Dienstag, 01. Dezember 2009

Sollen wir die Intoleranz tolerieren?

Dazu schrieb ein Poster (Danke, Herr Sven Adam!) auf eine Frage André Lichtschlags im ef-Magazin völlig zutreffend:

[Lichtschlag:] Es bleibt die alte Frage: Was unterscheidet den nach eigenem Bekunden Toleranten vom Intoleranten, wenn er dessen Intoleranz gegen ihn selbst wendet? Sollten wir dann nicht besser gleich alle zum Islam konvertieren und umgekehrt?

Der Unterschied liegt darin, daß der Islam a priori nicht freiheitlich ist. Immigrierende Muslime bemühen sich auch gar nicht um eine Änderung, eher bringen sie ihresgleichen in einem "Ehrenmord" genannten Ritual um, bevor sie aufklärerische oder freiheitliche Tendenzen in ihrer Mitte, in ihrer Familie zulassen.

Genau das unterscheidet den Toleranten vom Intoleranten. Der Tolerante wird erst a posteriori intolerant, wenn ihm die von vornherein intoleranten Menschen über Gebühr auf der Nase herum tanzen. Wenn der Gast im Hause auch nach wiederholter Mahnung in die Ecke pinkelt, anstatt das WC zu benutzen, dann bittet man ihn auf Nimmerwiedersehen hinaus. Es ist ja nicht so, daß Muslime in Europa keine faire Chance für ein Miteinander bekommen hätten. Sarrazin hat die Unterschiede zu anderen Immigranten exquisit aufgezeigt.

Toleranz gegenüber der Intoleranz ist kein Weg, der zu mehr Freiheit führt. Insbesondere dann nicht, wenn man die Haß predigende Intoleranz im eigenen Land duldet. Und deren zügellose Ausbreitung auf Transferkosten der Toleranten, arrangiert von willigen Dhimmis.

Daß der Islam Jahrhunderte überdauert hat, macht ihn nicht besser als den Sozialismus oder den Nationalsozialismus. Lediglich seine Gegner im Inneren haben sich bislang nicht durchsetzen können.

Diesen Prozess haben wir im sog. "Westen" hinter uns und lernen gerade die nächste Lektion: Wie schnell wir uns wieder ins Zeitalter vor der Aufklärung zurück katapultieren, wenn wir die Chancen unserer hart eroberten Freiheit nicht nutzen, sondern Menschen mit sozialistischen Kopfgeburten zugrunde richten oder mit Klimawandel und CO2-Zertifikaten eine Ersatzreligion mit Ablaßhandel und medialer Inquisition neu erschaffen. Eine Inquisition die über die Medien jeden zum sozial ungerechten Faschistenketzer stempelt, der nicht den autorisierten Meinungen der 'political correctness' folgt.

Diese Entwicklung im Westen verhindert zugleich im Islam jede Aufklärung, denn wie wir die Chancen unserer Freiheit in den letzten 100 Jahren gründlichst vermasselt haben, ist wenig vorbildlich. Das nimmt jeder Muslim wahr.

Der Weg zurück ist dennoch keine Alternative. Der Weg in den Islam ebensowenig. Denn eine neue Herrenmenschenideologie mit Dhimmi-Untermenschen, die wegen "falscher" Überzeugungen Strafsteuer zu entrichten haben und gegängelt werden dürfen, brauchen wir sicher nicht. Und dabei sind wir schon verdammt gute Dhimmis, wenn man sich vergegenwärtigt, wie Kindergartenspeisepläne für alle - nicht nur für Muslime - auf schweinefleischfrei umgestellt werden. Wie Muslimas Sonderbehandlung in Form einer Befreiung von Pflichten wie Schwimmunterricht erfahren. Islam bedeutet Unterwerfung und wir unterwerfen uns bereits den Migranten aus dem Halbmond.

Der sogenannte Westen hat unzweifelhaft seine Probleme im Inneren. Und das ist ein guter Grund, sich nicht noch zusätzliche Probleme aus der kulturell stagnierenden Welt des Islam zu importieren.

Und nein, Herr Lichtschlag, der Islam ist keine Kultur des Lebens. Eine Kultur des Lebens verspricht dem Nachwuchs keine 72 Jungfrauen für die Selbstsprengung in einem voll besetzten Schulbus. Da taugt kein besatzender Ami und kein Siedlungen bauender Israeli als Rechtfertigung, denn die kämpfen immer noch in Uniform, anstatt hinter einem Kinderwagen in Deckung zu gehen und gezielt (!) Kollateralschäden zu verursachen.

Der Islam ist wie der Nationalsozialismus ein Todeskult, der die Erhöhung der Geburtenrate zum Zwecke der Expansion und der Vernichtung der Feinde propagiert. Es fehlt nur das Mutterkreuz.

Richtig ist sicher, daß die Welt genug Platz für beides zu bieten hat. Wer den islamischen Totalitarismus gut findet, für den gibt es im Mittleren Osten paradiesische Zustände. Wir sollten uns hingegen eine Kultur bewahren, die unsere individuelle Freiheit wahrt. Die es uns gestattet, Religion als spirituellen Quell individuell zu erfahren. Oder eben auch nicht, wenn es nicht der Überzeugung des Einzelnen entspricht. Ganz ohne Repressalien oder Fatwas. Das ist die Größe, die den Westen ausmacht. Das gehört sowohl gegen den Islam als auch gegen die ersatzreligiösen Feinde in unserer Mitte verteidigt. Religionsfreiheit kann nicht Religionsbeliebigkeit bedeuten. Für Religionen, welche die übrigen Menschenrechte mit Füßen treten, sowieso nicht.

