Mittwoch, 21. Oktober 2015

Heute vor 210 Jahren

... starb Lord Nelson während der Seeschlacht von Trafalgar — Grund, seiner durch die grandiose »Missa in Angustiis«, die sogenannte »Nelson-Messe«, von Joseph Haydn zu gedenken:


(Die English Baroque Soloists und der Monteverdi-Chor unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner)

»Wie gehen wir als Christen mit der Zuwanderungsproblematik um? Die Antwort kann nur lauten: Wahrhaftig!«

Für diese Predigt wird ein Pastor wegen angeblicher »Volksverhetzung« vom Staatsanwalt verfolgt. Es ist in diesem Zusammenhang völlig gleichgültig, ob dieser Pastor Tscharnke mit seiner Ansicht, Merkel sei ein »Handlanger des Bösen«, nun in einem eschatologischen Sinne recht hat, oder bloß in dem eher banalen, daß sie die willige Exekutorin und Satrapin eines transatlantischen Netzwerkes ist, dem die Zerstörung eines eigenständigen Deutschlands wenn schon nicht ein Hauptanliegen, so doch ein höchst angenehmer Nebeneffekt der ganzen Aktion ist. 

Daß der Pastor, dessen lange Predigt zwar ungeschminkt deutlich, doch ganz unpolemisch anzuhören ist, von einem Amtskollegen, nämlich dem ehemaligen Ravensburger Pfarrer Stefan Weinert, der sich sogar dazu verstiegen hat, mit einstweiliger Verfügung ein Predigtverbot erwirken zu wollen, angezeigt wurde, hinterläßt einen etwas schalen Beigeschmack. Offenbar sehen sich manche protestantischen Pfarrer in alter, wenn auch nicht guter, lutheranischer Tradition als Diener der Obrigkeit — auch wenn diese in der Zwischenzeit längst nicht mehr von einem Landesfürsten »von Gottes Gnaden«, sondern von einer früheren FDJ-Agitatorin und SED-Profiteurin repräsentiert wird.

»Es geschehen noch Zeichen und Wunder«, meinte im Frühjahr 1933 der deutsche Kabarettist Werner Finck (wir zitierten ihn auf diesem Blog bereits). »Wir haben Frühling und die Blätter fangen schon an, braun zu werden.« Ein Wunder daher, daß die Blätter in diesem Herbst rot werden?

Aber vielleicht ist das auch nur eine Art von natürlichem Ausgleich — da es ja mit dem Rotwerden angeblicher »Seelsorger«, die sich nicht entblöden, Amtskollegen wegen einer Predigt zu denunzieren, nicht zu klappen scheint. Ein deutscher Herbst 2015 — voller Kot und Schmutz. Auf den — da muß man kein Prophet sein — noch ein langer, eisig-unangenehmer Winter folgen wird ...

Unterberger macht sich Gedanken über ...


Die fromme Illusion
18. Oktober 2015 00:54 | Autor: Andreas Unterberger

Wir werden noch lange nicht wissen – vielleicht nie –, was da bei VW und den manipulierten Dieseltests wirklich gelaufen ist. Auch wenn man kein Verschwörungs-theoretiker ist, fällt eines auf: Fast alle starken und auf den Weltmärkten erfolgreichen deutschen Marken sind in den letzten Jahren in große Schwierigkeiten geraten.
Der Artikel ist weniger bemerkenswert wegen seines Inhalts — sondern wegen des Autors, der diesen Inhalt kommuniziert. Ganz ohne Häme konstatiert: Willkommen im Club der Aufgewachten, Herr Dr. Unterberger! Irgendwann dämmert eben auch dem treuesten Transatlantiker, daß die US-East-Coast nur ein einziges Interesse in der Welt kennt und durchsetzt: ihr eigenes.


Dienstag, 20. Oktober 2015

Na, das dürfte heiter werden!

19. Oktober 2015 10.00 Uhr
 Deutsch kaputt

Es ist fast wieder wie vor 13 Jahren. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte damals zu Beginn seiner zweiten Amtszeit mit der Agenda 2010 und der so genannten Hartz-Kommission einen Paukenschlag gesetzt, der in einer totalen Umgestaltung der Republik münden sollte. Offiziell erklärtes Ziel war die Bekämpfung der Arbeits-losigkeit, bekämpft wurden jedoch Beschäftigte und Arbeitslose gleichermaßen, statt eines Aufschwungs am Arbeitsmarkt machten sich Leiharbeit, Ein-Euro-Jobs und immer mehr prekäre Voll- und Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse breit. Ausgelöst worden war dies von dem geradezu verbrecherischen Streben, die gesamte EU - mit Deutschland als Lokomotive voran - zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum des Planeten umzugestalten.

Wettbewerbsfähig hieß in diesem Zusammenhang allerdings vor allem, und in erster Linie, und primär und alternativlos: Runter mit den Löhnen, runter mit den Lohn- nebenkosten, runter mit den Lohnersatzleistungen, runter mit den Sozialtransfers, also: Immer feste drauf, auf die Kleinen. Nicht in der Überzeugung: Kleinvieh macht auch Mist, sondern in der Überzeugung: Nur Kleinvieh macht Mist!
(Hier weiterlesen)
Nun, man muß das sozial(istisch)e Pathos des »Immer gegen die Kleinen!«, das durch obige Worte durchklingt, nicht teilen — aber daß der Autor ganz falsch liegt mit seiner Bestandsaufnahme, das kann nun auch schwer behauptet werden.

