Samstag, 25. Oktober 2014

»Putins Rundumschlag gegen USA und Ukraine«

... entrüstet sich »DiePresse«, und ist vermutlich vor Entsetzen zu gelähmt, als daß sie noch was anderes könnte, als die APA/dpa/Reuters-Propaganda wortwörtlich abzuschreiben:
Kremlchef Wladimir Putin hat das "Vormachtstreben" der USA als Gefahr für den Weltfrieden kritisiert. Das "einseitige Diktat" Washingtons führe zu einer Verschärfung von Konflikten und zur Entwicklung radikaler Regime, sagte Putin am Freitag bei einem Expertenforum in der Schwarzmeerstadt Sotschi.

"Statt einer Lösung von Konflikten gibt es eine Eskalation, statt souveränen Staaten eine wachsende Sphäre des Chaos, statt Demokratie eine Unterstützung zweifelhafter Gruppen - von offenen Neonazis bis zu islamistischen Radikalen", sagte Putin auf der im russischen Staatsfernsehen übertragenen Konferenz.

"Heute ist die Wahrscheinlichkeit einer ganzen Kette schwerer Konflikte stark gestiegen - samt einer wenn nicht direkten, dann doch indirekten Teilnahme von Großmächten", sagte Putin. Die USA hätten als selbst ernannte Sieger des Kalten Krieges einen Führungsanspruch in der Welt.
(Hier weiterlesen)
Nun, dazu kann man nur sagen: wo er recht hat, da hat er eben recht. Und daran wird noch so eilig verbreitetes Gewäsch aus Washingtons nichts ändern. Denn seit der Beendigung des Sowjetisch-Afghanischen Krieges (also seit einem schlappen Vierteljahrhundert) gibt es zwar eine Unzahl von Kriegen und Militärinterventionen, die von den USA angezettelt, finanziert und durch Truppeneinsatz geführt wurden — aber keinen einzigen Fall, daß eine solche kriegerische Handlung von Rußland ausgegangen wäre.

Nun werden die Transatlantiker höhnisch ausrufen: »Aber die Ukraine! Aber die Krim!« Sorry, das ist Bullshit! In der Ukraine hat nicht Putin einen Janukowitsch gewaltsam an die Macht geputscht, sondern dieser wurde in einer auch von der OSZE als korrekt eingestuften Wahl zum Präsidenten gewählt, und erst Anfang 2014 durch keineswegs korrekt agierende Putschisten mit massiver US-Unterstützung gestürzt — wobei diese »demokratischen Kräfte« gleich als erste Gesetzesänderung eine Entrechtung der nach Millionen zählenden russischen Minderheit (die im im Süden und Osten des Landes bekanntlich die klare Mehrheit stellt) durchpeitschten.

Im Gegensatz zur westlichen Destabilisierungswünschen bestimmte die Krim über ihr Schicksal selbst und erklärte ihre Unabhängigkeit und danach den Beitritt zur Russischen Föderation. Das also als kriegerische Handlung Rußlands zu bezeichnen, ist lächerlich! Demgegenüber ist die Liste der US-Interventionen, lancierten Umstärze und Kriege im letzten Vierteljahrhundert unüberschaubar groß. Wie also, wenn nicht »Vormachtstreben« und »Gefahr für den Weltfrieden« kann so eine Politik genannt werden?

Mit einem Wort: Putin hat recht — und die offensichtliche Propaganda der Systempresse wird — ungewollt — nur ein weiteres Mal die These Ulfkottes von den gekauften Journalisten vor aller Augen unter Beweis stellen. Nun, darüber brauchen wir nicht traurig zu sein, denn je eher dieses Geschmeiß jegliches Vertrauen in der Bevölkerung verliert, desto besser!

Freitag, 24. Oktober 2014

»Zensur im ZEIT-Forum«

... betitelt sich ein (vom Kollegen FDominicus mit Berechtigung anderswo  als »ziemlich angefressen« qualifizierter) Artikel des — leider viel zu selten »beposteten« — MediaScan-Blogs:
Es geht mir schon längere Zeit gehörig auf die Nerven, dass die ZEIT sich bemüßigt fühlt, Beiträge im Online-Forum zu zensurieren. Hier ist eines der jüngsten Beispiele dafür, die Kommentare zu einem Artikel des verurteilten Steuerhinterziehers Theo Sommer. Da heißt es beispielsweise:
Entfernt. Bitte verzichten Sie darauf, vom Thema abzuschweifen. Danke, die Redaktion/jp
Wie bitte? Wer entscheidet, ob jemand vom Thema abschweift oder nicht? Man kommt sich vor wie in der Schule. Im übrigen gibt es eine ganze Menge redaktioneller Beiträge (auch in anderen, seriösen Medien), die ihr Thema meilenweit verfehlen. Und trotzdem stehen sie im Internet.
Nun treibt sich LePenseur ja eher selten bei der ZEIT herum. Danke, Gutmenschen haben wir in real schon genug um uns — das braucht man nicht noch im virtuellen Doppel! Aber es gibt halt Unentwegte, die sich  auch schwierigsten Herausforderungen bewußt stellen. Dann man kann schon verstehen, wenn jemandem die permanente Bevormundung und Gängelung durch irgendwelche Redaktionsfuzzis die Halsschlagadern weitet ...

Nur in zwei Punkten sei es erlaubt, Manfred Jacobi zu widersprechen. Er schreibt:
  • Von einem Intellektuellenblatt hätte ich etwas mehr Souveränität erwartet.
Je nach Definition kann man unter einem »Intellektuellen« alles mögliche verstehen. Soll sein, daß sogar grün-wählende StudienrätInnen — als geradezu prototypische ZEIT-Konsumenten — noch irgendwie darunterfallen. Nur »Souveränität« erwartet man von sowas wohl vergebens. Und zum Schluß schreibt er noch:
  •   Ja richtig, wir sind (noch) nicht in der DDR 2.0.
Also: sind Sie sich da ganz sicher, Herr Jacobi ...?

Nachdenken über Zufälle

... lohnt sich. Und sei es nur als Wissenszuwachs über die Perfidie (und den Dilettantismus) unserer MSM-Desinformanten:


Sehenswerte 80 Minuten. Die MSM-Journaille ist eingeladen, sich zu schämen. Wird sie nicht. Wissen wir. Die Einladung dazu bleibt dennoch aufrecht ...

