Montag, 1. September 2014

Offenbar wird in Brüssel auf Symbolpolitik geachtet

... und deshalb möchte man einen 1. September nicht ohne Beginn eines Krieges vorbeigehen lassen, wo doch der letzte, symbolträchtige solche gerade mal sein 75. Jubiläum begeht. Man denkt sich offensichtlich: »Wenn es schon nicht bis zum 28. Juli mit seinem noch viel schöner runden Gedenktag geklappt hat, soll uns der Krieg diesmal nicht wieder durch die Lappen gehen!«

Diesem Ziel wird alles geopfert — wohl wissend, daß es auf Quisquilien wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit,Wahrheit etc. nicht ankommt. Motto ist: The Show Must Go On! und das tut sie nur, wenn es gelingt, das Finanzdesaster unserer Politruks und ihrer Strippenzieher an der East Coast und in der Londoner City durch eine pompöse Kriegsaktion so zu vernebeln, daß nachher — wie gewünscht — die EUntertanen (und die USklaven kaum weniger!) ohne Hemd und Hosen dastehen, weil sich die Finanz»eliten« in der Zwischenzeit alles gekrallt haben, aber die breite Masse glaubt, das sei nicht durch die betrügerische Papiergeldwirtschaft und hemmungslose Schuldenmacherei der Machthaber passiert, sondern die bedauerliche Folge eines Weltkriegs, in die der pöhse Putin alle gehetzt habe.

Was unsere Systempresse dazu schreibt, paßt genau in diese Verdachtslage. Nehmen Sie nur die gute alte, offiziöse »Wiener Zeitung«, in der — wenigstens seit dem Rausschmiß von Andreas Unterberger — sicherlich kein Leitartikel ohne die Genehmigung des Bundeskanzlers erscheint. Da »durfte« Chefredakteur Göweil in der jüngsten Wochenendausgabe einen Sportpalast-Artikel veröffentlichen, unter dem neckischen Titel:

Die Kosten der Freiheit

Eines darf bei Betrachtung der aktuellen Ukraine-Krise nie vergessen werden: Russland hat die Krim als Aggressor annektiert, und Russlands Getreue in der Ukraine haben eine Zivilmaschine mit 298 Menschen an Bord vom Himmel geschossen. Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin die Separatisten also eine "Bürgerwehr" nennt, ist das Unsinn, es handelt sich um Schwerverbrecher. Die 2600 Toten des Ukraine-Konflikts scheinen Putin auch nicht zu stören, schweres Kriegsgerät wird illegal über die Grenze gebracht.
(Hier weiterlesen)
 Göweil »vergißt« dabei, daß es ein höchst eindeutiges Referendum gab (dessen Ordnungsmäßigkeit von unabhängigen Beobachtern vor Ort bestätigt wurde), er »vergißt« auf das dröhnende Schweigen aus Großbritannien über die Ergebnisse der Flugschreiberauswertung, welches das genaue Gegeteil seiner hingerotzten Behauptung höchst wahrscheinlich macht, er »vergißt« darauf, daß die EU-Favoritin (bis zu ihrer, leider, abgehörten Äußerung!) und lupenreine »Demokratin« Timoschenko die Ausrottung der russischen Bevölkerung der Ost-Ukraine empfahl. Dafür vergißt er aber nicht auf die angesagte Agenda:
Was er allerdings nicht in der Hand hat, sind die Art und Weise der Sanktionen gegen Russland. Sie werden weiter verschärft, allerdings werden sie nicht weit genug gehen. So schlimm das auch für Europa wäre, an einer weitgehenden Isolierung der russischen Wirtschaft führt kein Weg vorbei. Putin spricht sehr klar mit doppelter Zunge - damit hat die Diplomatie ihren Sinn verloren. Die Aufrufe der EU-Außenminister werden im Kreml offen verhöhnt.

Europa hängt am Gas-Tropf Russlands, und ein Importstopp würde die Sanierung der EU-Budgets zweifellos über Bord werfen. Ohne diese Einnahmen wäre es allerdings bald vorbei mit Putins Herrlichkeit. Natürlich ließen Sanktionen wie beim Iran Europas Aktienkurse abstürzen, Banken pleitegehen und Industriekonzerne arg ins Straucheln kommen. Doch nach der Finanzkrise nahmen die EU-Staaten sehr viel Geld in die Hand, um genau das zu verhindern. Da ging es "nur" um die Sanierung eines außer Rand und Band geratenen Kapitalismus. Nun geht es um die Freiheit, und das müsste Europa mehr Geld wert sein und auch mehr als Defizit-Kriterien.
»Wollt ihr die totalen Sanktionen? Wollt ihr sie totaler, als ihr sie euch überhaupt vorstellen könnt?«  »JAAAAAAA«, soll nach Göweils (d.h. seiner Auftraggeber) Willen wohl der Pöbel jauchzen.

Nun — damals gab's noch keine Blogs und Foren im Internet, welche inzwischen immer größere Zugriffsraten verzeichnen und die Systempresse und Öffis ziemlich alt aussehen lassen. Und es gab eine leidensbereitere Bevölkerung als heute.

Und so sei die Prognose gewagt, daß ein Krieg stattfinden wird vorallem in den Redaktionen und Köpfen unserer »Eliten«. Solange diese ihre Köpfe noch auf ihren Schultern haben werden ...

Sonntag, 31. August 2014

Samstag, 30. August 2014

Für den Westen nichts Neues ...