Auf »BankhausRott & Frank Meyer« (das sozialistischer Umtriebe doch einigermaßen unverdächtig ist), wurde dieser Artikel jedenfalls übernommen, und von einem Poster »Ernst Jünger« mit folgendem Kommentar versehen:
Ach, was war das vor einem Jahr noch schön. Wir waren Weltmeister, die BBC drehte „Make me a German“. Schweden nannten sich in Klaus-Heidi um, von der Lufthansa gesponsert, nach Berlin kommen zu können. Jeder wunderte sich, wie gut doch Deutschland die Krise überstanden hatte (wann genau war die eigentlich beendet?).
Das deutsche Modell, also sehr grob Kooperation statt Konkurrenz, staatliche Eingriffe statt unsichtbarer Hand, drohte gewisse andere Systeme in den Schatten zu stellen, auch in Bezug auf das Gesundheitssystem.
Effizienz, harte Arbeit und Kooperation schienen Ihre Früchte getragen zu haben.
Und jetzt? Pustekuchen, Freunde! Das ist alles nur geklaut, gezogen und geraubt.
Die Weltmeisterschaft 2006 soll geschmiert worden sein. VW hat betrogen – gut, es sind keine Leute umgekommen, aber der Ruf der deutschen Industrie, des Fußballs und Deutschland ist angekratzt, und Klaus-Heidi heißt wieder Sven.
Und mal sehen, was aus dem sozialen Frieden und dem Gesundheitssystem wird, wenn erst mal der Frost kommt, mit hunderttausenden Flüchtlingen , die in Zelten hocken, und schon jetzt, politisch korrekt gesagt, unruhig werden. Die Ersten, sicherlich Metallarbeiter, haben hier in Hamburg schon mal angefangen, Ihre Betten auseinander zu bauen. Das als Vorbereitung eines gewaltätigen Akt zu sehen, war sicher ein Mißverständnis, und als die 20 Streifenwagen ankamen, war wieder Ruhe. Unsere Polizei war für die Abwechslung sicher dankbar.
Auch hier wieder ein Literaturtipp: Die Schocktherapie, von Naomi Klein. Hier wird beschrieben, wie in der Vergangenheit Systeme kaputt gemacht wurden. Ohne anschließendes wieder Heile-Machen.
Darf ich mal wild raten, was als nächstes passieren könnte? Stromausfall, Unruhen, aufgrund dessen Herabstufung des Länderratings durch unsere Freunde (Sorry, Dude), Deflation. Und als Rettung TTIP und Konsorten? Bereinigung der Ukraine-Frage (war da eigendlich mal irgendwas?)
Wenn ich Unrecht habe – liebend gerne. Wenn ich Recht habe, ist das ein konzertierter Angriff auf Europa mit Deutschland als Sollbruchstelle. Von wem bloß?
Werden wir auf die Schlußfrage je eine Antwort bekommen, die den Antwortenden nicht (im günstigen Fall) »diskursmäßig« ins Out, in weniger günstigen in Arbeitslosigkeit, ins Gefängnis oder zur letzten Ruhestätte — wenn es ganz blöd zugehen sollte — bringt ...?

Neueste Erkenntnisse der Mülltrennologie!


»Einwegverpackungen sind Verpackungen, die keine Mehrwegverpackungen sind«

wurde von Barbara Hendricks (SPD) und ihren LeutInnen herausgefunden, und sicherheitshalber gleich in den Entwurf für das neue »Gesetz zur haushaltsnahen Getrennterfassung« hineingeschrieben. Satire? I wo — Schland, total real 2015! 
Deutsche sollen ihren Müll wiegen

Die Bundesregierung stellt neue Regeln für den Gelben Sack auf. Künftig dürfen dort auch andere Produkte entsorgt werden – doch wer seinen Müll korrekt trennen will, muss zur Waage greifen.

Düsseldorf. Deutschlands Haushalte müssen demnächst ihren Müll wiegen, bevor sie ihn in die passende Abfalltonne werfen. So will es der Entwurf des neuen Wertstoffgesetzes, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

An dem Gesetz zur „haushaltsnahen Getrennterfassung“, das regeln soll, welche Abfälle in den Gelben Sack gehören, hat das Umweltministerium vier Jahre gearbeitet. Mit ihm will der Gesetzgeber bundesweit verankern, dass nicht mehr nur Verpackungen in den Recycling-Kreislauf kommen wie bisher, sondern auch „stoffgleiche Nicht-verpackungen“ – etwa Bratpfannen und Kleiderbügel aus Metall oder ausrangiertes Plastikspielzeug.
Es erhebt sich für uns — z.B. für Kollegin »Anni Freiburgbärin von Huflattich«, aber wohl für jeden Denkenden ebenso — bloß noch eine Frage :


Gelten die Vorschriften 
auch für unsere Invasoren 
oder bekommen die einen 
Freibrief?


Montag, 19. Oktober 2015

Nach dem Horrorphoto von heute vormittag

... darf man die Welt trotzdem nicht bloß schwarz-weiß sehen – außer vielleicht auf Photos wie diesem:


Als kleine Wiedergutmachung des vorangegangenen Schockerlebnisses gedacht. Und natürlich züchtig bekleidet, damit uns auch die Hochkatholen nicht wieder ausrasten ...


Schöne neue Welt!

