Donnerstag, 5. Mai 2011

Was erstaunlich ist

... wenn man dieses Bild sieht:


Nicht etwa, daß HeiFisch aussieht, wie aus dem Katalog Altherrenmode des preisgünstigen Textilanbieters Texhages entstiegen, das ist nicht neu. Auch daß das Röslein von Kayseri wie der türkische Vorarbeiter im Hochzeitsanzug wirkt, verwundert wenig. Daß gewisse Frauen weder mit, noch ohne Kopftuch etwas gleichschauen können, ist ja auch nichts neues. Erstaunlich ist eigentlich nur, daß Kaiserin Maria Theresia nicht von der Wand fällt, wenn solche Gestalten vcor ihr posieren ...

Dienstag, 3. Mai 2011

Wenn der Zweck die Mittel heiligt

... dann darf man auf fremdem Staatsterritorium Menschen ohne Prozeß umbringen, und das noch einen »Sieg über den Terrorismus« nennen. Aber eben nur dann. Und man muß sich diesfalls auch die Frage gefallen lassen, warum die Sowjetunion, wenn sie z.B. Leo Trotzkij auf mexikanischem Territorium umbringen ließ, und das als »Sieg über den Trotzkismus« feierte, nicht mit demselben Recht handelte. Oder etwa nicht?

Derlei Taten legen oft in erschütterndem Ausmaß die wahre Gesinnung von Menschen offen. Wer hätte etwa gedacht, daß ein seine Religiosität recht unverhüllt vor sich hertragender Andreas Unterberger dazu titeln könnte: »Osama bin Laden: der gute Tod«, um dann fortzufahren:
Kein Zweifel. Das ist eine rundum positive Nachricht: Die US-Armee hat in einer kühnen wie professionellen Aktion mit intensiver Vorarbeit des Geheimdienstes den Chef des Terror-Netzwerkes Al Kaida getötet
Lassen wir einmal beiseite, daß es angesichts der Nacht- und Nebelaktion mehr als zweifelhaft ist, ob der Getötete wirklich Osama bin Laden war, nehmen wir ebenso unhinterfragt zur Kenntnis, daß ebendieser den Anschlag des 11. September zu verantworten hätte — nun: wäre nicht genau das ein Mann gewesen, dem vor einem internationalen (oder von mir aus auch einem US-) Gerichtshof der Prozeß zu machen gewesen wäre? Es ist erschütternd, wenn ein gewiegter Journalist wie Unterberger in einer solchen Frage in ein tumbes »right or wrong — my country!« ausbricht — noch dazu, wo es sich doch garnicht um sein »country« handelt, sondern um die USA, welche seine mediale Schützenhilfe aus Wien wohl wirklich nicht brauchen werden!

Manfred Kleine-Hartlage bringt die entscheidende Frage auf den Punkt:
Es spricht einiges dafür, dass die Tötung von Anfang an geplant war, und diese Vermutung ist meines Wissens bis jetzt nicht dementiert worden. Die Frage ist: Warum hat man ihn überhaupt getötet?

Das ist doch nicht selbstverständlich: Die USA haben hunderte von wirklichen oder auch nur angeblichen Terroristen in Lagern und Geheimgefängnissen verschwinden lassen, angeblich, weil die nationale Sicherheit zwingend erforderte, sie zu befragen und sogar zu foltern. Dieser Mann aber, Osama bin Laden, der der oberste Terrorist des Planeten gewesen sein soll: Den wollte man nicht verhören?

Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu erfahren, was genau am 11. September 2001 geschah, und ein Prozess gegen Bin Laden wäre das geeignete Forum gewesen, alle Fakten zur öffentlichen Prüfung auf den Tisch zu legen. Dieser Prozess kann nun nicht mehr stattfinden. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Bin Laden genau deswegen sofort sterben musste. Tote reden nicht.

Wenn es das Ziel der USA sein sollte, den Muslimen die Segnungen des demokratischen Rechtsstaats nahezubringen – für wie realistisch man diesen Versuch auch immer halten mag –, so werden sie diesem Ziel nicht dadurch näherkommen, dass sie den Genickschuss als Mittel der Politik legitimieren. Wenn es freilich ihr Ziel ist, völlige Skrupellosigkeit im Umgang mit ihren Feinden zu demonstrieren, so ist ihnen dies gelungen. Ich warne davor, sich damit zu trösten, es habe ja „den Richtigen getroffen“. Wenn Instanzen, die sich damit über Recht, Gesetz und Moral hinwegsetzen, sich anmaßen zu entscheiden, wer „der Richtige“ ist, dann kann es morgen Jeder sein.
Wenn nicht bloß der Zweck die Mittel heiligt, sondern sogar der bloße Status als Supermacht sich schon heiligend auf alle ihre Handlungen auswirkt, dann haben wir ein System, von welchem die Genozide der Nazis oder der Türken, die bestialischen Massenmorde des Stalinismus, der Kulturrevolution, oder der Roten Khmer sich nur quantitativ, nicht qualitativ abheben!

Unterberger wird sich daher die Frage gefallen lassen müssen, ob das das Verständnis von Rechtsstaatlichkeit und politischer Moral ist, welches er als Maßstab setzt. Und er komme uns nicht mit dem Argument, es handle sich dabei quasi um eine »Notwehrhandlung« gegenüber einem Terroristen. Ja, das hätte man vielleicht am 11. September noch argumentieren können, oder gleich danach, als eine unmittelbare Wiederholungstat nicht auszuschließen war! Aber nicht ein Jahrzehnt später, denn auch das Erschießen eines geiselnehmenden Bankräubers mag durch Notwehr wohl gerechtfertigt sein — nicht aber, ihn Jahre später in seiner Wohnung aufzuspüren und durch Kopfschuß zu liquidieren!

Das ist nämlich ein Unterschied, der sogar einem Nicht-Juristen, umso mehr aber einem Juristen wie Unterberger klar sein sollte.

Montag, 2. Mai 2011

Demnächst werden es 50.000 sein

Irgendwann heute, »in the still of the night« wird der jubiläumsrunde Zugriff erfolgen und den Zugreifer — hoffentlich! — still beglücken. Nun, wie feiert man so ein Ereignis — zumal wir in den letzten Tagen doch von Glücksereignissen überhäuft werden. Ich meine da natürlich nicht jene Hochzeit, welche (wenigstens nach Meinung unserer linken Meinungsmacher) bloß die ödeste Pöbelbelustigung und beschämendste Schaustellung mittelalterlicher Rückschrittlichkeit war. sondern jene beglückenden Momente, die die USA in Ausnutzung der Leichtgläubigkeit seiner Bürger geschicktesten geheimdienstlichen Mittel durch die Erschießung eines bärtigen Bewohners Pakistans erfahren durften, der ganz unter dem Motto »bin Laden« auf ein Schiff verfrachtet, und sodann den Tiefseefischen zur Speisung übergeben wurde.

Auch wir in Österreich dürfen heute das Glück der Gegenwart des türkischen Staatspräsidenten erfahren, und — nicht den Glücks genug! — dies noch teuer bezahlen (so, wie wir das mit vielen seiner Landsleute ebenso tun, die uns schon seit Jahren mit ihrer arbeitslosen Anwesenheit beglücken). Und — welch Glück! — dieser Staatspräsident Gül ist trotz der in Österreich immer noch bestehenden fremdenfeindlichen Vorurteile bereit, die EU (und damit auch Österreich) an die Türkei anzuschließen, damit wir in Zukunft noch viel intensiver für das Wohl der stolzen türkischen Nation arbeiten dürfen.

