Mittwoch, 6. August 2014

Die Globalisierung

... ist zu einem Wettbewerb um die niedrigsten Löhne und die schlechtesten sozialen Standards verkommen. Es geht nicht mehr um fairen Wettbewerb, sondern die Ausbeutung der Arbeiter. Die traditionellen Werte Europas wurden von einem internationalen Einheitsbrei abgelöst. Nun droht die Globalisierung, Europa selbst in den Abgrund zu reißen.
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Zwei Herzen wohnen, ach, in LePenseurs Brust! Einerseits sind Freihandel und freier Markt sicherlich Prioritäten seiner politischen Vorstellungen, andererseits bringt der Artikel durchaus überzeugende und bedenkenswerte Überlegungen, warum einiges da derzeit (und nicht nur derzeit, sondern schon seit längerem!) aus dem Ruder läuft. Wenn weiter unten im Artikel bspw. steht:
Schon diese Entwicklung in Wirtschaft und Finanzen drückt ängsteschürend gewaltig auf traditionelle Kulturen und Lebensstile. Doch global vernetzt ist nun auch der Kulturbereich selbst. Die USA dominieren nach einer Übersicht der UNESCO die weltweite Produktion und den Handel mit modernen Kulturgütern. Dieser Handel hat sich über die achtziger und neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts etwa vervierfacht und nimmt weiter zu. Mehr als die Hälfte der fünfzig weltgrößten Produzenten von audiovisuellen Produkten sitzen in USA, und 85 Prozent aller in der Welt gedrehten Filme entstehen in Hollywood. Zum ersten Mal überholten schon 1996 Kulturgüter die klassischen amerikanischen Exportprodukte, wie Kraftfahrzeuge, Agrargüter, Flugzeuge oder Rüstungsgüter. An der Spitze der audiovisuellen Produktion stehen mit AOL-TimeWarner, Disney und News Corporation riesige Konglomerate. Gleichzeitig beherrschen die USA die Technologien, die hinter der Verbreitung von Kulturgütern stehen, vor allem das Internet und das Satellitenfernsehen. Von den vierzehn Top-Internetunternehmen sollen dreizehn amerikanische sein, das vierzehnte britisch. Amerikanische Unternehmen sollen fast zwei Drittel des globalen Geschäfts mit Informationstechnologie und drei Viertel dessen mit Software besetzt haben.
Global beherrschen nach Prof. Bernd Hamm in seinem Essay von 2007 „Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewußtsein gemacht wird“ nur sechs große Medienkonzerne heute den Weltmarkt: AOL Time Warner, Disney, Vivendi, Viacom, Bertelsmann und die News Corporation – ein riesiger Apparat zur Gehirnwäsche und Gleichschaltung der Kulturen.
Am deutlichsten sichtbar wird diese kulturelle Gleichschaltung in den Eßgewohnheiten, die um den Globus herum sehr stark von den gleichen amerikanischen Fast-Food-Ketten bestimmt werden. Sebst Frankreich, das auf seine Küche immer stolz war, unterwirft sich in Teilen diesem „malbouffe“.
 ... dann wird das den überzeugten (sollte man nicht besser sagen: »erfolgreich gehirngewaschenen«?) Jünger des American Way of Life nicht kratzen — aber es erschließt sich LePenseur nicht so wirklich, was am weltweit standardisierten Hamburger-Fressen und Actionmovie-&-Dschungelcamp-Glotzen so großartig von Freiheit und Selbstbestimmung kündet ...

Eine Erklärung dieser unerfreulichen Entwicklung wäre freilich, daß diese monopolartige Struktur keineswegs durch einen freien Markt, sondern durch eine unter dem Deckmantel freier Märkte massiv staatsgesteuerte und -geförderte korporatistische Wirtschaftsordnung hervorgerufen wird. Denn die Absenz von fundamentalen Rechten von Arbeitern ist ja nicht kein Naturgesetz, sondern bspw. in China die Folge eines diktatorischen Politiksystems, in dem die Rechte und Freiheiten der Untertanen von ihrer Führung mit Füßen getreten werden. Wenn das dann noch mit einer legistischen und sozialen Überregulierung in Europa zusammenkommt, die alle reeellen Wirtschaftstreibenden längst in die Knie zwingt, dann verkommt »Globalisierung« zum billigen Schlagwort unserer unheiligen Allianz von kleptokratischer Hochfinanz, machtgeiler Politmafia und korrupten Systemmedien, die sich ihre Rolle als devote Lohnschreiberlinge der Mächtigen durch gutmenschlichen Aktionismus schönügen ...

Kommentare:

FDominicus hat gesagt…

Ich reagiere das sehr einseitig. Alle Handelsbeschränkungen sehe ich als wohlstandshemmend und speziell gewisse Strafzölle wegen Dumping etc. ist für mich ein rotes Tuch.

Es hat aber klar zu sein, daß nicht für jeden Handel irgendein Gesetz der USA den Ausschlage geben kann.

Fakt ist doch die Handelsbeschränkungen bewirken IMMER ein Verteuerung und immer gehen Sie mit höheren Kosten einher.

Nein Handel muß frei sein, das er es nicht ist ist einer der Sündenfälle der Interventionisten auf allen Seiten...

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Nur hat sich das, was man "Globalisierung" nennt und angeblich mit freiem Handle zu tun hat, eher als Wohlstandsvernichter erwiesen, wenn wir das rapide Abschmelzen der Mittelschichten in Europa und den USA ansehen. Der freie Handel hat zu Lohndumping und zur Monopolisierung geführt. Es bleibt also die Frage, wem das immer wieder unkritisch heruntergebete Credo des "freien Handels" nun wirklich nützt?
Als Anhänger des "rheinischen Kapitalismus" sehe ich die Entwicklung des freien Handels, wie er gerade von den USA forciert wird (siehe Freihandlesabkommen mit der EU) als Gefahr. Und die Finanzmärkte?
EIn Mann (Singer) macht nun Argentinien den garaus!
Freier Handel, frei von allen Regeln, aller Verantwortung, aller Moral!
Ich halte das nicht für eine positive und wichtige Entwicklung für die Menschheit!

Molot hat gesagt…

@Laurentius Rhenanius
"Es bleibt also die Frage, wem das immer wieder unkritisch heruntergebete Credo des "freien Handels" nun wirklich nützt?"
F. Bastitat hat diese Frage schon vor über 150 Jahren sehr anschaulich beantwortet, auch für simple Geister verständlich. Gurgeln Sie mal nach: "Petition der Kerzenmacher".

FDominicus hat gesagt…

"Freier Handel, frei von allen Regeln, aller Verantwortung, aller Moral!"

Das sind keine Argument sondern einfach nur moralisieren.

Freier Handel hat mitnichten nichts mit "keinen Regeln " zu tun. Das Sie es so zusammenwerfen zeigt nur eines eine überaus merkwürdige Einstellung gegenüber Handel.