Charlotte „Lotte“ Tobisch-Labotýn, auch Lotte Tobisch von Labotýn (* 28. März 1926 in Wien; † 19. Oktober 2019 in Baden), war eine österreichische Managerin, Schauspielerin und Autorin. Sie galt als Grande Dame der Wiener Society und als Inbegriff der eleganten Wiener Salondame.
Große Bekanntheit erlangte sie als Organisatorin des Wiener Opernballs, den sie von 1981 bis 1996 leitete. Zuletzt war sie u. a. als Präsidentin des Vereins Künstler helfen Künstlern in Baden (Niederösterreich) tätig und trat auch gelegentlich in Fernsehsendungen auf.
... wird sie in Wikipedia charakterisiert. Aber besser als diese lexikalisch korrekten, doch wenig aussagenden Worte bringt sie uns eine Dokumentation aus dem Jahre 2016, zu ihrem Neunziger, näher:
Bis in ihr höchste Alter war sie eine bewundernswert interessierte, weltoffene, charmante und stets elegante Dame, die das Prädikat "Grande Dame der Wiener Gesellschaft" (nicht: "Wiener Society", wie Wikipedia meint, denn das ist eine etwas tiefer angesiedelte Liga, in der sich die Lugners & Consorten tummeln ...) mit vollstem Recht zugesprochen bekam ...
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P.S. (v. 30.3.) zu den Kommentaren (die Blogger-Kommentarfunktion ist momentan etwas gestört ...):
Sorry, geschätzte Anonymi, aber ich habe Frau
Prof. Lotte Tobisch als "interessierte, weltoffene, charmante
und stets elegante Dame" charakterisiert, nicht als politische
Philosophin. Und so sehr ich diesen Adorno persönlich nicht
ausstehen kann (allein sein infames Bashing von Jean Sibelius ließe
mir keine andere Wahl!), so wenig kann ich ihr einen Vorwurf aus
ihrer Freundschaft mit Adorno machen (der ihr immerhin ein Buch –
unter ausdrücklicher Erwähnung ihres in Österreich gesetzlich
verbotenen Adelsprädikats – widmete).
In Politikfragen bin
ich, was die Theorie betrifft, durchaus tolerant. Ich lese auch
gelegentlich in den Werken Lenins, obwohl mir alles Sozen- und
Bolschewikentum denkbar fern steht. Und Adorno (das beweist seine
Hilflosigkeit gegenüber der 1968er-Studentenbewegung!) war eben nur
Theoretiker. Und wenn ich alle möglichen (und auch manch "unmögliche"!) Philosophen querbeet lese, auch wenn ich ihre
Überzeugungen keineswegs teile, dann darf ich dies auch einer
älteren Dame nicht verübeln.
Denkverbote,
Kontakt-Kontaminationen und ähnlichen Schmarr’n lasse ich gerne
den Linken und den verknöcherten Reaktionären – denn ich zähle
mich zu beiden nicht ...
Ich bin ein bisschen skeptisch. mE dürften sich die wirklich feinen Leute aus dem medialen und gesellschaftlichen Rummel heraushalten. Jeder, der zu diesem bereits im letzten Jahrhundert verfaulten Establishment gehört oder gehörte, erscheint mir irgendwie verdächtig. Auch diese seltsame Affaire oder Nichtaffaire einer Dame von wirklichem Rang mit Adorno erschien mir eher fragwürdig. Ich weiß aber alles in allem zu wenig und will nur grundsätzliche Skepsis äußern. In dubio et ad salutem.
Interessant, dass Sie auf die Adorno-Geschichte kommen, Herr Lechner. Das Unbehagen speist sich aus der Entwürdigung, die Lotte Tobisch hier (vielleicht sogar bereitwillig) in Kauf nahm. Wenn man Adorno als denjenigen sieht, der sein Leben lang die bürgerliche oder aristokratische Welt intellektuell zertrümmern wollte, dann wird sie in diesem Szenario zur „Beutekunst“. Von seiner Seite ist das fast schon ein klischeehafter männlicher Impuls: Den Feind nicht nur widerlegen, sondern dessen kostbarstes Symbol – die aristokratische, souveräne Frau – besitzen. Eine Frau ihres Formats hätte wissen müssen, dass sie für ihn kein Gegenüber auf Augenhöhe war, sondern die fleischgewordene Illustration seiner Theorien über den Untergang des Bürgertums. Dass sie sich für diese Rolle als Trophäe hergab, entzieht ihrem aristokratischen Stolz jede moralische Grundlage. Während Adorno in seinem Zwiespalt zwischen Hass auf das Bürgertum und Sehnsucht nach dessen Annehmlichkeiten fast tragisch wirkt, wirkt Tobisch in ihrer Rolle als „Teddie-Versteherin“ bloß noch eitel und instinktlos. Sie ließ sich von dem intellektuellen Nimbus eines Mannes blenden, der sie und ihre gesamte Welt im Grunde verachtete. Die sexuelle Komponente bekommt dadurch den Beigeschmack des Masochistischen. Es ist nicht die Leidenschaft der Natur, sondern die Unterwerfung unter jemanden, der sie als „Objekt“ der Geistesgeschichte benutzte.
