Samstag, 24. September 2011

Die Toleranz der Toleranten

... hinterfragt der Blog »Der Kreuz und Querdenker«, und bringt einige Dinge, die im ebenso politisch-korrekten wie ideologisch vorbefrachteten Gesülz unserer Systemmedien schon längst untergegangen sind, auf den Punkt:
Ironischer Weise sind es genau jene, die am lautesten gegen Faschismus auftreten, die alles dazu tun, den Boden für den Neo-Faschismus aufzubereiten. Hat nicht Wladimir Putin als lupenreiner Demokrat schon im deutschen Bundestag eine Rede gehalten? Sind damals auch an die 100 Abgeordnete aus Protest dem Saal ferngeblieben? Wenn nicht, muss man fragen, wie ideologisch selektiv ihre Wahrnehmung ist. Wie ernst kann man ihre angebliche Moral nehmen? Wie können sie dem Papst etwas vorwerfen, das sie bei Putin nicht kritisierten?
[...]
Haben jene, die Angst haben, dass der Papstbesuch zu teuer würde, die gleiche Angst auch gehabt, als der amerikanische Präsident Barack Obama nach Berlin kam und sie ihm zujubelten (das ist jener Mann, der Osama Bin Laden getötet hat, der Guantanomo nicht geschlossen hat, der noch immer in Afghanistan Krieg führt und dazu beigetragen hat, dass die USA wirtschaftlich am Boden liegen). Hatten sie bei Wladimir Putin Bedenken, dass der Aufenthalt zu teuer wäre?

Wo ist die Toleranz der sogenannten Toleranten, wenn jemand kommt, der ein anderes Menschen- und Weltbild repräsentiert als sie selbst haben? Was ist eine Toleranz wert, die nur denen gewährt wird, die die gleiche Meinung haben wie ich?
Ja, ja, die Toleranz ... kaum einer, der nicht den guten alten Voltaire im Munde führt — um ihn eiligst dem für ihn Nicht-Tolerierbaren ins Gesicht zu spucken: na, sei doch endlich tolerant! Gib doch gefälligst dein Leben dafür, daß ich dich einen Faschisten/Sexisten/Homophoben nennen darf, na mach schon! Am besten, du begehst Selbstmord, damit meine Toleranz von dir nicht länger beleidigt wird!

Es ist die selbstgefällige, gratismutige Toleranzheuchelei der im Zeitgeist Dahinschwimmenden, die Ekel verursacht — jener, die bei Morddrohungen gegen Mohammed-Karikaturisten auf Tauchstation, dafür aber bei einer Papstrede demonstrativ aus dem Saal gehen, denn: »Es gibt Grenzen dessen, was ich mir zumute«. Im Jahr 2006, als dänische Botschaften brannten, meinte dieser Ströbele im »Studio Friedmann« vollmundig:
Er würde "solche Karikaturen nicht veröffentlichen", so Ströbele. Er würde aber "dafür kämpfen, dass man es tun kann". (Stern)
Seine Zivilcourage reichte dazu aus, zur Vorsicht zu mahnen, man sollte sich die »Risiken« überlegen, »bevor man solche Karikaturen veröffentlicht«. Einem Papst aus Anlaß eines Staatsbesuches bei einer Ansprache zuzuhören (oder auch einfach mit einer unpolemischen Begründung fernzubleiben), ist offenbar schon jenseits seiner Toleranzschwelle. Oder seiner Risikobereitschaft — vielleicht fürchtete er ein Damaskus-Erlebnis ...

Machen wir einen Vergleich: Professor Ratzinger soll ein Verdienstorden verliehen werden und auch ich bin dazu eingeladen, obwohl ich finde, daß Ordensverleihungen Scheiße sind. Mich mit einem knappen »Ich werde daran nicht teilnehmen, da ich gegen Ordensverleihungen Vorbehalte habe« dem zu entziehen, mag Professor Ratzinger vielleicht nicht erfreuen, wäre aber völlig okay. Aber hinzugehen, um nach Beginn der Laudatio demonstrativ aufzustehen und den Saal zu verlassen, ist einfach kleinkariert und schäbig.

Aber, Hand aufs Herz: war bei einem Herrn Ströbele wirklich etwas anderes zu erwarten ...?

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Toleranz wird nur Schwulen und Moslems gewährt. Wo kämen wir denn da hin, wenn jetzt auch noch Katholiken Toleranz einfordern würden? Oder gar der Papst?

Anonym hat gesagt…

Benedikt XVI ist einer der besten antitotalitären Denker unserer Zeit.

Das genaue Gegenteil haben wir dieses Jahr mit den Untaten Anders Breiviks erlebt. Das, was auf uns in Europa zukommt, macht auch mir Angst; aber wer deshalb in Panik verfällt, kann zum Amokläufer werden.

Dem Papst kann man für seine klaren Worte nur danken - mir hat er die Hoffnung erhalten, dass die totalitären Marxisten und Mohammedaner am Ende nicht die Gewinner sein werden.

Viele Grüße

Joachim

Anonym hat gesagt…

Selbst wenn sowas schon zum "kannsnichtmehrhörensten" mal artikuliert und formuliert wurde. - Toleranz ist nicht in einer besserwisserischen und zurechtweisenden Attitüde einforderbar, im Sinne die eigenen edel-lichtgestaltige "Toleranz" gefälligst zu übernehmen. - Das kann dann keine Toleranz mehr sein, sondern nur noch doktrinäre, bornierte, narzisstische, arrogante Klugscheisserei.
Obo

Stefan Wehmeier hat gesagt…

Wer Menschenrechte verwirklichen will, muss zuerst wissen, was Nächstenliebe ist:

http://www.deweles.de/globalisierung/die-3-gebote.html