Mittwoch, 17. Dezember 2014

Zur Einstimmung auf Weihnachten




... bringt LePenseur dieses Jahr altes Kulturgut: die lateinischen O-Antiphonen, sieben an der Zahl, die im Stundengebet vom 17. bis zum 23. Dezember vor und nach dem Magnificat der Vesper, also des Abendgebetes, werden. Sie fangen also heute an mit:



O Sapientia,
quae ex ore Altissimi prodisti,
attingens a fine usque ad finem,
fortiter suaviterque disponens omnia:
veni ad docendum nos viam prudentiae. 




O Weisheit,
hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten,
die Welt umspannst du von einem Ende zum andern,
in Kraft und Milde ordnest du alles:
Komm und lehre uns den Weg der Einsicht!



»Umfrage zu CIA-Bericht: Mehrheit der US-Bürger für Folter«

»Jeder zweite US-Bürger hält die harschen Verhörmethoden der CIA im Kampf gegen den Terrorismus für gerechtfertigt. Nur jeder Dritte lehnt die Folterung von Terrorverdächtigen ab.«
... schreibt die NZZ. Nun ist der Euphemismus, Praktiken wie bspw. das »waterboarding« (bei dem dem Delinquenten bis knapp vor dem Ersticken der Kopf unter Wasser gehalten wird, und das nicht etwa ein-, zweimal, sondern dutzende Male in kurzer Zeit) bei Verhören als »harsche Verhörmethoden« zu bezeichnen, etwa so geschmackvoll, wie die Hungerrationen der KZ-Häftlinge zu Nazizeiten als »harsche Diäternährung« zu charakterisieren, aber von dieser Finesse abgesehen: es ist doch irgendwie erhebend (nämlich: für den Mageninhalt), wenn man liest, daß das Leuchtfeuer der Demokratie, das Land der Gerechtigkeit, also ganz einfach: die U.S.A. mehrheitlich von Leuten bewohnt wird, die das Foltern von ohne Rechtsgrundlage Festgenommenen eigentlich ganz okay finden. 

Dies nur für den Fall gesagt, daß irgendwer den LePenseur-Blog des »Anti-Amerikanismus« zeiht. Die Antwort wäre darauf nämlich: »Ach, Sie finden also auch, daß das Foltern von illegal Verhafteten und Verschleppten in Ordnung ist ...?«

Dienstag, 16. Dezember 2014

Sogar im »Standard« finden sich bisweilen brauchbare Artikel

Selten, aber doch. Bspw. der in der letzten Wochenendausgabe über die »Generation 45 plus«:
45 plus: Zwischen Beschleunigungswahn und Abstellgleis
Analyse | Heidi Aichinger, Karin Bauer
13. Dezember 2014, 17:00

Die Arbeitslosigkeit zur Lebensmitte steigt rasant. In vielen Branchen gehören bereits Mittvierziger zu einer gefährdeten Spezies

Das waren noch Zeiten. Nach der Ausbildung reinschuften, geduldig aufbauen, aufsteigen. Zur Lebensmitte dann am Zenit der beruflichen Karriere, noch ein paar sichere Jahre der Ernte vor sich und dann mit wohlerworbenem Abfertigungspaket nach Abschiedsumtrunk und herzlichem Dank in die frühe Pension. Wie herrlich dann auch immer die Wirklichkeit des ersehnten Ruhestandes tatsächlich sein mochte.

Jedenfalls: Ein Blick in die Welt von gestern. Willkommen im Postwachstum. Und das ist keine spaßige Veranstaltung: Heute finden fast 86.000 Menschen der Generation 50 plus in Österreich keinen Job mehr - die Steigerungsraten in dieser Altersgruppe der Arbeitslosenstatistik sind monatlich zweistellig. Die Politik aber fordert eine Verlängerung der Arbeitszeit vom faktischen Pensionsalter, das derzeit bei etwas über 58 Jahren liegt, hin zu einem Erwerbsleben, das erst mit 65 oder gar 67 Jahren endet.
Wie so oft stellt dieser Artikel zwar richtige — und wichtige! — Diagnosen, nur: die Therapie ist das eigentlich Nötige, und die ist weit und breit nicht in Sicht. Wenigstens nicht in Österreich, das von Kammer- und Gewerkschaftsapparatschiks, genannt »Sozialpartnerschaft«, ver- und zerwaltet wird.

