Freitag, 31. Oktober 2014

Lucida intervalla — sogar mal bei der »taz«!

Muslim krass beleidigt

Gäbe es einen Nobelpreis für Beleidigtsein, die islamische Welt würde nicht so leer ausgehen wie sonst. Jüngster Fall: die Anzeige gegen Dieter Nuhr.

Mit seinem schnauzerfreien Zottelbart sieht Erhat Toka so aus, als wäre er auf dem Sprung in den Dschihad. Doch der 41-jährige Kampfsportlehrer ist kein geifernder Dschihadist. Vor ein paar Jahren gründete er in seiner Heimatstadt Osnabrück eine muslimische Partei. Und sagt Sätze wie: „Wenn sich jemand über den Islam lustig macht, habe ich nichts dagegen, aber …“ Was man halt so sagt, wenn man das Gegenteil meint, sich aber nicht gleich disqualifizieren will. „Ich habe nichts gegen Juden, aber …“ „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber …“ Oder, wenn es um Satire geht, gerne mit Kurt Tucholsky: „Satire darf alles, aber …“ 
 Satire darf zum Beispiel nicht, meint zumindest Erhat Toka, so etwas sagen: „Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen.“ Deshalb hat er den Kabarettisten Dieter Nuhr, von dem dieser Satz stammt, nach § 166 StGB (das gibt's wirklich) wegen „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ angezeigt. Nuhr sei ein „Hassprediger“, der das Klima vergifte.  
(Hier weiterlesen)

 Irgendwann reicht's offenbar sogar der Linkspresse. Nur die »Bürgerlichen« machen sich natürlich in vorauseilendem Gehorsam noch immer (oder: jetzt erst recht!) in die Windel ...

Manchmal schwingt sich der taz-Artikel zu wirklich bemerkenswerten Formulierungen auf. Besonders die folgende verdient es — in Stein gemeißelt — als »Worte für die Ewigkeit« aufbewahrt zu werden:


Wenn man einmal alle Theologie 
und Religionsgeschichte beiseite lässt und 
nur den Urtext betrachtet, lautet 
das Ergebnis: 
Der Koran ist kein genauso gewalttätiges 
und dummes Buch wie die Bibel. 
Er ist gewalttätiger und in fast 
jeder Hinsicht dümmer. 


Exakt so ist es!


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Das Hetzblatt

... SPEICHELt weiter. Diemal gegen einen früheren ARD-Reporter (und SPEICHEL-Autor — wie muß man sich da fühlen!) Christoph Hörstel:
“Deutsche “Experten” mit zweifelhaftem Hintergrund sind bei russischen Medien schwer beliebt. So wie Christoph Hörstel, ein Mann, der rechtsextreme Thesen verbreitet. Kanzlerin Angela Merkel wirft er in Interviews schon mal eine “Politik des Hochverrats” vor. Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitiert ihn aber gern als “Berater der deutschen Regierung”. Ria Nowosti gehört zu einer Medienholding des Kreml.”
Das Strickmuster ist klar:
Alle, die den Vasallenkurs der versammelten Schleimscheißer nicht mitmachen wollen, sind entweder total unbekannt, vertreten rechtsextreme Positionen, sind – gaaanz wichtig - ANTISEMITEN oder haben keine Ahnung.
... meint dazu ein Poster im »Gelben Forum«. Chapeau! Touché ...

Die Schweizer Goldinitiative

... verspricht interessant zu werden.


MMNews zieht dazu folgendes
Fazit: Der Mainstream wacht nun auf, weil er das Referendum angesichts einer nicht mehr unmöglichen Niederlage am 30. November unbedingt bekämpfen muss. Erwarten Sie im November wieder einmal eine Schlammschlacht der System-Massenmedien gegen die Schweizer Bürger – so wie schon beim IWF-Beitritt der Schweiz, bei allen EU-Referenden der letzten 20 Jahre, bei den dämlichen Verkäufen von 60% des Schweizer Goldes zum schlechtesten Zeitpunkt 1999, bei allen Zuwanderungs- und Freizügigkeits-Referenden! Auch diesmal wird dem Mainstream kein Argument gegen das Volk zu dumm sein.
(Hier weiterlesen)
Die bislang letzte Initiative in Richtung einer goldgedeckten Währung — von Gaddafi angedacht — hat sich ausgesprochen letal für den Vordenker ausgewirkt. Das wirklich Spannende an der Schweizer Goldinitiative wird sein,wie man das mit der Schweiz bewerkstelligen will. Einen Gaddafi kann man mit einem Putsch stürzen, foltern & abknallen, und ihn danach am Seil durch die Straßen schleifen. Das wird mitmehreren Millionen Stimmberechtigter allerdings so nicht funktionieren. Was also können die Geldfälscher unseres weltweiten Papierwährungssystems machen? Nato-Luftangriffe auf Zürich, Bern, Basel und Genf? Oder gar Atombomben auf die Alpenfestung? Oder läßt man's mit ein paar »Autounfällen« der Initiativen-Betreiber bewenden? Oder startet die US-East-Coast einen »bloß wirtschaftlichen« Vernichtungsfeldzug gegen die Schweizer Wirtschaft?

Wir werden es in den nächsten Tagen und Wochen erleben ...

Kann man diesen ...



... nicht einfach mit Katzendreck zuscheißen? — z.B. so:



Ja, aber warum denn? Deshalb:

Dschihadisten 

sind unsere Söhne 

und Töchter

... meinte er. Nö, Dschihadisten sind nicht »unsere« Söhne und Töchter, sondern zu 99% die Söhne und Töchter irgendwelcher Muselmanen, die hier im Lande zu haben uns nicht die Bohne interessiert! Deren Eltern vor Jahren (teilweise Jahrzehnten) zugewandert sind, und die bis heute null Bock haben, sich an die Gepflogenheiten ihres Aufenthaltslandes anzupassen. Deren kopftuchtragende Mütter im Normalfall zu desinteressiert und/oder zu doof sind, auch nur die Sprache des Landes, in dem sie wohnen und (im Normalfall) fette Sozialleistungen abkassieren, zu erlernen. Die de facto keiner braucht — außer ein paar Gutmenschen mit Helfersyndrom, und ein paar grün/rote (und neuerdings auch schwarze) Politruks, die sie möglichst schnell einbürgern wollen, damit sie sie als Stimmvieh einsacken und damit ihre Pfründe sichern können.

