, wenn man bedenkt, daß, was mit — v.a. von Scheinasylanten — überfüllten Flüchtlingsheimen beginnt, dann »… ab und zu mit Armbinden, gelben Sternen und Massenlagern der anderen Art« endet.

Nun, gute Frau Rabinowich — da gäbe es doch eine überaus einfache Lösung, um solch sinistre Zukunftsperspektiven zu verhindern: Sie (und viele andere von Ihrer Sorte) halten einfach mal die Klappe, und lassen statt dessen die Migrationsbehörden so, wie es im Gesetz vorgesehen ist, die tatsächlichen Flüchtlinge von den Scheinasylanten trennen, und letztere abschieben. Ohne daß deshalb sofort ein medialer Shitstorm von Ihnen, gute Frau Rabinowich, & Consorten losgetreten würde, mit dem die Arbeit der Behörden tunlichst be- und verhindert werden soll.

Dann hätten wir im Land (vorübergehend — kein Krieg dauert ewig!) jene Flüchtlinge, die aufzunehmen die Humanität gebietet, und das wären recht wenige — und das goldene Herz des Österreichers könnte strahlen wie einst, damals im Jahr 1977, als uns solche Bereicherungen wie Sie, gute Frau Rabinowich, vom Schicksal (wir vermeiden taktvoll die Wendung: »von der Vorsehung«) beschert wurden. Und wären gleichzeitig all die vielen Sozialnetzturner los, die unser Flüchtlingshilfe-Budget zum Faß ohne Boden machen. Wäre das nicht eine gute Lösung?

Nun, natürlich! Nur eben eine nicht nach dem Geschmack unserer »Flüchtlingshilfe«-Profiteure — all jener patentierten Berufsgutmenschen, die gegen gutes Gehalt (ein paar auch bloß in Therapie ihres Helfersyndroms) davon leben, daß möglichst viele »Flüchtlinge« doch »menschenwürdig versorgt« werden müssen. Und da die Beziehungen zwischen denen, die davon leben, daß es »Flüchtlinge« zu versorgen gibt, und jenen, die davon leben, daß sie darüber schreiben, daß es »Flüchtlinge« zu versorgen gibt, naturgemäß so eng beieinander sind, daß nichts als ein mit larmoyanten Redensarten bedrucktes Blatt Zeitungspapier dazwischenpaßt, wird’s leider nichts damit werden … 

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P.S.: die Kommentarpostings, die die »Standard«-Zensur überlebt haben, sprechen inzwischen auch eine recht deutliche Sprache. so z.B.:
BerufsSkeptiker
Ein Unterschied zwischen "damals" und "heute", der mir wichtig erscheint: Weder Frau Rabinowich, noch irgend ein anderer Flüchtling aus der Ex-UdSSR hatte jemals das Bedürfnis, in Österreich eine Zweigstelle der KPdSU zu gründen. Aber genau das passiert - im übertragenen Sinn - heute: Zu viele Migranten schaffen in Österreich genau jene Strukturen, vor denen sie angeblich geflüchtet sind. Viele Religionsvereine, die untereinander zerstritten sind, das Primat von Religionsgesetzen vor staatlichem Recht, das Denken in Familien-Clan-Strukturen. Das würde, wenn's einmal mehrheitsfähig ist, Österreich genau auf jenes Niveau führen, vor dem sie geflüchtet sind.

Arnauld
Der NS-Vergleich hinkt. Sind doch 1977 mit Sicherheit Alt-Nazis in den Parteien und Entscheidungsprozessen miteingebunden gewesen. Von Aufarbeitung des NS konnte noch gar keine Rede sein. Und trotzdem wurde nicht gegen die Asylsuchenden mobilisiert.
Also diese Zeitsprünge helfen wenig, sondern vermischen Tatsachen mit Wunschdenken und verweigern den Blick auf individuellen Unzulänglichkeiten; gerade in der bürgerlichen Selbstinszenierung und Selbstverwirklichung.
Wenn nun ein 17-jähriger lautstark und unbedacht ein scheußliches Posting in einem doch fragwürdigen Medium veröffentlicht, dann ist der Henker von damals nicht weit. Das ist mir zu einfach.
Kopf des Tages in der SA/SO Ausgabe: Bitte die Aussagen der Tierschutzorganisation PETA studieren...

GlückAuf
..Liebe Frau Julya, Sie schreiben "Was so beginnt, endet ab und zu mit Armbinden, gelben Sternen und Massenlagern der anderen Art" das empfinde ich als unverschämt von Ihnen! ich selbst habe in den 90ern mit anderen Fluechtlingen geholfen, gemacht weil,es mir und den anderen wichtig war, ich wüsste auch damals schon das ich das nur aus eigener Überzeugung mache ohne einen Dank zu erwarten. Und ich bzw. wir haben von vielen, vielen Vertriebenen Fluechtlingen damals kaum einen Dank erhalten, es war oft das Gegenteil der Fall das es ein Anspruchsdenken dieser Menschen gab , nicht alle! Sie meinten der Staat Oesterreich mache das und wir würden dafür noch reichlich bezahlt da diese Freiwilligkeit in diesen Laendern unbekannt ist, nicht mal das eine Nachbardorf hilft dem anderen! Für viele freiwillige Helfer war das darum auch dann das Ende.

derhobbit
Simple bis verängstigte Gemüter werden gegeneinander ausgespielt (von wem auch immer, egal, irgendwer wird sich schon finden) und haben lt. Frau Rabinowich keine eigene Meinung. Sie geben nur die Meinung derjenigen wider, die sie ausspielen.
Und zur Unterbringung ist zu sagen, dass es einen Unterschied macht, ob einige hundert Flüchtlinge kommen, oder -zigtausende. Jedes noch so tief greifende Mitgefühl der lokalen Bevölkerung hat ein Ende bei so einer schnellen Zunahme und massiven Konzentration der Flüchtlinge. Ich empfehlt die Lektüre der heutigen "Krone bunt" über die Zustände in der Gemeinde Traiskirchen (Natürlich nur für jene, die sich nicht zu gut sind, die Krone zu lesen).


[...]

