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Freitag, 31. Oktober 2025

Libertär vs. liberal

von Helmut


Immer wieder stoße ich auf das Wort "Libertär". Solange es im ursprünglich gemeinten Sinne verwendet wird, ist es ja klar. Allerdings wird diese Bezeichnung oft auch als Schimpfwort oder zumindest diffamierend verwendet. Die Unterschiedlichkeiten sind in weiterer Folge auch in wiki herausgearbeitet:

U.a. kann man hier nachlesen:
„Libertär“ wurde als Adjektiv für anarchistische und sozialistische Utopien verwendet und erst später im klassisch-liberalen Kontext aufgegriffen
Man sollte sich auf jeden Fall die Unterschiede vor Augen führen, vor allem zwischen "liberal" und "libertär".

Hier wird das im Groben skizziert:
Es gibt eine Vielzahl von liberalen und libertären Positionen. Gemeinsam ist ihnen die große Wertschätzung der individuellen Freiheit. Der wesentliche Unterschied besteht im Verhältnis zum Staat. Liberale haben ein differenziertes Staatsverständnis (als Garant und zugleich Gefahr für die Freiheit, weshalb der Staat selbst ausdifferenziert sein sollte z.B. durch Gewalten-teilung), Libertäre ein negatives. Die meisten Libertären lehnen den Staat komplett ab.
(Quelle: https://alexanderdilger.wordpress.com/2015/08/22/liberal-versus-libertaer/)
Zum letzten Satz der kompletten Ablehnung: Wenn man da aber das Kind mit dem Bad ausschüttet, stellt sich für mich die Frage nach der Landesverteidigung, wie man das dann organisieren will. Bürgerwehren in jedem Dorf?

In weiterer Form wird immer wieder auf die "Österreichische Schule der Nationalökonomie" hingewiesen. Aber auch hier lese ich Feststellungen, die ich so nicht nachvollziehen kann, wie z.B. diesen Satz:
Der gerechte Preis werde durch die Marktknappheit bestimmt. (Luis Saravia de la Calle).
Es hat sich doch gezeigt, dass durch oftmals willkürlich herbeigeführte Marktknappheit der Preis in ein ungerechtes Licht gerückt wird. Bestes Beispiel war ja in den 70er Jahren die OPEC.

Wiki schreibt u.a.:
Wegen der zahlreichen unterschiedlichen Strömungen und Positionen lässt sich eine einheitliche Theorie des Libertarismus nicht aufstellen, man kann diese Varianten lediglich beschreiben.Die verschiedenen Richtungen erkennen einander zum Teil nicht als „libertär“ an. Gemeinsame Leitnorm ist die Idee der negativen Handlungsfreiheit.
Stichwort negative Handlungsfreiheit. Fällt so etwas auch darunter?
 

Sonntag, 23. Februar 2025

Hier noch mal eine Wahlhilfe für Liberale

Gastkommentar
von Dragonfly
 
 
 
 

Dienstag, 19. Oktober 2021

Von Wahlen und vom Klima

von it's  me  


Die Wahlen in Deutschland boten nur bedingt eine Überraschung, denn das Erstarken der SPD ging nicht auf einen guten Wahlkampf der Partei zurück oder auf das untadelige Verhalten von Olaf Scholz in den verschiedenen Finanzskandalen. Nein, sie wurde nur stark, weil sich die CDU selbst demontierte mit einer nie dagewesenen suizidalen Vorgehensweise, wie man es zuletzt nur in Österreich ebenfalls erlebte. Den ersten Knick um 5% nach unten erlebte die CDU nach dem dämlichen Lachen von Laschet vor den Opfern der Flutkatastrophe in der Eifel. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte er ersetzt werden müssen, denn zusätzlich zu diesem Aussetzer ist er ein farbloser, uncharismatischer, nur sehr wenig sympathischer Apparatschik mit dem Erscheinungsbild eines Andropow.

Dennoch hätte die Chance bestanden, trotz Niederlage, mit einem Merz oder Röttgen einen Neustart in einer Jamaika-Koalition zu schaffen, wobei der FDP eine einfache Rolle zuteil geworden wäre, die sie nicht ergriffen hat...

Was hat Christian Lindner geritten, diese Möglichkeit nicht wahrgenommen zu haben? Denn er hätte als „Königsmacher“ alle Trumpfe in der Hand gehabt, weil seine liberale Partei in einer Koalition mit links & extrem links nur Schaden erleiden kann, er nur mehr in einer Verteidigungsposition sein wird, denn einem vernünftigen Wirtschaftsprogramm seiner Partei stehen klassische linke Positionen der Geldvernichtung gegenüber. Die Legalisierung von Cannabis als ersten Erfolg der Verhandlungen zu sehen, ist eigentlich ein Offenbarungseid. 
 
Der FDP-Parteichef hätte alle Möglichkeiten gehabt, auf einen Wechsel an der CDU-Spitze zu be-stehen, denn mit einem Verlierer wie Laschet, der so krachend gescheitert ist, kann man keinen Neu-start wagen. Die Grünen werden ebenfalls als Königsmacher gesehen, nur sind die so geil nach Macht, dass man sie zwischen CDU und FDP leicht ausgehalten hätte, denn in vielen Entscheidungen stünde es 2:1 und nicht, wie jetzt gegen die FDP 1:2. Wer glaubt ernsthaft, dass die Linken für eine Schulden-bremse sind oder für eine vernünftige Energieversorgung (in Form von Atomkraftwerken, wie sie gerade in UK gebaut werden)? Die ersten Prognosen, die ich in deutschen Medien gelesen haben, gehen von einer von der SPD geforderten Mehrverschuldung von 425 Milliarden aus, die Grünen wollen noch mehr zusätzliche Schulden machen, alles untergeordnet dem Schlagwort des Jahrzehnts, dem „Klima“.