Die sich einen Ast lachen über Einheimische, die mit fleißiger Arbeit ihre Sozialleistungen finanzieren:


Diese ganze zauselbärtige bzw. kopftuchtragende Mischpoche gehört mit One-Way-Tickets auf schnellstem Weg nach Syrien verfrachtet — und dann die große Bombe drauf, oder eine MG-Salve in die grinsende Fresse. Mir doch egal, wie sich diese Brut entsorgt!

Was wir nicht brauchen sind Weicheier wie diesen Thomas de Maizière, der statt dessen dahinsülzt:
"Wir müssen verstört zur Kenntnis nehmen, wie dünn die Schicht der Zivilisation offenbar ist." Wenn er höre, so der Minister, "dass auch Minderjährige, die eben noch auf der Schulbank saßen, von heute auf morgen in den "Heiligen Krieg" zögen, "dann erschüttert mich das auch als Familienvater". Die Dschihadisten seien oft Menschen, die nach Orientierung suchten, denen Vorbilder fehlten. Wer bei der IS mitkämpfe, fühle sich dann plötzlich "als Teil einer globalen Bewegung."
Seine familienväterliche Entschütterung soll er für geeignetere Adressaten aufheben! Wie wär's denn, wenn er sich bspw. über die Opfer der marodierenden Muselhorden erschüttert zeigte? Und zwar der Opfer hierzulande — nicht irgendwo in der weiten, weiten Welt. Schließlich ist es ja Minister in und (wenigstens laut Amtseid) für Deutschland, und nicht für Dschihadistan! Aber sowas kommt einem de Maizière natürlich nicht in den Sinn ...

Deshalb paßt für Leute wie ihn auch der — sicherlich unvornehm klingende (ich bin ja selbst ganz betroffen und ein Stück weit traurig!) — Begriff »Arschgeige« wie angegossen. Wissen Sie, was eine Arschgeige eigentlich ist? Nun, das war ein Instrument, mit dem Eunuchen im islamischen Orient sich sexuelle Befriedigung verschaffen konnten: eine Elfenbeinkugel, an die eine Darmsaite gespannt wurde, einfach ins Poloch eingeführt und durch Bogenstriche zum vibrieren gebracht — wodurch dann beim Eunuchen ein Prostata-Orgasmus ausgelöst wurde (einen anderen konnte er in  Ermangelung von Eiern ja schwer bewerkstelligen) ...

Eunuchen sind bekanntlich Männer ohne Eier. Und solche hat bei diesem Herrn ja auch noch keiner bemerkt ...

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ein Blick ins Auge des Taifuns

Informativer, aber ebensowenig überraschender, wie erbaulicher Artikel in »Geolitico«:

Die Finanz-Katastrophe bricht los

Die Finanz-Katastrophe hat sich lehrbuchartig aufgebaut: drastische Überbewertung, extreme Euphorie und geldpolitische Wende in USA. Ein Blick ins Auge des Taifuns.
 
Wir befinden uns sozusagen mitten im Zentrum des Orkans und die Medien reden von „Jahresendrallye“. Und das nur, weil der DAX gut 40% seiner Verluste der letzten Wochen wieder aufgeholt hat. Dabei läuft an den Aktienmärkten alles lehrbuchartig auf eine Baisse zu, die nur leider niemand sehen will.
(Hier weiterlesen)
Da kommt etwas auf uns zu! Ganz ohne Verschwörungstheorie und Horroreffekte gesagt. Und unsere Politruks sind nach wie vor beschäftigt, Deck-chairs auf der Titanic zu gefälligen Mustern zu gruppieren ...

Sogar der Schweizer Franken!

Ein etwas erschütternder Anblick, die Steigerung der M3-Geldmenge sogar beim Schweizer Franken (der ja immer noch als ein Einäugiger unter den Blinden gilt)!

Undemokratisch? Niederträchtig?

[...] Der konservative Ministerpräsident, Mariano Rajoy, will nun auch die für den 9.November angesetzte „undemokratische und niederträchtige“ Befragung zur Abspaltung verhindern. Er hat eine Klage angekündigt, das Verfassungsgericht wird daraufhin höchstwahrscheinlich die Abstimmung blockieren. Davor haben die Richter bereits ein ursprünglich für den 9.November geplantes Unabhängigkeitsreferendum suspendiert.
Der Streit über das Votum hat in den vergangenen Jahren die Unabhängigkeitsdebatte dominiert: 70Prozent der Katalanen wünschen sich eine Abstimmung, obwohl „nur“ etwa knapp die Hälfte sich für einen eigenen Staat aussprechen würde. Die separatistischen Parteien sehen darin das „demokratische Recht“ auf Meinungsäußerung, die Regierung (aber auch die oppositionellen Sozialisten) einen „illegalen Vorgang“, der gegen das verfassungsrechtliche Prinzip der „unantastbaren Einheit“ Spaniens verstoße. Über die Vorzüge eines Verbleibs in Spanien wurde indes kaum diskutiert.
„Da müssen wir noch einiges aufholen“, gesteht der konservative Regionalabgeordnete José Antonio Coto ein. Das Wort „illegal“ benützt aber auch er immer wieder: „Da gibt es keine Kompromisse, wir sind ein Rechtsstaat“, sagt er bestimmt.
Aber ganz sicher! Es ist logo & claro undemokratisch, die Katalonen auch nur fragen zu wollen, ob sie unabhängig sein wollen, und es ist niederträchtig, daß diese Katalonen, die doch nur eine Minderheit in Gesamtspanien sind, es wagen können, gegen den Stiefel der Zentrale in Madrid aufzumucken.

