Mittwoch, 13. November 2019

»Gibt es einen neuen BVT-Skandal?«

... fragt Alexandra Bader, die verdienstvolle Investigativ-Journalistin in ihrem jüngsten Artikel bei den »Ceiberweibern«:
Wie zu erwarten, klärt sich manches nach der Wahl oder erweist sich als Rohrkrepierer. Deshalb scheitert der Ex-Abgeordnete Peter Pilz kaum beachtet zweimal vor Gericht, der nun nicht mehr im Parlament den „Aufdecker“ spielen kann. Außerdem wird mit einem Leak deutlich, dass Ex-Innenminister Herbert Kickl tatsächlich Grund hatte, im BVT aufzuräumen; er hat keine Chance, je wieder in eine Regierung zu kommen. Und es gibt Enthüllungen zur Ibizagate-Seilschaft, die den ausgeknockten Ex-Politiker Heinz Christian Strache indirekt rehabilieren, was ihm auch nichts mehr nützt. Damit werden auch in die SPÖ reichende Netzwerke bekannt, die eine Nicht mehr-Regierungspartei in schiefem Licht erscheinen lassen, was nicht so tragisch ist. Zunächst aber wird dem von Kickl vorübergehend suspendierten und dann wiedereingesetzten BVT-Chef Peter Gridling nichts anderes übrig bleiben, als den Hut zu nehmen. Bezeichnend ist, dass er sich von Pilz gängeln hat lassen und dass er sinnlose „Agentenjagten“ veranstaltete. 
Lesen. Staunen. Nochmals Lesen. Sich fassungslos an den Kopf greifen. Verstehen, warum Herbert Kickl sofort weg mußte, als er begonnen hat, diesen Augiasstall auszumisten. Fürst Metternich hatte Unrecht, als er meinte, der Balkan beginne am Rennweg*). Ich würde solche Verhältnisse, wie sie Alexandra Bader aufzeigt, eher in Anatolien oder Nigeria verorten. Oder dort, wo man insbesondere Bananen anbaut ...

Ältere Leser dieses Blogs werden sich vielleicht noch an die legendäre Ansage im »Watschenmann« erinnert fühlen:

»Solchene Sachen lassen sich nicht erfinden,
nicht einmal von unserem Etablissement!«


 -----


*) für Nicht-Wiener: wichtige Ausfallstraße Wiens nach Südosten.

1 Kommentar:

raindancer hat gesagt…

Gerade wenn man aus der IT ist weiss man, das solche Prüfungen reine Etiketten sind.
Man bekommt für gewisse Sicherheitsstufen, verschiedene Etiketten.
Nicht falsch verstehen, security ist wichtig, das allein ist aber sicher kein Skandal. Solche Prüfungen finden alle paar Jahre statt und es war sicher nichts Neues.
Es scheint eine Art "gefundenes Fressen" für oe24 zu sein.
Der normale Bürger hat davon sowieso keine Ahnung und lässt sich alles erzählen.
Kickl wollte ganz sicher nicht wegen der IT Richtlinien aufräumen und ganz sicher wird Gridling deswegen nicht gehen.