Dabei müsste man das Thema Klima völlig anders angehen, nämlich nicht mit der Vernichtung der deutschen Autoindustrie, sondern mit einem veränderten Konsumverhalten. Sämtliche GrünInnen (übrigens die Vielflieger im deutschen Bundestag) und FFF-Hüpfer sollten einmal ihr Flugverhalten überdenken und unnötige Reisen unterlassen. Es war nämlich nicht notwendig, dass sich Claudia Roth persönlich auf den Fidschi-Inseln vom angeblichen Anstieg des Meeresspiegels überzeugen musste: in der heutigen Zeit absolut unnötig bis lächerlich. Sollte wahrscheinlich nur als Ausrede für einen vom deutschen Steuerzahler finanzierten Urlaub in der Südsee dienen – lächerlicher geht’s nimmer! 
 
Würde der am Klima wirklich interessierte sein Konsumverhalten etwas reduzieren, würden viele Containerschiffe nicht mehr fahren, wobei ich mich an dieser Stelle frage, warum man diese Dreck-schleudern nicht mit Atomantrieb ausstatten kann, Immerhin stoßen 15 der gigantischen Container-schiffe (insgesamt gibt es über 300) genauso viel CO2 aus wie 750 Millionen benzinbetriebene Autos (weltweit gibt es 1,4 Milliarden). Etwas weniger Billigspielzeug aus China und Taiwan (und etwas mehr Matador), und ein paar Millionen Autos würden keine Rolle spielen in ihrem CO2-Ausstoß. Auf das leidige Thema – die größte Lüge überhaupt – „E-Mobilität“ möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen ...

In Supermärkten sehe ich oft den Antibiotika- und Hormon-Dreck in Form des Pangasius-Filet aus SO-Asien. Gibt es bei uns keine Forellen und Saiblinge? Gilt nur mehr die „Geiz-ist-geil“-Mentalität? Und jeder, der diesen Dreck konsumiert, ist schuld an einer weiteren Verschlechterung des Klimas.

Von den unnötigen Kreuzfahrtschiffen und unnötigen Flugreisen ganz zu schweigen.

In meiner Jugend war eine Flugreise sauteuer und etwas Spezielles, worauf man gespart hatte. Muss man mehrmals pro Jahr für eine Wochenende auf „Malle“ fliegen oder zweimal jährlich „auf“ die „Dom-Rep“? Nein und nochmals nein. Gegen die Luftverschmutzung wettern, aber wie die Heulsuse Luisa Neubauer vom FFF-Deutschlandableger die halbe Welt bereisen von Namibia, USA bis in die Mongolei. So wichtig ist dieses Weib nicht, dass sie überall gebraucht wird. Vielleicht sollte sie die Zeit eher verwenden, aus ihrem Bac. der Geographie einen Master zu machen.

Warum muss es der neueste Fernseher aus Korea oder Japan sein, hatten wir doch in Europa selbst einmal Blaupunkt, Philips, bei Haushaltsgeräten Miele und Elektra Bregenz?

Einfach das Konsumverhalten überdenken, danach leben – und schon ist ein Umschwung eingeleitet.


Sonntag, 15. August 2021

Wort zum Sonntag: „Nachtwächterstaat“

von Andreas Tögel
 
...  lautet die abwertende Bezeichnung, die der deutsche Sozialist Ferdinand Lasalle anno 1862 für den liberalen Minimalstaat erfand, der sich auf seine Grundaufgaben, nämlich die Sorge für Sicherheit (im Inneren wie nach außen) und die Rechtsprechung, beschränkt. Ein solcher Staat ist mit einem Minimum an Steuern und Abgaben zu finanzieren – lässt den Bürgern also ein Maximum an Freiheit, das sich vor allem in der weitgehenden Unverletzlichkeit privaten Eigentums manifestiert. Das war und ist den Sozialisten in allen Parteien naturgemäß zuwider, weil sie ja nicht an der Freiheit der Bürger, sondern an deren Kontrolle und Beherrschung interessiert sind. Und letztere gelingt umso leichter, über je weniger Eigentum der einzelne verfügt. Denn Eigentum – nicht Arbeit – macht frei!
 

Dienstag, 30. März 2021

Andreas Unterbergers lammfromme Staatsgläubigkeit

 
... kann einen schon etwas auf die Palme bringen. Da geriert sich einer auf »wertkonservativ« und, kein Schmäh!, »wirtschaftsliberal« — und dann bastelt er Artikel wie diesen hier ... Deshalb erscheint dazu auch der folgende


Gastkommentar
von elfenzauberin


Für mich ist es erstaunlich und befremdend, hier einen Artikel Unterbergers zu finden, der vor Staats-gläubigkeit nur so trieft.

Stellen wir uns vor, es wäre Aufgabe des Staates oder der EU, uns mit KFZs, Fernseher, Computer oder anderen alltäglichen Dingen zu versorgen. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu dem Schluss zu gelangen, dass wir dann DDR-Verhältnisse hätten, wo man 20 Jahre auf einen Trabant warten muss, den man aber nur dann bekommt, wenn man brav linientreu ist.

Nein, die Impfstoffbeschaffung ist mit Sicherheit keine Aufgabe des Staates. Das ist Aufgabe der Apotheker und der Ärzte. Hätte man den Markt und nicht unfähigen Politikern die Impfstoff-beschaffung überlassen, dann könnte jeder von uns sich längst bei dem Arzt seines Vertrauens impfen lassen oder einfach Impfstoff in der Apotheke einkaufen.

Der wohlbekannte Internist Dr. Zimpfer hat Versuche unternommen, an Corona-Impfstoffe heran-zukommen, um eben Menschen impfen zu können. Man kann davon ausgehen, dass sich tausende und abertausende Ärzte finden, die mit ähnlichen Angeboten aufwarten würden. Doch es ist der Staat und die EU, die diesen Menschen Prügel in den Weg legt. Der Staat und die EU sind nicht die Lösung des Problems, sondern sie sind das Problem!