»WEHRET DEN ANFÄNGEN!«

heißt es bekanntlich — doch wer kann einem Ende wehren ...?


... dieser bornierte Spitzbart aus Madrid wohl nicht.

Mr. Black Tuesday feiert in aller Rüstigkeit seinen 85. Geburtstag

... und alle, alle feiern fröhlich mit!
Vorausgegangen war eine Spekulationsblase. In den 1920er Jahren hatte eine unaufhaltsam scheinende Hausse den Dow Jones auf bis zu 331 Punkte getrieben – 1923 lag er noch bei ungefähr 100. Man sprach von einer „eternal prosperity“ – einem ewigen Wohlstand. In dieser Fehleinschätzung der Lage spekulierten nicht nur Großanleger und Firmen, auch zahlreiche Kleinanleger riskierten viel; Millionen nahmen kurzfristig hohe Kredite auf, um sich davon Aktien zu kaufen (oft galten allein die Aktien als Sicherheit), in der Hoffnung diese mit den Gewinnen zurückzahlen zu können. Eine Börsenaufsicht und viele heute selbstverständliche Gesetze zur Regulierung existierten damals noch nicht.
Es gab Warnungen im Vorfeld (z. B. von Roger Babson), die als Schwarzmalerei abgetan wurden. Die Mehrzahl der Wirtschaftsführer und -wissenschaftler war noch Mitte Oktober davon überzeugt, dass der Höhenflug ewig weitergehen würde. Der Wirtschaftsprofessor Irving Fisher verkündete noch am 16. Oktober: „Es sieht so aus, als ob die Aktien ein dauerhaftes Hochplateau erreicht haben“. Als der Dow Jones im Oktober 1929 deutlich verlor, brach Nervosität aus: Viele begannen zu bemerken, wie hoch das Risiko war, das sie eingegangen waren. Bis zum 19. Oktober hatte der Dow Jones 15 Prozent verloren; Banken und Investmentfirmen begannen mit Stützungskäufen.
[...]
Endgültig brach der Markt erst am darauffolgenden Dienstag zusammen. Die Kurse waren zu weit gefallen, um die Kredite noch decken zu können – die Banken forderten nun ihr Geld zurück und zwangen oft die Anleger, ihre als Sicherheit hinterlegten Aktien zu verkaufen. Dies sorgte nun für massive Verkäufe zu jedem Preis, das Handelsvolumen stieg immer weiter, der Dow Jones fiel auf 260 Punkte. Die Kurse trudelten weiter nach unten, und der Kurswert der Unternehmen fiel um weitere 14 Milliarden Dollar. Am darauf folgenden Dienstag wuchs das Handelsvolumen sogar auf 16,5 Millionen, einige Aktien waren um 99 % gefallen. Einige Anleger nahmen sich das Leben; das Bild des Managers, der sich aus dem Bürofenster stürzt, ist bis heute bekannt.
... informiert uns Wikipedia. Irgendwie könnte dieser famose Professor Irving Fisher auch 2014 seine Weisheiten verzapfen — händchenhaltend mit Helicopter-Ben und Signore Draghi. Und Mutti fände ihn »alternativlos«. Frohes Geburtstagsfest, meine Herrschaften! Und bitte: nehmen S' doch, wenn's vorbei ist, auch den Weg durchs Bürofenster — das wäre doch das mindeste, was Sie für uns tun könnten ...


Dienstag, 28. Oktober 2014

In memoriam Richard Heuberger

... der heute vor 100 Jahren, am 28. Oktober 1914, in Wien verstorben ist. Ein zu seiner Zeit sehr bekannter und geschätzter Musikpädagoge, Musikjournalist und Operettenkomponist — von seinem damaligen Ruhmist eigentlich nur eine einzige Operette, die gelegentlich noch aufgeführt wird, übriggeblieben: »Der Opernball« — oder eigentlich hat selbst daraus nur eine einzige Arie überlebt: »Gehen wir ins Chambre séparée«.


Sic transit gloria mundi ...

»Banken: In Wahrheit sind die meisten pleite«

Meint Wirtschaftsprofessor Antal E. Fekete von der Memorial University in Neufundland (Kanada). Ein Befund, der große Plausibilität für sich hat. Schon seit Jahren sagte ich in diversen Diskussionsrunden: »Müßten die Banken genauso penibel nach dem HGB (mit Niederswert- und Vorsichtsprinzip und allem pi-pa-po!) bilanzieren, wie es von jedem Kfz-Mechaniker oder Elektrogeschäft »am Eck« ganz selbstverständlich erwartet wird, hätten die alle längst Konkurs anmelden müssen!«

Regelmäßig großes Protestgeschrei anwesender Bankbediensteter — aber kein einziges fundiertes Argument, warum dem nicht so wäre!
Es ist erstaunlich, dass nur die wenigsten Menschen erkennen, dass das heutige Bankensystem auf der ganzen Welt praktisch zahlungsunfähig ist, eine noch nie dagewesene Situation. Das Bankwesen blickt auf eine turbulente Vergangenheit zurück: Bankenstürmungen, Bankschliessungen, die beschönigend in „Bankfeiertage“ umgetauft wurden und sogar Abkommen zwischen Banken, keine Überweisungen zu tätigen. Der Goldstandard wurde mehrmals aufgehoben. Die Umstände waren schwierig, aber während sich einige Banken in Schwierigkeiten befanden, waren andere solide und irgendwann konnten die gesunden Banken dem Ganzen wieder auf die Beine helfen, indem die Wackelkandidaten beseitigt wurden – der Fortbestand des Finanzsystems war gesichert.

Die heutige Situation jedoch ist einmalig, weil es heute praktisch keine gesunden Banken mehr gibt – kreditwürdige Banken, Banken mit soliden Vermögenswerten – Banken, die das Finanzsystem retten könnten, wenn das internationale monetäre System schliesslich zusammenbricht. Denn zusammenbrechen wird es mit Sicherheit.
Nein, es wird für die meisten keine schöne Zukunft werden, fürchte ich ...

