Sonntag, 22. Juli 2018

»Religion, Atheismus, Evolution«


Vor einigen Tagen »stolperte« ich zufällig (gibt es Zufälle?) über einen Artikel, den Zettel (S·T·T·L) vor mehr als elf Jahren auf »Zettels Raum« unter dem obigen Titel veröffentlichte. Und obgleich LePenseur nicht so agnostisch unterwegs ist, wie weiland Zettel, war die Lektüre dieses Artikels doch fruchtbringend genug, »food for thought« sozusagen, daß ich aus ihm auf diesem Blog gerne ein paar »highlights« zitiere:
Die Basis jeder Religion ist die Bereitschaft, etwas als wahr zu akzeptieren, weil es gesellschaftlich gültig ist. In einer offenen Gesell-schaft gibt es aber, außer den für das Zusammenleben erforderlichen Gesetzen und außer den Ergebnissen der Wissenschaften, die sich stän- diger Kritik stellen, nichts Allgemeinverbindliches mehr.

Wenn Religion zur Privatsache wird, dann hört sie im Grunde auf, Religion zu sein. Soweit wir die Geschichte der Religionen kennen, waren sie niemals Privatsache. So wenig, wie das Recht Privatsache ist. Die Religion ist die einer Gesellschaft, nicht die eines Individuums. Allenfalls vorüber-gehend die einer Gruppe von Dissidenten, wie der Urchristen. Dann wird sie entweder dominant, oder sie geht unter.
 [...]
Ein Hund wie unser Airdale Terrier — ja uns Primaten, evolutionär be- trachtet, nicht so sehr fern — versteht vieles; er hat ein ungeheuer sensibles Verständnis für Stimmungen, für soziale Konstellationen. Aber ich werde unserem Hund nicht begreiflich machen können, wie weit der Mond von der Erde entfernt ist. (Dieses Beispiel hat einmal der große Wissenschafts-Journalist Hoimar von Ditfurth verwendet; in einem Aufsatz über Evolution und Transzendenz).

Für mich líegt es auf der Hand, daß wir Primaten nicht besser dran sind als die Caninen. Unser Gehirn erlaubt etwas mehr an Einblick in die Realität als das Gehirn des Hundes - aber welcher Albernheit ist es, zu glauben, wir könnten alles verstehen! Welche dumme Hybris.

Da lachen sozusagen die Hühner. Die ja auch ihre Welt haben, in der sie alles zu verstehen meinen.
 
[...]
Also gibt es — das ist aus meiner Sicht völlig trivial — eine Trans- zendenz. Das heißt, es gibt unendlich (im exakten Sinn) viel, das sich uns Menschen niemals wird erschließen können.

Diese triviale Einsicht ist, denke ich, eine der vielen Wurzeln der Religiosität.
[...]
Die Dummheit der wissenschaftsgläubigen Atheisten, die sich einbilden, ihrer Erkenntnis seien keine Grenzen gesetzt, erscheint mir wie die Dummheit von Kindern, die in Allmachtsphantasien schwelgen.

Die Dummheit von Gläubigen, die sich einbilden, ihnen würde durch Offenbarung das zuteil, was sie aus eigener Kraft nicht wissen können, kommt mir allerdings genauso infantil vor.


Rechtsdrifter

von Fragolin

Offizielle Handlungsanleitung des Ministeriums für Wahrheits- und Meinungsschutz (MiniWaMS) gegenüber „Rechtsdriftern“:
Die konterrevolutionären Hetzer und Rattenfänger der AfD haben mit ihren ultrarechten xenophoben Lügen die Gesellschaft der Seit-wann-auch-immer-hier-Lebenden nachhaltig gespalten und diffuse Ängste verbreitet. Und wie immer, wenn Rattenfänger in unsicheren Zeiten an Land gewinnen, haben sich viele Ratten dazu entschlossen, den Fängern zu folgen und AfD zu wählen. Für diese Irrregeleiteten und Verführten wurde eine neue Bezeichnung geschaffen: die „Rechtsdrifter“.

Was muss der aufrechte Demokrat und revolutionäre Untertan also beachten, wenn er feststellt, dass auch in seinem Bekanntenkreis bisher ganz normale Leute plötzlich zu geifernden und hetzenden AfD-Wählern mutieren? Den Kontakt abbrechen? Aus dem Kegelklub ausschließen? Ihm den Hass ins Gesicht brüllen, den er sich mit seinem widerlichen Wahlverhalten ehrlich verdient hat?
Wir können Menschen mit dieser Situation, plötzlich vermeintliche Freunde im Lager der Hetzer und Islamophoben, der Antisemiten und Frauenverächter wiederzufinden, nicht unsolidarisch allein lassen und geben hiermit Anweisungen weiter, die im Interesse des Erhaltes von Demokratie und Meinungsvielfalt in der Presse zu veröffentlichen sind und auf die alle Beamten von Gemeinden, Ländern und Bund geschult werden müssen.

