Freitag, 31. Oktober 2014

Heute vor dreißig Jahren ...

... wurde am 31. Oktober 1984 die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi von zwei ihrer engsten Bodyguards mit Maschinenpistolen erschossen.

Dem Attentat auf Indira Gandhi ging im Juli 1984  die berüchtigte »Operation Blue Star«, bei der das zentrale Heiligtum der Sikhs, der sogenannte »Goldene Tempel« von Amritsar, durch den Artilleriebeschuß der indischen Armee schwer beschädigt worden war, voraus. Beide Attentäter waren Sikhs — welche Leichtfertigkeit das Risiko, Anhänger dieser Religion gerade zu dieser Zeit als Gandhis Leibwache zu beschäftigen, unbeachtet ließ, macht fassungslos.

Nach Bekanntgabe des Attentats und der beiden Attentäter kam es — wie die Sikh-Seite sagt: geschürt durch die indische Armee und Polizei zu Massakern an Sikhs (man schätzt mehr als 3000 Todesopfer) und zur Flucht von über 100.000 Anhängern dieser Religion aus Gebieten mit hinduistischer Dominanz in den Punjab (der einzigen indischen Provinz mit mehrheitlich sikhistischen Gemeinden) und in improvisierte Flüchtlingslager. Bis heute ist der Schock auf beiden Seiten unvergessen und vergiftet die Beziehungen zwischen der (mit über 80% fast überwältigenden) Hindu-Mehrheit und der relativ kleinen (knapp 2%) Sikh-Minderheit Indiens.

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