Die Schweizer kann man an dieser Stelle nur beneiden.
Dem ist — leider! — nichts hinzuzufügen. Außer, daß Türken-Exzellenz Erdogan das Verbot von neuen Minaretten in der Schweiz als Ausdruck einer »zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa« kritisiert. Islamophobie sei wie Antisemitismus ein »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«, sagte Erdogan am Dienstag.

Übrigens: in einer jüngst veröffentlichten Umfrage lehnten es 40% der Türken ab, einen Juden als Nachbar zu haben, 30% einen Christen. Jeder zweite Türke spricht sich gegen Christen und Juden in öffentlichen Ämtern aus. Aber das ist selbstmurmelnd gaaanz was anderes! Die dürfen das — sie haben ja die richtige, die einzig richtige Religion ...

Montag, 30. November 2009

Da lacht Münte (69) wieder

... wenn er nach der letzten Wahl auch wenig zu lachen hatte, und davor der trauernde Witwer von Frau Münte 2.0 war (Frau Münte 1.0 ist auch längst ad acta, ob noch am Leben — who cares ...?). Wie Focus zu berichten weiß:
Die Hochzeit soll im engsten Freundes- und Familienkreis in der früheren Zeche Zollverein in Essen stattfinden. Die Einladungen waren am Wochenende herausgegangen. Eine kirchliche Trauung soll es nicht geben.
Naja, wir wollen nicht übertreiben — daß Opa seine Enkelin heiratet, muß ja nicht auch noch Gottes Segen bekommen! Sowas bleibt doch eher 56-jährigen Religionsstiftern vorbehalten, die eine Neunjährige bügeln ...

Nur eine Frage stellt sich für den Beobachter dieser Szene: warum zerreißen sich eigentlich die Medien ihr Maul, wenn Commendatore Silvio Berlusconi sich mit jungen Damen vergnügt, wogegen sie sich in gesitteter Hofberichterstattung üben, wenn ein Altsoze noch schnell den Rest seines 69ers mit der vierzig Jahre jüngeren Michelle hinter sich bringt, bevor er am 16. Jänner den Siebziger feiert?

Die (demnächst) Frau Münte 3.0 schreibt jedenfalls für die SPD-Parteizeitung »Vorwärts«, ist studierte Journalistin und gilt im nordrhein-westfälischen Landesverband als Nachwuchstalent. Ei, wie nett! Wenn's vielleicht mit dem Nachwuchs angesichts ihres stets etwas trocken wirkenden Gesponses vielleicht auch nicht recht klappen sollte — für eine Erbschaft wird's schon reichen. Vielleicht beerbt sie dereinst SPD-Chef Gabriel ?

Rein optisch wär's ja kein Nachteil (gehört auch nicht viel dazu) ...

Sonntag, 29. November 2009

Allahu akbar, aschhadu an la ilaha illa llah ... und tschüß!

Wenigstens in der Schweiz hat sich die Bevölkerung von den Pressionen der Islamisierungs-Förderfraktionen nicht beeindrucken lassen, und mit sehr klarer Mehrheit auf eine zusätzliche Lärmbelästigung — Minarette werden schließlich nicht als Ornament des Stadtbildes gebaut — dankend verzichtet.

Damit ist freilich nur die Schlacht, nicht aber der Krieg gewonnen! Und in diesem können wir davon ausgehen, daß in heiligsten Gefühlen empörter Orientalenmob demnächst Schweizer Botschaften abfackelt, und nach sechs Dutzend schwarzäugiger Jungfrauen lechzende Bombengürteltiere Schweizer Banken in die Luft jagen (nicht jedoch etwa die Schwarzgelder islamischer Potentaten von ebendiesen abgezogen werden — das ginge denen denn doch zu weit) — mit einem Wort: es wird demnächst vermutlich rundgehen.

Und die Muselmanenwelt wird die pöhse westliche Welt der »christlichen Kreuzfahrer« wieder einmal nicht verstehen, die der Religion des Friedens so wenig Achtung entgegenbringen, daß sie nicht einmal den segensreichen Gebetsruf vernehmen wollen ...

Manchmal fragt man sich schon: sind die so, oder stellen sie sich nur so?

Freitag, 20. November 2009

Entwickungshilfe ist tödlich

... lautet der Titel eines provozierenden Artikels in der »Weltwoche«. Eine manchmal etwas verblüfft wirkende Interviewerin führt dabei u.a. folgenden Dialog mit Dambisa Moyo, der Autorin des Buches »Dead Aid«:

Entwicklungshilfe wirkt also so, wie es einst Karl Kraus über die Psychoanalyse sagte: Sie ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält?

Exakt. Die Frage ist nicht, warum diese Länder nicht weiter sind, trotz der jahrzehntelangen Entwicklungshilfe. Die Antwort ist: wegen ihr. Das fundamentale Problem ist, dass die Entwicklungshilfe keine Jobs geschaffen hat, sondern das Gegenteil bewirkte, sie zerstörte. Entwicklungshilfe produziert Inflation, Schulden, Bürokratie und Korruption. In ein solches Land wollen Unternehmer nicht investieren und dort Jobs schaffen. Machen Sie ein Land abhängig von Hilfe, dann nehmen Sie die Karotte weg und den Prügel: Niemand wird bestraft, wenn er nicht innovativ ist, denn die Hilfe fliesst trotzdem. Und niemand wird belohnt, wenn er sich anstrengt.

Nun, das alles gilt ja nicht bloß — wenn hier auch in besonders gesteigertem Maße — für das Thema »Entwicklungshilfe«. Es ist das Strickmuster unseres Sozialstaates, des Nanny-Staates, im Prinzip: des Staates und staatsnaher Systeme schlechthin.

Deshalb: lesen!

Sicher: ein paar Schnitzer sind in dem Artikel. So halte ich ihre Ansicht über die »Micro-Kredite« für etwas naiv, auch ihre Einschätzung Obamas fällt in diese Kategorie ... aber das sind bloß peccata minora — daher dennoch: lesen!

Donnerstag, 19. November 2009

Christen, Moslem und das Schweigen

Ein in seiner unpolemischen Darstellung umso bedrückenderer Artikel über die größte Glaubensverfolgung unserer Zeit — und quantitativ sicherlich sogar aller Zeiten ...

Lesen und weitersagen. Und handeln. Endlich handeln!

Mittwoch, 11. November 2009

Gruselbauer

wird neuer EU-Außenminister. Was doch nicht alles möglich ist ...

am 11.11. um 11 Uhr 11 ...

AKTUALISIERUNG
20.11.2009

Manchmal übertrifft die Realität die Satire. Daß so etwas statt in den Hofstallungen der Queen ...


... in der europäischen Außenpolitik eingesetzt wird, hätte ich selbst in bitterstem Sarkasmus nicht für möglich gehalten ...

Montag, 09. November 2009

Die Freiheit und ihr Preis

Unter diesem Titel veröffentlichte die Welt Online vor einigen Tagen einen Artikel von Flemming Rose, dem vor vier Jahren für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen verantwortlichen Redakteur der dänischen Zeitung »Jyllands-Posten«. Nur ein paar Zitate daraus, die das mittlerweile unter tonnenweise Meinungsschutt begrabene Problem wieder zu Tage fördern:

Am letzten Dienstag enthüllten das FBI und der dänische Geheimdienst PET, dass zwei Männer mit pakistanischem Hintergrund in Chicago festgenommen worden sind. [...] Einer der beiden Verdächtigen ist zweimal nach Dänemark gereist, wo es ihm gelungen ist, bis in die Redaktionsräume der Zeitung vorzudringen. Er drehte Videos vom Gebäude, versuchte herauszufinden, wo ich wohne und wie mein Tagesablauf aussieht. Es ist nicht angenehm, wenn man erfährt, dass man ermordet werden soll, also ist die Frage erlaubt: War es das wert? Bereue ich, die dänischen Karikaturen veröffentlicht zu haben?

Offen gestanden, ich glaube, diese Frage verkennt, was auf dem Spiel steht. Ebenso gut könnte man ein Vergewaltigungsopfer fragen, ob sie es bereut, am Freitagabend in der Diskothek einen kurzen Rock getragen zu haben.[...]

Gewalt, Terror und Einschüchterung sind Waffen, um Angst zu schüren und das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Deshalb wurde der niederländische Filmemacher Theo van Gogh vor fünf Jahren von einem jungen Muslim ermordet und deshalb wurde Anna Politkowskaja, die kritisch über Tschetschenien berichtet hatte, 2006 erschossen. Drei junge Muslime hatten das gleiche Motiv, als sie 2008 die Ermordung Kurt Westergaards planten. Glücklicherweise wurde die Tat rechtzeitig vereitelt.

All diese Mörder und Verschwörer wollten die Öffentlichkeit, Redakteure, Reporter und Karikaturisten einschüchtern, um eine Sprache zum Verstummen zu bringen, die die Täter nicht mögen, bedient sie sich nun Karikaturen, Filmen oder Nachrichten. [...]

Es ist jedoch signifikant, dass es während des Karikaturenstreits ausschließlich in solchen Ländern ohne Meinungsfreiheit Todesopfer gab, während in jenen Teilen der Welt, wo das Recht die freie Meinungsäußerung schützt, es nicht zu Gewaltausbrüchen kam. Diese Tatsache sollte jene nachdenklich machen, die eine Einschränkung der Meinungsfreiheit fordern, um den Frieden zu wahren. [...]

[...] mir macht ein neuer Fundamentalismus der guten Absicht Sorge. Nennen wir ihn den Fundamentalismus der Beleidigung. Er ist ein globales Phänomen und breitet sich jeden Tag weiter aus, von Indien nach Indiana, von Bagdad nach Berlin. Er wird im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen befördert, er wird in Europa von einflussreichen politischen Kräften unterstützt, um wichtige weltanschauliche Konflikte in einer multikulturellen Gesellschaft zu verhindern.

Die Ironie eines Fundamentalismus der Beleidigung ist, dass er die positive Seite einer multikulturellen Gesellschaft betonen will, die Vielfalt schafft, dabei aber im Namen dieser Vielfalt bereit ist, die Vielfalt der Meinungen zu opfern.

Was ist zu tun? Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder akzeptieren wir den Fundamentalismus der Beleidigung als gesellschaftlichen Leitgedanken - wenn du mein Tabu respektierst, dann respektiere ich deins. Dieser Weg wird unsere Freiheiten auf dramatische Weise einschränken. Der andere Weg besteht darin, sich von jeglichen Tatbeständen der Beleidigung frei zu machen und allein am Tatbestand der Anstiftung zur Gewalt festzuhalten. Dafür trete ich ein, und ja, ich glaube, das ist es wert. Die vergangenen vier Jahre haben mich gelehrt, dass die Freiheit einen Preis hat, insbesondere wenn man den Leuten sagt, was sie nicht hören wollen.

Dem ist nicht wirklich etwas hinzuzufügen — außer, daß es unsere Politiker- und Medienkaste in den letzten Jahren perfekt verstanden hat, die obigen (eigentlich) Selbstverständlichkeiten mit viel Brimborium bis zur Unerkennbarkeit zu verunklären.

Die Antwort auf die Frage »Warum?« kann sich jeder selbst geben ...

Montag, 19. Oktober 2009

Mann (leider nicht) über Bord!

"In stürmischen Zeiten wechselt der Kapitän nicht das Schiff", sagt Wirtschaftskammer-Präsident Leitl. Er wurde von Erwin Pröll als möglicher Kandidat für die Bundespräsidenten-Wahl ins Spiel gebracht.

... schreibt »Die Presse«. Unser Schönwetter-Wirtschaftskapitän auf kleiner Fahrt, Leitl, mit dem Kampflächeln eines als Kreuzfahrtkapitän verkleideten Haifischs (oder sitzt bloß die Prothese schlecht?), bleibt uns also erhalten. Er will und will das ÖWK-Schiff nicht verlassen, im Wissen um seinen sicheren Untergang. Und denkt sich: »Dieses Wasser sollte man besser einem Fischer überlassen — der kennt sich in den Untiefen der Republik besser aus.«

Und wir wollten dem Leitl schon Kränze winden ... um sie ihm nachzuwerfen, sobald er untergegangen wäre ...

Schade — wieder eine Chance versäumt, ihn loszuwerden!

Samstag, 17. Oktober 2009

Bloß eine Neiddebatte?

SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder, bislang recht unauffällig im Finanzministerium tätig(?), ist gegen ein »Transferkonto«, wie es ÖVP-Finanzminister Pröll vorgeschlagen hat, denn dies würde nur eine »Neiddebatte« schüren. Er rät vielmehr, weniger auf die Sozialleistungen für die »Bedürftigen« zu schauen, sondern mehr auf die »fetten Prämien« der Manager. Man merke den feinen Unterschied: wer erfahren möchte, wieviel ihm der Staat vom hart erarbeiteten Einkommen abknöpft, um es in die Taschen »Bedürftiger« zu stopfen, ist neidisch, wer hingegen auf die höheren Einkommen anderer schielt, ist es offenbar nicht. Um das zu verstehen, muß man vermutlich Sozialist sein ...

Nun: ist es wirklich »Neid«, wenn man wissen will, wer wieviel durch welche Transferleistungen profitiert? Ist es nicht vielmehr eine Frage der Gerechtigkeit, über dieses bislang geschickt verunklärte Thema endlich Klarheit zu schaffen?

Diese angemahnte Klarheit ist natürlich für die unbezweifelbaren Meister in Sachen Neidgenossenschaft — nämlich alle Sozialisten, egal welcher Couleur — höchst fatal! Schließlich besteht Sozialismus genau im Schüren eines undifferenzierten, unklaren »Bauchgefühls«, daß man zu den Schlechtweggekommenen des Lebens zu zählen sei und deshalb einen moralischen und rechtlichen Anspruch auf Unterstützung und Förderung habe, und daß die, die mehr haben, eh alles Gauner sind, denen schon recht g'schieht, wenn man's ihnen wegnimmt ...

Was also, wenn bei der Transferkonto-Erfassung herauskommen würde, daß jede Menge fleißiger, doch mittelmäßig verdienender Otto Normalverbraucher vom Staat recht kräftig ausgesackelt werden, um einer Schicht von, sagen wir mal: an Arbeit nicht ganz so Interessierten ein recht auskömmliches Fortkommen durch Beihilfen und Sozialleistungen zu finanzieren — wäre es dann bloß schnöder »Neid« seitens Otto Normalverbraucher, wenn er sich darob empört und Abhilfe fordert?

Kein Wunder, daß der ganze Chor penibler Austüftler des derzeit herrschenden Umverteilungssystems schmerzlich aufschreit! Müßten sie alle doch um ihre Pfründen ebenso wie um ihre Machtstellung fürchten: wo weniger Umverteilung zu verwalten ist, braucht es weniger Sozialbürokratie — weniger Sozialbürokratie heißt: weniger Dienstposten, die »die Baddei« zu vergeben hat — was heißt: weniger Macht mangels buckelnder Petenten. Wovon und wofür lebt man dann?

Sie sind wirklich nicht zu beneiden, die Sozialingenieure der Umverteilungsmaschinerie! Kaum haben sie es endlich geschafft, jedem Österreicher, der zum Erwerb fähig ist, die Hälfte des Einkommens aus der Tasche zu ziehen, um sie (nach Abzugs des eigenen Anteils, versteht sich!), in die Tasche der »Bedürftigen« zu stopfen, geht das Geschrei schon los! Dabei wollten sie doch nur den alten marxistischen Satz »Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen« verwirklichen! Daß die einen offenbar von Natur aus zum Zahlen befähigt sind, und die anderen zum Abkassieren — das ist doch nicht den Umverteilern anzukreiden!

Aber wir wissen ja: Undank ist der Welten Lohn ...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

»Obervolta mit Atomwaffen«

So charakterisierte Deutschlands Ex-Kanzler Helmut Schmidt einstmals die Sowjetunion. Nun, mittlerweile existiert die Sowjetunion nicht mehr, und Obervolta heißt seit 1984 (welch ein Zufall?) »Burkina Faso«. Aber das, was Schmidt damals ausdrücken wollte, daß nämlich eine Supermacht in Wahrheit bloß ein atomar hochgerüsteter Koloß auf tönernen Füßen sein kann, das ist noch immer aktuell!

Wir erleben es gerade mit den U.S.A. — die Währung, immer flotter aus der Notenpresse gejagt, schwächelt, die Wirtschaft auf Grund jahrzehntelangen Konsumrausches auf Pump ohne solide Basis, Staats- und Privatschulden bis über beide Ohren. Schön langsam sind es nur mehr die über die ganze Welt verteilten Flugzeugträger und Militärbasen, die einen Investor »überzeugen« können, noch amerikanische (Un-)Wertpapiere zu kaufen. Die Bilder beginnen immer mehr jenen der Sowjetunion der 80er-Jahre zu ähneln ... Amerika ist also auf dem besten Wege, ebenfalls ein »Obervolta mit Atomwaffen« zu werden.

Den passenden Präsidenten haben sie sich bereits zugelegt ...

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Der Blog Politplatschquatsch

... ist bislang außerhalb meiner Wahrnehmung geblieben. Leider. Im Zuge der allgemeinen Sarrazin-Empörung stieß ich zufällig auf ein Posting dieses Blogs, zwar schon vom 9. Oktober (also in Begriffen unserer schnellebigen — ja, wirklich, ganz absichtlich nur mit 2 "l" geschrieben! — Blogwelt schon vor geraumer Zeit) aber noch immer gut: unter dem Titel »Göringgeschütze und Hitlerkanonen« wird über den vor ostentativer Abscheu fast hyperventilierenden Judenzentralratsgeneralsekretär Stephan Kramer drauflosgeätzt, daß es nur so eine Freude ist!
Stephan Kramer, der Generalsekretär des Verbandes, hat fünf Tage angestrengt nachgedacht, nachdem er von den unverantwortlichen, ekelerregenden, betroffenmachenden und völligfalschen Äußerungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin gehört hatte. Was, so fragte sich Kramer, können wir jetzt noch draufsetzen auf das, was bisher an Empörung geheuchelt, an Verdammnis gewünscht und an monströsen Vergleichen an den Haaren herbeigezogen wurde? Selbst im Zentralrat glaubten viele nicht, dass es Kramer gelingen werde, aus der inzwischen schon ein wenig kalt riechenden Skandalasche um die Sarrazinschen Kopftuchmädel noch einmal Flämmchen zu blasen.

Aber siehe da, es war doch möglich, allen Unkenrufen zum Trotz. Kramer bläst nicht nur Flämmchen, er schlägt Flammen, er schießt nicht nur zielsicher auf Sarrazin, sondern auch mit dem größten vorstellbaren Geschütz von allen: Die Hitlerkanone ballert wieder! Und Göringgeschütze dazu! Flankiert von Goebbelsgewehren!
Köstlich! Der Blog kommt sofort auf meine Blogroll!

Dienstag, 13. Oktober 2009

Die Welt ein Tollhaus?

Andreas Tögel bringt obige Frage in seinem jüngsten Artikel auf »eigentümlich frei« auf den Punkt: und zwar anhand der Reaktionen auf die Wortmeldung Sarrazins, des Eiertanzes um den Todestag von Jörg Haider und der — gelinde gesagt — eigenwilligen Vergabepraxis für Friedensnobelpreise.

Lesen!

Samstag, 10. Oktober 2009

Handlungsreisende in Sachen Valium

Selten noch habe ich eine treffendere Charakterisierung der heutigen Politiker gelesen, als diese von Michael Ludwig im Artikel »Gedankensplitter in den Tagen nach der Bundestagswahl« der Zeitschrift »Gegengift«.

Damals, ja damals als manche Entscheidung noch offen war und Willy Brandt, Herbert Wehner, Helmuth Schmidt auf der einen Seite und Franz Josef Strauß, Rainer Barzel und der stahlharte hessische Konservative Alfred Dregger miteinander in den Ring stiegen, um die Fäuste fliegen zu lassen, saßen wir begeistert davor und klatschten Beifall. Heute stehen sich Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier gegenüber. Haben sie gekämpft? Haben sie alles gegeben für ihre Ideen? Wären sie notfalls dafür bereit gewesen, die Zähne des anderen auszuschlagen und sich die eigenen einschlagen zu lassen (was zugegebenermaßen ein etwas schief geratenes Bild ist, denn die beiden haben ja keine)? Niemals. Stattdessen wirkten sie wie Handlungsreisende in Sachen Valium.

Ja, leider kann man es gar nicht besser ausdrücken. Sicher: nicht alle Staaten sind mit derart offensichtlich 100%-charismafreien Politikern »gesegnet«, wie Deutschland. Aber wie sieht's denn in Österreich aus? Das Match Dick gegen Doof ist doch von einer gähnenden Langeweile, gegen die ein Hirtenbrief der Österreichischen Bischofskonferenz wie ein Action-Thriller wirkt. Gepflegte Langeweile selbst in traditionell debattenfreudigen Staaten wie Großbritannien (wo nur dieser fleischgewordene Schreibtisch Brown seinem Herausforderer etwas wie ein politisches Profil zu geben imstande ist).

Nein: es geht nicht um Wahlkampfschlachten, nicht um Fernsehduelle und ähnliche Shows: es geht um die durch allgemeines Schielen nach der nächsten Umfrage und ängstliche Rücksichtnahme auf die allgegenwärtigen (und die Parteien finanzierenden) Lobbyisten völlig perspektivlos gewordene Politikergilde. Wer nur mehr beschließt, wozu ohnehin schon alle zugestimmt haben (oder wenigstens zum Stillhalten gekauft wurden), ist eigentlich völlig entbehrlich.

Deshalb auch der hektische Aktionismus in Orchideenfragen, die in Wahrheit keinen interessieren. Von der Gurkenkrümmung über die Weinwerbung bis zur Quotenfrauenquote. Und als Alibibeschftigung, wenn sonst nichts mehr hilft, Bedeutung vorzuschützen: der »Kampf gegen Rechts«.

Der alte Slogan des österreichischen Molkereiverbandes (»Butter kann durch nichts ersetzt werden«) ist — in bewußter Sinn-Umdeutung auf unsere Politiker angewandt — aktuell wie nie zuvor: »Politik kann durch nichts ersetzt werden«. Einfach abschaffen! Nur als kostenintensive Alibiveranstaltung braucht sie keiner. Und an der bürokratischen Vision, durch Regulierung und »Schön-sprechen-bitte!« das Paradies auf Erden wenn schon nicht zu schaffen, so doch wenigstens als — wiewohl unrealisierbares — Projekt umständlich zu beraten, besteht erst recht kein Bedarf!

Denn schon jetzt gilt: »Mit Ezzes sind mer versorgt!«

Freitag, 09. Oktober 2009

Das »Prinzip Hoffnung«

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe in eine afghanische Hochzeitsgesellschaft: Schokobama bekommt den Friedensnobelpreis 2009 verliehen. Und sofort erhebt sich die Frage und eine angeregte Diskussion:

Hat Obama schon genug für diese Auszeichnung geleistet?

(Bei meiner Reifeprüfung hätte ich mir gewünscht, alle Fragen wären so einfach zu beantworten gewesen!
»Nein!«
»Völlig richtig, Herr Kandidat. Verzeihen Sie, die Frage war auch nicht ganz ernstgemeint« ...)

Und ob er jemals dafür genug leisten wird, ist seriös bis dato überhaupt nicht zu beantworten. »Prinzip Hoffnung« in Reinkultur, halt ...

Aber vielleicht könnte man die Nobelpreise in Hinkunft überhaupt nach diesem Prinzip vergeben:
  • z.B. Ökonomienobelpreis 2010 für irgendeinen Finanzminister (egal welchen) aus der EU — Begründung: vielleicht lernen sie noch, daß Staatsschulden keinen Wohlstand schaffen.

  • z.B. Physiknobelpreis für Al Gore — Begründung: vielleicht begreift er irgendwann einmal den Unterschied zwischen Klimareligion und seriöser Wissenschaft.

  • z.B. Literaturnobelpreis für Erwin Pröll — Begründung: vielleicht liest er dann irgendwann das zweite Buch.

Schöne neue Welt, die solche Preise hat ...

Donnerstag, 08. Oktober 2009

Wer Literatur-Nobelpreise bekam, und wer nicht

Letztere wohl die bei weitem interessantere Liste. Wer nun bekam aus dem deutschen Sprachraum den üppig dotierten Preis? Lassen wir die beiden ersten

1902 Theodor Mommsen (eigentlich ein Historiker), und
1908 Rudolf Eucken (eigentlich ein Philosoph)

einmal »außen vor« (wie das neudeutsch so schön heißt), so finden wir:

1910 Paul von Heyse
1912 Gerhart Hauptmann
1919 Carl Spitteler
1929 Thomas Mann
1946 Hermann Hesse
1966 Nelly Sachs
1972 Heinich Böll
1981 Elias Canetti
1999 Günter Grass
2004 Elfriede Jelinek
2009 Herta Müller

Nun, sicherlich sind all diese irgendwie als »Schriftsteller« zu bezeichnen, aber daß die genannten Schriftsteller wirklich jeweils »das Beste« geschaffen hätten (wie es Nobels Testament verlangt — noch dazu »in idealistischer Richtung«!), kann ernstlich wohl nur von den wenigsten behauptet werden!

Ein kurzer Blick in die Literaturgeschichte Deutschland, Österreichs und der Schweiz beweist, welche großartige Dichter und Schriftsteller durch den Rost fielen — auf Anhieb ein paar:

Aus Deutschland: was ist mit George? Wo blieb Döblin, wo Benn? Hätte ein Jünger nicht weit mehr Anrecht auf den Preis gehabt, als ein Böll oder Grass? Selbst ein Brecht (obwohl ich ihn politisch wie moralisch eher zum Erbrechen finde) ihn eher verdient, als diese Jelinek, die ihn dann bekam! Hat ein Martin Walser weniger »Bestes« geschaffen als Frau Herta Müller?

Aus Österreich: wo sind ein Hugo von Hofmannsthal, oder ein Rilke, Musil, Broch, Kraus oder Kafka geblieben? Nichts gegen Canetti — aber war ein Heimito von Doderer nicht mindestens ebenso »nobelpreiswert«? Selbst Handke, Bachmann und Bernhard waren bzw. sind literarische Giganten, wenn man sie mit Maulwurfshügelgrößen à la Pearl S. Buck, John Galsworthy oder Quasimodo vergleicht (und bei denen kann man nicht einmal vorschützen, sie verträten eben eine »kleine« Literaturnation, die halt auch einmal berücksichtigt werden mußte).

Und aus der Schweiz: wo sind Frisch oder Dürrenmatt abgeblieben?

Manchmal könnte man meinen, daß es die ehrenvollere Position eines Schriftstellers ist, sich in der Gesellschaft der (vielleicht) wohl vorgeschlagenen, aber nicht erwählten »eben-doch-nicht-Preisträger« wiederzufinden ...

Montag, 28. September 2009

Schwarze Sieger sehen anders aus ...

... und wenigstens im Falle von IM Erika ist »Schwarz« ja bloß die gewählte Tarnfarbe. Dennoch: so erfreulich es auf den ersten Blick auch scheinen mag, daß die Mehrheit für Schwarz-Gelb eine p.c.-berufsantifa-gegenderte Volksfront-Koalition verhindert, so unerfreulich ist die Aussicht auf die absehbare Zukunft nach Ende der kommenden Legislaturperiode. »Manfreds politische Korrektheiten« bringen es auf den Punkt:

Die SPD wird, wenn sie clever ist, in den kommenden vier Jahren zur Methode Schröder (”die neue Mitte”) greifen: sich in der Mitte zu plazieren, sich dabei aber Unterstützung von Partnern sichern, die links von ihr selbst stehen. Die nächste Wahl wird sie in einem noch informellen Bund mit Grünen und Linken führen. Da sie sich zugleich auf die Mitte stürzen wird, nagelt sie auch die Unionsparteien in dieser Mitte fest.

Und leider wird durch dieses Wahlergebnis, das durch den Absturz der SPD die Verluste der CDU/CSU marginal aussehen läßt (auch wenn's das schlechteste Wahlergebnis der Schwarzen seit Gründung der Bundesrepublik ist) verhindert, daß die opportunistisch-machtgeile Transuse IM Erika den Stuhl vor die Tür gestellt bekommt, wodurch ein linkslastiges Weiberregiment à la Zensursula & Co. die ehedem bürgerliche CDU wohl endgültig ins Blaßgrau einer »linken Mitte« manövrieren wird.

Nun, vielleicht entpuppt sich Spaß-Guido wider Erwarten doch als Mann mit politischen Steherqualitäten und verhindert so als liberaler Stoperstein das schlendernde Abgleiten Deutschlands in ein linkes System von Parteiattrappen, die dem Stimmvieh zum Abstimmen (recte: Abnicken) vorgeführt werden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Montag, 21. September 2009

Jetzt ist es amtlich!

Was wir bisher nur zu ahnen vermeinten — seit der Landtagswahl in Vorarlberg ist es amtlich bestätigt: die Österreicher sind ein Volk latenter Antisemiten. Wenigstens laut »Südkurier«, der den Menschen um den Bodensee die weite Welt erklärt — und u.a. auch, wie es geschehen konnte, daß die FPÖ im »Ländle« ein Viertel der Stimmen und Mandate bekam.

Schon der erste Absatz macht klar, worum es geht:

Nach einer Umfrage bezeichnen nur 16 Prozent der Befragten die Äußerung des FPÖ-Spitzenkandidaten in Vorarlberg gegen den Direktor des Jüdischen Museums, „der Exil-Jude aus Amerika solle sich nicht in die Innenpolitik einmischen“, als antisemitisch. 16 Prozent halten die Aussage für gerechtfertigt, 24 Prozent für nicht bedenklich. Ist das Ergebnis für Sie überraschend?

Wohl nicht, wenn eine Zeitung schon so fragt. Und die rechte (also will heißen: linke) Antwort gleich nachschiebt:
Man weiß, dass 20 bis 30 Prozent der Österreicher latent antisemitisch sind. 84 Prozent der Befragten qualifizieren die Aussage von Landesrat Egger nicht als antisemitisch. Dieses Ergebnis ist überraschend hoch.
Es ist schon etwas weniger überraschend hoch, wenn man bedenkt, von diesen 84 Prozent angeblich latent antisemitischen Österreichern bloß 40 Prozent (d.h. 16+24, s.o.) Eggers Aussage entweder für gerechtfertigt oder nicht bedenklich ansehen. Damit gibt es noch eine Gruppe von 44 Prozent, die zwar keinen antisemitischen Vorwurf in Eggers Satz sehen, diesen aber weder für gerechtfertigt halten und ihn auch nicht explizit als nicht-antisemitisch bezeichnen wollen. Mit anderen Worten: Leuten, denen der Satz einfach am Ohr (oder wo auch immer) vorbeigeht, und die die Nazikeule, die dafür flugs ausgepackt wurde, für doch ein etwas überdimensioniertes Kampfobjekt für derlei Quisquilien ansehen. Oder denen die ganze Aufregung einfach egal war.

Wer frei nach Christi Satz: »Wer nicht für mich ist, ist gegen mich« in allen Fragen jeden, der nicht 100-prozentig auf zeitgeistiger Linie ist, bereits als Nazi bezeichnet, braucht sich nicht zu wundern, von lauter Nazis umgeben zu sein. Wenn auch nur in seiner eigenen Wahrnehmung. Aber auf die Idee, daß diese (ganz hypothetisch wollen wir es einmal annehmen) auch möglicherweise die Realität nicht ganz akurat abbildet, kommt ein Journalist, dessen Wirken und Schaffen doch nur auf die Darlegung der Wahrheit, der reinen Wahrheit und nichts als der Wahrheit zielt, einfach nicht. In anderen Berufen nennt man sowas: »Betriebsblindheit«.

Im Journalismus spricht man hingegen von »medialer Verantwortung« und verspricht sich, wenn man pathetisch zitiert: »Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar!« — es müßte nach der gängigen Praxis der Journalisten nämlich heißen: »... nicht zumutbar!«. Wer je eine Zeitung aufgeschlagen hat, weiß, daß Journalisten alles daran setzen, den Menschen möglichst keine Wahrheiten zuzumuten. Gelegentlich verirrt sich etwas dergleichen in die Leserbriefe und Online-Kommentare — aber im Artikel? Da seien Gott und »Der Spiegel« vor!

Aber, immerhin: der Südkurier ist vorsichtig (»... muß man vorsichtig sein ...«, so das wörtliche Zitat), jetzt einen Großteil der Vorarlberger als Antisemiten zu outen. Offenbar will man sich das Inseratengeschäft ja doch nicht ganz zusammenhauen, in Zeiten wie diesen ...

Deshalb ergeht man sich in beschwichtigenden Floskeln:

Es ist gibt ja keine allgemein verbindliche Definition von Antisemitismus. Dieses große Feld kann anscheinend antisemitische Vorurteilsstrukturen nicht eindeutig einordnen. Die Aussage von Dieter Egger spielt ja mit der Konnotation von eindeutig antisemitischen Klischees, aber es ist offensichtlich dem überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht klar, was verwerflich an dieser Aussage ist.

Uff, das war knapp! Aber noch einmal ist die Kurve gekratzt, der Spagat zwischen der einem Systemmedium obligatorischen FPÖ-Schelte und der Anzeigenabteilung ist, obzwar ächzend, gegrätscht. »Offensichtlich war ihnen halt nicht klar, wie verwerflich ...«

Ist jetzt eigentlich jeder ein Nazi, der sich angesichts dieser offensichtlich parteipolitisch motivierten Instrumentalisierung der Nazikeule fragt, was an Eggers Aussage denn so »verwerflich« gewesen sei, wenn der sich schlicht und einfach die naseweise Einmischung eines Ausländers in einen österreichischen Landtagswahlkampf verbeten hat?

Freitag, 18. September 2009

Der wirkliche Bundesbahn-Skandal

Die österreichischen Systemmedien, inklusive der selbsternannten Qualitätszeitung »Die Presse« geraten momentan ob des ganz erschröcklichen »ÖBB-Datenskandals« ins Hyperventilieren. Was ist denn entsetzliches geschehen?

Wurden geheime Gehaltsdaten rüstig werkender ÖBB-Mitarbeiter an kundengeldgierige Finanzhaie verscherbelt? Oder erhielten verbrecherische Syndikate Zugang zu vertraulichen Zweitwohnsitzdaten, wodurch Einbrecherbanden das Werken erleichtert wurde? Aber nein! ... Lesen wir also ergriffen, was »Die Presse« dazu vermeldet:

Der Datenskandal um die ÖBB wächst nun in politische Dimensionen hinein: Nach dem „Geständnis“ des früheren ÖBB-Personalchefs Franz Nigl hat Infrastrukturministerin Doris Bures „Konsequenzen“ angedeutet – allerdings erst nach der Vorlage des ÖBB-Untersuchungsberichts am heutigen Freitag.

Wie berichtet, hat das ÖBB-Management illegal Krankenstandsdaten von Mitarbeitern gesammelt und gespeichert. Eisenbahner wurden unter anderem während des Krankenstandes von ÖBB-Mitarbeitern zu Hause kontrolliert und nach Ende ihrer Krankenstände zu den genauen Ursachen befragt. Nigl räumte am Donnerstag ein, dies sei ein „Fehler“ gewesen, für den er sich nachträglich entschuldige.

Allerdings, so Nigl, hätten die ÖBB auch „ein Krankenstandsproblem“ gehabt, das durch diese Vorgangsweise gemildert worden sei. Statistische Daten untermauern dies: Eisenbahner waren im Schnitt zweieinhalbmal so lange im Krankenstand wie Beschäftigte in der Privatwirtschaft. Durch die – gesetzlich freilich nicht gedeckten – Maßnahmen war es gelungen, die durchschnittliche Krankenstandsdauer von 27 auf 17 Arbeitstage im Jahr zu senken. Zum Vergleich: Beschäftigte in der Privatwirtschaft sind im Schnitt rund zwölf Tage im Jahr in Krankenstand.

Heißt im Klartext:

Da betrügen zigtausende ÖBB-Bedienstete ganz offensichtlich ihren Dienstgeber jahrelang durch Scheinkrankenstände, denn wenn bei jobgesicherten (Quasi-)Beamten zweieinhalbmal längere Krankenstände als in der Privatwirtschaft auftreten, läßt sich wohl kein anderer Schluß daraus ziehen! Und wenn der Dienstgeber gegen diesen Betrug Maßnahmen ergreift, deren Wirkung die Berechtigung des Betrugsverdachtes voll bestätigt, dann ist das auf einmal ein »Skandal«?

Aber der ungleich größere Skandal, daß wir Steuerzahler jahre- und jahrzehntelang durch faule und betrügerische ÖBBler unter offensichtlicher Duldung der ÖBB-Gewerkschaftler beschissen wurden — na, Frau Minister Bures: das ist selbstredend kein Skandal, nicht wahr?! Wird sich vermutlich um »wohl erworbene Rechte«*) der Mitarbeiter gehandelt haben, die ob ihres drückenden Arbeitsleids ihren kärglichen Urlaubsanspruch um eineinhalb Monate auffetten wollten ...
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*) Oder sollte man nicht treffender von »frech erschlichenen Unrechten« sprechen?

Freitag, 11. September 2009

Fortschrittswahn & Fernaugedenken

Unter dem Titel »Fortschrittswahn« findet sich auf dem Blog »Netzwerkrecherche« eine vortreffliche Analyse jener seit Jahr(zehnt)en und heute mehr denn je herrschenden Geisteskrankheit, die sich noch dazu für die Therapie des von ihr erst verursachten Aberwitzes hält.

Ach ja: und der großartige Joachim Fernau, dem ich unzählige vergnüglich bildende Lesestunden verdanke, wäre heute hundert Jahre alt geworden. Was die zitierte Blog-Autorin zum Anlaß eines trefflichen Zitates zu unserem Thema nimmt.

Danke! Lesen!

Donnerstag, 10. September 2009

Die Freiheit Deutschlands wird bekanntlich am Hindukusch verteidigt

... und daher kann ein Oberst, der in einem Partisanenkrieg gegen angebliche Zivilisten einen Einsatz befielt, schon mal in Schwierigkeiten kommen. Denn bekanntlich darf die Bundeswehr nur mit lupenrein völkerrechtskonformen Mitteln und am besten unter ständiger Beiziehung eines ambulanten Senats der Bundesverfassungsgerichtes Einsätze absolvieren, mit dem — möglichst ungeladenen, damit kein Malheur passiert! — Gewehr in der einen und einem dreibändigen Kommentar zur aktuellen Grundrechtsjudikatur in der anderen Hand.

Unter dem Titel »Weimarer Verhältnisse« hat dies der Blog »Mit elektrischer Feder« durchaus treffend bloßgestellt: wer meint, daß gerade die Bundeswehr unbedingt in Afghanistan im Einsatz sein muß, der sollte sich auch nicht wundern, wenn dort ein paar bärtige und bewaffnete »Zivilisten« sicherheitshalber auf die Schnelle für Talibans gehalten werden, statt sie, wie es natürlich korrekt wäre, um ihre Ausweise und nähere Angabe eines allfällig aktuellen Kombattantenstatus zu ersuchen (die detaillierte Protokollierung der Aussage ist für den Fall eines späteren Rechtsmittels zu empfehlen).

Genau so und nur so wurden schon immer und werden bekanntlich auch heute noch Kriege geführt und gewonnen ...