Für mich ist es deprimierend und frustrierend, dass ein konservativer Blogger wie Dr. Unterberger, von dem ich immer angenommen habe, er stünde liberalen und libertären Ideen nahe, in Wahrheit ein staatsgläubig bis zum Abwinken ist. Die dünne Schicht der liberalen Firnis ist dahin, sobald als nur schwacher Gegenwind in Form einer Corona-Virus daherkommt. Noch frustrierender ist es für mich, dass Geschriebenes nicht nur für Dr. Unterberger gilt, sondern anscheinend für die gesamte liberale Szene hier in Österreich.

Das scheint mir der tiefere Grund zu sein, warum liberale und libertäre Ideen hier in Österreich kaum eine Chance auf Umsetzung haben. Wie in aller Welt soll man Ideen umsetzen, an die man selber nicht wirklich glaubt?
 
 

Samstag, 17. Oktober 2020

»Was Österreich am dringendsten bräuchte: eine liberale Partei «

 
 ... meint Andreas Unterberger. Dem ist — bis auf den schrecklichen, doch eingebürgerten Konjunktiv »bräuchte« (unser Deutsch-Professor aus dem Gymnasium rotiert im Grab!) — durchaus zuzustimmen. Doch was hilft das »brauchen«, wenn die Voraussetzungen dafür einfach — fehlen! Meint ein
 
 
Gastkommentar
von elfenzauberin


Es stimmt, was Dr. Unterberger schreibt - trotzdem ist es grundfalsch!

Man kann das Fehlen einer liberalen Partei bedauern, genauso wie man das Fehlen einer patriotischen oder konservativen Partei bedauern kann, alleine es nützt nichts. Es nützt deswegen nichts, weil kaum jemand diese Parteien wählen wird.

Das liegt aber nicht daran, dass es hier in Österreich für derartige Parteien kein Potential gäbe. Der Grund liegt viel tiefer. 

Bevor man eine parlamentarische Präsenz oder gar Mehrheit erringen kann, muss man die Herzen der Menschen erobern. Die Jungen, die aus der Schule kommen, denken alle in Kategorien wie Gleich-berechtigung, Umweltschutz, (Anti)imperialismus, Gender, Kolonialismus usw. Niemand von denen denkt in Kategorien wie Freiheit, Ehrlichkeit, Treue, Ehe, Heimat, Ehre, Verantwortung usw. Wer jetzt glaubt, ich spiele nur auf die Indokrination der Kinder an, der irrt. Mir geht es um die Besetzung des vorpolitischen Raumes mit Begrifflichkeiten, die eine liberal-konservative Revolution ermöglichen könnten. Es handelt sich um nichts anderes als ein Wertesystem, nach denen die Menschen ihre täglichen Eindrücke vom Alltag einordnen können. 

Die Konservativen haben es schlicht und einfach versäumt, diesen Raum zu besetzen. Vielleicht sollte der Kommunist Antonio Gramsci zur Pflichtlektüre für Konservative und Liberale werden. Denn es war Gramsci, der genau diese Gedanken formuliert hat, die dann dazu führten, dass die politische Linke die Schulen, Universitäten, die Justiz, die Wissenschaft und die Kunst eroberten. Für die politische Linke war es die Frankfurter Schule, die zum Kristallisationpunkt dieser Strategie wurde. Die Konservativen haben auf diesem Sektor nichts anzubieten. Es reicht eben nicht aus, eine Partei zu bilden, die ein geniales Wirtschaftsprogramm vorschlägt. Ohne einen Wertekanon, der meinetwegen christlich inspiriert sein möge, erreicht man nichts.

Hat man so die Menschen für sich gewonnen, werden sich automatisch parlamentarische Mehrheiten bilden, die dann das umsetzen, was diese Menschen wollen. Umgekehrt funktioniert es aber nicht. Eine parlamentarische Fraktion, die sich dafür geniert, den Begriff Heimat oder Selbstverantwortung zu verwenden, hat keine Aussicht auf ein Überleben.

Ja, Dr. Unterberger hat recht, wenn er meint, dass eine liberale Partei fehlt. Noch mehr fehlen aber die Voraussetzungen für so eine Partei. Die muss man erst schaffen. Übrigens ist es Viktor Orban, der diese Zusammenhänge so ziemlich als einziger durchschaut hat. Das ist auch kein Wunder, denn auch Orban ist in einem kommunistischen Umfeld aufgewachsen, wo man derartige Strategien quasi mit der Muttermilch aufsaugt.
 
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P.S.: Servus-TV leistet auf diesem Gebiet einiges. In sehr vielen Sendungen geht es um Grenzüber-schreitungen. Es wird das Lebensgefühl vermittelt, dass man alles erreichen kann, wenn man sein Ziel energisch und konsequent verfolgt. 

Dann gibt es wieder Sendungen, wo es um Heimat und Brauchtum geht, dann wieder um natur-wissenschaftliche Beiträge, die Neugier wecken. In keiner der Sendungen wird man zum Sozial-hilfeempfänger erzogen, wie das im ORF regelmäßig der Fall ist. 


Sonntag, 13. September 2020

»Christentum und freiheitlich-säkularer Staat«


... lautet der Titel eines Interviews, das vor ein paar Wochen mit dem Gründer und Präsidenten des »Austrian Institute of Economics and Social Philosophy«, Prof. Martin Rhonheimer, geführt wurde:


Hörenswert!

Dienstag, 25. Februar 2020

»Eine Ablehnung des Kapitalismus ist ethisch nicht begründbar«


... meint Ludwig v. Mises — und hat damit, wie fast immer, recht:
Die Feindschaft, die durch die Verteidiger des Antisäkularismus der modernen Lebensweise entgegengebracht wird, zeigt sich in der Verdammung des Kapitalismus als einem ungerechten System.

