Sonntag, 12. Juli 2015

Bald reif für den Kaiser?

Ein Artikel von Walter Eichelburg unter dem hübschen Titel »Politexitus« hinterläßt den Leser etwas ratlos. Meint Eichelburg es wirklich ernst, wenn er bspw. schreibt:
Ab 1917 haben Revolutionen in Europa einige Monarchien beseitigt und Republiken oder Diktaturen an deren Stelle gesetzt: Russland, Österreich-Ungarn, Deutsches Kaiserreich. Die Ursache für die Revolutionen war der 1. Weltkrieg, die Völker hatten ihn satt und die unfähigen Kaiser auch. In Wirklichkeit wurden diese Monarchen aber durch Tricks von US-Finanzinteressen in diesen Krieg gehetzt, ohne dass sie es durchschauten. Damit und mit dem 2. Weltkrieg konnten die USA zur Weltmacht aufsteigen.
 
Jetzt kommt auch wieder eine Revolution, aber in die Gegenrichtung: hin zu absolutistisch regierenden Kaisern und Königen. Und zwar zumindest in ganz Europa.
Ach, wirklich? Man weiß nicht, ob man schmunzeln soll, oder — in Kenntnis der Geschichte — mit der Hand entsetzt die Augen bedecken ... will Eichelburg uns wirklich einem »Willy II redivivus« ausliefern? Oder einem Zar Nikolaus? Oder irgendeinem bigotten Habsburger à la Franz Ferdinand? Oder  ... 

Monarchien sind ja ganz nett, wenn sie von der Operetten-Seite her genommen werden. Wenn es darum geht, daß diese vorgeblichen »Von-Gottes-Gnaden«-Herrscher dann tatsächlich was zu sagen haben, wird es üblicherweise eher unerquicklich. Politik ist ein Geschäft, das den Charakter verdirbt, wissen wir. Solange sich Könige unpolitisch als Galionsfiguren  und (bestenfalls) »Legalitätsreserve« betätigen, geht es ja — aber mir kann keiner erklären, warum ein ererbtes Geschäft, das den Charakter verdirbt (und Macht verdirbt den Charakter zweifellos) besser sein soll, als eines, in das man gewählt werden muß.

Auch die Hinweise von Hoppe über die geringere Steuerlast in Monarchien beziehen sich eigentlich nur auf eine eher kurze Periode des herrschenden Liberalismus im späten 19. Jahrhundert — also einer Übergangszeit, als die Monarchen doch schon weitgehend machtlos waren. Sicherlich wären Zustände wie damals durchaus wünschenswert, nur verkennt der Wunsch danach, daß eine solche Übergangszeit, in der die tatsächliche Macht z.B. längst bei einem Bismarck lag, dieser sich aber »mental« noch als loyaler Diener seines Monarchen sah, nur für kurze Zeit Bestand haben konnte. Ein solches System mußte sich entweder zurück in die Bahnen des »persönlichen Regiments«, oder eben in Richtung auf eine parlamentarische Regierungsform entwickeln. 

Was parlamentarische Regierungsform bedeutet, wissen wir nur zu genau: die Herrschaft von vielen Apparatschiks und einigen Demagogen zu Lasten der Bürger. Was hingegen die echte, also: die absolute Monarchie bedeutet — nun, das könnte man aus der Geschichte lernen, wenn man das nur wollte. Aber da ist es viel leichter, ein griffiges Schlagwort in die Runde zu werfen und zu hoffen, daß das alles, wenn es bloß anders wird, dann auch besser sein wird.

Eine Hoffnung, die oft betrogen und allzu selten erfüllt wurde ...

Kommentare:

Molot hat gesagt…

Es ist so einee Sache mit den Monarchen. Man kann einen guten erwischen, einen erträglichen oder einen schlechten.
In unserer Demokratie sind wir diesbezüglich auf der sicheren Seite. Es stehen immer die miesesten Typen welche das jeweilige Volk zu bieten hat, an der Spitze!

Anonym hat gesagt…

@Le Penseur: ein Gegenbeispiel zu Ihrer Argumentation wäre das monarchisch regierte Liechtenstein. Hier kommt allerdings, das sei zugestanden, der (aus libertärer Sicht) Vorteil der Kleinheit dazu.