Eines ist aber klar: wer nun auf Umverteilung setzt, »damit es allen beser geht«, statt auf Innovation, der wird in wenigen Jahren Österreich weit hinten finden. Denn
Die Umverteilung ist wichtig,
aber nicht die Lösung. Schon jetzt leisten "die Reichen" (Top 3,5% Einkommensbezieher, > 70000 p.a.) mehr als 50% der netto Einkommensteuern, die nur theoretisch mögliche vollständige Besteuerung der Top 10% Vermögen (ca. 1 Billion, Hälfte des Gesamtvermögens) mit 1 % bringt pro Einwohner max. ca. 1200 € jährlich.
Damit kann man keine Mindestsicherung bezahlen!
Nicht einmal theoretisch wäre das Problem mit einer radikalen Umverteilung zu lösen, sondern nur durch eine völlige Neugestaltung der Arbeitswelt, mehr Gesundheitsförderung und Weiterbildung.
Da wir Geld nicht essen können, ist Wohlstand die Summe unserer aller Leistungen.
Das soziale Experiment der fast perfekten Gleichverteilung wurde 70 Jahre gelebt, es ist kläglich gescheitert! 
... schreibt Kommentarposter »Querulix« zutreffend. Die »Standard«-Leserschaft gibt ihm dafür 15 negative, und nur 3 positive Bewertungen. Wer hätte freilich etwas anderes erwartet ...

Warum nicht zur Abwechslung einmal E.T.A. Hoffmann?



1806 schrieb dieser eine in edler Klassik fließende Symphonie in Es-Dur, die in makelloser Qualität wohl nur wenig Vergleiche zu scheuen braucht. Statt in unseren Konzersälen die immergleichen Standardwerke kanonisierter »Klassiker« wiederzukäuen, und dann — pro forma — das Publikum mit ein paar zeitgenössischen Schrägklängen zu erschrecken (um so zu »beweisen«, welche einfallsreiche Programmgestaltung man doch bietet), wäre es doch weitaus erfreulicher, das überreiche, und doch so schmählich brachliegende Feld klassischer Kompositionen der »zweiten Garnitur« zu bestellen.

Montag, 15. Dezember 2014

Ein nicht unplausibler Artikel

... von Dmitry Kalinichenko wird im »Gelben Forum« zusammengefaßt wie folgt zitiert:
Der Westen ist in einer wahrhaft tragischen Situation, was aber von den Medien und der Öffentlichkeit vollkommen verschwiegen wird. Putins Verhalten erinnert an Schach, aber auch an Judo, wo die Aktionen des Gegners zum eigenen Vorteil genutzt werden. Nur wenige Leute verstehen bisher, was er macht.

Putin verkauft Öl und Gas nur noch gegen physisches Gold. Er nimmt zwar Papiergeld, tauscht dieses aber sofort gegen Gold um. Physisches, kein Papiergold, wofür er den schönen Namen Shit-Coins benutzt.

Als Beispiel wird das 3. Quartal 2014 angeführt, in dem Russland 55 Tonnen physisches Gold gekauft hat. (Ob das im Wert ungefähr dem verkauften Öl und Gas entspricht wird jedoch nicht mit Quellen belegt.)

Es kommt der Hinweis auf britische und amerikanische Experten, dass Europa (bzw. die Welt) ohne Gas und Öl von Russland nicht überleben kann,

Russland brauche der niedrige Ölpreis nicht zu jucken, alle Erlöse werden sofort in Gold getauscht, dass es noch dazu auch noch künstlich verbilligt zu kaufen gibt. Die USA haben sich somit durch ihren ESF (Exchange Stabilization Fund), der den Goldpreis künstlich niedrig hält, im Endeffekt selbst ins Knie geschossen, da Putin sich über den niedrigen Goldpreis freuen kann.

China ist mit im Boot und verhält sich ähnlich wie Russland, was für beide sehr vorteilhaft ist. Papiergeldbuchungen werden zwar noch zur Verrechnung benutzt, aber im Endeffekt kauft Russland von China Waren gegen Gold und China kauft von Russland Energie gegen Gold. Das einzige, was bei diesem "Festival of Life" zwischen beiden Ländern nicht gebraucht wird, ist der US-Dollar, der immer mehr von der Bildfläche verschwindet.

Der Countdown zum Ende der Dollar-Vorherrschaft läuft und der Westen kann nichts machen. Auch die westlichen Goldvorräte sind nicht unendlich, und je mehr Papiergeld gegen Gold aufgewertet wird, desto billiger wird das Gold für Putin und desto schneller strömt es in den Osten.

Bereits jetzt strömt das Gold so schnell nach Russland und in die BRICS, dass dem Westen keine Zeit mehr für Gegenmaßnahmen bleibt, bevor die gesamte westliche US-Dollar-Welt zusammenbricht.

