Samstag, 30. Mai 2026

Es kommt wahrlich nicht oft vor

von LePenseur
 
 
...  daß ich Josef Fischer, den früheren GrünInnen-Häuptling, der später von US-Thinktanks zu gehorsamem Transatlantismus umgepolt (um nicht zu sagen: korrumpiert) wurde, zitiere! Aber bei dem kurzen Versuch, einen Artikel von Unterberger zu lesen, kam mir des ersteren bekanntes Zitat ganz spontan in den Sinn:
 
Mit Verlaub — Sie sind ein Arschloch!
 
Nein, es geht nicht um den trivialen Befund, daß Trump sich mit seinem Iran-Krieg (auf Netanjahus Geheiß angezettelt) total verkalkuliert hat. Das ist ja evident (außer für doofe & korrupte Systemschreiberlinge). Es geht mir da um "Nebensätze", wie bspw.
Damit verfehlt Trump wirklich alle Kriegsziele, also Atomstopp, Raketenstopp, Hinrichtungsstopp. Und die geglückte Tötung der gesamten iranischen Führungsmannschaft auf einen Schlag hat überhaupt nichts bewirkt. Wie bei einer Hydra ist sofort eine neue, noch brutalere Führungs-garnitur nachgewachsen. Um nicht missverstanden zu werden: Es ist bei jedem dieser Ziele an sich zwar tragisch, dass es nicht erreicht worden ist, aber es ist trotzdem Trumps Verantwortung, sie in einem von ihm begonnenen Krieg mit untauglichen Mitteln angestrebt zu haben. (Hervorhebung von LP)
Andreas Unterberger ist nicht bloß Journalist, sondern vom Studium her auch Jurist: er sollte also wissen, daß
  • die Führung eines Angriffskrieges völkerrechtlich verboten ist und
  • die Vortäuschung diplomatischer Verhandlungen, um mittendrin einen Überraschungsangriff zu starten, also "Perfidie", ein Kriegsverbrechen lt. der Genfer Konvention darstellt, und daß ebenso
  • die gezielte Ermordung eines Zivilisten, nämlich des damaligen religiösen Führers der Schiiten, der im Alter von fast 87 Jahren denkmöglich nicht als "Kombattant" einzustufen war, ebenso ein Kriegsverbrechen darstellt.

Das Ausbleiben des intendierten Erfolgs in der Erreichung dieser — wohlgemerkt: verbrecherischen! — Kriegsziele als "tragisch" zu bezeichnen, ist in der Tat geeignet, das obige Fischer-Zitat zweckentsprechend anzubringen.

Wenn Unterberger dann zum Schluß noch schreibt:

Und in Hinblick auf die beiden in der Welt tobenden Kriege ist es derzeit die am wahr-scheinlichsten scheinende Weiterentwicklung, dass beide Male eine Atommacht am Ende als begossener Pudel dastehen wird, dass der von Trump vor wenigen Monaten so sehr verhöhnte Selenskyj dank der großen demokratischen Unterstützung des ukrainischen Volkes vielleicht sogar als Sieger in die Geschichte eingehen wird und der großmaulige Trump als ein auf allen Linien Gescheiterter. 

... dann mag das auf einen nach den Midterm Elections zur lahmen Ente mutierten (und dann vielleicht mit einem Amtsenthebungsverfahren entmachteten) Trump zutreffen (obwohl bei der medialen Propagandamacht der Israel-Lobby in den USA nicht einmal das feststeht!) — aber was raucht bzw. nimmt Unterberger, daß er bei dem Großkorruptionisten und Kriegsverbrecher Selenskyj von einer "großen demokratischen Unterstützung des ukrainischen Volkes" halluziniert?

Fischers Loch reicht als Zitat da offenbar nicht aus. Vielleicht muß man noch ein "bekifftes" hinzusetzen ... 
 

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