@Molot: das ist genau die Argumentation, die (der überzeugte Anarchist) Hoppe verwendet, wenn er in seinem äußerst lesenswerten Buch "Demokratie. Der Gott, der keiner ist" argumentiert, dass auch für einen Libertären die Monarchie das kleinere Übel gegenüber einer Demokratie darstellt. Begründung: es ist vom Zufall abhängig, ob ein Monarch fähig oder unfähig ist, gutwillig oder bösartig. Oder eine der zahlreichen Schattierungen dazwischen. D.h. das Volk kann durchaus Glück haben und auch mal einen positiven oder zumindestens mittelmäßigen Herrscher erwischen.

Bei einer Demokratie dagegen gilt die von Hayek aufgestellte Regel: the worst get on top. Das Auswahlprinzip in einer Demokratie garantiert, dass es nur die miesesten Typen an die Spitze schaffen, solche die ganz groß sind in der Kunst der Intrige und dem Ellbogeneinsatz, aber keinerlei Fähigkeiten mitbringen, die am freien Markt gefragt sind. Und sich in einem System bewähren, wo Lug und Trug belohnt und Anständigkeit durch Erfolglosigkeit bestraft werden.

Eine weitere Argumentation von Hoppe pro Monarchie lautet übrigens: in einem dynastischen System wird der Herrscher daran interessiert sein, seinem Sohn eine gut bestelltes Haus, in diesem Falle Staat, zu hinterlassen. D.h. er wird eher nicht zum exzessiven Schuldenmachen neigen oder zur Totbesteuerung der Wirtschaft.

Im demokratischen System sieht das anders aus: Politiker sind erstens darauf angewiesen, Stimmenkauf zu betreiben und somit ihre Lobbies mit finanziellen Zuwendungen zu versorgen. Zweitens sind sie auf Zeit gewählt und müssen ihre Taschen und die ihrer Günstlinge während dieser Zeit mit möglichst viel Geld vollstopfen. Was nachher ist, ob eine wirtschaftliche Wüste zurückbleibt, interessiert sie einen Dreck. Demokratische Politiker ähneln in ihrer Auswirkung auf die ökonomische Basis einer Gesellschaft der eines Heuschreckenschwarms auf ein Getreidefeld.

FritzLiberal


Le Penseur hat gesagt…

Cher FritzLiberal,

auch hier warne ich vor Verallgemeinerungen: sehen Sie sich z.B. div. verschwendungs- & großmanssüchtige Monarchien an (Louis XV oder auch Wilhelm II) und vergleichen Sie die mit einer sparsam-ehrpusseligen Demokratie wie der Schweiz. Die hat natürlich weniger Prachtbauten — aber insgesamt (und in Anbetracht der fast fehlenden natürlichen Ressourcen!) ein weitaus größeres »Volkswohl« für die Bürger erzielt.

Müßte eigentlich auch einem Hoppe auffallen. Und wenn man Monarchie als Gegenmodell zu Demokratie anpreist, dann kann es ja keine parlamentarische Monarchie sei (die ist ja im Effekt bloß eine optisch schöner garnierte Republik mit erblichem Staatsoberhaupt als Grüßaugust'!), sondern mindestens das, was man im 19. Jhd. als »konstitutionelle« Monarchie bezeichnete (Parlament auf die Mitwirkung bei Gesetzen beschränkt, und in einer - recht ineffektiven! - Kontrollfunktion gegenüber der vom Monarchen bestellten Regierung), oder sogar eine absolute Monarchie.

Sie können sich vorstellen, daß mir v.a. die letztere Sorte ausgesprochen suspekt ist. Ich kenne mich dazu einfach zu gut in Geschichte aus, um das wirklich mögen zu können ...

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Na,na,nun hauens mir bitte nicht alle auf Wilhelm II herum. Sie fallen damit genau auf die Propagandageschichten derer rein, die als "Sieger" aus WK I hervorgegangen sind.
Schauen wir doch einmal nach GB. Dort haben wir eine Majestät, die seit über 60 Jahren in hervorragender Weise ihre Nation repräsentiert. Sie und ihre Familie hat enorme Einschaltquoten weltweit, sie fördert den Tourismus, die Pressevielfalt, die Andenkenindustrie, allein das kann man schon alles von den deutschen Bundespräsidenten eher weniger behaupten.
God save the Queen!