Der Westen hat seine Dollar-Vorherrschaft bisher nur mit zwei Methoden verteidigen können:
1. Bunte Revolutionen. Für Russland sehr unwahrscheinlich, da Putin großen Rückhalt im Volk hat.
2. Krieg. Aber Russland ist nicht Jugoslawien oder Libyen. Der Westen kann nicht mit herkömmlichen Militär einmarschieren und einen Krieg gegen Russland gewinnen. Die NATO weiß das.

Genauso unmöglich ist ein Atomkrieg gegen Russland. Es ist technisch nicht möglich, einen Gegenschlag zu verhindern, nach dem die Überlebenden die Toten beneiden würden. Außer Bakterien, mutiert durch Strahlung, würde nichts übrigbleiben.

Die auswegslose Situation des Westens dürfte den führenden Köpfen bekannt sein, wird aber verschwiegen, da niemand einen Ausweg weiß.

Würde die Öffentlichkeit davon erfahren, kämen unweigerlich die schrecklichsten Fragen an die Regierungen:

Wie lange reicht das physische Gold, um russische Energie zu kaufen?

Was passiert, wenn das physische Gold alle ist und kein russisches Öl und keine chinesischen Waren mehr gekauft werden können?

Niemand weiß eine Antwort. Die Situation lautet schachmatt. Das Spiel ist vorbei. 
Nun, warten wir ab. Auch das Schachspiel lebt von Überraschungen. Aber, wie gesagt: unplausibel klingt das ganze nicht ...

»Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen.«

Dies steht, nach Appellen an die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten,  in einem Aufruf, den eine beachtliche Zahl prominenter Deutscher unterzeichnet hat. Nach Auflistung der »Zeit«:
Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize - Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)
Es gemischte Gesellschaft, zugegeben, in der sich gefallene Käßfrauen ebenso tummeln, wie div. patentierte GutmenschInnen, medial geförderte Bühnenpromis & Co.

Aber einige Namen überraschen doch positiv, z.B. Herzog, Diepgen, de Maizière (wenn auch nur der Lothar) von der schwarzen, Schröder und Vogel von der roten Seite. Von den transatlantisch gekauften Medien (m.a.W. also fast allen) wird die Sache natürlich gaaaaaanz sachte geköchelt, aber irgendwie merkt man, daß die unfehlbare Deutungshoheit schön langsam zu bröckeln anfängt. Die Bürger wollen sich nicht länger den Dummschwatz unserer Politruks und ihrer medialen Ausführungsorgane über die Verwerflichkeit von PEGIDA, die Ungefährlichkeit, ja Notwendigkeit massenhafter Neger- & Muselimporte übers Mittelmeer, die Alternativlosigkeit der EU-ClubMed-Haftungen, die Bösartigkeit Putins und die  Demokratie Amerikas, die einen entschlossenen »Kampf gegen Terror« führen muß, anhören. Es reicht ihnen einfach. Einige Prominente haben das erkannt, und proben wenigstens angesichts des von der US-East-Coast fremdgesteuerten Wahnwitzes der Rußlandsanktionen ein wenig den Aufstand. Nicht viel, aber immerhin ein erstes Zeichen. Mögen weitere folgen!

Die Medien tun sich nichts Gutes, wenn sie weiterhin auf Zeit spielen und die Sache aussitzen wollen. Schon heute informieren sich — speziell die jüngeren — Menschen nicht mehr über gedrucktes Papier, sondern online. Und jede Medienlüge (von denen es jeden Tag so viele gibt, daß man sie kaum zählen kann!) wird dort recht schnell widerlegt. Beruflich-lobbyistische Hintergründe zu Redakteuren zu recherchieren ist zwar noch nicht wirklich leicht, aber für Otto Normalverbraucher mit vertretbarem Zeitaufwand immerhin bereits heute möglich.

Solange Medien nicht begreifen wollen, daß zwischen (faktenbasierter) »Berichterstattung« und dem »Kommentar« dazu strikt zu unterscheiden ist, werden sie aus ihrem Glaubwürdigkeitstief nicht herauskommen. Und sich damit marginalisieren. »Und Tschüß mit Ü!« — wie der Wiener sagt ...

Sonntag, 14. Dezember 2014

Und die Gewinnerin ist ...



ROLENE STRAUSS






Jetzt weiß ich nicht, ob ich mich freuen soll, daß ich die Richtige erraten habe, oder ärgern, weil ich ja vorausgesagt habe, daß sie's nicht wird, oder irritiert sein, daß ich offenbar einen gaaanz mainstream-gemäßen Geschmack habe, was Frauenschönheit betrifft ...

Ach was! Herzliche Gratulation an die frischgekrönte Miss World 2014!

Lesser Pleasures ...