... und sicherlich kein Grund, die Sache hier medial irgendwie zu erwähnen:
Irak: Islamistische Terrororganisation ISIS köpft jetzt auch Kinder

Erzbischof von Mossul: Keine islamische Autorität hat diese Verbrechen klar verurteilt. Muslime haben Häuser von Christen geplündert. Dramatische Hilferufe aus dem Irak

Der Erzbischof aus Mossul, Emil Shimoun Nona, ruft Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft zu mehr humanitärer Hilfe für hunderttausende Flüchtlinge im Nordirak auf. Die Menschen seien angesichts der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", die die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) begehe, am Ende, sagt der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul laut einem Bericht der "Deutschen Welle". Er sei enttäuscht darüber, "dass bisher keine islamische Autorität diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen jeden religiösen Glauben klar verurteilt hat". Eine so passive Haltung habe er von den offiziellen Religionsvertretern nicht erwartet. 
Eine so passive Medienlandschaft, die zwar vor Hyperventilation schon nach Luft schnappt, wenn ein US-Polizist einen schwarzen Jugendlichen erschießt, aber bei ein paar hunderttausend Vertriebenen und Toten achselzuckend zu den Wettermeldungen für die nächste Woche übergeht, habe ich hingegen sehr wohl erwartet. Denn kein Ton ins Mikrophon, kein Buchstabe für einen Artikel, wenn's gegen die Religion des Friedens wäre — das sind unsere Medienhuren ihrer »antirassistischen« und »inklusiven« Blattlinie doch schuldig!

Feinsinniges aus erlauchtem Munde

... präsentierte jüngst Herbert E. Meyer, früher Special Assistent des Direktors der Zentralen Aufklärung und Stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nationale Aufklärung der CIA während der Reagan-Administration, vor ein paar Wochen in einem Artikel in der Zeitschrift »American Thinker« (wie man sieht: nicht nur auf diesem LePenseur-Blog wird gedacht!) seiner vermutlich ob der Brillanz der Gedanken ergriffenen Leserschaft:
Especially when dealing with Russians, subtlety gets you nowhere; you must tell them, bluntly, what you want to happen.  For example, when someone asked President Reagan to explain the objective of his Cold War strategy he replied: We win, they lose.
As President Reagan might have put it: Well, here we go again....
Last month’s shoot down of Malaysia Air Flight 17 over Ukraine has made clear to just about everyone -- certainly to President Obama and even to some of Western Europe’s most feckless leaders -- what should have been obvious a long time ago: Russian President Vladimir Putin is a serious threat to world peace.
Nun, bis dahin sind sowohl Feinsinnigkeit wie auch Gedankenreichtum überschaubar. Aber es kommt besser:
Simply put, we should make clear to the Russian business executives and oligarchs who are the target of Western sanctions that Putin is their problem, not ours.  These people may lack the spark of political genius or the high-minded patriotism that drove our country’s Founding Fathers -- but they aren’t stupid.  It won’t be long before a bunch of them get together for a quiet conversation -- perhaps in a Moscow board room, more likely on a yacht anchored off the Cote d’Azur -- to, um, decide what might be best for Russia’s future.
Since subtlety doesn’t work with Russians, the president and his European counterparts should also make absolutely clear that we have no interest whatever in how these people solve their Putin problem.  If they can talk good old Vladimir into leaving the Kremlin with full military honors and a 21-gun salute -- that would be fine with us.  If Putin is too too stubborn to acknowledge that his career is over, and the only way to get him out of the Kremlin is feet-first, with a bullet hole in the back of his head -- that would also be okay with us.
LePenseur versucht sich gerade vorzustellen, ein früherer hochrangiger Beamter Rußlands schriebe einen Artikel im angesehenen Magazin »Russian Thinker«, in welchem den Wall-Street-Bankstern der feinsinnige Vorschlag gemacht würde, Schokobama von hinten eine Kugel durch den Kopf zu jagen — »that would also be okay with us«.

Man versteht möglicherweise ein bisserl besser, warum Putin diese Art von Politikführung weniger prickelnd findet, und darum auch ein paar eindeutige Worte findet:

Putin: "Legt Euch besser nicht mit Russland an"

Russlands Präsident gibt einen unmissverständlichen Hinweis auf die Atomwaffen seines Landes. Die Regierung in Kiew will derweil einen Nato-Beitritt forcieren, die westliche Allianz schließt das nicht aus.
 (DiePresse.com)
Die Worte waren unmissverständlich: "Ich möchte daran erinnern, dass Russland eine der führenden Nuklearmächte ist", sagte Präsident Wladimir Putin am Freitag anlässlich seines Besuchs bei einem Kreml-nahen Jugendlager. An den Westen richtete eine harte Warnung: "Legt Euch besser nicht mit uns an."
(Hier weiterlesen)
Das ist allerdings, wenn man einem Kommentarposter mit Russischkenntnissen Glauben schenken darf, nicht der originale Wortlaut, dieser wäre vielmehr (emotionell deutlich weniger »aufgeladen«):
Russland ist weit entfernt davon, sich in große Konflikte hineinziehen zu lassen, wir haben es nicht vor und wollen das nicht.
Natürlich müssen wir immer bereit sein jede Aggression gegen uns abzuwenden, und unsere politische Partner sollten wissen, sich mit uns nicht militärisch anzulegen.
Ich hoffe auch, dass es keiner vorhat, gegen uns militärische Aggression zu führen.
Wie auch immer — die Botschaft ist klar: wer glaubt, einen Krieg gegen Rußland führen zu wollen, sollte sich besser warm anziehen. Wer glaubt, daß russische Oligarchen Putin so einfach hinterrücks erschießen wollten und könnten, sollte besser aus seinen feuchten Träumen aufwachen, bevor er selbst möglicherweise so ein Schicksal erleidet (das bei den Mordraten amerikanischer Städte nicht so selten ist).

