Sonntag, 6. März 2022

Vor acht Jahren

von LePenseur


... (und zwar auf den Tag genau: am 6. März 2014) erschien ein Artikel von Henry Kissinger über das Ukraine-Problem, dem ich zwar nicht in jedem Punkt voll zustimmen würde, der aber viele be-denkenswerte — und in den letzten acht Jahren leider nicht bedachte! — Überlegungen enthält, die seine Lektüre auch heute noch empfehlen:
 
Henry A. Kissinger: 
"Eine Dämonisierung Putins ist keine Politik"

Vier Vorschläge für eine ausbalancierte Unzufriedenheit.

Die öffentliche Debatte um die Ukraine dreht sich vor allem um das Thema Konfrontation. Aber wissen wir, auf was wir uns einlassen? Ich habe in meinem Leben vier Kriege erlebt, die mit großer Begeisterung und öffentlicher Unterstützung begonnen wurden. Bei allen wussten wir nicht, wie wir sie beenden sollten und aus dreien haben wir uns einseitig zurückgezogen. Der Test von Politik ist nicht wie sie beginnt, sondern wie sie endet.

Die Ukraine-Frage wird viel zu oft als ein Showdown dargestellt: Geht die Ukraine an den Westen oder an den Osten? Aber um zu überleben und sich zu entwickeln, darf die Ukraine Niemandens Vorposten sein. Vielmehr sollte sie eine Brücke zwischen beiden Seiten darstellen. 
 
Hätte man diese Überlegungen in den letzten acht Jahren berücksichtigt, wäre die Situation in Osteuropa nicht so, wie sie derzeit ist. Nun, wir wissen: man kann das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Hätte-täte-Fahrradkette, wie die Berliner (man korrigiere mich, falls es von woanders her ist) spöttisch zu sagen pflegen.

Das hindert einen aber nicht, einige Gedanken, die bereits geäußert wurden, wieder aufzunehmen. Klüger zu werden ist nicht verboten. Wenngleich bei unserem politischen Personal nicht wahrscheinlich. Leider ...


13 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wo sind die ukrainischen Frauen und Kinder?
Afrikaner werden unter dem Deckmantel "ukrainischer Flüchtlinge" in die EU geschleust.
https://t.me/Islamistenjaeger/3424

Oft wird dann auf Nachfrage behauptet, es wären Studenten.
Warum reisen sie dann nicht in ihre Heimatländer aus?

Sandokan

Anonym hat gesagt…

2014, als die Kabarettisten beim ZDF noch kritisch waren.
Beinahe schon Putinversteher...

https://odysee.com/@orangetower:1/Die_Anstalt_Verbotene_Folge_vom_29_04_2014_Klage_vor_Gericht_einstweilige:a

Sandokan

Georg hat gesagt…

"...darf die Ukraine Niemandens Vorposten sein."

Sagt Prof. Dr. Kissinger. Kann man ja so sehen, und gib es "geostrategisch" sicherlich auch hochintellektuelle Gründe für diese Sichtweise. Aber Politik wird nicht im akademischen Oberseminar gemacht. Und die Empfindungen, der Wille von Völkern schon gar nicht. Kissingers Denken - darin dem von Putin recht verwandt - war immer im 19. Jahrhundert angesiedelt, im Großmachtdenken mit hegemonialen "Einflusszonen", die einander neutralisieren sollten, so dass es zu keinen Krieg zwischen den Weltmächten kommt. Aber diese Denke eines Metternich und Bismarck ist nun einmal Vergangenheit.

Auch ein Herr Prof. Kissinger kann einem unabhängigen Staat nicht verbieten, seinen eigenen Willen zu entwickeln. Er tut es aber, wenn er sagt: "Die Ukraine darf niemandes Vorposten sein". Was die Ukraine "darf" und was nicht, hat niemand anderes zu entscheiden als die Ukraine selbst.
Und wenn sie nun mal entschieden hat, in russischer Kraftmeierei und Großmannssucht nicht ihr Heil zu suchen, sonden sich zum "dekadenten" Westen hin zu orientieren und dessen Organisationen angehören zu wollen, dann hat weder ein Kissiniger noch ein Putin noch ein Penseur das Recht, diesem Land solches zu verwehren.