In der Meinung des Sozialisten sowie der Interventionisten behindert die Marktwirtschaft die volle Nutzung der Leistungen der Technik und hindert so die Entwicklung der Produktion und verringert die Menge der Güter, die für den Konsum produziert und zur Verfügung gestellt wird. In früheren Tagen leugneten die Kritiker des Kapitalismus nicht, dass eine gleiche Verteilung des Sozialprodukts unter allen kaum eine bemerkenswerte Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hervorbringen würde. In ihren Plänen spielte die gleiche Verteilung eine untergeordnete Rolle. Sie dachten, Wohlstand und Reichtum für alle, die sie versprachen, waren zu erwarten, wenn die Produktivkräfte erst von allen Fesseln befreit sein würden, die ihnen von der kapitalistischen Selbstsucht angeblich aufgezwungen worden waren.
Vielleicht sollte man das Kapitel des Buchs, dem dieses Zitat entnopmmen ist, als Separatdruck an Papst Franz & Co. versenden, um so deren offenkundige ökonomische Ahnungslosigkeit zu beheben.

Nur — wird's was helfen?

Eher nein: wer nicht lernen will, sondern glaubt, ex cathedra bereits zu wissen, wird sich davon nicht beeindrucken lassen.


Mittwoch, 12. Februar 2020

LePenseur revisited (13):

Freitag, 12. Februar 2010

Ungeist Sozialismus
 
 
»Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen wird, wenn man sagt, dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus«, sagte Guido Westerwelle gegenüber der »Passauer Neuen Presse«, nachdem er schon wegen ähnlicher Aussagen in einem »Welt«-Interview von linker Seite mit Protesten überschüttet worden war.

So meinte z.B. der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel: »Die ganze Steuersenkungsorgie von Westerwelle ist nichts anderes als eine versteckte Fortsetzung seiner Klientelpolitik: Da werden diejenigen, die hohe Einkommen haben, entlastet - obwohl das gleichzeitig oft Menschen sind, die gar keine Sozialabgaben zahlen.« Mit »Steuergeschenken« zündle Westerwelle am Staat »wie Kaiser Nero«, gab Gabriel in einem »Spiegel«-Interview noch eins drauf. Aha: »Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der Nero im deutschen Land?« ... Wenn jemand, der ohnehin schon den Löwenanteil des Steueraufkommens trägt, ein wenig entlastet werden soll, dann ist die bloße Tatsache, daß man ihm etwas weniger zwangsweise wegnimmt, bereits ein »Geschenk«? Besser kann der Ungeist Sozialismus gar nicht exemplifiziert werden. Denkt von diesen linken Idioten niemand darüber nach, daß all die Wohltaten des Sozialstaates nicht von den Empfängern derselben bezahlt werden, sondern von den Leistungsträgern, die halt irgendwann einmal die Schnauze endgültig vollhaben werden? Und dann ist es schlicht und einfach »öha«, wie es der Wiener Volksmund ausdrücken würde, mit der ganzen Herrlichkeit ...

Der Herz-Jesu-Soze und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will als Konsequenz der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Verbesserungen für Langzeitarbeitslose, denn die bisherigen Regelungen seien »eines Sozialstaats unwürdig«, so Seehofer der »Süddeutschen« gegenüber. Und die Linkspartei will die Wahlen in Nordrhein-Westfalen »zur Abstimmung über Hartz IV machen«. Na dann! Offenbar werkt man rot-schwarz-grün parteiübergreifend bereits an einer Hartzfront gegen die Gelben, um den Wohlfahrtsstaat zu retten, indem man die Abgabenquote weiter erhöht und damit Langzeitarbeitslose besserstellt.

Es besser mit mehr Einsatzwillen und größerer Sparsamkeit zu versuchen — auf diese Idee kommt natürlich keiner. Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose und Hartz IV vom Staat ...
 

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Manchmal beschleicht LePenseur der Verdacht, mit seinem Blog eine Zeitschleife begleitet zu haben. Dieser Artikel ist heute mindestens so aktuell wie vor zehn Jahren ...
 
 
 

Samstag, 9. November 2019

»Politik ist nicht die Lösung«



eigentümlich frei bittet: »Helfen Sie uns, die frohe Botschaft in vielen weiteren Videos und auf vielen weiteren Podcasts zu verbreiten: Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem!«


Aber machen wir doch gerne!


Freitag, 1. November 2019

»Man sollte weit weit weg sein, wenn die Bombe hochgeht«


... meint Dr. Markus Krall — und man kann ihm da schwerlich widersprechen:




Sonntag, 29. September 2019

Ein Wort zum Sonntag: »On Money« (1969)

Ludwig von Mises (29.9.1881 – 10.10.1973)




Zur weiterführenden Lektüre: »The Theory of Money and Credit«.

Samstag, 10. August 2019

Schon öfters auf diesem Blog


... wurde dem unerschrockenen Gründer des Austrian Institute of Economics and Social Philosophy in Wien das Wort gegeben. Deshalb hier auch ein Artikel aus der Feder des ebenso unermüdlichen Vorkämpfers für wirtschaftliche und politische Vernunft, Andreas Tögel, über diesen katholischen Philosophen und Priester:

