von LePenseur
... zu dessen Tod (bzw. zum Nachtritt von Hadmut Danisch auf den Verstorbenen) auf dem LePenseur-Blog recht kontroverse Diskussionen stattfanden, und Habermas' philosophischen Positionen fanden – aus einer christlichen Sicht – eine umfangreiche Behandlung bei Philosophia Perennis durch Dr. Felix Wachter:
Jürgen Habermas gilt als einer der prägendsten Denker der Bundesrepublik – und doch bleibt sein Verhältnis zur Religion ebenso spannend wie widersprüchlich. Zwischen rationaler Diskursethik und wachsendem Interesse an der gesellschaftlichen Rolle des Glaubens bewegt sich ein philosophisches Erbe, das gerade aus christlich-abendländischer Sicht zur differenzierten Auseinandersetzung herausfordert. Der folgende Beitrag beleuchtet die Ambivalenzen, Stärken und Grenzen eines Denkers, der überzeugt war: Wir schulden einander gute Gründe.
Aus christlich-abendländischer Perspektive ist Jürgen Habermas‘ philosophisches Erbe mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Habermas hatte sich in den letzten Jahren verstärkt der Religion zugewandt. Was ihn dabei interessierte, war weniger die Religion selbst, sondern ihre Funktion für die Gesellschaft. Ihm war bewusst, dass eine rein auf Individualismus und Selbstoptimierung angelegte Gesellschaftsordnung auf Dauer nicht tragfähig ist.
Wer versucht, möglichst – ganz gelingt es ja nie! – ohne Scheuklappen durchs Leben zu gehen, der muß sich auch mit den Gedanken und Argumenten seiner Gegner auseinandersetzen, sonst endet er in einer autistischen Kommunikationsunfähigkeit, in einer Echokammer eigener Gedanken. Artikel wie der oben verlinkte beweisen exemplarisch, daß auch zwischen Person (die Schwächen, Fehler und Vorurteile gehabt haben kann) und Argument zu unterscheiden ist. Daß Habermas sich bspw. im sogenannten "Historikerstreit" alles andere als mit Ruhm bekleckert hat, bleibt sein persönlicher Makel – aber mindert nicht seine Leistung auf anderen Gebieten.
So, wie ja ein Richard Wagner nicht bloß aus seinen Charaktermängeln und Fehlleistungen, sondern eben auch aus seinen bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet der Musikdramatik zu bewerten ist, so verdient – auch aus durchaus kritischer Sicht! – Habermas' jahrzehntelanges Bemühen um eine "eigene" Philosophie (und nicht bloß eine kathederhafte "Professorenphilosophie von Philosophieprofessoren") ihre Würdigung, die ihr in dem Artikel auch zuteil wird.
Leseempfehlung!
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