Molot hat gesagt…

@Le Penseur
So verschwnderisch wie die Musterdemokratie Schweiz kann selbst der verschwendungssüchtigste Monarch nicht agieren. Schon aus Mangel an Personal nicht.
Der " verschwendungs- & großmanssüchtige" Wilhelm II kam übrigens mit 4(vier)% Spizensteuersatz aus.

Le Penseur hat gesagt…

Cher Laurentius,

da ich mich seit meiner Jugend mit besondererer Vertiefung um die Geschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert beschäftige, und jede Menge Literatur darüber studiert habe, denke ich eigentlich nicht, mit meiner geringen Begeisterung für Wilhelm II »genau auf die Propagandageschichten derer rein, die als "Sieger" aus WK I hervorgegangen sind« hereingefallen zu sein. Vor knapp zwei Jahren habe ich bspw. dazu aus Anlaß eines Artikels über Graf Robert von Zedlitz-Trützschler einiges geschrieben. Die Denkwürdigkeiten des Fürsten Bülow (und viele andere zeitgenössische Werke) enthüllen ein mehr als problematisches Bild des Charakters dieses Monarchen.

Was Sie über die Queen schreiben, ist zwar richtig — aber Großbritannien ist in Wahrheit längst keine »Monarchie« mehr. Spätestens seit Queen Victoria (und den weitgehenden Wahlrechtsreformen des späten 19. Jhds.) ist es eine Parlamentsherrschaft (mittlerweile: House-of-Commons-Herrschaft) mit ein paar nostalgischen Garnierungen. Hübsch anzusehen, aber machtpolitisch völlig belanglos! Wobei ich Ihnen rechtgebe: auch so eine Operetten»monarchie« sieht wenigstens um Klassen besser aus, als die gestelzte Mittelmäßigkeit eines Bundesgaucklers ...

Wenn ein Monarch (nach Hoppes Meinung) daran interessiert sein sollte, »seinem Sohn ein gut bestelltes Haus, in diesem Falle Staat, zu hinterlassen. D.h. er wird eher nicht zum exzessiven Schuldenmachen neigen oder zur Totbesteuerung der Wirtschaft (wie Kollege FritzLiberal ihn zitiert), dann muß er auch die Macht haben, so eine Besteuerung oder ein solches Schuldenmachen zu verhindern. Davon kann — vielleicht mit Ausnahme des Fürsten von Liechtenstein — jedoch keine Rede sein: auch Elisabeth II konnte bloß die wahnwitzigen, bis zu 90%-Steuersätze »ihrer« Labour-Regierungen abnicken, und nicht anders ist es in Belgien, Spanien, Niederlanden, und den skandinavischen »Monarchien«.

Hoppe meint eindeutig ein »persönliches monarchisches Regiment« des dynastischen Herrschers, und da bin ich keineswegs sicher, daß bspw. die Reihe der Bourbonenkönige Frankreichs, oder der Habsburger, oder der Hohenzollern, oder der Welfen oder Romanows, oder ... wirklich soviel »bessere« Herrscher zutage förderten. Nur: wenn es einmal zu einem Katastrophenherrscher« kam, dann wurde man den außer durch Mord faktisch nicht los — und das auf Jahrzehnte!

@Molot:

Der Spitzensteuersatz war niedrig — allerdings: unter der Regierung Wilhelm II (und zwar deutlich vor dem Weltkrieg, wohlgemerkt!) verschlechterte sich der durch die sparsame Regierungsführung Wilhelms I (und den gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg) stabilisierte Zustand der Staatsfinanzen Preußens und des Deutschen Reichs erheblich.

Hayek ist außerdem nicht zuzustimmen, daß es nur die miesesten Typen an die Spitze schaffen — es gibt eine Präponderanz dazu, fraglos. Aber eben nicht mehr. Und außerdem: dieser Fehler herrscht eigentlich nur in der (bei uns leider, außer der Schweiz, alleinherrschenden) Form der »repräsentativen Parteiendemokratie«. Die schlankweg mit »Demokratie« gleichzusetzen, doch etwas kühn ist!

