Dienstag, 17. November 2020

Die Qual der Wahl

 
... lautet der Titel eines hervorragend argumentierenden Artikels, den Dr. Hans Hofmann-Reinecke auf seinem Blog  Think Again veröffentlicht hat:

Utopie oder Irrenhaus

Es hat sich herausgestellt, dass Zusammenleben in größeren Gruppen nur funk-tioniert, wenn es Spielregeln gibt. Es hat sich auch gezeigt, dass man für Gestaltung und Einhaltung der Spielregeln qualifiziertes Personal braucht, das mit gewissen Vor-rechten ausgestattet ist.

Diese Privilegien müssen umso weitreichender sein, je größer die Gemeinschaft ist, die es zu organisieren gilt; das ist insbesondere so, wenn es um ein ganzes Land geht. Da besteht dann das Risiko, dass die Erwählten ihre Privilegien weniger zum Wohl der Gemeinschaft einsetzen, als zum persönlichen Vorteil.

Um das zu vermeiden müssen die Eliten so ausgewählt werden, dass sie den hohen moralischen und professionellen Anforderungen ihrer Rolle gerecht werden. Mein Eindruck ist nun, dass dies heutzutage immer weniger gelingt. Es kommt mir vor, als wären unsere Eliten weder in sachlicher noch in ethischer Hinsicht ihrer Verant-wortung gewachsen.

Vielleicht sagen Sie jetzt, meine Forderung sei utopisch und weltfremd; wo Menschen sind, da menschelt es eben. Zugegeben, wir sind noch nicht so weit wie im alten Rom, als Kaiser Caligula sein Pferd zum Konsul machte, aber zwischen Utopia und einem Irrenhaus gibt es doch einen gewissen Spielraum, und der aktuelle Trend geht zu Letzterem.

 (Hier weiterlesen)
Chapeau! Touché!


-----
 
 
P.S.: noch ein herzliches »Dankeschön« an Kollegen it's  me , der mich auf den Artikel hingewiesen hat!



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein fulminantes Plädoyer gegen den Irrweg der "Demokratie", die eben allzu oft die Herrschaft des Pöbels, der Schlechtesten statt der Besten ist.

Platon hatte in seiner "Politeia" eben doch Recht. Wir brauchen eine Aristokratie. Für "Demokratie" ist der Mensch nicht gemacht.

Anonym hat gesagt…

Es lohnt sich stark, einen Blick auf jenen alten weißen Mann zu haben- auf seinem Blog "Think again" gibt es pünktlich jeden Samstag einen neuen Beitrag und er ist jetzt auch Autor auf der Achse. Ich empfehle sehr sein neuestes Büchlein "Grün und dumm reloaded", flott lesbar ob der schelmischen Schreibe und einfach überwältigendem Einsatz des schlichten Menschenverstandes, der z.B. in wenigen Sätzen das Glaubensbekenntnis vom pösen CO2 via simpler Anschauung widerlegt, ohne daß man Physik studiert haben muß. Oder das Narrenstück des "Lufttaxis", das von unseren Polit-Debilen für 15 Mio den Nutten von Airbus als Machbarkeitsstudie ins Rektum geschoben wurde und geradezu pittoresk scheiterte, weil sog. "Manager" in Firmen zwar "Gender" und "Haltung" hoch und runter buchstabieren können, aber die Realität dem sträflich unterordnen- tja, sieht in der Tat schlecht aus mit der "weißen Supremacy" in Wissenschaft und Forschung, man braucht dazu gar keine Hof-Jecken wie Schellnhuber oder Lesch mehr. Ich empfehle zwecks Erheiterung zur abendlichen Bettlektüre sehr diese Moritat über die Erbärmlichkeit heutigen "Führungskräfte"-Daseins
https://think-again.org/kurzatmig-und-viel-zu-schwer/
und für die Gattin den leisen Tränenreigen um das Rührstück der Anna Karenina im verlinkten Artikel.
Aus Hofmann-Reinecke spricht die kühle und völlig nüchterne Denke, die man als Student der Naturwissenschaften in den 70ern an jeder Universität eingebimst bekam, lang ists her.
Er ist so alt wie ich. Wir haben beide an vergleichbaren Einrichtungen studiert. Auf unsere berufliche Laufbahn können wir mit selbstbewußter Saturiertheit zurückblicken, vor allem haben wir uns nie prostituiert für irgendwelche Ideologen. Heute würden sie uns deshalb kreuzigen...

raindancer hat gesagt…

Die Bevölkerung in den meisten europäischen Staaten ist
sich dessen bewusst, dass die Beschlussfassung kaum auf
demokratische Weise verläuft. Sie hat den Glauben an den
demokratischen Charakter der Institutionen und Einrichtungen zum großen Teil verloren.
Mittlerweile verachten die Bürger ihre offiziellen Repräsentanten
Will die Bevölkerung direkte Demokratie? Ja.
Will die politische Elite direkte Demokratie? Nein.
Je mehr Macht sie innerhalb eines repräsentativen Systems erlangt haben, desto eher sprechen sie sich gegen direkte
Demokratie aus
Unter den hauptberuflichen Lobbyisten bevorzugen nicht weniger als 86 Prozent eine Wiederwahl ohne jede Beschränkung.

