Mittwoch, 13. Mai 2020

Fußnoten zum Mittwoch

von Fragolin

Corona“ ist das neue Gütesiegel.
Lebensrettung funktioniert nur noch, wenn jemand vor dem „Corona-Tod“ gerettet werden soll.
Bürgerrechte soll es nur noch für „Corona-Geheilte“ geben.
Corona adelt, es macht einen höherwertigen, schützenswerten Menschen aus dir.
Alle schützen sich vor Corona und würden doch erst durch das Virus zum Objekt des Interesses.

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Da Österreich dank Vollbeschäftigung und Hochkonjunktur eine Vollbeschäftigung und akuten schweren Fachkräftemangel hat, wurde nun endlich ein Sonderzug für die dringend benötigten Pflege-Fachkräfte aus Rumänien eingeschleust. Die 350 Plätze in dem eigens zur Beseitigung des schweren Pflegenotstandes in Österreich auf Schiene gestellten Sonderzuges waren mit 80 Personen übervoll besetzt. Der Kollaps des Pflegesystems wurde in letzter Sekunde abgewehrt. Halleluja!

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Die Regierung in Wien wird von Weisheit und Voraussicht gelenkt. Jetzt sollen die Mittel zum Ausbau von Radwegen Sage und Schreibe verzehnfacht werden. Das ist äußerst klug, denn wenn die kommende Rezession mit unserem Wohlstand fertig ist, wird sich eh kaum noch jemand ein Auto leisten können.

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Bald dürfen die österreichischen Museen wieder besucht werden. Wichtig: Maulkorb tragen und Abstand halten! Ob es auch gefordert ist, den Baby-Elefanten ins Porzellanmuseum mitzunehmen, ist nicht bekannt.

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Um die „österreichische Volkswirtschaft“ zu stärken und die „krisensichere Versorgung mit guten Produkten“ zu sichern, sollen Lebensmittel einem Bonus-Malus-System unterworfen werden: In Österreich regional erzeugte Lebensmittel sollen einen Steuerbonus erhalten, „weitgereiste Lebensmittel“ mit einem Malus belegt. „Austria first!“, gewissermaßen.
Finde ich durchaus gut, lege ich selbst schon seit Jahren mehr Wert auf regionale Qualität als auf Billigware aus irgendwelchen Dumpinglöchern. Nur putzig ist, dass diese Ideen von Türkis-Grün kommen; so werden sie auch entsprechend von Grün abgefeiert.
Wurde nicht letztens noch gefordert, vermehrt die Erzeuger in Afrika und Vorderasien (außer natürlich Juden aus besetzten Gebieten, man will es ja nicht übertreiben) zu stützen und von denen „fair“ zu kaufen, denn eine Unterstützung regionaler Erzeuger wäre widerliches nationalistisches heimatschollenbraunes Ultrarechtsnazitum?
Ich genieße inzwischen die mit geradezu masochistischer Wonne täglich vorgetragene Umkehrung grüner Ideale zum Wohle des Posten- und Pfründe-Erhaltes. Zu süß schmecken die Brotkrumen vom Tische des Kindlichen Kanzlers, da dürfen sie auch aus der Produktion der gestern noch verhassten schwarzen Kernklientel der heimischen Bauern kommen.


Kommentare:

Winterwind hat gesagt…

Bonus - Malus System? Hatten wir doch schon, nannten sich damals aber Zölle.

Anonym hat gesagt…

"Das ist äußerst klug, denn wenn die kommende Rezession mit unserem Wohlstand fertig ist, wird sich eh kaum noch jemand ein Auto leisten können."

Außer dem Schreiber dieser von Tiefsinn trotzenden Zeilen natürlich. Für ihn rollt der Rubel im wortwörtlichen Sinn für sein Kreml-Lohngeschreibsel so verlässlich, dass er sich locker auch den nächsten SUV leisten kann.

Ecki hat gesagt…

Die "schwarze Kernklientel" des Nährstandes ist schon lange nicht mehr so tiefschwarz, sondern inzwischen mit ziemlich kräftigen grünen Einsprengseln versehen.

der-5-minuten-blog hat gesagt…

Babyelefanten dürfen natürlich ins Porzellanmusuem mitgenommen werden!

Müssen sich aber an folgenden Einschränkungen halten:

-Rüsselkompatibler Mundschutz
-1,5 m Mindestabstand zu anderen Babyelefanten
-der Babyelefant muss anschließend sämtliches zerbrochenes Porzellan desinfizieren

Fragolin hat gesagt…

Werter Anonym.
Neid? Kann ich nichts dafür, dass du nichts Vernünftiges gelernt hast.
MfG Fragolin

Anonym hat gesagt…

werter anonym und werter Fragolin,

kriegt ihr euch jetzt schon in die Haare wegen eines SUV?

.....kleine Anekdote dazu.....

ein Bekannter von mir musste für seinen Freund einen Wagen von Wien nach Italien überstellen und weil er wusste, dass ich gern mal aus meine 4 Wänden rauskomme würde, lud er mich ein ihn zu begleiten. Der Vorbesitzer dieser *alten Karosse* war ein gewisser Elvis Presley ......das nenn ich mal ein Auto. Ich hab nur leider keinen Urlaub bekommen. *grml*

Aber die Vorstellung in so einem Ami-Schlitten auf ein Weingut in die Toskana zu fahren ....... einfach *superkalifragilistikexpialigetisch reizvoll*

Ganz allgemein jedoch denke ich, dass es vollkommen egal ist, wer welches Auto fährt.


PS: mein Bekannter war übrigens ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle .....ohne Hintergedanken - nur zur Klarstellung

mlg Grüßen alexandra