Überall News, Bilder, Meinungen und Antworten in Echtzeit. Aber stimmt das alles? Muss man das alles wissen? Wie gut, dass es meine Zeitung gibt. Hier arbeiten täglich viele tausend Menschen in den Redaktionen in ganz Deutschland daran, uns ausgewählte Informationen mit Qualität zu liefern. Und das heißt auch, dass sie glaubwürdig berichten und ganz viel Ahnung haben. Von dem Geschehen in der Welt genauso wie dem in der Region. Meine Zeitung veröffentlicht gedruckt oder digital im Schnitt 10.000 Wörter pro Tag. Und sie ist jedes Wort wert.

... sülzt www.jedeswortwert.de. Eines Wortes sind unsere Meinungsmacher allerdings ganz besonders wert (man könnte auch »am allerwertesten« sagen):


L Ü G E N P R E S S E



(Ver-)Störfall Merkel

Verstörendes, schillerndes Bild der Bundeskanzlerin



Ein Gastkommentar von Herbert Gassen

„So“, sagte der Teufel, „Nun hast Du einen Wunsch frei.“ „Ich wünsche mir eine Brücke von San Franzisco bis Hawaii!“ Der Teufel war sehr überrascht und mußte ihm sagen, daß so etwas unmöglich sei. „Aber ich gewähre Dir einen anderen Wunsch.“
„Gut, dann erkläre mir die Seele der Angela Merkel!“ Dreimal schluckte der Teufel und fragte dann: „Soll die Brücke vier oder sechs Spuren haben?“

Hallo, liebe Deutsche,
das Bild der Politik der Kanzlerin schillert wie das Öl in der Pfütze. Von außen betrachtet kann man das Farbenspiel staunend verfolgen. Schlecht wird es allerdings, wenn man in sie hineintritt. So sind wir Deutsche mittendrin in dem Schlamm der Politik der Angela Merkel.
(Hier weiterlesen)
Dazu paßt perfekt das folgende Photo der Größten Mutti aller Zeiten mit dem GröTaZ (gefunden bei Bellfrell):





Sonntag, 18. Oktober 2015

»Zuwachs für Schweizer Rechtsparteien bei erster Hochrechnung«

... titelt gerade »DiePresse«:
Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz konnten Mitte-Rechts-Parteien am Sonntag laut ersten kantonalen Hochrechnungen zusätzliche Mandate gewinnen. Die Stimmenzuwächse für die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) und die rechtsliberale FDP waren von Meinungsforschern erwartet worden.

Die SVP hatte im Wahlkampf betont, sie wolle die Zuwanderung von Ausländern in die Schweiz begrenzen, Missbräuche im Asylwesen beseitigen und einen "Anschluss" des Alpenlandes an die EU verhindern. Laut Umfragen wird die SVP wie schon seit Jahren erneut stärkste politische Kraft im Nationalrat. Demnach kann sie einen leichten Zuwachs auf rund 28 Prozent der Wählerstimmen verbuchen. Mit einem Plus kann demnach auch die FDP rechnen.
In Europas Parlamente kehrt langsam etwas Vernunft zurück. Das schmeckt den größtenteils linken Zeitungsredaktionen nicht, und genau so sieht dann auch die Berichterstattung aus. Nun, damit werden sie leben müssen. Wir müssen dafür schon seit Jahrzehnten mit ihrer linksverbogenen Sehachse leben ...

P.S.: Hier gibt eine eine laufend aktualisierte Übersicht über die Wahlergebnisse.

Ortega y Gasset

... ist den meisten Lesern des LePenseur-Blogs wohl kein Unbekannter. Der spanische Kulturphilosoph und Soziologe, dessen Hauptwerk »Der Aufstand der Massen« wohl nur zu prophetisch die Fortentwicklung (oder: den Niedergang) des abendländischen Europa im 20. Jahrhundert schon zu Ende der Zwanzigerjahre voraussah, ist jedem, der diesen Entwicklungstendenzen kritisch gegenübersteht, wohl längst irgendwann durch Zitate begegnet. Und derer gibt's von José Ortega y Gasset ja nun genügend ...

Daß Philosophen oft Aphoristiker sind — nur die penibel-gelehrten Tüftler vom Schlage eines Kant, oder Satzband-wurmerzeuger wie Hegel entziehen sich dieser Gefahr, weil erstere die notwendige Unvollständigkeit des Aphorismus’ nicht ertragen, letztere selbst eine Nebenbemerkung mehr als drei Buchseiten (oder doch, wenigstens, drei Fußnoten!) kostet — ist aus der Geschichte der Philosophie wohlbekannt. Nietzsche hat diesen Stil (nach Ansätzen Schopenhauers) in die deutsche Philosophie wieder eingebracht, und viele seiner Jünger und Nacheiferer übernahmen ihn getreulich.

