Montag, 13. Oktober 2014

Russlands Präsident ...

.... beordert 17.000 Soldaten aus der Grenzregion zurück: Ein taktisches Manöver – oder gar das Eingeständnis einer Niederlage? 
... orakelt »Die Presse« in einer Abschreibübung von dpa, afp, Reuters. Es ist halt immer ratsam, sich als Journalist zwei Optionen offenzulassen, um nachher alles schon vorher gewußt zu haben.
Die Regierung in Kiew hatte die Massierung russischer Truppen an der ukrainischen Ostgrenze stets als Provokation kritisiert. Die US-Regierung hat erst Mitte vergangener Woche mit einer Verschärfung der Sanktionen gedroht, sollte Russland seine Einmischung in der Ostukraine nicht endlich beenden.

Der frühere russische Vizepremier und Putin-Kritiker, Boris Nemzow, sieht mit dem Rückzugsbefehl das Ende des „Neurussland-Projekts“ in der Ostukraine gekommen. Auch der ukrainische Politologe Taras Beresowez kommentierte, Putin habe „verloren“ und überlasse „Neurussland“ nun sich selbst. Möglicherweise wolle Putin mit seinem neuesten politischen Manöver aber auch nur für eine Klimaverbesserung sorgen, ehe er kommende Woche am europäisch-asiatischen Gipfeltreffen (Asem) in Mailand teilnimmt, meinten andere Kommentatoren.
(Hier weiterlesen)
Mit einem Wort: es kann so oder auch anders sein. Oder überhaupt ganz anders. Das einzige, was man mit Sicherheit vorhersagen kann, ist, daß der Winter vor der Türe steht. Und der ist erfahrungsgemäß mit kühlen bis saukalten Temperaturen verbunden. Und spätestens dann wird die Frage nach einer Versorgung mit Erdgas nicht nur eine prioritäre, sondern eine geradezu existenzielle für die Ukraine. Und für weite Teile EUropas.

Wenn Mutti den Karren durch die Rußland-Sanktionen, die sie auf Befehl der US-East-Coast durchzog, an die Wand geknallt hat (bei einem derartigen Einbruch der Exportwirtschaft verbietet sich jeder andere Ausdruck), wird das Murren in der Bevölkerung, die zu Jobängsten auch noch Engpässe in der Energievorsorgung unter den Weihnachtsbaum gelegt bekommt, wohl unüberhörbar.

Womit sich die Frage stellt: wann und wie beginnt der deutsche Michel Mutti abzustrafen, wo sie sich doch längst als 100% gefügige Marionette der US-»Eliten« und ihrer Brüsseler Handlanger entpuppt hat. Nie? Nun, das entspräche zwar Lenins bekanntem Bahnsteigkarten-Diktum — aber nicht ganz der historischen Erfahrung: auch in Deutschland ist es ab einem bestimmten Sättigungsgrad zu explosiven Entladungen des Volksunmutes gekommen (man denke an die Zwischenkriegszeit).

Mutti wird mit ihrem Durchlavieren nicht mehr lange weiterkommen. Kälte kann man nicht aussitzen (außer man möchte den Kältetod sterben). Dafür wird sie bei Putin feststellen können, daß Rache ein Gericht ist, welches eiskalt genossen am besten mundet. Pech für sie, daß der Genuß nicht auf Seiten des Genossenen, sondern des Genießenden liegt ...

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P.S.:  ein Kommentar-Poster bringt die Mediendesinformation unverblümt auf den Punkt:
Ist der Putin an der Grenze, schreibts deppert, zieht er sich zurück, schreibts a deppert. Wissen Sie überhaupt, was Sie wollen, wenn Sie so einen Artikel schreiben. Und was die Sanktionen betrifft. Noch nicht mitgekriegt dass die Deutsche Wirtschaft dadurch gewaltig absackt, und wahrscheinlich auch die Österreichische. Aber das dürfen Sie ja nicht schreiben. Schon das Buch gelesen vom Ulfkotte, die gekauften Journalisten? Auch nichts darüber berichtet, Presse! Es wird Zeit das Sie die Bürger aufklären und nicht verhetzen ...
 Und ein weiterer Poster verweist auf nicht uninteressante Hintergründe:

