Samstag, 26. Oktober 2019

Undankbare Jobs

von Fragolin

Es gibt inzwischen immer mehr undankbare Jobs, in denen sich die Ausführenden der Gefahr gegenübersehen, angepöbelt, angespuckt, passabel vermöbelt oder mit nicht dafür vorgesehenen Dingen beworfen oder angestochen zu werden. Polizisten etwa, die böse aufmarschierende Hasser vor zivilgesellschaftlicher Toleranz beschützen müssen, oder Rettungsfahrer, die es wagen, einer verblutenden Unberührbaren ins Gesicht zu schauen, oder Lehrer in sogenannten „Brennpunktschulen“ mit ihrem kausalen Anteil an Zukunftsdeutschen, was inzwischen wohl gut die Hälfte der nicht privaten Bildungsstätten sein dürften, oder Feuerwehrleute, die trotzig durch eine einem libanesischen Clan gehörende Straße zu einem brennenden Haus fahren wollen, oder Ärzte, deren Behandlungsmethoden einem aufrechten stolzen Muselmanen nicht zusagen – die Liste ist lang.

Und seit gestern etwas länger: Kindergärtner.
Denn obwohl eine ärztliche Untersuchung des dreijährigen Syrers keinerlei dergestalte Spuren nachweisen konnte, waren Mutter und Oma des strammen Prinzchens fest davon überzeugt, wie eine Befragung in Beisein eines Dolmetschers erbracht haben soll, der Kindergärtner habe ihrem Sproß mit einer Spritze in den Hintern gestochen. Spritzen gehören ja in jedem Kindergarten in die gut sortierte Spielkiste.

Natürlich wurde der Kindergärtner sofort suspendiert, denn das Fehlen von Spuren ist ja kein Beweis für seine Unschuld. Aber eigentlich nicht deshalb, sondern weil, und jetzt kommt es, ihn die Mutter und die Oma des Kleinen krankenhausreif gedroschen haben. Er war ja so klug, sich nicht zu wehren, wohl wissend, dass das ein rassistisches islamophobes Hassverbrechen gewesen wäre. Und muss nun daheim bleiben – zu seinem eigenen Schutz.

Also einer mehr auf der Liste. Mal sehen, wie wir dem Fachkräftemangel beikommen wollen, wenn wir statt Fachkräften ausgerechnet jene importieren, die auch dem Letzten noch die Lust austreiben, einen solchen Job zu lernen.
Polizei
Lehrer
Ärzte
Rettungsfahrer
Feuerwehrler
Kindergärtner

Wird bald keiner mehr machen wollen. Niemand hat es nötig, sich dafür angreifen zu lassen, weder von einheimischen und schon gar nicht von importierten Arschlöchern.
Und dabei hatte der Kindergärtner noch Glück. Es waren die Mutter und die Oma des Kleinen. Bei Papa oder Opa hätten sie ihn wohl vom Trottoir wischen können.

1 Kommentar:

Rizzo Chuenringe hat gesagt…

Haben die Gewerkschaften eigentlich schon Gefahrenzulagen und verpflichtendes Tragen von Schutzbekleidung für Kindergärtner und Lehrerinnen an Brennpunktschulen gefordert? Stahlhelme, Schutzbrillen und Kettenhandschuhe sollten doch das Mindeste sein.