Heute ist es (wenn LePenseur die Gazetten richtig interpretiert) wieder einmal so weit – die Wahl der  ....
MISS WORLD 2014

... geht über die Bühne. 122 (mehr oder, teils, ein bisserl weniger) schöne Mädels liefern sich einen Kampf bis aufs Messer Stockerl. Und LePenseur hat schon bei kurzer Durchsicht seine Favoritin entdeckt, wissend, daß sie's nie und nimmer werden wird — aber was soll's ... es geht nun mal nicht gerecht zu in der Welt, und warum sollte es also bei Missenwahlen anders sein? Dennoch, Hand aufs Herz: was läßt sich gegen Rolene Strauss aus Südafrika einwenden? Ist sie nicht der inkarnierte Beweis, daß aus Afrika auch bildschöne, blond-brünette Frauen kommen können, nicht bloß stumpfgesichtige Boots-»Flüchtlinge« in unsere Sozialnetze, Ebola-Virenträger und Drogendealer? Nun — Vorhang auf also für »LePenseurs Kandidatin«:

ROLENE STRAUSS

Sie hat Chique!


Sie hat Stil!


Sie hat Charme ...


... eine gute Figur ...


(auch im Bikini)


... strahlt Glamour aus ...


... und hat ein reizendes Lächeln!


Warum also sollte Rolene Strauss daher nicht Miss World 2014 werden? Na, klar doch: wenn schon eine aus Afrika, dann muß sie pigmentiert sein, und am besten eine Muselmanin dazu (lesbisch und unehelich geboren wäre zwar ideal, muß aber hinter dem damit eher schwer vereinbaren Kriterium »muselmanisch« zurücktreten). Und seit dem Song-Contest-»Sieg« der Wiener Bartwurst wissen wir, daß bei derlei Veranstaltungen mehr geschoben wird, als auf einem Frachtenbahnhof. Es wird also nicht eine, die es wegen ihres Äußeren verdient, sondern eine, die »ins Konzept paßt«. Also sicher nicht Rolene Strauss...


Samstag, 13. Dezember 2014

Niemand ist für seine Kinder verantwortlich

Genauer gesagt: sobald sie selbst strafmündig geworden sind. Selbst ein ehemaliger Ministerpräsident von Niedersachsen nicht. Der lächelnde, alte Herr auf dem Klappstuhl hat Deutschland in Gestalt seiner Tochter freilich ein Erbe hinterlassen, das man am liebsten ausschlagen möchte.

Es selbst war ein ehrgeiziger Politiker, der — ziemlich überraschend — 1976 durch eine politische Kabale zum Ministerpräsidenten Niedersachsens wurde, und in dieser Funktion nach mehr als vierzehn Jahren wegen der sogenannten Spielbankenaffäre nach einer knappen Wahlniederlage von Gerhard Schröder abgelöst wurde. Wodurch der Weg Gerhard Schröders vom unbedeutenden Provinzpolitiker zum späteren Bundeskanzler seinen Anfang nahm (ob dessen Revirements für Niedersachen bzw. Deutschland jeweils positiv zu werten waren, darf füglich bezweifelt werden) ...

Heute hat er alte Herr nach langer Krankheit seine Lebenspilgerschaft beendet. Er hat es gut, und es kommt einem der knappe »Säerspruch« von Conrad Ferdinand Meyer in den Sinn:
Bemesst den Schritt! Bemesst den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht.
Die Ruh ist süß. Es hat es gut.

Hier eins, das durch die Scholle bricht.
Es hat es gut. Süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt
Und jedes fällt, wie's Gott gefällt.
Meyer erwähnt in seinem Spruch nicht das Schicksal der Körner, die auf den Weg oder unter die Dornen gefallen sind. In der Realität freilich müssen wir auch — und gerade! — mit solchen Körnern leben ...

Anja Garms von der »Welt« hat's geschafft!

Näheres hier. Und, Hand aufs Herz: wer hätte bei einer Journalistin der »Welt« ein anderes Ergebnis erwartet ...?

Heute vor acht Jahren

... begann dieser Blog mit seinem ersten Posting: am 13. Dezember 2006, um 11:56, ätzte LePenseur erstmals gegen den Zeitgeist, der (wie man sieht) damals wie heute als gutmenschliche Flatulenz über die Lande wehte:

Warme Luft

In der Wiener Tageszeitung »Die Presse« darf ein gewisser E. Michael Braun über den Klimawandel philosophieren. Weise Sätze (»Um die Umwelt wieder ins richtige Lot zu bringen, wären wir aber gezwungen, unsere Lebens-gewohnheiten radikal zu verändern«) wechseln mit nostalgisch-resignativer Erinnerung an jene heilen Zeiten der 68er-Generation, als das Establishment zwar böse war, die Guten – m.a.W. die Linken – jedoch genau wußten, wie man sie besser machen könnte. Doch heute? »Der Anspruch auf Gleichberechtigung gehört zwar noch zu den grundsätzlichen Forderungen linker Bewegungen, aber an deren praktischer Umsetzung hat man längst aufgegeben zu arbeiten« – Ach, wie schade, kann man da nur sagen ...

