Dienstag, 22. Juli 2014

Robert Parry

... der bekannte Enthüllungsjournalist, der schon in den 80er-Jahren in die dubiose Iran-Contra-Affaire durch seine Recherchen einiges Licht brachte, könnte auch diesmal für Aufklärung sorgen:
Die amerikanische Investigativ-Website Consortiumnews.com berichtet, dass die Auswertung der US-Satellitenbilder vom Tag des Abschusses von Flug MH17 über der Ostukraine offenbar zu einem für die Amerikaner überraschenden Ergebnis geführt hat.

Demnach zeigen die Satelliten-Bilder der CIA, dass die Buk-Raketenbatterien in der Ostukraine von Männern in Uniformen der ukrainischen Armee bedient worden sein sollen. Der Reporter Robert Parry, der die Seite betreibt und seit seiner Enthüllung des Iran-Contra-Skandals für die Associated Press und Newsweek sowie den einen erstklassigen Ruf als investigativer Reporter genießt, beruft sich auf Informationen aus US-Regierungskreisen. Parry schreibt:

„Meine Quelle, die mir in der Vergangenheit bereits zutreffende Informationen in ähnlichen Fällen geliefert hat, sagte mir: Die US-Geheimdienste verfügen über detaillierte Satellitenbilder von der verdächtigen Raketenabschuss-Batterie, von welcher die verhängnisvolle Rakete abgefeuert wurde. Doch die Batterie scheint unter der Kontrolle von Soldaten der ukrainischen Regierungs-Armee gewesen zu sein. Ihre Bekleidung sieht aus, als wären es ukrainische Uniformen. 
(Hier weiterlesen)

... zitieren die »DeutschenWirtschaftsNachrichten« aus seiner aktuellen Ukraine-Berichterstattung. Parry ist ziemlich unverdächtig, ein Obama-feindlicher Right-Winger zu sein, und übergroße Nähe zu Putins eher konservativ-paternalistischer Staatsführung dürfte ihm auch nicht nachzusagen sein — umso mehr Gewicht hat daher seine Einschätzung aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden, für gewöhnlich zuverlässigen Quellen.

Wenn sich das alles wirklich als zutreffend erweist, dann erklärt sich freilich, warum die US-Administration bislang so wenig Enthusiasmus zeigte, die medial veranstaltete Kriegshetze-Kampagne durch bloß irgendwas, das entfernt nach einem Beweis aussähe, zu untermauern.

Zeit für eine Serenade

Wann, wenn nicht im Sommer, wenn die Nächte nach langen Sonnenuntergängen unter einem flirrenden Sternenhimmel milde Kühlung atmen ...? 1894, also vor 120 Jahren, vollendete der Wiener Komponist Robert Fuchs, der so gröblich unterschätzte Freund von Johannes Brahms (welcher ja kaum je einen »Konkurrenten« lobte, aber bei Robert Fuchs des Lobes voll war), seine 5. Serenade in D-Dur, op. 53:


Etwas friedliche Musik mag durchaus gut bekommen — in einer unfriedlichen Zeit wie der heutigen ...

Sieht ganz so aus ...

... als wäre das alles schon fix einkalkuliert:
On the heels of a Malaysian Airlines plane being shot down over Ukraine, today the top trends forecaster in the world warned King World News that the world is now headed to a major war. Below is what Gerald Celente, founder of Trends Research and the man considered to be the top trends forecaster in the world, had to say in this timey and powerful interview.

Eric King: “Gerald, what do you see for the back half of this year? Any surprises?”

Celente: “I always say that no one can predict the future. There are always the wild cards. This plane blowing out of the sky, for example, is a wild card. Everyone knows that the markets are manipulated. Everyone knows that the only things pumping it up are the record low interest rates. Everyone knows who is not selling propaganda on CNBC, Bloomberg, or the rest of the presstitute channels that call themselves business news.
Na, dann ...

Nicht, daß man das nicht schon seit längerem vermutet hätte ...

... sondern daß es mittlerweile offenbar schon so unleugbar dokumentiert nachweislich ist, daß es sogar in der Systempresse nicht länger verschwiegen werden kann ...
USA: Das FBI schuf sich seine Terroristen


Seit den Anschlägen von 9/11 hat die US-Bundespolizei gezielt Geisteskranke, Jugendliche und Kleinkriminelle mit Geld, Waffen und Attentatsplänen versorgt, kritisiert Human Rights Watch.


Washington. Rezwan Ferdaus war arbeitslos, schwer depressiv und trug Windeln für Erwachsene, weil er seine Harnblase nicht kontrollieren konnte. Laguerre Payen litt unter Schizophrenie und sammelte in seiner Wohnung Flaschen voller Urin. James Cromitie, ein ehemaliger Drogensüchtiger, hat einem Psychiater von seinen Halluzinationen erzählt. Shawahar Matin Siraj hat laut Gutachten eines forensischen Psychologen „eingeschränktes Urteilsvermögen“ und war „für Manipulationen empfänglich“; seine liebste Beschäftigung waren Pokémon-Videospiele.


Das hinderte die US-Bundespolizei FBI nicht daran, Ferdaus, Payen, Cromitie und Siraj in Pläne für Terroranschläge zur verwickeln, die von FBI-Spitzeln ausgearbeitet worden waren. Das FBI fabrizierte nicht nur die Anschlagsvorhaben, sondern bot den Männern auch Geld an und besorgte ihnen Kameras, um die mutmaßlichen Anschlagsziele auszukundschaften, DVD-Spieler, um sich radikale islamistische Videos anzusehen, sowie Attrappen von Boden-Luft-Raketen und Sprengstoff.