- Nach der Ungarnkrise blieben 18.000 Ungarn in Österreich.
- vom BMI erwartete Asylanträge nur 2015: 70.000 (ausgenommen sind natürlich Asylwerber, die schon vor 2015 gekommen sind)

Mir sind keine Planzahlen für die kommenden Jahre bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass die Ströme nicht geringer werden. Es ist also leicht, die Anzahl der Asylwerber bzw. Asylberechtigten in z.B. 10 Jahren auszurechnen.
(Familiennachzug und Geburten nicht vergessen). Außerdem ist es ein Unterschied, ob unsere Nachbarn kommen, oder Personen aus komplett anderen Regionen der Welt, die andere Werte und andere Kulturen mitbringen.
In Maßen kann man andere Kultur verkraften und integrieren. In Maßen, nicht in Massen.

Sonntag, 2. August 2015

Am 2. August 1945

... wurde per Dekret allen Sudentendeutschen die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft aberkannt. Damit war ein wichtiger juristischer Schritt zur Vertreibung von ca. 3 Millionen Deutschböhmen und Deutschmährern gesetzt. 

Ein — halbwegs — korrekter Artikel zu dieser Tragödie findet sich sogar auf der deutschen Wikipedia. Immerhin ...

Von den zynisch-verlogen-betroffenen Wortmeldungen

... seitens der Polit-Gangster, die uns beherrschen (und jener, die die Rolle der Opposition spielen), und der Lügenpresse, die deren längst diktatorische Herrschaft behübscht, brauchen wir nicht zu reden. Auch viel aufgeregtes Geplapper in Blogs, Foren und dergleichen ist nicht erwähnenswert. 

Aber den Artikel über diese SAUEREI der Generalbundesanwaltschaft, der auf »Politplatschquatsch« erschienen ist, den möchten wir nicht missen:
Sie hätten das wissen können. Als damals im Zuge der Wulff-Schlachten klar wurde, dass die große Politik selbst die großen Zeitungen über direkte Kontakte dirigiert. Oder damals, als der sogenannte NSU aufflog und aus einer niemals aufgeklärten Abfolge an Ungereimtheiten, offensichtlicher Vertuschung und staatlicher Beteiligung ein Schauprozess wurde. Oder dann, als sich in der Edathy-Affäre zeigte, wie politische Funktionshalter den Staat benutzen, dessen Gesetze für sie nicht mehr gelten. Oder aber natürlich in der Causa Snowden, als alle Hinweise darauf vorlagen, dass fremde Mächte mit deutscher Unterstützung systematisch deutsche Gesetze auf deutschen Boden brechen. Aber nichts geschah.
Die Medien haben geschwiegen. Sie haben ihre Scheinkriege gegen wechselnde Scheinkrisen geführt. Mal musste Griechenland gerettet, mal der Euro zusammengehalten, mal das Mittelmeer durchgetrocknet und mal eine Maut verhindert werden. War das nicht, war da immer noch der rechte Popanz, der sich alleweil durch den Saal tragen lässt, wenn die Leute anfangen, Fragen zu stellen. Prinzipiell war Ruhe an der Front. Ein paar kritische Kommentare, als niemand wegen nichts ermitteln wollte. Ein paar Anmerkungen im Kleingedruckten. Aus.

Aber nun auf einmal sind sie alle ganz aufgeregt: Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen eine Internetredaktion, die Interna zu Verfassungsschutzplänen zur umfassenden Gesamtüberwachung aller Bürger öffentlich gemacht hatte.

Das ist nur konsequent in einem Land, in dem die staatliche Allmacht ein Maß erreicht hat, das dem in der ehemaligen DDR herrschenden kaum nachsteht.
 Jedes Wort sitzt und trifft! Das trauernde Herz des freiheitsliebenden Menschen — und in die Fresse des Staatsmolochs, der in Gestalt des Generalbundesanwaltes seine widerlichste Visage zeigt. Diese:


Die Visage eines FDP-Karrieristen, also eines angeblichen »Liberalen«, der sich als Büttel der Nomenklatura, also der tatsächlichen Staatsgewalt unserer vorgeblichen »Demokratie« andient. Nein, man kann ihn nicht mit irgendwelchen Staatsanwälten in stalinistischenSchauprozessen vergleichen — denn die waren zwar karrieregeile Arschlöcher, aber sie mußten ständig zittern davor, daß sie bei Stalin in Ungnade fielen, und damit zugleich aus dem Leben. Sei es durch Kopfschuß, sei es im Gulag.

Diese Sanktionen kennt das System Merkelstan derzeit (noch) nicht. Also bleibt die Karrieregeilheit nicht der Angst, sondern dem Charakter geschuldet. Denn auch Generalbundesanwälte haben durchaus einen Charakter. Es muß ja nicht immer ein anständiger sein ...

PPQ beschließt den Artikel mit einem Satz, der statt dieses verlogenen Grundrechte-Gefasels vor dem Reichstag zu lesen sein sollte:
Das ist erschreckend. Noch erschreckender aber ist vielleicht das späte Erschrecken über das schon so lange Offensichtliche.  


Samstag, 1. August 2015

Der Hwd. Herr Alipius ...

... hat mit seinem jüngsten Blog-Artikel völlig recht:

#ProTortureAndDeathPenalty (ButPleaseLeaveTheLionsAlone) 

Weil dieser Hashtag etwas zu kompliziert und zu ehrlich ist, macht er seit einigen Tagen in der etwas geschmeidigeren Form #CecilTheLion auf facebook und twitter die Runde. Und mit "Er macht die Runde" meine ich: Der Hashtag verhält sich zum Internet wie die Buchstabennudeln zur Suppe in meinem Teller, nämlich Tausende zu ein paar Tropfen.
 
Na klar ist Walter Palmer nicht ganz dicht. Um sich das "Recht" zu erkaufen, "legal" einen Löwen abzuknallen, blättert er zuerst eine Geldsumme hin, von der ein Ölscheich sich einen juwelenbesetzten Elfenbein-Rückenkratzer hätte kaufen können. Dann geschieht irgendetwas, das ursprünglich möglicherweise so nicht vorgesehen war (der Löwe wird aus dem Schutzgebiet gelockt, mit Pfeil und Bogen angeschossen und bekommt dann nach 40 Stunden den Gnadenschuß verpaßt). Und jetzt ist Palmer der bestgehaßte Mann unserer Tage.
(Hier weiterlesen)
Was da mittlerweile abgeht, ist nur mehr ... ähm: eigenartig zu nennen. Hype grüßt Massenhysterie, kann man da nur sagen ...

