Sonntag, 22. Juli 2018

Rechtsdrifter

von Fragolin

Offizielle Handlungsanleitung des Ministeriums für Wahrheits- und Meinungsschutz (MiniWaMS) gegenüber „Rechtsdriftern“:
Die konterrevolutionären Hetzer und Rattenfänger der AfD haben mit ihren ultrarechten xenophoben Lügen die Gesellschaft der Seit-wann-auch-immer-hier-Lebenden nachhaltig gespalten und diffuse Ängste verbreitet. Und wie immer, wenn Rattenfänger in unsicheren Zeiten an Land gewinnen, haben sich viele Ratten dazu entschlossen, den Fängern zu folgen und AfD zu wählen. Für diese Irrregeleiteten und Verführten wurde eine neue Bezeichnung geschaffen: die „Rechtsdrifter“.

Was muss der aufrechte Demokrat und revolutionäre Untertan also beachten, wenn er feststellt, dass auch in seinem Bekanntenkreis bisher ganz normale Leute plötzlich zu geifernden und hetzenden AfD-Wählern mutieren? Den Kontakt abbrechen? Aus dem Kegelklub ausschließen? Ihm den Hass ins Gesicht brüllen, den er sich mit seinem widerlichen Wahlverhalten ehrlich verdient hat?
Wir können Menschen mit dieser Situation, plötzlich vermeintliche Freunde im Lager der Hetzer und Islamophoben, der Antisemiten und Frauenverächter wiederzufinden, nicht unsolidarisch allein lassen und geben hiermit Anweisungen weiter, die im Interesse des Erhaltes von Demokratie und Meinungsvielfalt in der Presse zu veröffentlichen sind und auf die alle Beamten von Gemeinden, Ländern und Bund geschult werden müssen.

Erstens: Behandelt die „Rechtsdrifter“ nicht mit dem Abscheu, den ihr ihnen gegenüber natürlich empfindet, sondern tut so, als würdet ihr sie ernst nehmen oder sogar als Menschen betrachten. Sie sollen sich nicht als der Dreck fühlen, der sie zweifelsfrei sind, dann das würde Abwehrreaktionen provozieren.

Zweitens: argumentiert mit den offiziellen Verlautbarungen des MiniWaMS, wiederholt immer die gleiche offizielle Wahrheit vom eigentlichen Vergewaltigungssumpf Oktoberfest, von den täglichen rechtsextremen Terroranschlägen und von der Unschuld Ihrer Durchlauchtigsten Majestät Angela der Alternativlosen an der Völkerwanderung. Spart euch eine eigene Meinung, wiederholt das Mantra des MiniWaMS - „Die Rechten lügen immer, die Wahrheit gehört uns!“ - und lasst euch nicht beirren!

Drittens: Alles, was die „Rechtsdrifter“ als vermeintliche Lösung anbieten, ist in Wahrheit keine. Nur die etablierten Parteien haben wirksame Lösungen. Zweifel ist nicht angebracht. Wir müssen zuversichtlich sein, dürfen uns nicht einreden lassen, wir hätten auch keine Lösungen. Wir haben sie! Nur weil die Rechten zu verstockt und die Zweifler zu ungläubig sind, zu sehen, heißt es nicht, dass sie nicht da sind. Bist du ein Rechter? Bist du ein Zweifler? Dann leugne nicht, dass du die Lösungskompetenz von SPD und CDU siehst!

Viertens: Treibt die Zweifler in die Enge, bombardiert sie mit Fragen.
Genosse, bist du gegen den Frieden? Gegen die Menschlichkeit? Willst du Hunderttausende Tote im Mittelmeer? Willst du, dass arme Kinder aus Afrika jämmerlich ersaufen?

Fünftens: Selbst wenn ihr argumentativ nachgeben müsst, weil noch Restzweifel in euren Herzen brennen, trennt diese von den Proponenten und macht eindeutig klar, dass selbst wenn die AfD rein hypothetisch recht hätte, sie trotzdem ein widerlicher Verein von Nazischlampen und Drecksäcken ist, den man mit der Kneifzange nicht anfasst. Genosse, willst du wirklich in diesen Sumpf abtauchen und dich und deinen Ruf auf Lebenszeit damit besudeln, am Rechten Rand angestreift zu sein? Bedenke, dass auch deine Kinder dereinst Karriere machen wollen und wie schlecht sich das in deren Lebenslauf machen könnte, aus einem Nazihaushalt mit vier deutschen Großeltern zu stammen.