Soviel Glück ruft nach einem Gedicht, und da »Gül« bekanntlich »Rose« heißt, welche doch die Königin aller Blumen ist (ach, wie passend für ein Staatsoberhaupt!), entschied ich mich für ein Rosengedicht. Zunächst wollte ich Goethes »Heideröslein« zeitbezogen umdichten, da unser Röslein ja von den Heiden kommt, aber irgendwie scheute Pegasus (wie jenes glückliche Pferd, das in London hinter dem ebenso glücklichen Brautpaar ohne Reiter einhergaloppierte — über das Glück des pferdlosen Reiters, oder von da ab: Fußgängers bzw. Bahrengetragenen, schweigt die Legende ...), ich entschloß mich daher, ein Gedicht der bedeutenden Lyrikerin Friederike Kempner (1836-1904) auszuwählen, daß wie kein anderes die Liebenswürdigkeit unseres hohen Staatsgastes auszudrücken weiß:

Mein Röselein

Grüß Dich Gott, mein Röselein,
Schön und klein und sanft Du bist:
Wie sie so anmutig ist!

Röselein, gern seh' ich dich!
Bleib' so still und lieb und rein:
Bleib so ewig jung und mein!

Röslein mein, o denk' an mich!
Purpurrot und grün Dein Stiel:
Geist und Anmut hat sie viel!

Röslein, Dich, Dich liebe ich!
Zart drück' ich dich an den Mund:
Nehme Abschied, bleib' gesund!

Blättlein klein, o bleibet frisch,
Ihres Zweige dunkelgrün:
Ach, ich muß von dannen zieh'n!

Röslein, nein, es war nur Scherz:
Ewig, ewig bleib' ich Dein!
Ewig bleibst Du lieb und fein!

Röselein, o grüß' Dich Gott,
Schön und frisch und mein Du bist:
Voll mein Herz vor Freuden ist!



Nu, isses nicht schön, unser Röslein aus Kayseri! »Gott« sollte natürlich durch »Allah« erstzt werden, aber dann stimmen die Reime nicht mehr, weil es außer dem lautmalerischen »Balla-balla« keinen g'scheiten Reim auf »Allah« gibt. Mag schon sein, daß einem deswegen das Muselmanentum oft ungereimt erscheint — aber ach, wohin entfliegen meine Gedanken ... lassen wir's daher gut sein ... ...

Obama über Osama

US-Präsident Barack Obama verkündete den Tod von Osama bin Laden am späten Sonntagabend (Ortszeit) in einer TV-Ansprache: "Heute kann ich bekanntgeben, dass die USA eine Operation durchgeführt haben, bei der Osama bin Laden getötet wurde".

Bin Laden sei schon vor geraumer Zeit in Pakistan aufgespürt worden, berichtete Obama. Schon im August sei er von einer "Spur" zum saudischen Topterroristen unterrichtet worden. Vergangene Woche habe er Spezialkräfte beauftragt, "ihn der Gerechtigkeit zuzuführen".

Bin Laden sei in einer gezielten Aktion nach einem Feuergefecht auf einem Anwesen in Abbottabad nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet worden, sagte Obama. Seine Leiche befinde sich in US-Gewahrsam. Die TV-Sender CNN und MSNBC berichteten, die Leiche sei bereits im Meer beigesetzt worden.


Schreibt »Die Presse« die Agenturmeldung ab. Wie alle anderen Zeitungen vermutlich auch.

Offenbar wurde die Sockenpuppe zur Rechtfertigung des Einmarsches in Afghanistan, Irak (oder wo immer man sonst wollte, um »geopolitische Ziele« wahrzunehmen), nicht länger benötigt. Daher also »Tschüß mit Ü«, wie der Wiener sagt. Es hat ohnehin keiner mehr geglaubt, daß dieser Zausel mit Kopfwindel und wirrem Blick irgendwas mit international agierendem Terrorismus zu tun hatte. Sofern es ihn überhaupt je gegeben hat.


Zweckmäßigerweise wurde das Gesicht der per Photo präsentierten Leiche bei der Liquidation hinreichend entstellt, um vorsorglich jeden Wiedererkennungseffekt auszuschließen, sodaß eine Identifikation wohl nur durch DNA-Analysen, wie sie von CIA & Co. gerne mit dem gewünschten Ergebnis produziert werden, erfolgen kann.

Und, welcher Zufall übrigens — Osama starb an einem 1. Mai, also am gleichen Tag wie Hitler, nur 66 Jahre später (666 Jahre später hätte zwar noch besser ausgesehen, aber solange wollte man offenbar nicht zuwarten). Tja, sie liebt offenbar symbolträchtige Zahlen, die Geschichte. Oder Hollywood. Oder wer sonst immer Geschichte fabriziert in Amerika.

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P.S.: ein Poster in der »Presse« schrieb in anderem Zusammenhang: »Wenn Ihr uns schon verarschen wollt, so gebt Euch wenigstens ein bißchen Mühe dabei!« Goldene Worte, dich ich nicht verabsäumen möchte, auch auf diesen Fall anzuwenden ...

Sonntag, 1. Mai 2011

Norbert Bolz über Meinungsmache

Hörenswert, was Prof. Bolz (sekundiert von Mitdiskutanten) über die »großen Tabumächte unserer Zeit« zu sagen weiß:



Der verlogene politisch-medialer Komplex, der seine Gesinnungsdiktate und Sprechverbote als »Meinungsfreiheit« bezeichnet, erfordert seine konsequente Bekämpfung durch kritische Bürger! Écrasez l'infâme! Und nein: nicht die alte Mutter (oder für Ungläubige: Tante) Kirche ist heute damit gemeint — sondern die allgegenwärtige links-grün-kollektivistische Heilslehre, mit der wir permanent von skrupellosen heuchlerischen Systemprofiteuren, die sich ihre Pseudotätigkeit aus Steuergeldern üppig finanzieren lassen, berieselt werden. Die jetzt angesichts der befürchteten Unfinanzierbarkeit ihrer Privilegien beschließen, uns die Daumenschrauben fester anzuziehen. Wehren wir uns doch endlich!

1. April täglich, oder: die Forsetzung der Politik durch kabarettistische Mittel

Am 20. Mai bekommt der sogenannte »UN-Menschenrechtsrat« ein neues Mitglied, und das ist (so alles wie geplant verläuft), na — kommen Sie drauf? ... Syrien!

Syrien beweise mit seiner Kandidatur, daß es den »unveräußerlichen und unteilbaren Charakter der Menschenrechte zu respektieren und zu unterstützen« wisse, so die offizielle UN-Begründung.

Wem immer dies eingefallen ist — er (oder sie, wie man politisch korrekt sofort beifügen muß!) verdient damit sicher die Verleihung des Muammar-Al-Gaddafi-Menschenrechtspreises (sofern bedauerliche Kriegsverläufe künftige Preisverleihungen nicht etwa verhindern sollten), und befände sich damit in fürwahr prominenter Gesellschaft — Lateinamerikas geliebte Führer Fidel Castro, Hugo Chavéz und Daniel Ortega, Anatoliens Rotzig Arroğan und dann der Schweiz-, Kapitalismus- und Alles-was-rechts-von-ihm-steht- (also eh alles) -Kritiker, der ein-, aus- und dann wieder von ökommunistischer Seite eingeladene Eröffnungsredner der diesjährigen Salzburger Festspiele, Jean Ziegler — um nur einige zu nennen.

Sowas peppt doch jede Diplomatenbiographie auf, nicht? Aber vielleicht sollte man zuvor — der terminologischen Präzision halber — den »UN-Menschenrechtsrat« in »Menschen-UN-rechtsrat« oder »Menschenrechts-UN-rat« umbenennen. Daß Staaten wie Syrien und Libyen solch einem Rat bzw. Unrat mit Rat und Unrat behilflich sein könnten, dürfte wohl ganz außer Zweifel sein ...

Freitag, 29. April 2011

Congratulations!