Montag, 27. Oktober 2014

Nachschlag zum Rundumschlag

Ein anonymer Kommentarposter — herzliches Dankeschön! — verlinkte den übersetzten Text des jüngsten »Rundumschlags« (wie unsere Systempresse es zu benennen beliebte) von Präsident Putin. Eh voilà — hier seine Worte:
Verehrte Kollegen! Meine Damen und Herren, liebe Freunde! Ich freue mich, Sie auf der 11. Konferenz des Diskussionsklubs “Waldai” zu begrüßen.
Es wurde hier schon gesagt, dass es in diesem Jahr neue Mit-Organisatoren des Klubs gibt. Darunter sind russische Nichtregierungsorganisationen und Fachverbände, führende Universitäten. Außerdem wurde die Idee eingebracht, außer den rein russischen Fragen auch Fragen der globalen Politik und Wirtschaft zur Besprechung einzubringen.
Ich rechne damit, dass diese organisatorischen und inhaltlichen Änderungen die Positionen des Klubs als eine der einflussreichen Diskussions- und Expertenplattformen festigen werden. Dazu rechne ich auch damit, dass der sogenannte Geist des Waldai bewahrt werden kann, und dieser Geist ist die Freiheit, Offenheit, und die Möglichkeit, verschiedenste und dabei offene Meinungen zu vertreten.
In diesem Zusammenhang möchte ich sagen, dass ich Sie auch nicht enttäuschen werde: ich werde direkt und offen sprechen. Einige Dinge werden Ihnen möglicherweise zu hart erscheinen. Aber wenn wir nicht offen und direkt, ehrlich sagen, was wir wirklich und in Wahrheit denken, dann hat es keinen Sinn, uns in einem solchen Format zusammenzufinden. Dann müsste man sich zu irgendwelchen Diplomatenkreisen versammeln, wo niemand wirklich etwas sagt, und – im Gedenken an die Aussage eines bekannten Diplomaten – kann man nur darauf verweisen, dass Diplomaten eine Zunge haben, um damit nicht die Wahrheit zu sprechen.
Wenn das offene Aussprechen simpler Wahrheiten schon ein »Rundumschlag« ist, dann können wir uns vorstellen, welches Niveau an Lügenhaftigkeit und beschönigender Desinformation von unseren MSM- Fuzzis offenbar als »normal« empfunden wird. Na, pfüat' Gott, kann man da nur sagen ...

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...


(mit herzlichem Dank an Kommentarposter FritzLiberal!)

Ach, du lieber Schwan …

Wir wurden durch intensives »Covern« des Medienzirkus’ auf das Erscheinen einer »Sensation«, eines »Skandalbuches«, mental vorbereitet — und nun liegt es auf dem Tisch: 

VERMÄCHTNIS
DIE KOHL-PROTOKOLLE

So also soll ein »Vermächtnis« aussehen? Ich würd’s eher als Klatsch- & Tratschbuch bezeichnen. Von mir aus als »Psychogramm« — aber dann müßte der Titel eher »So tickt(e) Kohl«, oder so ähnlich lauten.

Denn ein (freilich nicht sehr überraschend neues) Psychogramm des früheren Bundeskanzlers bietet das Buch in der Tat. Nicht, daß man das alles nicht längst gewußt (oder doch wenigstens: mit Sicherheit vermutet) hätte; aber es ist immer hilfreich, sowas — genußfertig aufbereitet — in 250 Seiten auf den Tisch zu bekommen.

Wer sich an bissigen Sotisen und vernichtenden Charakterisierungen erfreut (ich gestehe, daß mir diese Ader nicht fremd ist, aber das werden die geneigten Leser dieses Blogs ohnehin schon vermutet haben …), der wird in dem Buch durchaus (wenn auch nicht überreichlich — selbst in dieser Beziehung hätte ich mir mehr erwartet!) bedient.

Wenn über die unsägliche Rita Süssmuth zu lesen ist, sie sei eine »Schreckschraube, die sich wegen günstiger Todesfälle in der Frauenunion hochhievte ins Kabinett«, dann erfreut das wohl vieler Herzen. Und auch Kohls Charakteristik Angela Merkels: »Diese Dame ist ja wenig vom Charakter heimgesucht« wird man amüsiert zustimmen können.

Insgesamt jedoch ist der Erkenntniswert für den Leser sehr »überschaubar«. Das Buch ist in seiner Konformität mit den Idiosynkrasien unserer verlogenen Mainstream-Medien wenig überraschend. So, wenn über Kohls »geharnischte Charakterstudie« seines Nachfolgers Schröder von Schwan & Jens ausgeführt wird:
… in seiner Prognose der Zukunft Schröders, der sich, kaum daß er abgewählt war, von Wladimir Putin in Sachen Gas teuer einkaufen ließ, war der alte Mann aus Oggersheim beklemmend genau. Man kann gegen Kohls System der Seilschaften sagen, was immer man will, aber mit einem brutalen Anführer wie dem gegenwärtigen Herrscher im Kreml hat er sich niemals näher eingelassen. (a.a.o. S 109)
Na klar, so nette Leute wie Reagan, der das winzigkleine Grenada plattwalzen ließ, weil ihm dessen (demokratisch gewählter) Premierminister zu links war, oder George Bush, der einen schmutzigen Krieg (mit noch schmutzigeren Propagandalügen garniert) gegen Saddam Hussein führte — das ist selbstmurmelnd ganz was anderes …

Wenn Kohls Meinung, der Untergang der DDR im Jahr 1989 und die Wiedervereinigung Deutschlands sei wohl v.a. der damals katastrophalen wirtschaftlichen Lage der UdSSR zuzuschreiben, und nicht irgendwelchen Mahnwachen und Friedensgebeten in Leipziger Kirchen, säuerlich hingenommen wird, dann sagt das durchaus viel über die Mentalität unserer Medienarbeiter, die sich (wenigstens innerlich) wohl nie werden eingestehen wollen, daß nicht der Sozialismus an sich gut, nur halt schlecht umgesetzt, sondern vielmehr an sich notwendigerweise katastrophal unfähig im Wirtschaften ist.