Erstens: Behandelt die „Rechtsdrifter“ nicht mit dem Abscheu, den ihr ihnen gegenüber natürlich empfindet, sondern tut so, als würdet ihr sie ernst nehmen oder sogar als Menschen betrachten. Sie sollen sich nicht als der Dreck fühlen, der sie zweifelsfrei sind, dann das würde Abwehrreaktionen provozieren.

Zweitens: argumentiert mit den offiziellen Verlautbarungen des MiniWaMS, wiederholt immer die gleiche offizielle Wahrheit vom eigentlichen Vergewaltigungssumpf Oktoberfest, von den täglichen rechtsextremen Terroranschlägen und von der Unschuld Ihrer Durchlauchtigsten Majestät Angela der Alternativlosen an der Völkerwanderung. Spart euch eine eigene Meinung, wiederholt das Mantra des MiniWaMS - „Die Rechten lügen immer, die Wahrheit gehört uns!“ - und lasst euch nicht beirren!

Drittens: Alles, was die „Rechtsdrifter“ als vermeintliche Lösung anbieten, ist in Wahrheit keine. Nur die etablierten Parteien haben wirksame Lösungen. Zweifel ist nicht angebracht. Wir müssen zuversichtlich sein, dürfen uns nicht einreden lassen, wir hätten auch keine Lösungen. Wir haben sie! Nur weil die Rechten zu verstockt und die Zweifler zu ungläubig sind, zu sehen, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. Bist du ein Rechter? Bist du ein Zweifler? Dann leugne nicht, dass du die Lösungskompetenz von SPD und CDU siehst!

Viertens: Treibt die Zweifler in die Enge, bombardiert sie mit Fragen.
Genosse, bist du gegen den Frieden? Gegen die Menschlichkeit? Willst du Hunderttausende Tote im Mittelmeer? Willst du, dass arme Kinder aus Afrika jämmerlich ersaufen?

Fünftens: Selbst wenn ihr argumentativ nachgeben müsst, weil noch Restzweifel in euren Herzen brennen, trennt diese von den Proponenten und macht eindeutig klar, dass selbst wenn die AfD rein hypothetisch recht hätte, sie trotzdem ein widerlicher Verein von Nazischlampen und Drecksäcken ist, den man mit der Kneifzange nicht anfasst. Genosse, willst du wirklich in diesen Sumpf abtauchen und dich und deinen Ruf auf Lebenszeit damit besudeln, am Rechten Rand angestreift zu sein? Bedenke, dass auch deine Kinder dereinst Karriere machen wollen und wie schlecht sich das in deren Lebenslauf machen könnte, aus einem Nazihaushalt mit vier deutschen Großeltern zu stammen.

Sechstens: Lenke die Wut des „Rechtsdrifters“ auf die wahren Feinde der Freiheit: Auf die Unternehmer, die Ausbeuter, das Kapitalistenpack, die Steuerflüchtlinge und Superreichen (mit Ausnahme der revolutionären Garde, die sich dieses Vorrecht durch aufopferungsvollen Kampf für das Wohl der Allgemeinheit und aller Menschen ehrlich verdient haben). Betone, dass die wahren Probleme keine gelegentlichen bis stündlichen Einzelfälle traumatisierter labiler Persönlichkeiten sind, sondern die soziale Kälte und die Ausbeutung durch das Großkapital und den Neoliberalismus!

Siebentens: Mache den „Rechtsdriftern“ klar, dass sie die eigentlichen Zerstörer Deutschlands sind, die alles schlechtreden und Ängste schüren. Konfrontiere sie mit ihrer eigenen hässlichen Fratze, lenke ihren unbegründeten Hass auf alles Fremde gegen sie selbst.

