Donnerstag, 7. Dezember 2017

Wenn man meint: »Bescheuerter geht's nimmer!« — wird einem demonstriert: doch, es geht ...

DieKrone berichtet:

Homophobie-Vorwürfe
07.12.2017 14:34

Porno-Königin tötet sich nach Twitter-Shitstorm


Sie war erst 23, zweifache Gewinnerin der "Adult Video News Awards" und geschickte Nutzerin sozialer Netzwerke wie Twitter: Porno-Starlet August Ames. Jetzt ist die junge Kanadierin tot. Sie soll sich nach einem beispiellosen Twitter-Shitstorm umgebracht haben.

Anfang der Woche hatte die Darstellerin, die schon in 270 Pornos mitgewirkt hat, einen kontroversen Tweet abgesetzt. Darin outete sie laut dem Nachrichtenportal News.com einen Branchenkollegen, mit dem sie am nächsten Tag einen Film drehen sollte, als homosexuell. Sie werde sich für diesen Dreh nicht zur Verfügung stellen - aus gesundheitlichen Gründen, wie sie sagte.

Der Tweet entwickelte schnell eine Eigendynamik, immer mehr Twitter-User warfen der jungen Frau vor, sie würde Homosexuelle diskriminieren.

August Ames stellte am Tag nach ihrem ersten Tweet klar, dass sie nicht homophob sei und es ihr leidtue, wenn sie mit ihrem Tweet Homosexuelle beleidigt habe. Es gehe ihr einfach um ihre Gesundheit. "Mein Körper, meine Regeln."

Doch es war zu spät: Der Shitstorm tobte bereits. Viele Twitter-User ließen die Entschuldigung nicht gelten und bliesen zur verbalen Jagd auf die junge Frau. Sie sei "die dümmste Frau, die ich in 15 Jahren in dieser Industrie getroffen habe", twitterte ein Darsteller. Andere nannten ihre Bedenken "Bullshit". Ein weiterer Darsteller: "Die Welt erwartet deine Entschuldigung - oder, dass Du eine Cyanid-Pille schluckst."

Es folgte noch ein - mittlerweile gelöschter - Tweet mit dem Wortlaut "Fuck You". Es war das letzte Lebenszeichen von August Ames. Wenig später beging sie Selbstmord.
Also kurz zum mitschreiben: da will sich eine Porno-Darstellerin nicht von einer Schwuchtel poppen lassen (in der Porno-Branche ja durchaus vermutlich ohne Gummi, und üblicherweise auch anal), weil sie ihre Gesundheit nicht gefährden will. Angesichts der gegenüber der normalen Sexszene ganz unvergleichlich höheren Durchseuchungsrate der Schwulenszene mit HIV ist das ein keineswegs un- nachvollziehbarer Wunsch.

Deshalb »die dümmste Frau, die ich in 15 Jahren in dieser Industrie getroffen habe« genannt zu werden, läßt an der Intelligenz des betreffenden Zwitscherers zweifeln: so saudumm wie er mit seiner Meldung kann die Tote denkmöglich nicht gewesen sein!

Schließlich geht es die Twitter-Gemeinde einen feuchten Staub an, ob Frau A mit Herrn B ficken mag oder nicht — es ist doch wohl ihre höchstpersönliche Sache, darüber zu entscheiden. Vermutlich wird aber die Sache nicht bloß ein Shitstorm, sondern ein massives rechtliches (d.h.: existenzgefährdend finanzielles) Problem gewesen sein, das dem Porno-Starlet den vermutlich gar nicht so freien Freitod als mildere Lösung nahelegte, wie ein Krone-Leser wohl zurecht mutmaßt:
... wird wohl drum gegangen sein aus dem Vertrag für den Film auszusteigen, nachdem August Ames erfahren hat, was für andere Szenen ihr Filmpartner sonst noch dreht. Mögliches Szenario: Produzent war dagegen, Pönalezahlung ist die Folge, Emotionen gingen hoch und das Resultat ist bekannt
Angesichts der gutmenschlichen Hirndeformation auch in der US-Justiz ist nämlich durchaus davon auszugehen, daß wohl jemand aus Gründen einer meist faktisch inexistenten »Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen« vor Gericht obsiegt, aber für Bedenken aufgrund der keineswegs inexistenten, sondern signifikant höheren HIV-Rate unter Schwulen den gestreckten Mittelfinger gezeigt — und vielleicht noch einen Strafprozeß wegen »Haßverbrechens« reingewürgt bekommt.