(Hier weiterlesen)
Ach ja — wie war das geschwind mit der Rechtsstaatlichkeit der USA, dieses wahren Leuchtfeuers der Demokratie und Freiheit, oder so ...? Und wie steht's mit der Glaubwürdigkeit von Vorwürfen der USA gegenüber Gegnern? Die sind vermutlich ebenso »echt« wie diese CIA-Fabrikate vor Gericht. 

Ein treffender Satz über diese Mischpoche in einem »Presse«-Posting:
Die Politik der Groß- und Supermächte ist nur die Unterhaltungsabteilung der Rüstungskonzerne.
Touché! Wobei diese »Unterhaltungsabteilung« für meinen Geschmack etwas zu einseitig an der Produktion von Gruselschockern arbeitet ...

Was alles im Blut eines vom East-Coast-Establishment erhofften

... Weltkriegs ersäuft werden könnte: beispielsweise dies hier. Oder Oder jenes. Das Problem dabei ist bloß: all die Leichen liegen dann noch immer herum, zwar in einem Blutmeer verborgen, aber keinen Deut weniger existent und verpestend-verwesend als vorher. Denn eine Änderung geht nicht mit Bomben und gehyptem Hurra-Patriotismus, sondern nur durch eine Änderung des Wirtschafts- und Geldsystems zurück zu gesunden Verhältnissen.


Schon einmal, nämlich vor heute fast exakt hundert Jahren, glaubte die Welt ihre damaligen (verglichen mit den heutigen: lächerlich geringen!) Probleme durch ein »Stahlbad« kurieren zu können. Das Ergebnis war ein — von Bürgerkriegen, Armut, Hunger und Phasen des Scheinfriedens unterbrochener — zweiter Dreißigjähriger Krieg, an dessen Ende zwei Atombomben-Abwürfe durch die »Guten« standen.

Die Chancen sind intakt, daß sich dieser Wahnsinn zeitverschoben auch in unserem Jahrhundert wiederholt. Und das alles für jene Brut in Wall Street und City of London, die ihren Kragen mit ergaunerten Milliarden und Billionen nicht voll genug kriegen konnte ...

Montag, 21. Juli 2014

Es gibt eigentlich nicht so viele Möglichkeiten ...

This is the complete list of possibilities:

1.    Russia shot the plane down on purpose
2.    Russia shot it down by mistake.
3.    Ukraine shot it down on purpose
4.    Ukraine shot it down by mistake
5.    The rebels shot it down on purpose
6.    The rebels shot it down by mistake

We can rule out 1. for the reason that Russia would have absolutely nothing to gain from doing something like this. For the very same reason 5. can also be ruled out. The rebels would probably take great pains to avoid shooting down a civilian plane, since it can only hurt their cause, while gaining them absolutely nothing. 2. sounds highly unlikely as well, given the crash happened in Ukrainian territory. Why would Russia shoot at anything flying over Ukrainian territory, even by mistake?  As far as we are concerned, 4.and 6. are the most likely options. In other words, most probably someone made a stupid and tragic mistake.
The main question seems to be whether the rebels had the kind of weaponry that could actually hit an airplane flying at 35,000 feet. It is well known by now that if the plane was shot down, a BUK missile system is the most likely culprit. Ukraine's army is definitely in possession of these systems. Whether the rebels also have or had one is a matter of conjecture at this point, but it is certainly possible. No doubt Russia has in fact helped arm the rebels to level the playing field between them and the Ukrainian army.
One thing seems nearly certain though: if the plane was indeed shot down (note that there is no certainty yet on this point) it would most likely not have happened had Poroshenko agreed to prolonging the ceasefire as both EU officials and Russia's government urged him repeatedly to do.

Conclusion:

If it turns out that the plane has indeed been shot down, it was most likely due to a terrible mistake. The plane crash is a great tragedy, but there is no reason to compound the tragedy by letting warmongers and interventionists misuse it for their purposes. 
Vorstehender Zusammenfassung auf »Acting Man« ist in der Tat nur wenig hinzuzufügen. Außer der vielleicht interessanten Frage, warum die 3. Möglichkeit im Artikel nicht angesprochen wird. Denn im Gegensatz zu den Separatisten und zu Rußland, die durch einen gewollten Abschuß nur verlieren, aber nichts gewinnen könnten, könnte die Ukraine durchaus auch auf einen medialen Solidarisierungseffekt gesetzt haben, um endlich freie Hand zu haben, den Osten der Ukraine mit Unterstützung der Nato plattzumachen (und darauf zu spekulieren, daß sich Putin wohl nicht wegen Donezk auf einen Weltkrieg einlassen würde).

Ist das zu böse und zynisch gedacht? Nun, sicherlich ... ehrenhaft ist solch ein Handeln nicht zu nennen! Aber wer einst in Kiew zum Zweck, eine Eskalation zu provozieren, auf die eigenen Leute schießen ließ, oder in Odessa ein Gewerkschaftsheim samt Insassen lachend abfackelte und bislang jede Aufklärung zu diesen beiden Verbrechen zu verhindern wußte, dem könnte auch ein gezielter Abschuß einer Zivilmaschinen durchaus zugetraut werden. Jedenfalls mit weitaus größerer Plausibilität, als solches bei den Separatisten oder bei Rußland möglich wäre.