Was soll man davon halten? Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 unterstützte sie die Kandidatur der NEOS. Bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2018 unterstützte sie im Wahlkampf die Volkspartei Niederösterreich, insbesondere die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Sorry Monsieur le Penseur, ich fürchte, da hamS sich in Ihrer Begeisterung ein wenig vergaloppiert...
Wie alle "Damen", die in unseren dekadent-liberalen westlichen "gesllschaften" eine "Gesellschafts-Dame" geworden sind, war auch "die Tobisch" am Ende des Tages eine linkswoke angepasste Feminazisse. Da konnte auch ihre (angelesene und von ihrem Geliebten Adorno abgekupferte) Bildung nix dran ändern.
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Ich bin ein bisschen skeptisch. mE dürften sich die wirklich feinen Leute aus dem medialen und gesellschaftlichen Rummel heraushalten. Jeder, der zu diesem bereits im letzten Jahrhundert verfaulten Establishment gehört oder gehörte, erscheint mir irgendwie verdächtig. Auch diese seltsame Affaire oder Nichtaffaire einer Dame von wirklichem Rang mit Adorno erschien mir eher fragwürdig. Ich weiß aber alles in allem zu wenig und will nur grundsätzliche Skepsis äußern. In dubio et ad salutem.
AntwortenLöschenInteressant, dass Sie auf die Adorno-Geschichte kommen, Herr Lechner. Das Unbehagen speist sich aus der Entwürdigung, die Lotte Tobisch hier (vielleicht sogar bereitwillig) in Kauf nahm.
LöschenWenn man Adorno als denjenigen sieht, der sein Leben lang die bürgerliche oder aristokratische Welt intellektuell zertrümmern wollte, dann wird sie in diesem Szenario zur „Beutekunst“. Von seiner Seite ist das fast schon ein klischeehafter männlicher Impuls: Den Feind nicht nur widerlegen, sondern dessen kostbarstes Symbol – die aristokratische, souveräne Frau – besitzen. Eine Frau ihres Formats hätte wissen müssen, dass sie für ihn kein Gegenüber auf Augenhöhe war, sondern die fleischgewordene Illustration seiner Theorien über den Untergang des Bürgertums. Dass sie sich für diese Rolle als Trophäe hergab, entzieht ihrem aristokratischen Stolz jede moralische Grundlage. Während Adorno in seinem Zwiespalt zwischen Hass auf das Bürgertum und Sehnsucht nach dessen Annehmlichkeiten fast tragisch wirkt, wirkt Tobisch in ihrer Rolle als „Teddie-Versteherin“ bloß noch eitel und instinktlos. Sie ließ sich von dem intellektuellen Nimbus eines Mannes blenden, der sie und ihre gesamte Welt im Grunde verachtete. Die sexuelle Komponente bekommt dadurch den Beigeschmack des Masochistischen. Es ist nicht die Leidenschaft der Natur, sondern die Unterwerfung unter jemanden, der sie als „Objekt“ der Geistesgeschichte benutzte.
Was soll man davon halten?
AntwortenLöschenBei der Nationalratswahl in Österreich 2017 unterstützte sie die Kandidatur der NEOS. Bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2018 unterstützte sie im Wahlkampf die Volkspartei Niederösterreich, insbesondere die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Sorry Monsieur le Penseur, ich fürchte, da hamS sich in Ihrer Begeisterung ein wenig vergaloppiert...
Wie alle "Damen", die in unseren dekadent-liberalen westlichen "gesllschaften" eine "Gesellschafts-Dame" geworden sind, war auch "die Tobisch" am Ende des Tages eine linkswoke angepasste Feminazisse. Da konnte auch ihre (angelesene und von ihrem Geliebten Adorno abgekupferte) Bildung nix dran ändern.
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