Nein, das heißt nun nicht, daß man jede Schlußfolgerung aus diesem langen Gespräch ohne Diskussion übernehmen muß, keineswegs! Aber es verrät, daß unsere MSM-Journaille unfähig (oder unwillig) ist, auch nur Fragen zu stellen.

Und leider nicht nur MSM-Journaillisten, sondern auch genügend andere! Daß bspw. ein Dr. Andreas Unterberger auch auf diesem kleinen LePenseur-Blog »vorbeiliest«, ist zwar nicht wahrscheinlich — aber sollte er es zufällig tun, ergeht auch an ihn die Einladung, seine transatlantische stiff upper lip etwas zu entkrampfen, und in seinem Gehirn wenigstens Fragen zuzulassen. Wenn er will.

Aber natürlich sind das alles nur Verschwörungstheorien! Ist ja beruhigend zu wissen ...

Donnerstag, 23. Oktober 2014

TOTAL normal

... liest sich der Artikel über das plötzliche Ableben von Christophe de Margerie in Moskau. Zumindest so normal wie die Satiresendungen, die uns tagtäglich von unseren Systemmedien über den Ukraine-Konflikt vorgesetzt werden. Nur lustiger:

Das zufällige Zusammenfallen des hochumstrittenen Gipfeltreffens mit dem tragischen Crash liess in einschlägigen Internetforen verschwurbelte Zweifel am Unfallhergang heranreifen. Wie so oft offenbaren die dabei von Verschwörungstheoretikern aufgeworfenen Fragen einen erschreckenden Mangel an örtlicher, kultureller und vor allem technischer Sachkenntnis. Den schlimmsten Aussetzern soll an dieser Stelle widersprochen werden:

1. Es ist für Moskauer Verhältnisse nicht ungewöhnlich, dass ein Flugzeug nach der Startkollision mit einem Schneepflug mit intaktem Bugrad und auf dem Rücken liegend aufgefunden wird. Zwar reisst es Bugräder beim Überfahren nicht sachgemäss abgestellten Geräts tatsächlich als erstes weg, im postsowjetischen Luftraum jedoch haben Sponsoringverträge mit der Erotikindustrie dazu geführt, daß Jets mitunter in der passiven Missionarsstellung abheben. Schäden entstehen hier somit an der Kanzel, nicht am Bauch der Maschine.

2. Es ist normal, daß der Schneepflugfahrer erst amtlich für tot, dann verschwunden, dann verletzt und am Ende als völlig unbeschadet gemeldet werden kann. Die Beweglichkeit und Nehmerqualitäten von Russen dürfte jedem Fernsehkonsumenten schon aus dem Boxsport geläufig sein.
(Hier weiterlesen)
Die Hinterbliebenen von Christophe de Margerie werden das mit Berechtigung als pietätlos empfinden. LePenseur bedauert diese Pietätlosigkeit wirklich von Herzen, bittet aber im vorliegenden Fall zwei Umstände zu bedenken:
  • die flagranten Lügen der Systemmedien, mit denen jetzt Desinformation über den »Unfall«hergang betrieben wird, sind auch nicht pietätvoll, und
  • manches kann man nur in das Gewand zynischer Satire gekleidet kommentieren, will man nicht einen Amoklauf riskieren.

»Zurück zur Tagesordnung?«

Diese rhetorische Frage stellt sich »SmartInvestor« auf »BankhausRott&FrankMeyer«. Mit voller  Berechtigung:
Alle „Hilfsmaßnahmen“ haben in der Tendenz dazu geführt, längst kaputt gegangene Schuldner-Gläubiger-Beziehungen künstlich zu erhalten. Weil Staaten, Banken und Großunternehmen nicht Pleite gehen dürfen, wächst nicht nur der Schuldenberg, sondern auch der Anteil der faulen Kredite immer weiter. Damit wird die Lösung von heute zum Problem von morgen.
Steen Jakobsen, Chef-Ökonom der Saxobank, wies gestern darauf hin, dass irgendwann ein kritischer Punkt, der sogenannte „Minsky-Moment“ (benannt nach dem US-Wirtschaftswissenschaftler Hyman P. Minsky) erreicht werde. Dann brächen die Asset-Preise schlagartig ein. Ursächlich dafür ist der Zusammenbruch jener Ponzi-Finanzierung, auf der „moderne“ Staaten heute überwiegend beruhen. So sicher es ist, dass diese substanzlose Aufschuldung zu einem Ende kommen wird, so schwierig ist die Frage zu beantworten, wann das geschehen wird. Da die Notenbanken bis zum Schluss mit ihren elektronischen Geldpressen und allerlei kreativen Maßnahmen Öl ins Feuer gießen werden, führt der Weg in den Zusammenbruch über die Scheinblüte des Crack-up-Booms.
 Lesenswert!

Die Teilung der Ukraine

... ist also schon 2008 von Putin vorgeschlagen worden. Angeblich. Sagt ein ehemaliger polnischer Außenminister, der das von einem ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten (und künftigen Van Rompuy-Nachfolger) gehört haben will. Oder sagt er eigentlich nicht, sondern wurde er vielmehr überinterpretiert. Schreibt er (bzw. twittert er).

Es ist wirklich ein Verhängnis für unsere Systempresse, daß die Leute ihr nix mehr glauben wollen. Oder, vielmehr: wollen täten sie's ja vielleicht, aber können tun sie's hat net mehr! »Wer eimal lügt, dem glaubt man nicht«, heißt's im Volkmund — und wenn unsere Systempresse seit Jahrzehnten täglich lügt, dann soll man ...?

Sogar die Leserkommentare bei Ortner-Online, das in alter transatlantischer Verbundenheit das krause Märlein (aus der »Zeit«! Da bekäme Ortner doch sonst akute Fingerlähmung beim Verlinken!) zitierte, entraten nicht des leisen Spottes:
21. Oktober 2014 - 14:07 Thomas Braun
Der Schwager von meinem Freund hat einen Bruder und dessen Neffe hat gehört, wie der Putin einmal auf einer Landkarte die Ukraine schief angeschaut hat. Angeblich!

21. Oktober 2014 - 14:24 Mona Rieboldt
@ Thomas Braun
Genau so, wie Sie es sagen, hört sich der Artikel an. Und was Polen über Putin sagen, da gibt es wohl ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wie man eine solche Behauptung, die niemand nachprüfen kann, auch noch glauben kann, bleibt für mich ein Rätsel. 
Dafür ist inzwischen der Tod des Total-Chefs total aus dem Blickfeld der Medien gerückt. Offenbar ist zuviel Interesse für diesen fürwahr eigenartigen Todesfall nicht »opportun«. Und die unverdrossenen Internet-Aktivisten, die das vielleicht doch aufklären wollen (oder auch bloß unangenehme, weil höchst plausible Fragen stellen), werden feststellen, daß sie bloß Verschwörungstheoretiker sind und im Fall der gelungenen Nachweisführung entweder tote, oder unter irgendeinem Vorwand per Strafprozeß erledigte Verschwörungstheoretiker sind.

