Montag, 23. Mai 2016

Ein knappe Mehrheit der Österreicher

... (sofern man dem verkündeten Ergebnis Glauben schenken soll) will offenbar eine Satrapie Brüssels sein. Will lieber nicht aufbegehren, weil das zu gefährlich, zu unbequem oder sonstwie nicht förderlich für die Karriere ist. Denkt sich: "Nach uns die Sintflut" oder "Meine Pension ist ja noch sicher" ...

Andreas Tögel hat es auf Ortner-Online heute früh schon recht treffend charakterisiert:
Van der Bellen steht als Kandidat – wie kein anderer – für das etablierte System. Er ist ein bedingungslos EU-gläubiger Zentralist, ein Mann der (nicht nur in Deutschland gescheiterten) Willkommenskultur, ein in der Wolle gefärbter Linker wie er im Buche steht. Alle – wirklich alle – relevanten Kräfte des Landes, die am Erhalt des maroden Status quo interessiert sind, haben sich im Laufe des Wahlkampfs auf seine Seite geschlagen. Eine derartige Koalition aus Gewerkschaftern, gegenwärtigen und ehe- maligen Parteigranden von Rot und Schwarz, Spitzenrepräsentanten der Kirchen-organisationen, Wirtschaftskämmerern, Funktionären der Industriellenvereinigung, Künstlern und Intellektuellen, hat Österreich niemals zuvor gesehen.
Die Diagnose ist zutreffend, wie gesagt. Nur Tögels Optimismus über die Zukunft kann ich nicht teilen:
Macht Van der Bellen das Rennen, bleibt dem Establishment der Trost, es noch einmal – vielleicht das letzte Mal – „geschafft“ zu haben und seinen Kurs weiterhin unbeirrt fortsetzen zu können. Zwei Jahre bleiben bis zur nächsten Wahl auf Bundesebene. Bis dahin wird auf der europäischen Bühne mit Sicherheit einiges passieren, was zu einer weiteren Stärkung der „Rechtspopulisten“ führen wird. Dann wird sich zeigen, ob der Grüne in der Hofburg es tatsächlich schafft, eine Dreierkoalition von Wahlverlierern (SPÖ und ÖVP werden dann eine der beiden anderen Linksparteien benötigen, um eine absolute Mehrheit im Nationalrat zustande zu bringen) zu installieren – die dann möglicherweise als Wegbereiter einer absoluten Mehrheit der „Rechtspopulisten“ bei der nächsten Bundeswahl fungiert. 
Van der Bellen wird ganz selbstverständlich und mit tiefster innerer Begeisterung eine Afghanistan-Koalition auch nur mit einer einzigen Stimme Mehrheit im Nationalrat angeloben, und wenn sich das immer noch nicht ausgehen sollte, mit den pinken Sockenpuppen des Herrn Haselsteiner dazu. Alles ist recht, was nicht "rechts" ist (und daher u.U. gefährlich für das Weiterschmarotzen und Umvolken).

Andererseits: ein Wahlsieg mit einem derartig geringen Vorsprung auf den Gegner könnte man einem Hofer nicht wirklich gewünscht haben. Insoferne also: wünschen wir diesem Van der Bellen viel Spaß, von beinahe der Hälfte der Wähler (oder, wenn wir von der plausiblen Annahme ausgehen, daß diesem Wahlsieg in den rot dominierten Städten entscheidend "nachgeholfen" wurde: von mehr als der Hälfte der Wähler) nicht hinreichend geschätzt zu werden, als daß sie ihm das Präsidentenamt zugetraut hätten.

Lassen wir den nun angeblich mit knapper Mehrheit Gewählten unser Mißtrauen und unsere Verachtung fühlen: nein, nicht unseren Haß ... das ist einerseits kontraproduktiv, und außerdem reicht es gegenüber solchen Figuren dazu einfach nicht. Verachtung gegenüber einem Opportunisten und linken Gutmenschen ist völlig ausreichend.

Als ich vor einigen Jahren gefragt wurde, ob ich aus Heinz Fischers Händen eine Auszeichnung entgegennehmen würde, winkte ich dankend ab und erklärte sinngemäß: eine Auszeichnung sei nur dann eine, wenn man sich dadurch auch ausgezeichnet fühle. Und bei einem Fischer käme ich mir bestenfalls "gezeichnet" vor. Zum Glück werde ich nicht in die Verlegenheit kommen, dies einem Kabinettskanzlei-Lakaien des jetzt angeblich gewählten Herrn Van der Bellen erklären zu müssen ...

Österreich war (entgegen dem bekannten Zitat) diesmal keine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält, sondern einfach feig. In der Hoffnung, von Brüssel weiter gemocht zu werden, und "Flüchtlinge" weiter nach Merkelstan durchschicken zu können. Und mit Lippizanern, Schnitzel, Sachertorte, Pepi Strauß und Sozialpartnerschaft ein lebenswertes Fleckerl Erde zu bleiben, auf dem man mit ein bisserl Einschleimen beim DITIB-Imam noch weiterhin (unauffällig, versteht sich!) zum Heurigen gehen darf, ohne von "Sittenwächtern" krankenhausreif geprügelt zu werden.

Ich bin nun einiges jünger als der nunmehr angeblich Gewählte, und habe daher (rein statistisch) gute Chancen, das Ende seiner Amtszeit zu erleben. Zwölf Jahre (und das wäre das Maximum, das unsere Verfassung hergibt) sind für jedes Land überlebbar. Das hat seinerzeit sogar Deutschland geschafft. Sogar unter Bomben und Granaten. Wir werden diesen Van der Bellen daher wohl ebenso überleben. Auch ohne Bomben. 

Und nochmals: Viel Spaß beim Amtieren, Herr Professor!

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Ich gehe davon aus, daß die Mehrheit der Österreicher für Hofer gestimmt hat. Die Mehrheit der Orientalen mit österreichischem Paß wird dagegen für den Grünen gestimmt haben.

kennerderlage hat gesagt…

@lepenseur

vllt. sollte man der fpoe diesen link zuspielen (falls die ihn noch nicht kennen):


http://derwaechter.net/studie-beweist-wahlfaelschung-in-deutschland-keine-ausnahme-sondern-die-regel

Was fuer D gilt wird fuer A wohl nicht anders sein.

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Sehr geehrter Penseur,

mich erschreckt, mit welcher Selbstverständlichkeit ich davon ausgehe, daß dieses Wahlergebnis eine Fälschung ist.

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Ich habe gerade auf "politically incorrect" im Kommentarbereich zu "Nationalspieler Ösil"s Mekkawallfahrt folgenden Hinweis zu einem Einzelergebnis aus Waidhofen an der Ybbs gefunden, der mich mehr als irritiert. http://wahl16.bmi.gv.at/1605-303.html Die Angabe zu den abgegebenen Stimmen im zweiten Wahlgang liegt bei 9000 Wahlberechtigten bei über 13.000, also 147%. ???

Anonym hat gesagt…

Also ich glaube ja nicht, dass das System noch 12 Jahre hält.

FritzLiberal