Donnerstag, 27. März 2014

»Krim-Krise: Alarm bei westlichen Militärs«

... titelt »Die Presse« heute unheilschwanger:
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben die meisten Nato-Staaten ihre Militärbudgets immer weiter gekürzt. Die Krim-Krise ist für viele ein Beweis, dass die Abrüstungspolitik ein Fehler war, besagt eine Analyse.
Das russische Vorgehen in der Ukraine sei ein Weckruf für viele europäische Staaten, berichtete der deutsche Nachrichtensender N24 jüngst in einer brillanten Analyse, die die "Presse" im folgenden großteils darstellt.
 Naja, ganz so brillant ist die Analyse dann doch nicht — wenn man sie mit Zahlen des verdienstvollen Informations- & Satireblogs »Politplatschquatsch« vergleicht, die dieser unlängst veröffentlichte. Ein Artikel, der es fürwahr verdient, in extenso zitiert zu werden:
Das muss erstmal jemand hinbekommen. Mit 230 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr geben allein die fünf größten EU-Länder rund 2,5 mal so viel Geld für Rüstung und Verteidigung aus wie das neuerdings verfeindete Rußland, das auch nach einer Steigerung von 176 Prozent in den vergangenen 15 Jahren nur auf rund 90 Milliarden kommt. Weitere 682 Milliarden Dollar stecken die USA in Rüstung und Verteidigung - die Kern-Nato kommt damit auf eine mehr als siebenfache Überlegenheit gegenüber Putins Restimperium.
Ein Übergewicht, das dann in der ersten nicht mehr ganz zivilen Krise der vergangenen 25 Jahre sofort zu Buche schlug. Die Nato, stärkste Militärmacht der Welt, beobachtet die Annexion der Krim hilflos, gelähmt von der plötzlichen Erkenntnis, dass Waffen allein nichts nützen, wenn ihr Besitzer über Jahre hinweg glaubhaft seinen Willen bekundet hat, sie niemals und unter keinen Umständen einsetzen zu wollen. Der Friede ist dann bis an die Zähne bewaffnet. Und absolut unfähig, seine Interessen zu verteidigen.

Hier hilft nur noch eine Überdosis Propaganda, die die eigene Verteidigungs-unfähigkeit zur Strategie erklärt. Geht um den Vergleich der Militärausgaben, wird die Gesamtsumme, die der Westen ausgibt, nie genannt. Und geht es um einen Konflikt, heißt es, man wolle gar nicht gegenhalten oder doch höchstens symbolisch. Man setze auf Sanktionen, um Gespräche zu erzwingen. Man werde nie akzeptieren, was Russland getan habe, sei aber bereit, es hinzunehmen, wenn der Aggressor es denn mit der Eroberung der kleinen Krim gut sein lasse.

Friedenspolitik in der Zwangsjacke. Europa und die USA leisten sich zusammen-gerechnet Verteidigungsausgaben von mehr als einer Billion US-Dollar. Und Russland, das nicht einmal auf 100 Milliarden kommt, führt das Bündnis dennoch lächelnd am Nasenring durch die Weltarena.  Jean-Claude Juncker, einer von Europas lang- jährigen Anführern, hat das auch erkannt. Er will inzwischen Konsequenzen ziehen, um die Misere zu vertuschen: Eine EU-Armee müsse künftig als weitere Kampfkuh an die Rüstungsgeldtränken.
Nö — bei unseren westlichen Schreibtisch-Militärs läuten keine Alarmglocken! Da knallen höchstens die Schampus-Pfropfen beim nächsten Meeting mit den Rüstungsindustriellen (und natürlich mit den Untertanen-Aufsehern aus dem »Ministry of Homeland Security«): endlich kann man ungeniert zulangen! Und jeden Einwand bezüglich Kosten mit einem stirnrunzelnden »Wollen Sie riskieren, daß es uns wie der Krim ergeht?« wegwischen. Weil ja nie ausgeschlossen werden kann, daß Rußland auf imperialen Beutezug geht, und sich flugs die Whiskey-Quellen Irlands, die Austernbänke der Bretagne oder gar die schöne Wachau, horribile dictu, mit ihren guten Riesling-Lagen einverleibt. Oder so halt.

Wogegen sich die USA in gewohnter Bescheidenheit und Uneigennützigkeit mit den Ölquellen der ganzen Welt begnügen. Und ein paar Luftwaffenstützpunkten — denn, ist doch klar: irgendwie muß das alles (und müssen wir alle) ja überwacht werden, so rein sicherheitshalber ...

Kommentare:

FDominicus hat gesagt…

Lieber Denker, das ist natürlich ein Problem. Unser Overhead an Bürokraten dürfte um mindestens 90 % höher sein. Sie wissen schon, Ausgleichsabgabe und Flächen für verschossen Munition für Explosionen (man stelle sich nur den Co2-Fooprint an), dann ungefähr 10 kg / CO2 /km für jeden Panzer, Ungefähr 100 kg CO2 / 10 km für Flugzeuge, dann Mutterschutz, Quotenfrauen und Moppel (suchen Sie nach Senkung der Anforderungen), dazu brauchen wir Leute die einfach nur schwer schleppen können am Besten unbewaffnet denn merke Waffen in Händen von Zivilisten sind einfach nur böse.
Wir haben dann noch die Gendequote bei höheren Rängen, Vor-Ort Betreuung Kita, Urlaubsansprüche, ganz zu schweigen von der Zumutun seelischer Grausamkeiten die so mit dem Krieg einher gehen. Die Frauen müssen nicht nur damit rechnen erschossen zu werden oder zu erschiessen sondern, Männer sind halt Schweine, glatt noch vor dem Schuß vergewaltigt zu werden. Man stelle sich da noch die Möglichekeit einer ungewollten Schwangerschaft vor obwohl dafür gibt es sicher die Pille auf Rezept vom Truppenarzt.

Stellen Sie sich weithin die Grausamkeit eines abgebrochenen Fingernagels vor, das zieht erst mal reichlich Schadensersatzforderungen nach sich. Dann wird man vielleicht noch auf ein Quote für die Verteilung der Geschlechter kommen müssen. Das muß ALLEs geregelt werden..


Nein da sind die Russen eine ganz große und akute Gefahr der man nur mit ein paar Billiarden an neuen Schulden entgegentreten kann.

Le Penseur hat gesagt…

... Männer sind halt Schweine, glatt noch vor dem Schuß vergewaltigt zu werden.

Ach, da schickt die Bundeswehr einfach Mutti mit dem schlaffen Blick vor, und erektile Dysfunktionen sind die sichere Folge. wenn dann noch Claudia »Da bin ich traurig und ein Stück weit betroffen« Roth an die Front kommt, löst sich jede feindliche Armee auf ...

Von Mutti lernen, heißt siegen lernen!

Anonym hat gesagt…

Ich denke auch, daß Rußland momentan der aktivere "Spieler" ist und ich hoffe sehr, daß sich dadurch, quasi als Nebeneffekt, das marktwirtschaftliche Klima dort verbessert. Gute Wirtschaftsbeziehungen stabilisieren den Frieden. mfG