Max hat gesagt…

Eichelburg kann wohl nicht mehr lassen von seiner Idee... Der Mann ist doch besessen. Seiner eigenen Aussage nach wird er auch laufend von Angehörigen irgendwelcher verborgenen Eliten gebrieft.
Sorry, den Mann mit seinem Kaiserschmarrn und seinen kruden Voraussagen nimmt doch schon lange niemand mehr ernst.
Jetzt kommt auch wieder eine Revolution, aber in die Gegenrichtung: hin zu absolutistisch regierenden Kaisern und Königen. Und zwar zumindest in ganz Europa.
Ja, klar, und er Eichelburg wird in den Adelsstand erhoben und darf kostenlos parken - ein Mann träumt seinen Traum...

Molot hat gesagt…

@Le Penseur
"...dann wurde man den außer durch Mord faktisch nicht los.."
Immerhin- diese "Notbremse" gab(gibt) es. Demokratien sind da deutlich resistenter.

Molot hat gesagt…

@Le Penseur
Ich kenne mich dazu einfach zu gut in Geschichte aus, um das wirklich mögen zu können ...
Dann machen Sie doch mal einen Versuch und vergleichen zwei Zeitgenossen und deren Nutzen/Schaden für das jeweilige Volk miteinander: Wilhelm I (Bismarck)und A. Lincoln, z.B. oder M.K. Atatürk und W.Churchill

Le Penseur hat gesagt…

Cher Molot,

Demokratien sind da deutlich resistenter.

Nein. Demokratien schaffen durch begrenzte Amtsperioden meist eine unblutige Beendigung unerfreulicher Regierungen.

... vergleichen zwei Zeitgenossen und deren Nutzen/Schaden für das jeweilige Volk miteinander: Wilhelm I (Bismarck) und A. Lincoln, z.B. oder M.K. Atatürk und W.Churchill

Beim zweiten Doppel kann ich nicht finden, daß Atatürk (von Ihnen offenbar als »guter Diktator« gesehen) sich wirklich so positiv von Churchill abhebt (obwohl dazu nun wirklich nicht viel gehört!)

Ja, Atatürk hat (trotz Suff und Syph) erkannt, daß die Religionsideologie »Islam« einfach Volksverblödung ist, und daher an die Kandare genommen werden muß, um seiner (sic!) Herrschaft nicht gefährlich zu werden. Das ist der vielbeschworene »Laizismus« in der Türkei nämlich: Josephinismus auf mohammedanisch! Ist das so toll?

Bezüglich des ersten Doppels: warum nehmen Sie nicht einen Vergleich zwischen Bismarck/Wilhelm I und Gladstone (der mir ad personam auch nicht sympathisch ist, aber zweifellos ein bedeutender demokratischer Politiker Englands). Sähe Bismarck dann auch noch wie eine Lichtgestalt aus? Und warum konnte die Demokratie in England einen Gladstone an die Macht bringen — und in Amerika einen Lincoln?

Das wären die spannenden Fragen, die es zu erforschen gälte — und nicht die pauschale Bemerkung, daß in der Demokratie lauter Arschlöcher an der Macht sind.

Meine tiefen Reserven gegenüber der heute praktizierten Form von »Demokratie«, nämlich als Kungelei von Parteisekretariaten mit plebiszitären »Wahlen« alle 4-5 Jahre, die im Klüngel der Systemparteien nur Scheinwahlen sind, ist auf diesem Blog so oft geäußert worden, daß ich sie als bekannt voraussetze.

Zu glauben, daß diese Unerquicklichkeit durch einen »L'Etat c'est moi«-Typen à la Louis XIV behoben werden könnte, halte ich hingegen für völlig verfehlt: wir brauchen eine Totalreform (sic!) der Demokratie, sicher. Aber wenn mir so ein Blaublut daherkommt und verklickern will, daß er von Gottes Gnaden berechtigt ist, mir den Arsch aufzureißen, wenn ich ihm nicht huldige — dann fällt es mir schwer, meinen Mittelfinger unter Kontrolle zu halten ...

Anonym hat gesagt…

@Le Penseur: "... dann muß er auch die Macht haben, so eine Besteuerung oder ein solches Schuldenmachen zu verhindern."

Selbstverständlich muss man dem DemokRatten-Regime die Möglichkeit der Besteuerung entziehen. Wie man das am effektivsten tun kann - keine Ahnung.