Interessante Fragen

... auf die wir in unserer gleichgeschalteten Systempresse keine Antwort bekommen werden. Genauer gesagt — von welcher wir nicht einmal die Existenz dieser Fragen erfahren werden:
Ukraine hasn’t said how it immediately knew rebels downed Malaysian plane, notes the Russian Foreign Ministry, as it unveils 10 awkward questions for Ukraine (and perhaps the US 'snap judgment') to answer about the MH17 disaster. However, what is perhaps more concerning for the hordes of finger-pointers is that:
  • RUSSIA HAS IMAGES OF UKRAINE DEPLOYING BUK ROCKETS IN EAST: IFX
  • RUSSIA: UKRAINE MOVED BUK NEAR REBELS IN DONETSK JULY 17: IFX
  • RUSSIA DETECTED UKRAINIAN FIGHTER JET PICK UP SPEED TOWARD MH17
Obviously, if there is proof that this is so, aside from CIA-created YouTube clips, these would deal another unpleasant blow to US foreign policy. 
Wie auf diesem Blog bereits am 18. Juli morgens zu lesen war:
Seltsam nur, daß bis dato von den USA noch keine gestochen scharfen Photos von Spionagesatelliten vorgelegt wurden. Eine Rakete fliegt bekanntlich schnell, aber doch deutlich langsamer als eine Gewehrkugel — und sie hinterläßt eine deutlich sichtbare Spur ihrer Bahn. Einen Flieger aus 10 km Höhe abzuschießen muß also eine wunderbare Photostrecke ergeben. Denn es war Tag, die Sicht war soweit klar, und daß die Fernrohre der diversen Spionagesatelliten derzeit auf die Ukraine fokussiert sind, darf als gegeben betrachtet werden.
 Es wird spannend! Todsicher ...

»Russian roulette with your baby's life«

Mit diesen alarmierenden Worten endet ein Artikel von Christin Scarlett Milloy im Online-Magazine »Slate«:
Imagine you are in recovery from labor, lying in bed, holding your infant. In your arms you cradle a stunningly beautiful, perfect little being. Completely innocent and totally vulnerable, your baby is entirely dependent on you to make all the choices that will define their life for many years to come. They are wholly unaware (at least, for now) that you would do anything and everything in your power to protect them from harm and keep them safe. You are calm, at peace.
Suddenly, the doctor comes in. He looks at you sternly, gloved hands reaching for your baby insistently. “It’s time for your child’s treatment,” he explains from beneath a white breathing mask, shattering your calm. Clutching your baby protectively, you eye the doctor with suspicion.
You ask him what it's for.
“Oh, just standard practice. It will help him or her be recognized and get along more easily with others who've already received the same treatment. The chance of side effects is extremely small.” This raises the hairs on the back of your neck, and your protective instinct kicks your alarm response up a notch.

“Side effects?”(Hier weiterlesen)
Der Hwd. Chorherr Alipius C. Müller, dessen Blog ich dieses Internet-Fündlein verdanke, resümiert seinen Kommentar zu obigem Artikel wie folgt:
Die mit meiner Stirne auf der sonnenbeschienenen Terrasse zu Bamberg zerschlagene Tischplatte mußte ich übrigens nicht bezahlen. Ich zeigte der besorgt herbeigeeilten Hotelkraft den Artikel und erhielt nicht nur maximales Verständnis sondern zur Aufmunterung auch noch einen Cocktail meiner Wahl aufs Haus. 
Exakt auf den Punkt gebracht! Mehr kann man dazu nicht sagen ... oder vielleicht doch? Nun, wie ich schon öfter schrieb: »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte ...«


Müssen all unsere gesellschaftlichen Normen wirklich nach der Selbsttherapie-Tröte eines zur Frau umgebauten Mannes mit rosa Halstuch und lila Flitter-Kleidchen tanzen ...?

»Why Vladimir Putin is not to blame for MH17«

... betitelt sich ein Artikel von Maria Dubovikova in der englischen Ausgabe von Al Arabiya News. Nun ist Al Arabiya ja nicht gerade ein Standardmedium für LePenseur, doch über einen anderen Artikel (über den Wahnwitz, der im Gebiet des selbsternannten »Kalifen« derzeit betrieben wird) gelangte auch diese sehr plausible Analyse in die Aufmerksamkeit des Lesers:
The worst of any international tragedies is brought out when some people or even whole governments try to speculate on a disaster, while pursuing their own interests and goals. What was the Ukrainian reaction that came right after the crash was announced? It was a call for a NATO and U.S. ground military operation against the rebels in Eastern Ukraine.
Immediately and expectedly, the Ukrainian government blamed the rebel groups and some time later Russia was blamed. The Daily Mail, The Sun, The Mirror and several other major Western tabloids took this version as the only version of the catastrophe, according to their editorials the next day. With no investigation and no exact facts, the self-proclaimed judges delivered their accusations. At the same time, Dutch and Malaysian press was cautious. World political leaders, even the U.S. president, avoid lunging into the mess, calling for investigation instead.
This catastrophe cannot be understood without being seen within a global and regional framework. The conflict in Ukraine has endured for several months with no evident tendencies of de-escalation.
After Crimean referendum, Russia is blamed for the support of the rebels and self-proclaimed republics. There is no reliable proof of this, but this conviction is widely shared among those who don’t nourish a feeling of sympathy either for Russia, or Putin. The possession of heavy weapons by the rebels could be simply explained by the capture of military equipment from the Ukrainian army during its several military successes. International tensions over the crisis have been growing before the current escalation. It’s very dubious that the Kremlin would take this extremely dangerous step of supporting the rebels with weapons.
Wir können freilich davon ausgehen, daß diese und ähnliche Überlegungen in den Mainstream-Medien nie auftauchen werden. Hier wird von den »qualitätsbewußteren« dieser Sorte höchstens eine kurze Schamfrist gewahrt, in der die Sachlage als noch nicht eindeutig geklärt bezeichnet wird, damit den Lesern der Propagandacharakter der »Berichterstattung« nicht allzu offensichtlich gemacht wird. Nun — auch diese Taktik verfängt (dank Internet und seiner Infomrationskanäle) freilich immer weniger. Längst wissen die, die nicht nur tumb vor der Glotze sitzen und Aktuelle Kamera gucken, daß die Systempresse lügt wie gedruckt (bzw. wie auf den Monitor gepixelt). 