Man muß kein glühender Monarchist sein, um einem Brautpaar, bei welchem der Bräutigam sehr realistische Chancen hat, dereinst König zu sein, alles Gute und viel Glück auf dem gemeinsamen Weg zu wünschen. Das ist eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Es reicht aber, das grün-gutmenschlich redigierte Leibblatt linker Spießer zu sein, um selbst aus diesem frohen Ereignis hämische Kommentare zu destillieren — wie es beispielsweise die »Süddeutsche« demonstriert. Hach, wie sind wir doch so fortschrittlich und alternativ ...

Und so trieft aus jeder Zeile des Life-Tickers die satte Selbstzufriedenheit einer abgestandenen Mischung aus bemühter Intellektualität und neidgeifernder Aggression. Unser guter, alter Geschichtsprofessor, der seinerzeit immer mit dem Scherz »lange Haare — kurzer Verstand« hausieren ging, war bei weitem nicht so peinlich spießig, wie das, was heute als betont lässig dahingeschlenzte Unbeeindrucktheit den fassungslosen Neid eines ganzen SZ-Redaktionsteams camouflieren soll. Redakteure, die, wenn sie es »geschafft« haben, auf dem Weg zur Fixanstellung ihre Seele weit mehr verkauft haben, als Kate Middleton es wohl je wollte — und neiderfüllte Nachwuchs-Schmöcke (»Ich kann schreiben links!« — für's andere ist bei der SZ ohnehin kein Bedarf), die ihren minderen Sozialstatus durch vorauseilende Pflichterfüllung der Blattlinie aufbessern wollen. Was dabei herauskommt, war in besagtem »Life-Ticker« zu bestaunen (zum bewundern reicht's halt nicht ganz, sorry):
09:41 Uhr Das Wetter ist, wie man es von England erwarten kann: Bedeckt, leicht windig und kühl. Heute ist der Tag, auf den Kate Middleton lange gewartet hat. Jetzt sind es die Untertanen, die warten: Königstreue haben sich bereits in den frühen Morgenstunden im Hyde Park versammelt, wo die Hochzeit übertragen wird. Vor allem aber warten nach wie vor alle darauf, dass endlich das Geheimnis um das Kleid gelüftet wird. Eigentlich unglaublich, dass nicht das kleinste Detail durchgedrungen ist. Man darf ein schlichtes, dennoch aufsehenerregendes und durchaus figurbetontes Modell erwarten, konservativ und weniger glamourös, keine Kate Moss - Kate Middleton eben.
... beginnt der Report. Natürlich! Wenn's nach den Fieberphantasien junger SZ-JournaillistInnen geht, sollte eher ein zur Hirnschmelze gekokstes Party-Luder dereinst Königin werden, klar doch! Soll'n sich nicht so haben, die Briten — ist doch egal, welche Schickse da Winke-Winke macht!
11:45 Uhr William wartet noch immer am Altar. Charles, der mittlerweile mehr Haare besitzt als sein Sohn, befindet sich noch am anderen Ende der Kirche. Es wird ernst: Die Queen rollt an. Das Volk grölt.
Versteht sich doch von selbst, daß ein Volk beim Erscheinen einer Königin nicht jubeln, sondern nur grölen kann! Chef, die Zeile wird ein Schenkelklopfer! Aber es wird noch besser — Chef, das wird Spitze!
12:41 Uhr Der Bischof von London verliest ein Gebet, das William und Kate selbst geschrieben haben. Es beginnt mit: "Wir danken Dir für unsere Familien". Da haben sie sich wirklich Gedanken gemacht ...

12:43 Uhr Der Knabenchorsolist hat Ähnlichkeit mit Prinz Harry.

12:44 Uhr Das Brautpaar kniet nieder und betet das Vaterunser.

12:44 Uhr Amen!

12:46 Uhr Ist dieser Gottesdienst eigentlich feierlich? Jetzt schaut jeder auf Williams wachsende Glatze.
Ach, lassen wir's genug sein ... vor dem geistigen Auge des Lesers erstand längst die Gestalt eines schwitzenden, pickeligen Journaille-Praktikanten, der mit verkniffenem Grinsen eine Hochzeit madig zu machen versucht. Schade irgendwie, daß ihm das wohl nicht nachhaltig gelingen wird. Der »Life-Ticker« wird zwar im elektronischen Nirvana auf Ewigkeit abrufbar gespeichert bleiben — nur wird ihn schon morgen, spätestens übermorgen niemand abrufen wollen — so wenig, wie das Tageshoroskop oder die Wetterprognose von vorgestern.

Ach, die Journalisten! Sie pflügen Wasser und säen in Sand ... fast möchte man sie bedauern — und man versteht irgendwie, warum dies undankbare Geschäft leicht den Charakter verdirbt. Und es daher ausgesprochen unwahrscheinlich macht, daß je ein Journalist in die Ränge gekrönter Häupter einheiraten wird. Denn welche Charakterfehler man den Royals und Hoch-Aristos auch immer nachsagen kann (und derer gibt es wohl viele!) — Neid und Häme sind eher nicht darunter. Danken wir also Gott (wer partout nicht an ihn glaubt, eben dem Schicksal), daß statt der beiden Brautleute William und Kate nicht zwei Life-Tickerer von der SZ einst die Würde eines großen Landes repräsentieren werden.


In diesem Sinne dem frisch vermählten Paar:



»OUR HEARTIEST CONGRATULATIONS«

Die Rose von Stambul, oder vielmehr: von Ankara

... befindet: »Islamfeindlichkeit widerspricht dem Geist Europas«. Der Türkenpräsident Gül (was bekanntlich »Rose« heißt) hat für Besorgnis über den politischen Islam kein Verständnis! Nun: wer keine türkischen Zustände in Europa will, mit Massenverhaftungen von Regierungskritikern, der Unterdrückung religiöser Minderheiten bis zur gezielten Ermordung ihrer Geistlichen durch den »Sicherheitskräften« (welch Euphemismus in dem Zusammenhang!) nahestehende Personen, und der Verfolgung ethnischer Minderheiten bis zur Ausrottung (Armenier hatten unlängst wieder einen unschönen Gedenktag zu begehen — und die Türkei reißt gleichzeitig das Mahnmal dieses Völkermordes kühl-lächelnd ab), der wird für die Verständnislosigkeit dieser Rose von Ankara, die uns in Österreich nächste Woche für drei Tage als Staatsbesuch heimsucht, wenig Verständnis aufbringen.

Tante »Presse« führt über diese und andere Fragen ein kuschelig-betuliches Interview, in dem etwaig unangenehme Fragen höchstens durch die Blume angedeutet werden. Putzig zu lesen! Wie zumeist sind die Kommentare der Leser weitaus sinnvoller als das windelweiche Herumgesülze der Redaktion:
[Gül:] "Doch natürlich sehen wir in ganz Europa besorgniserregende Entwicklungen: Fremdenfeindlichkeit, Extremismus, Islamophobie. Das widerspricht dem Geist Europas. Das ziemt sich nicht für Europa, denn Europa ist die Heimat der Menschenrechte – eine Region, in der wir den Respekt gegenüber Andersdenkenden und anderen Kulturen voraussetzen müssen."

Und was ist mit der Feindlichkeit seitens der Türken gegenüber der autochthonen Bevölkerung? Oder bilden wir uns die U-Bahn-Schläger und die sonstigen Übergriffe etwa nur ein? Der Bursche soll ja nicht mit den Menschenrechten argumentieren, angesichts der aktuellen Lage in der Türkei. Vor allem werden in Europa in dieser Hinsicht keine Menschenrechte verletzt. Im Gegenteil: Moslems scheinen eine Art Sonderstellung zu haben. Um nur einige zu nennen: Eigene Gebetsräume, eigene Mahlzeiten, Kuschelurteil der Justiz usw.