Wer glaubt, das Ukraine-Problem zu lösen, indem man dieses Land in die NATO aufnimmt oder mit NATO-Waffen und sonstiger Kriegsunterstützung fördert, der hat offenbar vor, einen großen, blutigen Krieg anzuzetteln. Einen Krieg, den keiner gewinnen kann — außer vielleicht einem lachenden Dritten in China und/oder Indien.

Untergehende Imperien neigen dazu, im todeskampf um sich zu schlagen. Und die USA sind so ein untergehendes Imperium (die UdSSR ist bereits längst untergegangen, und das heutige Rußland ist alles, nur kein »Imperium«!). Die Euroäer täten gut daran, sich nicht in Reichweite der USA zu begeben, um von den unkontrollierten Zuckungen nicht beschädigt zu werden ...

Die »Lützow-Files« II

(Fortsetzung von hier)









(wird fortgesetzt. Die hier ausgelassene letzte Zeile dieser Seite wird für die bessere Lesbarkeit 
des Textes dann auf Seite 234 oben hinzugefügt)

Freitag, 29. August 2014

Die »Lützow-Files« I

Der seinerzeitige Botschafter Österreich-Ungarns beim Königreich Italien, Heinrich Graf von Lützow (* 11. September 1852 in Baden bei Wien † 8. November 1935 in Wien) hinterließ als Manuskript höchst lesenswerte Memoiren. In diesen geht er auch (obwohl 1914 als Spitzendiplomat — und ein Botschafter wog damals, als nur Großmächte untereinander Botschafter zu entsenden pflegten, alle anderen Missionschefs waren nur im Rang von Gesandten oder darunter, ungleich mehr als heute! — bereits im Ruhestand, aber immer noch in wichtigen Ereignissen bestens informiert und eingebunden) auf die Ereignisse und Fehleinschätzungen ein, mit denen die damalige Welt in den Ersten Weltkrieg hineinschlitterte. Ich erlaube mir daher, in den nächsten Tagen aus diesen Memoiren zu zitieren, werde dies aber (damit ich mir nicht die Finger wundtippe) in Form von Faksimilies der verdienstvollerweise gedruckten Fassung derselben tun, und hoffe dabei auf gnädige Nachsicht dieser Copyright-Verletzung seitens des »Verlages für Geschichte und Politik«, der Lützows Erinnerungen 1971 herausbrachte.

Heinrich Graf Lützow war von 7. März 1904 bis 4. März 1910 (also fast auf den Tag genau sechs Jahre lang) Österreich-Ungarns Botschafter in Rom, und ist insbesondere im Hinblick auf die italienischen Verhältnisse (die ja letztlich über den Kriegseintritt Italiens auf der Seite der Alliierten Österreichs Position im Weltkrieg in fataler Weise beeinträchtigten) eine exzellente Informationsquelle. Als Angehöriger einer altgedienten Diplomatenfamilie der österreichischen Aristokratie durch seine englische Mutter mit einer selbst für jene Kreise ungewöhnlichen Weltläufigkeit ausgestattet, kann er viele für uns heute kaum verständliche Vorgänge aus einem teilweise recht ungewohnten Blickwinkel kommentieren. Doch lassen wir nun den gewiegten Diplomaten selbst zu Wort kommen (zur besseren Lesbarkeit bitte die einzelnen Bilder anklicken):









(wird fortgesetzt. Die hier ausgelassene letzte Zeile dieser Seite wird für die bessere Lesbarkeit 
des Textes dann auf Seite 226 oben hinzugefügt)

Donnerstag, 28. August 2014

Heute vor 265 Jahren

... wurde Johann Wolfgang von Goethe geboren. Heute vor 1584 Jahren starb Augustinus von Hippo. Und ebenfalls heute wurde Recep Tayyip Erdoğan zum SultanPräsidenten der Osmanen vereidigt, und könnte, nach dem Willen unserer transatlantiker, endlich der Dritte Weltkrieg beginnen. 

So ereignen sich also erfeuliche, betrübliche, bestialische und lächerliche Geschehnisse an jedem Tag unseres Jahres, und man wiß nicht, ob man lachen oder weinen soll ... ... Dennoch — halten wir es mit demHerrn Geheimen Rat, der uns für alle Tage den guten Rat gibt:
Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

Die stinkende Eiterpustel-Fresse der »political correctness«

... gewinnt abstoßende Gestalt in den Verbrechen, die jahrelang in der englischen Stadt Rotherham ungestört begangen werden konnten, weil die Behörden nicht als »rassistisch« gelten wollten:

Großbritannien: Politische Korrektheit deckte Sextäter


ROTHERHAM
ROTHERHAM / Bild: (c) APA/EPA/WILL OLIVER (WILL OLIVER) 
Mehr als 1400 meist weiße Mädchen wurden in Rotherham jahrelang von einer pakistanischen Bande missbraucht. Aus Angst vor Rassismusvorwürfen sahen die Behörden weg.
 (Die Presse