Erheiternd auch das politisch korrekte Entsetzen darüber, daß Kohl sich dem linken Gefasel über angeblich dräuenden »neonazistischen Terror« nicht vorbehaltlos anschließen will. Das liest sich so:
Auf dem rechten Auge gibt er sich aus Überzeugung blind. Dabei waren die Anzeichen für neonazistischen Terror auch in der Zeit seiner Kanzlerschaft alarmierend genug. Kohl aber spricht ins Mikrophon: »Warum wird denn jetzt dauernd die Gefahr von rechts beschworen? Irgendwelche Bänkelsänger rotten sich zusammen und machen ein Konzert gegen rechts. Es gibt keine Gefahr von rechts. Wo den?« Die Antwort ist schon in den neunziger Jahren nicht eben schwierig: mitten in der frisch vereinten Republik, in Hünxe, Solingen, Hoyerswerda. (a.a.o. S 193)
Fehlt gerade noch, daß Schwan & Jens noch die an Peinlichkeit unüberbietbare NSU-Schmiere als »Beweis« für die angebliche Gefahr von rechts heranziehen …

Kohls Psychogramm, das sich aus diesem Buch erschließt, ist nicht eben sympathisch. Wie sollte es auch — bei einem Berufspolitiker, der seit seiner Studienzeit damit beschäftigt war, in der Partei radzufahren, zu intrigieren, an Sesseln zu sägen, Gegner abzuschießen. Es ist das Psychogramm eines Rattenfängers und Fallenstellers, der sich in seiner Tätigkeit noch gut und wichtig vorkommt. Zugegeben: auch solche Leute braucht es bisweilen. Was sie freilich um nichts sympathischer macht.

Daß dieses Buch über die politische (und mediale!) »Elite« Deutschlands dem nachdenkenden Leser manchmal die Augen öffnet, ist wohl ein unbeabsichtigter Nebeneffekt. Die Autoren wirken nämlich nicht, als hätten sie es gerade darauf abgesehen …


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P.S.: die in Anmerkung 18 (auf S. 240) Ernst Bloch zugeschriebene Formulierung »zur Kenntlichkeit entstellt«, stammt übrigens von Karl Kraus. Aber der war den Autoren vermutlich zu wenig links verortet.

Sonntag, 26. Oktober 2014

»Einem Neger kann man nichts weiß machen.«

Aus diesem einzigen Satz besteht der ganze letzte »Gang« — »Kaffee« — von Peter Marginters schwarzhumoriger Erzählungssammlung (bzw. Menüfolge) »Leichenschmaus«. Wer sich an diesem »Menü mit zehn skurrilen Gängen« (so der Untertitel) delektieren will, möge schnell zugreifen: wenn ich die Amazon-Anzeige richtig interpretiere — ein Exemplar, gebraucht, ist noch vorhanden. Bon appétit!

Der Autor Peter Marginter, von der Ausbildung Jurist, von Beruf Diplomat im Kulturdienst, »... nach einer mit Weisheit und Geduld ertragenen Krankheit" 73- jährig in Wien gestorben ...«, wie DerStandard 2008 in seinem Nachruf schrieb, wäre heute achtzig Jahre alt, und es ist höchst bedauerlich, daß er nicht mehr unter den Lebenden weilt! Für ihn selbst vielleicht weniger bedauerlich, denn heute wäre er in grünbewegten Städten wegen obigen Neger-Satzes sicherlich schon auf der Liste für auszusondernde Rassisten-Literatur (umschreiben lohnt nicht, da die Nachfrage für eine Neuauflage zu gering ...).

Marginters oft mit Herzmanovsky-Orlando und Meyrink verglichener Hang zu abseitig-skurrilem Humor macht seine Bücher — speziell für Nicht-Österreicher, ja ich würde sogar soweit gehen zu sagen: für Nicht-Wiener — zu einer einigermaßen »enigmatischen« Lektüre, die freilich ihre Mühsal der Dechiffrierung all ihrer Anspielungen und Insider-Gags mehr als lohnt. Ein »dankbarer Leser« jedenfalls hat zum kurzen, allzu kurzen Nachruf im »Standard« in aller bei Kommentarpostings angebrachten Kürze die richtige Würdigung dieses Autors formuliert:
Ich neige mich tief vor einem Könner, der mir schöne Stunden in meinem Lehnsessel beschert hat. Solche Literatur wird nie die Massen begeistern, da sie sich nicht zum prahlen eignet, nicht radikal ist, sondern ausgefeilt bis in Letzte. Marginter – danke und ruhe in Frieden.

Eine akut schneepflugträchtige Wetterlage

... sieht man auf folgendem Bild, aufgenommen Minuten nach dem TOTAL-Schaden:


Und auch die erkennbare Sichtweite spricht TOTAL dafür, daß man mikroskopische Kleinigkeiten wie einen Schneepflug einfach nicht wahrnehmen kann — somit sind sämtliche Fragen geklärt und einige Personen werden die Lektion doch hoffentlich gelernt haben ...

Welche Lektion?

Nun, ganz einfach: mit Schneepflügen spaßt man nicht, besonders dann, wenn man zuvor laut darüber nachgedacht hat, ob der US-Dollar als Weltreservewährung nicht doch ersetzbar wäre. Die wahrscheinlichste Unfallhergangsvariante dürfte daher sein, daß — als der (mittlerweile ehemalige) TOTAL-Manager im Flieger von seinem Interview erzählte — der Pilot einen derartigen Lachkrampf wegen dieses ja wirklich TOTAL absurden Vorschlags bekam, daß er tränenblind einen trockenbetrunkenen, totlebendigen Schneepflugfahrer samt Pflug übersah. Sowas kann vorkommen und ist in Anbetracht dessen, was sonst in unserer Systempresse an Wahrheiten verbreitet zu werden pflegt, als geradezu prototypisch plausibel anzusehen.