Bei Penseur verwundert eine solche großhegemoniale Sicht um so mehr, als er den edlen Leitspruch "Cara patria, libertas carior" auf sein Blogpanier geschrieben hat. Wenn es um Russland und dessen geopolitischen Interessen geht, geht, scheint für ihn die Freiheit eines Landes aber (gut marxistisch) in der Einsicht in die Notwendigkeit zu bestehen...

Kreuzweis hat gesagt…

Ich mag diesen jüdischen US-Mitbürger ganz und gar nicht, dazu klebt zuviel Blut an seinen Fingern. Aber hier hat er recht!
Genau diesen Kurs wollte Viktor Janukowitsch fahren. Er war vielen zu russlandfreundlich und wurde daher blutig weggeputscht, mit 5 Milliarden US-Dollar ("Fuck-the-EU"-Newland - zufällig Jüdin - dixit). Größter Feind Janukowitschs war die "edle" Julia Timoschenko (die ihre Haare gerne strohblond türkte, mit dem Maschinengewehr Putin erschießen wollte und zufällig auch Jüdin ist). Putschprofiteur war dann der Präser Poroschenko (zufällig Jude) und danach der Porno-Held Wolodymyr_Selenskyj, natürlich auch Jude.
Es ist löblich, daß die Ukrainer ihren jüdischen Mitbürgern soviel Vertrauen entgegenbringen.

Ursula hat gesagt…

Allein heute sind in Russland mehrere Tausend Menschen festgenommen worden, nur weil sie in der Öffentlichkeit davon gesprochen haben, was jedes Kind weiß und sieht: Dass Russland in der Ukraine einen Krieg führt. Unter den Festgenommenen auch die bekannte Menschenrechtlerin Swetlana Gannuschkina, Trägerin des alternativen Nobelpreises.

Es ist schwer zu begreifen, dass ein Blog, der sich selbst weltanschaulich als "libertär" erklärt, so bedingungslos einen Staat und dessen Autokraten unterstützt, der so mit Freiheitsrechtens einer Bürger umspringt.

Karolinger hat gesagt…

Neben solchen geostrategischen Aspekten gibt es einen ganz anderen Punkt, der aus meiner Sicht bisher viel zu kurz kommt in dem ganzen Palaver über Putin und die Ukraine: der geistig-moralische nämlich.

Putin führt einen Kampf für Werte. Für Werte, die zwar nicht die sog. "westlichen" Werte sind (die hält Russland seit dem 19. Jahrhundert für dekadent und depraviert, und es hat Recht damit), wohl aber die des einstmals christlichen Abendlandes. Bis zum Zeitalter der Aufklärung waren diese Werte in Rom als Bewahrer gut aufgehoben. Seit 200 Jahren, ganz besonders seit 50 Jahren hat sich Rom, also die katholische Kirche, konsequent von dieser Rolle des Wertehüters verabschiedet und sich dem modernistischen Zeitgeist angepasst. In dieses Vakuum stösst nun Russland. Damit wird Moskau seiner alten Ehrenbezeichnung als das "Dritte Rom" gerecht.

In seiner beeindruckenden, historisch weit ausgreifenden Rede an das russische Volk wenige Tage vor Beginn der Maßnahmen in der Ukraine, hat Wladimir Putin u.a. gesagt: "Der Westen will unsere traditionellen Werte zerstören und uns seine Pseudowerte aufdrängen, die uns, unser Volk, von innen her zerfressen sollen. Alle diese Ideen, die er bei sich bereits aggressiv durchetzt und die auf direktem Wege zu Verfall und Entartung führen, denn sie widersprechen der Natur des Menschen."