Und ständig diese Antisemitismus-Islamophobie-Vergleiche, das sind zwei völlig unterschiedliche Strömungen. Ersteres entstand durch Neid und Propaganda, zweiteres basiert auf täglichen Geschehnissen und ist durchaus berechtigt. (Eigentlich ist es nicht wirklich Angst vor dem Islam, sondern die Angst ist auf die Dummheit europäischer Politiker zurückzuführen. Denn schließlich tun die alles, um dem Islam eine Bühne zu bieten).
Solche Worte würde die Redaktion, die offenbar ganz stolz darauf ist, die Rose von Ankara »in der Residenz« interviewen zu dürfen, nie wagen. Da wird höchstens Christian Ortner in einem Gastkommentar die skeptische Frage verstattet: »Haben die islamophoben Spaßbremsen am Ende vielleicht doch recht?« — eine Frage, die man nur in klassischem Wienerisch mit »No na!«*) beantworten kann.

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*) Für meine lieben Leser aus dem schönen Piefkonistan: das hieße auf Balinerisch etwa: »Na, wat denn sonst!«

Mittwoch, 27. April 2011

Tschernoshima ist überall

... in den Gehirnen, in dem, was Politiker als solches ausgeben, und den Medien, die diese Gehirne mit Desinformation füllen. Um sich dann flugs auf Volksmeinungen zu berufen, die sich aufgrund dieser Desinformation gebildet haben. Realität interessiert nicht, wenn einem die Virtualität apokalyptischer Szenarien so schaurig-schön um die Ohren geknallt wird. Der verdienstvolle Desinformationsbeobachtungsblog PPQ faßt die Nachrichten(schief)lage zusammen und kommt zum Schluß — oder eigentlich ist es eine Schlußfrage:
Die in Fukushima freigesetzte Strahlung entsprach etwa einem Zehntel der in Tschernobyl ausgetretenen. In Tschernobyl wiederum wurde 400 mal mehr Strahlung frei als durch den Abwurf der Bombe auf Hiroshima. Doch verglichen mit den radioaktiven Emissionen der rund rund 420 oberirdischen Kernwaffentests während der 50er und 60er Jahre emittierte auch Tschernobyl nur ein knappes Hundertstel der Strahlungmenge, Fukushima sogar nur ein Tausendstel. Wenn Fukushima Milch und Wasser in Frankreich verstrahlt und Tschernobyl Millionen Strahlenopfer gefordert hat - wo sind dann eigentlich die Toten der Kernwaffentests? (Ganzer Artikel hier)
Ja, wo sind wohl all die Toten? Eine berechtigte Frage, die ihre Antwort auch nicht in den notwendigerweise unzähligen Hirntoten, die unsere Medien & Politik zu bevölkern scheinen, findet — leider ...

Dienstag, 26. April 2011

Schilda grüßt Seattle!

Nicht nur die EU kann's! Auch in den Vereinigten Staaten gibt es eine große Affinität zu Schilda ...



Das vorstehende Bild ist natürlich ein Fake (d.h. nicht das Bild, das ist schon echt — sondern die Beschriftung)! Noch heißen Obamas Eier nicht offiziell »spring spheres« — aber wenn es nach den Verantwortlichen einer Schule in Seattle*) geht, ist es bald so weit:
Jessica, 16, told KIRO Radio's Dori Monson Show that a week before spring break, the students commit to a week-long community service project. She decided to volunteer in a third grade class at a public school, which she would like to remain nameless.

"At the end of the week I had an idea to fill little plastic eggs with treats and jelly beans and other candy, but I was kind of unsure how the teacher would feel about that," Jessica said.

She was concerned how the teacher might react to the eggs after of a meeting earlier in the week where she learned about "their abstract behavior rules."

"I went to the teacher to get her approval and she wanted to ask the administration to see if it was okay," Jessica explained. "She said that I could do it as long as I called this treat 'spring spheres.' I couldn't call them Easter eggs."

Rather than question the decision, Jessica opted to "roll with it." But the third graders had other ideas.

"When I took them out of the bag, the teacher said, 'Oh look, spring spheres' and all the kids were like 'Wow, Easter eggs.' So they knew," Jessica said.

The Seattle elementary school isn't the only government organization using spring over Easter. The city's parks department has removed Easter from all of its advertised egg hunts.
(Quelle: MYNorthwest.com)
Um aus dem Roman »Ballmanns Leiden oder Lehrbuch des Konkursrechts« des von mir überaus geschätzten Schriftstellers Herbert Rosendorfer zu zitieren: »Sie machen in jede Hose, die man ihnen hinhält«. Ein Poster bringt diesen Schildbürgerstreich von Seattle auf den Punkt:
... to be politically correct, Islamist beheadings will now be called "Muslim Haircuts".
Einige Leute in unseren Breiten hätten offenbar einen Haarschnitt dringend nötig, damit sie klarer sehen ...



*) Mit Dank für den Hinweis an Rev. Alipius.

Montag, 25. April 2011

Liegt Schilda in Sachsen? Wohl eher in Brüssel!

»Es wird ein Wein sein, und wir wer'n nimmer sein ...«, geht der Refrain eines weinseligen Wienerliedes, das von Pessimisten, die ein Versiegen der Weinquelle befürchten, gern auch in »... und wir wer'n noch immer sein!« abgewandelt wird. Um solchen Kalamitäten vorzubeugen, entschlossen sich einige Bürger der sächsischen Gemeinde Großpösna, in der Nähe von Leipzig gelegen, auf einem Grundstück neben einem — naja ... — malerischen Baggersee tausend Rebstöcke zu pflanzen. Zur Behübschung der Landschaft wohl eher — denn daß tausend Weinstöcke in Sachsen wohl nicht einmal den Durst der Gemeindebürger stillen würden, liegt auf der Hand! Wenn man so mit ein bis zwei Flaschen pro Weinstock kalkuliert, kommen halt nicht mehr als tausend bis zweitausend Flaschen dabei raus, und das reicht bei mehr als fünftausend Einwohnern gerade für zwei Gläschen pro Kopf und Jahr (wenn man die Kinder mittrinken ließe ...).

Nun hatte die Gemeinde freilich die Rechnung ohne die EU-Weinmarktverordnung gemacht. Niemand darf in der EU so einfach Weinstöcke pflanzen — da könnte doch jeder kommen! Das ist höchstens innerhalb einer Weinbauregion zulässig.
Im Jahr 2006 beantragt die Gemeinde Großpösna Pflanzrechte für eine Fläche von 26 Hektar. Das zuständige Regierungspräsidium Chemnitz lehnt das Gesuch ab. Begründung: Der Ort liegt nicht in der sächsischen Weinbauregion. Dies ist jedoch die Voraussetzung für ein entsprechendes Pflanzrecht. So heißt das wirklich.

Viel Bußgeld, aber kein Wein

Die Möchtegern-Weinbauern sind enttäuscht - und pflanzen im April 2008 Weinreben an. Nicht auf 26 Hektar, sondern auf 0,3 Hektar, einem Hundertstel der ursprünglichen Fläche. In diesem Gebiet, kleiner als ein Fußballfeld, heben die fleißigen Bürger die Erde aus, rammen Pfähle in den Boden, spannen Drähte und pflanzen die Reben. Die Gemeinde will das Weinanbaugebietchen in kleine Parzellen aufteilen und an Hobbywinzer verpachten.

Allerdings hat sie die Pläne ohne das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ausgeheckt. Und die Beamten dort pochen auf ihre Vorschrift. Sie verhängen, Ordnung muss sein, ein Bußgeld von 3700 Euro und fordern die Gemeinde auf, das angebaute Feld zu roden.