Wenn alles so ist, wie die Medien behaupten (warum geht man eigentlich davon aus? Die lügen doch sonst oft auch wie gedruckt!), dann wird der Zahnarzt rechtlich wegen Tierquälerei und dergleichen belangt werden (und seine Helfer ebenso). Seine Zahnarztpraxis wird er nach dem Bekanntwerden der Vorgänge vermutlich ohnehin zusperren können — und sich unter anderem Namen irgendwo eine neue Existenz aufbauen müssen. Ihm jetzt noch Morddrohungen ins Haus zu schicken, sich per Fratzenbuch in grellen Folterphantasien zu ergehen, und was sonst noch die Ingredienzien solcher Shitstorms zu sein pflegen, ist wohl etwas überzogen.

Ein Löwe ist ein Löwe, und ein bei Touristen beliebter Löwe ist ein bei Touristen beliebter Löwe — aber eben auch genau und nur das! Wenn nun US-Amerikaner, die mit erklecklicher Mehrheit die Folter von pöhsen Menschen und die Todesstrafe für pöhse Menschen ganz okay finden (obwohl auch sie wissen, daß, sollte sich herausstellen, daß leider, leider ein anderer der pöhse Mensch war, und man den Falschen gefoltert bzw. hingerichtet hat, weder Schmerzen noch Giftspritze rückwirkend gutmachen kann), sich dafür dafür in folter- und Mordphantasien ergehen, so hat das einen bizarren Beigeschmack. Und wenn sich unter den Tierleid-Bewegten noch (wie anzunehmen ist) eine ganze Reihe von »ProChoice«-Anhängern befinden sollten, dann wird's endgültig unappetitlich. Aber, zugegeben: wer hat denn behauptet, daß Shitstorms appetitlich sein müssen ...

 

Dittfurz Shitstorming

Zur Belustigung der geneigten Leserschaft eine Aufzeichnung einer »Talkshow« (13.4.2015) auf Puls 4:


Tja, manche linke Feminazi-Kampflesbe (oder auch bloß Quassel-Quotze) aus Piefkonien wird sich noch daran gewöhnen müssen, daß es — andes als in Deutschland — in Österreich (aber natürlich nicht beim ORF, dem Österreichischen Rotfunk!) bisweilen Diskussionen gibt, bei denen sich die Teilnehmer halt nicht jede Femi-Scheiße auf dem Kopf verreiben lassen. 

Reisen erweitert eben den Horizont — und wenn's nur ein Ausflug ins alpine Nachbarland ist ...

Freitag, 31. Juli 2015

Besser zwei Tage zu spät ...

... als nie! — Peter Schreier, zum Achtziger:



Islamfaschos unter sich





Senior Western official: Links between Turkey and the Islamic State are now “undeniable”


Turkish President Erdogan clearly hopes that the Islamic State will take care of his enemies — the Kurds and Assad — and then the Turks can march in and reap the benefits.
“Senior Western official: Links between Turkey and ISIS are now ‘undeniable,'” by Natasha Bertrand, Business Insider, July 28, 2015
(Hier weiterlesen)
Die Musel-Meute auf Beutezug. Mit einem größenwahnsinnigen Fanatiker, der sich schon als Großsultan sieht, an der Spitze — die Weltlage 2015 beginnt einen immer mehr an tausendjährige Vorgänge(r) zu erinnern, die man glücklich von der Geschichte für überholt ansah. Doch, wie man sieht: man kann sich täuschen ...


Hoffnungsschimmer oder Schönfärberei?

Olivier Roy über den Säkularismus
Religion auf dem Rückzug

In muslimischen Ländern scheinen religiöse Extremisten die Szene zunehmend zu dominieren. Der Islam-Experte Olivier Roy konstatiert dennoch auch dort eine Ausdifferenzierung der Glaubenslandschaft. 
von Olivier Roy | 27.7.2015, 05:30 Uhr



Auch in der islamischen Welt sieht Olivier Roy Potenzial für eine offenere und farbigere religiöse Landschaft.
Auch in der islamischen Welt sieht Olivier Roy Potenzial für eine offenere und farbigere religiöse Landschaft. (Bild: Adel Hana / AP)
Wir Europäer leben in säkularen – und nicht in prä- oder postsäkularen – Gesellschaften. Weltweit hat sich die Säkularisierung durchgesetzt, sogar in muslimischen Ländern. In einer Zeit, da wir vom Aufstieg des «Islamischen Staats» in Atem gehalten werden, mag diese Behauptung paradox klingen: Um sie zu erklären, muss der Wandel im Verhältnis zwischen Kultur und Religion und insbesondere die «Dekulturierung» der Religion beleuchtet werden.
(Hier weiterlesen)
Ein interessanter Artikel in der NZZ. Nur: ist er bloß Ausdruck einer (westlichen) Selbsttäuschung, oder bietet er eine tragfähige Hoffnung, daß das theokratisch-totalitäre System dieser Polit-Religion »Islam« doch zu bröckeln beginnt? Aus kleinen Anzeichen kann man — ein prophetisches Geschick vorausgesetzt — u.U. sehr zukunftsträchtige Prognosen gewinnen ... ... oder aber fürchterlich danebenhauen. Wer Herman Kahns seinerzeitigen Bestseller »Ihr werdet es erleben« gelesen hat, der weiß, wie sehr Kahn bei Entwicklungen und Tendenzen oft den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf traf (etwa mit einer Atommacht Pakistan, was mir damals völlig absurd vorkam!) — und ebenso, wie sehr er bisweilen danebenhauen mußte (weil die menschliche Gesellschaft sich eben unvorhersagbar eigensinnig verhielt — und sich wohl auch in Zukunft ebenso verhalten wird)!