Wir sind überzeugt, dass mit dieser klaren Anleitung jedem Irgendwie-hier-Lebenden ausreichend Werkzeuge in die Hand gegeben wurden, um mit Mut und Zuversicht couragiert den Menschenfressern, Kinderschändern und Mordgesellen des Rechten Randes entgegenzutreten. Verabscheut sie von ganzem Herzen, speibt euch den Frust aus dem Hals über diesen Abschaum und dieses Gesindel, aber versucht doch, euch denen zivilisiert zu nähern.
Wenn das alles nicht funktioniert, könnt ihr immer noch des nachts Hakenkreuze an ihre Türen schmieren oder gleich ihr Auto abfackeln. Wir wollen euren zivilcouragierten Kampf gegen rechts nicht bremsen, aber denkt immer daran: bevor man das verloren geglaubte Lamm dem Wolf überlässt, versucht man es zur Herde zurückzuführen. Nur wenn es verstockt darauf beharrt, nicht gerettet werden zu wollen, dann könnt ihr es auch gleich schächten.

Besonders lobend möchten wir hervorheben, dass einige Medien sich bereit erklärt haben, diese Anleitung sofort zu verbreiten. Wie die „taz“.
Denn nein, das ist nicht alles fake

Samstag, 21. Juli 2018

Sunset





Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (28)



(Anm.: nicht 100% korrekt, weil ein paar Mitgliedsstaaten fehlen, aber grosso modo paßt es ...)


Es ist nichts geschehen, gehen Sie weiter!

von Fragolin

Offizielle Verlautbarung des Ministeriums für Wahrheit und Meinungsschutz:
Gestern kam es in Lübeck zu einem bedauerlichen Unfall. Ein deutscher Mann mit Staatsbürgerschaftsverleihungshintergrund wollte mit dem Bus zu einer kleinen Grillfeier mit Freunden fahren. Im Bus entzündete sich aus ungeklärter Ursache der im Rucksack verstaute Camping-Gasgriller des Mannes. Als er dieses bemerkte, legte er rasch den Rucksack ab und wollte ihn auspacken. Der von diffusen Ängsten, die von Pegida und AfD geschürt werden, getriebene Busfahrer führte eine Vollbremsung aus, als der junge Mann gerade zufällig das Picknickmesser aus dem qualmenden Rucksack zog. Dadurch stolperte er und verletzte bei dem Versuch, sich irgendwo festzuhalten, rein zufällig ein Dutzend Fahrgäste des Busses.

Der Staatsschutz ermittelt in drei Fällen:
Erstens kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein rechtsradikaler Fahrgast aus rassistischen Gründen mutwillig Brand an den Rucksack gelegt hat.
Zweitens hat die überzogene Reaktion des offenbar von rassistischen Ängsten getriebenen Busfahrers erst zu dem Unglück geführt.
Drittens wird überprüft, ob jene Fahrgäste, die sofort gesehen haben wollen, dass das Opfer dieser Diffamierungskampagne mutwillig handelte und einen Anschlag ausführte, auf Verbindungen zu rechtsradikalen Kreisen besitzen. Dazu genügt es, vier deutsche Großeltern zu haben.

Die Medienkontrollstelle des Wahrheits- und Meinungsschutzministeriums hat die Chefredakteure jener Medien, die die offizielle Verlautbarung nicht abwarten konnten und rassistische und islamophobe Gerüchte verbreiteten und den Rechten in die Hände spielten, zum Rapport einbestellt.
Die Spitzen von SPD und Grünen zeigten sich empört über diese Vorgänge mitten in Deutschland und forderten zusätzliche Millionen für den „Kampf gegen rechts“ lockerzumachen. Eine geplante Hetzrede eines AfD-Abgeordneten gegen muslimischen Terror konnte von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth erfolgreich unterbrochen werden.
Es ist nichts geschehen, gehen Sie weiter!

Harte Reaktionen

von Fragolin

Den ultrarechtsnationalfaschistischen blaunen Effen um den unsäglichen Hetzer Vilimsky weht jetzt endlich ein demokratischer und toleranter Wind entgegen! Es kann und darf nicht sein, dass im friedlichen und demokratischen Europa des dritten Jahrtausends nach der Geburt des Vernagelten rechtsextreme Hetzer noch immer das Volk dazu aufstacheln, negative Meinungen über ihre glorreichen Führer zu verbreiten! Sowas wie „Pontius Pilatus muss weg!“ ist intolerabel! Deshalb hat die Demokratische Volksrepublik Europa jetzt harte Reaktionen auf die unbotmäßigen Wortmeldungen österreichischer FPÖ-Politiker überlegt.