Großpösna zahlt brav, versucht dann aber doch zu verhandeln, die Rodung noch zu umgehen - und muss schließlich noch eine zusätzliche Strafe zahlen. Dieses Mal gleich 4800 Euro. Der kleine Ort klagt, verliert aber auch vor Gericht. Die Bürger geben sich angesichts der Schmach zunächst geschlagen und laden zu einem Rodungs-Volksfest: Sie graben die mehr als 1000 Pflanzen aus, verkaufen einen Teil an Besucher aus dem Umland. Den Großteil horten sie.

Nur ein knapp 100 Quadratmeter großes Areal lassen sie unberührt. Thomas Neuhaus, Vorsitzender des neu gegründeten Hobbywinzer-Vereins und hauptberuflich Rechtsanwalt, will eine Lücke im Gesetz entdeckt haben. Seine Idee: Jeder Hobby-Winzer pflanzt seine Reben auf einer eigenen Mini-Fläche an. Denn wer Wein auf weniger als 100 Quadratmeter anbaut, dem wird Eigengebrauch unterstellt. Und das bedeutet: Man braucht keine Pflanzrechte.

Soweit so gut. Ob die Bürger die ausgegrabenen Pflanzen wiederverwenden dürfen, die sich noch in ihrer Obhut befinden, ist allerdings noch immer ungeklärt. Das Umweltministerium in Dresden will sich die Sache ganz genau ansehen. Und das kann dauern.
(Quelle)
Das ganze klingt irgendwie nach Schilda. Nur fragt sich, ob dieses Schilda wirklich im Freistaat Sachsen liegt! Denn den Dresdner Behörden sind durch zwingende EU-Richtlinien ja praktisch die Hände gebunden — nein, der Schildbürgerstreich ist vielmehr in den eurokratischen Elfenbeintürmen Brüssels ausgeheckt worden. Sicher nur mit den besten Absichten — aber eben wie jede Planwirtschaft in Umkehr des Mephistopheles die Kraft, die stets das Gute will, und stets das Böse schafft.

Sonntag, 24. April 2011

Risus paschalis

Das »Osterlachen« ist ein altehrwürdiger Brauch zum Ostersonntag. Um die Freude der Pfarrkinder über das Osterfest recht sinnfällig »anzufeuern«, wurden früher eben nicht bloß Osterfeuer entzündet, sondern von der Kanzel aus deftige Späße ins Kirchenschiff gesandt, daß kein Auge trockenblieb. In »aufgeklärten«, jedoch insbesondere in den prüden Zeiten des Viktorianismus geriet dieser jahrhundertealte Brauch außer Übung und wird nur in spaßesfrohen Gegenden des Rheinlandes auf das Faschingsende vorverlegt — und oft mehr als unpassend ausgeführt. Nun ja, deutscher Humor ...

Eine moderne Form von »risus paschalis« (für die Lateinverächter sei hinzugesetzt, daß sich »paschalis« nicht wie ein türkischer »Pascha«, sondern wie »pas-cális« ausspricht) wurde bei mir von einem Artikel auf der Titelseite des Wochenend-»Standard« ausgelöst. Da wird u.a. eine vom »Standart« beim Market-Institut in Auftrag gegebene Umfrage unter Österreichern kommentiert (bei deren Ergebnissen man freilich nicht recht weiß, ob statt des »risus paschalis« nicht ein Verweilen bei den »lamentationes« des Karfreitags angebrachter wäre). Allein die Fragestellung ist von beeindruckender Hirnrissigkeit:


Was, bitteschön, kann eine Antwort, ob eine Organisation sich »genug« gegen Atomkraft in Europa engagiert, über die »Glaubwürdigkeit« dieser Organisation aussagen? Ich glaube z.B. unbesehen, daß sich der Tabellenführer Greenpiss mehr als genug gegen Atomkraft engagiert — nur halte ich die Glaubwürdigkeit dieser Organisation für etwa so groß die von Politikern oder Heiratsschwindlern.

Daß die Umfrage ganz offensichtlich auf der Aussagekraft von »Glauben Sie, daß Kate Middleton und Prince William miteinander glücklich werden?« (also beim sprichwörtlichen »Kaffeesud-Lesen«) angesiedelt ist, erhellt sich aus weiteren Informationen, die »Der Standard« stolz dazu zu vermelden weiß:
Auffallend ist, dass vor allem Frauen besonders große Folgen der Tschernobyl-Katastrophe auf unser Land wahrnehmen: 25 Prozent der Österreicherinnen sehen "sehr große Auswirkungen", weitere 49 Prozent nennen die Auswirkungen "groß". Nur 24 Prozent der Frauen, aber 35 Prozent der Männer sehen weniger bis gar keine Auswirkungen des Kernkraftunfalls auf Österreich. Wenig überraschend ist, dass die Auswirkungen von Grün-Wählern besonders hoch eingeschätzt werden.
Überraschung! Wer hätte sich denn sowas gedacht! Drei Viertel der befragten Frauen sehen also »sehr große« bzw. »große Auswirkungen« — und keiner fragt, welche diese denn sein sollen? Gerade der Mund der GrünInnen unter den Frauen müßte doch geradezu übergehen ob des, wes ihr Herz voll ist.

Irgendwie ist es schade, daß Umfragen erst in den letzten Jahrzehnten in Europa zur Mode geworden sind. Bei einer Umfrage in den 1930er-Jahren wäre bei ähnlich luzider Fragestellung, wie z.B. welche Auswirkungen jüdische Spekulanten auf den Wirtschaftskrach von 1929 gehabt hätten, eine Dreiviertelmehrheit von »sehr groß« und »groß« herausgekommen. Ob deshalb freilich der Schluß zulässig ist, daß eine Organisation wie die NSDAP, die sich gegen jüdische Spekulanten engagierte, deshalb als besonders glaubwürdig einzustufen sei? Dagegen hätte ich freilich Bedenken ...

Aber, so wird mir sicher seitens gutmenschlicher Antifanten & GrünInnen hyperventilierend entgegengestammelt, ich könne doch nicht eine Organisation wie Greenpeace mit der NSDAP vergleichen. Nun — das tue ich auch nicht. Ich vergleiche vielmehr hirnlose Fragestellungen und ebensolche Umfrageergebnisse. Nie käme es mir in den Sinn, eine ideologisch verblendete Organisation von fanatischen Ökofetischisten mit einer ideologisch verblendeten Organisation von fanatischen Rassenfetischisten zu vergleichen. Nie! ... außer, Greenpiss wandelte in Zukunft auf den Spuren von Gene Hashmi.

Immerhin versöhnt uns »Der Standard« noch mit einem vernünftigen Interview mit Hans Blix, früher schwedischer Außenminister und danach IAEO-Chef. Trotz seiner etwas trocken-technokratisch wirkenden Antworten kommt der »risus«-Faktor nicht zu kurz: und zwar in den gar köstlichen Leserkommentaren, die sich darüber erbosen, daß Blix Roß und Reiter benennt — wenn er z.B. darauf hinweist, daß unter allen Formen der Energieerzeugung die Kernenergie deutlich risikoärmer ist als die allermeisten anderen. Im Moment (Ostersonntag, 22 Uhr) halten wir bei 616 Postings. Wenn das so weitergeht, kann sich »Der Standard« eine teure Market-Umfrage ersparen, einfach die Postings zählen und als Ergebnis verkünden: »25% der LeserInnen halten Blix für einen sehr großen, weitere 49% für einen großen Trottel«. Was an Aussagekraft sicherlich nicht merklich hinter der obgenannten Market-Studie zurückliegen dürfte ...

Mittwoch, 20. April 2011

Tempora mutantur ...