Als Argument »pro Säkularisierung« auch im Islam läßt sich bspw. die Entwicklung der Römisch-Katholischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg anführen: wer nach 1945 bis in die 1950er-Jahre hinein die machtvolle Position der Kirche miterleben konnte, die quasi nach den perversen Irrungen des NS-Regimes und gegenüber den Drohungen des Stalinismus' wie ein Leuchtturm über der Brandung des politischen Geschehens aufzuragen schien — hätte der sich vorstellen können, wie brüchig dieser so unbezwingbar scheinende Turm offenbar im Inneren längst war? Wie sonst ließe sich der in wenigen Jahren — eigentlich waren es bloß die paar Jahre zwischen ca. 1960 und 1975 — erfolgte Rückzug der Römisch-Katholischen Kirche aus der Position einer gesellschaftsdominierenden Macht (von z.T. rücksichtsloser Brutalität) zu einer bloß spirituellen »Lebensgestaltungsvereinigung« (um es mal etwas provokant zu formulieren) erklären!

Als Argument »contra Säkularisierung« auch des Islam steht freilich die Beobachtung, daß diese Islam eben anders als christliche Kirchen immer als eine »antisäkulare« Kraft vestanden wurde: als Rechtssystem, das alles und jedes regelt — bis hin zur Be- (und Miß-!)handlung Andersdenkender. Auch der sogenannte »Laizismus« der Türkei war bloß ein »islamischer Josephinismus«, der die Religion unter Staatskuratel stellte, und die Religionsdiener quasi zu »Beamten mit Propaganda-Auftrag« umfunktionierte. Wenn nicht einmal so etwas, noch dazu über Jahrzehnte fortbetrieben, zu einem inneren Zusammenbruch des »antisäkularen« Islam führte — wie sollte man sich dann überhaupt noch Hoffnung in diese Richtung machen?

Nun: »Wir werden es erleben« lautet auch diesmal die Perspektive. Und die, die's überleben, dürfen sich glücklich schätzen. Oder vielleicht nicht einmal die ...



Donnerstag, 30. Juli 2015

Das Schweigen der Antifa-Lämmer

... (die man freilich eher in die Kategorie der Böcke einordnen muß, auch wenn sie Röcke tragen sollten) wird vom verdienstvollen Satire- und Informationsblog »Politplatschquatsch« am Beispiel des dröhnenden Schweigens, das über den Mord an Khaled Idris gesunken ist, treffend illustriert: 
Khaled Idris: Wenn aus Mord eine tiefe Stille wird


Im Januar war es #aufschrei wie seit Brüderle nicht mehr. Ein Flüchtling war feige ermordet worden und wie einst in Mittweida stürmte ein enthemmter Medienmob los, die Täter zu stellen. Tausend Artikel am Tag, einer inhaltsleerer als der andere, nichts genaues weiß man nicht, aber das muss niemanden abhalten, laut darüber zu sprechen. "Rache für Khaled!" riefen tausende Freunde des Ermordeten auf den Straßen von Dresden und Berlin. Alle waren Khaled, niemand blieb zurück. Ein Volk in Angst vor Nachahmungstäten, die erst Hakenkreuze schmieren und dann wie stets zum Messer greifen, gedeckt von einer "sächsischen Polizei" (SZ), die mit den Mördern unter einer Decke steckte.

Still wurde es zehn Tage später, als ein 26-Jähriger Flüchtling aus Bahrain unter dem dringenden Verdacht verhaftet wurde, seinen Mitbewohner Khaled Idris getötet zu haben. Schlagartig verebbte bei sämtlichen 788 deutschen Medien g jedes Interesse an einer weiteren Verfolgung des Falles. Es trat ein dröhnendes Schweigen ein, mit dem die Berichterstatter, die bis dahin emsig jede Hakenkreuzkritzelei in Dresden, Sachsen und Ostdeutschland überhaupt notiert hatten, jedermann mitteilten, dass ihnen ein Mordopfer gleichgültig ist, sobald es sich nicht in einer imaginierten ewigen Schlacht gegen das Rechte, das Böse, das Früher benutzen lässt
. (Hier weiterlesen)
Das Schweigen der Antifa-Lämmer ist beredter, als deren Blöken ...

Von Pöblern und Terroristen

Jeder Pöbler ist ein Terrorist



Dass ein Norwegerpullover in der Vorstellung der Menschen ein Kettenhemd sein kann, wenn es die Umstände erfordern, ist bekannt. Auch dass abweichende Auffassungen zur Euro-Politik, zum Umgang mit Russland oder zur Frage, ob jeder, der sich auf das Asylrecht beruft, wirklich ernsthafte Asylgründe vorbringen kann, schnell zum Ausschluss aus der Selbstvergewisserungsgemeinde des öffentlichen Gesprächs führen, ist klar. Gesellschaftlich akzeptiert ist ein Vierteljahrhundert nach dem Export der Meinungsfreiheit hinter den Eisernen Vorhang auch die Tatsache, dass nicht alles, was gedacht wird, ausgesprochen werden darf, und nicht jeder, der meint, öffentlich auf sein Anliegen hinweisen zu müssen, dasselbe Recht dazu hat wie jeder andere.
(Hier weiterlesen)
Wie weit die DDRisierung Deutschlands bereits fortgeschritten ist, erkennt man an seiner Presse. Die Methoden der Mediensteuerung wurden verfeinert, das sei zugegeben (kein Wunder nach 25 Jahren!), aber geändert hat sich — nichts.

Wenigstens nicht seit 2008. Denn da hatte PPQ bereits einen überaus lesenswerten Artikel über das Demonstrationsrecht in China veröffentlicht: »China: Demorecht wie in Deutschland«.

Mittwoch, 29. Juli 2015

»Planned Parenthood and the Democrats are winning hearts and livers of potential future voters, and doing it on the taxpayers' dime«

Endet ein kurzer, lesenswerter Artikel auf »Libertarian Leanings« zur herzinnigen Verflechtung des Abtreibungsgeschäfts mit der Linken. Heuchlerisches Pack, das mit durch brutale Vergewaltigungen traumatisierten unfreiwilligen Müttern hausieren geht (die unter den durchgeführten Abtreibungen bloß einen minimalen Promillesatz ausmachen!), um in Wirklichkeit den Hedonismus einer Gesellschaft, die zwar noch nicht zu blöd zum Schnackseln, wohl aber zum verantwortungsvollen Umgang damit ist, zu fördern. Denn durch Disco-Sause & Rudelbumsen abgelenkte Untertanen sind unkritische Untertanen. Statt »panem et circenses« bietet man heutzutage eben »alcohol et fornicationem« ...