Nun, welche Rezepte bietet uns Herr Braun? »Zu Rettung des Klimas müssten die Armen ihre Forderung nach Wirtschaftswachstum aufgeben, und die Reichen müssten sich von ihrer Mobilität verabschieden. Beide Schichten wären gezwungen, ihre Ernährung umzustellen und mit einem völlig neuen Umweltbewusstsein zu leben beginnen. Daran denken weder die Armen und schon gar nicht die Reichen.« Das ist in der Tat scharfsinnig erkannt! Es würde nämlich schlicht und einfach nicht funktionieren. Aber das braucht es ohnehin nicht, denn: »Es ist ein Viertel nach zwölf, und mit jeder Stunde, in der wir nicht an der Klimawunde arbeiten, sinkt die Chance, unsere Erde zu heilen«! Was immer man heilen wollte, »ein Viertel nach zwölf« dürfte jedenfalls schon zu spät sein.
Heute, 2358 Postings später, wissen wir: Gender, Klima & Co. waren damals die Fixbestandteile der Debatten unserer Meinungsmacher und Weltdeutungs»eliten«, und sind es auch bis heute geblieben. Selbstmurmelnd garniert mit »Kampf gegen Rechts«, transatlatlantischem PR-Newspeak und was sonst noch zu den eisenen Standards der Blabla-Produzenten gehört. 

Es sind längst nicht die Lerche und nicht die Nachtigall, sondern es ist das Murmeltier, das den Ton des öffentlichen Diskurses prägt ...

Dienstag, 9. Dezember 2014

Und damit verabschiedet sich LePenseur

... für einige Tage in den sonnigen Süden. Ob ihm am Strand solch ein Bikini-Mädchen »unterkommt«


wagt er nicht zu prognostizieren (seine Frau wird es vermutlich zu verhindern wissen) — aber immerhin: Sonne, Meer und Entspannung tun gut. Nerven schonen für weihnachtliche Familienbande

Adios, amigos ...

Montag, 8. Dezember 2014

»Der Papst projiziert seine eigene Hirnstruktur auf Gott«

Eine bemerkenswerte Erkenntnis, welche Blogger-Kollege »Geistbraus« aus den jüngsten Äußerungen des römischen Oberhirten (man könnte auch sagen: Obersthirten bzw. Generalhirten) über den erfolgreichen Abschuß von Kardinal Burke destilliert. In der Tat: LePenseur hat im Verlauf seines Lebens — zählen wir schnell mal nach: den großen Pius, Johannes den Dicken, Hamlet, zweimal J.P., den Paparatzinger und jetzt noch den Franz — immerhin sieben Päpste miterlebt (also den ersten noch eher »virtuell«, zugegeben ...), und kommt irgendwie nicht umhin, die sprichwörtliche »böse Sieben« im aktuellen Pontifikat wirken zu sehen (oder die Prophetie des Malachias, wenn einem das besser gefällt ...)

Normalerweise hält sich LePenseur mit Kommentaren zu kirchlichen Dingen taktvoll zurück, denn es gibt unter seinen Lesern viele, die sich der römisch-katholischen Kirche und dem Papsttum emotionell tief verbunden fühlen, und die wären über manch flapsig hingesagte Sentenz vermutlich unglücklich bis erzürnt. Man soll die Leute nicht in ihrem tiefsten Empfinden stören, wenn's nicht unbedingt nötig ist.

Manchmal freilich ist es nötig. Und eine Figur wie der aktuelle Papst, der LePenseur — bestenfalls — mit seinen Aktivitäten zum Fremdschämen bringt, und in weniger guten Fällen (man könnte, wenigstens im Wienerischen, auch: in »unguteren« dazu sagen) dazu, gedanklich Amok zu laufen, fordert einfach dazu heraus, auch mitunter undiplomatisch direkt Kritik zu üben!

Wenn sich der aktuelle Pontifex als Herostrat profilieren möchte — nun: morsches (und totes) Holz ist in der RKK genug vorhanden, um eine Feuersbrunst zu nähren! Ob es klug ist, auf diese Weise in die Geschichtsbücher eingehen zu wollen, darf füglich bezweifelt werden.