Ortega geht darüber hinaus: er schreibt nicht Aphorismen, sondern klein(st)e phliosophische Essays, und wäre man boshaft, so könnte man diese auch als Philosophie-Feuillletons bezeichnen — und in der Tat: er hatte eine journalistische Ader sondergleichen, die ihn zu »griffigen« Aufsatztiteln (»Ästhetik in der Straßenbahn« oder »Lob der „Fledermaus“«, um zwei den Leser besonders neugierig stimmende Titel anzuführen) ebenso hinzog, wie zu einer, wenn man so will, »spielerischen« Behandlung auch der ernstesten Themen befähigte. Wäre man sehr boshaft (gegenüber Ortega, wohlgemerkt!), könnte man den Sokrates des Fernseh-Talks, Peter Sloterdjik, als »Fortsetzung Ortegas mit anderen Mitteln« charakterisieren …

Nun, freilich: Ortegas Feuilletonistik scheint bloß leicht dahingeschrieben, denn sie ist (und damit unterscheidet sie sich von Sloterdjik fundamental) alles andere als »oberflächlich«, sondern läßt uns in eine Tiefe blicken, die oft schaudern macht (beim Talkrunden-Sokrates schaudert einem manchmal zwar auch, aber aus anderen Gründen …)

»Der Aufstand der Massen« ist ohne Zweifel Ortegas bekanntestes Werk gewesen und geblieben. Zu Ende der Weimarer Republik, vor der Machtübernahme durch die Nazis, vor dem spanischen Bürgerkrieg geschrieben, bietet es uns ein beklemmendes prophetisches Bild der politisch-geistig-gesellschaftlichen Entwicklung (oder, präziser gesagt: Entartung) Europas im 20. Jahrhundert, als dessen Annex wohl die bisherigen Jahre des noch jungen 21. Jahrhunderts anzusehen sind, denn die wirklichen Änderungen, ja Umstürze, die (so steht zu befürchten) unsere Zukunft prägen werden, haben eben erst angefangen. Jahrhunderte beginnen (mathematisch gesehen) nie mit der »runden« Jahreszahl (sondern ein Jahr später, denn so, wie ich die erfolgreich Vollendung meines ersten Lebensjahres wohl notwendig erst am ersten Tag des zweiten — von mir aus: um 0:00:00,01 Uhr — feiern kann, so gilt das auch für Jahrhunderte!), und historisch oft erst irgendwann in der zweiten Dekade. Wenigstens in den letzten Jahrhunderten verhielt es sich so: das von Glaubenskämpfen zerrissene XVI. Jahrhundert begann mit der Katastrophe der Glaubensspaltung 1517, das gleichfalls von Kriegsgreueln aller Arten geplagte XVII. mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618, das dagegen vergleichsweise irenisch-aufklärerische XVIII. (das erst in der Revolution seine Kinder zu verschlingen begann) mit dem Frieden von Ütrecht 1714, das gleichfalls von einem friedliebenden Fortschrittsoptimismus getragene XIX. mit dem Wiener Kongreß von 1815, und das dafür umso kriegsschnaubendere XX. mit den Schüssen von Sarajewo 1914. Die Erinnerung an diese Jahreszahlen erhöht nicht gerade die Geruhsamkeit, mit der wir die derzeitigen Entwicklungen betrachten …

Doch zurück zu Ortega: er war — trotz seines bewußten, ja: prononcierten — Spanier-Seins in vielem ein Kind der Deutschlands, in das er als junger Student gekommen war. Hier hatte er Philosophie studiert, die deutsche Literatur kennen- und liebengelernt, und jenen Goethe, dem er 1932, zur hundertsten Wiederkehr des Todestages, ein ergreifendes literarisches Denkmal — ære perennius fürwahr, wenn man sich manch biedere Goethe-Statue des 19. Jahrhunderts so ansieht, die genauso einem wackeren Kammerpräsidenten gewidmet sein könnte! — setzen sollte: »Um einen Goethe von innen bittend«; ein Werk, das einen ergriffener Lobpreis über dessen Genius zu singen vermag — trotz aller Kritik am »Weimarer Klassiker« (die einen Goetheaner freilich ergrimmen muß), an einem, wie Ortega schreibt, der »... unter die sterile Glasglocke von Weimar gesetzt und durch Zauberkünste zum „Geheimbderat“ präpariert wurde...«, und der gegen seine »herrliche« Natur seiner »Bestimmung untreu« geworden sei — weil er resigniert habe.

Nun, das sind Zeilen des vitalen, energievibrierenden Endvierzigers — doch auch Ortega notiert, mehr als zwanzig Jahre später, vor seinem Tod, die resignierte Erkenntnis, daß dem Menschen in einem bestimmten Alter kaum anderes übrigbleibe, als zu schweigen.

Ortegas letztes, leider durch den Tod unvollendet gebliebenes Werk »Der Mensch und die Leute«, das auf mehreren Vorlesungszyklen in Buenos Aires basiert, eigentlich schon auf einem gleich betitelten Vortrag in Valladolid (1934), schlägt das Thema an, um das das Denken des Philosophen in den letzten drei Jahrzehnten seines Denkens kreiste. Und wie es kreiste! Von bislang nie vorgestellten Blickwinkelns aus betreibt Ortega eine philosophische Soziologie (oder soziologische Philosophie), die die Dürre des Individualismus’ durch dahinströmende Gedanken zum Über-Individuellen, dem »Brauch«, ebenso zu befruchten, wie die technokratische Macht des Kollektivismus’ zu durchbrechen vermag. Die letzten Kapitel blieben ungeschrieben — doch die schon vollendeten Teile begeistern durch ihre Klarheit, und bieten uns in der Tat die ultima vox dieses Philosophen.

