Mittwoch, 21. September 2011

»Sich zum Katholizismus zu bekennen, gilt in Deutschland als abwegig«

... meint Richard Wagner (nicht der vom »Ring«, sondern der von der »Achse«) in seiner »Kleinen Anfrage aus Anlaß des Papstbesuchs«. Und schiebt ein paar Bemerkungen nach, die ebenso köstlich zu lesen wie wert zu bedenken sind, z.B.:
Vom Papst eine Würdigung der Lutherbibel zu erwarten, wie Schorlemmer unlängst in einer Talkrunde zu erkennen gab, käme etwa dem Ruf nach einem Lob von Sartre für die Übersetzung von Descartes ins Elsässische gleich.

Die Protestanten hatten ihre Reform. Jetzt sehen sie wie Gewerkschaftler aus, oder zumindest wie Sozialdemokraten, und was haben sie davon?

Vom Glauben befreit zu sein, heißt nicht, dass man frei ist. Wer keinen Glauben hat, der hat oft genug einen Aberglauben.
LePenseur ist, offengestanden, nicht unbedingt ein Fan der »Gutachsler«. Broder ist ein eitler Selbstdarsteller mit Hang zu abstrusen Übertreibungen (was er nicht ungeschickt als »nonkonformistisch« verkauft), aber die generelle Linie ist LePenseur etwas zu unklar, um sie wirklich schätzen zu können. Ein paar auf postmodern-skeptisch gewendete Ex-Linke sind noch keine konservativ-libertäre Hoffnung ...

Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Und Richard Wagner gebührt sie für diesen seinen Beitrag. Deshalb: lesen!

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Als Abwegiger beobachte ich mit einer Mischung aus Staunen und Ekel die Breitseiten, die aktuell in den deutschen Mainstreammedien gegen die Katholische Kirche im allgemeinen und gegen den Papst im besonderen abgeschossen werden.

Offenbar haben die Protagonisten der Finsternis ein Problem mit dem Boten des Lichtes. Ein deutliches Zeichen dafür, daß die Lehre des Papstes so verkehrt nicht sein kann.

Anonym hat gesagt…

Besonders der letzte Satz des Beitrages von R. W. ist mir voll aus dem Herzen gesprochen. Wunderbar und vielen Dank!

schuettelface hat gesagt…

Der Prophet gilt nun einmal nichts im eigenen Lande. Steht schon in der Bibel.

Johannes hat gesagt…

Sehr schön zu sehen, dass sich nicht zuletzt anlässlich des Papstbesuches eine gediegene Intelligenz zusammenfindet, die das Katholische wenigstens um der Gerechtigkeit willen auch mal zu verteidigen weiß.