Für die Erkundung der Wahrheit dienliche Informationen findet man mittlerweile längst woanders — z.B. hier, oder hier oder hier. Jaja, wir wissen: das sind alles bloß Verschwörungstheoretiker. Krude, selbstmurmelnd. Und die Wahrheit ist auf Seiten Amerikas. Wie damals bei den »weapons of mass destruction« im Irak ...

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P.S.: »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte«, weiß der Volksmund. Und hat damit recht, wenn man sich bspw. dieses Bild (Quelle) ansieht:


Da haben entweder
1. Pilot plus Navigator plus Flugsicherung der Ukraine die sprichwörtlichen »Gurkenscheiben« vor den Augen gehabt; ode
2. es gab eine speziellen Grund, gerade diese Flugroute zu wählen (d.h.: die wird ja vom Flugzeug nicht frei »gewählt«, sondern — außer im Fall eines unvorhergesehenen Defekts, der bspw. zu einer Notlandung zwingt — vielmehr von der Flugsicherung exakt vorgegeben).
Daß dieser Grund von den pöhsen Separatisten aus Donezk der malaysischen Maschine ein- oder gar vorgegeben werden konnte — sorry, aber wer das glaubt, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann ...

Sonntag, 20. Juli 2014

Ein Zitat

Welche Wirkung übte das Attentat vom 20. Juli nun tatsächlich aus?

Der Mann, auf den es abgesehen war, wurde leicht verletzt. Seine körperliche Verfassung, die ohnehin nicht die beste war, wurde noch mehr geschwächt. Sein seelisches Gleichgewicht wurde für immer gestört. Alle bösen Geister, die in ihm geschlummert hatten, wurden auf den Plan gerufen. Er kannte nun keine Hemmungen mehr.

Sollte das Attentat ernste Auswirkungen auf den deutschen Regierungsapparat haben, so hätten die wichtigsten Träger des nationalsozialistischen Regimes gleichzeitig mit Hitler beseitigt werden müssen. Aber von diesen war niemand beim Attentat zugegen. Für die Beseitigung von Himmler, Göring, Goebbels, Bormann — um nur die Wichtigsten zu nennen — war nicht vorgesorgt. Die Verschworenen hatten sich nicht die geringste Gewähr zu verschaffen versucht, daß sie ihre politischen Pläne im Falle des Gelingens des Attentats auch wirklich durchführen konnten. Der Attentäter, Graf Stauffenberg, war sich dieser Schwäche seines Planes auch klar bewußt, denn er hatte seine Absicht bereits einmal aufgegeben, als er wenige Tage zuvor auf dem Obersalzberg bemerkte, daß Himmler und Göring, mit deren Anwesenheit er gerechnet hatte, nicht im Saale waren. Mir ist nicht bekannt, weshalb Graf Stauffenberg am 20. Juli zur Tat schritt, obwohl die Voraussetzungen für den vollen, politischen Erfolg seines Schrittes fehlten. Vielleicht hat ihn ein Haftbefehl gegen Dr. Gördeler zur Tat getrieben.

Sollte das Attentat ferner selbst im Falle der Tötung Hitlers zur Übernahme der Macht durch die Verschworenen führen, so mußten die hierzu nun einmal notwendigen Truppen sicher sein. Die Verschworenen verfügten aber über keine einzige Kompanie. Sie waren daher nicht einmal in der Lage, die Macht in Berlin an sich zu reißen, als Graf Stauffenberg mit der falschen Nachricht vom Eroflg seines Anschlages aus Ostpreußen in Berlin landete Die Offiziere und Männer der für „Walküre“ aufgebotenen Verbände hatten keine Ahnung, worum es ging. Daraus erklärt sich auch ihr „Versagen“ im Sinne der Verschwörer. Auch die von mir aus ganz anderen Gründen genehmigte Verzögerung des Abtransportes der Lehrtruppen der Panzerwaffe konnte nicht zum Erfolg beitragen, weil die Verschwörer gar nicht wagen konnten, die Truppe und ihre Führer in ihre Pläne einzuweihen.

Die außenpolitischen Voraussetzungen für einen Erfolg des Attentats waren nicht gegeben. Die Beziehungen der Verschworenen zu maßgebenden Politikern des feindlichen Auslands waren spärlich. Keiner der maßgebenden feindlichen Politiker hatte sich auch nur im mindesten zu Gunsten der Verschworenen festgelegt. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man sagt, daß die Aussichten des Reichs bei Gelingen des Attentats um nichts besser gewesen wären, als sie es heute
[Anm.: 1950] leider sind. Es ging unseren Feinden eben nicht nur um die Beseitigung Hitlers und des Nazismus. 

(aus: Heinz Guderian, Erinnerungen eines Soldaten, S 327 f.)

Samstag, 19. Juli 2014

Friedrich Sieburg

... wurde im Jahr 2004 aus Anlaß der 40. Wiederkehr seines Todestages von der Konkurrenz gelobt. Von der angeblich konservativen »Welt«. Und das las sich dann so:
Unter Kennern ist es schon lange Konsens: Er war einer der großen Stilisten deutscher Sprache, würdig einer editorischen Gleichbehandlung mit Kurt Tucholsky oder Alfred Polgar. Sein "Robespierre" zählt zu den wichtigsten Dokumenten einer dissidenten Literatur im Dritten Reich. Seine frankreichkundliche Publizistik prägt bis heute unser Bild des Nachbarlandes. Und was er nach 1945 für die intellektuelle Westbindung des deutschen Bildungsbürgertums getan hat, kann ebenfalls nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und doch ist Sieburg wahrscheinlich der unbekannteste unter den bekannten Publizisten des vergangenen Jahrhunderts. Aus Anlass seines 40. Todestages am 19. Juli erschien gerade mal ein Artikel - in der "FAZ" referierte Jürg Altwegg über die Probleme, die noch heute die Franzosen mit ihm haben.