Wenn der aktuelle Pontifex eine abgrundtiefe Ignoranz in Sachen Weltwirtschaft erkennen läßt, dann ist es v.a. sein Prestige, das er jetzt öffentlichkeitswirksam mit zeitgeistigen Nonsense-Verlautbarungen pflegt, und sub specie æternitatis ruiniert. Sein Problem, auf lange Sicht vielleicht auch das Problem seiner Kirche ... aber auch da hält sich LePenseur eher raus. Solange der aktuelle Pontifex das nicht ex cathedra als Glaubenslehre verkündet, kommt man als (getaufter und beitragszahlender) Katholik ohne Funktionen im kirchlichen Bereich mit einem silentium obsequiosum (als Maximalvariante, zumeist reicht ein »is mir doch piepegal« ...) locker durch.

Wenn aber der Papst aber mal anfängt, wie ein Berufspolitiker in Interviews eklatant-elegant zu lügen, dann freilich geht was kaputt, was bei einem Papst nicht kaputtgehen darf: das Vertrauen darauf, daß wenigstens er das glaubt, was er sagt. Ein Adenauer konnte lässig ein »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!« hinstreuen, und jeder wußte: Politiker sind halt so. 

Nur: Päpste sind anders. Oder — sollten es wenigstens sein, wenn sie ihren Beruf nicht verfehlt haben! LePenseur ist sich bewußt, daß das jetzt für fromme Katholiken eine ziemlich deftige Breitseite gegen Papst Franz darstellt (piis auribus offensivus, sozusagen ...). Aber auf diesem Standpunkt steht er eben und kann nicht anders (um ein bekanntes Zitat abzuwandeln).

Was besonders deprimierend an der ganzen Chose ist: Papst Franz dürfte es nicht mal ansatzweise in sein Bewußtsein dringen, daß er mit solchem Vorgehen mehr dauernden Schaden anrichtet, als mit allen seinen herostratischen Hirnlosigkeiten im Kultus und in der Organisation zusammengenommen ...

Sonntag, 7. Dezember 2014

Erheiternd zu lesen

... was »Die Presse« in Kommentarpostings als Antwort auf ihre transatlantischen Propagandaartikel so zu lesen bekommt. So z.B. über den Besuch von Hollande bei Putin (LePenseur hat sich erlaubt, die Rechtschreibung ein wenig zu korrigieren — es erhöht die Lesbarkeit):

Der Hollande ist ein armes Aas !!!

Die Amis haben ihm schon Alstom aus der Hand genommen und drohen, die französischen Banken den Bach runterzuschicken — weil die Deppen Dollargeschäfte über New York machten und die "freie Gerichtsbarkeit" (hehe) in den USA jetzt die Milliardenstrafen gegen die französischen Banken rausstampft. Also muss er in die Knie gehen und die Mistralauslieferung verzögern und das Sanktionstheater mitmachen ... natürlich hat er in Moskau dem Putin seine prekäre Situation erklärt — vor Ort in einem vom russischen Geheimdienst abgeschirmten Raum. Damit die NSA nicht zuhört — was sie ja bei verbündeten PolitikerInnen offenkundig systematisch macht. M

Merkel ist schon völlig gebrochen ... hört man noch was in den Medien von Telefonaten Merkel-Putin? Natürlich nicht!! Nach jedem Merkel-Putin Telefonat hat das State Department der Merkel Wort für Wort vorgelesen, was sie während des Telefonates mit Putin gesagt hat — das weiß auch Hollande ....

Manchmal werden die unterdrückten EU-Vasallen der USA bei ihren Treffen ja das Allerwichtigste ins Ohr der LeidgenossInnen flüstern können. Also fliegt man zuerst nach Kasachstan, um dann in Moskau Zwischenstopp zu machen, um Putin das Leid zu gestehen !!
Irgendwie erodiert bei Bürger/Leser das Vertrauen in die Funktion des selbsternannten Weltpolizisten und seiner örtlichen Satrapen doch recht merklich. Noch merklicher jedoch das in die journaillistischen Schreiber der Propagandabotschaften.

So sorry!

Variationen über ein russisches Thema

Im Jahr 1806 schrieb der damals noch junge Sigismund Neukomm (der sich später, als Diplomat und arrivierter Komponist ordensgeschmückt, stolz »Ritter von Neukomm« nannte) in seinem Quintett für Klariette und Streicher in B-dur, op. 8, über ein melancholisches Thema aus Rußland einen Variationensatz, dem man die geschliffene Schulung durch seinen verehrten Lehrer Joseph Haydn anmerkt:


Der zu Lebzeiten so umtriebige und erfolgsverwöhnte Ritter von Neukomm, dessen auf diesem Blog bereits gedacht wurde, ist auch einer jener vielen, allzu vielen, qualitätsvollen Meister »zweiter Ordnung«, die in unserem Musikbetrieb schändlich mißachtet werden ...