Ein Werk freilich bedarf noch ausdrücklicher Erwähnung: die »Betrachtungen über die Liebe« (1941) — nur etwa achtzig Seiten lag, bieten sie doch eine der (im besten Sinne des Wortes) erschöpfendsten Darlegungen zu diesem Thema, dem die Philosophen der Vergangenheit trotz seiner evidenten Wichtigkeit viel zu wenig Augenmerk geschenkt hatten, oder, schlimmer noch, das sie in »von des Gedankens Blässe angekränkelten« Worten, die muckerisch jeden »Anstoß« vermeiden wollen, zum Anlaß saft- und kraftlosen Herumgeredes nahmen (nicht besser, sondern bloß exakt um 180° gewendet, wird von manchen in der Gegenwart dafür in einer Art gestelzten Pornographie-Jargons darüber »gehandelt«). Ortega hingegen denkt über die Liebe nach — in allen ihre Facetten, den hochgeistigen ebenso wie dem vitalen Urtrieb, der die Menschen versklaven kann —, und kommt dabei zu klarsichtigen Unterscheidungen: etwa, wenn er die »Geschlechtsliebe« vom »Geschlechtsinstikt« abhebt, oder eine »sonderbare Verwandtschaft zwischen Hypnose und Verliebtheit« vermutet.

Aus dem ergibt sich, daß Ortega sicherlich kein Zeitgeist-Philosoph unserer Tage sein kann, ganz im Gegenteil: ein Denker, der einen Gegensatz von »Elite« und »Masse« postuliert, und auf die Notwendigkeit von Eliten verweist, ist denkbar unzeitgemäß! Was Ortegas Reputation bei den Heutigen ein wenig zu »retten« vermochte, war seine Emigration zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs — 1936 zunächst nach Frankreich, dann 1939 nach Argentinien und schließlich 1942 nach Portugal. Daß er 1948, als 65-jähriger, nach Spanien zurückkehrte, wird ihm offenbar als Altersmarotte nachgesehen — und verkennt völlig, daß Ortega zwar eine Loyalität mit der spanischen Republik verband (um deren Erhalt und Festigung er sich vor dem Bürgerkrieg ebenso engagiert wie fruchtlos bemüht hatte), nicht jedoch mit den roten Mordbanden, die in deren Namen durch die iberischen Halbinsel zogen, Nonnen vergewaltigten, Priester, »Kapitalisten« und Landbesitzer abknallten, wogegen er andererseits die Ziele, die hinter General Francos Aufstand gegen die Rotfrontregierung standen, auch nicht zu teilen vermochte. So wird das »Unbegreifliche« seiner Rückkehr ins »Franco-Spanien« nach dem Zweiten Weltkrieg verständlich: Ortega war (die Linken werden es mit gereiztem Stirnrunzeln, doch wenig überrascht lesen) nach Beendigung des Bürgerkriegs keineswegs ein »Anti-Franco-Mann«, der über dessen Regime irgendwelche Dummfloskeln von »faschistischer Diktatur« usw. absonderte — wenngleich er sicher kein Freund des Generals war, ihn aber als bei weitem kleineres Übel gegenüber den Mörderbanden und der Anarchie der »Roten« empfand.

Wenig schmeichelhaft ist überhaupt, was Ortega von der Politik und ihren Protagonisten dachte:
Im allgemeinen ist der Politiker als solcher ein zweitklassiger Mensch. Würde man eine statistisch-biographische Studie der Menschen, die sich mit Politik befassen, anlegen, so wäre man überrascht, wie ungeheuer groß der Prozentsatz derer unter ihnen ist, die von anderen, anspruchsvolleren Berufen in die Politik abgesprungen sind. Da sie in ihnen gescheitert sind, wenden sie sich der politischen Betätigung zu, weil sie leichter ist und weniger präzise Arbeit erfordert. Die Politik ist das ewige „von ungefähr“. […]

Dem Intellektuellen nötigt zunächst die Wendigkeit des Politikers, die Gewandtheit, mit der er sich bewegt, die Tapferkeit, mit der er in heiklen Situationen handelt, große Bewunderung ab, denn entgegen dem allgemeinen Urteil ist der Intellektuelle einer der wenigen Menschentypen, die echter Bewunderung fähig sind. Späterhin überzeugt er sich, daß diese Wendigkeit und diese Tapferkeit mit großen Beigaben von Unbewußtheit versetzt sind, das heißt, daß der Politiker die Situation nicht mit der Klarheit sieht wie der Intellektuelle — im Widerspruch zum allgemeinen Urteil —; vor allem sieht er nicht die Folgen der Situation voraus, und diese gefährliche, manchmal augenfällig katastrophale Zukunft lastet nicht auf ihm. Derart, ohne Last auf den Schultern, ist es leicht, wendig zu sein; derart, ohne Bewußtsein der Gefahr, ist es leicht tapfer zu sein (»Parlamentarische Sensationen«, 1932)
Auch dies eine Charakterisierung, die Ortegas Klarsichtigkeit alle Ehre macht — und seiner Prophetengabe: denn genau dieser Politikertyp ist es, der uns heute mehr denn je beherrscht.