... nos et mutamur in illis — und nicht, wie es oft falsch zitiert wird: »... et nos ...«, denn sonst ist es kein Hexameter mehr. Der gewiegte Lateiner betoniert das Zeug nämlich wie folgt: »tempora mutantur, nos et mutamur in illis«. Und da das »-tur« von Natur aus kurz ist (d.h. das von mutantur, nicht das von Natur, denn das ist von Natur aus lang!), und nur vermittels Positionslänge zu einer metrischen Länge wird ... ... doch genug des Bildungsanstrichs, den sich dieser Weblog aus Anlaß der Karwoche zu geben bemüht ist, und allen Lateinverächtern zum Trost gesagt: diese ist heute schon halb um, also das Ende der Pein ist absehbar, bzw. imminent, wie der Bildungsbürger sagt — was dann der Bildungshochstapler im Gespräch mit einem kennerisch hineingeworfenen: »Sie meinten wohl "eminent", nicht wahr?« zu verbessern meint ...

Ooookaaaayyyy ...

Also: wie sich die Zeiten doch ändern! Als ich zwar nicht gerade mehr jung, doch erheblich jünger war als heute, da herrschte in unseren Breiten das Waldsterben, aus dem z.B. der »Spiegel« schaurig schöne Bilder und noch weitaus schaurig-schönere apokalyptische Weissagungen fabrizierte. Und heute ....? Haben sich die Zeiten eben geändert. Es gibt hierzulande jede Menge Holz, und da derzeit weder auf Atom (beim diesem stibt die Menschheit einen schrecklichen baldigen Tod, und sogar das Genom des Juchtenkäfers von Stuttgart wäre durch das Plutonium auf fantastillionen Jahre hinaus bedroht!), noch auf Kohle Verlaß ist (letztere führt dazu, daß sich der Meeresspiegel im Jahr 9454 mindestens auf die Höhe des Deutschen Mittelgebirges hebt — und was das für den Juchtenkäfer bedeutet, brauche ich hier nicht extra auszuführen ...), wird eben jetzt der Charme von Holzheizungen entdeckt. Nachhaltig eben.

Ach ja, und weil wir gerade in der Vergangenheit wühlen: da war doch vor einem Jahr eine schreckliche Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, welche zur Ausrottung allen Lebens in und um diesen Golf führen sollte. Je wieder davon gehört? Nun: das Internet vergißt nichts — und so hat der verdienstvolle Nachrichtenblog »Politplatschquatsch« kurz zurückgeblättert. Blättern Sie hier mit — es lohnt sich!

Dienstag, 19. April 2011

Quod erat demonstrandum

Sorry für die vielen lateinischen Überschriften — aber in der Karwoche dachte ich, es wäre aus Gründen geziemenden Ernstes angebracht, feierliches Latein statt schnöder Umgangssprache zu verwenden. Was also war — um aufs Thema zu kommen — zu beweisen? Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, also sagen zwei Bilder mehr als zweitausend, mit einem Wort — das hier war zu beweisen:


Nun
Nun: es ist völlig klar, daß man links ein gar abscheuliches Beispiel von Rassismus gegenüber einem pigmentbevorzugten, überaus fähigen Politiker erblicken muß, welches aufs schärfste zu verurteilen ist, wohingegen rechts eine — natürlich etwas provokative, aber gehört gerade das in der Politik nicht auch dazu? — völlig unbedenkliche Darstellung eines hellhäutigen, überaus trottelhaften Politikers zum befreienden Lachen Anlaß gibt. Nicht wahr?

»Sola digna tu fuisti« oder: wenn sich die Politik einen Karl macht

Nun ist also das Dream-Team unseres vordenkenden Außenministers und Vizekanzlers in spe vollständig: die Innenministerin wird Finanzministerin; eine Erwin-Pröll-Sockenpuppe dafür Innenministerin. Daß die bisherige Justizministerin wegen flagranter Inkompetenz ins Gericht zurückgeschickt wird, verwundert nicht. Innerhalb der österreichischen Richterschaft fällt Unfähigkeit ja nicht wirklich auf ...

Daß unter »schwarzen« Politikern die Sehnsucht, das Justizressort zu übernehmen, doch eher endenwollend war, konnte man in den letzten Tagen feststellen. Es regnete Absagen — kein Wunder, ist dieses doch seit Broda unseligen Angedenkens knallrot durchfilzt, daß es nur so eine Freud' ist! Man braucht als Nicht-Roter schon einen guten Magen und Nerven wie Drahtseile, um gegen die stramm linke Ministerialbürokratie zu bestehen. Hier hofft nun Spindelegger, sich einen — oder bessergesagt: eine — Karl machen zu können*), und versetzt die im kompetenzmäßig vergleichsweise recht schmalbrüstigen Wissenschaftsministerium bereits ziemlich unfähige Ministerin in die Schlangengrube der Justiz. »Sola digna tu fuisti«, wie der karwöchentliche Morgenhymnus singt? Es darf geschmunzelt werden — sofern einem das Schmunzeln nicht bald gefrieren wird, denn die gute Dame ist von Beruf immerhin Arbeitsrechtlerin (zwar ohne Berufspraxis, wie sich das halt für eine Politikerin gehört), weshalb man sich schon vorstellen kann, in welche Richtung ihre Rechtspolitik laufen wird: nämlich nach links. Im Justizressort also: nil sub sole novum ...

Wer nun beerbt Frau Karl im Wissenschaftsministerium? Ein Töchterle, das zwar keine Frau ist, sondern Rektor der Innsbrucker Universität. Nun gut ... Das Familienstaatssekretariat wird dafür aufgelöst — wer braucht Familien, wir machen auf Zuwanderung! Deshalb wird eine studentische Jungzecke namens Sebastian Kurz zum Integrations-Staatssekretär. »Mit der Schaffung des Integrationsstaatssekretariats will Spindelegger vor allem mit Blick auf das christlich-soziale Lager einen Schwenk in der Ausländerpolitik signalisieren«, meint »Die Presse«. Nun, den Schwenk (nette Umschreibung für: Umfallen vor linken Meinungsmachern & Berufsgutmenschen) glauben wir auf's Wort, nur das »christlich-soziale Lager« ist wohl unter — in der Karwoche eigentlich unangebrachte — Scherze einzuordnen: Dr. Lueger rotiert im Grab! Unter ihm gab es Zuwanderung en masse — aber seine Politik sorgte für Integration. Die heutige Politik sorgt für Integrationsstaatssekretäre ...

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P.S.: ein Poster in der »Presse« faßte es prägnant zusammen: »Wenn Ihr uns schon verarschen wollt, so gebt Euch wenigstens ein bißchen Mühe dabei!«


*) Für Piefkes: auf Wienerisch heißt »sich einen Karl machen« soviel wie »sich einen Jux erlauben« bzw. »mal richtig abfeiern«.

Montag, 18. April 2011

Quousque tandem abutere, Turcia, patientia nostra?

Die Frage liegt einem irgendwie auf der Zunge, wenn man folgenden Artikel von Emine Ülker Tarhan, einer ehemaligen Richterin am Obersten Gerichtshof der Türkei, in der »Frankfurter Allgemeinen« liest:
11. April 2011 Das derzeitige Klima in der Türkei gleicht den Verhältnissen in George Orwells Buch „1984“. Denn das Vorgehen unserer Regierung unterscheidet sich nicht im Geringsten davon, wie Big Brother in seinem Angstimperium die Gedankenpolizei in Gang setzt, um Gedanken zu zerstören. Der Polizeistaat steht nicht nur vor unserer Tür, er hämmert mit dem Rammbock dagegen.

Wir wurden Zeugen, wie das noch unveröffentlichte Buch des verhafteten Reporters Ahmed Şik, „Das Heer des Imams“ (über die islamistische Fethullah-Gülen-Bewegung, Anm. d. R.), vernichtet wurde. Jeder, der eine Kopie besaß, wurde für schuldig befunden. Soweit ich weiß, wurde in Europa das letzte Mal ein Buch während des Nationalsozialismus verbrannt. Es scheint, als ob es bei uns wieder dazu kommen könnte. Werden diejenigen, die heute Bücher verbieten, eines Tages unsere Gedanken auslöschen wollen? Die Meinungs- und die Pressefreiheit wird mit Füßen getreten, obwohl diese eigentlich durch internationale Abkommen und die Verfassung geschützt sein sollte.

