Dienstag, 18. August 2015

»Ein etwas widersprüchlicher, langatmig, verschraubter Text«

... befindet Kommentarposter »astuga« zu einem »DiePresse«-Artikel von

Ich habe es so satt, korrekt zu sein


Bild: (c) BilderBox 

Der Feminismus hat ausgedient. Er taugt nicht mehr für unsere Tage. Was wir wirklich brauchen? Verhüterli, zum Beispiel gegen Trägheit angesichts unserer Scheinwelten, gegen Neobiedermeier, gegen eine Dämlichkeit, die meint, mit Gendern sei die Welt schon in Ordnung gebracht.
 (Die Presse

„Literatur & Feminismus“, das eine ist überlebensnotwendig, das andere trägt seine Geschichte in sich, wie eine alte Krummkrücke, deren Tocktock selten nur noch über Steinböden klingt, gerne ungehört verhallt, denn notieren lässt sich vieles, die Geduld der Schrift ist bekannt.

Die Literatur sei fest in weiblicher Hand, schrieb Brigitte Theissl unlängst sinngemäß nach einem Sieg der Literatinnen beim diesjährigen Bachmann-Preis. Dem lässt sich bloß hinzufügen, dass die Belletristik das schon seit Langem ist, in weiblicher Hand: Die Mehrheit der Literaturschaffenden sind Frauen. Kein Wunder, wenn man die Honorarhöhe betrachtet, die uns für die Arbeit als Romancière nach gut eineinhalb Jahren offeriert wird. Und eine Literatin lässt sich – foto- und telegen – außerdem besser vermarkten als ein männlicher Kollege, zumindest solange sie jugendlich in die Welt guckt und dieCellulitis nicht durch das Badewasser schimmert.
Ein literarischer Text — wie geschaffen, die widersprüchliche, langatmige, verschraubte Psyche der weiblichen Gegenwartsliteratinnen zu demonstrieren. Ach, Herr, laß' doch Ebner-Eschenbachs regnen! Oder wenigstens Lavants oder Bachmanns.

Vergeblicher Wunsch: denn Gott ist gerecht. Jede Zeit hat die Literatur, die sie verdient ...

Was weiß »DiePresse« außerdem über die LePenseur ansonst völlig unbekannte Autorin zu berichten?
Geboren 1970 in Braunau. Dr. phil. Dozentin am Institut für Narrative Kunst Niederösterreich, Lehrgang „Literarisches Schreiben“ (www.ink-noe.net). 2013 bei Leykam: der Roman „¡Leben!“, 2015 im Otto Müller Verlag: der Roman „Albors Asche“.
Geboren in Braunau, im Jahr von Bruno Kreiskys Regierungsantritt. Ort und Zeit sind Schicksal. Unter diesen Auspizien ins Leben getreten, muß eine Mitvierzigerin vielleicht Texte wie den obzitierten schreiben ...

1 Kommentar:

Martina Baro hat gesagt…

Danke für die Verlinkung!
Frau Schachinger legt den Finger auf die Wunde, sehr gut geschrieben!