Mir ist es ja egal, ob sich zwei Hinterlader auf bekannte Weise betätigen — sollen sie, wenn's ihnen nicht graust. Sie sollen mir nur nicht zu verklickern versuchen, daß es »ganz normal« wäre. Wäre es das, dann hätte Gott (bzw. Mutter Natur) die Menschen-Männchen mit einer an den Mastdarm angeschlossenen Gebärmutter ausgestattet. Ist nicht der Fall — also fällt es unter das weite Feld sexueller Deviationen, die halt zum Pläsier geübt werden. Soll sein, wenn's wer mag. Es bleibt mir allerdings unbenommen, über derlei Belustigungen zu denken wie ich will — und das auch kundzutun.

Toleranz ist nämlich keine Einbahnstraße. Auch wenn afghanische Frauenzwangsbeglücker, grüne Gutmenschen, linke Weltverbesserer und schwule Aktivisten das anders sehen.

»Shove it up your ass«, kann ich dazu nur sagen ...

Kommentare:

Coito ergo sum hat gesagt…

Erst der Regiebefehl zum Arschfickerficken und dann auch noch ein politisch korrekter Shitstorm. Das kann den sensiblen Seelenkörper so eines emsig kopulierenden und zwitschernden Popstars dann schon mal in die ultimative Deprikrise stürzen.

Das Porno-Mädel hätte auf Flüchtling umschulen und bei uns Asyl beantragen sollen, dann wäre sie noch am Leben ... oder auch nicht bei der Menge an ebenfalls importierten Fickificki-Freiern, die total antirassistisch ungebeten jede Frau bereichernd beschnackseln.

Biedermann hat gesagt…

Ein Mordsbusiness, ein devianter Mob – und ein asoziales Medium im Zeichen eines harmlosen blauen Vögelchens.
Finde den Fehler.
Nicht so ganz OT: Eine anderer Sympathieträger, der sich als "gut" bezeichnet und neuerdings den ehrwürdigen Namen des Alphabetes okkupiert, ist mittlerweile ein aufstrebender Zweig des militärisch-industriell-asozialen Komplexes. Stichwort: Kampfroboter. Finde den Fehler.

Als nicht-so-kuschelige-Nachtlektüre empfehle ich den "Golem" des genialen Stanislaw Lem, und, als Begleitung: Gräfrath, "Lems Golem".
In diesem Zusammenhang eröffnet auch der Telepolis-Artikel "Roboter als Staatsbürger"* von Roland Benedikter neue Einblicke in den Bereich der – menschlichen und künstlichen – (Un)Intelligenz.

Für die Vergnügungsbranche dürfte aber der erotisierende Cyborg eine Lösung bieten. Der störende menschliche Faktor und die Obszönität des Todes entfiele dann.

* Zitat aus dem o. g. Artikel: […] Mit Bürgerin Sophia bricht nicht laut ihren Erbauern eine neue Zeit an. Nicht mehr nur die neuen geistigen Proletarier, die eine Nacht auf der Straße kampieren, um als erste das neue iPhone mit KI-Gesichtserkennung zu ergattern, werden in Zukunft die Geschichte bestim- men. Sondern "Sophia", deren Name von den Technoenthusiasten bewusst gewählt wurde, ist Programm: Weisheit erscheint künftig als technologisch, und wenn es geht, dabei auch noch "weiblich" - für alle diejenigen, die sie "gebrauchen" wollen.
Und ein Schelm sei, wer Schlimmes bei der Bezeichnung von Sophia als "hot" oder "sexy" denkt - wie die Zeitschrift "Businessinsider", die den Titel groß aufmachte, nur um ihn bald wieder wegen politischer Inkorrektheit in Zeiten sexueller Belästigungsvorwürfe zu löschen. Dass Microsoft-Gründer Bill Gates im November 2017 erneut sagte: "Der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz ist die wichtigste Entwicklung unserer Zeit. Ich weiß überhaupt nicht, wie man sich darüber nicht Sorgen machen kann" […]
Lesenswert!

Biedermann hat gesagt…

Nachtrag zum letzten Kommentar, (um Vergebung, cher Penseur, dass ihr Bericht über die tragische Maid zum Kristallisationskeim für die vielen Worte wurde):

Bei Wiederlesen des Artikels von Benedikter fällt ein Lapsus in folgendem Satz auf: "Mit Bürgerin Sophia bricht nicht laut ihren Erbauern eine neue Zeit an." Das "nicht" als Freud'sche Fehlleistung verdient ein dickes (sic!).