(Hier weiterlesen)
Und wir in Mitteleuropa unterwerfen uns dem Diktat dieser levantinischen Gauner! Wir sollen — wie uns z.B. der aktuelle ÖVP-Bestattungsbeamte Spindelegger (im harmonischen Gleichschritt mit den Deutschlandabschaffern der BRD-Blockparteien) vorschlägt — noch mehr davon im Land haben. Und jagen unsere Gauner für derlei Zumutungen nicht mit den nassen Fetzen davon!

Manchmal hat man schon den Eindruck, daß das Volk mindestens doch so blöd ist, wofür es seine Regierung hält ...

Sonntag, 17. April 2011

Ave spes unica

Mit diesen so hoffnungsvollen Worten eines frommen Hymnus der Passionszeit (in der die Katholiken, und wohl nicht nur diese, gerade stehen), wollten manche den neuen ÖVP-Obmann Spindelegger schon begrüßen. Aber — es ist halt ein Kreuz (»O Crux!«, wie der Hymnus singt) mit ihm ... noch nicht einmal richtig aufgestellt, ist er schon vor dem Zeitgeist und seiner Medienmeute umgefallen! Maria Fekter alias Schottermitzi wandert vom Innenministerium ins Finanzministerium (wovon sie nicht wirklich was versteht — das allerdings hat sie mit ihrem Vorgänger gemein!), dafür gelobt Spindelegger eine »humanitäre Handhabung« der Zuwanderungsgesetze, was im Klartext heißt: Türen auf für jeden, der unseren Sozialstaat ausnützen will!

So wird's also nix mit der »spes unica«, daß sich unter einem neuen Obmann die ÖVP vielleicht wieder ihrer Werte und Traditionen besinnt, und nicht länger versucht, im Gleichschritt mit den GÖD-Schmarotzern (was den überraschenden — oder eigentlich: nicht überraschenden — Gleichklang der Abkürzung für »Gewerkschaft Öffentlicher Dienst« mit der wienerischen Aussprache von »Geld« offenbart), sich an den roten Koalitionspartner anzubiedern. Eher ist davon auszugehen, daß Spindelegger die »spes RAIKA« erfüllt, die da lautet: »Es muß alles demokratisch aussehen, aber wir müssen die Kontrolle haben« — das etwa könnte Konrad ebenso wie Ulbricht gesagt haben ...

Fekters Nachfolgerin (na klar: Frauenquote!) ist ein Erwin-Pröll-Politruk aus Niederösterreich, die angesichts ihres Aussehens und Auftretens sicher nicht als Quotentussi bezeichnet werden kann — aber: wenn so die Personalreserve der ÖVP aussieht, sollte man dieser Partei eher keine verantwortungsvolleren Regierungsämter anvertrauen. Damit die zeitgeistige Wende der ÖVP zementiert wird, soll dieser Innenministerin ein »Integrationsstaatssekretär« zur Seite stehen,
»... der oder die dann in der Ausländerpolitik einen neuen Kurs fahren könnte. Mögliche Kandidaten für diesen Posten sind noch keine im Umlauf. Ein Integrationsstaatssekretär, wie er seit Jahren gefordert wird, wäre jedenfalls ein erstes Signal der von Parteichef Michael Spindelegger angekündigten Veränderung.

Im Gegenzug soll das Familienstaatssekretariat abgeschafft werden.
... wie »Die Presse« hoffnungsfroh zu berichten weiß. Eh klar: wer braucht eigene Familien, wenn's Zuwanderer in Hülle und Fülle gibt. Quasi ein Konzept »Inder statt Kinder« — nur daß unsere »Inder« halt aus dem wilden Kurdistan kommen ...

Na, ist das nicht Anlaß für Freude? — bei der FPÖ zweifellos! Eigentlich muß sich H.C. Strache nur mehr zurücklehnen und die nächsten Wahlen abwarten. Sicher, der Wahlkampf wird dank der zunehmend am Finanztropf der Wiener Rathaus-Sozen hängenden (und sich daher noch inniger an sie ranschmeißenden) »Kronen-Zeitung« kein Honiglecken — aber so ein Nulpenkabinett, wie es Österreich da dräut, kann nicht einmal die »Krone« schönschreiben. Strache sollte allerdings vorausschauend schon jetzt damit anfangen, ein paar ministrable Leute medial zu forcieren. Denn so, wie dieses künftige Kabinett Faymann II aussieht, könnten die nächsten Wahlen geschwinder ins Haus stehen, als man denkt ...

Freitag, 15. April 2011

Von Eisbergen und dem Hochmut der Menschen

... weiß ein Blog zu berichten. Und kleidet diesen Befund in folgende bedeutungsschweren Worte:
»Vor 99 Jahren rammte der als unsinkbar apostrophierte Luxusdampfer Titanic einen Eisberg. Es gab viel zu wenige Rettungboote, und der Unfall wurde viel zu lange bagatellisiert. Zwischen 1490 und 1517 Menschen – die genaue Opferzahl ist unbekannt – starben.
Die Überzeugung, eine von Menschen hergestellte Sache könne absolut sicher sein, nennt man Hochmut. Es hat sich immer noch nicht ganz herumgesprochen, daß Hochmut tödlich sein kann«.
Ein Schelm, der da nicht gleich an der Deutschen derzeit beliebteste Apokalypse, nämlich den bevorstehenden Atomtod aus Fukushima denkt. Obwohl diese inzwischen doch ein bißchen aus dem Radar der Medien geraten ist, nachdem das Ziel dieser Medien, nämlich ein schwarzes Kernland auf Grün zu kippen, gelungen ist. Außerdem gibt es wichtigere Nachrichten, wie z.B. ein türkisches Nakedei auf dem deutschen Playboy-Cover (s.u.). Und, fraglos, weitaus wichtigere Nachrichten als die aus Fukushima, die uns gezielt vorenthalten werden: z.B. die Frage nach dem vermutlichen Umfang der deutschen Zahlungen an den Euro-Rettungsschirm oder nach den Wetten über den bevorstehenden Staatsbankrott Griechenlands, Portugals, Belgiens, Irlands (just name it!) ...

Doch zurück zur wunderschönen Titanic-Metapher: was will uns denn unsere Bloggerin damit eigentlich sagen? Daß die Menschheit aus der friedlichen Nutzung von Hochseeschiffen aussteigen soll? Daß wir durch das fleißige Verbrennen fossiler Energieträger in den die Atomkraftwerke ersetzenden Kohlkraftwerken tunlichst die Erderwärmung beschleunigen sollen (wenn das denn funktionierte, woran berechtigte Zweifel bestehen!), um solcherart die gefährlichen Eisberge zu verhindern — wenn schon der Hochmut der Menschheit, mit großen Schiffen über weite Meere zu fahren, offenbar nicht zu verhindern ist?

Nun: nichts ist »absolut sicher« — außer dem Tod. Daher ist es eher unsinnig, genau in einer einzigen Form der Energieerzeugung absolute Sicherheit zu fordern, die wir sonst nirgendwo (außer im Tod) finden. Was immer wir im Leben unternehmen — oder auch unterlassen — wollen, können wir nur aufgrund von Wahrscheinlichkeiten abschätzen. Wer ein Flugzeug besteigt, rechnet zwar damit, lebend am Ziel zu landen, aber kann vom herabfallenden Dachziegel vor der Haustüre über den Unfall auf der Flughafenautobahn bis zur Embolie infolge einer Trombose in den Beinvenen, die vom Rütteln der Landebahn losgerissen wurde, daran gehindert werden, sein Ziel zu erreichen. Ach ja: und abstürzen kann der Vogel auch. Wenngleich mit geringerer Wahrscheinlichkeit, als meine Verabschiedung durch einen Fahrfehler auf der Autobahn erfolgen würde ...

