Donnerstag, 19. Juni 2014

»So etwas wie der 1. Mai der Kirche«

Einen gewagten (aber gelungenen) Vergleich stellt Reinhard Kriechbaum auf »DrehPunktKultur« an:

Allen Ernstes zwei Millionen Teilnehmer? Wenn ja: Sind da die Fronleichnams-Prozessions-Mitgeher gezählt oder auch jene, die am Straßenrand stehen und zuschauen, wenn ein Geistlicher unter dem „Himmel“, dem tragbaren Baldachin, mit der Monstranz umzieht? Seit 750 Jahren gibt es das Fest, aber seine besondere Akzentuierung hierzulande hat es im Zuge der Gegenreformation genommen.

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Nur eine Kleinigkeit ist eindeutig falsch: Fronleichnam feiert man nicht »zehn Tage nach Pfingsten«, sondern elf (oder, wenn man die kirchlich-mediterran-antike Zählweise nimmt, die bekanntlich den Anfangstag einer Frist immer mitzählt, wie ja auch heute noch »in vierzehn Tagen« auf Französisch »en quinze jours« heißt — dann eben: zwölf) Tage nach Pfingsten. Aber das nur nebenfüglich ... Jedenfalls verdankt LePenseur diesem Kriechbaum'schen Artikel die Kenntnis, daß dieses Fest heuer exakt 750 Jahre alt ist.


 Zu solchen Gelegenheite laufen glaubenseifrige Katholiken gern zu dogmatischer Hochform auf, so bspw. Kollege Geistbraus in seinem Artikel »Wo ist der Dreck?«, in dem er sich über die Bezeichnung »purifizieren« für die zeremoniöse Reinigung des Kelches und der Patene nach der Kommunion etwas verwundert. Mit — für Außenstehende etwas seltsam anmutenden — theoriefindenden Kommentaren seiner Leser. Nun ja — wem's gefällt ...


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nach Otto von Corvin "Der Pfaffenspiegel" wird es gefeiert, "...weil eine verrückte Nonne ein Loch im Mond gesehen hatte." -
(Erstaunlich, wie der "Pfaffenspiegel" auf Bolschewikipedia niedergemacht wird.)

Le Penseur hat gesagt…

Nun, der »Pfaffenspiegel« ist aber auch fraglos ein erbärmlicher Schund — da braucht man wirklich kein »Bolschewikipedia« zu sein, um das festzustellen ...