Martin Rhonheimer, der einsame Rufer in der kirchlichen Wüste

Die katholische Kirche hat – vorsichtig ausgedrückt – ein gespanntes Verhältnis zum Kapitalismus. Mehrere päpstliche Enzykliken widmen sich seit dem Jahr 1891 ("Rerum Novarum", Leo XIII.) der "sozialen Frage" und fordern Unternehmer und Manager auf, mehr Augenmerk aufs Gemeinwohl zu richten. Dass Unternehmer nur dem Profit hinterherjagen und darüber die Interessen der Gesellschaft als Ganzes übersehen, wird von der Kirche – speziell von den zuletzt extrem weit nach links gedrifteten katholischen Sozialakademien und der Caritas – scharf kritisiert (von der evangelischen Kirche ganz zu schweigen, die sich mittlerweile völlig unverhüllt als Vorfeldorganisation der Sozialisten positioniert).
Prof. Martin Rhonheimer, dem auf dem LePenseur-Blog schon den öfteren das Wort erteilt wurde (»Kirche und Kapitalismus: Das teuflische K-Wort« — »Barmherzig sollen die anderen sein« — »Wo sich wirtschaftliche Vernunft und Glauben treffen« — »Prof. Rhonheimer hat einfach recht« — »Christian-antropological Foundations of a free Market Economy«  —  »Welche Wirtschaft tötet«), ist beinahe die letzte Hoffnung auf Vernunft und liberale Gesinnung in der Römisch-Katholischen Kirche unserer Zeit, in der schon längst von naiven und/oder heuchlerischen Herz-Jesu-Sozen bis hin zu marxistischen Ideologen der sogen. »Befreiungstheologie« (denen auch der derzeit gerade »akute« Papst Franz nahesteht) so ziemlich alle ihr Unwesen treiben, denen die Freiheit des Individuums und ihrer Interaktionen ein Dorn im Auge sind ...

Umso wichtiger ist in all dem zeitgeistigen Getöse eine Stimme wie die von Prof. Rhonheimer — die in klassischer Klarheit und Einfachheit die Dinge beim Namen nennt, und so jene dringend nötige »Scheidung der Geister« bewirkt, die von den vielen Verneblern und Taktierern so gefürchtet wird wie vom sprichwörtlichen Teufel das Weihwasser ...


Freitag, 1. März 2019

Ein wahres Wort über unsere »Eliten« in Politik und Wirtschaft


Ob nun der Crash wirklich exakt im Jahre 2020 kommt — ich habe keine Kristallkugel, daß ich das wüßte. Aber die Diagnosen sind schlüssig und — leider! — höchst plausibel:





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P.S.: natürlich muß man in den Vortrag nicht erst bei 30:36 einsteigen — ganz im Gegenteil! Alles ist anhörens- und bedenkenswert!


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Ludwig von Mises

von Bastiat


Wie mich der Bloginhaber freundlicherweise erinnert hat, jährte sich gestern, am 10. Oktober,  der 45. Todestag von Ludwig von Mises. Es handelt sich dabei um einen sehr wichtigen, vielleicht den wichtigsten und fundiertesten Vertreter der Österreichischen Schule für Nationalökonomie.

Mises war ursprünglich, während seiner frühen Studienzeit um 1900, eher linksliberal und trat für staatliche Interventionen in die Wirtschaft ein. Das änderte sich jedoch, als er begann, diese Interventionen und deren Folgen wissenschaftlich zu unter-suchen. Bevor er noch mit der Österreichischen Schule in Kontakt kam, stellte er die Nebenwirkungen solcher staatlichen Eingriffe und die oft damit verbundenen Nachteile, gerade für diejenigen, die eigentlich als Nutznießer gedacht waren, fest. Ein typisches Beispiel dafür sind Mindestlöhne. Geplant in positiver Absicht, um Armen ein höheres Einkommen zu ermöglichen, führen sie stattdessen dazu, dass selbige ihre Jobs verlieren, weil die durch ihre Tätigkeit erzielte Wertschöpfung eben nicht hoch genug ist.

1903 kam Mises dann in Kontakt mit der Österreichischen Schule für Nationalökonomie, konkret mit den Schriften Carl Mengers, des Gründers dieser Schule. Außerdem studierte er bei Eugen Böhm von Bawerk (Finanzminister 1895 – 1904, seiner-zeit abgebildet auf der 100-Schilling Banknote).

Die nächsten Jahre waren intellektuell extrem produktiv. Mises verfasste Werke wie „Theorie des Geldes und der Umlaufmittel“, „Die Gemeinwirtschaft“, „Liberalismus“ sowie „Kritik des Inter-ventionismus“. Hervorzuheben ist auch, dass Mises im Jahr 1927 das „Österreichische Institut für Konjunkturforschung“ gründete, mit Friedrich von Hayek als Leiter; dieses firmiert heute unter „Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung“ (WIFO). Intellektuell ist es natürlich nur mehr ein müder Abklatsch von damals.

Ludwig von Mises hatte einen extrem scharfen Verstand und gleichzeitig einen unbeugsamen, unbestechlichen Charakter. Niemals ist er von Grundsätzen, die er auf Grund seines Intellekts und als Ergebnis seiner Forschungen als wahr ansah, abgerückt; selbst wenn ihm diese Haltung erhebliche persönliche und finanzielle Nachteile eintrug. Welch ein Unterschied zu den intellektuellen Huren, die sich heute in der staatsfinanzierten und –beauftragten Ökonomie tummeln!

Eine universitäre Laufbahn, mit Ausnahme einer Position als außerordentlicher Professor, blieb Mises versagt. Deshalb wich er kurzerhand aus und bildete in seinem jeden zweiten Freitag Abend statt-findenden, sogenannten „Privatseminar“, eine ganze Generation von Ökonomen aus; darunter Friedrich von Hayek, Gottfried von Habeler, Oscar Morgenstern und Fritz Machlup.

Mises war ein strikter Gegner, ja intellektueller Todfeind sämtlicher totalitärer Regime. Und er stand auf der Feindesliste dieser Regimes: noch vor dem „Anschluss“, am 13.März 1938 – die deutsche Wehrmacht hatte gerade Wien erreicht – brach die Gestapo in seine Wohnung ein und beschlagnahmte seine komplette Bibliothek. Mises befand sich damals zum Glück in der Schweiz und entging so der Verhaftung und – höchstwahrscheinlich  - der Ermordung durch die Nazis.