Wer diese Tiefenschicht der "russischen Seele" und von Putins Agieren nicht versteht, ist bereits der westlichen Dekandenz, dem "Verfall" anheimgefallen und wird Putin immer für einen Diktator und "den Russen" für einen schwachen, willfährigen Untertanen halten. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Der sog. Westen ist ein Kind von Aufklärung, französischer Revolution, Jakobinertum und Religionskritik. Er hat zwar den sog. Kalten Krieg gewonnen, aber das war ein rein wirtschaftlicher Sieg. Faktisch ist es längst geschwächt von Finanz- und Wirtschaftskrisen, gespalten zwischen immer weniger gewordenen Konservativen und em Mainstream, der Frauen und Schwule nach oben gespült hat, zudem tief verwirrt von multikulturellen Chaos und metaphysisch völlig ausgetrocknet. Etwas pointierter ausgedrückt: Zu weibisch, zu schwul, zu ungläubig. Dagegen verkörpert Wladimir Putin ein Russland, das männlich und tatkräftig ist, sich nicht in Selbstzweifeln ergeht und noch von echter tiefer Spiritualität beseelt.

Wer das versteht, der begreift: Was Putin gerade in der Ukraine unternimmt, ist ein Kampf auch für uns.

Anonym hat gesagt…

@Ursula
Also ist Putin so schlimm wie Trudeau in Kanada?
Wobei ich nicht gehört habe, dass man in Russland den Demonstranten die Existenzgrundlage vernichtet, Geschäfts- und Privatkonten sperrt.
Sie wegen geringfügiger Anklagen ohne Recht auf Kaution in Haft nimmt und in Fußketten vorführt.
Während ein wegen Sexualverbrechen vorbestrafter Antifant, der mit Tötungsabsicht sein Auto in eine Gruppe Demonstranten lenkte, sofort Freifuß bekam.

Oder mehr so wie in den USA - wo man Demonstranten ohne Anklage monatelang inhaftiert (in Einzelhaft und mit körperlichen Mißhandlungen).
Ganz zu schweigen von der offenbar normal gewordenen Polizeigewalt von Australien bis Deutschland und Frankreich.

Man muss kein Putinversteher sein um zu erkennen, wer hier heuchelt und doppelte Standards anlegt.

Kreuzweis hat gesagt…

"Allein heute sind in Russland mehrere Tausend Menschen festgenommen worden, nur weil sie in der Öffentlichkeit davon gesprochen haben, was jedes Kind weiß und sieht: Dass Russland in der Ukraine einen Krieg führt. Unter den Festgenommenen auch die bekannte Menschenrechtlerin Swetlana Gannuschkina, Trägerin des alternativen Nobelpreises."

Naja, bei "alternativen Nobelpreis" rieche ich eine billige Provokateuse in Dienste der NWO. Hat Assange auch den "alternativen Nobelpreis" bekommen? Sehen sie, so stinkt dieser Preis!
Zweitens: Woher haben Sie ihr Wissen? Aus den maximalverlogenen Feindmedien? Danke!
Russland ist im Krieg, da ist Wehrkraftzersetung nicht erlaubt. Was glauben sie, was im 2. Weltkrieg in USA oder GB mit Leuten passierte, die sowas probierten? Haben sie doch in der Schule und beim Knopp gelernt, sie Schlaumeise - oder?
Der edle und von mir geliebte Jude Stefan Zweig floh aus England nach Südamerika, obwohl er den Britischen Paß hatte, weil er Angst hatte, in einem englischen KZ interneirt zu werden. Jetzt seien sie nochmal so entrüstet!

Anonym hat gesagt…

@Kreuzweis: Diese Welt wäre heute ein besserer Ort, wäre es der schönen Julia seinerzeit gelungen, den Schlächter im Kreml zu eliminieren. Stattdessen eliminiert er seit Jahren vorzugsweise Frauen und Kinder.

Franzl hat gesagt…

„Wo sind die ukrainischen Frauen und Kinder
?“ Wie komplett weltentrückt muss man eigentlich sein, um sowas zu fragen? Aber wahrscheinlich offenbart uns „Sandokan“ hier seinen höheren „Humor“.