In den Beamtenstuben und Parteibüros der EU herrscht rege Betriebsamkeit. Es wird hektisch an einer neuen, für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen und rückwirkend ab Jahresanfang gültigen Richtlinie gearbeitet, die Kritik an Kommissaren und ganz besonders am Kommissionspräsidenten unter schwere Strafe stellt. Unterhändler wurden nach Merkels Empfehlung bei Erdogan gesichtet, um sich mit ihm zu konsultieren, wie man die Tatbestände „Majestätsbeleidigung“ und „Beleidigung des Europatums“ mit angemessener Folter ahnden kann. Der Versuch, Herrn Yücel für einen Erfahrungsbericht zu erreichen, schlug leider fehl. Er hat anscheinend das Staatsgebiet verlassen und wohnt jetzt auf Twitter.

Besonders Abgeordneten zum EU-Parlament wird künftig unter Strafandrohung verboten sein, Kritik am Führer und seinen Wesiren zu äußern. „Es kann und darf nicht sein, dass Abgeordnete glauben, nur weil sie gewählt wurden, hätten sie irgend ein Recht, dem Herrscher unbotmäßig zu begegnen!“ wird Junckers Sprecher zitiert. Er selbst soll wohl gesagt haben: „Dieser Pöbel geht mir am… äh, Krönchen, bring mir mal noch ´ne Kartoff… äh Karawan… nee Karaffe von dem Roten!“

„In einer sozialistischen Demokratie“, so liest man in der geheimen Agenda zur Erstellung der Richtlinie, die angeblich von einer Vorlage aus dem Stasi-Archiv der Kahane-Stiftung kopiert wurde, „darf es nicht sein, dass die Integrität der Führerpersönlichkeiten infrage gestellt wird! Wenn der Genosse Vorsitzende Hochverehrte durchlauchtigste Kommissionspräsident von konterrevolutionären Klassenfeinden renitenten Hetzern in irgend einer Weise einer nicht seinem Stande angemessenen Art und Weise kritisiert oder verunglimpft wird, darf das nicht toleriert werden!“ Interessierte Kreise wissen zu berichten, dass in alten DDR-Archiven auch nach dementsprechenden Gesetzestexten gefahndet wird, die man nur noch geringfügig adaptieren muss. Alternativ wurde auch schon überlegt, Die Bezeichnungen „EU-Kommission“, „Kommissionspräsident“ und „EU“ einfach durch „Obersten Sowjet“, „Genossen Vorsitzenden“ und „Sowjetunion“ zu ersetzen, um mühseliges Umschreiben von alten Texten zu vermeiden und entsprechende Gesetze sofort nach deren Auffinden per Ukas zur Richtlinie zu erklären.

An der Tür zur Parlamentskantine und an die Innenseite jeder Klotür der Abgeordnetentoiletten wurden von Aktivisten der zuständigen Abteilung für Agitation und Propaganda der Europäischen Jugendorganisation Zettel in mehreren Sprachen aufgehängt: „Man darf die Person und das Amt nicht voneinander trennen! Jean-Claude Juncker ist die EU! Wer Juncker kritisiert oder gar dessen Rücktritt fordert, ist ein Feind der EU und will deren Zerschlagung!“

Die Presseabteilung der EU und deren untergeordnete Medienagenturen bereiten derweil Meldungen vor, die jeden Kritiker Junckers und jeden Gegner der neuen Richtlinie als Antisemiten, Islamophoben, Rattenfänger, Kinderfresser, Brunnenvergifter, Neonazi, Europahasser und Menschenfeind einordnen. Wer es jetzt noch wagt, sein dummes renitentes Maul zu etwas anderem aufzureißen als zur Lobpreisung der Gloriosen Majestät, Truchsess Juncker von Merkels Gnaden, soll gleich wissen, dass er isoliert da steht, selbst wenn er sich in einer Mehrheit befindet! Die Leute können und müssen gleich darauf vorbereitet werden, was ihnen blüht, wenn Angela die Prächtige den Kaiserthron zu Brüssel besteigt!
Dann ist hier endgültig Schluss mit lustig, ihr Pack!