Ansonsten stimme ich mit Kollegen Molot überein: Mord - bzw. würde ich es eher Tyrannenbeseitigung nennen, denn Mord ist Tötung aus niederen Motiven, und das trifft hier wohl nicht zu - ist eine sehr effektive Methode in einer Monarchie, gewisse Fehlentwicklungen zu beeenden. In einer Demokratie dagegen - was würde es ändern, einen oder ein paar der Proponenten in Laternenschmuck zu verwandeln? Deren Nachfolger freuen sich über die Chance, endlich an den Futtertrog zu kommen, und ändern würde sich nichts.

FritzLiberal

Anonym hat gesagt…

@Le Penseur: "Demokratien schaffen durch begrenzte Amtsperioden meist eine unblutige Beendigung unerfreulicher Regierungen."

Und in der nächsten Legislaturperiode ändert sich dann - was genau?

"Aber wenn mir so ein Blaublut daherkommt und verklickern will, daß er von Gottes Gnaden berechtigt ist, mir den Arsch aufzureißen, wenn ich ihm nicht huldige — dann fällt es mir schwer, meinen Mittelfinger unter Kontrolle zu halten ..."

Mein diesbezüglicher Reflex wäre bei einem Fürst von Liechtenstein allerdings deutlich weniger ausgeprägt als bei einem österreichischen Bundeskanzler oder Bundespräsidenten.

FritzLiberal

Le Penseur hat gesagt…

Cher FritzLiberal,

Und in der nächsten Legislaturperiode ändert sich dann - was genau?

Unter dem derzeitigen »Demokratie«system wohl nicht wirklich was (außer, daß man Kotzbrocken A los ist, und hofft, daß B vielleicht nicht so schlimm werden wird). Aber wie gesagt: die Gleichsetzung Demokratie = repräsentative Parteiendemokratie halt ich für irreführend. Demokratie kann (hoffentlich) in sich verbessert werden (und da habe ich durchaus radikale Umgestaltungsvorstellungen!) — aber sie durch eine Diktatur ersetzen zu wollen halte ich für ziemlich dumm. Egal, ob sich diese Diktatur dann als Tyrannis, Militärdiktatur oder als absolute Monarchie bezeichnet.

Mein diesbezüglicher Reflex wäre bei einem Fürst von Liechtenstein allerdings deutlich weniger ausgeprägt als bei einem österreichischen Bundeskanzler oder Bundespräsidenten.

Meiner nicht! Oder vielmehr: wenn sich mir der Fürst von Liechtenstein aufgrund seiner persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften, und wegen seines großen Rückhaltes in Liechtensteins Bevölkerung auf seine Autorität als Fürst beruft — okay.

Wenn er sich aber auf Gottes Wille und das Vorrecht der Dynastie beruft, werde ich maliziös lächeln (ich weiß ja, daß sich der Mittelfinger in der Öffentlichkeit nicht gehört). Sorry, aber ich bin einfach kein Byzantiner ...

quer hat gesagt…

Indem ich Hoppe las, dachte ich zuerst an Friedrich II von Preußen: Liberal und Rechtsstaat. Diese Mischung wäre (im Kontrast zum Bundesgaukler und einer Merkelwürdigkeit) etwas leichter zu ertragen. Oder?

Anonym hat gesagt…

@Le Penseur:
"Demokratie kann (hoffentlich) in sich verbessert werden (und da habe ich durchaus radikale Umgestaltungsvorstellungen!) — aber sie durch eine Diktatur ersetzen zu wollen halte ich für ziemlich dumm. Egal, ob sich diese Diktatur dann als Tyrannis, Militärdiktatur oder als absolute Monarchie bezeichnet."

Ich stimme nicht mit Ihnen überein, dass die Demokratie reformierbar ist, zumindestens nicht im Interesse der Freiheit der Bürger. Alles, was dzt. aus dem Inneren des Systems als "Reform" ventiliert wird, brächte den Bürgern ein weniger an Freiheit und ein mehr an Ausplünderung. Nur ein repräsentatives Beispiel: die angedachten Reformen des "Bildungssystems", die im wesentlichen auf die Einführung der Zwangstags-Einheitsschule für alle abzielen. Ist nebenbei gesagt ein Grund dafür, warum ich den "Reformstillstand", der in unserem Lande ach so oft beklagt wird, sehr begrüße. Jede Reform, den unser Verbrecherregime dzt. umsetzt, stellt für den Einzelnen grundsätzlich immer eine Verschlechterung des Status Quo dar. Bestes Beispiel: die Steuerreform.