Kreuzweis hat gesagt…

Hier die Aussagen eines Profis zum Unterschied in der Kriegsführung der Drecksamis und der Russen: Erstere zerschlagen alles mit Bomben und Granaten und gehen dann rein, wenn keine Maus mehr lebt, die Russen dagegen sind bemüht, nur militärische Ziele zu zerstören: www.youtube.com/watch?v=dv-7oSXdBeE
Wofür wird Julian Assange infernalisch verfolgt? Weil er zeigte, wie bestialisch und feige die Amis Zivilisten ermorden!!!
Aber das ist sei jeher die Masche der Ami-Freunde: alles auf den Kopf stellen, vor allem die Wahrheit!

Franzl hat gesagt…

"Hier die Aussagen eines Profis zum Unterschied in der Kriegsführung der Drecksamis und der Russen: Erstere zerschlagen alles mit Bomben und Granaten und gehen dann rein, wenn keine Maus mehr lebt, die Russen dagegen sind bemüht, nur militärische Ziele zu zerstören."

Abgesehen davon, dass einem die Tränen der Rührung kommen, wie die Russen hier als ethisch hochstehende Gutmenschen gefeiert werden, ist diese Aussage eine glatte historische Lüge. Der 2. Weltkrieg hat präzise das Gegenteil gezeigt: Die "Drecksamis" sind erst einmal "reingegangen", nämlich mit der Invasion ihrer Bodentruppen in Europa an den Küsten der Normandie. Die Bomardements kamen später! Siehe die deutschen Städte, die großenteils erst bombardiert und zerstört wurden, als "die Amis" längst in Europa waren.

Also, du brauchst hier keine Märchen zu erzählen.

Kreuzweis hat gesagt…

Ein NATO-Franzl meinte
"Abgesehen davon, dass einem die Tränen der Rührung kommen, wie die Russen hier als ethisch hochstehende Gutmenschen gefeiert werden, ist diese Aussage eine glatte historische Lüge. Der 2. Weltkrieg hat präzise das Gegenteil gezeigt: Die "Drecksamis" sind erst einmal "reingegangen", nämlich mit der Invasion ihrer Bodentruppen in Europa an den Küsten der Normandie. Die Bomardements kamen später! Siehe die deutschen Städte, die großenteils erst bombardiert und zerstört wurden, als "die Amis" längst in Europa waren."

Na, klar, das Geplapper eines deutschenhassenden "Franzl" ist bedeutsamer, als die Worte eines kriegserfahrenen franz. Fremdenlegionärs!

Ich antworte ja nicht für sie, lieber Franzl, das wäre wie einen Ochsen in's Horn zu pfetzen, um ihn zu beeindrucken. Aber die Mitleser sollen es besser wissen können.
Die Planung strategischer Bomber in GB begann Anfang der 1930er und wurde von Diskussionen im britischen Parlament begleitet, daß diese Waffe eigentlich gegen die Hager Landkreigsordnung verstieß. In USA begann die Entwicklung der B-17 1935, 1937 war die erste fertig und ging 1939 in Serie. Strategische Bomber hatte nur einen Zweck, (ziemlich feige) aus maximaler Höhe große Flächen mit Bomben einzudecken - also Städte. Wozu? Was wußte man, so lange vor dem Krieg, was plante man? Übrigens haben natürlich die acg-so-edlen Briten, zuerst deutsche Städte bombardiert. Die amtliche Geschichtsschreibung für die "brd-Köter" (wie brd-deutsche sich ohne Gegenwehr von hiesigen türkischen Politikern nennen lassen) ist natürlich voller Lügen. Wer näher an die Wahrheit dringen will, sollte z.B. "Der Krieg, der viele Väter hatte" von Gerd Schultze-Rohnhof lesen und "Fremdbestimmt" von Thorsten Schulte (fremdbestimmt.com)
Zur Tapferkeit der Allierten und Garatiemächte Polens: (Wikipedia zum Sitzkrieg) Alfred Jodl sagte bei den Nürnberger Prozessen: „Dass wir nicht bereits im Jahr 1939 gescheitert sind, war nur dem Umstand zu verdanken, dass während des Polenfeldzuges die schätzungsweise 110 französischen und britischen Divisionen im Westen komplett inaktiv gegen die deutschen 23 Divisionen gehalten wurden.“