Im Übrigen geht alles schief. Kein Buch von ihm mehr vorrätig, seitdem Sieburgs Stammverlag, die DVA, seine Bücher aus dem Verkehr gezogen hat.
»Es scheint ein Fluch über Sieburg zu schweben. Warum? Welche Dynamik ist da wirksam?« fragt der Welt-Feuilletonist noch mit gerunzelter Denkerstirne. Ach geh! Welche »Dynamik«, wohl ...? Die Antifanten-Dynamik der Faschismus-Keule, guter Mann! Noch nicht behirnt, daß man als Mensch, der das Unglück hatte, sich zwischen 1933 und 1945 in Deutschland aufzuhalten, heutzutage eigentlich nur eine Chance auf eine faire Behandlung hat, wenn man nachweislich Jude, nachweislich schwul oder nachweislich links war/ist?! Sieburg ermangelte es da an allem ...

Sicher: Sieburg war kein Held des Widerstandes — das wären aber all die Maulhelden, die ihm das jetzt ankreiden, ebensowenig gewesen! Denn die machen beim kleinsten Stirnrunzeln des örtlichen Muselmanen-Imams, irgendeiner Gender-Kommission oder Frauenbeauftragten bereitwillig in jede Hose, die man ihnen hinhält. Journaillisten, die sich — allein die jüngste »Berichterstattung« über die Ukraine belegt es tausendfach — bereitwilligst zu Propagandapamphletisten instrumentalisieren lassen, wenn es denn bloß der Wille der jeweiligen Zeitungsmacher ist, schütten Häme aus über einen, der im kriegsführenden NS-Staat lieber überlebte, als im KZ als Widerständler zu krepieren — es ist nur mehr ekelerregend ...

Ja, sicher: Sieburg war nicht unbedingt ein angenehmer Mensch (das extrapoliert LePenseur mit seiner Menschenkenntnis mal aus einigen Porträtphotos und dem Stil und Duktus der Bücher und Rezensionen, die er gelesen hat).

Er konnte, zweifellos, arrogant und unduldsam sein, starrköpfig auf seiner Meinung beharren (all diese Eigenschaften teilte er übrigens mit seinem lispelnden Nachfolger MRR) — aber er konnte auch anders; z.B. zugeben, daß er fast ein Meisterwerk »verpennt« hätte:
Mitunter, nicht allzuoft, erfahren wir mit Überraschung, ja fast mit Schrecken, wie nahe wir daran waren, ein schönes und wichtiges Buch zu versäumen. Um ein Haar hätte ich dieses Buch »Sandkorn für Sandkorn« nicht gelesen und hätte mir damit leichtfertig ein großes Leseglück verscherzt.
... schrieb er über ein 1960 erschienenes Buch eines weithin unbekannten Schweizer Autors. Leicht wäre es für ihn gewesen, mit ein paar mäkelnden Anmerkungen zu »beweisen«, daß das Versäumnis kein so großes gewesen sei, um damit seine Position als allmächtiger Kritiker der Literaturszene zu untermauern. Sieburg reagierte anders — und seine Rezension brachte dem Buch (und damit dem Autor) den lange ersehnten Durchbruch aus der Enge der Schweiz in den gesamten deutschen Sprachraum.

LePenseur kennt nicht allzu viele heutige Rezensenten, die — ihre Allwissenheit und Bedeutsamkeit pretentiös vor sich hertragend — solch peinliches »Übersehen« freimütig eingestehen wollten. Davon, daß sie es auch nicht mit dieser Eleganz formulieren könnten, wollen wir doch lieber gleich absehen ...

Freitag, 18. Juli 2014

»Alarmstufe Rot«

... meint der ehemalige verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU und Ex-Vizepräsidenten der OSZE zum Ukraine-Konflikt, Willy Wimmer in einem Artikel auf Telepolis. Nun, dann wird's ja lustig werden, demnächst ...

Zufälle! Nichts als Zufälle ... (Forts.)

»DiePresse« schreibt (von APA/DPA/AFP ab):

Flug MH17: Drittel der Passagiere waren Aids-Aktivisten

108 von 298 Insassen des vermutlich abgeschossenen Flugzeugs waren auf dem Weg zum Welt-AIDS-Kongress im australischen Melbourne.
Am Morgen nach dem vermutlichen Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines werden immer mehr Details zu den Passagieren bekannt: Bei mehr als einem Drittel der Fluggäste - 108 von 283 - handelte es sich um AIDS-Aktivisten und deren Angehörige, die von Amsterdam auf dem Weg zum Welt-AIDS-Kongress im australischen Melbourne gewesen waren. Dies teilte die International AIDS Society mit.
Au Backe! Da kann sich Putin aber warm anziehen, denn damit ist es doch schon so gut wie sicher, daß es die pöhsen, homophoben Russen waren, die den Flieger runterholten, denn bekanntlich sind AIDS- Aktivisten zum nicht geringen Teil vom anderen Ufer. Wozu noch Beweise sammeln (außer pro forma für die Akten oder ein »Weißbuch« der UNO), wo doch jetzt die Propagandawalze wie geschmiert läuft ...

Wenn jetzt noch herauskommt, daß Bambi im Frachtraum mitflog, springen noch WWF und Global 2000 auf den Zug der Zeit — und dann ist Wladimir geliefert!