Freitag, 20. Juli 2018

Unter Palmen





Rückfahrkarte

von Fragolin

Ich wollte diesen Artikel im „Standard“ kommentieren. Höhnisch, bissig, den Bogen von den „Rebellen“ am Anfang zu den islamistischen Djihadisten am Ende spannen und dann quietschend über die Saiten der Propaganda knarzen lassen, die geharzt wurden von einem ranzigen Klumpen, der aus einer Lügengeschichte geschnitzt wurde, die das Universum vom nicht einmal mehr erwähnten Urknall der „Beobachtungsstelle“ zur offensichtlich erfolgreichen Friedensmission des bösen Russen und seines unmenschlichen Fassbombenwerfers, die es geschafft haben, ganz Syrien bis auf eine kleine Enklave der demokratischen Rebellen des „Islamischen Staates“, wieder in einen Zustand zu versetzen, in dem Frauen ohne Stoffsack auf die Straße gehen und Männer blasphemische Musik hören dürfen, umspannt.
Ich kann es nicht.
Nicht so.
Ich bin einfach zu verwundert über den Inhalt, den Tonfall und vor Allem das, was nicht da steht.

In Syrien endet in weiteren Gebieten der seit 2011 andauernde Krieg.“

Liebe Syrer, das ist eine gute Nachricht. Vor Allem für jene, die jetzt endlich, von der Sehnsucht nach der Heimat beseelt, die sie als Kriegsflüchtlinge verlassen mussten, wieder heimkehren können. Nach Aleppo zum Beispiel. Wo sicher große Wohnungsnot herrscht, da dort das biblische (oder auch koranische) Wunder geschah, dass mehr Menschen aus dieser Stadt flüchteten, als jemals dort gelebt haben, und trotzdem noch immer die Hälfte dort lebt. Hat was von Fischen und Broten. Und die aleppinischen Geflüchtlinge gingen ja auch über das Meer. Deshalb ist auch der römische Oberpope so futsch und weg von denen.

Unter russischer Vermittlung erreichte die syrische Regierung ein Abkommen mit Rebellen in der südwestlichen Provinz Quneitra. Dies meldete die staatliche Agentur Sana am Donnerstag.“

Man zitiert die bisher mindestens mit „RT“ und „Sputnik“ auf eine Stufe gestellte syrische Propagandaschleuder „Sana“ des angeblichen Fassbombenschleuderers ohne jede Scham und verzichtet sogar auf die über jeden Zweifel erhabene neutrale Berichterstattung des „Beobachters“?

Die Rebellen hätten die Übergabe schwerer Waffen zugesagt und erhielten freies Geleit in die noch besetzte Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.“

„Rebellen“ ziehen frei ab in das vom osmanischen Sultan geschützte Islamistenreservat im Norden. Na so ein Zufall aber auch.

Flüchtlinge können in ihre Dörfer zurückkehren.“

Äh. Moment. Den muss ich nochmal fettgedruckt bringen:

Flüchtlinge können in ihre Dörfer zurückkehren.“

Äh, Baschar, hör mal, ich hab da was für dich. So ein Bündel Rückfahrkarten.

In der Provinz Idlib wurden am Donnerstag zwei seit Jahren von Rebellen belagerte Dörfer geräumt. Mehr als 7.000 überwiegend schiitische Bewohner wurden in Sicherheit gebracht, im Gegenzug werden hunderte Gefangene freigelassen. Der Deal soll von den iranischen Revolutionsgarden mit dem islamistischen Al-Kaida-Ableger Tahrir al-Sham ausgehandelt worden sein.“

Ach ja, die Rebellen der Al Kaida.
Das ist geblieben von der Zündelei des Friedensnobelpreisträgers: Zigtausende Tote, ein ausgebranntes Land und das Märchen von islamistischen Freiheitskämpfern.
Fucking for virginity.
Und wir, das bleibt zu befürchten, haben bündelweise unbenutzte Rückfahrkarten für den islamistischen Ausfluss dieses Irrsinns auf Lebenszeit an der Backe.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Na klar doch! Das glauben wir doch gerne!


Gastkommentar
von Kennerderlage


Juncker hatte einen Ischias-Anfall, Jelzin war zeitlebens Abstinenzler, Bill Clinton didn't inhale, und Monica L. hat nur eine Zigarre von ihm im Mund gehabt. Wenn jetzt noch geklärt wird, daß VdB ein parteiunabhängiger Bundespräsident ist, können wir endlich wieder beruhigt schlafen ...


Ein antisemitischer Sozi

von Bastiat



Unsere allseits geschätzte Prinzessin, der überaus erfolgreiche Manager des Milliardengrabes ÖBB, der niemals gewählte Kurzzeit-Bundeskanzler, und äußerst unerfolgreiche Oppositionsführer, hat wieder für Heiterkeit gesorgt.