An Hinweisen, Auffälligkeiten und Verdachtsmomenten hatte es in den vergangenen Jahren eigentlich nicht gefehlt. Kinder wurden eigenartig oft mit Taxis von Schulen abgeholt, „labile“ Jugendliche wurden gezielt im Schulbus angesprochen und andere wurden offen bedroht: In der mittelenglischen Stadt Rotherham in der Grafschaft South Yorkshire, einer unspektakulären ehemaligen Stahlstadt nahe Sheffield mit mehr als 260.000 Einwohnern, hatte man schon lange das Gefühl, irgendetwas Seltsames, wenn nicht gar Schreckliches, sei im Gange.
Es ist zum Kotzen! Nicht nur das, was in dieser Stadt in Nordengland passiert ist, sondern noch viel mehr, warum es so lange passieren konnte. Weil sich nämlich die Beamten in die Hosen machten, als »rassistisch« zu gelten, wenn sie pakistanische Vergewaltigungsgangs als das bezeichneten und verfolgten, was sie sind: als Verbrecher. Und mindestens ebenso zum Kotzen ist freilich das, was jetzt daraus gedrechselt wird:
Doch eine fatale Mischung aus „Nicht-sehen-Wollen“ und „Nicht-sagen-Wollen“ legte lange offenbar einen erstickenden Mantel des Schweigens über alles. Bei den zuständigen Wohlfahrtsbehörden wurden die Vorwürfe der Kinder etwa oft nur als „Belästigung“ abgetan. In der Polizei herrschte eine testosterongetriebene Männerunkultur, der jedes Verständnis für sexuelle Verbrechen fehlte.
Sorry, das ist linke, gutmenschliche Verarsche in Reinkultur! Das Abtun als »Belästigung« war ja nicht deshalb, weil die Wohlfahrtsbehörden etwa sexuellen Übergriffen prinzipiell zu wenig Augenmerk schenkten — wären nämlich pakistanische Mädchen etwa von Mitgliedern der British National Party oder der UKIP, oder auch nur von einem x-beliebigen autochthonen Dick-Tom-&-Harry aus Yorkshire vergewaltigt worden, hätten die Behörden selbstverständlich in aller Schärfe eingegriffen, wären Lichterketten und Schweigeminuten inszeniert worden etc. etc...

Und das mit der »testosterongetriebene Männerunkultur« der Bobbies ist ein lächerlicher Schmus, den der Korrespondent sich an den Hut stecken möge (oder wohin sonst er will) — wer jemals mit britischen Polizisten zu tun hatte, weiß, daß diese die Unterstellung der »Testosterongetriebenheit« am wenigsten verdienen! Außer — (und das ist im ach-so-politisch-korrekten England der Ära Tony Blair durchaus wahrscheinlich! — man hätte in den Polizeiapparat unterm Banner des Antirassismus schon jede Menge Migrationshintergründler aus Ländern und (Un-)Kulturen geschleust, in denen ein vergewaltigtes Mädchen nicht ein Strafverfahren gegen den Vergewaltiger nach sich zieht, sondern einen Ehrenmord der Angehörden an der Vergewaltigten! Und wenn »Die Presse« dann noch ebenso formell wahr wie tatsächlich irreführend schreibt:
Es war schließlich ein Strafprozess gegen fünf asiatische Sexualtäter, der 2010 die jetzige Lawine losgetreten hat und zu dem Bericht von Alexis Jay führte
... dann möchte man schon den nächsten Kotzkübel bereitstellen. Denn ja, richtig — Pakistan liegt in Asien, aber die geographische Herkunft ist nicht das Problem mit den Leuten! Das Problem ist vielmehr, daß es sich um muselmanische Verbrechergangs handelte, die die Verdacht schöpfenden Beamten in eine doppelte Zwickmühle brachten: einerseits, weil sie wußten, daß gerade diese Gangs und Clans mit bestialische Brutalität gegen die Beamten und ggf. ihre Familien zurückschlagen würden, wenn man sie verfolgt, und andererseits, weil sie ebenso wußten, daß die linken Politruks und ihre Seilschaften in der Systempresse alles daran setzen würden, ihre Karriere und ihren guten Ruf durch den Vorwurf rassistischer Voreingenommenheit zu zerstören.

Daß ein Presse-Korrespondent durch die Umetikettierung muselmanischer Pakistanis zu »Asiaten« bei diesem infamen Spiel mitmacht, beweist, wie sehr auch in unseren Medienklüngeln die Schere im Hirn allgegegenwärtig ist!

»Blacks must confront reality«

... schreibt Walter E. Williams auf LewRockwell. Und er zeigt uns auf, daß das sehr wohl funktioniert — schließlich ist er (wie sein Photo beweist) selbst Angehöriger dieser angeblich so diskriminierten Gruppe. Aber es ist natürlich leicher, sich auf angebliche (teilweise sicher auch wirklich vorhandene) Benachteiligungen zu berufen, anstatt einmal darüber nachzudenken, ob dominierende Rumpffamilien alleinerziehender Mütter nicht — ganz ohne Rassismusgeschwätz! — eine plausible Erklärung für die deplorable Sozial- und Einkommenssituation liefern können.

Und man wird Prof. Williams schwer nachsagen können, er wisse nicht, wovon er schreibt ...

Da keiner weiß

... wie lange auf diesem Blog noch geschrieben werden kann/darf, möchte sich LePenseur nicht darauf einlassen, bei einem talentierten, doch weshalb auch immer (fast) völlig in Vergessenheit versunkenen Komponisten einen »runderen« Gedenktag (also das Jahr 2019 oder gar 2029) abzuwarten, sondern wählt bereits die heutige 185. Wiederkehr des Geburtstages zum Anlaß, ein paar Gedanken und Aufnahmen dem Gedächtnis des am 20.11.1908 schon recht betagt verstorbenen Konponisten Albert Dietrich zu widmen.