Seine letzten Jahre verbrachte Ortega wieder in Spanien, wo er das »Instituto de Humanidades« gründete, das er als eine neuartige universitäre Stätte der Begegnung plante. Trotz erfolgreichen Anfangs verzichtete Ortega nach zwei Jahren auf eine Fortführung des Planes, trug sich angeblich sogar nach einer Begegnung mit Heidegger mit Plänen, nach Deutschland zu übersiedeln. Welche Pläne er immer hatte — sein Tod am 18. Oktober 1955 zerstörte sie. Und mochten auch drei Minister der spanischen Regierung ihm beim Begräbnis die letzte Ehre erweisen — nichts konnte verhindern, daß sich an ihm dasselbe vollzog, was er in bitterer Erkenntnis in einem Brief zum Ableben Unamunos, seines großen Philosophn-Kollegen, geäußert hatte:
Zu Lebzeiten war der große Intellektuelle bei uns stets grausam verlassen. Vor allem aber nach dem Tode. Solange einer lebt, kann er sich mehr oder weniger selbst schützen. Nach seinem Tod bleibt er der Verständnislosigkeit, Dummheit und Gemeinheit der Nachwelt überantwortet.
José Ortega y Gasset ist heute vor sechzig Jahren aus dieser Welt geschieden. Es ist bedrückend zu sehen, daß seitdem »Verständnislosigkeit, Dummheit und Gemeinheit« ins Kraut geschossen sind, und den Acker überwuchern, den er in so eigenwilligen Linien gepflügt hat …

Samstag, 17. Oktober 2015

»Wir bekennen uns gerne verbal zur Meinungsfreiheit, fügen jedoch gleich ein großes Aber hinzu«

... meint der britische Autor Mick Hume in einem Interview für NovoArgumente, das uns auf höchst verstörende Weise klarmacht, wieviel an Meinungsfreiheit gegenüber, sagen wir mal: 1970 bis 1980 bereits den Bach runtergegangen ist!

Lesen! Und endlich aufbegehren gegen all die heucherlischen Politruks, Femi-Quotzen, Berufsantifanten und insbesondere die Beleidigten-Randalierer, die einen Kinderschänder und Massenmörder nicht als Kinderschänder und Massenmörder bezeichnet sehen wollen (weil er ihr großes Vorbild ist) — und die aber stets die dicke Lippe beim Wehklagen über zu geringe Willkommenskultur haben.

Enttarnt dieses heucherlische Gesocks, bevor es unsere Meinungsfreiheit völlig ruiniert!

Auch roter »Kapitalismus« funktioniert nicht!

Das Ludwig-von-Mises-Institut bringt einen wenig überraschenden, dennoch von der Präzision der Argumente lesenswerten Artikel über das chinesische »Wirtschaftswunder« der letzten Jahre:
Letztes Jahr versetzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Welt mit einer Studie in Staunen, Chinas Wirtschaft würde die der USA an Größe und Produktivität übertreffen, sowohl gemessen am BIP zu laufenden Wechselkursen, als auch an dem nach Kaufkraftparitäten. Das chinesische Volk produzierte mehr Güter und schuf mehr Kaufkraft zu deren Anschaffung – ein klassischer Indikator für Wohlstand.
Gleichzeitig verdoppelte sich gegenüber Oktober 2014 der Wert der des Composite Index der Börse Shanghai. Dieses explosionsartige Wachstum ging einher mit einem post-rezessiven Boom in der Bauwirtschaft, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat. Allein in den drei Jahren von 2011 bis 2013 verbrauchte die Wirtschaft Chinas mehr Zement als die USA im gesamten zwanzigsten Jahrhundert. Während der vergangenen fünfzehn Jahre galt quer über das gesamte politische Spektrum das Narrativ eines Aufstiegs Chinas zur Supermacht, der Amerikas wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss in der Welt herausfordert. Der staatlich gelenkte „rote Kapitalismus“ Chinas wurde als Vorbild bewundert und sogar nachgeahmt.
Allerdings beobachten wir jetzt in 2015, wie der chinesische Aktienmarkt einbricht – trotz der verzweifelten Versuche der chinesischen Zentralbank, Liquidität bereitzustellen – durch staatlich verbürgte Kredite und Anleihen. 
Es ist irgendwie deprimierend: seit Generationen ist — nachlesbar in den Büchern bspw. eines Ludwig von Mises — das in ausgefeilter Argumentation dargelegt, was eigentlich schon einem durchschnittlich intelligenten Menschen klar sein müßte: daß man durch Drucken bunter Scheine vielleicht kurzfristig den Schein einer Properität vorgaukeln kann, nicht jedoch eine tatsächlich aufstrebende, erfolgreiche Wirtschaft.

Die ent- (und be-)steht nämlich nur dort, wo fleißig gearbeitet wird, um vom freien Markt (sic!) nachgefragte (sic!) Güter zu produzieren, und zugleich ausreichend viel von den erzielten Profiten beiseitegelegt wird, um damit Reserven für schlechtere Zeiten und rentable (sic!) Investitionen zu haben.

Sollte eigentlich ein Handelsschüler begreifen. Warum nicht auch Professoren der Nationalökonomie?

Halten wir den Lügen den Spiegel vor — halten wir dem Spiegel die Lügen vor





Freitag, 16. Oktober 2015

»9.440 Euro im Monat - der neue freiheitliche Vizebürgermeister Gudenus ist jetzt der teuerste Arbeitslose Österreichs«

... twittert das ökommunistische Urgestein Peter Pilz. Mal davon abgesehen, wieviel dieser als völlig überflüssiger Nationalratsabgeordneter in all den Jahren schon gekostet hat (dafür könnte der blaue Blaublüter Gudenus noch für lange Jahre nicht amtsführender Vizebürgermeister sein!) — Peter Pilz unterschlägt uns nur eine kitzekleine Kleinigkeit, warum Gudenus denn jetzt arbeitslos ist.