Ist es also wirklich »Hochmut«, nach einem Monat medial geschürter Panikmache das Résumé zu ziehen, daß eigentlich alles dafür spricht, die herbeigeredete Apokalypse noch etwas warten zu lassen? Wenn man sich z.B. die Entwicklung der Meßwerte des letzten Monats in Fukushima und andernorts in Japan ansieht, und dann feststellen muß, daß selbst diese, nur in den ersten Tagen nach dem Beben vereinzelt feststellbaren Werte (die inzwischen weitgehend abgeklungen sind) auch bei jahrelang konstantem Verbleiben auf dieser Stärke nicht höher sind, als die natürliche (!) Hintergrundstrahlung einer Reihe von Gebieten in Europa, dem Nahen Osten und Indien (näheres dazu in »Zettels Raum«) ...

Ist es nicht vielmehr völlig unberechtigter Kleinmut, statt aus diesem Unfall die nötigen Schlüsse zu ziehen, um dergleichen in Zukunft noch unwahrscheinlicher zu machen, die Flinte ins Korn zu werfen und auf eine notwendige Technik zu verzichten, nur weil uns ebenso verantwortungslose wie uninformierte Medien mit Panikmache sondergleichen berieseln? Faktum ist: ab einem bestimmten Level von Bevölkerungsdichte und Lebensstandard werden erhebliche Mengen an Energie benötigt. Wer daher weder zur Methode greifen möchte, Europa durch Ausrottung von ca. zwei Drittel seiner Einwohner auf einen Bevölkerungsstand von 1850 zurückzubringen (wobei die Ausrottung von ca. 500 Millionen Menschen auch mit den modernsten Waffen kaum zu bewerkstelligen ist!), noch den Lebensstandard der Europäer auf den — aufgrund unseres Klimas allerdings erbärmlich frierender — Buschmänner herabzuschrauben, wird man mit ineffektiver und unzuverlässiger »alternativer« Energieerzeugung nicht das Auslangen finden.

Aber das kümmert unsere ebenso kulturbeflissenen wie umweltbewußten Zeitgenossen der links-grünen Fraktion nicht ernstlich. Noch können wir ja Atomstrom aus Frankreich importieren. Und ansonsten heißt es eben: Energiesparhäuser. Daß jede dieser Einsparungen wieder Vorlauf- und Folgekosten (und -energieverbräuche) bedeutet, daran denken diese Schlaumeier allerdings nicht. Aber dafür können wir sicher sein, daß sie als erste die planwirtschaftliche Verstaatlichung des Energiewesens fordern werden, wenn es zu ersten Reihen-Blackouts infolge Schwankungen der Windstromerzeugung gekommen ist, die durch das Fehlen konstanter Strom-Grundlasten aus den deutschen AKWs nicht ausgeglichen werden konnten. Und daran ist sicher wieder nur die pöhse Atomlobby schuld, nicht wahr ...?

Der Freiheit eine Bresche

Und wenn's nur Freiheit von Kleidern ist! Sila Sahin, türkische »Schauspielerin« (sofern man das, was auf »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« geboten wird, als Schauspielerei bezeichnen kann ...) macht sich für Playboy frei. Prompt bricht eine Familienkrise mit ihren türkischen Eltern aus. Nun verstehe ich ja durchaus, daß Papa (mit martialischem Schnauzer?) und Mama (mit Kopftuch, was wetten wir?) jetzt etwas konsterniert sind herauszufinden, daß Töchterlein vermutlich nicht mehr so total 100% keusche Jungfrau sein dürfte. Papa kleidete das gleich mal in die passenden Worte: »Sila, du hast uns schon jede Menge Ärger gemacht, aber das ist jetzt die Krönung von allem. Und ich hoffe, du bist dir bewusst, was du damit verursacht hast und ich hoffe, du kannst mit den Konsequenzen leben!« Sowas reicht, von einem Inländer zu einem unsere Kultur bereichernden Ausländer gesprochen, locker zu einer Verurteilung wegen Nötigung aus. Bei Herrn Sahin wird das hingegen anzunehmenderweise nicht so eng gesehen werden, denn hier ist man doch kulturell sensibel unterwegs.

Ob die Sensibilität sich auch auf einen allfällig vorfallenden Ehrenmord oder dergleichen erstrecken wird? Wenigstens ist damit zu rechnen, daß die Gemeinde der Jungtürken die Mai-Nummer der deutschen Playboy-Ausgabe zu einem Verkaufsschlager machen wird. Und aus den gesteigerten Erlösen kann dann der Playboy-Verlag locker die von der Gemeinde der Alttürken eingeworfenen Fensterscheiben bezahlen.

Das nennt sich (wenigstens für den Glaser) Umwegrentabilität — und bei dieser Berechnung wollen wir nicht auf die weitere Umwegrentabilität vergessen, die aus einer Fragmentierung der muselmanischen Glaubens- & Terrorgemeinschaft resultiert. Und dies freut (neben dem optisch durchaus ansprechenden Anblick eines Türkenmädchens ganz ohne Kopftuch) eigentlich am meisten an der Chose ...

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P.S.: jedenfalls sind Silas Möpse eindeutig angenehmer anzusehen als dieser ständig beleidigte Mops Arroğan aus Ankara, der hoffentlich Deutschland deshalb nicht mit einem Bombenangriff drohen wird ...

Donnerstag, 14. April 2011

Dick geht — Doof bleibt ...


Schön langsam bröselt die ÖVP (steht das für »Österreichische Versagerpartei«?) auseinander. Wie überhaupt der gesamte Politzirkus in unserem Lande irgendwie auf den Hund gekommen ist — und nicht bloß in unserem ...

Nun verstehe man mich nicht falsch — fern liegt es mir, über einen Rückzug eines ÖVP-Obmannes und Vizekanzlers aus schwerwiegenden Gesundheitsgründen hämische Scherze zu machen. Denn Joschi Pröll ist nach einer Lungenembolie fürwahr nicht zu beneiden und ihm vielmehr baldige Genesung zu wünschen ... doch: in seiner Eigenschaft als Politiker verdient er verständnisvolles Mitleid nicht! Er hinterläßt nichts als einen Scherbenhaufen, nachdem er seine Partei in der kurzen Zeit seiner Obmannschaft personell und inhaltlich an die Wand gefahren hat.

Allein die Nullnummer, die jetzt als sein Nachfolger gekürt wurde, der bisherige Außenminister Spindelegger, eine konturlose, schwarze Gewerkschaftszecke, beweist, wie sehr die ÖVP kaputt ist. Dieser fleischgewordene Schreibtisch Spindelegger, dem nicht einmal seine doch irgendwie glamouröse Außenministerposition zu etwas Farbigkeit und Profil verholfen hat, ist eigentlich die Bankrotterklärung einer einstmaligen Staatspartei. Sowas wäre in früheren Zeiten über den Bezirksvorstand von Mödling nicht hinausgekommen ... na, maximal Landtagsabgeordneter in Niederösterreich ...

Österreich kann sich irgendwie zurücklehnen, denn schlimmer kann's eigentlich kaum werden: regiert von einem ebenso publicitygeilen wie geistig ... ähem ... anspruchslosen Kanzler und den ihm völlig kongenialen Ministern, bestaatsvatert von einem rückgratlosen Hofbürger, eine Galerie von indolent-intriganten Landeszwergen (ach, die Landeszwergin von Salzburg nicht zu vergessen, pardon!) vor der Nase — lieb Vaterland magst ruhig sein, dich seifen Apparatschiks ein ...