Es wird in der Musikggeschichte wohl nicht viele geben, die sich rühmen dürfen, gemeinsam mit zwei anderen Komponisten eine Violinsonate geschaffen zu haben. Musikalische Koproduktionen waren im 19. Jahrhundert der »Original-Genies« doch eher die Ausnahme, und noch dazu mit so empfindsamen (Schumann) und kratzbürstigen (Brahms) Partnern eigentlich ziemlich unvorstellbar. Von diesem Werk (näherhin von deren erstem Satz, den Dietrich komponierte) gibt es eine Aufnahme auf Youtube:


Schumanns Teil (2. Satz »Romanze«) können die interessierten Leser hier finden, und Brahms' abschließendes Scherzo hier. Der große Violinvirtuose (und, nebstbei bemerkt, durchaus talentierte Komponist!) Joseph Joachim, für den diese Gemeinschaftsproduktion der drei Freunde geschaffen wurde, wird seine Freude damit gehabt haben (mit der Aufführungsqualität der Sätze 2 und 3 durch einen gewissen Shinichiro Hirayama vermutlich weniger — aber im Jenseits wird man toleranter, heißt es) ...

Als Tonbeispiele für die im besten Sinne als »gediegen« zu bezeichnende Kompositionskunst Albert Dietrichs mögen zunächst sein Klaviertrio Nr. 1 op. 9:



... sowie das nicht viel später entstandene Klaviertrio Nr. 2, op. 14 dienen:



Daß Albert Dietrich keineswegs nur das Kammermusik-Genre beherrschte, zeigt sein Violinkonzert in d-moll, op. 30 (1873), welches sich nicht nur durch einen anspruchsvollen Solopart, sondern auch durch eine einfallsreiche Orchesterbehandlung auszeichnet, und sicherlich eines der Hauptwerke dieses Komponisten ist:



(Hier folgt Teil 2 des Konzerts, ein wunderschönes, seelenvoll dahinfließendes »Adagio espressivo« — entweder fehlt auf Youtube der Schlußsatz, oder Dietrich hat wirklich ein ungewöhnlicherweise bloß zweisätziges Konzert geschrieben!)

Musik, die es wohl verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden — wie vieles aus unserer reichen Musiktradition, das durch die Einfallslosigkeit der Konzertprogramme jahrzehntelang in den Archiven verstaubte, und erst jetzt langsam wiederentdeckt wird.

Mittwoch, 27. August 2014

Mutti pilgert

... und gewinnt (per Umarmung einer Apostelstatue) einen »Ablaß« (na, das wird ihren Papa, den roten Pastor, aber im Jenseits erfreuen!). »Die Presse« liefert dazu einen ziemlichen belanglosen Nonsense-Artikel, na gut, sind wir gewohnt, mittlerweile ... ...

Ein Kommentarposter bringt's auf den Punkt:

So ein Blödsinn….

"umarmte von hinten die Statue um einen Sündenablass zu bekommen…" ??? Merkel ist erzprotestantisch und ehemalige Junkommunistin (FDJ). Was treibt so jemanden auf den Jakobsweg und nach Santiago, einem erzkatholischen Pilgerort — ausser Lifestyle und Wählerverarsche?
 Touché, würde ich sagen ...


Manche beginnen aufzuwachen

Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault

The Liberal Delusions That Provoked Putin

According to the prevailing wisdom in the West, the Ukraine crisis can be blamed almost entirely on Russian aggression. Russian President Vladimir Putin, the argument goes, annexed Crimea out of a long-standing desire to resuscitate the Soviet empire, and he may eventually go after the rest of Ukraine, as well as other countries in eastern Europe. In this view, the ouster of Ukrainian President Viktor Yanukovych in February 2014 merely provided a pretext for Putin’s decision to order Russian forces to seize part of Ukraine.
But this account is wrong: the United States and its European allies share most of the responsibility for the crisis. The taproot of the trouble is NATO enlargement, the central element of a larger strategy to move Ukraine out of Russia’s orbit and integrate it into the West. At the same time, the EU’s expansion eastward and the West’s backing of the pro-democracy movement in Ukraine -- beginning with the Orange Revolution in 2004 -- were critical elements, too. Since the mid-1990s, Russian leaders have adamantly opposed NATO enlargement, and in recent years, they have made it clear that they would not stand by while their strategically important neighbor turned into a Western bastion. For Putin, the illegal overthrow of Ukraine’s democratically elected and pro-Russian president -- which he rightly labeled a “coup” -- was the final straw. He responded by taking Crimea, a peninsula he feared would host a NATO naval base, and working to destabilize Ukraine until it abandoned its efforts to join the West. 
Nun ist der »Council on Foreign Relations« ja nicht gerade der siebente Gartenzwerg von links, was Meinungsäußerungen betrifft — sollte sich also eine Umorientierung in Washington D.C. ankündigen, was die bislang ziemlich desaströs danebengelungene Ukraine-Chose betrifft?

Warten wir's ab ...