Mises emigrierte 1940 in die USA. Die Zeiten waren für ihn auch dort keineswegs rosig. Im Klima des „New Deal“ des Sozialfaschisten F.D.Roosevelt war das Interesse an einem europäisch-jüdischen laissez-faire Liberalen (heute würde man sagen: Libertären) sehr überschaubar. Die Sicherung seines Lebensunterhalts war für Mises Zeit seines Lebens ein Problem. Nie jedoch hat dies, wie oben bereits erwähnt, zu Kompromissen in seiner unbeugsamen Haltung geführt.

1949 veröffentlichte Mises sein bedeutendstes und umfassendstes Werk, „Human Action“. Danach ist es ihm, trotz aller Widrigkeiten, gelungen, eine Gruppe von Gleichgesinnten um sich zu scharen und auszubilden, die - bzw. bereits deren Schüler - in der Tradition der „Austrian School of Economics“ lehren. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Mises durch seine Emigration und seine Lehrtätigkeit in den USA die Österreichische Schule am Leben erhalten und ihre Wiederverbreitung in Europa ermöglicht hat.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Ein Zitat



aus Anlaß der 45. Wiederkehr des Todestages von Ludwig von Mises. Passenderweise für unsere Zeit über eine jener Geisteskrankheiten, für deren Therapie sie sich halten — den Sozialismus:
Der Neurotiker kann das Leben in seiner wahren Gestalt nicht ertragen. Es ist ihm zu roh, zu grob, zu schlecht. Um es sich erträglich zu gestalten, will er nicht wie der Gesunde „allen Gewalten zum Trutz sich erhalten“; das wäre seiner Schwäche fremd. Er flüchtet in eine Wahnidee. Die Wahnidee ist, nach Freud, „selbst etwas Erwünschtes, eine Art Tröstung“; sie ist gekennzeichnet durch „ihre Resistenz gegen logische und reale Angriffe“. Es genügt daher keineswegs, sie dem Kranken durch überzeugende Beweise ihrer Unsinnigkeit ausreden zu wollen; um zu genesen, muß der Kranke selbst sie überwinden, er muß verstehen lernen, warum er die Wahrheit nicht ertragen will und zum Wahne seine Zuflucht nahm …

Auch der Marxismus kann das Bild der sozialistischen Gesellschaft nicht anders konstruieren als durch zwei schon von Fourier gemachte Annahmen, die aller Erfahrung und aller Vernunft widersprechen. Auf der einen Seite die Annahme, daß das „materielle Substrat“ der Produktion, das „ohne Zutun des Menschen von Natur vorhanden ist“, so reichlich zur Verfügung steht, daß mit ihm nicht gewirtschaftet werden muß; daraus ergibt sich dann der Glauben an eine „praktisch schrankenlose Steigerung der Produktion“. Auf der anderen Seite die Annahme, daß im sozialistischen Gemeinwesen die Arbeit „aus einer Last eine Lust“, ja, daß sie „das erste Lebensbedürfnis“ werden wird. Wo alle Güter im Überfluß zur Hand sind und die Arbeit Lust ist, kann man freilich unschwer das Schlaraffenland einrichten …

Im Leben des Neurotikers kommt der Lebenslüge eine doppelte Aufgabe zu. Sie tröstet über den Mißerfolg und stellt kommende Erfolge in Aussicht. In dem Falle des sozialen Mißerfolges, der uns hier allein angeht, liegt der Trost in dem Glauben, daß das Nichterreichen der angestrebten hohen Ziele nicht der eigenen Unzulänglichkeit, sondern der Mangelhaftigkeit der gesellschaftlichen Ordnung zuzuschreiben ist. Von dem Umsturz der Gesellschaftsordnung erhofft der Unbefriedigte den Erfolg, den ihm die bestehende Ordnung vorenthalten hat. Da ist es nun ganz vergebens, ihm begreiflich zu machen, daß der geträumte Zukunftsstaat undurchführbar ist und daß die arbeitsteilige Gesellschaft anders als auf Grundlage des Sondereigentums an den Produktionsmitteln nicht bestehen kann. Der Neurotiker klammert sich an seine Lebenslüge, und wenn er vor die Wahl gestellt wird, entweder ihr oder dem logischen Denken zu entsagen, zieht er es vor, die Logik zu opfern. Denn das Leben wäre ihm unerträglich ohne den Trost, den er in der sozialistischen Idee findet. Sie zeigt ihm, daß die Fehler, die seinen Mißerfolg verschuldet haben, nicht in seiner Person, sondern in dem Gang der Welt liegen, hebt damit sein gesunkenes Selbstbewußtsein und befreit ihn vom quälenden Minderwertigkeitsgefühl. Wie der gläubige Christ das Mißgeschick, das ihm auf Erden widerfuhr, leichter hinnehmen konnte, weil er an eine Fortsetzung der individuellen Existenz in einem besseren Jenseits hoffte, in dem die, die auf Erden die Ersten gewesen waren, die Letzten sein werden und die Letzten die Ersten, so ward für den modernen Menschen der Sozialismus zum Elixier gegen irdisches Ungemach.
(Dank an Oliver Janich, auf dessen Website diese und weitere Zitate zu finden sind)

Donnerstag, 29. März 2018

Urlaubs-Lektüre (3): »Liberalismus ist nicht Progressivismus

...  Liberalismus ist nicht Bobo-Paternalismus, Liberalismus ist nicht Yuppie-Hedonismus.«


Sondern was dann? »Liberalismus ist Prinzipientreue.«

Meint »Freitum« in einem kurzen, aber höchst treffenden Artikel über das pinke Bobo-Hedonisten-Trüppchen, das die Fortführung links-grüner Politik mit anderen (wirklich anderen? Eher: denselben) Mitteln ist.

Als da sind: Bevormundung, gutmenschliches Geschwafel, Zeitgeistfixierung, Opportunismus, um so schnell wie möglich in eine linke Koalition zu kommen, und dort ein gutbezahltes Feigenblatt für die linke Gesellschaftsveränderung zu spielen.



