Donnerstag, 5. September 2019

Geschichten wiederholen sich

von Fragolin

Manchmal muss man ein bisschen in der Historie graben, um einen Blick auf die Jetztzeit zu bekommen, den eine Fünfzehnjährige Klima-Hupfdohle mangels Lebenserfahrung nicht haben kann und mangels Lernbereitschaft auch nie haben wird. Denn damals, im August 1974, also vor fast genau 45 Jahren, schrieb der damals noch relotiusfreie, aber schon ebenso sensationslüsterne „Spiegel“ über eine schreckliche „Katastrophe auf Raten“. Dass er nur 45 Jahre später einen Artikel veröffentlicht, der mit den Worten beginnt: „Seit über 50 Jahren warnen Klimaforscher vor der Erderwärmung“, ist da nur ein putziges Detail am Rande.

Und so fragt der „Spiegel“ die Frage, die damals durchaus alle bewegte:

Kommt eine neue Eiszeit? Nicht gleich, aber der verregnete Sommer in Nordeuropa, so befürchten die Klimaforscher, war nur ein Teil eines weltweiten Wetterumschwungs - ein Vorgeschmack auf kühlere und nassere Zeiten.“

Weiter heißt es:

Spätestens seit 1960 wächst bei den Meteorologen und Klimaforschern die Überzeugung, daß etwas faul ist im umfassenden System des Weltwetters: Das irdische Klima, glauben sie, sei im Begriff umzuschlagen - Symptome dafür entdeckten die Experten nicht nur in Europa, sondern inzwischen in fast allen Weltregionen. Am Anfang standen Meßdaten über eine fortschreitende Abkühlung des Nordatlantiks. [...]
Zugleich wuchs auf der nördlichen Halbkugel die mit Gletschern und Packeis bedeckte Fläche um rund zwölf Prozent, am Polarkreis wurden die kältesten Wintertemperaturen seit 200 Jahren gemessen.“

Aha. Damals leitete man aus der Tatsache der tiefsten gemessenen Temperaturen seit 200 Jahren das Kommen einer Eiszeit ab, und es wurde dann drei Jahrzehnte lang immer wärmer. Heute leitet man aus den höchsten gemessenen Temperaturen seit 150 Jahren ab, dass eine Hitzekollaps des Klimas droht. Man hat nichts gelernt und schaut in die immer gleiche Kristallkugel, auch wenn die Vorhersagen daraus bisher ziemlich peinlich danebenlagen.

Die sich in den letzten Jahren häufenden Meldungen über Naturkatastrophen und extreme Wetteränderungen in aller Welt glichen anfangs eher den Bruchstücken eines Puzzle-Spiels: Ein Orkan, der heftigste seit einem Jahrhundert, verwüstete im November 1972 weite Teile Niedersachsens. Im selben Jahr richtete im Osten der USA der Hurrikan "Agnes" für mehr als drei Milliarden Dollar Schäden an; 122 Menschen kamen ums Leben. Es war das folgenschwerste Unwetter, das jemals in Nordamerika registriert worden war.
Ein Schneesturm ruinierte im August 1973 große Getreideanbaugebiete im Weizengürtel Kanadas. Und im November und Dezember letzten Jahres brandeten innerhalb von fünf Wochen sechs schwere Sturmfluten gegen die norddeutschen Küsten -- die dichteste Sturmflut-Folge seit rund 50 Jahren.
Weit dramatischer kündigte sich unterdes der globale Klima-Umschwung in Südostasien, Afrika oder auf dem südamerikanischen Kontinent an. Sintflutartige Regenfälle überschwemmten in jüngster Zeit immer öfter Teile Japans oder Perus. In Argentinien, in Indien und Südafrika sanken im letzten Winter die Temperaturen auf Werte. wie sie seit Beginn der wissenschaftlichen Wetterbeobachtung vor etwa 300 Jahren noch nie registriert wurden.
Ungewöhnlich ergiebige Regengüsse - und im Winter Schneeschauer - gingen auch im Nahen Osten nieder, etwa im Libanon, in der Türkei und in Israel, aber auch in Italien und in manchen Regionen der USA: In San Francisco beispielsweise wurden in diesem Sommer schon die stärksten Niederschläge seit 125 Jahren gemessen.
Und während im Osten Afrikas und im Norden der USA die Wasserspiegel der großen Binnenseen stetig steigen, herrscht in den Ländern südlich der Sahara seit nunmehr sieben Jahren Dürre.“

Damals waren diese extremen Unwetter der untrügliche Beweis für das Kommen einer Eiszeit.
Heute werden die gleichen extremen Unwetter als untrügliche Beweise für das Kommen einer Hitzezeit hergenommen.
Kann man beliebig austauschen.