Apparatschikwechsel

Die Maus, die brüllte, a.k.a. Spindi, ist mit dem einzigen Donnerschlag (und auch das noch eher ein »Donnerschlagerl«) seiner Karrieregeschichte gestern zurückgetreten — und es wäre ja nicht die Österreichische Volkspartei, folgte ihm nicht sofort, mit dem Schulterschluß eines einstimmigen Parteivorstandsbeschlusses, sein bisheriger Stellvertreter nach. Ein ebenso farbloser Apparatschik, nur halt vom »Wirtschaftsbund« (statt vom ÖAAB, der Arbeitnehmer-Subfraktion der ÖVP). Das einzige, was ihn von seinem bereits gescheiterten Vorgänger unterscheidet, sind seine Entschlossenheitsmimik und seine blitzblauen Augen:


Wenn man ihn so anschaut, dann sieht er ja direkt verwegen drein (für einen ÖVP-Politruk). Wenn man freilich seine kuschelweich-sozialistisch gespülten Ansichten kennt (für Frauenquoten in Aufsichtsräten, für die Fortsetzung der »großen« Koalition und natürlich ohne wenn und aber, für Finanztransaktionssteuer, für eine sozialistische Steuerreform mit weiteren Steuerzuckerln für die Kleinverdiener, und dafür mehr Abzocke bei den pöhsen Kapitalisten, usw. ...), dann weiß man: die nächste Maus, die bestenfalls brüllen wird, wurde vom Berg (mittlerweile eher Hügel) ÖVP gekreißt ...

Sogar »Die Presse« (doch irgendwie das informelle Parteipresseorgan der ÖVP-Sozen und ihrer Seilschaften) kann ihre Skepsis nicht verhehlen. Ihr Chefredakteur artikuliert zwar sein Bedauern darüber, daß sich die ÖVP nicht mit ihrem Jungschnösel Sebastian Kurz auf neue Bahnen begab (deren Fahrtrichtung ins Blitzblaue einer substanzlosen Medien-Adabei-Politik er uns doch als »zukunftsweisende Entscheidung« hätte verklickern wollen), bringt aber nach diesem originellen Beginn ein paar richtige Bemerkungen über den Wirtschaftsbund-Apparatschik, der nun das Parteiruder zu übernehmen glaubt:
Die SPÖ ist erleichtert, einen berechenbaren Koalitionspartner zu bekommen. Die Landesparteichefs sind zufrieden, weil Mitterlehner nicht ernsthaft versuchen wird, ihre Macht in Frage zu stellen. Die Basis wird sich fügen, weil es der Vorstand so will. Die Wähler werden ihm anfangs mehr Vertrauen schenken als dem zuletzt schwer angeschlagenen Spindelegger.

Also alles gut in der ÖVP. Nein, denn die Probleme des neuen Vizekanzlers bleiben die alten: Wie seine beiden (!) Vorgänger wird er täglich gegen Faymanns politische Gummiwand laufen. Er wird lächelnd im Kreise geschickt, er darf die politischen Botschaften des Kanzlers aus der „Krone“ erfahren und er wird wie die bisherigen Juniorpartner Faymanns glauben, auch mit dem Kleinformat regieren zu können. Und er wird nichts machen dürfen, was unpopulär sein könnte. Und da man nie so genau weiß, was das alles sein kann, macht man in der Regierung am besten nichts. Von Steuererhöhungen einmal abgesehen. Genau das könnte der Sündenfall sein: Stimmt Mitterlehner Vermögenssteuern zu, wird er weitere Leistungsträger in die Arme der Neos treiben. Dort knallen schon die Prosecco-Korken.
(Hier weiterlesen)
So weit, so richtig — bis auf die Überschätzung der pinken NEOS-Franktion, die glaubt, sich als »liberal« verkaufen zu können, obwohl ihre Alleinstehungsmerkmale höchstens penetranter NLP-Sprech ihres Obmanns und zeitgeiswtige Konturlosigkeit sind.

Der Chef der größten Oppositionspartei FPÖ, H.C. Strache, hat jedenfalls unverzüglich Neuwahlen gefordert. Mit ebensoviel Recht wie leider ohne Chance auf Umsetzung, denn Faymännchen und sein neuer Unterläufl werden sich hüten, ihre Seilschaftskoalition auch nur einen Tag früher aufzugeben, als die Verfassung sie zwingt.

Das ist Östereich. Eigentlich (wäre die Landschaft nicht so schön und das Klima so wohltemperiert) ein Land zum Auswandern. Denn wer dableibt, kriegt (trotz guter Küche) nur Magengeschwüre ...

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P.S.:  ein Leserkommentar zum Presse-Artikel illustriert die Stimmung recht treffend:

Und das alles mit dem Geld der Steuerzahler

Wie lange schauen wir uns dieses Schmierentheater namens "Die große Koalition" noch an? Die Erkenntnis, dass die einzige Aufgabe der Obleute von SPÖVP darin besteht, den Platz an der Schüssel so lange wie möglich zu verteidigen, liegt als Allgemeinwissen seit Jahren auf dem Tisch. Die Heerscharen von Pfründnern in Kammern, Gewerkschaften, Bünden, etc. im Kielwasser der Regierungsparteien brauchen den Machterhalt zum Überleben.

Nur dass der Inhalt des Versorgungsapparats unsere Steuern sind, die dort versickern. Österreich könnte sich viel leisten - auch eine Steuerreform - wenn die rot/ schwarzen Parteiunterorganisationen das Geld des Steuerzahlers unter sich nicht mehr aufteilen könnten.

Daher: Keine rot/schwarze Regierungsumbildung, sondern Neuwahlen.

