Dienstag, 30. März 2010

Wie eine Kassandra auf der Titanic

In einem Thread auf »Unterbergers Tagebuch« entspann sich eine — vermutlich völlig sinnlose — Diskussion über den angeblichen Wert des Verbotsgesetzes. Ein linker Poster brachte alles aufs Tapet, was üblicherweise vorgebracht wird. Von der »Einzigartigkeit der Naziverbrechen«, die einen Vergleich mit den Greueln des Stalinismus oder Maoismus nicht zulasse, über die drohende Gefahr von Rechts, und was halt sonst handelsüblich ist in diesen Kreisen. Der Sermon endete mit einem beschwörenden:
Und die Vernichtung einer bestimmten Menschengruppe als persönliches bzw. politisches Ziel gab es in der Form sonst nirgends, vor allem nicht aus “rassischen” Gründen. Also hören Sie auf, den Nationalsozialismus derart zu verharmlosen.
Was soll man darauf schon antworten ... Nun, ich versuchte es halt (vielleichts hilft's — »Die Hoffnung stirbt zuletzt«, wie der Russe sagt) auf folgende Weise:

Wenn Sie den Vergleich des Nationalsozialismus mit dem Stalinismus und dem Maoismus als “Verharmlosung” empfinden, beginne ich schön langsam an Ihrem Geisteszustand zu zweifeln — tut mir leid, Ihnen das sagen zu müssen. Wer ca. 80-100 Mio. Tote als “Verharmlosung” empfindet, dem ist nicht zu helfen!

Das politische Ziel, alle Widersacher des Proletariat zu vernichten, ist von Lenin (noch ein bisserl verbrämt), und von Stalin ganz unverblümt geäußert worden. Mao meinte, daß ruhig 5% der Bevölkerung Chinas für den “großen Sprung nach vorne” geopfert werden sollten — ach, was tippe ich mir da die Finger wund!

In aller Kürze: lesen Sie Michael Voslenskys »Das Geheimnis wird offenbar. Moskauer Archive erzählen«. Lesen Sie das »Schwarzbuch des Kommunismus«. Und legen Sie endlich Ihre ideo-logischen Scheuklappen ab, die Ihren Blick verstellen, daß es außer dem Nationalsozialismus noch mindestens eine ebenso verbrecherische ideologische Entartung des Menschengeschlechts, nämlich den Marxismus-Leninismus, gibt!

Nur um meinen Standpunkt klarzustellen: ich bin keineswegs dafür, daß man jetzt analog zum Verbotsgesetz gegen die Nazis eines für die Kommunisten einführt. Derlei Sandkastenspielereien bringen nichts. Wenn unsere Rechtsordnung nicht fundiert genug ist, sich selbst als überzeugendes Lebensprinzip darzustellen, dann helfen solche Verbote überhaupt nichts und sie wird untergehen. Mit oder ohne Verbotsgesetz. Daher ist dieses abzuschaffen — denn es trifft nur die falschen: nämlich ein paar jugendliche Wirrköpfe und ein paar verkalkte Mümmelgreise.

Was mich an diesem Gesetz massiv stört, ist, daß linke Ideologen, wenn sie nur genügend die Justiz infiltriert haben (und das haben sie mittlerweile durchaus), damit eine Handhabe finden, alles, was sich — völlig legitim und verfassungskonform — ihren linken Zielen entgegenstellt, aus dem politischen Diskurs zu verbannen, und damit eine alleinige linke Deutungshoheit über das, was politisch zulässig ist, zu etablieren. Das empört mich, da ich keineswegs gesonnen bin, irgendwelche linke Geßlerhüte zu grüßen. Und es macht mich darüberhinaus besorgt, da durch derartige Meinungsdiktaturen der notwendige Gegenschlag des Pendels anzunehmenderweise eher brutal ausfallen wird.

Mein Interesse, meinen Lebensabend in einem von Bürgerkriegen zerrütteten Österreich verbringen zu müssen, nur weil ein paar linke und grüne Spinner jetzt nicht wahrhaben wollen, daß man nicht die eigene Kultur untergraben und irgendwelche Multi-Kulti-Habenichtse, die weder integrationswillig sind noch zur Wirtschaftsleistung nennenswert beitragen, unbegrenzt importieren kann, ohne daß das in absehbarer Zeit zum Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung führt.

Und ich habe es einigermaßen satt, wegen dieser — wie man in den zu no-go-areas verkom-menden Vorstädten von Paris, London, in Rotterdam, Berlin etc. etc. schon überdeutlich erkennen kann — als sehr realistisch zu bezeichnenden Besorgnis um die Aufrechterhaltung eines zivilisierten Staatswesens von irgendwelchen verblendeten Gutmenschen als »rechtsradikal« beschimpft zu werden.

Irgendwie würde ich Ihnen und Ihresgleichen ja fast vergönnen, das bevorstehende Kippen der gesellschaftlichen Ordnung mitzuerleben — nur fürchte ich (so bald möchte ich ja auch wieder nicht sterben!), daß auch ich noch davon mitbetroffen wäre. Und deshalb wende ich mich gegen diese heuchlerische linke Dominanz in Medien und Politik, die uns, eher als wir es glauben, in den Untergang zu führen droht.

Kassandra-Rufe? Ja, mag sein. So, wie Kassandra keiner geglaubt hat, bis das Unheil da war, und jeder sie danach haßte, weil sie es vorhergesehen hatte. Es ist eine undankbare Rolle, statt der grassierenden Multi-Kulti-Sozialstaat-Antidiskriminierung-Gender-mainstreaming-Wonne-Eier-kuchen-Mentalität zu sagen: »So geht’s nicht weiter!«

Aber da die Pilze, Rudas, Prölls und wie sie alle heißen, dazu offenbar unfähig und unwillig sind, muß es wer tun. Wenn man ihn dafür noch mit Gummiparagraphen einer Gesinnungsdiktatur jederzeit ins Gefängnis bringen kann, wird dadurch die Situation nicht besser.

Was Sie hier betreiben ist nichts als das gefällige, politisch korrekte Anordnen von Liegestühlen am Deck der Titanic. Den Warner vor Eisbergen würden Sie am liebsten über Bord werfen (oder wenigstens außer Sicht- und Hörweite verbannen). Denn den Eisberg am Horizont wollen Sie nicht sehen.

Er wird sich, das können Sie mir glauben, allerdings einen Dreck darum scheren, ob Sie ihn sehen wollen oder nicht …

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Brilliant! ;-)

Anonym hat gesagt…

Famos!