Und, auf geht's! Es warten noch ganz andere Säue darauf, endlich durch systemmediale Dorf getrieben zu werden!

In memoriam Agnes Miegel (zugleich: »Hundert notwendige Gedichte — XVIII«)

Als ich einem literarisch sehr belesenen Freund ein Altersgedicht — im wörtlichsten Sinne, denn sein Titel ist: »Alter« — von Agnes Miegel zu lesen gab, machte der große Augen und gestand, daß er von Miegel bisher nur … na, sagen wir: mittelprächtig interessante Balladen gekannt habe. Aber dieses Gedicht hier sei wirklich eine Überraschung für ihn.

Die Dichterin selbst gesteht in einem Brief nach ihrem fünfzigsten Geburtstag, den sie ihrer Dichter-Freundin Ina Seidel schrieb, und darin die herablassend abwertende Kritik beklagte, die ihre Lyrik — als bestenfalls »anmutig-kleidsam«, meist jedoch schlichtweg »leblos« — durch den damaligen Literaturkritik-Papst Wilhelm von Scholz gefunden hatte:
Ich kenne so genau die Grenzen meiner Begabung — wie sehr, das fühle ich bei jedem Vers von Dir, der die Götter doch Tore öffneten, die mir immer verschlossen blieben. — Ich weiß auch ebenso genau, daß viele meiner ersten Gedichte richtig »anempfunden« sind, wie man damals sagte. Aber ich habe immer mehr und mehr mich doch bemüht, das abzutun, und in den letzten 30 Jahren nur geschrieben, was ich vor mir verantworten kann. Ich habe meine Seele, mein tiefstes Sein, das Beste in mir, im letzten und höchsten Sinn des Opfers in meine Verse nicht nur, eigentlich in alles getan, was ich schrieb — es ist doch sehr schwer, wenn das von jemand von unserer Art so verkannt (und so erbarmungslos gesagt) wird.
Jahre davor, 1902, hatte sie in einem Brief einer anderen lebenslangen Hezensfreundin, der Dichterin Lulu von Strauß und Torney, die zwar humorvoll klingenden, doch merklich bitter selbstkritischen Worte geschrieben:
Ich bin sicher keine Künstlernatur. Das wird mir jetzt so klar, wie ich Dich in und nach dem Rausch sehe. […] Früher war mir das selbst nicht klar. Nun ich Deine Verse lese, weiß ich es. Oder um es plastischer auszudrücken, Deine Liebe geht in goldenen Sandalen, und meine geht immer in wollenen Socken.
Hatte Agnes Miegel wirklich Anlaß, derart gering von ihren Fähigkeiten zu denken? War sie wirklich bloß eine durch ihre Vereinnahmung durch die Nazi-Propaganda als »ostpreußische Heimatdichterin« hinaufgeschwemmte Dilettantin, die ihre heutige Vergessenheit, ja Verfemung redlich verdient?

Sicherlich ist vieles aus ihrer Lyrik, dem sie ihre seinerzeitige Berühmtheit verdankte, zeitgebunden und heute nur aus literarhistorischem Interesse lesbar. Manches (vielleicht zu vieles) wurde vor und in tausendjährigen Zeiten auch politisch instrumentalisiert, und Agnes Miegel mußte sich nach 1945 schon zu Lebzeiten den Vorwurf gefallen lassen, sie hätte sich zu leichtfertig vor den Karren der Nazis spannen lassen. Daß sie selbst, eine alleinstehende Frau in vorgerücktem, ja hohem Alter, weder persönliche Schuld in jener Zeit auf sich geladen, noch an einer Schuld anderer irgendwie erwähnenswert Anteil hatte, räumen auch ihre mißgünstigsten Kritiker ein, die auch zugeben müssen, daß Agnes Miegel bereits deutlich vor der Nazi-Zeit ihre anerkannte Position im literarischen Leben Deutschlands (und speziell natürlich: Ostpreußens) errungen hatte. 1924 erhielt sie bei einer Feier aus Anlaß eines 200-Jahres-Gedächtnisses für Immanuel Kant das Ehrendoktorat der Königsberger Universität — nur ein Beispiel unter vielen Ehrungen, die die Zeit der Weimarer Republik ihr brachten. Sie war also keineswegs ein opportunistischer Günstling des Dritten Reichs wie manch andere, deren schlechte, aber »deutsche« Verse ihnen ein leicht- aber unverdientes Auskommen sicherten!

Auf allen überlieferten Bildern zeigt Miegel ihren ebenso trotzig-eigenwilligen wie »schweren«, will heißen: zur Schwermut neigenden Charakter. In der Jugend mehr Trotzkopf, dominieren im Alter (was Wunder bei ihrem von persönlichen Rückschlägen und familiärer Tragik, von Kriegsnot und Vertreibung aus der Heimat überschatteten Lebenslauf!) bei aller sichtbaren Güte herb und verschlossen wirkende Züge.

Aus Anlaß ihres 75. Geburtstages erhielt Miegel 1954 die Ehrenbürgerschaft ihrer neuen Heimat, Bad Nenndorf, wo sie sich nach ihrer Flucht aus der Heimat und Aufenthalt in einem Flüchtlingslager in Dänemark etc. im Jahr 1948 endlich niederlassen konnte — es wäre interessant herauszufinden, ob ein flachgeistiger Gemeinderat diese Ehrenbürgerschaft einer »Nazidichterin« bereits posthum widerrufen hat. Daß mittlerweile mehrfach Umbenennungen von Straßen und Schulen stattgefunden haben, wird niemanden verwundern, der die Intoleranz der selbsternannt »Toleranten« unserer Tage kennt, und wird von Wikipedia genüßlich als eigener Abschnitt ihres Lexikonartikels aufgezählt — mit dem bedauernden Schlußsatz:
Knapp hundert weitere Straßen und Wege sind noch immer nach ihr benannt, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Doch nicht um die Biographie der Dichterin soll es in diesem Artikel vorzugsweise gehen, sondern um ihr Werk, insbesondere ihre Lyrik. Und hier bin ich geneigt, ein deutlich positiveres Urteil als seinerzeitige Literaturpäpste oder sogar die Dichterin selbst zu fällen: nach meinem Dafürhalten hat sie in ihrem umfangreichen Lebenswerk durchaus einige Gedichte hohen Ranges verfaßt, die den, wenn man so sagen will, »reich gestirnten Kosmos« der deuschen Lyrik würdig schmücken und bereichern.