Seltsam nur, daß bis dato von den USA noch keine gestochen scharfen Photos von Spionagesatelliten vorgelegt wurden. Eine Rakete fliegt bekanntlich schnell, aber doch deutlich langsamer als eine Gewehrkugel — und sie hinterläßt eine deutlich sichtbare Spur ihrer Bahn. Einen Flieger aus 10 km Höhe abzuschießen muß also eine wunderbare Photostrecke ergeben. Denn es war Tag, die Sicht war soweit klar, und daß die Fernrohre der diversen Spionagesatelliten derzeit auf die Ukraine fokussiert sind, darf als gegeben betrachtet werden.

Aber vielleicht war das alles auch irgendwie doch ganz anders ...

Wir können aber davon ausgehen, daß ein paar traditionsbewußte Menschen offensichtlich darum bemüht sind, den 28. Juli 2014 zu einem würdigen Weltkriegs-Jubiläumstag zu gestalten. History revisited, sozusagen ...

In memoriam Ricarda Huch (Hundert notwendige Gedicht XIII)

Warum über Ricarda Huch ein Gedächtnis auf diesem Blog? Es gibt doch fürwahr mehr als genügend Würdigungen dieser Dichterin, selbst der Wikipedia-Artikel ist recht wohlgelungen und informativ — warum also ein Artikel ...?

Eigentlich nur aus drei Gründen: einerseits, um ein geringschätzig als qualitätsschwach, wenngleich gut verkauft, beurteiltes »Nebenwerk« in Erinnerung zu rufen — dann einer Anekdote wegen. Und schließlich wegen eines Gedichts ...

Das Nebenwerk ist der im München vor dem Ersten Weltkrieg spielende Kriminalroman »Der Fall Deruga«. Die Autorin selbst nannte ihn einen »Schundroman«, da konnte auch der Kritikergott der FAZ (nicht der, dessen morgen gedacht sei, sondern sein lispelnder Nachfolger) wenig daran ändern. Und dennoch: der Autorin muß in ihrem Urteil widersprochen werden! »Schundroman« ist es keiner — wohl leichtgewichtiger als die ernsten historischen Gemälde, die sie bspw. über den 30-jährigen Krieg entwarf. Aber das liegt in der Natur der Sache und tut den treffend modellierten Personen (und in der des Protagonisten, des Dr. Deruga, scheint sich zum Teil ihr erster Ehegatte, der italienische Zahnarzt Ceconi wiederzufinden) und spannenden Gerichtssaalschilderungen keinen Abbruch. Wer also in die »Belle Epoque« Münchens reisen möchte, kann es qualitätvoll auf unterhaltsame und spannende Weise mit diesem Roman.

Und nur zur Anekdote: als Ricarda Huch in München mit dem Dichterfürsten Stefan George bekannt gemacht wurde, fragten sie Freunde nach der Begegnung, wie Stefan George denn überhaupt so sei, wie er aussähe etc. ... Ricarda Huch antwortete etwas süffisant: »Er sieht aus wie eine alte Frau, die wie ein alter Mann aussieht«. Doch gemach, Frau Doktor! Hochmut kommt vor dem Fall — denn wenn man dieses Bild

 
... betrachtet, ist der Gedanken, daß Ricarda Huch ihrerseits aussah wie ein alter Mann, der wie eine alte Frau aussieht, kaum von der Hand zu weisen.

Und das Gedicht ...? Nun, eines ihrer Sonette ist zu einem meiner Lieblingsgedichte geworden über die Zeit – das man vielleicht erst zu würdigen weiß, wenn man dem Abend, der Nacht selbst entgegengeht:


U
ralter Worte kundig kommt die Nacht;
Sie löst den Dingen Rüstung ab und Bande,
Sie wechselt die Gestalten und Gewande
   Und hüllt den Streit in gleiche braune Tracht.

   Da rührt das steinerne Gebirg sich sacht
Und schwillt wie Meer hinüber in die Lande.
Der Abgrund kriecht verlangend bis zum Rande
   Und trinkt der Sterne hingebeugte Pracht.

Ich halte dich und bin von dir umschlossen,
   Erschöpfte Wandrer wiederum zu Haus;
So fühl ich dich in Fleisch und Blut gegossen,

Von deinem Leib und Leben meins umkleidet.
   Die Seele ruht von langer Sehnsucht aus,
Die eins vom andern nicht mehr unterscheidet. 


Uralter Worte kundig — das war Ricarda Huch, wie wenige vor und nach ihr ...





 

Donnerstag, 17. Juli 2014

Zufälle! Nichts als Zufälle ...

Zufällig ist vor einigen Monaten, als es darum ging, den pöhsen Diktator der Ukraine zu entmachten, ein Flugzeug der Malaysischen Luftfahrtgesellschaft einfach verschwunden. zufällig ist jetzt, wo es darum geht, möglichst schnell zu einem Kriegsgrund gegen Rußland zu kommen, ein malaysisches Flugzeug in der Ukraine abgestürzt:

Malaysisches Passagierflugzeug stürzt in der Ukraine ab

Eilmeldung Ein Linienflugzeug der Malaysian Airlines mit 295 Menschen an Bord ist nahe der russischen Grenze verunglückt. Aus dem ukrainischen Innenministerium heisst es, die Maschine sei abgeschossen worden.

In der Ukraine ist nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax ein Passagierflugzeug aus Malaysia abgestürzt. Das Unglück soll sich nur rund fünf Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt ereignet haben. Das meldet Interfax unter Berufung auf eine Quelle in der Luftfahrtindustrie.

