Sonntag, 26. Mai 2019

Die Exit-Polls


... in Österreich melden einen erwartbaren Sieg der ÖVP, das nicht wirklich überraschende Stagnieren der SPÖ, das (für die aktuelle Ibiza-Video-Berichterstattung) vergleichsweise moderate Absinken der FPÖ, einen als großen Sieg gefeierten leichten Verlust der GrünInnen, das Stagnieren der PinkInnen und das Scheitern von Pilz und den anderen Kommunisten.

Da ich morgen früh raus muß und wenig Lust habe, noch bis 23:00 Uhr aufzubleiben, um dann noch einen Artikel zu verfassen, lasse ich das mal so stehen (mit allen Unsicherheiten von +/– 2,5% etc.) und resumiere nur: 

Niedertracht zahlt sich offenbar immer noch aus. Ich bin Realist genug zu wissen, daß sich das bis zu meinem Lebensende (und auch danach) nicht wirklich ändern wird. Ich bin Idealist genug, das bedauerlich zu finden. Und ich bin Zyniker genug, mich daran zu ergötzen, wie bisweilen — wenn auch leider zu selten und meist zu spät — die Niederträchtigen ihre Niedertracht einholt. Im Falle von Kurz und seiner Partei mag das vielleicht früher sein, als sie heute glauben. Na, warten wir's ab ...

Wenn man den deutschen Prognosen trauen darf:
  • CDU/CSU: 28,0 Prozent (30,0 Prozent)
  • Die Grünen 22,0 Prozent (10,7 Prozent)
  • SPD: 15,5 Prozent (27,3 Prozent)
  • AfD: 10,5 Prozent (7,1 Prozent)
  • FDP: 5,5 Prozent.
  • Linkspartei: 5,5 Prozent
Hier fand also ein Austausch von Rot nach Grün statt (–11,8 und +11,3), die AfD wird stärker, aber schafft nicht einmal die Hälfte der Ökommunisten*). Das Volk der Dichter und Denker ist offenbar um seinen Verstand gekommen.
Über Frankreich liest man derzeit noch nichts — offenbar müssen noch die Ergebnisse zugunsten von Macron frisiert werden, bevor vorläufige Prognosen nach außen dürfen.
Putzig finde ich eine Aussage im Liveticker, den DiePresse zur EU-»Parlaments«-Wahl laufen hat. Da zitierte Marlies Eder:
Noch einmal zu politischen Rechenspielen rund um das Europaparlament: Konservative und Sozialdemokraten werden mit den prognostizierten Verlusten keine Große Koalition mehr schließen können. Es wird daher künftig eine "Viererbande" mit Liberalen und Grünen im EU-Parlament geben, schreibt Korrespondent Oliver Grimm aus Brüssel.
Ja! Viererbande trifft's sehr gut — ich hätte nur die sinnstörenden Anführungszeichen weggelassen ...


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*) kleiner Nachtrag (18:45): das Abschneiden der AfD erklärt sich natürlich auch zum Teil durch Vorgänge wie diesen hier. Er wird wohl nicht der einzige seiner Art sein. Nicht einmal der einzige, der entdeckt wurde ...


Kommentare:

Fragolin hat gesagt…

Ich schaue noch ein bisschen, mache dann jetzt aber auch Schluss. Ich kenne das Problem mit dem früh aufstehen...
Meine Gedanken dazu gibt es morgen früh.
MfG Fragolin

Anonym hat gesagt…

Über die Unzulänglichkeiten bei bürgerlichen Wahlen hat sich schon ein Landsmann von Dir, den ich wahrlich nicht unbedingt verehre, jedenfalls nicht ohne gewisse Einschränkungen, in durchaus zutreffender Weise ausgelassen.

D.a.a.T.