Montag, 5. März 2018

Von Glanz (?) und Elend der Bürgerlichen

Gastkommentar *)
von Selbstdenker


Viele Konservative aber auch (klassich) Liberale nehmen Begriffe und damit verbundene Grund-annahmen, die von linken Intellektuellen über einen längeren Zeitraum schrittweise verfremdet und häufig ins Gegenteil verkehrt werden, einfach als gegeben hin. Das macht sie pessimistisch und defensiv; ultimativ spielen sie damit unbewusst ein Spiel, das ihnen die Linken vorgeben. Junge Menschen wollen aber – zumindest von der Motivation her – Dinge aktiv gestalten und nicht zur passiven Spielfigur anderer werden.

Yaron Brook zerlegt wie kaum ein anderer die falschen Grundannahmen der Linken und geht aktiv auf junge Menschen in den Universitäten zu. Seine Videos sind sehenswert und sein jüngstes Werk Equal is Unfair habe ich mir als Hörbuch in einen Schwung reingezogen.

Zur Frage, warum liberale Konzepte keine Breitenwirkung in der Öffentlichkeit haben, weil, so lautet der oft gehörte Vorwurf, sie – im Gegensatz bspw. zu den Kommunisten, die eine ganz bestimmte Gesellschaft vor Augen hatten, oder der 68er Bewegung, den Grünen, ja sogar den sogenannten  „neuen Rechten“ – kein „sinnstiftendes Element“ in ihren Lehren aufzuweisen haben (denn bloß ein funktionierendes ökonomisches Konzept sei da einfach „zu wenig“), empfehle ich folgenden Vortrag von Yaron Brook:


Yaron Brook argumentiert, das die Menschen in politischer Hinsicht nicht auf einer ökonomischen Basis, sondern auf einer vermeintlich „moralischen“ Basis entscheiden. Anstatt den Linken immer wieder auf halben Weg ihren bewusst radikal formulierten Forderungen entgegenzukommen, sollten ihre fehlgeleiteten Grundannahmen und Thesen von der Wurzel her radikal bekämpft werden.

Das führt mich direkt zu den Ereignissen im Spätsommer von 2015:

Jene Philosophie, auf der z.B. die dramatischen Fehlentscheidungen westlicher Politiker im Spät- sommer 2015 basierten, wurde über mehrere Jahrzehnte hinweg in die Köpfe junger Universitäts-absolventen gepflanzt, die sie wiederum – zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst – in öffentliche Institutionen und private Unternehmen einbrachten. 

Angela Merkel wird ja oft Geisteskrankheit und/oder Machtrausch unterstellt, dabei gibt sie ständig Hinweise auf jene Philosophie, auf der ihr Denken und Handeln beruht:

– Unter Merkel wurde die Anzahl von Genderprofessuren an deutschen Unis massiv erhöht
– Merkel versteht in ihren eigenen Worten den Freiheitsbegriff als Freiheit zu und nicht als Freiheit von
– Merkel wertet deutsche Staatsbürger zu denen, die schon länger hier sind ab
– Merkel ist eine klare Verfechterin einer No-Borders Ideologie
– Merkel hat im Bundeskanzleramt eine Nudging Abteilung eingerichtet
– Merkel hat sogar die Einführung eines „nationalen Glücksindex“ befürwortet
etc.

Wenn man statt „Geisteskrankheit“ radikalen Egalitarismus und statt „Machtrausch“ machiavellische Machtpragmatik einsetzt, wird ein Schuh daraus. Ein mittlerweile pensionierter Richter vom deutschen Verfassungsgerichtshof meinte in einem Radioportrait, das es die moralische Verpflichtung der Europäer sei, das Leid der Menschen im mittleren Osten zu teilen.

Selbstverständlich führt jede radikal egalitäre Philosophie in ein System der unverdienten Aristokratie. Wenn man so will in eine Art „moralisches“ Kastensystem. Konsequenterweise teilte der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck „seine“ Bevölkerung in „Helldeutsche“ und „Dunkel- deutsche“ ein.

Die Ereignisse im Jahr 2015 war die „moralische“ und ökonomische Bereicherung einer sich als „moralische“ Oberschicht begreifenden Clique mit einer geteilten Philosophie, wobei sie die gesellschaftlichen und ökonomischen Kosten für ihre Selbsterhöhung via staatlicher Institutionen – die Medien fungierten hier als Herolde bzw. Handlanger – auf ihre „Untertanen“ externalisierten. Den „Untertanen“ wird von Kindesbeinen eine „Erbschuld“ als Teil ihres Selbstverständnisses eingetrichtert, von der man sich nur durch reinen Altruismus als „höchstes moralisches Gut“ freikaufen kann. Dass dies traditionell bei den Deutschen auf sehr fruchtbaren Boden fällt, ist kein Zufall; darauf hat insbesondere Leonard Peikoff in The Ominous Parallels hingewiesen.

Verschiedene konservative und liberale Strömungen schließen sich nicht zwingenderweise gegenseitig aus. Sie stehen vielmehr in einem Wettbewerb um die treffendste Erfassung der Realität und den daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen zur Bewältigung des menschlichen Daseins. Wer die Linken nicht nur ökonomisch, sondern auch philosophisch schachmatt setzen möchte, sollte sich mit den Werken von Yaron Brook, Stephen Hicks, Leonard Peikoff und – ja – Ayn Rand vertraut machen.

Noch kurz zum Zitat von Jonah Goldberg in der NZZ: Eine demokratische Legitimation gibt es meiner Meinung nach nur für genuin öffentliche Güter (z.B. öffentliche Sicherheit). Alles was darüber hinausgeht, negiert die Rechte von Individuen und schließlich das Individuum an sich. Die Linken haben den Demokratiebegriff immer weiter von seinen ursprünglichen Sinn entfernt und als technisches Instrument zur Aushöhlung individueller Rechte bzw. jeglicher Form des Indvidualismus umgebaut.