Das ist der wahre Grund für den Bürgerkrieg in der Ukraine

ENERGIE
Aggressiv gegen Russland: Für den Clan von US-Vize Biden geht es um viel Geld
Deutsche Wirtschafts Nachrichten:
Die Aktienkurse von Fracking-Unternehmen haben seit Juni mehr als 20 Prozent eingebüßt. Die Entwicklung könnte erklären, warum die Amerikaner die Russen so aggressiv attackieren: Der Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden arbeitet für ein ukrainisches Fracking-Unternehmen. Zwei ehemalige Mitarbeiter von Außenminister Kerry sind sogar als Lobbyisten für das Unternehmen tätig. Es geht offenkundig um handfeste, persönliche Interessen - mitten in einem Hype, der zu platzen droht.
Und die grundsätzliche Frage, wer wohl im Ukraine-Konflikt gezündelt hat, mag in der Systempresse peinlichst verschwiegen werden, aber ist der Bevölkerung wohl völlig klar:
Einige hier scheinen völlig vergessen zu haben, dass Russland immer auf Verhandlungen gedrängt hat, dass aber der Westen die Regierung in Kiew darin unterstützt hat, den Osten des Landes zu bombadieren!
Als die ukrainischen Truppen eingekesselt waren, da hat Putin darauf gedrängt, dass die Gefangenen wieder frei gelassen werden sollen usw.usw.

Nun, da Kiew militärisch nicht mehr gewinnen konnte, hat es einem Waffenstillstand zugestimmt. Darum braucht es auch keine russischen Truppen mehr zum Schutz der Ostukrainischen Bevölkerung, die von ihrer "Regierung" in Kiew ausgebombt wurde und die nun endlich humanitäre Hilfe braucht.

Hätten der Westen und Kiew mit dieser Kriegstreiberei schon länger aufgehört, hätte das Problem vielleicht mit einer demokratischen Volksbefragung schon längst gelöst werden können. Aber solche demokratischen Abstimmungen will man ja in Kiew, Washington und Brüssel nicht!?
Und das in den Leserbriefspalten eines bekannt »bürgerlichen« Mediums wie der »Presse«! Man sieht: die Leser werden mit bloßen Presstituierten immer unzufriedener. Was sich auf die Verkaufszahlen auswirken dürfte. Recht geschieht ihnen!

Kommentare:

Max hat gesagt…

Ja, sehe ich im Kern ganz genauso, auch wenn ich doch skeptisch bin, ob sich angesichts der massiven täglichen medialen Beeinflussung überhaupt jemals noch nennenswerter Unmut unter den Deutschen regen wird, d.h. Unmut, der sich gegen Merkels lavierende, fatale Politik richten sollte. Dazu bräuchte es mehr unabhängige Berichterstattung im Mainstream. Die Deutschen scheinen mir mehrheitlich gelähmt oder sediert. Ist es nicht eher so, dass man im kommenden Winter dem Russen die Schuld in die Schuhe schieben wird, um die Situation bewussst weiter eskalieren zu lassen? Verschlechtert sich die Lage weiter, nutzt Merkel dies eimfach, um die Reihen zu schließen und ihre Macht zu festigen nach dem Motto: "Seht her, wohin uns unsere Nachgiebigkeit gegenüber Putin gebracht hat. Der hat uns doch in die Rezession gestürzt und lässt die Leute in der Ukraine erfrieren. Daher müssen härtere Bandagen...." Dies kam mir eben in den Sinn, als ich Ihren vortrefflichen Beitrag las.

FDominicus hat gesagt…

Ich glaube der Denker liest gelegentlich bei mir vorbei. Wie (fast) immer habe ich dort auch über die Ukraine geschrieben.

Was ich aber auch geschrieben habe: Ich traue weder Putin noch irgendeinem anderen "Regierungschef". Es gibt dort keine "weißen" Ritter. Es sind nur Schattierungen von schwarz.

In diesem Fall ist es so das sich Putin als weniger schwarz wie der "sogenannte zivilisierte Westen" darstellt. Und das dieser ganz klar einen Grund hat Putin angreifen zu wollen. Um von den eigenen Verbrechen abzulenken, wo ist die NSA Geschichte geblieben, wo die Tatsache, daß Guantanamo immer noch offen ist. Wo wird thematisiert in wievielen Ländern der angeblich so friedliebende Weste militärisch interveniert hat?

Und natürlich nicht zuletzt das gesetzliche Zahlungsmittelsystem, was nur einen Weg für Staaten lässt. Immer mehr Freiheit beschneiden um immer mehr zu kontrollieren und natürlich die begangenen Verbrechen besser unter den Teppich kehren zu können. Insgesamt sind alle Politiker Delebets und Räuber. Da macht auch Putin keine Ausnahme.