Da die SPÖ bekanntlich keine absolute Mehrheit im Wiener Gemeinderat hat, wäre es für Grün, ÖVP und Pink ein Leichtes, durch eine entsprechende Unterstützung der FPÖ dem blauen Vizebürgermeister ein entsprechendes Ressort anzuvertrauen. Die SPÖ könnte sich diesfalls (da in der Minderheit) bloß auf den Kopf stellen vor Wut — aber verhindern könnte sie's nicht.

Also, worauf warten Sie noch, Herr Dr. Pilz? Bringen Sie doch diesen durch das Wahlergebnis höchst legitimen Vorschlag in Ihren Parteigremien vor! Und kommen Sie jetzt nicht mit der Leier, die Wähler (pardon: WählerInnen!) hätten zu knapp 70% die FPÖ nicht gewählt, weshalb ... bla bla bla ....

Es haben auch 89% der Wähler die GrünInnen nicht gewählt — was wohl ein noch viel drastischeres Verdikt über die Politik dieser Partei darstellt — und dies hindert Sie nicht, eine Beteiligung der Grünen an der Stadtregierung für ganz okay zu halten. Oder sind sie etwa bloß ein opportunistischer Heuchler, Herr Dr. Pilz, der nach dem Motto »right oder wrong: my party!« agiert?

Nun, wie heißt es? Die Frage zu stellen ...

Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding!

Das weiß schon die Fürstin von Werdenberg, die »Marschallin«, im Rosenkavalier. »DieZeit« ist auch ein sonderbar Ding — das wissen alle, die diese linke (ehedem »linksliberale« — naja, links immer!) Großformalpostille durchgeblättert haben. Und das zieht sich bis in die von ihr betriebenen Blogs — auf einen welcher LePenseur durch Zufall geriet: »Herdentrieb«. Nomen est omen ...

Es ist wirklich unfaßbar, wie in einem zwischendurch bisweilen interessant argumentierenden Artikel:

Zinsen werden lange niedrig bleiben – Schuldenüberhang verhindert Anstieg der Inflation


 ... Dichtung und Wahrheit durcheinandergemengselt werden, daß einem zum Schluß der Kopf schwirrt. Wer das gelesen hat, der versteht, warum »Gutmensch« existieren kann, ohne daß ihm selbst seine Verrücktheit merklich auffällt: durch permanente Halbwahrheit.

Und Halbwahrheit ist — wie ein alter Law Lord im Oberhaus einmal meinte — weit gefährlicher als eine blanke Lüge, da man bei einer Halbwahrheit fast nie feststellen könne, was nun eigentlich wahr, und was gelogen sei ....

Professor »Silvæ« beschäftigt sich mit St. Helena

Also: der Insel natürlich, nicht der Heiligen. Und verfaßt darüber einen seiner vielen, lesenswert dahingeplauderten Artikel (Mein Gott! So ruhig über die Dinge plaudern möcht' ich können in Zeiten wie diesen — aber dafür muß man vermutlich ein finanziell stabilierter professor emeritus sein, unsereiner pflegt seine Nerven im Wettkampf des freien Marktes zu sehr zu verschleißen, als daß da für Ruhe — außer der dann irgendwann im Grabe — noch viel Muße wäre!) ...

In einem muß ich ihm freilich widersprechen: »Er hat jetzt viel Zeit für Strandspaziergänge«, schreibt der Professore im zweiten Absatz. Nein, hatte er sicher nicht, denn er wurde im Inselzentrum durch Wachposten daran gehindert, sich mehr als eine geringe Distanz von seinem Deportations-Quartier Longwood zu entfernen. Einmal gelang es ihm (zum tiefen Entsetzen seiner Bewacher, denen er einfach davongaloppiert war), nur ein einziges Mal ... sonst lebte er — mal wutschnaubend, mal lethargisch — in bzw. rund um Longwood bis zu seinem Tod. Auch das in meinem Artikel zum 22. Juni 2015 gezeigte Bildchen eines am Strand sinnend stehenden Napoleon ist pure Fiktion (es sei, denn, es wollte exakt den einen Augenblick porträtieren, zu dem Napoleon seinen Bewachern ausgebüchst war).

Und an Prof. »Silvæ« (so er auf diesem Blog vorbeischauen sollte) — und natürlich nicht nur an ihn! — ergeht die herzliche Einladung, bei Gelegenheit Jean Paul Kauffmanns Buch »Die dunkle Kammer von Longwood. Meine Reise nach St. Helena« (Wien, Zsolnay, 1999, ISBN 3552049169) zu lesen. Die Lektüre hat ihren eigenen Reiz ...

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Tja, die blöde Verfassung ...