Und — gegen die Meinung der Dichterin, die sich entsagend in »Wollsocken« kleiden möchte — auch wenigstens ein »Liebesgedicht« ist darunter, das trotz — oder wegen — all seiner Herbheit der Entsagung und Enttäuschung von einer Tiefe der Liebe spricht wie wenige: 
Der es gegeben
Daß ich so jung dich fand,
Gott hielt dein und mein Leben
Wie Blumen in seiner Hand.

Daß er die eine
Verwarf und zertrat,
Er weiß alleine
Warum er es tat.

Der nimmt und der gibt
Weiß, warum er uns schied —
Herz, das mich immer geliebt,
Herz, das mich immer verriet.

So kurz nur gegeben
Die Frist die uns band —
Gott hielt dein und mein Leben
Wie Blumen in seiner Hand!
Das Gedicht »Alter« (1953) wurde bereits erwähnt, »Das Lied der Toten« (1920) wirkt wie eine expressionistisch angehauchte Vorahnung davon. Aus dem Alterswerk stammt auch das gleichfalls 1953 enstandene Gedicht »Es war ein Land«, in welches die Dichterin all ihre Liebe, Sehnsucht, Wehmut und, ja: auch Hoffnung für ihre alte Heimat Ostpreußen legt. Und es ist dieses Gedicht, welches von ihr selbst gelesen als Tondokument dieser Stimme Ostpreußens überlebt hat, und mit dem dieser Gedenkartikel beschlossen sei — und das wohl einen würdigen Platz in der Reihe der »Hundert notwendigen Gedichte« einzunehmen im Stande ist: 


Agnes Miegel verstarb heute vor fünfzig Jahren, am 26. Oktober 1964, im Krankenhaus Bad Salzuflen.

Samstag, 25. Oktober 2014

»Putins Rundumschlag gegen USA und Ukraine«

... entrüstet sich »DiePresse«, und ist vermutlich vor Entsetzen zu gelähmt, als daß sie noch was anderes könnte, als die APA/dpa/Reuters-Propaganda wortwörtlich abzuschreiben:
Kremlchef Wladimir Putin hat das "Vormachtstreben" der USA als Gefahr für den Weltfrieden kritisiert. Das "einseitige Diktat" Washingtons führe zu einer Verschärfung von Konflikten und zur Entwicklung radikaler Regime, sagte Putin am Freitag bei einem Expertenforum in der Schwarzmeerstadt Sotschi.

"Statt einer Lösung von Konflikten gibt es eine Eskalation, statt souveränen Staaten eine wachsende Sphäre des Chaos, statt Demokratie eine Unterstützung zweifelhafter Gruppen - von offenen Neonazis bis zu islamistischen Radikalen", sagte Putin auf der im russischen Staatsfernsehen übertragenen Konferenz.

"Heute ist die Wahrscheinlichkeit einer ganzen Kette schwerer Konflikte stark gestiegen - samt einer wenn nicht direkten, dann doch indirekten Teilnahme von Großmächten", sagte Putin. Die USA hätten als selbst ernannte Sieger des Kalten Krieges einen Führungsanspruch in der Welt.
(Hier weiterlesen)
Nun, dazu kann man nur sagen: wo er recht hat, da hat er eben recht. Und daran wird noch so eilig verbreitetes Gewäsch aus Washingtons nichts ändern. Denn seit der Beendigung des Sowjetisch-Afghanischen Krieges (also seit einem schlappen Vierteljahrhundert) gibt es zwar eine Unzahl von Kriegen und Militärinterventionen, die von den USA angezettelt, finanziert und durch Truppeneinsatz geführt wurden — aber keinen einzigen Fall, daß eine solche kriegerische Handlung von Rußland ausgegangen wäre.

Nun werden die Transatlantiker höhnisch ausrufen: »Aber die Ukraine! Aber die Krim!« Sorry, das ist Bullshit! In der Ukraine hat nicht Putin einen Janukowitsch gewaltsam an die Macht geputscht, sondern dieser wurde in einer auch von der OSZE als korrekt eingestuften Wahl zum Präsidenten gewählt, und erst Anfang 2014 durch keineswegs korrekt agierende Putschisten mit massiver US-Unterstützung gestürzt — wobei diese »demokratischen Kräfte« gleich als erste Gesetzesänderung eine Entrechtung der nach Millionen zählenden russischen Minderheit (die im im Süden und Osten des Landes bekanntlich die klare Mehrheit stellt) durchpeitschten.

Im Gegensatz zur westlichen Destabilisierungswünschen bestimmte die Krim über ihr Schicksal selbst und erklärte ihre Unabhängigkeit und danach den Beitritt zur Russischen Föderation. Das also als kriegerische Handlung Rußlands zu bezeichnen, ist lächerlich! Demgegenüber ist die Liste der US-Interventionen, lancierten Umstärze und Kriege im letzten Vierteljahrhundert unüberschaubar groß. Wie also, wenn nicht »Vormachtstreben« und »Gefahr für den Weltfrieden« kann so eine Politik genannt werden?

Mit einem Wort: Putin hat recht — und die offensichtliche Propaganda der Systempresse wird — ungewollt — nur ein weiteres Mal die These Ulfkottes von den gekauften Journalisten vor aller Augen unter Beweis stellen. Nun, darüber brauchen wir nicht traurig zu sein, denn je eher dieses Geschmeiß jegliches Vertrauen in der Bevölkerung verliert, desto besser!