Sechstens: Lenke die Wut des „Rechtsdrifters“ auf die wahren Feinde der Freiheit: Auf die Unternehmer, die Ausbeuter, das Kapitalistenpack, die Steuerflüchtlinge und Superreichen (mit Ausnahme der revolutionären Garde, die sich dieses Vorrecht durch aufopferungsvollen Kampf für das Wohl der Allgemeinheit und aller Menschen ehrlich verdient haben). Betone, dass die wahren Probleme keine gelegentlichen bis stündlichen Einzelfälle traumatisierter labiler Persönlichkeiten sind, sondern die soziale Kälte und die Ausbeutung durch das Großkapital und den Neoliberalismus!

Siebentens: Mache den „Rechtsdriftern“ klar, dass sie die eigentlichen Zerstörer Deutschlands sind, die alles schlechtreden und Ängste schüren. Konfrontiere sie mit ihrer eigenen hässlichen Fratze, lenke ihren unbegründeten Hass auf alles Fremde gegen sie selbst.

Wir sind überzeugt, dass mit dieser klaren Anleitung jedem Irgendwie-hier-Lebenden ausreichend Werkzeuge in die Hand gegeben wurden, um mit Mut und Zuversicht couragiert den Menschenfressern, Kinderschändern und Mordgesellen des Rechten Randes entgegenzutreten. Verabscheut sie von ganzem Herzen, speibt euch den Frust aus dem Hals über diesen Abschaum und dieses Gesindel, aber versucht doch, euch denen zivilisiert zu nähern.
Wenn das alles nicht funktioniert, könnt ihr immer noch des nachts Hakenkreuze an ihre Türen schmieren oder gleich ihr Auto abfackeln. Wir wollen euren zivilcouragierten Kampf gegen rechts nicht bremsen, aber denkt immer daran: bevor man das verloren geglaubte Lamm dem Wolf überlässt, versucht man es zur Herde zurückzuführen. Nur wenn es verstockt darauf beharrt, nicht gerettet werden zu wollen, dann könnt ihr es auch gleich schächten.

Besonders lobend möchten wir hervorheben, dass einige Medien sich bereit erklärt haben, diese Anleitung sofort zu verbreiten. Wie die „taz“.
Denn nein, das ist nicht alles fake

Kommentare:

Michael hat gesagt…

Ich habe mit größtem Widerwillen versucht den TAZ "Artikel" vollständig zu lesen, ich habe es aber trotz größter Anstrengung nicht geschafft! "Ich schaffe das nicht!" Bin wahrscheinlich schon zu "sinistrophob"(linksangepisst)
Da bleibe ich doch lieber bei Ihnen!!! Gruß Michael

Rizzo Chuenringe hat gesagt…

Der Hirn-Waschzettel der taz wendet sich ja direkt an die soziologische Herzkammer der rotgrünrevolutionären Mischpoche:

- Axel ist 56 Jahre alt, Diplom-Soziologe...
- Frank, 66 Jahre alt, Hobbypianist, Politologe...
- Ute, 64 Jahre alt, wohnt in Brandenburg, Ex-Verwaltungsangestellte...

Also wenn die schon vom wahren Glauben abzufallen beginnen, dann brennt wirklich bereits der Dachstuhl

Anonym hat gesagt…

Ich benutze seit kurzem den harmlos scheinenden Begriff "Leftie" für Leute mit bis zur Besinnungslosigkeit ideologisiertem Gutmenschentum.
Leute, die von ihrem vertretenen Standpunkt glauben, es wäre nicht nur eine Meinung; sondern sogar ihre eigene, zu der sie darüber hinaus noch selbst gefunden hätten.
Wir, von außerhalb, wissen natürlich, daß es sich dabei um stereotype Lautäußerungen von Menschen handelt, die in einem hart umgrenzten ideologischen Biotop leben.
Wie Frösche in einem winzigen Tümpel inmitten der Sahara.

Diese Lautäußerungen sind in der Regel von der Wortwahl her stark eingeschränkt, aber eben damit typisch.
Sollte man also in einem Gespräch bei seinem Gegenüber Vokabeln wie "braun", "Verschwörungstheorie", "krude", "wirr", "menschenverachtend", "rassistisch" oder alles, was irgendwie mit "...phob" endet, entdecken, so weiß man gleich: ein Leftie!
Jemand, der nur den Horizont eines Frosches in einem winzigen Tümpel inmitten der Sahara besitzt: Die Welt ist dreimetervierundfünfzig groß, alle Bewohner sind Frösche und der Rest ist gelogen.

Lefties halt.


Gero