Der verhinderte Pizza-Bote musste sich, einmal mehr, schrecklich empören. Es ging um Gottfried Waldhäusl, FPÖ-Politiker, Landesrat in Niederösterreich und dort zuständig für Tierschutz. Dieser plant, das „Schächten“ als Art der Tierschlachtung einzuschränken. Dabei ist u.a. geplant, die Lieferung von Fleisch aus einer derartigen Schlachtung an den konkreten Bedarf zu koppeln, also an den Nachweis der Zugehörigkeit des Konsumenten zum jüdischen oder muslimischen Glauben.

Na, mehr hat er nicht gebraucht, um bei Kern die größtmögliche Empörung auszulösen. Wortgewaltig sah er das Dritte Reich wiederauferstehen, wo Juden namentlich erfasst werden. Natürlich rein wegen der FPÖ. Und ganz besonders schlimm empfand Glaskinn-Kern, dass Kanzler Kurz („der junge Schnösel hat jetzt meinen Job!“) sich zu dieser Sache, die rein niederösterreichische Belange betrifft, nicht äußerte. 

Nun, wie bereits im obigen Artikel, aber etwa auch hier beschrieben, ist die Prinzessin da mal wieder kräftig ins Fettnäpfchen gehüpft. Die neuen, verschärften Regeln für den Bezug des koscher geschlachteten Fleisches (inkl. namentlicher Erfassung der Bezieher) wurden bereits im September 2017 vom Waldhäusls Amtsvorgänger, Maurice Androsch, erlassen. Und dieser gehört zur gleichen Partei wie unser allseits ungeschätzter Ex-Kanzler Kern, zur SPÖ. Und, er sitzt seit November 2017 im Nationalrat. Ebenso wie Hr. Kern. Dieser kann somit jetzt seine sicherlich ganz ehrlich empfundene Empörung über diesen Akt des Antisemitismus direkt und unverfälscht dem dafür Verantwortlichen ins Gesicht sagen. Oder wohin auch immer. Denn, er wird doch sicherlich nicht ebenso schweigen wollen wie der Gottseibeiuns der Roten, Kanzler Kurz, oder?

Tja, dumm gelaufen. Wenn man so unfähig ist wie Kern, schlägt sich oft auch noch das Pech dazu. Aber keine Frage, diese Witzfigur „kann Kanzler“. Zumindestens seine Frau hat das mal in einem Interview behauptet.


Rauchzeichen aus dem Urlaub: Was ist peinlich?


Peinlich ist z.B., wenn ein österreichischer Bundespräsident, der angeblich der deutschen Sprache mächtig sein soll, nicht weiß, was das Wort »unflätig« bedeutet.

Der Duden definiert: »Unflat: Unsauberkeit, widerlicher, ekelhafter Schmutz, Dreck.« – »unflätig: in höchst ungebührlicher Weise derb, grob, unanständig.«
Es gebe ein klares Bekenntnis zum europäischen Kurs, aber gerade während der EU-Präsidentschaft Österreichs komme nun Vilimsky "in einer Art daher, die ich kaum je erlebt habe", stellte Van der Bellen im Interview laut der "ZIB 2" fest. Er beschimpfe Kommissionspräsident Juncker in einer "unflätigen Art" und niemand aus der Bundes-regierung reagiere darauf, kritisierte der Bundespräsident.
 Was hat nun Vilimsky nach dem durch alle Kanäle gegangenen Torkel- & Grinse-Video Junckers an »Unflat« denn geäußert?
"Der mittlerweile zum Online-Hit gewordene Auftritt eines torkelnden und von mehreren Staatschefs gestützten Juncker im Rahmen eines jüngsten Gipfeltreffens in Brüssel macht die gesamte Europäische Union zur Lachnummer und dies in einer gesamt sehr schwierigen Situation für die EU", so Vilimsky. Er führte an, dass es in den vergangenen Jahren "eine Reihe von offensichtlichen Alkoholproblemen" gegeben habe, "die immer wieder zu einer Serie peinlicher Videos geführt" habe.
(ebend.)
Was ist daran »in höchst ungebührlicher Weise derb, grob, unanständig«? Unflätig wäre es gewesen, wenn Vilimsky bspw. den Rücktritt »dieses blödgesoffenen, alten Trottels Juncker« gefordert hätte. Hat er aber nicht: er hat vielmehr in wohlgesetzten Worten seine Kritik am offenkundigen (und hinter vorgehaltener Hand von allen, die dem besagtem Herrn näher begegneten, zugegebenen!) massiven Alkoholproblem des Kommissionspräsidenten angebracht.

