Mittwoch, 31. Mai 2017

Kopfschütteln werde ich ernten

... prophezeite mir LaPenseuse, als ich ihr diesen Artikel zu lesen gab, und meinte, ich hätte Lust, ihn auf meinem Blog zu verlinken.

Ich weiß: Meilen, nein: Lichtjahre!, liegen in mancher Richtung zwischen dem Blogger Thomas Baumann a.k.a. dilettantus in interrete (allein für dieses Pseudonym* muß man ihn wertschätzen! Auch wenn ich ihm als alter Lateiner mehrfach die korrektere Benennung delectator in interrete andiente, denn das 100% super-korrekte idiota in interrete wollte ich ihm freilich nicht zumuten ...) und LePenseur ... aber dennoch, aber dennoch ...

Warnung an alle ungläubigen Thomasse bzw. Thomae: das Lesen des folgenden Artikels kann Ihre Vorurteile zerstören. Es kann sie aber (je nach mentalem Verhärtungsgrad) auch erst verstärken. Das ist das Risiko, das Sie eingehen. Der linkende Blogbetreiber übernimmt für allfällige bleibende Schäden und sonstige Beeinträchtigungen keinerlei Haftung. Für Links sowieso nicht (aber das steht schon im Impressum). Also ... los geht's:
Eine erzählende Rezension zu:

Thomas Frings: »Aus, Amen, Ende? – So kann ich nicht mehr Pfarrer sein«
176 Seiten, gebunden, 16,99 €
Verlag Herder, ISBN 978-3-451-37797-6

Prolog

Anfang der 90er lernten wir uns kennen: Er Thomas, ich Thomas. Er kam vom Nieder-rhein, ich kam vom Niederrhein. Beide lebten wir im Exil im Münsterland. Er wurde 1987 zum Priester geweiht und amtete jetzt in seiner ersten Pfarr(verwalter)stelle; ich hatte im Jahre ´89 geheiratet und die Tochter war da. Ab 1993 führten dann unsere Wege auseinander.
Beide haben wir uns an der realexistierenden Kirche im deutschen Sprachraum abgearbeitet, er u.a. als Pfarrer und im Priesterrat, ich u.a. als Pastoralreferent und Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Und irgendwann war für uns Schluß in dieser Kirche, wie wir sie in Deutschland  vorfinden, auf den alten Feldern weiter zu arbeiten. Das ganze übrigens (Und ich hoffe ich tue dem anderen Thomas nicht unrecht) ohne eigentliche Glaubenskrise. Ach ja, eines noch, was uns verbindet: Die Kunst. Thomas Frings hat vor seiner Weihe Kunstgeschichte studiert und war Leiter einer bischöflichen Kunstkommission; ich bin seit 1995 Berufsmusiker und auch im Performancekunst-bereich tätig.

1. Akt: Von Facebook zum Buch

Am 14. 2. 2016 veröffentlichte Pfarrer Frings auf der Facebook-Seite seiner Pfarrei ein Manifest mit dem Namen „Kurskorrektur“. Hier beschreibt er, daß er so letztendlich nicht mehr Pfarrer sein kann. Das „Kann“ ist wichtig, weil die Sakramentenpraxis so nicht funktioniert - bei aller Wichtigkeit der kirchlichen Sakramente und Zeichen, weil die Glaubenspraxis und -weitergabe in den Gemeinden nicht funktioniert - bei aller Notwendigkeit des Glaubens, kann er - obwohl er gerne Priester ist - so nicht mehr Pfarrer sein. Am Ostermontag lasse er sich darum vom Bischof von seinem Amt als Pfarrer entpflichten.

Dieser Text liegt seinem Buch zugrunde….
Ich sage nur: Leseempfehlung! Und wenn Sie danach kopfschüttelnd meinen: jetzt ist der alte Penseur endgültig meschugge geworden ... sei's drum! Vielleicht sollten Sie den Artikel einfach nochmals lesen. Nur so ein Gedanke ...


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* und natürlich für seine im Blog-Header dokumentierte Freude an guten Zigarren!

1 Kommentar:

Gerd Franken hat gesagt…

Als Rheinländer und Katholik, der vor Gott einfach nur mal seine Ruhe haben will, habe ich diese Rezension natürlich schon gelesen. In diesem Fall ist die katholische Welt halt sehr überschaubar geworden. LaPenseuse kann beruhigt werden: Es nicken mehr mit den Köpfen als es den Anschein hat.