Mittwoch, 25. Mai 2016

Das ging ja flott!

Van der Bellen: Kein Regierungsbildungs-Auftrag für FPÖ

Alexander van der Bellen sieht es nicht "im Interesse Österreichs, sich von der Union abzunabeln."
Alexander van der Bellen sieht es nicht "im Interesse Österreichs, sich von der Union abzunabeln." / Bild: APA/AFP/JOE KLAMAR 
Der designierte Bundespräsident kritisiert im Interview mit den ARD- Tagesthemen den "EU-feindlichen" Kurs der FPÖ gibt Kanzler Kern einen Vertrauensvorschuss.
 (DiePresse.com

Einen Tag nach seinem Wahlsieg hat der künftige Bundespräsident Alexander Van der Bellen internationale Medientermine absolviert. Gegenüber der ARD hat er sein Nein zu einem Bundeskanzler Heinz-Christian Strache bekräftigt. Er werde der FPÖ nicht den Auftrag zur Regierungsbildung geben, sagte Van der Bellen in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen, das im Voraus auf deren Internetseite veröffentlicht wurde.
So schnell die Maske fallen zu lassen, Herr Professor, war zumindest taktisch unklug! Einen Tag nach der beschworenen Versöhnlichkeit und Gesprächsbereitschaft den Knüppel rauszuholen und gegen die FPÖ zu hetzen (deren Kandidat immerhin fast gleichviel, und ohne die dringend zu vermutenden Wahlfälschungen von linker Seite vielleicht sogar mehr Stimmen erhalten hat), das wird beim Wähler nicht eben gut ankommen.

Sollte eine Wahlanfechtung nicht stattfinden oder sich die Fälschungen nicht erweisen lassen (was dann vielleicht auch am mangelnden Eifer der Justiz gelegen sein könnte ...), mag Van der Bellen legal als Bundespräsident amtieren. Ob auch legitim, das darf hingegen seit seinen gestrigen Auslassungen, noch dazu gegenüber Auslandsmedien, bezweifelt werden. Doch er kann versichert sein: es wird in der Realpolitik Mittel und Wege geben, bspw. nach einem Brexit, einem Zerbrechen der Euro-Zone oder einem weiteren Jahr ungezügelt einflutender Invasorenbanden aus Afrika, dem Kaukasus und Nahost, seine jetzigen markigen Worte zu Makulatur zu machen, und ihn auf jenes staatsnotarielle Amtsverständnis zu reduzieren, das ihn nicht als folgsamer Satrap Brüssels (und der Bilderberger) gegen die Interessen Österreichs agieren läßt.

Auch wenn seine Physiognomie Assoziationen an einen alten Tiger erwecken mag, möge er bedenken, daß viele ungestüm losspringende Tiger danach als Bettvorleger geendet haben. Was sich angesichts der bei ihm jetzt bereits deutlich erkennbaren Alterdefizienzen (wohlgemerkt, um keine Mißdeutungen aufkommen zu lassen!) ganz ohne Kugel oder sonstige Gewaltanwendung bewerkstelligen lassen wird.

Schon Klestil (und der war immerhin mit einem gewaltigen Vorsprung, nämlich fast doppelt so viel Stimmen wie sämtliche Gegenkandidaten zusammengenommen, gewählt worden) hat sich an dieser Kraftmeierei blamabel überhoben. Und dem grünen Professore wird's dabei nicht anders gehen. Wetten wir...?

Kommentare:

Ich_hab_ihn_nicht_gewählt! hat gesagt…

Ad Wahlfälschungen: Es ist nicht ganz auszuschließen, dass bei den Wahlkarten ein wenig nachgeholfen wurde (solche Anschuldigungen gab's ja schon früher, da haben sich aber die Grünen über die SPÖ aufgeregt).

Andererseits muss man auch sagen: Der Vorsprung Hofers am Sonntag war mit 144.000 Stimmen einfach zu gering. Man braucht halt eine gewisse Reserve, um nicht wegen ein paar kleinerer Fouls knapp zu verlieren.

Die Wahl wurde in Wien verloren, da war das Ergebnis einfach zu schwach. Trotzdem ein sensationeller, grandioser Erfolg für Hofer - einer gegen das System, so weit muss man erst mal kommen.

Anonym hat gesagt…

Seit einer Weile glaube ich nicht mehr an den Klapperstorch, den Weihnachtsmann und den Osterhasen - nach Heinrich Zille is det allet bloß Vata - aber darüber hinaus auch nicht an die sogenannte Demokratie, und Wodan sei mein Zeuge, dabei bin ich von geringer Herkunft.
Wenn die ofenkundigen Ungereimtheiten bei der Wahl nicht von der FPÖ sine ira sed cum studio mit der angemessenen Schärfe angegangen werden, und das werden sie wohl nicht, dann darf man das alles unter Affenzirkus abbuchen.
D.a.a.T.