Aspekte des „Urbilds der Demokratie“

• das Gleichheitsprinzip
• das Prinzip der Souveränität des Volkes
• das Mehrheitsprinzip
• das Vertretungsprinzip

Die repräsentative Demokratie ist im Prinzip eine Methode,
mit der dieses Problem des Abstimmungsmandats gelöst
werden soll. Die repräsentative Demokratie muss dann eingeführt werden, wenn die Bürger zu wenig Zeit oder Interesse haben, an einem Beschluss mitzuarbeiten

raindancer hat gesagt…

Das Mandat des Parlaments ist also eine Spezialform des Mandats, das bei einer direktdemokratischen Beschlussfassung den tatsächlich abstimmenden Bürgern von der gesamten Gemeinschaft
erteilt wird. Bei einer direktdemokratischen Beschlussfassung
(Volksabstimmung) bilden die abstimmenden Bürger sozusagen ein riesiges Ad-hoc-Parlament, das die Vertretungsbefugnis für die Entscheidung über ein Thema besitzt.

Wie lässt sich feststellen, in welchen Angelegenheiten die Bürger unabhängig vom Parlament dennoch direkt beschließen wollen?

Ein authentisches Mandat kann ausschließlich freiwillig übertragen
werden – ebenso wie ein authentisches Geschenk nur freiwillig überreicht werden kann. Diese Freiwilligkeit bringt es mit
sich, dass der Bürger die Freiheit haben muss, das Mandat
unter Umständen nicht zu erteilen, sondern sich für eine direkte Beschlussfassung in Form einer Volksabstimmung zu
entscheiden. Ein erzwungenes Mandat ist ein Scheinmandat

Typische Argumente dagegen: jeder kann eine eigene Partei gründen oder die Herrschaft des Pöbels, der Dummen (war auch ein Argument gegen das Frauenwahlrecht, der Schwarzen)

Diese Antwort verkennt allerdings das Prinzip der Volkssouveränität. Am Anfang der Volkssouveränität steht die Möglichkeit des Volkes, selbst entscheiden zu können, wie ein
Beschluss zustande kommt,

In einem abgestuften direktdemokratischen Verfahren
werden Petitionsrecht sowie Volksentscheid und Volksbegehren miteinander verknüpft.
Ein guter Vergleich fand ich:

Jihad versus McWorld
Jihad:der Jihad interessiert sich nicht für Demokratie,
da er den Stamm, das Volk bzw. die Religion als über dem Individuum stehend ansiedelt. Der Dschihad strebt nicht nach Befreiung, sondern nach der Mumifizierung des Volks.
Überdies hat er kein Interesse an Menschenrechten.
McWorld ist eine Art virtuelle Realität, geschaffen von unsichtbaren, aber mächtigen
Hightech-Informationsnetzen und fließenden transnationalen Wirtschaftsmärktencht strebt. McWorld will Konsumenten, die Zugang zum Markt haben,
und dafür ist politische Stabilität erforderlich. In der Welt von
McWorld sind Konsumdrang, Relativismus und Korruption
die Alternative für den Traditionalismus des Dschihad.

Da McWorld auf der einen Seite die Globalisierung fördert,
diese Globalisierung aber andererseits ohne Legitimation erfolgt und es auf internationaler Ebene zu einer groben Verletzung des Gleichheitsprinzips kommt, öffnet McWorld das
Tor für den Dschihad.

Viel unauffälliger, aber umso wirkungsvoller ist die Verschmelzung des Staates mit der Ideologie des freien Marktes
in Verbindung mit der Bevormundung der Bevölkerung

Unter der Flagge der „repräsentativen Demokratie“, wie sie
in den Ländern des Westens auftritt. McWorld hat kein Interesse am Nationalstaat, wohl aber der Dschihad. Dschihad
und McWorld arbeiten in dem Bereich zusammen, bei dem
sie sich einig sind: die Unterdrückung der Demokratie

Inzwischen stammen etwa 50 Prozent der nationalen Gesetzgebung aus Brüssel. Die Brüsseler Richtlinien und
Vorschriften umfassen etwa 100.000 Seiten. Der Haushalt
der Europäischen Union ist mit über 100 Milliarden Euro
jährlich größer als der Haushalt zahlreicher Mitgliedsstaaten. „Die europäischen Organe üben gegenwärtig mehr
alltägliche Macht aus als jeder Mitgliedsstaat für sich genommen“,

Die berühmte „demokratische Lücke“ in der Europäischen
Union besteht darin, dass die nationalen Regierungen
(ohne Zustimmung ihrer Bürger) den EU-Institutionen
Befugnisse zur Erarbeitung von Gesetzen erteilt haben, die
über den nationalen Gesetzen und Verfassungen stehen.
Nationale Parlamente haben hier kein Mitspracherecht
me
`***********************************
Also nein ich möchte keine erlesenen Führer.