Welch servile Ansicht von Gefolgschaftstreue hat dieser Herr Bundespräsident eigentlich, wenn er eine berechtigte Kritik als »unerhört« empfindet? Ein EU-Kommissionspräsident ist nicht sakrosankt, nicht einmal in protokollarischer Hinsicht einem Staatsoberhaupt gleichzuhalten, welches schließlich in seiner Person die Würde der ganzen Nation verkörpert — oder, bessergesagt: verkörpern sollte! Was durch die Aktionen manches Bundespräsidenten allerdings nur zu erfolgreich torpediert wird ...

DiePresse-Leser sahen offenbar die Welt nicht durch die ebenso links-grüne, wie EUrokratie-affine Parteibrille Van der Bellens, sondern ganz anders, sodaß DiePresse schnell zur Zensur griff und unter dem Artikel verkündete:
Anmerkung der Redaktion: Wegen massiver Verstöße gegen unsere Forenregeln musste die Kommentarfunktion zu diesem Thema deaktiviert werden. Wir bedauern.
Das Bedauern der Redaktion über die vorgenommene Zensurmaßnahme glaube ich etwa so sehr, wie die angeblichen Verstöße gegen die Forenregeln (in denen mir ein Passus »Du sollst den Mächtigen nicht lästig sein, sondern brav hinten reinkriechen« bislang unbekannt war — aber vielleicht kommt das noch ...) — in Wahrheit hat die auch beim vorgeblich »bürgerlichen« Medium selbstverständlich heftig links-grün-gepolte Redaktion es einfach nicht ertragen, von ihren Lesern über die tatsächliche Stimmungslage in EUropa ungeschminkt aufgeklärt zu werden.

Die Leser kauften der Redaktion  offensichtlich ebenso nicht den apologetischen Artikel ab »Warum der Präsident wankt«, in dem schön brav das Märchen vom »schweren Ischias-Anfall« nachgebetet wurde. Auch unter diesem Artikel prangt daher das gleiche Zensur-Sätzchen wie unter dem vorigen.

Und dieser offensichtliche Alkoholabusus wäre ja nicht ein einmaliger Ausrutscher — Juncker ist schon wiederholt (und auf Videos dokumentiert) in einer Weise »auffällig« unterwegs gewesen, das den Verdacht auf einen erheblichen Restalkohol im Blutkreislauf — oder wäre bei Juncker nicht besser bereits von zu wenig Blut im Alkoholkreislauf zu sprechen? — nahelegt. Man erinnere sich nur an diese an Peinlichkeit kaum überbietbare Szenen in Riga:


Derlei Auftritte legen den Verdacht auf Alkoholisierung mehr als nahe — eine andere Erklärung wäre nur in ernsthaften Geistesstörungen zu finden. Aber auch das macht den Ruf nach einem Rücktritt dieses Kommissionspräsidenten verständlich.

Wenn Van der Bellen trotz dieser erratischen Entgleisungen dies »unerhört« findet, wäre auch an ihn die Aufforderung zum Rücktritt nicht unberechtigt.

Aber vielleicht hat er das alles ja nicht so gemeint, wie es geklungen hat! Man muiß ihn ja nicht immer ganz ernst nehmen in seinen Äußerungen — wie wir spätestens seit seinem »Kopftuch-für alle-Frauen«-Sager (und seiner nachträglichen Relativierung) wissen. Manchmal ist er halt ein kleiner Schelm, unser Herr Bundespräsident ...



Hereinspaziert!





Außerirdisch

von Fragolin

Heute nur ein kurzer Splitter, denn die Arbeit ist ein Grauer Mann der die Zeit schneller frisst, als sie vergehen kann. Aber eine Schlagzeile hat mich spätnachts dann doch noch begeistert, gefunden in der linken Filterblase „Standard“:

"Juncker zu Vilimsky-Aussagen: "Ich verlange Respekt""

Jetzt dreht er vollkommen durch. Dieser in seinen Auftritten meist peinliche Clown, der ohne den massiven Druck ihrer Alternativlosigkeit, Kaiserin Angela in Spe, die ihn zu ihrem Truchsess auf dem Thron zu Brüssel erkor, irgendwo in Luxemburg Banknoten zählen würde, verlangt Respekt? Möchten Seine Durchlaucht nur mehr untertänigst angesprochen und ausschließlich jubelnd mit Worten bedacht werden? Haben seine Ehrwürdigkeit, dessen Alkoholgeschichten seit Jahren durch diverse Medien gehen, jetzt endgültig den Heiligen Geist aus der Flasche gezogen?

