Montag, 9. November 2020

Welche Schritte wirklich notwendig wären

 
Zum Artikel »Ein erster winziger Schritt von vielen notwendigen« von Andreas Unterberger erscheint folgender
 
 
Gastkommentar
von elfenzauberin
 
 
Die Identitären haben etwas kapiert, was viele Konservative (sowohl Blaue als auch Schwarze) nicht verstanden haben.

Es geht um Metapolitik, es geht um den vorpolitischen Raum, es geht um Framing, es geht um den gesellschaftlichen Narrativ. Das ist der Raum, in dem die gesellschaftlich-kulturelle Verankerung des Menschen erfolgt. Der politischen Linken ist es gelungen, diesen Raum nach den Vorgaben der Frankfurter Schule zu besetzen, weswegen es die Linke ist, die den gesellschaftlichen Diskurs beherrscht. Die Zustände, die Herr Dr. Unterberger zu Recht beklagt, nämlich dass selektiv die politische Rechte verfolgt wird, wohingegen die Islamisten ungeschoren davonkommen, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, ist die konsequente Folge der Besetzung des vorpolitischen Raumes durch Linke, in denen Rechte oder Konservative gar nicht vorkommen.

Von den Linken lernen heißt Siegen lernen! Das zeigt gegenwärtig nicht nur der Blick in die USA. Lies nach bei Antonio Gramsci.

Es ist eben ein himmelhoher Unterschied, ob der Mensch in Kategorien wie Kolonialismus, Kapi-talismus, Ausbeutung, fehlende Gleichberechtigung denkt und handelt, oder ob die Denkmuster durch Begriffe wie Freiheit, Unabhängigkeit, Ehrlichkeit, Treue, Kultur und Tradition geprägt sind. Genau das haben die meisten Konservativen nicht verstanden, weswegen sie sich dann wundern, dass es die Identitären sind, die geradezu prophetisch die Zukunft antizipieren.

Philosophisch besser beschlagene Politiker wie Viktor Orban haben die Bedeutung solcher "Gras-wurzelbewegungen" erfasst. Das gilt auch für die ehemals schwarze und nunmehr blaue Politikerin Ursula Stenzel, die der Versuchung widerstanden ist, in einem ORF-Interview die Identitären pauschal als gefährliche Rechtsextreme zu verunglimpfen.

Politische Parteien ohne Verankerung in den vorpolitischen Raum haben keinen Bestand. Das ist der tiefere Grund dafür, weswegen die FPÖ immer nur sehr kurz Regierungspartner war. Denn wenn eine solche Verankerung nicht vorhanden ist, ist es ein Leichtes für den deep-state, eine solche Partei bei passender Gelegenheit aus der Regierung zu kicken.

Auch bei der ÖVP schwindet der Bezug zu ihrer Basis von jahr zu Jahr, was der Hauptgrund dafür ist, weswegen die ÖVP immer weiter nach links abdriftet. Woher soll den die ÖVP sonst ihre Anhänger nehmen, wenn nicht von links?

Wenn ein Herr Sebastian Kurz das Bild von Engelbert Dollfuß aus dem Parteilokal der ÖVP entfernen lässt, dann spricht das jedenfalls Bände. Auch wenn man den Herrn Dollfuß nicht so gern mag, muss man eingestehen, dass er es war, der zumindest den Versuch unternommen hat, den aufkeimenden Nationalsozialismus in Österreich hintanzuhalten und diesen Versuch letztendlich mit dem Leben bezahlt hat. Wenn man ein solches Bild abhängt und dann keine Worte dafür findet, wenn wieder einmal das Lueger-Denkmal in Wien von "Antifaschisten" geschändet wird, weiß man, dass die ÖVP längst keine bürgerlich-konservative Partei mehr ist.

Das ist das wahre Problem, nicht ein Herbert Kickl, der verzweifelt versucht, zu retten, was noch zu retten ist.
 
 

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh, ich leide mit euch, ihr Wackeren auf dem Nordbalkan, alldieweil ich lange Zeit gehofft hatte, bei euch noch einen Unterschlupf zu finden, wenn die Megären (w/m/d) der Heimsuchung aus der Uckermark das Land noch länger verheeren. Absolut fehlgegangen, diese Hoffnung, denn die ÖVP folgt der CDU in die SED-Assimilation auf dem Fuße und der Seppl ist genauso blöd wie der Piefke und wählt seine Schlächter mit satten Mehrheiten selber. Immerhinque, ihr habt noch überzeugende Außengrenzen mit illustrem Hinterland, die für den Abstrom von Spargroschen so löcherig sind wie für die Einfuhr neuer Kulturbereicherer. Balkan ist Balkan, da geht immer was und den Herrn Handke muß man ob seines Engagements loben. Wer einmal die monströsen Befestigungsanlagen mit perfekter Technikausrüstung des schlandschen Zolls im südwestdeutschen Süden zur Schweiz hin gesehen und erlebt hat oder wie der Herr Gurlitt ohne jegliches Scheren um irgendwelche Gesetze zur Strecke gebracht wurde, weiß: Tu felix Austria! Systeminhärente Korruption hat auch ihr Gutes!

Anonym hat gesagt…

Weitgehende Zustimmung, nur ist unsere vormalige FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda letztlich een echt Hamburger Deern.