Einig sind sich die Wissenschaftler immerhin...“

Upps, hier muss ich mal unterbrechen. Weil das heute auch permanent getrommelt wird, wie wichtig es scheint zu betonen, dass sich die Wissenschaftler „einig“ seien. Es ist vollkommen schnurzegal ob sich Wissenschaftler einig sind oder nicht; es gab Zeiten, da waren sie sich einig dass sich die Sonne um die Erde dreht, während der eine, der etwas anderes behauptete, unter ihrem Jubel ebenso thermisch wie nachhaltig von der Richtigkeit der Einheitsmeinung überzeugt wurde. Wissenschaft ist keine Demokratie sonder der Wettstreit um die bessere Nachweismethode und präzisere Vorhersagefähigkeit. Also die richtige Wissenschaft. Nicht die, deren einziger Wettstreit der um staatliche Subventiosnmillionen ist.
Doch jetzt nochmal von Vorne:

Einig sind sich die Wissenschaftler immerhin über einige Faktoren, die das komplexe Klimageschehen bestimmen, wie etwa die Schwankungen der Sonnenaktivität, Unregelmäßigkeiten in der Umlaufbahn des Planeten Erde um die Sonne, Schlingerbewegungen der Erdachse, Strahlenschauer aus den Tiefen des Universums und auch Veränderungen im irdischen Magnetfeld, die dann wieder auf den doppelten Strahlungsgürtel der Erde, den sogenannten Van-Allen-Belt, rückwirken - einen Schutzschild in 700 bis 60 000 Kilometer Höhe, der die "harten" Strahlen aus dem Kosmos auffängt und absorbiert.“

Ist das nicht putzig? Ich meine, worüber sich die Wissenschaftler damals so einig waren?
Heute sind sie sich nämlich einig (zumindest jene, die von besagten Subventionen auf diesem Planeten gut und gerne leben können), dass all diese Faktoren vollkommen nebensächlich sind und bei den Simulationen der kommenden Klimakatastrophen keine Beachtung finden brauchen. Dass sie dabei recht seltsame Argumentationskonstrukte aufbauen, sei am Rande erwähnt. Der menschliche Einfluss auf 3% des gesamten in der Atmosphäre befindlichen Kohlendioxidgehaltes von immerhin 0,4 Promille wird nämlich mit dem Hinweis zur Wichtigkeit erklärt, dass eben auch minimalste Einflüsse ein komplexes System wie das Klima beeinflussen können, während gleichzeitig behauptet wird, der Einfluss der Veränderung der solaren Strahlungsaktivität um ein ganzes Prozent hätte keinerlei Einfluss und könne deshalb gleich aus den Berechnungen weggelassen werden. (Wir wissen auch warum: weil Astronomen eindeutig wissen, dass die Solaraktivität nach einem starken Hoch am Sinken ist und der rekonstruierbare Klimazyklus der Erde wirklich auf Eiszeit steht. Wenn man das in die Berechnungen einbezieht, war es das mit den Katastrophenszenarien, über die die Politik ihre Sondersteuern generieren will.)

Die Verringerung der Sonneneinstrahlung um nur ein Prozent oder eine Zunahme der durchschnittlichen Bewölkung des Planeten um nur vier Prozent würden genügen, um eine neue "große Eiszeit" auszulösen.“

Ist der Satz angekommen? Hat das jeder, was der „Spiegel“ da 1974 schrieb und uns ebenso als unumstößliche Wahrheit feilbot wie Gretas Klimahysterie heute? Mal abgesehen davon, dass ein Prozent Absinken der Sonneneinstrahlung in die Katastrophe führen, ein Prozent Ansteigen aber laut unseren Klimapropheten vollkommen unbedeutend sind.
Seit 1974 hat sich die Weltbevölkerung nicht um 4 Prozent erhöht, sondern um hundert Prozent!
Hat uns das massive Hoch an Sonnenaktivität und kosmischer Strahlung seit den 80er des vorigen Jahrhunderts vielleicht vor einem kompletten Klimakollaps nach unten bewahrt (und diese Bevölkerungsexplosion erst ermöglicht), und jetzt, wo diese Energieeinstrahlung weniger wird, bricht der positive Erwärmungseffekt zusammen und es kommt zur wirklich menschgemachten oder zumindest menschverstärkten Klimaveränderung – aber genau in die andere Richtung als prognostiziert? Und durch ganz andere Ursachen als Kohlendioxid, nämlich durch die zügellose Vermehrung der Menschen vor Allem in Afrika und Asien?