»DiePresse« sorgt sich in einem Artikel über die Prestigeträchtigkeit der gegen alle guten Hoffnungen doch nicht zurückgetretenen GrünInnen-ChefIn, und um die unangenehmen Situationen, in die die blöde Wiener Verfassung aufgrund des Wahlergebnisses Wiens bekanntesten Bierkutscher bringt:
Der freiheitliche Erfolg bei der Wien-Wahl bringt die SPÖ rechtlich in eine sehr unangenehme Situation – was Maria Vassilakou im Falle einer Neuauflage einer rot-grünen Koalition den prestigeträchtigen Titel Vizebürgermeisterin kosten dürfte.
Der Grund: Die FPÖ errang mehr als ein Drittel der Mandate, nun hat sie laut Stadtverfassung Anspruch auf einen der zwei Vizebürgermeister. Da Rot-Blau ausgeschlossen ist, wird FPÖ-Klubchef Johann Gudenus „nicht amtsführender Vizebürgermeister“. Er besitzt damit einen gut bezahlten Proporzjob, aber weder Ressort noch Einfluss. Doch: Die SPÖ hatte 2010 einen Vizebürgermeister (der SPÖ standen damals laut Stadtverfassung beide zu) dem Koalitionspartner freiwillig überlassen – die grüne Parteichefin, Maria Vassilakou, wurde Stadträtin und Vizebürgermeisterin, die neben Vizebürgermeisterin Renate Brauner den Bürgermeister offiziell nach außen vertrat. Nun steht der SPÖ aber nur mehr ein Vizebürgermeister zu.
Gibt sie diesen Titel wie 2010 dem Koalitionspartner, könnte das für die SPÖ Folgen haben – nämlich den unbeabsichtigten Effekt, dass der nicht amtsführende FPÖ-Vizebürgermeister, Johann Gudenus, in den nächsten fünf Jahren Häupls erster Stellvertreter ist und ihn bei Abwesenheit offiziell nach außen vertritt. Die Ursache findet sich in § 94 der Stadtverfassung, welche die Vertretung des Bürgermeisters regelt: Gehören die zwei Vizebürgermeister unterschiedlichen Parteien an, dann wird der Bürgermeister von jenem Vizebürgermeister vertreten, welcher der stärksten Partei angehört.
Na, geh! Jetzt muß die griechische Migranten-Mizzi doch glatt auf den VizebürgermeisterInnentitel verzichten, damit der rote Michi nicht durch einen pöhsen, blaublütigen Blauen vertreten werden kann.

So sorry!

Friedrich von Logau über Politik

Durch ein Zitat im Gelben Forum bin ich auf den im Juli1655 (also vor etwas mehr als 360 Jahren) verstorbenen Dichter Friedrich von Logau aufmerksam geworden.


Anders sein und anders scheinen,
Anders reden, anders meinen,
Alles loben, alles tragen,
Allen heucheln, stets behagen,
Allem Winde Segel geben,
Bös' und Guten dienstbar leben,
Alles Tun und alles Tichten
Bloß auf eignen Nutzen richten:
Wer sich dessen will befleißen,
Kann politisch heuer heißen.


Man kann dem schon vor Jahrhunderten dahingegangenen Dichter eine beachtliche Prophetengabe nicht absprechen: seine Worte passen auf unsere heutigen Politruks wie maßgeschneidert!

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Statistiker sind gefragt!

Bspw. wenn es um die Aufklärung von Wahlbetrug geht. Folgender Artikel auf »Unzensuriert.at« sei hier als Denkanstoß zitiert:

Mysterium Briefwahl: Anteil der Freiheitlichen um ein Viertel niedriger

13. Oktober 2015 - 11:23
 
FPÖ-Spitzenkandidat HC Strache bei der Stimmabgabe. An den Wahlurnen wählten wesentlich mehr Wiener freiheitlich als per Brief. Foto: NFZ
 
FPÖ-Spitzenkandidat HC Strache bei der Stimmabgabe. An den Wahlurnen wählten wesentlich mehr Wiener freiheitlich als per Brief.
Foto: NFZ
Von insgesamt 832.981 bei der Wien-Wahl gültig abgegebenen Stimmen kamen 157.017 oder 18,85 Prozent mittels Wahlkarte. Man sollte annehmen, dass eine Umfrage unter 18,85 Prozent der Wahlberechtigten ein Ergebnis bringen sollte, das dem Gesamtergebnis sehr nahe kommt. Näher jedenfalls als alle Umfragen, die mit einem Sample von oft nur 400 im Vorfeld der Wahlen durchgeführt werden. Doch die Realität sieht ganz anders aus.
Ja, kann's das denn geben? Aber nein, sicher nicht! Die Roten täten doch sowas nie machen, und die GrünInnen erst recht nicht! Damit ist sonnenklar, daß die Wahlfälschungen von den Blauen ausgegangen sind ...

Häuptling »Der auf dem Bären reitet« ...




... macht Rabauz in Syristan! Unseren Politruks und ihren Vorgesetzten an der East-Coast bricht bereits der kalte Schweiß aus:
Langsam aber sicher scheint sich bei den USA und deren Vasallen, vornehmlich der EU, Panik breit zu machen. Alles kommt im Moment ganz anders als es einstmals die Strategen der US-Think-Tanks (Stink-Tanks) vorausplanten. Das ist besonders schmerzlich, denn so allmählich versickern sämtliche „gutmenschliche”  Investitionen in den Nahen Osten, wenn der Putin dort jetzt weiter in dieser Art Amok läuft und ohne genauere Unterscheidung alle Terroristen niedermetzelt die ihm dort über den Weg laufen. Er hätte doch wissen müssen, dass es sich bei der Mehrzahl der sich dort teils gegenseitig ausrottenden Knalltüten, um gute Terroristen handelt, die im Dienste des westlichen Imperialismus (sprich für Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenrecht und massenhaften Profit) dort undercover nur für uns unterwegs sind. Sein Verhalten ist also äußerst unkollegial.
Meine Mutter pflegte in derlei Situationen  zu murmeln: »Erstens: kommt es — Zweitens: anders — Drittens: als man denkt!«

Eine Erfahrung, die die US-Administrationen der letzten Jahrzehnte schon mehrfach machen durften. Es hat bei ihnen bloß nichts genützt ...