Wenn 51% entscheiden die anderen 49% umzubringen, ist dies die reinste Form vom Demokratie-begriff der Linken, der – sofern dies für die eigenen Ziele opportun ist – das Naturrecht als Urwald betrachtet, den man beliebig abholzen und abbrennen kann. Die Linken sind aber nur dann „Demokraten“, solange die „Richtigen“ gewinnen bzw. bei Volksentscheiden das „richtige“ Ergebnis herauskommt.

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Mittwoch, 21. Februar 2018

Anti-Waffen-Narren

von Bastiat


Aus gegebenem Anlass, heute ein Zitat:

To ban guns because criminals use them ist to tell the law abiding that their rights and liberties depend not on their own conduct, but on the conduct of the guilty and the lawless.
 Lysander Spooner

Samstag, 30. Dezember 2017

Warum offene Grenzen nichts mit Liberalismus zu tun haben

von Bastiat


Von seiten der Links-Liberalen (um dieses Oxymoron zu verwenden) wird gerne argumentiert, offene Grenzen seien so etwas wie ein Ausweis für eine besonders liberale Grundhaltung, und solche Zeitgenossen, die für restriktive Einwanderungsregeln und einen konsequenten Grenzschutz eintreten, seien pöhse Feinde der Freiheit.

Das ist natürlich völliger Unsinn. Die Absurdität der Gleichsetzung von „Open Borders“ mit „liberal“ zeigt sich bereits im Privatbereich: es gibt ein Grundrecht auf Eigentum, und damit ein Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Umgekehrt gibt es selbstverständlich kein Grundrecht für einen Dritten darauf, meine Wohnung betreten zu dürfen. Völlig unabhängig davon, ob diese Person etwa selbst obdachlos ist und dringend eine Wohnung benötigt. Im Gegenteil, der Versuch eines Fremden, meine Wohnung mit Gewalt zu betreten, stellt eine Verletzung meiner Grundrechte dar und berechtigt mich zu entsprechenden Abwehrmaßnahmen. Ein verantwortungsvoller Wohnungsinhaber wird außerdem seine Wohnung präventiv gegen den unbefugten Zutritt von Fremden schützen, etwa durch Sicherheitstüren, eine Alarmanlage, etc.

Die Sachlage ist im öffentlichen Bereich durchaus vergleichbar. Ein Staat besteht im wesentlichen aus einem Staatsgebiet (mit definierten Grenzen) und den Staatsbürgern. Sämtliche Einrichtungen eines Staates werden von den Staatsbürgern finanziert. Kein einziges öffentliches Gebäude würde existieren ohne Steuern, die von den Bürgern eingehoben werden. Kein einziger Beamter würde seinen Dienst versehen, würde er nicht sein Gehalt beziehen, das wiederum von den Steuern der Bürger stammt. Man kann somit zu Recht folgern, dass die Bürger die Eigentümer des Staates bzw. die Auftraggeber der Staatsangestellten sind.

Liberalität bedeutet nun, dieses Eigentum der Bürger vor dem Zugriff von Fremden zu schützen. Eine verantwortungsvolle Regierung, die die Werte des Liberalismus hochhält, wird daher die Grenzen des Staates präventiv gegen den unbefugten Zutritt von Fremden schützen. Fremde, denen es dennoch gelingt, illegal in das Staatsgebiet zu gelangen, sind umgehend zu entfernen. Es ist eben genau keine Liberalität, durch falsch verstandene Nachsicht tausende und abertausende Illegale ins Land zu lassen und sie hier mit Sozialleistungen zu versorgen; dies stellt vielmehr einen Verstoß gegen das Grundrecht der Staatsbürger auf ihr Eigentum dar und ist somit per se anti-liberal.

Die Versorgung von „Flüchtlingen“, „Schutzsuchenden“ und mit welchen Newspeak-artigen Floskeln illegale Einwanderer neuerdings bezeichnet werden, darf also nicht mit staatlichen Mitteln (vulgo Steuergeldern) erfolgen. Sehr wohl zulässig ist selbstverständlich der Einsatz von Spenden für solche Zwecke. „Schutzsuchende“ können dann, nach Kontrolle durch die Exekutive, einzeln ins Land gelassen werden, falls Freiwillige bzw. Organisationen garantieren, sämtliche Unterhaltskosten für die betreffende Person zu bestreiten. Staatliche Subventionen an solche Organisationen sind dann selbstverständlich, analog zur direkten Versorgung, unzulässig. 

Nun gibt es eine Ausnahme von dieser Regel: Flüchtlinge, die Anspruch auf Schutz lt. Genfer Konvention haben. Das entsprechende Abkommen wurde vom Staat Österreich unterzeichnet und man kann somit argumentieren, die Versorgung dieser Flüchtlinge wäre auch eine staatliche Aufgabe. Nun ist diese Konvention jedoch sehr restriktiv ausgelegt und zielt auf Schutz vor persönlicher Verfolgung ab; Flüchtlinge aus Kriegsgebieten etwa werden davon nicht erfasst, von Wirtschafts“flüchtlingen“ gar nicht zu reden. Dazu kommt noch, dass lt. Dublin III – Verordnung ein Flüchtling sein Asylansuchen im ersten sicheren Drittstaat abzugeben hat. Somit dürfte die Anzahl von echten Flüchtlingen in Österreich überschaubar sein. 

All jene, die Liberalität mit Masseneinwanderung von angeblichen „Flüchtlingen“ gleichsetzen, sind somit aufgerufen, durch Einsatz eigener finanzieller Mittel ihre angeblich liberale und humane Grundhaltung durch harte Fakten unter Beweis zu stellen. „Put your money where your mouth is“, eine äußerst treffende Redewendung.