Halte die gegenwärtige Klimaverschlechterung an, so warnt etwa der US-Wissenschaftler Reid Bryson, Direktor des Instituts für Umweltstudien an der Universität von Wisconsin, so werde sie demnächst womöglich "die ganze Menschheit in Mitleidenschaft ziehen" -- "eine Milliarde Menschen würde verhungern".“

Man rechnete damals damit, von 3,7 Milliarden Menschen eine ganze Milliarde nicht mehr ernähren zu können, wenn das Klima nach unten kippt. Heute haben wir doppelt so viele Menschen und die Gefahr zieht herauf, dass bald das Klima weit brutaler nach unten kippt als man 1974 befürchtet hat. Was dem historischen Klimazyklus entspräche und inzwischen auch von NASA-Wissenschaftlern als reale Möglichkeit betrachtet wird.
Kann es sein, dass die bis jetzt als Weltuntergangsszenario bekreischte vorübergehende Klimaerwärmung in Wirklichkeit ein Segen war, der uns die Möglichkeit bot, auch siebeneinhalb Milliarden Menschen zu ernähren? Und kann es sein, dass ein Stoppen oder gar Umkehren dieser Erwärmung das Todesurteil für die halbe Menschheit bedeutet? Wird das Wort „Klimaflüchtling“ bald nicht mehr als Euphemismus für afrikanische Glücksritter verwendet werden, sondern wirklich vor dem nackten Verhungern flüchtende Milliarden betreffen? Milliarden! Und alle werden von Kapitänin Rackete abgeholt...

Alles nur Kristallkugelschauen, aber ebenso berechtigt wie die Szenarien der Endzeitreligion. Denn diese kommt mit einem absoluten Wahrheitsanspruch daher, der sich nicht einmal mehr mit frisierten Daten aufrechterhalten lässt. Und wie sah das 1974 aus?

Denn mittelfristig, glauben sie, sei eine Verbesserung des Erdklimas kaum zu erhoffen. Die Chancen für eine rasche Rückkehr des günstigen Klimas etwa der dreißiger Jahre, so taxierte der US-Wetterforscher James McQuigg, stünden "bestenfalls eins zu 10 000". Globale Kälteperioden, so errechnete auch der britische Klimatologe Hubert Lamb, dauerten normalerweise mindestens 40 Jahre; Jahrzehnte würden vergehen, bis der Atlantik, einmal abgekühlt, ·sich wieder erwärmt habe.
Manche Klimabeobachter sehen gar eine erdumspannende Naturkatastrophe heraufziehen.“

Nun dann, da läuft die Klimahysterie, die noch von einer PR-Maschinerie befeuert wird, die sich nicht einmal scheut, ein minderjähriges autistisches Mädchen vor ihren Karren zu spannen, doch glatt unter der Kategorie: „Geschichte wiederholt sich“.
Und deshalb endet der Artikel aus 1974 auch erwartbar mit der bekannten Dreifaltigkeit:
Erstens: Ihr müsst in Panik geraten, denn es wird alles noch viel schlimmer!
Zweitens: Nur das Geld der „Industrienationen“, sprich euer Geld, kann helfen!
Drittens: Wer jetzt sein Geld nicht hergibt ist schuld an den Toten der Naturkatastrophen.

Wenn die Serie von Mißernten sich fortsetze, so warnte jüngst der US-Biologe Paul Ehrlich, gebe es für die Einwohner vor allem in den von einem Drittel der Menschheit bevölkerten Monsunländern "keine Rettung". Während einst von Klimaschwankungen bedrohte Völker - etwa die Hethiter in Vorderasien oder die Bewohner des Mali-Reichs in Afrika - ihre Heimat verließen, um dem Untergang zu entrinnen, ist die Welt heute, so das US-Magazin "Fortune", "zu dicht besiedelt und zu sehr politisch zerstückelt, um Massen-Wanderungen zu ertragen". (Anmerkung: das hätten sie Merkel mal stecken sollen...)
Nur eine rasche Hilfsaktion der Industrienationen, fürchtet Ehrlich, könne die Katastrophe abwenden. Allerdings, die reichen Länder des Westens, klagt er, hätten ihr Versagen beim Krisenmanagement schon in der Ölkrise Ende 1973 unter Beweis gestellt.
Verglichen aber mit den möglichen Folgen des weltweiten Klima-Problems, glaubt Ehrlich, mute die aktuelle Energiekrise fast harmlos an -- Ehrich: "Eine Pussycat-Krise im Verhältnis zu den Tigern um die Ecke."“

Wie gesagt: Geschichte wiederholt sich.
Geschichten auch.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mir selbst zerfließt so etwas auf der Zunge, aber es wird wohl nichts nützen.
Ein Wunschtraum von mir wäre, daß der böse Trump diesem Hockeyschläger-Heini ein paar hundert Jahre Knast aufpelzen läßt, und der dann in der ersten Zeit den Buhlknaben von zweieinhalb Zentnern schweren Negern geben müßte.

Anonym hat gesagt…

Geht es um ein Ansteigen der Bewölkung oder der Bevölkerung um vier Prozent?