Als Erstes, möchte man diesem Schmierendarsteller der Politbühne zuraunen, wirst du erst mal Respekt all denen Menschen bezeugen, die dich für deine Auftritte und Saufeskapaden auch noch fürstlich entlohnen dürfen, ohne dich je gewählt zu haben. Dann wirst du dich bei denen entschuldigen und Besserung geloben. Und dann zurücktreten. Das kann ich fordern, weil ich dich bezahle; du kannst von mir im Gegenzug gar nichts fordern, weil du an keiner Stelle demokratisch von mir legitimiert wurdest, ein Amt zu bekleiden, dass dich zu Forderungen berechtigt.
Sorry, Schonklood, du lebst in einer Welt, in der jeder zu dir sagen kann: Geh mir aus der Sonne, du bist eine wandelnde Peinlichkeit! Und weißt du, was du dagegen tun kannst?
Richtig: Gar nichts.
Vielleicht ertränkst du genau diese Erkenntnis im Alkohol? Wer weiß.

Nachgefragt, ob die Darstellung eines Kommissionssprechers, wonach beim Vorfall beim Nato-Gipfel kein Alkohol im Spiel gewesen sei, richtig sei, sagte er: "Es war korrekt am Mittwoch, es ist korrekt heute früh, und es wird korrekt sein heute Abend und morgen früh." Leicht verärgert fügte er hinzu: "Ich verlange Respekt."

„Sagte er“ oder „lallte er“?
Sorry, aber das ist doch wieder eine Antwort eines Trunkenboldes. Nix gesagt außer groß getan, blablabla. Der kann doch nicht erwarten, damit ernst genommen zu werden?

Umso mehr wächst sich der Fall inzwischen zu einer schleichenden Koalitionskrise aus, nachdem Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Interviews "Angriffe, die ich in dieser Form noch nie erlebt habe", scharf kritisierte. Vilimskys Beschimpfungen nannte er eine "unflätige Art".“

Wieso Koalitionskrise? Was hat Van der Bellen mit der Regierungskoalition zu tun?
Sind die in der „Standard“-Redaktion genauso besoffen? Kapieren die überhaupt noch, dass ihr Geschreibsel das gleiche Niveau hat wie Junckers Lallen vor der UNO von den „Führern außerirdischer Planeeten“, die mit Sorge „die Entwicklung der EU“ betrachten?
Und was ist bitteschön „unflätig“ an der Feststellung, dass ein Angetrunkener Kommissionspräsident dem Ansehen der EU schade?

Und was seine Wahrnehmung angeht: Wenn Kurz und Strache als „Besoffene“ bezeichnet werden und Hofer sogar in seinem eigenen Wahlkampf als „Krüppel“ bezeichnet, ist das also alles viel weniger schlimm als Kritik an Juncker und Forderungen nach dessen Rücktritt?
Wie es scheint hat Juncker in einem Recht: Es gibt Führer außerirdischer Planeten. Mitten unter uns. Und manche schaffen es bis zum Bundespräsidenten…

Mittwoch, 18. Juli 2018

Wo Kentucky am schönsten ist ...





Lebensfreude

von Fragolin

Franzosen sind bekannte Genießer. Lebensfreude heißt bei denen bekanntermaßen, sich ein besonders gutes Baguette zu gönnen, einen Frosch zum Frühstück oder ein paar Schnecken in Weißweinsoße, danach mit dem Fahrrad an den Strand und irgend eine tiefsinnig schmachtende Jungfer mit ironischen Versen von Voltaire verführen – naja, hört sich jetzt nicht wirklich schlecht an, aber einigen progressiven Kräften war das doch zu fad.

Und so hat sich Frankreich Menschen importiert, deren Lebensfreude spontaner, impulsiver und fröhlicher ist. Und anstatt nach dem Sieg der Fußball-Weltmeisterschaft einfach nur einen Frosch extra zu fressen oder einen trüb gewordenen Schampus von Großvater aus dem Keller zu holen und sich gemütlich vor einem geschmackvollen Softporno volllaufen zu lassen, herrscht jetzt lebensfroh Stimmung auf Frankreichs ehemals abendstillen Straßen.

Damit sich auch Deutschland, das jetzt acht Jahre Zeit hat seine Fußballmannschaft mit frischen Fachkräften neu aufzustellen, sich ein Bild machen kann, wie dann die Feiern in Berlin, Hamburg und Düsseldorf aussehen, wenn es sich den Pokal zurückholt, hier ein kleiner Videozusammenschnitt der multikulturellen Freudenfeiern in Frankreich: