Immer wieder stoße ich auf das Wort "Libertär". Solange es im ursprünglich gemeinten Sinne verwendet wird, ist es ja klar. Allerdings wird diese Bezeichnung oft auch als Schimpfwort oder zumindest diffamierend verwendet. Die Unterschiedlichkeiten sind in weiterer Folge auch in wiki herausgearbeitet:
„Libertär“ wurde als Adjektiv für anarchistische und sozialistische Utopien verwendet und erst später im klassisch-liberalen Kontext aufgegriffen
Man sollte sich auf jeden Fall die Unterschiede vor Augen führen, vor allem zwischen "liberal" und "libertär".
Hier wird das im Groben skizziert:
Es gibt eine Vielzahl von liberalen und libertären Positionen. Gemeinsam ist ihnen die große Wertschätzung der individuellen Freiheit. Der wesentliche Unterschied besteht im Verhältnis zum Staat. Liberale haben ein differenziertes Staatsverständnis (als Garant und zugleich Gefahr für die Freiheit, weshalb der Staat selbst ausdifferenziert sein sollte z.B. durch Gewalten-teilung), Libertäre ein negatives. Die meisten Libertären lehnen den Staat komplett ab. (Quelle: https://alexanderdilger.wordpress.com/2015/08/22/liberal-versus-libertaer/)
Zum letzten Satz der kompletten Ablehnung: Wenn man da aber das Kind mit dem Bad ausschüttet, stellt sich für mich die Frage nach der Landesverteidigung, wie man das dann organisieren will. Bürgerwehren in jedem Dorf?
In weiterer Form wird immer wieder auf die "Österreichische Schule der Nationalökonomie" hingewiesen. Aber auch hier lese ich Feststellungen, die ich so nicht nachvollziehen kann, wie z.B. diesen Satz:
Der gerechte Preis werde durch die Marktknappheit bestimmt. (Luis Saravia de la Calle).
Es hat sich doch gezeigt, dass durch oftmals willkürlich herbeigeführte Marktknappheit der Preis in ein ungerechtes Licht gerückt wird. Bestes Beispiel war ja in den 70er Jahren die OPEC.
Wiki schreibt u.a.:
Wegen der zahlreichen unterschiedlichen Strömungen und Positionen lässt sich eine einheitliche Theorie des Libertarismus nicht aufstellen, man kann diese Varianten lediglich beschreiben.Die verschiedenen Richtungen erkennen einander zum Teil nicht als „libertär“ an. Gemeinsame Leitnorm ist die Idee der negativen Handlungsfreiheit.
Stichwort negative Handlungsfreiheit. Fällt so etwas auch darunter?
Die Wahlen in Deutschland boten nur bedingt eine Überraschung, denn das Erstarken der SPD ging nicht auf einen guten Wahlkampf der Partei zurück oder auf das untadelige Verhalten von Olaf Scholz in den verschiedenen Finanzskandalen. Nein, sie wurde nur stark, weil sich die CDU selbst demontierte mit einer nie dagewesenen suizidalen Vorgehensweise, wie man es zuletzt nur in Österreich ebenfalls erlebte. Den ersten Knick um 5% nach unten erlebte die CDU nach dem dämlichen Lachen von Laschet vor den Opfern der Flutkatastrophe in der Eifel. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte er ersetzt werden müssen, denn zusätzlich zu diesem Aussetzer ist er ein farbloser, uncharismatischer, nur sehr wenig sympathischer Apparatschik mit dem Erscheinungsbild eines Andropow.
Dennoch hätte die Chance bestanden, trotz Niederlage, mit einem Merz oder Röttgen einen Neustart in einer Jamaika-Koalition zu schaffen, wobei der FDP eine einfache Rolle zuteil geworden wäre, die sie nicht ergriffen hat...
Was hat Christian Lindner geritten, diese Möglichkeit nicht wahrgenommen zu haben? Denn er hätte als „Königsmacher“ alle Trumpfe in der Hand gehabt, weil seine liberale Partei in einer Koalition mit links & extrem links nur Schaden erleiden kann, er nur mehr in einer Verteidigungsposition sein wird, denn einem vernünftigen Wirtschaftsprogramm seiner Partei stehen klassische linke Positionen der Geldvernichtung gegenüber. Die Legalisierung von Cannabis als ersten Erfolg der Verhandlungen zu sehen, ist eigentlich ein Offenbarungseid.
Der FDP-Parteichef hätte alle Möglichkeiten gehabt, auf einen Wechsel an der CDU-Spitze zu be-stehen, denn mit einem Verlierer wie Laschet, der so krachend gescheitert ist, kann man keinen Neu-start wagen. Die Grünen werden ebenfalls als Königsmacher gesehen, nur sind die so geil nach Macht, dass man sie zwischen CDU und FDP leicht ausgehalten hätte, denn in vielen Entscheidungen stünde es 2:1 und nicht, wie jetzt gegen die FDP 1:2. Wer glaubt ernsthaft, dass die Linken für eine Schulden-bremse sind oder für eine vernünftige Energieversorgung (in Form von Atomkraftwerken, wie sie gerade in UK gebaut werden)? Die ersten Prognosen, die ich in deutschen Medien gelesen haben, gehen von einer von der SPD geforderten Mehrverschuldung von 425 Milliarden aus, die Grünen wollen noch mehr zusätzliche Schulden machen, alles untergeordnet dem Schlagwort des Jahrzehnts, dem „Klima“.
Dabei müsste man das Thema Klima völlig anders angehen, nämlich nicht mit der Vernichtung der deutschen Autoindustrie, sondern mit einem veränderten Konsumverhalten. Sämtliche GrünInnen (übrigens die Vielflieger im deutschen Bundestag) und FFF-Hüpfer sollten einmal ihr Flugverhalten überdenken und unnötige Reisen unterlassen. Es war nämlich nicht notwendig, dass sich Claudia Roth persönlich auf den Fidschi-Inseln vom angeblichen Anstieg des Meeresspiegels überzeugen musste: in der heutigen Zeit absolut unnötig bis lächerlich. Sollte wahrscheinlich nur als Ausrede für einen vom deutschen Steuerzahler finanzierten Urlaub in der Südsee dienen – lächerlicher geht’s nimmer!
Würde der am Klima wirklich interessierte sein Konsumverhalten etwas reduzieren, würden viele Containerschiffe nicht mehr fahren, wobei ich mich an dieser Stelle frage, warum man diese Dreck-schleudern nicht mit Atomantrieb ausstatten kann, Immerhin stoßen 15 der gigantischen Container-schiffe (insgesamt gibt es über 300) genauso viel CO2 aus wie 750 Millionen benzinbetriebene Autos (weltweit gibt es 1,4 Milliarden). Etwas weniger Billigspielzeug aus China und Taiwan (und etwas mehr Matador), und ein paar Millionen Autos würden keine Rolle spielen in ihrem CO2-Ausstoß. Auf das leidige Thema – die größte Lüge überhaupt – „E-Mobilität“ möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen ...
In Supermärkten sehe ich oft den Antibiotika- und Hormon-Dreck in Form des Pangasius-Filet aus SO-Asien. Gibt es bei uns keine Forellen und Saiblinge? Gilt nur mehr die „Geiz-ist-geil“-Mentalität? Und jeder, der diesen Dreck konsumiert, ist schuld an einer weiteren Verschlechterung des Klimas.
Von den unnötigen Kreuzfahrtschiffen und unnötigen Flugreisen ganz zu schweigen.
In meiner Jugend war eine Flugreise sauteuer und etwas Spezielles, worauf man gespart hatte. Muss man mehrmals pro Jahr für eine Wochenende auf „Malle“ fliegen oder zweimal jährlich „auf“ die „Dom-Rep“? Nein und nochmals nein. Gegen die Luftverschmutzung wettern, aber wie die Heulsuse Luisa Neubauer vom FFF-Deutschlandableger die halbe Welt bereisen von Namibia, USA bis in die Mongolei. So wichtig ist dieses Weib nicht, dass sie überall gebraucht wird. Vielleicht sollte sie die Zeit eher verwenden, aus ihrem Bac. der Geographie einen Master zu machen.
Warum muss es der neueste Fernseher aus Korea oder Japan sein, hatten wir doch in Europa selbst einmal Blaupunkt, Philips, bei Haushaltsgeräten Miele und Elektra Bregenz?
Einfach das Konsumverhalten überdenken, danach leben – und schon ist ein Umschwung eingeleitet.
... lautet die abwertende Bezeichnung, die der deutsche
Sozialist Ferdinand Lasalle anno 1862 für den liberalen Minimalstaat
erfand, der sich auf seine Grundaufgaben, nämlich die Sorge für
Sicherheit (im Inneren wie nach außen) und die Rechtsprechung,
beschränkt. Ein solcher Staat ist mit einem Minimum an Steuern und
Abgaben zu finanzieren – lässt den Bürgern also ein Maximum an Freiheit,
das sich vor allem in der weitgehenden Unverletzlichkeit privaten
Eigentums manifestiert. Das war und ist den Sozialisten in allen
Parteien naturgemäß zuwider, weil sie ja nicht an der Freiheit der
Bürger, sondern an deren Kontrolle und Beherrschung interessiert sind.
Und letztere gelingt umso leichter, über je weniger Eigentum der
einzelne verfügt. Denn Eigentum – nicht Arbeit – macht frei!
... kann einen schon etwas auf die Palme bringen. Da geriert sich einer auf »wertkonservativ« und, kein Schmäh!, »wirtschaftsliberal« — und dann bastelt er Artikel wie diesen hier ... Deshalb erscheint dazu auch der folgende
Gastkommentar
von elfenzauberin
Für mich ist es erstaunlich und befremdend, hier einen Artikel Unterbergers zu finden, der vor Staats-gläubigkeit nur so trieft.
Stellen wir uns vor, es wäre Aufgabe des Staates oder der EU, uns mit
KFZs, Fernseher, Computer oder anderen alltäglichen Dingen zu versorgen.
Man braucht nicht viel Phantasie, um zu dem Schluss zu gelangen, dass
wir dann DDR-Verhältnisse hätten, wo man 20 Jahre auf einen Trabant
warten muss, den man aber nur dann bekommt, wenn man brav linientreu
ist.
Nein, die Impfstoffbeschaffung ist mit Sicherheit keine Aufgabe des
Staates. Das ist Aufgabe der Apotheker und der Ärzte. Hätte man den
Markt und nicht unfähigen Politikern die Impfstoff-beschaffung
überlassen, dann könnte jeder von uns sich längst bei dem Arzt seines
Vertrauens impfen lassen oder einfach Impfstoff in der Apotheke
einkaufen.
Der wohlbekannte Internist Dr. Zimpfer hat Versuche unternommen, an
Corona-Impfstoffe heran-zukommen, um eben Menschen impfen zu können. Man
kann davon ausgehen, dass sich tausende und abertausende Ärzte finden,
die mit ähnlichen Angeboten aufwarten würden. Doch es ist der Staat und
die EU, die diesen Menschen Prügel in den Weg legt. Der Staat und die EU
sind nicht die Lösung des Problems, sondern sie sind das Problem!
Für mich ist es deprimierend und frustrierend, dass ein konservativer
Blogger wie Dr. Unterberger, von dem ich immer angenommen habe, er
stünde liberalen und libertären Ideen nahe, in Wahrheit ein
staatsgläubig bis zum Abwinken ist. Die dünne Schicht der liberalen
Firnis ist dahin, sobald als nur schwacher Gegenwind in Form einer
Corona-Virus daherkommt. Noch frustrierender ist es für mich, dass
Geschriebenes nicht nur für Dr. Unterberger gilt, sondern anscheinend
für die gesamte liberale Szene hier in Österreich.
Das scheint mir der tiefere Grund zu sein, warum liberale und libertäre
Ideen hier in Österreich kaum eine Chance auf Umsetzung haben. Wie in
aller Welt soll man Ideen umsetzen, an die man selber nicht wirklich
glaubt?
... meint Andreas Unterberger. Dem ist — bis auf den schrecklichen, doch eingebürgerten Konjunktiv »bräuchte« (unser Deutsch-Professor aus dem Gymnasium rotiert im Grab!) — durchaus zuzustimmen. Doch was hilft das »brauchen«, wenn die Voraussetzungen dafür einfach — fehlen! Meint ein
Gastkommentar
von elfenzauberin
Es stimmt, was Dr. Unterberger schreibt - trotzdem ist es grundfalsch!
Man kann das Fehlen einer liberalen Partei bedauern, genauso wie man
das Fehlen einer patriotischen oder konservativen Partei bedauern kann,
alleine es nützt nichts. Es nützt deswegen nichts, weil kaum jemand
diese Parteien wählen wird.
Das liegt aber nicht daran, dass es hier in Österreich für derartige
Parteien kein Potential gäbe. Der Grund liegt viel tiefer.
Bevor man eine parlamentarische Präsenz oder gar Mehrheit erringen
kann, muss man die Herzen der Menschen erobern. Die Jungen, die aus der
Schule kommen, denken alle in Kategorien wie Gleich-berechtigung,
Umweltschutz, (Anti)imperialismus, Gender, Kolonialismus usw. Niemand
von denen denkt in Kategorien wie Freiheit, Ehrlichkeit, Treue, Ehe,
Heimat, Ehre, Verantwortung usw. Wer jetzt glaubt, ich spiele nur auf
die Indokrination der Kinder an, der irrt. Mir geht es um die Besetzung
des vorpolitischen Raumes mit Begrifflichkeiten, die eine
liberal-konservative Revolution ermöglichen könnten. Es handelt sich um
nichts anderes als ein Wertesystem, nach denen die Menschen ihre
täglichen Eindrücke vom Alltag einordnen können.
Die Konservativen haben es schlicht und einfach versäumt, diesen Raum
zu besetzen. Vielleicht sollte der Kommunist Antonio Gramsci zur
Pflichtlektüre für Konservative und Liberale werden. Denn es war
Gramsci, der genau diese Gedanken formuliert hat, die dann dazu führten,
dass die politische Linke die Schulen, Universitäten, die Justiz, die
Wissenschaft und die Kunst eroberten. Für die politische Linke war es
die Frankfurter Schule, die zum Kristallisationpunkt dieser Strategie
wurde. Die Konservativen haben auf diesem Sektor nichts anzubieten. Es
reicht eben nicht aus, eine Partei zu bilden, die ein geniales
Wirtschaftsprogramm vorschlägt. Ohne einen Wertekanon, der meinetwegen
christlich inspiriert sein möge, erreicht man nichts.
Hat man so die Menschen für sich gewonnen, werden sich automatisch
parlamentarische Mehrheiten bilden, die dann das umsetzen, was diese
Menschen wollen. Umgekehrt funktioniert es aber nicht. Eine
parlamentarische Fraktion, die sich dafür geniert, den Begriff Heimat
oder Selbstverantwortung zu verwenden, hat keine Aussicht auf ein
Überleben.
Ja, Dr. Unterberger hat recht, wenn er meint, dass eine liberale Partei
fehlt. Noch mehr fehlen aber die Voraussetzungen für so eine Partei.
Die muss man erst schaffen. Übrigens ist es Viktor Orban, der diese Zusammenhänge so ziemlich als
einziger durchschaut hat. Das ist auch kein Wunder, denn auch Orban ist
in einem kommunistischen Umfeld aufgewachsen, wo man derartige
Strategien quasi mit der Muttermilch aufsaugt.
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P.S.: Servus-TV leistet auf diesem Gebiet einiges. In sehr vielen
Sendungen geht es um Grenzüber-schreitungen. Es wird das Lebensgefühl
vermittelt, dass man alles erreichen kann, wenn man sein Ziel energisch
und konsequent verfolgt.
Dann gibt es wieder Sendungen, wo es um Heimat und Brauchtum geht, dann
wieder um natur-wissenschaftliche Beiträge, die Neugier wecken. In keiner der Sendungen wird man zum Sozial-hilfeempfänger erzogen, wie das im ORF regelmäßig der Fall ist.
... lautet der Titel eines Interviews, das vor ein paar Wochen mit dem Gründer und Präsidenten des »Austrian Institute of Economics and Social Philosophy«, Prof. Martin Rhonheimer, geführt wurde:
... meint Ludwig v. Mises — und hat damit, wie fast immer, recht:
Die Feindschaft, die durch die Verteidiger des Antisäkularismus der
modernen Lebensweise entgegengebracht wird, zeigt sich in der Verdammung
des Kapitalismus als einem ungerechten System.
In der Meinung des Sozialisten sowie der Interventionisten behindert
die Marktwirtschaft die volle Nutzung der Leistungen der Technik und
hindert so die Entwicklung der Produktion und verringert die Menge der
Güter, die für den Konsum produziert und zur Verfügung gestellt wird. In
früheren Tagen leugneten die Kritiker des Kapitalismus nicht, dass eine
gleiche Verteilung des Sozialprodukts unter allen kaum eine
bemerkenswerte Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse für die
überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hervorbringen würde. In ihren
Plänen spielte die gleiche Verteilung eine untergeordnete Rolle. Sie
dachten, Wohlstand und Reichtum für alle, die sie versprachen, waren zu
erwarten, wenn die Produktivkräfte erst von allen Fesseln befreit sein
würden, die ihnen von der kapitalistischen Selbstsucht angeblich
aufgezwungen worden waren.
Vielleicht sollte man das Kapitel des Buchs, dem dieses Zitat entnopmmen ist, als Separatdruck an Papst Franz & Co. versenden, um so deren offenkundige ökonomische Ahnungslosigkeit zu beheben.
Nur — wird's was helfen?
Eher nein: wer nicht lernen will, sondern glaubt, ex cathedra bereits zu wissen, wird sich davon nicht beeindrucken lassen.
»Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen
wird, wenn man sagt, dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als
derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus«,
sagte Guido Westerwelle gegenüber der »Passauer Neuen Presse«, nachdem
er schon wegen ähnlicher Aussagen in einem »Welt«-Interview von linker
Seite mit Protesten überschüttet worden war.
So meinte z.B. der
SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel: »Die ganze Steuersenkungsorgie von
Westerwelle ist nichts anderes als eine versteckte Fortsetzung seiner
Klientelpolitik: Da werden diejenigen, die hohe Einkommen haben,
entlastet - obwohl das gleichzeitig oft Menschen sind, die gar keine
Sozialabgaben zahlen.« Mit »Steuergeschenken« zündle Westerwelle am
Staat »wie Kaiser Nero«, gab Gabriel in einem »Spiegel«-Interview noch
eins drauf. Aha: »Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der Nero im
deutschen Land?« ... Wenn jemand, der ohnehin schon den Löwenanteil des
Steueraufkommens trägt, ein wenig entlastet werden soll, dann ist die
bloße Tatsache, daß man ihm etwas weniger zwangsweise wegnimmt, bereits
ein »Geschenk«? Besser kann der Ungeist Sozialismus gar nicht
exemplifiziert werden. Denkt von diesen linken Idioten niemand darüber
nach, daß all die Wohltaten des Sozialstaates nicht von den Empfängern
derselben bezahlt werden, sondern von den Leistungsträgern, die halt
irgendwann einmal die Schnauze endgültig vollhaben werden? Und dann ist
es schlicht und einfach »öha«, wie es der Wiener Volksmund ausdrücken
würde, mit der ganzen Herrlichkeit ...
Der Herz-Jesu-Soze und
CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will als Konsequenz der Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts Verbesserungen für Langzeitarbeitslose, denn
die bisherigen Regelungen seien »eines Sozialstaats unwürdig«, so
Seehofer der »Süddeutschen« gegenüber. Und die Linkspartei will die
Wahlen in Nordrhein-Westfalen »zur Abstimmung über Hartz IV machen«. Na
dann! Offenbar werkt man rot-schwarz-grün parteiübergreifend bereits an
einer Hartzfront gegen die Gelben, um den Wohlfahrtsstaat zu retten,
indem man die Abgabenquote weiter erhöht und damit Langzeitarbeitslose
besserstellt.
Es besser mit mehr Einsatzwillen und größerer Sparsamkeit zu versuchen — auf diese Idee kommt natürlich keiner. Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und Hartz IV vom Staat ...
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Manchmal beschleicht LePenseur der
Verdacht, mit seinem Blog eine Zeitschleife begleitet zu haben. Dieser
Artikel ist heute mindestens so aktuell wie vor zehn Jahren ...
eigentümlich frei bittet: »Helfen Sie uns, die frohe Botschaft in vielen weiteren Videos und auf
vielen weiteren Podcasts zu verbreiten: Politik ist nicht die Lösung,
sondern das Problem!«
... wurde dem unerschrockenen Gründer des Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien das Wort gegeben. Deshalb hier auch ein Artikel aus der Feder des ebenso unermüdlichen Vorkämpfers für wirtschaftliche und politische Vernunft, Andreas Tögel, über diesen katholischen Philosophen und Priester:
Martin Rhonheimer, der einsame Rufer in der kirchlichen Wüste
06. August 2019 07:45
| Autor: Andreas Tögel
Die katholische Kirche hat – vorsichtig ausgedrückt – ein
gespanntes Verhältnis zum Kapitalismus. Mehrere päpstliche Enzykliken
widmen sich seit dem Jahr 1891 ("Rerum Novarum", Leo XIII.) der "sozialen Frage"
und fordern Unternehmer und Manager auf, mehr Augenmerk aufs Gemeinwohl
zu richten. Dass Unternehmer nur dem Profit hinterherjagen und darüber
die Interessen der Gesellschaft als Ganzes übersehen, wird von der
Kirche – speziell von den zuletzt extrem weit nach links gedrifteten
katholischen Sozialakademien und der Caritas – scharf kritisiert (von
der evangelischen Kirche ganz zu schweigen, die sich mittlerweile völlig
unverhüllt als Vorfeldorganisation der Sozialisten positioniert).
Umso wichtiger ist in all dem zeitgeistigen Getöse eine Stimme wie die von Prof. Rhonheimer — die in klassischer Klarheit und Einfachheit die Dinge beim Namen nennt, und so jene dringend nötige »Scheidung der Geister« bewirkt, die von den vielen Verneblern und Taktierern so gefürchtet wird wie vom sprichwörtlichen Teufel das Weihwasser ...
Ob nun der Crash wirklich exakt im Jahre 2020 kommt — ich habe keine Kristallkugel, daß ich das wüßte. Aber die Diagnosen sind schlüssig und — leider! — höchst plausibel:
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P.S.: natürlich muß man in den Vortrag nicht erst bei 30:36 einsteigen — ganz im Gegenteil! Alles ist anhörens- und bedenkenswert!
Wie mich der
Bloginhaber freundlicherweise erinnert hat, jährte sich gestern, am 10. Oktober,
der 45. Todestag von Ludwig von Mises. Es
handelt sich dabei um einen sehr wichtigen, vielleicht den wichtigsten und fundiertesten Vertreter der Österreichischen
Schule für Nationalökonomie.
Mises war
ursprünglich, während seiner frühen Studienzeit um 1900, eher linksliberal und trat
für staatliche Interventionen in die Wirtschaft ein. Das änderte sich jedoch,
als er begann, diese Interventionen und deren Folgen wissenschaftlich zu
unter-suchen. Bevor er noch mit der Österreichischen Schule in Kontakt kam, stellte
er die Nebenwirkungen solcher staatlichen Eingriffe und die oft damit
verbundenen Nachteile, gerade für diejenigen, die eigentlich als Nutznießer
gedacht waren, fest. Ein typisches Beispiel dafür sind Mindestlöhne. Geplant in
positiver Absicht, um Armen ein höheres Einkommen zu ermöglichen, führen sie
stattdessen dazu, dass selbige ihre Jobs verlieren, weil die durch ihre
Tätigkeit erzielte Wertschöpfung eben nicht hoch genug ist.
1903 kam Mises dann
in Kontakt mit der Österreichischen Schule für Nationalökonomie, konkret mit
den Schriften Carl Mengers, des Gründers dieser Schule. Außerdem studierte er
bei Eugen Böhm von Bawerk (Finanzminister 1895 – 1904, seiner-zeit abgebildet
auf der 100-Schilling Banknote).
Die nächsten Jahre
waren intellektuell extrem produktiv. Mises verfasste Werke wie „Theorie des
Geldes und der Umlaufmittel“, „Die Gemeinwirtschaft“, „Liberalismus“ sowie „Kritik
des Inter-ventionismus“. Hervorzuheben ist auch, dass Mises im Jahr 1927 das „Österreichische
Institut für Konjunkturforschung“ gründete, mit Friedrich von Hayek als Leiter;
dieses firmiert heute unter „Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung“
(WIFO). Intellektuell ist es natürlich nur mehr ein müder Abklatsch von damals.
Ludwig von Mises
hatte einen extrem scharfen Verstand und gleichzeitig einen unbeugsamen,
unbestechlichen Charakter. Niemals ist er von Grundsätzen, die er auf Grund
seines Intellekts und als Ergebnis seiner Forschungen als wahr ansah, abgerückt;
selbst wenn ihm diese Haltung erhebliche persönliche und finanzielle Nachteile
eintrug. Welch ein Unterschied zu den intellektuellen Huren, die sich heute in
der staatsfinanzierten und –beauftragten Ökonomie tummeln!
Eine universitäre Laufbahn,
mit Ausnahme einer Position als außerordentlicher Professor, blieb Mises
versagt. Deshalb wich er kurzerhand aus und bildete in seinem jeden zweiten
Freitag Abend statt-findenden, sogenannten „Privatseminar“, eine ganze
Generation von Ökonomen aus; darunter Friedrich von Hayek, Gottfried von
Habeler, Oscar Morgenstern und Fritz Machlup.
Mises war ein
strikter Gegner, ja intellektueller Todfeind sämtlicher totalitärer Regime. Und
er stand auf der Feindesliste dieser Regimes: noch vor dem „Anschluss“, am
13.März 1938 – die deutsche Wehrmacht hatte gerade Wien erreicht – brach die
Gestapo in seine Wohnung ein und beschlagnahmte seine komplette Bibliothek.
Mises befand sich damals zum Glück in der Schweiz und entging so der Verhaftung
und – höchstwahrscheinlich - der
Ermordung durch die Nazis.
Mises emigrierte 1940
in die USA. Die Zeiten waren für ihn auch dort keineswegs rosig. Im Klima des „New
Deal“ des Sozialfaschisten F.D.Roosevelt war das Interesse an einem
europäisch-jüdischen laissez-faire Liberalen (heute würde man sagen: Libertären)
sehr überschaubar. Die Sicherung seines Lebensunterhalts war für Mises Zeit
seines Lebens ein Problem. Nie jedoch hat dies, wie oben bereits erwähnt, zu
Kompromissen in seiner unbeugsamen Haltung geführt.
1949 veröffentlichte
Mises sein bedeutendstes und umfassendstes Werk, „Human Action“. Danach ist es
ihm, trotz aller Widrigkeiten, gelungen, eine Gruppe von Gleichgesinnten um
sich zu scharen und auszubilden, die - bzw. bereits deren Schüler - in der Tradition der „Austrian School of Economics“ lehren. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Mises
durch seine Emigration und seine Lehrtätigkeit in den USA die Österreichische
Schule am Leben erhalten und ihre Wiederverbreitung in
Europa ermöglicht hat.
aus Anlaß der 45. Wiederkehr des Todestages von Ludwig von Mises. Passenderweise für unsere Zeit über eine jener Geisteskrankheiten, für deren Therapie sie sich halten — den Sozialismus:
Der Neurotiker kann
das Leben in seiner wahren Gestalt nicht ertragen. Es ist ihm zu roh, zu
grob, zu schlecht. Um es sich erträglich zu gestalten, will er nicht
wie der Gesunde „allen Gewalten zum Trutz sich erhalten“; das wäre
seiner Schwäche fremd. Er flüchtet in eine Wahnidee. Die Wahnidee ist,
nach Freud, „selbst etwas Erwünschtes, eine Art Tröstung“; sie ist
gekennzeichnet durch „ihre Resistenz gegen logische und reale Angriffe“.
Es genügt daher keineswegs, sie dem Kranken durch überzeugende Beweise
ihrer Unsinnigkeit ausreden zu wollen; um zu genesen, muß der Kranke
selbst sie überwinden, er muß verstehen lernen, warum er die Wahrheit
nicht ertragen will und zum Wahne seine Zuflucht nahm …
Auch der Marxismus kann das Bild der sozialistischen Gesellschaft
nicht anders konstruieren als durch zwei schon von Fourier gemachte
Annahmen, die aller Erfahrung und aller Vernunft widersprechen. Auf der
einen Seite die Annahme, daß das „materielle Substrat“ der Produktion,
das „ohne Zutun des Menschen von Natur vorhanden ist“, so reichlich zur
Verfügung steht, daß mit ihm nicht gewirtschaftet werden muß; daraus
ergibt sich dann der Glauben an eine „praktisch schrankenlose Steigerung
der Produktion“. Auf der anderen Seite die Annahme, daß im
sozialistischen Gemeinwesen die Arbeit „aus einer Last eine Lust“, ja,
daß sie „das erste Lebensbedürfnis“ werden wird. Wo alle Güter im
Überfluß zur Hand sind und die Arbeit Lust ist, kann man freilich
unschwer das Schlaraffenland einrichten …
Im Leben des Neurotikers kommt der Lebenslüge eine doppelte Aufgabe
zu. Sie tröstet über den Mißerfolg und stellt kommende Erfolge in
Aussicht. In dem Falle des sozialen Mißerfolges, der uns hier allein
angeht, liegt der Trost in dem Glauben, daß das Nichterreichen der
angestrebten hohen Ziele nicht der eigenen Unzulänglichkeit, sondern der
Mangelhaftigkeit der gesellschaftlichen Ordnung zuzuschreiben ist. Von
dem Umsturz der Gesellschaftsordnung erhofft der Unbefriedigte den
Erfolg, den ihm die bestehende Ordnung vorenthalten hat. Da ist es nun
ganz vergebens, ihm begreiflich zu machen, daß der geträumte
Zukunftsstaat undurchführbar ist und daß die arbeitsteilige Gesellschaft
anders als auf Grundlage des Sondereigentums an den Produktionsmitteln
nicht bestehen kann. Der Neurotiker klammert sich an seine Lebenslüge,
und wenn er vor die Wahl gestellt wird, entweder ihr oder dem logischen
Denken zu entsagen, zieht er es vor, die Logik zu opfern. Denn das Leben
wäre ihm unerträglich ohne den Trost, den er in der sozialistischen
Idee findet. Sie zeigt ihm, daß die Fehler, die seinen Mißerfolg
verschuldet haben, nicht in seiner Person, sondern in dem Gang der Welt
liegen, hebt damit sein gesunkenes Selbstbewußtsein und befreit ihn vom
quälenden Minderwertigkeitsgefühl. Wie der gläubige Christ das
Mißgeschick, das ihm auf Erden widerfuhr, leichter hinnehmen konnte,
weil er an eine Fortsetzung der individuellen Existenz in einem
besseren Jenseits hoffte, in dem die, die auf Erden die Ersten gewesen
waren, die Letzten sein werden und die Letzten die Ersten, so ward für
den modernen Menschen der Sozialismus zum Elixier gegen irdisches
Ungemach.
... Liberalismus ist nicht Bobo-Paternalismus, Liberalismus ist nicht Yuppie-Hedonismus.«
Sondern was dann? »Liberalismus ist Prinzipientreue.«
Meint »Freitum« in einem kurzen, aber höchst treffenden Artikel über das pinke Bobo-Hedonisten-Trüppchen, das die Fortführung links-grüner Politik mit anderen (wirklich anderen? Eher: denselben) Mitteln ist.
Als da sind: Bevormundung, gutmenschliches Geschwafel, Zeitgeistfixierung, Opportunismus, um so schnell wie möglich in eine linke Koalition zu kommen, und dort ein gutbezahltes Feigenblatt für die linke Gesellschaftsveränderung zu spielen.
Viele Konservative aber auch (klassich) Liberale nehmen Begriffe und
damit verbundene Grund-annahmen, die von linken Intellektuellen über
einen längeren Zeitraum schrittweise verfremdet und häufig ins Gegenteil
verkehrt werden, einfach als gegeben hin. Das macht sie pessimistisch
und defensiv; ultimativ spielen sie damit unbewusst ein Spiel, das ihnen
die Linken vorgeben. Junge Menschen wollen aber – zumindest von der
Motivation her – Dinge aktiv gestalten und nicht zur passiven Spielfigur
anderer werden.
Yaron Brook zerlegt wie kaum ein anderer die falschen Grundannahmen
der Linken und geht aktiv auf junge Menschen in den Universitäten zu.
Seine Videos sind sehenswert und sein jüngstes Werk Equal is Unfair habe ich mir als Hörbuch in einen Schwung reingezogen.
Zur Frage, warum liberale Konzepte keine Breitenwirkung in der Öffentlichkeit haben, weil, so lautet der oft gehörte Vorwurf, sie – im Gegensatz bspw. zu den Kommunisten, die eine ganz bestimmte Gesellschaft vor Augen hatten, oder der 68er Bewegung, den Grünen, ja sogar den sogenannten
„neuen Rechten“ – kein
„sinnstiftendes Element“ in ihren Lehren aufzuweisen haben (denn bloß ein funktionierendes ökonomisches Konzept sei da
einfach „zu wenig“), empfehle ich folgenden Vortrag von Yaron Brook:
Yaron Brook argumentiert, das die Menschen in politischer Hinsicht
nicht auf einer ökonomischen Basis, sondern auf einer vermeintlich
„moralischen“ Basis entscheiden. Anstatt den Linken immer wieder auf
halben Weg ihren bewusst radikal formulierten Forderungen
entgegenzukommen, sollten ihre fehlgeleiteten Grundannahmen und Thesen
von der Wurzel her radikal bekämpft werden.
Das führt mich direkt zu den Ereignissen im Spätsommer von 2015:
Jene Philosophie, auf der z.B. die dramatischen Fehlentscheidungen
westlicher Politiker im Spät- sommer 2015 basierten, wurde über mehrere
Jahrzehnte hinweg in die Köpfe junger Universitäts-absolventen gepflanzt,
die sie wiederum – zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst – in
öffentliche Institutionen und private Unternehmen einbrachten.
Angela Merkel wird ja oft Geisteskrankheit und/oder Machtrausch
unterstellt, dabei gibt sie ständig Hinweise auf jene Philosophie, auf
der ihr Denken und Handeln beruht:
– Unter Merkel wurde die Anzahl von Genderprofessuren an deutschen Unis massiv erhöht
– Merkel versteht in ihren eigenen Worten den Freiheitsbegriff als Freiheit zu und nicht als Freiheit von
– Merkel wertet deutsche Staatsbürger zu denen, die schon länger hier sind ab
– Merkel ist eine klare Verfechterin einer No-Borders Ideologie
– Merkel hat im Bundeskanzleramt eine Nudging Abteilung eingerichtet
– Merkel hat sogar die Einführung eines „nationalen Glücksindex“ befürwortet
etc.
Wenn man statt „Geisteskrankheit“ radikalen Egalitarismus und statt
„Machtrausch“ machiavellische Machtpragmatik einsetzt, wird ein Schuh
daraus. Ein mittlerweile pensionierter Richter vom deutschen Verfassungsgerichtshof meinte in einem Radioportrait, das es die moralische Verpflichtung der Europäer sei, das Leid der Menschen im mittleren Osten zu teilen.
Selbstverständlich führt jede radikal egalitäre Philosophie in ein
System der unverdienten Aristokratie. Wenn man so will in eine Art
„moralisches“ Kastensystem. Konsequenterweise teilte der ehemalige
deutsche Bundespräsident Joachim Gauck „seine“ Bevölkerung in
„Helldeutsche“ und „Dunkel- deutsche“ ein.
Die Ereignisse im Jahr 2015 war die „moralische“ und ökonomische
Bereicherung einer sich als „moralische“ Oberschicht begreifenden Clique
mit einer geteilten Philosophie, wobei sie die gesellschaftlichen und
ökonomischen Kosten für ihre Selbsterhöhung via staatlicher
Institutionen – die Medien fungierten hier als Herolde bzw. Handlanger –
auf ihre „Untertanen“ externalisierten. Den „Untertanen“ wird von Kindesbeinen eine „Erbschuld“ als Teil
ihres Selbstverständnisses eingetrichtert, von der man sich nur durch
reinen Altruismus als „höchstes moralisches Gut“ freikaufen kann. Dass
dies traditionell bei den Deutschen auf sehr fruchtbaren Boden fällt,
ist kein Zufall; darauf hat insbesondere Leonard Peikoff in The Ominous Parallels hingewiesen.
Verschiedene konservative und liberale Strömungen schließen sich
nicht zwingenderweise gegenseitig aus. Sie stehen vielmehr in einem
Wettbewerb um die treffendste Erfassung der Realität und den daraus
abgeleiteten Handlungsempfehlungen zur Bewältigung des menschlichen
Daseins. Wer die Linken nicht nur ökonomisch, sondern auch philosophisch
schachmatt setzen möchte, sollte sich mit den Werken von Yaron Brook,
Stephen Hicks, Leonard Peikoff und – ja – Ayn Rand vertraut machen.
Noch kurz zum Zitat von Jonah Goldberg in der NZZ: Eine demokratische Legitimation gibt es meiner Meinung nach nur für
genuin öffentliche Güter (z.B. öffentliche Sicherheit). Alles was
darüber hinausgeht, negiert die Rechte von Individuen und schließlich
das Individuum an sich. Die Linken haben den Demokratiebegriff immer weiter von seinen
ursprünglichen Sinn entfernt und als technisches Instrument zur
Aushöhlung individueller Rechte bzw. jeglicher Form des Indvidualismus
umgebaut.
Wenn 51% entscheiden die anderen 49% umzubringen, ist dies die
reinste Form vom Demokratie-begriff der Linken, der – sofern dies für die
eigenen Ziele opportun ist – das Naturrecht als Urwald betrachtet, den
man beliebig abholzen und abbrennen kann. Die Linken sind aber nur dann „Demokraten“, solange die „Richtigen“
gewinnen bzw. bei Volksentscheiden das „richtige“ Ergebnis herauskommt.
To ban guns
because criminals use them ist to tell the law abiding that their rights and
liberties depend not on their own conduct, but on the conduct of the guilty and
the lawless.
Von seiten
der Links-Liberalen (um dieses Oxymoron zu verwenden) wird gerne argumentiert,
offene Grenzen seien so etwas wie ein Ausweis für eine besonders liberale
Grundhaltung, und solche Zeitgenossen, die für restriktive Einwanderungsregeln
und einen konsequenten Grenzschutz eintreten, seien pöhse Feinde der Freiheit.
Das ist
natürlich völliger Unsinn. Die Absurdität der Gleichsetzung von „Open Borders“
mit „liberal“ zeigt sich bereits im Privatbereich: es gibt ein Grundrecht auf
Eigentum, und damit ein Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Umgekehrt
gibt es selbstverständlich kein Grundrecht für einen Dritten darauf, meine
Wohnung betreten zu dürfen. Völlig unabhängig davon, ob diese Person etwa selbst
obdachlos ist und dringend eine Wohnung benötigt. Im Gegenteil, der Versuch
eines Fremden, meine
Wohnung mit Gewalt zu betreten, stellt eine Verletzung meiner Grundrechte dar und
berechtigt mich zu entsprechenden Abwehrmaßnahmen. Ein verantwortungsvoller
Wohnungsinhaber wird außerdem seine Wohnung präventiv gegen den unbefugten
Zutritt von Fremden schützen, etwa durch Sicherheitstüren, eine Alarmanlage,
etc.
Die Sachlage
ist im öffentlichen Bereich durchaus vergleichbar. Ein Staat besteht im
wesentlichen aus einem Staatsgebiet (mit definierten Grenzen) und den
Staatsbürgern. Sämtliche Einrichtungen eines Staates werden von den
Staatsbürgern finanziert. Kein einziges öffentliches Gebäude würde existieren ohne
Steuern, die von den Bürgern eingehoben werden. Kein einziger Beamter würde
seinen Dienst versehen, würde er nicht sein Gehalt beziehen, das wiederum von
den Steuern der Bürger stammt. Man kann somit zu Recht folgern, dass die Bürger
die Eigentümer des Staates bzw. die Auftraggeber der Staatsangestellten sind.
Liberalität
bedeutet nun, dieses Eigentum der Bürger vor dem Zugriff von Fremden zu
schützen. Eine verantwortungsvolle Regierung, die die Werte des Liberalismus
hochhält, wird daher die Grenzen des Staates präventiv gegen den unbefugten
Zutritt von Fremden schützen. Fremde, denen es dennoch gelingt, illegal in das
Staatsgebiet zu gelangen, sind umgehend zu entfernen. Es ist eben genau keine
Liberalität, durch falsch verstandene Nachsicht tausende und abertausende
Illegale ins Land zu lassen und sie hier mit Sozialleistungen zu versorgen;
dies stellt vielmehr einen Verstoß gegen das Grundrecht der Staatsbürger auf
ihr Eigentum dar und ist somit per se anti-liberal.
Die Versorgung
von „Flüchtlingen“, „Schutzsuchenden“ und mit welchen Newspeak-artigen Floskeln
illegale Einwanderer neuerdings bezeichnet werden, darf also nicht mit
staatlichen Mitteln (vulgo Steuergeldern) erfolgen. Sehr wohl zulässig ist
selbstverständlich der Einsatz von Spenden für solche Zwecke. „Schutzsuchende“
können dann, nach Kontrolle durch die Exekutive, einzeln ins Land gelassen
werden, falls Freiwillige bzw. Organisationen garantieren, sämtliche
Unterhaltskosten für die betreffende Person zu bestreiten. Staatliche
Subventionen an solche Organisationen sind dann selbstverständlich, analog zur
direkten Versorgung, unzulässig.
Nun gibt es
eine Ausnahme von dieser Regel: Flüchtlinge, die Anspruch auf Schutz lt. Genfer Konvention haben. Das entsprechende Abkommen wurde vom Staat
Österreich unterzeichnet und man kann somit argumentieren, die Versorgung
dieser Flüchtlinge wäre auch eine staatliche Aufgabe. Nun ist diese Konvention
jedoch sehr restriktiv ausgelegt und zielt auf Schutz vor persönlicher
Verfolgung ab; Flüchtlinge aus Kriegsgebieten etwa werden davon nicht erfasst,
von Wirtschafts“flüchtlingen“ gar nicht zu reden. Dazu kommt noch, dass lt. Dublin
III – Verordnung ein Flüchtling sein Asylansuchen im ersten sicheren Drittstaat
abzugeben hat. Somit dürfte die Anzahl von echten Flüchtlingen in Österreich
überschaubar sein.
All jene, die Liberalität mit Masseneinwanderung
von angeblichen „Flüchtlingen“ gleichsetzen, sind somit aufgerufen, durch
Einsatz eigener finanzieller Mittel ihre angeblich liberale und humane
Grundhaltung durch harte Fakten unter Beweis zu stellen. „Put your money where
your mouth is“, eine äußerst treffende Redewendung.