Und betreibt natürlich durch möglichst späte Abtreibungsmöglichkeiten auch noch schnell ein kleines Lobby-Geschäft für den Organhandel. Eine Hand wäscht die andere ...

Wir wissen es ja längst: die Systemmedien stehen links

Andreas Unterberger veröffentlichtein seinem »Tagebuch« zu einem Artikel über unsere Journaillisten zwei wirklich »erhellende« Graphiken, die wohl nie den Weg in die offizielle Berichterstattung unserer Systemmedien finden werden:

1. Ergebnisse der Arbeiterkammerwahlen 2014 in einigen wichtigen Medienbetrieben:


Selbst bei den (vorgeblich) »bürgerlichen« Tageszeitungen »Kurier« und »DiePresse« beträgt der Anteil der Sozen-, Kommunisten- und Grünwähler etwa drei Viertel; bei der »APA« — also jener »Austria Presseagentur«, von der die Systemmedien ihrerseits die Informationen beziehen — kratzt der Anteil schon fast an den 90%! 

Nun relativiert Unterberger, nicht ohne Berechtigung, daß hier natürlich auch die (in Österreich traditionell »tiefroten«!) Druckereiarbeiter mitgezählt sind, andererseits aber die Wahlbeteiligung nur ca. 50% ausmachte. Was die Sache auch nur marginal besser macht ...

2.politische Überzeugung von Politjournaillisten und Bevölkerung in Deutschland:



Bei dieser Graphik fällt nur auf, daß offenbar (gezielt?) »DieLinke« bei den Journaillisten-Daten unter den Teppich gekehrt wurden — denn der »schäbige Rest« von 26,9 + 15,5 + 9,0 = 51,4% auf 100% (also fast die Hälfte) allesamt FDP und AfD nahestehen, wird man uns hoffentlich nicht weismachen wollen!

Unterbeger beschließt seinen Artikel wie folgt:
Es gibt bei all diesen Gemeinsamkeiten jedoch zwei gravierende Unterschiede zwischen diesen beiden Ländern:
  • In Österreich ist der Durchgriff der SPÖ auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein totaler, während in Deutschland unionsregierte Länder durchaus ein gewisses Gegengewicht zu den linken Ländern und zum Eigendrall der Fernsehjournalisten darstellen, das sich nicht nur in den regionalen, sondern auch in den nationalen Programmen auswirkt. Das ist zwar auch nicht ideal, weil ja ebenfalls parteipolitisch, aber es hat zweifellos neutralisierende Wirkungen.

  • In Österreich gibt es eine massive Bestechung der Zeitungen vor allem durch die Wiener SPÖ – freilich nicht mit eigenem Geld, sondern Steuermillionen, die über Inserate fließen. Davon profitieren fast alle Zeitungen (deswegen wird der Skandal auch kaum wo thematisiert), weitaus am meisten aber Boulevard- und Gratiszeitungen.
Ob das die Demokratie noch lange aushält, die ja vom Pluralismus nicht zuletzt der veröffentlichten Meinung abhängig ist?
Dazu freilich findet Kommentarposter »Jack« treffende Worte:
Vorzügliche Information!
Danke!
Nur einen kleinen Fehler im Bericht:
"Ob das die Demokratie noch lange aushält, die ja vom Pluralismus nicht zuletzt der veröffentlichten Meinung abhängig ist?"
insuniert, dass wir eine Demokratie hätten. Was völlig falsch ist. Nur die Schweiz ist eine, weil dort der Souverän tatsächlich unmittelbar korrigieren kann. Was wir haben ist eine Lobby-Herrschaft im demokratischen Gewand. Eine raffinierte organisierte Verantwortungslosigkeit, bei der es keine persönliche wirkliche Verantwortung der Mandatsträger gibt.
Deshalb gibt es keine Volksabstimmung.
Wer nicht verstanden hat,, dass in Deutschland die NPD eine Systempartei ist, hat das Spiel nicht verstanden. 
Ich glaube ja nicht, daß Unterberger dieses Spiel nicht versteht — er wird sich freilich hüten, dieses Verstehen irgendwie in Worte zu fassen. Was mehr über unsere faktische Grundrechtsordnung aussagt, als voluminöse Abhandlungen und bedeutungsschwanger daherkommende Entscheidungen von Höchstgerichten ...

Dankbarkeit ist keine politische Kategorie

Dieses süffisant-resigantive Bonmot (eher ein »Mal-mot«) hatte er in seinem Leben als Bundeskanzler so oft geäußert, daß es ihm selbst zum Schicksal wurde: Brunos Kreisky, der heute vor 25 Jahren, am 29. Juli 1990 verstarb.

Aus diesem Anlaß veröffentlichte »DiePresse« einen nachdenklichen Erinnerungsartikel, der vieles aus Kreiskys Leben thematisierte — nur nicht die von ihm eingeleitete Politik der Schuldenmacherei auf Teufel komm' raus!
„Ich lege keinen Wert auf Kränze, die die Nachwelt mir flicht“, schrieb „der Alte“ in seinen Memoiren. „Ich lege keinen Wert auf Denkmäler. Was ich gern hätte, wäre, wenn einmal die Periode, in der ich die politischen Verhältnisse in Österreich beeinflussen konnte, als eine Periode der Einleitung großer Reformen betrachtet würde, die ihre gesellschaftlichen Spuren hinterlassen und eine Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse gebracht haben. Nichts wäre grauslicher als der Gedanke, nur administriert zu haben.“
... zitiert ihn »DiePresse«. Ach, wenn man die Mühlsteine bedenkt, die er und die durch ihn inspirierten Nachfolger den heutigen (und vielen kommenden Generationen von) Steuerzahlern aufgebürdet hat, dann dürfte das Kranzflechten der Nachwelt auch keine Kategorie sein, auf die Bruno Kreisky überhaupt hätte zählen können ...

Dienstag, 28. Juli 2015

Was uns die Möwe bringt

Bspw. das hier:
Gestern abend…

…war ich auf einer “Informationsveranstaltung” des Landes Salzburg, welche die “Aufrechterhaltung des Standortes Sowieso für die Unterbringung von Asylwerbenden “ zum Thema hatte.
Asylwerbende -  sind in unserem Fall  60 Männer aus dem Sudan, Pakistan, Afghanistan, Iran, Syrien u.s.w. , das korrekt gegenderte Schreiben war also eine reine Fleißaufgabe des beamteten Schreibenden. 