Die radikaleren Umgestaltungsvorstellungen, von denen Sie sprechen, haben keinerlei Chance auf Umsetzung, solange das DemokRatten-System existiert. Es hängen einfach zu viele Interessen der Nomenklatura dran.

Ich widerspreche auch bei Ihrer Gleichsetzung zwischen Monarchie und Diktatur. Unser heutiges System ist einer Diktatur viel ähnlicher als die Monarchie einer Tyrannis.

FritzLiberal

Anonym hat gesagt…

Verehrter Denker,
Sie werden eines Tages Ihre "bigotten" Habsburger mit Ihren Nägeln aus dem Grab kratzen - und es wird alles völlig umsonst sein.

Molot hat gesagt…

@ Le Penseur
" warum nehmen Sie nicht einen Vergleich zwischen Bismarck/Wilhelm I und Gladstone.."
Ganz einfach, weil ich ein möglichst aussagekräftiges Beispiel gebraucht habe. Das hätten Sie sicher auch nicht anders gemacht gemacht.

"Zu glauben, daß diese Unerquicklichkeit durch einen »L'Etat c'est moi«-Typen à la Louis XIV behoben werden könnte, halte ich hingegen für völlig verfehlt:"
Von "behoben"war ja keine Rede, das kleinere Übel wäre es aber allemal.
Ein Staat, welcher sich in einer Person manifestiert ist deutlich leichter zu finanzieren als einer, der sich aus Millionen zusammensetzt.
Ganz abgesehen davon, das einer einzelnen Person niemals soviel perverser Unsinn einfallen kann wie Millionen von Demokraten.

"Aber wenn mir so ein Blaublut daherkommt und verklickern will, daß er von Gottes Gnaden berechtigt ist, mir den Arsch aufzureißen, wenn ich ihm nicht huldige — dann fällt es mir schwer, meinen Mittelfinger unter Kontrolle zu halten ..."
Und bei einer Claudia Roth oder einem Volker Beck fällt Ihnen das sicher leichter, weil die ja nicht von "Gottes Gnaden" sind.

Übrigens "Arsch aufreißen" das soll unter Wilhelm (I und II) gar nicht so verbreitet gewesen sein oder wissen Sie da mehr als ich?

Le Penseur hat gesagt…

Cher FritzLiberal,

Ich stimme nicht mit Ihnen überein, dass die Demokratie reformierbar ist, zumindestens nicht im Interesse der Freiheit der Bürger. Alles, was dzt. aus dem Inneren des Systems als "Reform" ventiliert wird, brächte den Bürgern ein weniger an Freiheit und ein mehr an Ausplünderung.

Weitgehend d'accord. Nur denke ich, daß man dann eben eine Reform von außen versuchen muß (bzw. eine solche sich, bspw. durch einen Statsbankrott, einfach »aufdrängt«). Irgendwann wird auch die Nomenklatura mürbe.

Cher Anonym,

bigotte Habsburger aus dem Grab kratzen zu wollen, kann ich mir schon vorstellen. Doch vermutlich aus anderem Grund und mit anderem Ziel, als Sie meinten ... ;-)

Cher Molot,

Ein Staat, welcher sich in einer Person manifestiert ist deutlich leichter zu finanzieren als einer, der sich aus Millionen zusammensetzt.

Das hat man ja bei den bankrotten 18.-Jhd.-Monarchien gesehen, die das Geld ihrer Untertanen mit beiden Händen ihren Mätressen, Goldmacher-Scharlatanen und Hofschranzen hineinschoben.

Ganz abgesehen davon, das einer einzelnen Person niemals soviel perverser Unsinn einfallen kann wie Millionen von Demokraten.

Ach, Mao, Hitler und Stalin waren Demokraten? Was man nicht alles dazulernt ...

... bei einer Claudia Roth oder einem Volker Beck fällt Ihnen das sicher leichter, weil die ja nicht von "Gottes Gnaden" sind.

Bei denen fällt mir der Mittelfinger sehr leicht. Fast schon ein Automatismus! Beim Liechtenstein finge er aber erst zu zucken an, sobald er auf seine Blaublütigkeit rekurrierte.

"Arsch aufreißen" das soll unter Wilhelm (I und II) gar nicht so verbreitet gewesen sein oder wissen Sie da mehr als ich?

Vielleicht. Ich empfehle die Lektüre von Zedlitz-Trützschler.