Demnach befanden sich 280 Passagiere und 15 Crewmitglieder an Bord der Boeing-777. Die Maschine der Air Malaysia sei auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur gewesen. Sie sei von den Radarschirmen verschwunden und in der Region von Donezk abgestürzt, die teilweise von prorussischen Separatisten gehalten wird. In der Ostukraine liefern sich seit Wochen Soldaten und prorussische Separatisten heftige Gefechte.

Nach Angaben aus dem Kiewer Innenministerium wurde die Passagiermaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Wie die Malaysian Airlines auf Twitter mitteilt, habe man den Kontakt zu Flug MH17 verloren.
... berichtet der Tagesanzeiger. Nun, offengestanden ist es ein wenig überraschend, daß ein ziviles Flugzeug über ein bürgerkriegsgebiet fliegt, noch dazu über eines, in welchem nach aktuellen Berichten schon mehrere Militärflugzeuge abgeschossen wurden. Was, bitteschön, hat eine zivile Airline da zu suchen? Nichts — zivile Flugunternehmen scheuen angesichts der Anschaffungskosten ihrer Flieger solche Gefahrenregionen wie der Teufel das Weihwasser. Was anderes wäre freilich, wenn jemand ein Interesse daran hätte, daß genau so ein ziviles Flugzeug abgeschossen wird. Endlich! Wo's beim ersten Mal leider nicht so recht klappen wollte. Aber das sind sicherlich nur krude Verschwörungstheorien. Es ist vielmehr ein Zufall. Na, sag' ich doch die ganze Zeit ....

UPDATE: Eben gefunden — ein Zitat aus einem Posting:
Ich brauche mir nur die aktuellen Medienmeldungen anschauen und schon gibt es eine klare Tendenz. Es können nur die Separatisten gewesen sein oder sogar die Russen selbst.

Nun frage ich Dich, welchen Sinn ergibt dieser Abschuß?
Wer profitiert von ihm?

Die Separatisten?

Sie haben außer in Rußland und ein paar westlichen Putin-Verstehern keinerlei Unterstützung.
Wenn sie jetzt noch eine unschuldige zivile Maschine vom Himmel holen ist jegliches Verständnis für ihr Anliegen kein Thema mehr.

Die Russen?

Putin versucht verzweifelt ein Hineinziehen in den Konflikt zu verhindern. Er läßt sogar das massenhafte Töten seiner Ex-Landsleute zu, weil er weiß, was ein Eingreifen bedeuten könnte.
Was hätte er davon von der Weltöffentlichkeit als skrupellose Figur demontiert zu werden?
Nichts! Absolut nichts!

Die ukrainische Regierung (von Washington direkt gesteuert), die gerade eine massive Vertreibungspolitik inszeniert und die westliche Wertegemeinschaft inkl. NATO, die den Ukraine-Konflikt überhaupt erst vom Zaun gebrochen hat?

Ja, sie hat ein sehr großes Motiv, denn es läuft zur Zeit überall gegen sie.
Die BRICS-Staaten verbünden sich zu einem finanziellen Schwergewicht, der Syrien-Konflikt läuft zu Ungunsten der Kriegstreiber, der Irak-Konflikt benötigt die Hilfe des Iran und das US-Militär begehrt gegen die zionistische Bevormundung auf.
Von den Unruhen in Palästina möchte ich gar nicht mehr reden.

Und die Schulden-Uhr tickt unaufhörlich. Es wird nur noch im zig-Milliarden Bereich gedruckt, besichert und weitergereicht.

Daher muß ein großer Krieg her – koste es was es wolle.
Wen interessieren da knapp 300 vom Himmel Gefallene?
Die kriegen einen schönen Gedenkstein und fertig.

Und, wer hat in der Vergangenheit keine Skrupel Zivilisten in den Tod zu schicken?
Die Beispiele erspare ich mir – Du kennst sie genauso gut wie ich.
Das Schweinesystem steht am Abgrund und will alles unter sich begraben.
Kriegsgeil ist nur eine Seite und zu der gehören leider auch unsere Eliten.

Da kommt jeder Anlaß (erinnert sei an Lusitania, Tonkin, Brutkästen, WTC und vieles anderes mehr) wie gerufen.
Na ist doch klar: das kann doch nur eine Verschwörungstheorie sein! Unsere Eliten wollen doch nur das Beste. Sie lieben ... aber sie lieben doch ...  ... sie lieben doch alle Menschen! ... nicht wahr?

»Bingo!« (oder, vornehmer: »Touché!«)

... möchte man angesichts zweier Artikel von Karl Eduard ausrufen, in denen er unsere Verhältnisse zur Kenntlichkeit entstellt:

Fernsehzuschauer von Demokratiefernsehen enttäuscht

und

Krieg muß kommen um jeden Preis

Lesenswert!

 

Hairy Women for Bush Fans of All Political Persuations



»University offers female students extra credit for not shaving their armpits«
... informiert uns www.campusreform.org. Manchmal weiß man heutzutage im Internet nicht mehr, wo die Berichterstattung endet und die Satire beginnt:
Female Arizona State University students can receive extra credit for defying social norms and refusing to shave for 10 weeks during the semester.

Women and Gender Studies Professor Breanne Fahs, encourages her female students to cease shaving their underarms and legs during the semester and document their experiences in a journal.

Student Stephanie Robinson said it was a “life changing experience.”

“Many of my friends didn’t want to work out next to me or hear about the assignment, and my mother was distraught at the idea that I would be getting married in a white dress with armpit hair,” Robinson told ASU news.

Men are also allowed to receive extra credit, as long as they shave their bodies from the neck down.

Fahs says the experiment illustrates social issues with gender roles, particularly with the male participants.