Es war mir von Anfang an klar, daß diese uns im Winter angekündigte Übergangslösung in eine Dauerlösung übergehen würde, da dem Zustrom an legalen und illegalen Flüchtlingen nach Österreich seitens der Politik nach wie vor völlig unkoordiniert, hilflos und ohne jeglichen Vorausblick begegnet wird.
Eine beklemmend authentische Beschreibung eines Laberabends nach GutmenschInnengusto. Wirklich jedes Wort ein Treffer, bis hin zum Schlußabsatz:
Ich bin nach Hause gegangen und ich weiß nun, daß u.a. die, aus welchen Gründen auch immer, frustrierte Nachbarin aus der 2. Querstraße, dieses Asylantenheim noch viel dringender zu brauchen scheint, als die dort Beherbergten selbst und ich ahne, daß auf Grund der politischen Nichttätigkeit zur Eindämmung der Flüchtlingsströme nach Europa und der damit verbundenen Entvölkerung Afrikas sich ein Desaster anbahnt, welches wohl alle Befürchtungen übertreffen wird.

Am Ende wird es aber trotzdem wieder keiner geahnt haben können….
Zumindest niemand von den am HelferInnensyndrom Leidenden ...



Nach oben geschwemmte Proleten

... wie bspw. der Labour-»Lord« John Buttifant Sewel sind ganz besonders ekelhaft mitzuerleben. Nicht deshalb, weil an sie höhere Maßstäbe als an andere angelegt würden, sondern deshalb, weil sie die genauso an alle anderen angelegten Maßstäbe zumeist völlig ohne »Schirm, Charme & Melone« (also mit einer gewissen augenzwinkernden Nonchalance), sondern vielmehr mit rüpelhafter Ignoranz zu verletzen pflegen.

Wobei, und das sei zwar nicht zur Ehrenrettung (was wäre da noch zu retten!) des noblen Lords, wohl aber für besseres Verständnis gesagt: Undercover-Aufnahmen durch irgendwelche bestellte Huren sind halt auch nicht die feine englische Art — mit heruntergelassenen Unterhosen (oder, wir wollen die Damen ganz gender-korrekt »sichtbar machen«, mit einem Dildo in der Puderdose) sieht niemand staatsmännisch (resp. -weibisch — oder heißt das -dämlich?) aus. Daß derlei Filmereien überhaupt gemacht werden konnten, erklärt sich wieder aus einem kleinen Detail, das »DiePresse« reportiert:
[...] Dabei gerät der Lord ins Sinnieren. David Cameron sei der „oberflächlichste und seichteste Premierminister aller Zeiten“, der schottische Ex-First-Minister Alex Salmond ein „dummer, eingebildeter Fratz“ und der Londoner Bürgermeister Boris Johnson „ein Oberklassenarschloch“.

Nicht viel besser spricht er von seinen ehemaligen Parteifreunden (Sewel ist heute parteilos) aus der Labour Party: Von den Kandidaten für den Vorsitz nennt er den Linken Jeremy Corbyn einen „naiven Idioten“, während Ex-Gesundheitsminister Andy Burnham „sich stets nach dem Wind dreht“. Ein Twitterer spottete: „Bekokst oder nicht, seine politischen Beurteilungen sind punktgenau.“ (Hervorhebung LP)
Wetten werden angenommen, daß einem aufrecht-strammen linken Parteigenossen von dem britischen Proloblatt »SUN« vielleicht nicht so ans Bein gepinkelt worden wäre. Was freilich zu bedauen wäre — denn so ein ungeschminkter Einblick in die Nomenklatura-Klasse unserer Politruks hat schon seinen ganz eigenen Erkenntniswert ...

Warum es keinen Grexit gab

Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dilger auf seinem ganz allgemein lesenswerten Blog, in einem kurzen, doch ebenfalls lesenswerten Artikel, an dem LePenseur eigentlich nur die stilistisch verfehlte »um ... zu«-Konstruktion im Schlußsatz
Jedenfalls hat er gepokert, als wenn er einen Plan B hätte, um dann völlig einzuknicken.
zu bemängeln wüßte. Das hat Dilger zwar schon der alte Geheimrat von Goethe vorgemacht (über die letzte Begegnung mit Friedrich von Schiller: »... und so schieden wir vor seiner Haustüre, um uns nie mehr wiederzusehen«) — aber erstens ist Goethe nun mal Goethe (wer so viel große Meisterwerke geschrieben hat, der darf sich gelegentlich auch eine Schludrigkeit erlauben), und andererseits haben uns die Germanisten (zur Ehrenrettung des Olympiers) ja längst beflissen nachgewiesen, daß durch diesen scheinbaren Fehler vielmehr in stilistischer Raffinesse »... das Wirken des von oben waltenden, zwingend vorherbestimmenden Schicksals« angedeutet werden sollte. Uff, Goethe hat da noch mal Glück gehabt ...