Ein Teufelskreis? Mag so scheinen. Aber Teufelskreise haben immerhin den Vorteil, daß man weiß, daß da ein Teufel im Mittelpunkt seine Finger im Spiel hat. Die Hoffnung stirbt, wie der Russe sagt, zuletzt. Also geben wir sie nicht vorzeitig auf ...

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Am 22. Oktober 1919

... also heute vor 95 Jahre hatte die Oper »Die Frau ohne Schatten« von Hugo von Hofmannsthal, Musik von Richard Strauss (op. 65) in Dresden Premiere (ihre Uraufführung hatte sie wenige Tage davor in Wien, am 10. Oktober 1919, erlebt). Als kleine Anregung zum »Hineinschnuppern« die Symphonische Fantasie, die von Strauss mehr als ein Vierteljahrhundert später, 1946, aus der Musik seiner Oper zusammengestellt wurde:


Die Oper, oft als »Märchenoper« bezeichnet und dann prompt wegen ihrer »Symbolüberfrachtung« kritisiert, ist wohl die reifste Frucht der Zusammenarbeit von Hofmannsthal und Strauss. Wohl »märchenhaft« in ihrem Handlungsverlauf, vermochte Hofmannsthal in dem beziehungsreichen Libretto, gesättigt mit Zitaten und Anspielungen aus der Symbolliteratur der ganzen Menschheit, bei Richard Strauss eine Fülle von Melodien und nie gehörten Orchestereffekten zu evozieren, die dieses lange (ca. 3 1/2 Stunden!) und komplexe Werk von Anfang bis Ende musikalisch wie textlich fesselnd machen.

Eine der ganz großen (und in Literatur wie Musik so überaus seltenen!) Parabeln über Liebe und Fruchtbarkeit (getrennt werden die Themen ja oft genug behandelt) — was für die Katholiken unter der Leserschaft (und natürlich nicht bloß diese) nach dem — nun sagen wir mal: etwas durchwachsen ausgefallenen — Abschluß der jüngsten Bischofssynode im Vatikan ein zusätzlicher Stimulus sein könnte, diese Oper mit Nutzen und Belehrung (und natürlich: ästhetischem Genuß!) sich anzuhören ...

Dienstag, 21. Oktober 2014

Irgendwie läuft's momentan etwas »unrund« ...

... für unsere Politruks aus dem Transatlantiker-Lager. Ihre Lügen werden immer offensichtlicher — da dank Internet (und damit leichterer Verfügbarkeit von Daten auch für Otto Normalverbraucher) eben immer nachweisbarer.

Da wollen uns also irgendwelche Schweden einreden, sie hätten mit ihren UBO- (»Unbekanntes-Boots-Objekt«)-G'schichterln bewußt Desinformation betrieben, um »den Gegner« (welchen denn?) mit falschen Positionsdaten »in die Irre zu führen«. Bitte, alter Schwede: geht's denn noch blöder?

Wenn (wie insinuiert wurde) ein russisches U-Boot in Schwedens Gewässern in Seenot geraten wäre, dann wären die Russen als erste informiert gewesen, wo das war. Wie kann man die dann denkmöglich »irreführen«? Nur war's halt kein russisches U-Boot, und wohl auch keines in Seenot, sondern das ganze einfach eine plumpe Pro-NATO-Propaganda, um Rußland medial wieder einmal zur Sau zu machen ... ist aber sichtlich  danebengelungen.

In dem Zusammenhang ein interessanter Verweis im »Gelben Forum«, von DT, 20.10.2014, 11:42:

Wenn jetzt in den nächsten Tagen die "russische Uboot-Affäre vor schwedischen Gewässern" medial als Sau durchs (mT)



Dorf getrieben wird, hier schon einmal zwei Basisinformationen gegen die ganze Desinformation, die auf die Vergeßlichkeit der Bürger setzt:


a) "Caspar Weinberger, der als erster Verteidigungsminister der USA 1981 überraschend Schweden besuchte und dort mit hochrangigen Militärs zusammentraf, äußerte sich 2000 in einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT zu den von 1981 bis 1990 in schwedische Gewässer eingedrungenen unbekannten U-Booten. Weinberger gab in dem Interview überraschend zu, dass amerikanische U-Boote „regelmäßig“ und „häufig“ in schwedische Gewässer eingedrungen seien, während sowjetische U-Boote dazu nicht in der Lage gewesen seien. Das Eindringen habe allerdings mit Wissen und in Absprache mit dem schwedischen Militär stattgefunden."

Quelle: Ola Tunander: Cold Water Politics: The Maritime Strategy and Geopolitics of the Northern Front (London: Sage, 1989). ISBN 0-8039-8219-4; ISBN 978-0-8039-8219-2

b) ein ausnahmsweise einmal guter Artikel aus der FAZ von Jasper von Altenbockum, der anscheinend aus der vorgeschriebenen CIA-Linie der FAZ ausschert und das Archiv sowie sein Gedächtnis bemüht hat, so wie man es eigentlich von "Journalisten" und nicht "Lohn- und Mietmäulern" gewohnt sein sollte:

Auch die Leserkommentare sprechen Bände. Der Begriff "false flag" sollte Schulkindern heute schon anhand von Sender Gleiwitz, Golf von Tonkin, kuwaitische Babies, Russische Uboote vor Schweden beigebracht werden.
Auch ein »überraschender« Unglücksfall beginnt einem etwas seltsam aufzustoßen, wenn man ein paar Informationen — wieder im »Gelben Forum« — über den so tragisch »Verunfallten«liest:
Es gibt keinen Grund, Öl in US Dollar zu bezahlen. Oder doch? | CEO von Total verunglückt

verfasst von Broesler E-Mail, Berlin, 21.10.2014, 02:09
(editiert von Rechtschreibkorrektur, 21.10.2014, 12:30)

Wie soeben über die Nachrichtenkanäle verbreitet wird, ist der CEO von Total, Christophe de Margerie, bei einem Flugzeugunglück in Moskau ums Leben gekommen. Beim Start rammte seine, nur mit ihm und den drei Crewmitgliedern besetzte, Maschine einen Schneepflug, dessen Fahrer ebenfalls ums Leben kam. Der Landeversuch missglückte, das Flugzeug zerschellte und explodierte auf der Landebahn.
http://www.zerohedge.com/news/2014-10-20/anti-petrodollar-ceo-french-energy-giant-total-dies-freak-plane-crash-moscow

Herr de Margerie war es, der dies Mitte dieses Jahres von sich gab:
"There is no reason to pay for oil in dollars," he said. He said the fact that oil prices are quoted in dollars per barrel did not mean that payments actually had to be made in that currency.
http://www.zerohedge.com/news/2014-07-05/ceo-one-worlds-largest-energy-major-sees-no-reason-petrodollar

Es gibt seiner Meinung nach also keinen Grund seine Öl-Importe per US Dollar zu begleichen, auch wenn der Ölpreis selbst in jener Währung an der Börse gehandelt wird.
Zufall oder der Versuch Kontrahenten zu schwächen?
http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2014/07/Reserve%20Currency%20Status.png
Mal sehen, was die Ermittlungen ergeben. Bis Ende des Jahres dürfte noch so einiges auf uns zukommen. Naja, doch eher :-( . Wir können nur versuchen das Beste aus dem was kommt zu machen, egal was passiert.
Und jetzt isser auf einmal tot ... na, Pech muß man halt haben ...... und damit ist's aber noch nicht genug, denn ein weiterer Poster bringt ergänzende Informationen:
Ja, es ist schon seltsam

verfasst von nereus, 21.10.2014, 09:30
(editiert von Rechtschreibkorrektur, 21.10.2014, 12:31)

Hallo Brösler!

Du warst leider schneller, aber ich schmeiße mein Posting jetzt nicht in Tonne, sondern hänge es einfach an Deines dran

Der Schneepflug war schuld – Tod in Moskau

Es ist schon tragisch. Da gibt es Leute die nicht so recht mitsingen wollen im Chor der „westlichen Wertegemeinschaft“ und dann haben die auch noch ziemlich viel Pech.

Christophe de Margerie, Geschäftsführer des französischen Ölkonzerns Total, hat Deutschland und die Europäische Union (EU) vor weiteren wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland gewarnt. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) bezeichnete er die Maßnahmen am Donnerstag als Irrweg. Russland dürfe nicht als Feind betrachtet werden, obwohl die eigene Energieversorgung von dem Land abhänge. Er plädiert vielmehr für konstruktivere Dialoge. Quelle: http://www.check24.de/strom-gas/news/total-sanktionen-russland-irrweg-57389/

Der Typ lag offenbar schon länger quer mit der Weltpolizei.
Der französische Öl-Konzern Total zahlt den USA 398 Millionen Dollar, um ein Korruptionsverfahren im Zusammenhang mit Iran-Geschäften beizulegen. Die US-Regierung wirft den Franzosen vor, für Öl- und Gasaufträge aus dem Iran den örtlichen Behörden Schmiergelder gezahlt zu haben. „Total muss nun die Gewinne aus dem korrupten Vorgehen der Firma zurückzahlen“, sagte Andrew Calamari, Direktor der US-Börsenaufsicht SEC, am Mittwoch.
Quelle: http://www.taz.de/!117119/
Naja, und dann hat der Mann noch völlig abwegige Ideen im Kopf.
Der Hauptgeschäftsführer des Ölriesen Total äußerte am Samstag, dass der Euro eine größere Rolle im internationalen Handel spielen solle, auch wenn das ohne den US- Dollar nicht möglich sei.
Christophe de Margerie reagierte damit auf Fragen bezüglich Forderungen von politischen Entscheidungsträgern in Frankreich, auf EU-Ebene nach der von den USA verhängten Rekordstrafe gegen BNP Paribas Wege zu finden, die Nutzung des Euros für internationale Geschäfte deutlich auszubauen.…
“Es gibt keinen Grund Öl in Dollar zu bezahlen.“, sagte er. Die Tatsache, dass Ölpreise in Dollar je Barrel abgerechnet werden bedeute nicht, dass die Zahlungen tatsächlich auch in der Währung ausgeführt müssten…. Quelle: http://terragermania.com/2014/07/07/total-chef-kein-grund-ol-in-dollar-zu-bezahlen/

Also bitte! Solche Ideen haben irakische und libysche Staatschefs auch schon geäußert. Das ist gaaaanz schlecht für das persönliche Wohlergehen.

Der Chef des französischen Energiekonzerns Total, Christophe de Margerie (63), ist bei einem Flugzeugabsturz in Moskau ums Leben gekommen. Das teilte der Konzern mit und bestätigte damit entsprechende russische Medienberichte. ..
Zunächst war nur die Kollision der Privatjets von Typ „Falcon 50“ gemeldet worden, bei der die vier Insassen der Maschine ums Leben kamen. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Die Sicht zum Unfallzeitpunkt habe 350 Meter betragen, teilte der Flughafen mit. ..
Der Pilot habe kurz nach dem Start einen Notruf abgesendet, einer der Motoren sei in Brand geraten, der Rumpf beschädigt. Das berichtet „Le Parisien“ unter Berufung auf „Live News“. Demnach seien Trümmer der Maschine 200 Meter vom Absturzort gefunden worden, ein Motor läge 50 Meter und eines des Fahrwerke mehrere Hundert Meter entfernt.


Ja, der Schneepflugfahrer war betrunken, so sind sie halt die Russen und 350 m Sichtweite sind auch sehr wenig. Ich weiß.
Auch von den ukrainischen Verbündeten des Leuchtturms der Demokratie kommen unlängst irgendwie »kontraproduktive« Nachrichten:
DONETSK, Ukraine — The Ukrainian Army appears to have fired cluster munitions on several occasions into the heart of Donetsk, unleashing a weapon banned in much of the world into a rebel-held city with a peacetime population of more than one million, according to physical evidence and interviews with witnesses and victims.
Sites where rockets fell in the city on Oct. 2 and Oct. 5 showed clear signs that cluster munitions had been fired from the direction of army-held territory, where misfired artillery rockets still containing cluster bomblets were found by villagers in farm fields.
The two attacks wounded at least six people and killed a Swiss employee of the International Red Cross based in Donetsk.
If confirmed, the use of cluster bombs by the pro-Western government could complicate efforts to reunite the country, as residents of the east have grown increasingly bitter over the Ukrainian Army’s tactics to oust pro-Russian rebels.
Further, in a report released late Monday, Human Rights Watch says the rebels have most likely used cluster weapons in the conflict as well, a detail that The New York Times could not independently verify.
(Hier weiterlesen)
Auch hier überzeugt der Versuch der New York Times, frei nach dem Motto: »Wir können es zwar nicht wirklich beweisen, aber schreiben wir doch einfach mal rein, daß auch die Rebellen das Zeugs benutzt haben dürften, es wird schon was hängenbleiben ...« nicht so ganz.

Angesichts dieser Mißlichkeiten  für unsere transatlantischen Politruks und ihre Financiers, die schön langsam die Felle für einen richtig schönen, fetten Weltkrieg wegschwimmen sehen, an dem sie doch so komfortabel alle ihre Probleme in die großen Bombenkrater kehren hätten können, hilft nurmehr eines: die Informationsmöglichkeit muß weg! MMNews informiert:
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) offenbart, was er so von Transparenz im Internet hält: "Eine totale Offenheit, eine totale Öffentlichkeit jeder Information im Netz ist nicht das, was wir wollen" Auch staatliche Informationen gehörten nicht alle ins Netz.
 
Einen Tag vor dem nationalen IT-Gipfel hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor einer unbegrenzten Transparenz im Internet gewarnt. "Eine totale Offenheit, eine totale Öffentlichkeit jeder Information im Netz ist nicht das, was wir wollen", sagte de Maizière auf einer Podiumsdiskussion am Montag im Hamburger Übersee-Club. "Menschen brauchen Geheimnisse."
Ja, ja — Menschen brauchen Geheimnisse! Natürlich nicht vor dem Finazamt (das krallt sich schon alle Infos, und wär's per Ankauf gestohlener Bankdaten), natürlich nicht vor der Polizei, dem Geheimdienst oder irgendeiner anderen von den hunderten staatlichen und halbstaatlichen Datenüberwachern, die für das »Wohlergehen« (d.h.: das elitengefällige Wohlverhalten) der Untertanen zuständig ist.

Ganz besondere Menschen, m.a.W. also: unsere Politruks, haben auch ganz besondere Geheimnisse, die sie auch brauchen — und wollen daher keine Offenheit im Netz. Wär' ja sonst kaum möglich, die Leute weiter dreist zu belügen und nach Bedarf in die Irre zu führen.

Danke, Herr de Maizière, daß Sie das mal so offen eingeräumt haben! Wir können uns schon unser Bild von Ihnen machen ...

An einem 21. Oktober

... vor 2077 Jahren deckte der damalige Konsul Marcus Tullius Cicero die Verschwörung des Catilina vor dem Senat auf:


Sein jedem Lateinschüler noch im Ohr klingendes, berühmtes »Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?« wurde freilich nicht bei dieser Sitzung ausgerufen, sondern erst am 8. November desselben Jahres.

Der Konsul Cicero war, da die Verschwörung ja noch nicht praktisch umgesetzt worden war, quasi ein Verschwörungstheoretiker. Als Cæsar (der seinerzeit Catilina insgeheim unterstützt hatte) sein Leben verlor, setzten die Triumvirn Antonius, Octavianus und Lepidus den längst als Schriftsteller und Anwalt berühmt gewordenen Ex-Politiker auf die Proskriptionsliste, ließen ihn brutal ermorden und verstümmelt durch Roms Straßen schleifen.

Ein Schicksal, mit dem mutatis mutandis auch heute noch »Verschwörungstheoretiker« rechnen dürfen, wenn sie das Pech haben, mit ihrer Theorie allzu nahe an der Wahrheit anzustreifen ...

Montag, 20. Oktober 2014

Am 20. Oktober 1714

... wurde der Kurfürst und Herzog Georg I Ludwig von Braunschweig-Lüneburg in der Westminster Abbey zum König Georg I von Großbritannien und Irland gekrönt, womit die Dynastie des Hauses Hannover begründet wurde, welche in Großbritannien bis zum Tod Königin Viktorias (1901) regieren sollte.

Eine etwas sinistre Gestalt (to put it mildly) — seine Ehefrau, die ihm zwei Kinder, darunter seinen Thronfolger, geboren hatte, beschuldigte er des Ehebruchs, ließ ihren angeblichen Geliebten von Höflingen ermorden, und sperrte sie in lebenslänglichen Hausarrest auf einem Landschloß ein.

Abgesehen von der Tatsache, daß er als »zugereister Ausländer« den Tricks und Winkelzügen der britischen Politik nicht wirklich folgen konnte, und daher Walpole als erster (im modernen Sinne) »Premierminister« des Vereinigten Königreichs faktisch die Regierungsmacht übernahm, zeichneten König Georg I  all die »reizenden« Züge von Monarchen des 18. Jahrhunderts — wie: Verschwendung, Mätressenwirtschaft, Bestechung und gewagte Spekulationen — aus, getreulich von seinen (freilich mit absolutistischer Macht herrschenden) Kollegen vom Kontinent abgekupfert.

Mit seinem Sohn zerkriegte er sich anläßlich der Taufe des Enkels (dieser Bruch konnte nur mühsam oberflächlich gekittet werden), die Achtung und Beliebtheit bei seinen britischen Untertanen büßte er jedoch durch die »South Sea Bubble«, eine gigantische Börsenspekulationsblase um die »South Sea Company«, ein.

Ähnlichkeiten mit heute? Ach, wo denkt man denn hin ... ... Damals spekulierte man auf ein nahes Ende des spanischen Erbfolgekrieges, um danach lustig Negersklaven (ohne die lästige spanische Konkurrenz!) verkaufen zu können. Heute spekuliert man an der Wall Street und in der Londoner City mit Erdöl- und sonstigen Rohstoffbeständen fremder Länder, deren Regierungen man halt durch Bestechung, Medienkampagnen und Wirtschaftssanktionen destabilisieren möchte, um sie gefügig zu machen. Das nennt man »Demokratisierung« und ist doch gleich ganz was anderes ...

Und die Sklaven gibt es mittlerweile ohnehin schon überall, da braucht's längst keine Neger mehr — Milliarden kleiner, grauer Arbeitsmäuse, deren Einkommen und Vermögen durch horrende Steuern, permanente Schuldenwirtschaft und heimliche Geldentwertung von Bankstern und dem politisch gut vernetzem »Big Business« gegen Belassung eines Taschengeldes zum Unterhalt gestohlen wird.

Die Politik ist die ewige Wiederkehr des Gleichen (die Politruks dürften offenbar alle ihren Nietzsche intus haben). Nur die Haartracht ändert sich, und die pittoreske Ritterrüstung wird weggelassen (der Bundesgauckler bspw. sähe mit sowas doch etwas eigenartig aus!) ... die Fassade wird erneuert, der Schwindel bleibt der gleiche. Wie schon Stefan Zweig sagte: »Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.« Auf unsere »Eliten« (egal ob in Politik, Banken, Wirtschaft, Bürokratie und Medien) trifft eher das berühmte Bonmot eines geistreichen Mannes über den (recht gehbehinderten) Fürsten Talleyrand zu, der auf eine Audienz wartend, auf den Arm des Herzogs von Otranto, des früheren Polizeiministers Joseph Fouché,  gestützt auf- und abschritt:

»Hier sehen Sie das Laster, gestützt auf  das Verbrechen ...«
 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Hundert notwendige Gedichte XVII — Conrad Ferdinand Meyer: »Fülle«



Fülle

Genug ist nicht genug! Gepriesen werde
Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte,
Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.

Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!
Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
»Genug ist nicht genug!« um eine Traube.

Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen
Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,
Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
Genug kann nie und nimmermehr genügen!




Nun schon der dritte »Meyer« unter hundert Gedichten — ist das nicht ein bisserl viel? Ja und nein, würde ich sagen. Meyer zählt nun einmal mit einer Reihe von Gedichten zu meinen Lieblingslyrikern (wobei ich offen zugebe, daß ich mit vielen anderen seiner Gedichte wenig bis nichts anfangen kann!).

Und gerade bei diesem Gedicht sehe ich auf weiter Flur kaum ein anderes, das für mich (sic! Die Auswahl der »hundert notwendigen Gedichte« ist eine höchst subjektive!) so sehr die »konzentrierte Essenz« eines durchsonnten, erfüllten Herbstes enthält, wie dieses.




Samstag, 18. Oktober 2014

Dringend erforderlich: Gehstockverbot!



Schockierende Nachrichten erreichen uns aus den USA:

10-Jähriger tötete Großmutter mit Gehstock

Aus Wut schlug der Bub mehrmals auf die 90-Jährige ein. Nach Aussage der Mutter war das Kind bereits zuvor gewalttätig.
Ein 10-Jähriger aus den USA hat seine Großmutter mit einem Gehstock so heftig gewürgt und geschlagen, dass die 90 Jahre alte Frau ums Leben kam. In seinem Geständnis gab er am Dienstag an, seine Oma habe ihn angeschrien, als er ihr Zimmer betrat. Aus Wut habe er den Stock dann gegen ihren Hals gedrückt und mehrmals auf sie eingeschlagen.
Angesichts des evidenten Gefährdungspotenzials, das solche Gehstöcke einfach an sich haben, darf deren Verkauf und Benutzung nicht länger unreguliert möglich sein!


Heute vor fünfundzwanzig Jahren

... am 18. Oktober 1989, wurde Egon Krenz nach der entscheidenen Politbürositzung (mit dem wohl einzig berühmt gewordenen Zitat von Willi Stoph: »Erich, es geht nicht mehr. Du mußt gehen.«) vom Zentralkomitee der SED formell zum Nachfolger von Erich Honecker als Generalsekretär bestimmt. Ab dem 24. Oktober wurde er dann auch noch der (vorletzte) Staatsratsvorsitzende der DDR (der letzte, ab 6. Dezember 1989 bis 5. April 1990, war dann der LDPD-Vorsitzende Manfred Gerlach — nach der Volkskammerwahl wurde der Staatsrat abgeschafft). Die »Wende« hatte begonnen — und die dazugehörigen Wendehälse sollten nur zu bald in Erscheinung treten, und in ihrer prächtigen Erscheinung uns bis heute erhalten bleiben. Wenn man sich die schwarzlackierte FDJ-Agitatorn oder den schlau-dreisten Pfaffen mit gesäubertem Stasi-Akt so ansieht, beginnt einem selbst ein berufsjugendlicher Politruk der Partei der Arbeiterklasse noch fast ans Herz zu wachsen.

»Na, aber hallo ...«, höre ich schon zwischenrufen, »der war doch schließlich einer, der den Mauermord mitbeschlossen hat! Das kann man ja nicht vergleichen ...«

Ach, wirklich nicht? Und die Wortspenden des Bundesgaucklers, mit denen er den Kriegeinsatz der Bundeswehr wünscht ...? Ach, das ist ja bloß verfassungswidrig, und kratzt keinen, solange das Bundesverfassungsgericht das nicht in einem Urteil feststellt (und noch nicht mal dann ...) ...

Die DDRisierung unserer Welt ist weiter fortgeschritten, als die meisten es wahrhaben wollen. All das, was vor dem Zusammenbruch des Ostblocks als »westliche Werte« angesehen wurde, ist seitdem längst obsolet geworden. Man braucht diese Charade halt nicht mehr, seitdem das Konkurrenzsystem implodiert ist. Das alles wurde doch deshalb inszeniert, weil man dadurch dokumentieren wollte: »Wir sind ja doch die Besseren, die Freieren, die Erfolgreicheren!«

Sobald sich ein Monopol der Weltanschauungssysteme herausgebildet hatte (nichts anderes bedeutet ja das vielzitierte »Ende der Geschichte«!), traten die Entartungserscheinungen zutage — wie in jedem Monopol (der einzige konzessionierte Friedhofsgärtner am Land pflegt die Gräber schlampig und flicht mickrige Kränze, die dutzenden Anbieter vor den großen Stadtfriedhöfen müssen sich um ihre Kunden bemühen ...).

So sehr den damaligen Bewohnern der DDR zu gönnen ist, daß sie sich aus dem kleinbürgerlichen Mief waschechter Sozenbonzen retten konnten, so nachteilig war ihre Befreiung für die Welt insgesamt. Das Vakuum, das der zusammenbrechende Osten hinterließ, hat auch den Westen geistig leergesogen. Und ihn zur hemmungslosen Spielwiese von politischen Korruptionsnetzwerken und Bankstern gemacht. Nicht, daß es das nicht vor 1989 auch schon gegeben hätte! Natürlich hat es das gegeben — aber es wurde in Zaum gehalten, weil man sich gegen »die Kommunisten« nicht jede Blöße leisten konnte oder wollte.

Leute wie Krenz setzten Schamgrenzen in der Politik. Nicht in ihrem Handeln, sondern weil man sich davon unterscheiden wollte. Heute braucht es das nicht mehr — und so feiern die Bundesgauckler &  IM Erikas fröhliche Urständ' ...

Freitag, 17. Oktober 2014

Über die Hirnlosigkeit

...ja bisweilen (Lebens-)Gefährlichkeit der Political Correctness hat Patrick Buchanan einen treffenden Artikel bei LeRockwell veröffentlicht:

Ebola, Ideology and Common Sense


Growing up in Washington in the 1930s and ’40s, our home was, several times, put under quarantine. A poster would be tacked on the door indicating the presence within of a contagious disease — measles, mumps, chicken pox, scarlet fever.
None of us believed we were victims of some sort of invidious discrimination against large Catholic families. It was a given that public health authorities were trying to contain the spread of a disease threatening the health of children.
Man kann nun die durchaus berechtigte Frage stellen, ob Ebola nicht bloß wieder eine mediale Sau ist (wie das Baumsterben, der anthropogene Klimawandel, Aids, Rinderwahnsinn, die Schweine- und Vogelgrippe — und was sonst so an alarmistischen Schlagzeilen gerade »in« ist), statt einer globalen Bedrohung (LePenseur neigt durchaus dazu, ersteres anzunehmen) — aber klassische Maßnahmen der Seuchenbekämpfung, wie es eben Quarantäne und/oder Reisebeschränkungen darstellen, mit dem Argument, sie wären »rassistisch«, abzulehnen, erinnert in seiner Hirnlosigkeit an das Verbot, bei Polizeikontrollen ein »profiling« hinsichtlich der mutmaßlichen Tätergruppe anzustellen, weshalb auch gezielte Polizeikontrollen bei an Kleidung, Barttracht und Gehaben erkennbar »islamischen« Personen angeblich »Persönlichkeitsrechte« verletzen würden (daß im Fall eines Selbstmordattentats die Pensönlichkeitsrechte zufälliger Bombenopfer noch weit massiver verletzt werden, ist nach dieser krausen PC-Logik hingegen als Kollateralschaden selbstmurmelnd hinzunehmen ...)

Buchanan schließt seinen Artikel mit einer völlig richtigen Bemerkung:
As for U.S. aid workers in Africa, they are heroic. But before bringing these good and brave people home, we ought to be sure they are not bringing back with them the Ebola they have been fighting.
If that means quarantining them for 21 days, so be it. If that means no commercial fights to the United States from the three most affected countries of West Africa, and no admission to the USA of any travelers whose visas show they have been in those countries in recent days, then it ought to be done.
Und wird dafür — Wetten werden angenommen — von linken PC-Postillen à la Huffington Post & Co. als Rassist und White Supremacist angeschüttet werden. Nun, wenn Rassismus und White Supremacy einfach heißen, daß jemand sein Hirn einschaltet, statt gutmenschliche Worthülsen abzusondern, dann sollte man diese Bezeichnungen als Ehre und Auszeichnung ansehen. Auch wenn das dann nicht die Konsequenz ist, die unsere PC-Hohepriester erhoffen. Oder: gerade deshalb!

Wenn ein deutscher Philosoph

... über Humor philosophiert, dann kommt etwas hoch- & tiefgelahrtes, aber nicht allzu erheiterndes Werk heraus — z.B. dieses:

KOMIK UND HUMOR

EINE PSYCHOLOGISCH-ÄSTHETISCHE UNTERSUCHUNG
VON
THEODOR LIPPS
Vorwort

Vor jetzt zehn Jahren habe ich in den "Philosophischen Monatsheften" eine Reihe von Aufsätzen über die "Psychologie der Komik" zu veröffentlichen begonnen. Teils eigenes Bedürfnis, teils der Wunsch anderer, hat mich zu einer Umarbeitung und Erweiterung dieser Aufsätze veranlasst. Daraus ist schliesslich dies Buch geworden.
Ich bezeichne den Inhalt desselben als "psychologisch-ästhetische Untersuchung". Dabei könnte das "psychologisch" überflüssig erscheinen. Eine ästhetische Untersuchung ist immer psychologisch. Aber ich wollte mit diesem Ausdruck andeuten, dass es mir vor allem ankam auf die psychologische Analyse meines Gegenstandes, auf die breite psychologische Fundamentierung des Problems, auf die Einfügung desselben in den Zusammenhang mit angrenzenden, verwandten und allgemeineren psychologischen und ästhetischen Problemen.
Darüber trat ein anderes Interesse zurück. Ich habe darauf verzichtet, den Humor oder die künstlerische Verwendung des Komischen weiter, als es die Natur der Sache erforderte, in die verschiedenen Kunstgattungen und Kunstrichtungen hinein zu verfolgen, oder gar bestimmte humoristische Kunstwerke im einzelnen zu analysieren. Es genügte mir, die verschiedenen Möglichkeiten, die Arten, Daseinsweisen und Stufen der Komik und des Humors allgemein aufgezeigt und in ihrer Wirkung verständlich gemacht zu haben. Jene mehr kunst- und litterarhistorische Aufgabe möchte ich gerne anderen, womöglich solchen, die dazu geschickter sind, überlassen. Ich hoffe aber freilich, dass für solche Arbeit das in diesem Buche Gebotene als die geeignete Grundlage erscheinen wird.
Ich gedenke noch mit besonderem Danke der Anregung, die ich bei Abfassung dieses Buches aus einem die Komik betreffenden Aufsatze Heymans' in der Zeitschrift für Psychologie habe schöpfen können.
Starnberg, Mai 1898.
Th. L.
Warum ich das gerade heute bringe? Deshalb. Der Philosoph starb in ernsten Zeit, deshalb ziemt es auch, sich in ernsten (heute freilich nicht ganz so blutig ernsten) Zeiten an ihn zu erinnern ...

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Australien startet »No way«-Kampagne

... und unterscheidet sich damit entscheidend von Austria (das so oft mit Australia verwechselt wird). Denn es veröffentlicht Plakate wie dieses:


... entsetzt sich »Die Presse«. Aber nicht alle Australier sind mit dieser Regierungslinie einverstanden, wird uns gleich tröstend mitgeteilt:
Doch nicht alle Australier sind mit der Politik ihrer Regierung einverstanden. Auf der Internetseite sorryasylumseekers.com können Australier ihr Mitgefühl für Flüchtlinge ausdrücken. "Sorry, dass wir unsere Hunde besser behandeln als unsere Flüchtlinge", steht dort etwa zu lesen.
Aha. Was heißt übrigens: »unsere Flüchtlinge«. Und was heißt: »Flüchtlinge«? Aber um solche Qusquilien will sich die gutmenschliche Seele nicht kümmern, deshalb kriegen die Aussies noch eine kräftig über den Schädel gezogen:
Im Vergleich zu dem, was Europa an Flüchtlingsströmen erlebt, ist das Problem in Australien recht überschaubar. Nach einem Parlamentsbericht kamen in den zwölf Monaten bis Mitte 2013 insgesamt 25.173 Menschen in Australien an. In den 28 EU-Ländern wurden im vergangenen Jahr 335.000 neue Asylanträge gestellt.
Nun, und genau das könnte seinen Grund darin haben, daß die EU-Regierungen in Wirklichkeit die illegale Migration durchaus wohlwollend fördern (solange ihnen nicht die EUntertanen dafür bei den Wahlen einen kräftigen Tritt in den fetten Politikerarsch versetzen!), statt sie einzudämmen.

Unsere Politruks haben nämlich keine Lösung für die massenweise Zuwanderung minderbegabter Glückritter aus Afrika. Sie sind vielmehr ein Teil dieses Problems.

Wer suchet, der findet

... und wenn er was erfindet:

IS könnte Sarin erbeutet haben 

USA vertuschten Chemiewaffenfunde im Irak

Um den Krieg im Irak zu rechtfertigen, haben die USA Chemiewaffen erfunden. Als sie dann im Irak Chemiewaffen fanden, hielten sie dies geheim. Jetzt könnten Restbestände der Kampfstoffe in die Hände der IS-Dschihadisten gefallen sein.
Nach dem Angriff gegen den Irak haben die USA in dem Land Chemiewaffen gefunden, dies jedoch geheim gehalten. Das berichtet die "New York Times" auf der Basis intensiver Recherchen. Der Zeitung zufolge waren mehrere US-Soldaten den Chemiewaffen ausgesetzt und erhielten wegen der Geheimhaltung nur unzureichende Behandlung.
In den Jahren nach der Invasion seien fast 5000 chemische Sprengköpfe, Granaten und Fliegerbomben gefunden worden. Bei mindestens sechs Vorfällen seien Soldaten von Stoffen wie Senfgas oder Sarin verletzt worden. Alle Waffen seien vor 1991 hergestellt worden; das Chemiewaffenprogramm des Irak bestand von 1979 bis 1991.
»informiert« uns n-tv. Kurze Rückfrage: wann fand der Irakkrieg statt? Etwa 1979 bis 1991? Nicht so wirklich, würde ich sagen ... Wessen Verbündeter war der Irak in den 80er-Jahren? Ei, ei ... wer war denn das bloß ... damals, als die Ayatollahs in die Pfanne gehaut werden sollten ...?

Und waren es wirklich »chemical weapons«, die als zusammengelogener Vorwand für den Irakkrieg dienten? Ich erinnere mich da eigentlich an irgendwelche mystriösen »weapons of mass destruction«, also an Raketen, die innerhalb von Minuten London, Berlin und Paris in Schutt und Asche legen konnten. Und deren »Abschußrampen« in Wahrheit verrostete LKWs aus dem Golfkrieg waren.

Und da wurde also was »vertuscht«? Etwas, was jetzt der IS in die Hände gefallen sein konnte. Und was jetzt sicherlich plein pouvoir für einen neuen profitablen Krieg geben wird. Man wird bescheiden: nicht mehr London in Schutt und Asche, sondern Kobane in Giftgas. Möglicherweise. Muß reichen.

Denn wo eine Möglichkeit, da ist selbst eine Wahrscheinlichkeit nicht auszuschließen, und wenn das Mögliche wahrscheinlich scheint, dann sollten wir zur Sicherheit doch was unternehmen, oder etwa nicht?

Logik des Industrial Military Complex ...


Stephan Freiherr Sarkotić von Lovćen

... wird auch überdurchschnittlich historisch gebildeten Lesern dieses Blogs nichts sagen: er war Generaloberst der österreichisch-ungarischen Armee und zur Zeit des Ersten Weltkriegs Militär-Gouverneur von Bosnien-Herzegowina. Als kaisertreuer Kroate und daher enschiedener Gegner eines »südslawischen« Staates plädierte er bis zum Ende des Ersten Weltkrieges dafür, Serbien und Montenegro gemeinsam mit Bosnien-Herzegowina an Ungarn anzugliedern, dafür jedoch Kroatien und Slawonien mit dem österreichischen Reichsteil zu verbinden, womit die traditionelle Einheit des »dreiteiligen Königreiches« von Kroatien, Slawonien und Dalmatien — das bereits davor zum Österreichischen Reichsteil gehörte — wieder hergestellt worden wäre.

Daß dieser bis in die Knochen schwarz-gelbe*) Militär im 1918 entstandenen Jugoslawien nicht gern gelitten war und daher ins Exil gehen mußte, verwundert nicht. Er sah seine Heimat nie mehr wieder, denn er mußte seinen Aufenthalt in Wien nehmen — bis zu seinem Tod am 16. Oktober 1939, also heute vor 75 Jahren.


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*) für Piefkes: »schwarz-gelb« heißt in Österreich etwas anderes als in Deutschland — nicht eine Koalition aus CDU/CSU und FDP ist damit gemeint, sondern, nach der Flaggenfarbe der Habsburger-Monarchie »Schwarz-Gold« (wobei Gold aus Kostengründen meist durch Gelb repräsentiert wurde), jemand von habsburgtreuer Gesinnung.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Nichts als Verschwörungstheorien, logo!

Flug MH370:

An Bord der verschwundenen Maschine der malaysischen Fluglinie befanden sich 20 Chinesen die allesamt Mitarbeiter der US-Firma ”Freescale Semiconductor” sind. 
Vier dieser 20 Mitarbeiter besitzen die Rechte an einem US-amerikanischen Patent, nutzbar unter anderem für implantierbare Microchips (Stichwort: Chip statt Personalausweis). 

Der fünfte Besitzer ist die Firma ”Freescale Semiconductor” selbst, eine Tochtergesellschaft der Bankendynastie Rothschild. 
Das Besondere? 
Im Falle des Todes einer dieser fünf Patentinhaber gehen alle Rechte am Patent an die übrigen Besitzer über.
(Hier weiterlesen)
 Was fällt einem dazu spontan ein? Ich würde sagen: die Insignien des britischen Hosenband-Ordens:



Weltweit aufgeführt: »Symphony of lies«



... gespielt vom East Coast Disharmonic Orchestera unter der bewährten Stabführung 

von 

Maestro Hussein Backaroma