“One guy did his shaving with a buck knife,” Fahs said. “Male students tend to adopt the attitude of, ‘I’m a man; I can do what I want.”
Falsch, Frau Professor! Es müßte
Feminist professors tend to adopt the attitude of, I’m a woman; I can do what I want.”
heißen.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Hundert notwendige Gedichte XII — Andreas Gryphius

Es ist alles eitel

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo jetzt noch Städte stehn, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzt noch prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch’ und Bein,
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muss wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach! Was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum’, die man nicht wieder find’t.
Noch will, was ewig ist, kein einzig Mensch betrachten!
Heute vor 350 Jahren, am 16. Juli 1664 verstarb Andreas Gryphius während einer Versammlung der Glogauer Landstände an einem tödlichen Schlaganfall.











Montag, 14. Juli 2014

Steinmeier & Co. — ab in den Knast!

Ein ausgezeichneter Artikel in »Zettels Raum« bewegt LePenseur seine urlaubende Muße zu einem zweiten Posting am selben Tage zu unterbrechen: »Haltet den Hehler!«
So lange es gegen die eigene Bevölkerung geht hat der BND keinerlei Skrupel gezeigt mit der NSA zusammenzuarbeiten, ganz im Gegenteil. Die Zusammenarbeit hat wohl in der Vergangenheit ganz gut funktioniert.
 
Die jetzige Erregung ob der Enttarnung von zwei einfachen Mitarbeitern mutet da schon etwas sehr seltsam an. Hat sich der BND eingebildet, dass er aufgrund seiner willfährigen Zuarbeit einen Sonderstatus inne hat? [...]

Ich kann die Empörung der Regierung nicht zu einem Tick nachvollziehen. Geheimdienste bespitzeln sich gegenseitig, das ist nichts Ungewöhnliches und auch zu erwarten. Geheimdienste rechnen damit, dass das passiert, und es spricht nicht gerade für den BND, wenn er nicht damit rechnet, dass auch ein befreundetes Land genau dieses tut. Aber das ausgerechnet die selben Leute, die sich jetzt (künstlich) aufregen, überhaupt kein Problem damit haben, dass die Bürger seit Jahren (!) bespitzelt werden und auch nach der Meinung selbiger Leute noch mehr bespitzelt werden müssen, das schlägt schon dem Faß den Boden ins Gesicht. 
 
Bevor wir uns dem Hehler widmen sollten wir erstmal dem Dieb im eigenen Land auf die Finger hauen. Und wer immer solche „Geheimverträge“ (wenn ich das Wort schon höre, geht mit die Hutschnur hoch) verantwortet, der gehört nicht zurück getreten, der gehört in den Knast. 
Chapeau, Kollege Llarian! So klare Worte könnte man sich nur wünschen, auch woanders zu hören. Wäre da nicht die moralische Instanz eines Bundespräsidenten gefordert? Ach wo — der feiert in Rio den Endsieg der Gladiatorendemokratie ...
 

Gott sei Dank

... ist der Rummel um die Fußball-Weltmeisterschaft endlich zu Ende gegangen. Der Gastgeber weint um seinen vermurksten Sieg, der WM-Zweite hadert mit dem Schicksal, und der Weltmeister freut sich. LePenseur fragt sich kopfschüttelnd: und dafür mußte man Abermilliarden verpulvern in einem Land an der Schwelle zum Staatsbankrott, mit maroder Infrastruktur? Dafür mußte man tausenden Politruks und Funktionären, die sich im (größeren oder kleineren) Glanz ihrer Fußballmannschaften sonnen durften, Flüge, Festbankette und Hotels bezahlen? Für irgendwelche »weiße Elefanten« von megalomanen Fußballstadien, die später keiner braucht?

Dagegen war das alte Pharaonenhobby »Pyramidenbau« ja noch sinnhaft zu nennen! Bis heute profitiert wenigstens der ägyptische Tourismus davon — wenn nicht irgendwelche Kopfwindel-Idioten der Meinung sind, wieder mal auf Herstellung des muselmanischen Gottesstaates spielen zu müssen.

Irgendwie ist die Menschheit etwas geistesgestört. Das einzig Tröstliche (?) daran: war's je anders ...?

Um die Kultur auch an Tagen wie diesem nicht zu kurz kommen zu lassen — es ist m.E. Zeit für ein


Fußballsonett

D
er Kampf der Kontinente ist vorbei!
Es jubelt laut der (endlich) Erstplacierte,
Beschämt steht da der Zweite, der »Lackierte«,
Die Niederländer grollen ob Platz drei.

Der Brasilianer Herz brach längst entzwei,
Als sie Kolumbien schnöd deklassierte
Und manche Hoffnung allzu früh fallierte,
Und doch — ist letztlich es nicht einerlei

Wer da gewann? Ein Spiel nur ist das ganze —
Und ein gezinktes leider noch dazu!
Es sonnen Funktionäre sich im Glanze,

Und Politruks und Journaillisten trumpfen
befriedigt auf — gelang es doch im Nu
Kritik des Volks durch Spiele abzustumpfen …

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P.S.: im Match 2013 Deutschland gegen Argentinien errang Argentinien (da nämlich der Meister aus Deutschland einfach den Platz räumte)  in der Capella Sistina einen ziemlich billigen Sieg. Nun trugen die Deutschen in Maracanã, der Kathedrale des Fußballs in Rio de Janeiro, einen mühsamen Sieg davon — nur ein Götze machte ihn möglich. Die Fußballfans unter den Lesern dieses Blogs mögen mir verzeihen ... ... aber andersherum wäre es mir lieber gewesen: Argentinien in Rio am Stockerl (für Piefkes: »Treppchen«) — aber dafür nicht dieser linke Götze im Vatikan ...