Interessanter freilich als Prof. Dilgers Artikel selbst ist ein bemerkenswertes Kommentar-Posting von »Peter V.«, das nicht im Orkus eines Kommentar-Threads so einfach unterzugehen verdient:
“Ich bin gespannt, ob es nicht auch dazu später noch Enthüllungen geben wird, was seine wahren Motive waren.”
‘If you knew as a German politician that American intelligence agencies have been collecting intensively on 125 top-level politicians and officials over decades, you would recall some of the conversations you had in all these years and you would then understand that the United States has all those conversations, and that it could take down the Merkel cabinet any time it feels like it, by simply leaking portions of those conversations to journalists.’ – Assange in der englischen Edition von Spiegel Online.
Wobei das natürlich vergleichsweise harmlos ist. Stellen Sie sich vor, Sie sind griechischer Premier und man sagt Ihnen, Obama ist am Telefon. Da freuen Sie sich und denken sich: Na ja, der andere linke Spinner hilft mir jetzt im Schuldenstreit. Es ist dann aber gar nicht Obama, sondern ein Mitarbeiter der US-Regierung (also irgendein Profi) und der erzählt Ihnen, wie viel Ahnung die USA von ‘Regime Changes’, von Attentaten und von Folter haben. Sie wollen doch keinen Putsch, keinen Bürgerkrieg in Ihrem Land, sagt er. Keinen US-Einsatz, um das absolut unvorhergesehene Blutvergießen zu stoppen. Keine bedauerlichen Zwischenfälle wie den Tod Ihrer Frau und das Verschwinden Ihres Kindes in irgendeinem Vergewaltigungscamp im Irak. Deshalb werden Sie den harten Unterhändler spielen, aber am Ende alles schlucken, was man Ihnen in Brüssel auf den Tisch legen wird. Die Massenmedien, die sechs Familien gehören, werden alles so drehen, dass es in Ordnung ist. Auf keinen Fall wollen wir die D-Mark zurück. Das würde den US-Dollar unattraktiv machen. Die Schrottwährung Euro muss unbedingt Bestand haben, ansonsten sind wir am Ende. Und jetzt schmeißen Sie ihren Finanzminister raus.
Das sind natürlich völlig an den Haaren herbeigezogene Ideen. So etwas kann schon deswegen nicht passieren, weil Putin so ein Gespräch aufnehmen und veröffentlichen würde. Tsipras ist einfach ein naiver Feigling und dumm, insbesondere europhil. Mehr Motive gibt es da nicht. Mit dem Plan hätte man drohen können, er war also bloße Verhandlungsmasse, welche dann allerdings gegenstandslos wurde:
“Jedenfalls hat er gepokert, als wenn er einen Plan B hätte, um dann völlig einzuknicken.”
Die griechischen Planungen gingen von zwei Fehlannahmen aus. Erstens dass Berlin niemals einen Grexit riskieren würde (entweder falsch oder sehr überzeugend geblufft) und zweitens dass Griechenland durch Primärüberschuss auf eigenen Beinen würde stehen können. Der Primärüberschuss war natürlich weg, als ein Sozialist an die Macht kam, was Sozialisten aber nicht erwarten oder nachvollziehen können. Der Spieltheoretiker hatte sich also verzockt.
Tatsache ist dass die Griechen auch Hakenkreuzflaggen küssen würden, um im Euro zu bleiben. Erwarten Sie von denen nichts, außer Varoufakis macht eine eigene Partei auf und wirbt offen für einen Grexit. Ich rechne nicht damit.
Prof. Dilger mahnt ihn (ganz beamteter Wissenschaftler und der Rechtsordnung verbundener Staatsbürger) natürlich sofort:
Warum schreiben Sie solche verschwörungstheoretischen Sachen, wenn Sie selbst nicht daran glauben? Können Sie sich an irgendwelche Datenleaks durch die US-Regierung erinnern? Herr Snowden hat riesige Datenmengen gegen den Willen der US-Regierung veröffentlicht. Halten Sie das auch für einen geheimen Plan der Regierung selbst? Es zeigt allerdings, wie gefährlich solche Datensammelei ist.
Diese Replik allerdings verrät, daß der sicherlich hochintelligente Professor Dilger den Punkt in dieser Argumentation nicht verstanden hat, oder (was ich für weitaus wahrscheinlicher halte) nicht verstehen wollte, weil er ihn nicht verstehen durfte: nein, Herr Professor, die USA brauchen kein »Datenleak«, um einen abhängigen Politiker zu erpressen (und nicht abhängig von dieser Weltmafia sind eigentlich nur die Russen und Chinesen, mit vielen Einschränkungen vielleicht noch die »großen« BRICS-Staaten wie Brasilien und Indien)! Die USA tun das ganz einfach exakt so, wie Snowdon es in dem Interview gesagt hat — indem sie mit einem Datenleak drohen. Wie es auch höchst plausibel ist — oder gäbe es sonst irgendeine plausible Erklärung für den peinlichen Eiertanz, den die Regierung Merkelstans rund um den NSA-Abhörskandal veranstaltet? Eine wirklich souveräne Regierung müßte doch längst die sie bespitzelnden »besten Verbündeten« mit gestrecktem Mittelfinger aus Deutschland gejagt haben ...

Da mit zunehmender Intensität aus Washington die Stimmen kamen, die einen Euro-Ausstieg Griechenlands als »nicht hilfreich« (um Muttis Diktion zu verwenden) bezeichneten, und sich darein so langsam Töne der Ungeduld mit den widerspenstigen Piefkes mengten, war es also nur wenig verwunderlich, daß zuletzt Tsipras (angeblich), und die Deutschen (tatsächlich) einknickten.

»Peter V.« ist nur in einem Punkt zu widersprechen: Putin würde so ein Gespräch vermutlich mithören können, keine Frage — aber würde er es deshalb veröffentlicht haben? Wohl kaum. Derlei »Granaten« hebt man sich für einen entscheidenden Augenblick auf. Doch der ist nicht gegeben, wenn eine Regierung Tsipras durch eine konzertierte Medienkampagne gestürzt werden kann (und die NATO, natürlich nur aus edelsten Motiven, einen Bündnis[über]fall daraus konstruieren könnte). Nein, Putin ist nicht blöd. Eher die, die jetzt glauben, daß der Grexit (so richtig er aus ökonomischen Gründen a.s.a.p. wäre) auch nur einen Moment vor einem sich abzeichnenden Big Bang kommen wird. Denn bis dahin gilt für unsere Politruks das »Prinzip Hoffnung«. Die Hoffnung auf einen weiteren Verbleib an den Schalthebeln (oder doch wenigstens den gut gefüllten Futtertrögen) der Macht.

Diesen bisher auch tatsächlich exakt so eingetretenen Verlauf jetzt als »verschwörungstheoretische Sachen« diffamieren zu wollen, ist natürlich bequem und karriereschonend (ohne daß ich Prof. Dilger da unedle Motive unterstellen möchte — aber wer eine staatlich dotierte Professur annimmt, der weiß natürlich, daß er bisweilen ein Lied anzustimmen hat, das sein Brotgeber gerade zu hören wünscht). Nur — ist es deshalb auch richtig ...?

Montag, 27. Juli 2015

Die Einschläge kommen näher (und werden dichter) ....

