Mittwoch, 25. März 2026

Mann-o-Mann ...

von LePenseur
 
 
Zunächst Dank an unseren geschätzten Kollegen Sandokan, durch den ich auf dieses Kurzvideo aufmerksam wurde:
 
 
Und dieser geschichtsklitternde Wahnwitz soll ein "Recht" verleihen, ein Land, das seit mittlerweile fast zweitausend Jahren von anderen Völkern bewohnt wird, zu beherrschen und diese anderen Völker zu vertreiben (oder doch zumindest zu unterjochen)? Na, dann machen wir doch die Probe aufs Exempel!
 
Unser schönes Alpenland, heute Österreich genannt, entspricht von seinem Territorium weitgehend dem, was sich vor zweitausend Jahren "Noricum" nannte: ein von Kelten bewohntes Königreich, das in der Zeit von/nach Augustus dem römischen Reich als Provinz angegliedert und (sicherlich nicht bloß sprachlich) "romanisiert" wurde. Durch die Völkerwanderungen der Spätantike und des Frühmittelalters wurde sodann die ansässige Bevölkerung (die übrigens nicht die erste dieses Raumes war, denn vor den Kelten lebten die Illyrer hier) mit einer aus germanischen Stämmen, dann auch slawischen Völkern etc. vermischt und ausgetauscht.
 
Nun stelle man sich vor, daß z.B. Kelten, die von der schönen Insel Irland stammen, dort durch Hungersnot veranlaßt nach Nordamerika ausgewandet und mit eher scheelen Augen (waren Katholen und tranken viel!) angesehen wurden, sich darauf besannen, daß es doch da mitten in Europa ein vor zweitausend Jahren ur-keltisches Territorium gab, in welchem sie — bei Teutates! — sicherlich nicht weniger Recht hatten, sich anzusiedeln als bspw. die Juden aus New York, die sich nach Palästina, ihrer "angestammten Heimstatt", begeben wollten.
 
Also gründete der irischstämmige Polizist Theodor O'Herzl in Boston die Keltistische Bewegung, später im Keltistischen Weltkongress organisiert, welcher die Kelten aller Länder in ihrem angestammten Heimatland Noricum zusammenführen sollte. Daß dieses inzwischen seit fast eineinhalb Jahrtausenden durch germanische Hubers, Meixners, Brandstätters, Biermaiers etc., südslawische Globotschiggs und Wakounigs, später auch tschechische Nowaks und Prohaskas sowie magyarische Horvaths und Nemes' bewohnt war, die allesamt Deutsch statt Gälisch sprachen ... who cares
 
Fort mit denen aus Wien, Mistelbach, Salzburg, Graz oder Reichenau! Die sollen einfach nach Bayern, Ungarn, Slowenien oder die Tschechei abziehen, wo sie hingehören (wenigstens nach Ansicht der Keltistien), oder sonst wohin, wo der Pfeffer wächst ... 
 
Was? Das wollen sie nicht? Wehren sich sogar? Dann werden sie halt — bei Teutates! — vertrieben und/oder ausgerottet, diese unverschämten Terroristen! Ach ja: und finanziert wird das ganze Projekt von in den USA gebliebenen Keltisten (der sogenannten keltistischen Lobby, die die US-Politiker durch Wahlkampfspenden und Erpressungsmglichkeiten fest im Griff hat), die auch dafür sorgen, daß die keltistische Regierung Noricums die nötigen Rüstungsgüter bekommt, mit denen sie die Nachbarstaaten jederzeit überfallen kann, um das Territorium Noricums zu einem Groß-Norischen Reich auszuweiten.
 
Klingt doch gut und völlig rechtens, nicht wahr? Also: etwa so wahr, wie das "Recht" der Zionisten, sich ganz Palästina (+Libanon, Sinai, Ostägypten, Syrien und Westirak) unter den Nagel zu reißen ...
 
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P.S.: es gibt eine etwas wehmütig-zynische Anekdote von zwei nach New York emigrierten alten Juden, die 1948 im Kaffeehaus in der Zeitung die Nachricht von der Gründung des Staates Israel lesen, worauf der eine seufzend meint: "Also wenn uns die Engländer schon geben a Land, was ihnen nicht gehört ... warum hat's net können sein die Schweiz?"
 
Er hätte auch "Noricum" sagen können ...
 

3 Kommentare:

  1. Cher Penseur, Ihr Vergleich ist nicht so einfach und nicht so unbrisant. Zum einen setzen Sie Germanen und Bayern gleich. Bekanntlich wurden wir in großem Stil durch Bayern kolonisiert. Bei den Bayern dürfte es sich jedoch eher um Kelten als um Germanen handeln. Zum anderen erfolgte die Missionierung durch irische, also keltische Mönche. Der Anspruch der Kelten auf das ehemalige Noricum ist also weit besser fundiert als Sie meinen. Und ein weit größerer Teil der Bevölkerung dürfte aufgrund der genetischen Voraussetzungen im Lande bleiben! Ich zB hätte schon aufgrund meines von einem keltischen Fluss abgeleiteten Namens die besten Voraussetzungen dafür!

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    1. Die Bayern einfach so zu Kelten zu erklären geht nun doch etwas weit.
      Aber natürlich gab es gerade zwischen den Kelten in Mitteleuropa (!) und den frühen Germanen große Überschneidungen. Das spiegelt sich auch im genetischen Erbe der heutigen Bevölkerung-en wieder. Die Kelten insgesamt waren als Gruppe vielleicht sogar weniger homogen als die germanischen Stämme. Beide waren ab einem gewissen Zeitpunkt außerdem noch das was mal als romanisierte Bevölkerung bezeichnet.
      Die Völkerwanderungszeit hat das Ganze dann nochmals ordentlich durcheinandergewürfelt. Gerade auch im süddeutschen Raum bis hinein nach Italien (Stichwort Langobarden). Und dann beginnt auch schon das frühe Mittelalter mit den Karolingern und der Rückkehr deutschsprachiger Bevölkerung in unsere Region (karolingische und ottonische Ostmark) wo sich in der Zwischenzeit bereits auch Slawen angesiedelt hatten.

      Ist Ihnen natürlich bekannt, Herr Lechner. Aber als kleiner Exkurs für unsere Mitleser. Manches Vorwissen kann man ja heutzutage leider nicht mehr voraussetzen.

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  2. Auf den Punkt gebracht! Von den Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg will ich da gar nicht anfangen zu reden! Und @ Franz Lechner: nur nicht beginnen an der Lackierung zu kratzen.

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