Dienstag, 26. August 2014

»Spindi« geht (endlich)

... und läßt nur eine wichtige Frage offen: warum konnte er unser Faymännchen nicht auch gleich mitnehmen?

Montag, 25. August 2014

Nicht, daß wir's nicht gewußt hätten ...

... aber es ist doch erhellend, es aus diesem ... ähm ... erlauchten Munde höchstpersönlich eingestanden zu hören:

George Soros admits to funding the Ukraine crisis

Soros: “Well, I set up a foundation in Ukraine before Ukraine became independent of Russia. And the foundation has been functioning ever since and played an important part in events now”
(Hier weiterlesen)

Sympathisch, diese Offenheit, nicht wahr ...?



»... on the same day

... Foley was allegedly being decapitated, 19 people in Saudi Arabia, a close US ally, were publicly beheaded for various crimes. One of the men was executed for witchcraft.«

Gelegentlich ist es ganz ratsam, einen Schritt zurückzutreten und eine Szene in aller Ruhe nochmals zu betrachten. Eric Margolis unternimmt das (trotz der medialen Hysterie, die über die Enthauptung eines Journalisten durch Knallköpfe der IS ausgebrochen ist) — und das Ergebnis dieser seiner Betrachtung ist durchaus lesenswert:
The Beheading: Some Words of Caution

The alleged beheading of freelance journalist James Foley by the shadowy ISIS (or Islamic State) has sparked outrage and horror around the globe.

I say “alleged” because we are not sure if the decapitation was real or faked.

After three decades of covering wars in the Mideast, Africa, Latin America, and Afghanistan, my reaction as a journalist was also outrage – but cautious outrage.

We westerners have a charming and quaint belief that killing people from the air by using bombs, rockets, shells, napalm and cluster munitions – or even nuclear weapons – is somehow not really as bad as ramming a bayonet into an enemy, blowing him to pieces with heavy artillery, or slashing his throat the way sheep are killed.
(Hier weiterlesen)
 Margolis wird sich mit diesem Artikel in den USA wenig Freunde machen. Besonders sein Schlußsatz (»We are tripping over our terrorists. Osama must be smiling.«) wird die Apologeten der US-Rolle als Weltpolizisten tief im Inneren treffen.

Sie werden es sich nicht eingestehen (wollen) — denn zuviele »vital interests« (v.a. was die Boni von Managern der Rüstungsindustrie angeht!) hängen daran, daß die Show weitergehen muß. Und wenn ein Krieg in der Ukraine (wegen der kühl-analytischen Zurückhaltung Putins) nicht und nicht losbrechen will, dann muß eben schnell ein anderes Bedrohungsszenario her.

Daß dabei (und daran) als »Kollateralschäden« die Christen (und neuerdings die Jeziden) im Irak draufgehen — jo mei: wo gehobelt wird, da fallen halt die Späne! Und so ein Christen-Span wird es posthum sicherlich zu schätzen wissen, daß er nicht sinnlos, sondern für die geostrategischen Interessen der USA (und ihrer »Eliten«) gefallen ist ...

Einfach perfide

... zu helfen, nicht wahr?
Putins Perfidie und Europas Kleinmut

Mit seinem Ukraine-Hilfskonvoi landete Russlands Präsident einen PR-Coup: Der Brandstifter gab den Feuerwehrmann. Ungeschickt, dass ihm die EU auch lange die humanitäre Initiative überließ.

Solche Propaganda-Coups sind ganz nach dem Geschmack Wladimir Putins. Mehr als eine Woche lang waren die Regierung in Kiew und ihre westlichen Verbündeten in Aufregung, weil Russlands Präsident einen Konvoi mit mehr als 200 weißen Lastautos in die Ostukraine schickte. Erst rätselten Misstrauische, was sich darin verbergen könnte. Waffen für die Separatisten gar? Bis Reportern Blicke auf den Buchweizen und den Zucker hinter den Planen gestattet wurde. Dann begann ein tagelanges Tauziehen, wo der Konvoi die Grenze passieren sollte. Schließlich rollte der russische Korso ohne Zustimmung der Ukraine und ohne Rot-Kreuz-Escortservice ins umkämpfte Lugansk. Die Empörung war groß: Der Westen geißelte die Grenzverletzung, der ukrainische Geheimdienstchef sprach hyperventilierend von einer „Invasion“. Im belagerten Lugansk jedoch freuten sich die Menschen über die Hilfslieferungen.

Ein billiger PR-Sieg für Wladimir Putin.
... darf (oder muß?) sich Christian Ultsch in der »Presse« entrüsten. Wirklich perfide, sowas! Da hilft einer, wenn sonst keiner hilft, und steht nachher noch als Helfer gut da — Frechheit, Schiebung! Das darf nicht sein, wo doch »der Putin« der Aggressor ist. Na klar, der hat doch dieses Flugzeug abgeschossen (ach, übrigens — wie steht's denn mit den Auswertungen der Flugschreiber? Wo findet man die Bilder der US-Spionagesatelliten? Konnte man schon die vom ukrainischen Geheimdienst beschlagnahmten Aufzeichnungsbänder der Flugsicherung hören? Fragen über Fragen, und, höchst seltsam: Washington & Kiew sind seit Wochen in tiefes Schweigen versunken ...)

Demgegenüber sind freilich, man erinnert sich, die markigen Wortmeldungen einer Frau Timoschenko — »Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen und dem Dreckskerl [Anm.: Putin] in den Kopf zu schießen« und »Ich werde die ganze Welt [Anm.: gegen Russland] erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt« — direkt charmant in ihrer Offenheit.

Hätte Christian Ultsch doch die Freundlichkeit, uns zu erklären, warum er sich über Hilflieferungen an Ostukariner mehr echauffiert, als über die Timoschenko-Tiraden? Nur so mal nachgefragt ...

Sonntag, 24. August 2014

Bekenntnis eines Konservativen

... nannte sich ein Artikel auf Morgenländers — mittlerweile für den allgemein Zugriff leider geschlossenen — »Notizbuch«, bestehend aus einem Zitat von Evelyn Waugh, das es verdient, mit Ruhe und Überlegung immer wieder gelesen zu werden:
I believe that man is, by nature, an exile, and will never be self-sufficient or complete on this earth; that his chances of happiness or virtue, here, remain more or less constant through the centuries and, generally speaking, are not much affected by the political and economic conditions in which he lives; that the balance of good and ill tends to revert to a norm; that sudden changes of physical conditions are usually ill, and are advocated by the wrong people for the wrong reasons; that the intellectual communists of today have personal, irrelevant grounds for their antagonism to society, which they are trying to exploit.

I believe in government; that men cannot live together without rules but that these should be kept at the bare minimum of safety; that there is no form of government ordained from God as being better than any other; that the anarchic elements in society are so strong that it is a whole-time task to keep the peace.

I believe that inequalities of wealth and position are inevitable and that it is therefore meaningless to discuss the advantages of their elimination; that men naturally arrange themselves into a system of classes; that such a system is necessary for any form of cooperative work, more particularly the work of keeping a nation together.

I believe in nationality; not in terms of race or divine commissions for world conquest, but simply this: mankind inevitably organizes itself into communities according to its geographic distribution; these communities by sharing a common history develop common characteristics and inspire a local loyalty; the individual family develops most happily and fully when it accepts these natural limits.

I do not think that British prosperity must necessarily be inimical to anyone else, but if, on occasions, it is, I want Britain to prosper and not her rivals.

I believe that war and conquest are inevitable; that is how history is made and that is how it will develop.

I believe that Art is a natural function of man; it so happens that most of the greatest art has appeared under systems of political tyranny, but I do not think it has a connection with any particular system, least of all with representative government.
(Robbery Under Law, 1939)  
Wer LePenseurs Blog kennt, wird sofort bemerken, daß — bei grundsätzlichen Übereinstimmungen — viele Gewichtungen hier ein wenig anders gesehen werden. Das macht nichts, denn es ändert an der Richtigkeit der Grundüberlegungen nichts (oder nur marginal wenig).

In  vielem so fern ist  mir Evelyn Waugh in seinen religiösen Anschauungen (bei denen mich manchmal der Verdacht beschleicht, dieser Autor hätte sich mit Aplomb selbst inszeniert, um mit einer Art von intellektuellem »shabby chique« (»römisch-katholisch« hatte im England seiner Zeit ja immer noch ein bisserl den Geruch, das Bekenntnis von im der Vergangenheit verharrenden irischen Dienstboten und Hilfsarbeitern zu sein) ein »Alleinstehungsmerkmal« (wie das neudeutsch so gräßlich heißt!) zu suchen und zu finden. Dennoch: seine Überlegungen zum Konservativismus sind treffsicher und klug gefaßt.

Vielleicht ein Lesetipp (wenn auch nur englisch)? Mexiko und seine »institutionalisierte Revolution« kommen darin nicht gut weg. Nicht ohne Grund ...


»Wer also mit dem Wort »Pauschalurteile« ...

... wie BILD-Zeitungs-Diekmann es jetzt im öffentlichen Kontext getan hat, öffentlich eine Kritik am eigenen Mitarbeiter Nicolaus Fest (der nicht einmal erwähnt wird) verbreitet, die auf den öffentlich erhobenen Vorwurf des Rassismus hinaus läuft, bedient einen bösen Zeitungeist, aber bleibt die Erklärung für seinen vernichtenden Vorwurf schuldig. Man muss die Meinung von Nicolaus Fest nicht teilen. Man kann auch die Meinung vertreten, dass die freie Meinungsäußerung von Nicolaus Fest unzutreffend ist und man kann jederzeit auch seine eigene Gegenmeinung äußern, die man selbstverständlich mindestens subjektiv für zutreffend hält, aber das Grundgesetz und das essentielle Grundrecht der Meinungsfreiheit in einem allgemeinen Zeitungeist zu erwürgen und mit den vermeintlich stärkeren Wölfen heulen, geht nicht.
Das Grundrecht der Religionsfreiheit gilt für alle Religionen (und alle Weltanschauungen) und das Grundrecht der Religionsfreiheit beinhaltet auch, und zwar vollkommen gleichberechtigt, das Recht areligiös zu sein und zu leben. So wie die Religionsfreiheit auch das Recht zur Mission beinhaltet, beinhaltet sie auch das Recht sich aktiv gegen Religion oder einen Glauben an einen Gott oder seinen Gott zu verwahren. Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit schließen in den üblichen Grenzen der Grundfreiheiten auch das Recht ein seine Meinung zu äußern, dass er zum Beispiel das Christentum oder das Judentum oder den Islam oder andere Religionen für sachirrig oder gar moralisch irrig hält.
Goldene Worte von Bettina Röhl in der WirtschaftsWoche. Worte, die uns zugleich zeigen, wie tief die Meinungsfreiheit längst untergraben wurde.