Größter Tagesverlust an Chinas Börsen seit acht Jahren


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Bild: imago/China Foto Press 

Sorgen um die chinesische Wirtschaft belasten die Finanzmärkte. Der Shanghai Composite Index verliert mehr als acht Prozent.
 (DiePresse.com

Sorgen um die chinesische Wirtschaft haben die Börsen der Volksrepublik wieder auf Talfahrt geschickt. Nach drei Wochen Erholung sind Chinas Aktienmärkte wieder in den freien Fall übergegangen. Der Component Index in Shenzhen stürzte am Montag um 7,59 Prozent ab. Der Shanghaier Composite Index verlor sogar 8,48 Prozent, was der größte Tagesverlust seit acht Jahren ist. 
 



Die Realitätsnähe von Hollywood-Filmen

... wird immer wieder kritisch hinterfragt. Insbesondere der Genre des Action-Films, wenn irgendein Kerl (darf auch eine Frau sein, mit stets perfektem Makeup, selbstmurmelnd ...) aus dem Helikopter auf ein Hochhausdach springen will, dieses verfehlt — und circa 20 Etagen tiefer auf einem zufällig vorbeifahrenden LKW mit Ladeplane landet, nach einer kühnen Rolle rückwärts vom fahrenden Lastwagen abspringt und wie wild um sich ballert ... nun ja: die Realität sähe eher nach Kranzspende und einer Witwenpension (so verheiratet gewesen) aus.

Bisweilen freilich erreichen Hollywood-Productionen dieser Sorte freilich eine Realitätsnähe, die einem schier den Atem verschlägt: so z.B. mit dem eben in Wien präsentierten Spektakel von und um Tom Cruise: »Mission Impossible V«. Natürlich gibt's wieder Actions-Szenen zu Hauf, in denen einfach unmögliches vorgeführt wird. Das ist halt David Copperfield für Kinobesucher, und bedarf keines weiteren Kommentars. Love it or leave it ... Aufschlußreich hingegen ist ein anderes Detail an diesem Film, das sogar einem »Kurier«-Filmkritiker auffiel:
Skurriles Detail am Rande: Während der britische Premier im Film mit einem Schauspieler besetzt ist, der entfernt David Cameron ähnlich sieht, ist der Österreichische Bundeskanzler, der bei einem Opernbesuch von Attentätern gleich in mehrere Visiere genommen wird, so unscheinbar, dass man ihn gleich wieder vergisst und sein Darsteller gar nicht in der Besetzungsliste aufscheint. 
Und hier kann man nur erschauern ob der Realitätsnähe Hollywoods! »So unscheinbar, daß man ihn gleich wieder vergißt« — wenn dereinst ein wahres Wort in Faymanns Nekrolog geschrieben werden sollte, so müßte dieses Zitat sein.

Sonntag, 26. Juli 2015

Das eloquente Aushängeschild der »Linken«

... jener namentlich besser nicht zu erwähnende »IM Notar« bestreitet stets, mit allen Anzeichen der persönlichen Erbitterung, daß die DDR »ein Unrechtsstaat« gewesen sei. Sowas pöhses könne man doch nur von der Naiz-Dikatur behaupten, nicht wahr? Die DDR war ... ... nun ja, nicht gerade, zugegeben, ein lupenreiner Rechtsstaat — aber »Unrechtsstaat«, nein, das geht gar nicht!

»IM Notar« ist eingeladen, den Wikipedia-Artikel über Karl-Albrecht Tiemann, der heute vor sechzig Jahren von der DDR-Justiz ermordet wurde, zu lesen — und uns dann zu sagen, ob er noch immer der Ansicht ist, die DDR sei »kein Unrechtsstaat« gewesen ...
Karl-Albrecht Tiemann (* 1902 in Cottbus; † 26. Juli 1955 in Dresden) war ein deutscher Philologe, Geheimdienst-Mitarbeiter und Opfer der DDR-Justiz.
Nach Abschluss der Schulausbildung studierte Tiemann Philologie. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Wehrmacht und unterhielt Verbindungen zur Widerstandsgruppe des Kreisauer Kreises um Helmuth James Graf von Moltke. Zum Kriegsende geriet Tiemann in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er in seine Geburtsstadt Cottbus in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone zurück und wurde Dozent an der dortigen Volkshochschule. 1948 trat Tiemann der SED bei, überwarf sich aber schnell mit der Partei, und erhielt zunächst Lehrverbot an der Volkshochschule, was später auch auf seinen Privatunterricht ausgeweitet wurde.
Da Tiemann in der DDR keine Lebensperspektive mehr sah und dem sozialistischen Regime zunehmend kritisch gegenüberstand, siedelte er mit seiner Familie ins damalige West-Berlin über und lebte hier im Ortsteil Zehlendorf. Hier arbeitete er zunächst für die Geheimdienste des Vereinigten Königreiches und Frankreichs, bevor er 1954 in den Dienst des Verfassungsschutzes Berlin trat. Hier soll er mit dem Aufbau eines Informantennetzes in der DDR beschäftigt gewesen sein. Wegen seiner Tätigkeiten in West-Berlin gegen die DDR geriet Tiemann schnell ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, zumal die DDR seine Übersiedlung nach West-Berlin als illegal ansah.
Am 1. August 1954 wurde er von einem Cousin seiner Ehefrau in eine Falle gelockt, von einer Operativgruppe des MfS der DDR über die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR nach Potsdam entführt und inhaftiert. Im April 1955 wurde Tiemann vor dem Bezirksgericht Cottbus der Prozess wegen „Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten“ gemacht. In dem Geheimprozess wurde Tiemann schließlich zum Tode verurteilt. Die von seinem Pflichtverteidiger eingelegte Berufung wies das Oberste Gericht der DDR einen Monat später zurück, das Gnadengesuch an DDR-Präsident Wilhelm Pieck wurde abgelehnt. Am 26. Juli 1955 wurde Karl-Albrecht Tiemann im Zuchthaus Dresden mit dem Fallbeil enthauptet.
Seinen von der Staatssicherheit zurückgehaltenen Abschiedsbrief erhielt die Familie erst nach der deutschen Wiedervereinigung. Die Arbeitsgemeinschaft 13. August e.V. beantragte schließlich die Rehabilitation Tiemanns. Anfang Mai 2006 erklärte das Landgericht Cottbus das DDR-Todesurteil für rechtsstaatswidrig und hob es auf, da es “der politischen Verfolgung gedient” habe.
Karl-Albrecht Tiemann war verheiratet und hatte zwei Kinder.