Freitag, 24. Oktober 2014

»Zensur im ZEIT-Forum«

... betitelt sich ein (vom Kollegen FDominicus mit Berechtigung anderswo  als »ziemlich angefressen« qualifizierter) Artikel des — leider viel zu selten »beposteten« — MediaScan-Blogs:
Es geht mir schon längere Zeit gehörig auf die Nerven, dass die ZEIT sich bemüßigt fühlt, Beiträge im Online-Forum zu zensurieren. Hier ist eines der jüngsten Beispiele dafür, die Kommentare zu einem Artikel des verurteilten Steuerhinterziehers Theo Sommer. Da heißt es beispielsweise:
Entfernt. Bitte verzichten Sie darauf, vom Thema abzuschweifen. Danke, die Redaktion/jp
Wie bitte? Wer entscheidet, ob jemand vom Thema abschweift oder nicht? Man kommt sich vor wie in der Schule. Im übrigen gibt es eine ganze Menge redaktioneller Beiträge (auch in anderen, seriösen Medien), die ihr Thema meilenweit verfehlen. Und trotzdem stehen sie im Internet.
Nun treibt sich LePenseur ja eher selten bei der ZEIT herum. Danke, Gutmenschen haben wir in real schon genug um uns — das braucht man nicht noch im virtuellen Doppel! Aber es gibt halt Unentwegte, die sich  auch schwierigsten Herausforderungen bewußt stellen. Dann man kann schon verstehen, wenn jemandem die permanente Bevormundung und Gängelung durch irgendwelche Redaktionsfuzzis die Halsschlagadern weitet ...

Nur in zwei Punkten sei es erlaubt, Manfred Jacobi zu widersprechen. Er schreibt:
  • Von einem Intellektuellenblatt hätte ich etwas mehr Souveränität erwartet.
Je nach Definition kann man unter einem »Intellektuellen« alles mögliche verstehen. Soll sein, daß sogar grün-wählende StudienrätInnen — als geradezu prototypische ZEIT-Konsumenten — noch irgendwie darunterfallen. Nur »Souveränität« erwartet man von sowas wohl vergebens. Und zum Schluß schreibt er noch:
  •   Ja richtig, wir sind (noch) nicht in der DDR 2.0.
Also: sind Sie sich da ganz sicher, Herr Jacobi ...?

Nachdenken über Zufälle

... lohnt sich. Und sei es nur als Wissenszuwachs über die Perfidie (und den Dilettantismus) unserer MSM-Desinformanten:


Sehenswerte 80 Minuten. Die MSM-Journaille ist eingeladen, sich zu schämen. Wird sie nicht. Wissen wir. Die Einladung dazu bleibt dennoch aufrecht ...

Nein, das heißt nun nicht, daß man jede Schlußfolgerung aus diesem langen Gespräch ohne Diskussion übernehmen muß, keineswegs! Aber es verrät, daß unsere MSM-Journaille unfähig (oder unwillig) ist, auch nur Fragen zu stellen.

Und leider nicht nur MSM-Journaillisten, sondern auch genügend andere! Daß bspw. ein Dr. Andreas Unterberger auch auf diesem kleinen LePenseur-Blog »vorbeiliest«, ist zwar nicht wahrscheinlich — aber sollte er es zufällig tun, ergeht auch an ihn die Einladung, seine transatlantische stiff upper lip etwas zu entkrampfen, und in seinem Gehirn wenigstens Fragen zuzulassen. Wenn er will.

Aber natürlich sind das alles nur Verschwörungstheorien! Ist ja beruhigend zu wissen ...

Donnerstag, 23. Oktober 2014

TOTAL normal

... liest sich der Artikel über das plötzliche Ableben von Christophe de Margerie in Moskau. Zumindest so normal wie die Satiresendungen, die uns tagtäglich von unseren Systemmedien über den Ukraine-Konflikt vorgesetzt werden. Nur lustiger:

Das zufällige Zusammenfallen des hochumstrittenen Gipfeltreffens mit dem tragischen Crash liess in einschlägigen Internetforen verschwurbelte Zweifel am Unfallhergang heranreifen. Wie so oft offenbaren die dabei von Verschwörungstheoretikern aufgeworfenen Fragen einen erschreckenden Mangel an örtlicher, kultureller und vor allem technischer Sachkenntnis. Den schlimmsten Aussetzern soll an dieser Stelle widersprochen werden:

1. Es ist für Moskauer Verhältnisse nicht ungewöhnlich, dass ein Flugzeug nach der Startkollision mit einem Schneepflug mit intaktem Bugrad und auf dem Rücken liegend aufgefunden wird. Zwar reisst es Bugräder beim Überfahren nicht sachgemäss abgestellten Geräts tatsächlich als erstes weg, im postsowjetischen Luftraum jedoch haben Sponsoringverträge mit der Erotikindustrie dazu geführt, daß Jets mitunter in der passiven Missionarsstellung abheben. Schäden entstehen hier somit an der Kanzel, nicht am Bauch der Maschine.

2. Es ist normal, daß der Schneepflugfahrer erst amtlich für tot, dann verschwunden, dann verletzt und am Ende als völlig unbeschadet gemeldet werden kann. Die Beweglichkeit und Nehmerqualitäten von Russen dürfte jedem Fernsehkonsumenten schon aus dem Boxsport geläufig sein.
(Hier weiterlesen)
Die Hinterbliebenen von Christophe de Margerie werden das mit Berechtigung als pietätlos empfinden. LePenseur bedauert diese Pietätlosigkeit wirklich von Herzen, bittet aber im vorliegenden Fall zwei Umstände zu bedenken:
  • die flagranten Lügen der Systemmedien, mit denen jetzt Desinformation über den »Unfall«hergang betrieben wird, sind auch nicht pietätvoll, und
  • manches kann man nur in das Gewand zynischer Satire gekleidet kommentieren, will man nicht einen Amoklauf riskieren.