Hundert notwendige Gedichte— XX: Hermann Hesse



Rückgedenken

Am Hang die Heidekräuter blühn,
Der Ginster starrt in braunen Besen.
Wer weiß heut noch, wie flaumiggrün
Der Wald im Mai gewesen ?

Wer weiß heut noch, wie Amselsang
Und Kuckucksruf einmal geklungen ?
Schon ist, was so bezaubernd klang,
Vergessen und versungen.

Im Wald das Sommerabendfest,
Der Vollmond überm Berge droben,
Wer schrieb sie auf, wer hielt sie fest ?
Ist alles schon zerstoben.

Und bald wird auch von dir und mir
Kein Mensch mehr wissen und erzählen,
Es wohnen andre Leute hier,
Wir werden keinem fehlen.

Wir wollen auf den Abendstern
Und auf die ersten Nebel warten.
Wir blühen und verblühen gern
In Gottes großem Garten.




Es gibt sicherlich »berühmtere« Gedichte von Hermann Hesse. Mag sein, daß es auch bessere gibt ... Im »Gutenberg-Projekt« findet sich über den Dichter folgende Kurzbiographie: 

Geboren am am 2.07.1877 in Calw, gestorben am am 9.08.1962 in Montagnola. Der Sohn eines deutsch-baltischen Missionars besuchte die Lateinschule in Göppingen und 1891 legte er das "Landexamen" ab. Mit der vorgezeichneten theologischen Laufbahn brach er ein Jahr später ab. Diese Periode schwerer seelischer Konflikte endete mit einem Nerven-zusammenbruch, der sich im Laufe der Jahre oft wiederholt und ihn der Psychoanalyse nähert. 1892-1893 besuchte er das Gymnasium in Bad Canstatt. Danach macht er die Mechaniklehre in der Turmuhrenfabrik in Calw und die Buchhändler- lehre in Tübingen. Eine Zeitlang arbeitet er als Buchhändler und Antiquar in Basel. Mehrere Reisen durch die Schweiz und meherere Italienreise erweitern seine kulturellen Horizonte. Aus dieser Zeit stammen die ersten literarischen Versuche, Gedichte und Erzählungen. Ab 1904 lebte er als freier Schriftsteller und Mitarbeiter an verschiedenen Zeitungen und 1912 zog er in die Schweiz. Für seine literarische Tätigkeit erhielt Hesse 1946 den Nobelpreis.

Anders als bei vielen meiner Generation konnte mich in der Jugend Hesses »Steppenwolf« nie so recht begeistern, auch für »Siddhartha«, oder das »Glasperlenspiel« schlug nicht mein Herz. Hesse ist »für mich« (ich hoffe, jetzt niemanden allzusehr zu schockieren!) eigentlich nur als Lyriker und als Verfasser einfühlsamer Buchrezensionen bedeutsam gewesen. Und auch von seiner Lyrik sind es gerade mal eine Handvoll an Gedichten, und unter diesen wieder das obige — wenn ich wählen müßte ...




Samstag, 6. Dezember 2014

Vor fünfundzwanzig Jahren, also am 6. Dezember 1989

... übernahm nach dem Rücktritt von Egon Krenz (SED) der letzte Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Prof. Dr. Manfred Gerlach, dieses Amt, welches er bis zur Einberufung der neugewählten Volkskammer am 5. April 1990 ausübte.


Er war einer der wenigen DDR-Politiker, die sich bei/nach der »Wende« nicht bloß in wortreichem Wegschieben und Beschönigen ergingen, wenn es um die Frage ihrer konkreten Mitverantwortung für die Verbrechen des DDR-Regimes ging. Sicherlich: wie jeder Mensch war auch er bemüht, seine Ziele und Absichten in positivem Licht dastehen zu lassen. Doch in seinem Buch »Mitverantwortlich: Als Liberaler im SED-Staat« (Berlin 1991) findet er nicht nur über die SED und andere Blockparteien, sondern auch über »seine« LDPD, und eben sogar explizit über seine eigene, persönliche — und, wie er eingesteht, oft nicht gerade mutige! — Rolle im Gefüge der DDR-Spitzenpositionen offene Worte.

Gerlach war kein Held und Widerstandskämpfer. Er war ein Zauderer und Konsenspolitiker, der sich lange, allzu lange, mit der bequemen Rolle eines zwar protokollarisch geachteten, aber tatsächlich ganz einflußlosen Chefs einer Satellitenpartei der herrschenden SED abfand. Im Gegensatz zu den anderen Blockparteivorsitzenden — Götting, Homann und Maleuda —, die weiterhin jede Drehung und Wendung Honeckers und seiner SED brav mitmachten, erwachte er aber um das Jahr 1980 aus seiner »politischen Trance«, und begann zögerlich und voll Vorsicht eigene Gedanken über eine Reform des völlig verkalkten und verkrusteten DDR-Systems anzustellen.

Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel — war aber doch deutlich mehr, als alles andere, was zu dieser Zeit von Politikern der DDR gewagt wurde. Und nicht nur der DDR, wie man gleich hinzufügen muß! Die SPD der Bonner Republik war nur zu gern bereit, mit den entfremdeten Brüdern von der SED guten Kontakt zu halten, bei den DGB-Kongressen waren Delegationen des FDGB stets willkommene Gäste, sogar Kohl rollte um des lieben Friedens willen für Honecker den roten Teppich aus, und Strauß war mit Schalck-Golodkowski über eine enge Jagd- und Männerfreundschaft verbunden, die ebenso effektiv wie wenig bekannt war ...

Gerlach vertat mit seinem Zögern, mit fliegenden Fahnen ins Lager der Wiedervereinigungsjünger zu eilen, und dort begeistert den »Wir-wollten-doch-immer-schon-zusammen«-Refrain anzustimmen, für sich jede Chance, als Wendehalspolitiker in der Rolle als soignierter elder statesman unter der neuen FDP-Geschäftsleitung zu reussieren. Dennoch — oder: genau deshalb! — ist er mir weit sympathischer als all jene, die 1989/90 auf einmal erkannten, daß sie in Wahrheit doch schon immer gegen den realen »Sozialismus in den Farben der DDR« gewesen waren.

Vor etwas mehr als drei Jahren, am 17. Oktober 2011 ist Manfred Gerlach, 83-jährig, nach langer, schwerer Kankheit verstorben. Das letzte veröffentlichte Photo zeigt einen fragil-verletzlichen Greis, der uns mit unsicherem Lächeln entgegentritt. Der Gestus, mit dem Gerlach sein LDPD-Parteiabzeichen vorzeigt, verrät zugleich, wie sehr ihm diese Partei, der er faktisch seit ihrer Gründung angehört hatte, und die er viele Jahrzehnte lang als Generalsekretär und schließlich Vorsitzender leitete, am Herzen lag.

Man wird ihm sicherlich nicht den Vorwurf ersparen können, zu sehr Funktionär gewesen zu sein, zu sehr Kompromisse eingegangen zu sein, um seine Position in dieser Partei zu wahren und zu sichern. Und dennoch ...

Wer es in seinem Leben anders tat, wer den Verlockungen gesicherter und prestigeträchtiger Positionen nicht nachgab, sondern (um Marwitz zu zitieren) »Ungnade wählte, wo Gehorsam nicht Ehre brachte« , der möge einen Stein werfen. Und nur der ...

Herzliche Glückwünsche zum 85. Geburtstag, Herr Graf!




Freitag, 5. Dezember 2014

In memoriam Manuel de Sica



Der musikalisch hochbegabte Sohn eines großen Vaters hat sich heute auf einen Weg gemacht, den wir alle werden gehen müssen ...


Inclina, Domine, aurem tuam ad preces nostras ...

Westliche Meinungsfreiheit

... dokumentiert:
Plump und peinlich: CNN eliminiert aus einer Diskussionsrunde zum Thema "Propaganda-Krieg" eine Interview-Partnerin von RT. Dabei war das, was die Frau zu sagen hatte, äußerst interessant.

Letzte Woche hatte CNN die RT-Moderatorin Anissa Naouai („In the Now“) zu einer CNN-Diskussionsrunde eingeladen zum Thema: “Der Propagandakrieg der russischen Regierung”. Alle ihre kritischen Bemerkungen zu CNN und dem Einfluss der US-Regierung auf US-Medien wurden allerdings bei der Ausstrahlung rausgeschnitten. Wir zeigen den von CNN zensierten Part.
LePenseur steht nicht an zu sagen, daß ihm eine Journalistin, die offen sagt: »Wir werden vom Kreml finanziert, um jene Perspektiven zu zeigen, die in den Mainstream-Medien bewußt herausgefiltert werden«, bedeutend sympathischer als der ganze, angeblich »investigative« Journalismus der Masche CNN, der im Golfkrieg als »embedded journalism« anfing, und sich seitdem längst zum »in-bed-with-the-Government-journalism« prostituiert hat — und dessen ungeachtet genauso wie alle Profi-Schlampen peinlichst darauf bedacht ist, den »guten Ruf« zu wahren. 

Doch ebenso, wie man sichtlich verlebten Huren ihre behauptete Wohlanständigkeit nicht abnimmt, so glaubt man auch der in die Jahre gekommenen TV-Hure CNN die Unbestechlichkeit nicht, die sie beansprucht. Irgendwann ist das alles über die Grenze der Peinlichkeit und des Fremdschämens hinaus, und nur mehr einfach lächerlich ...