Dienstag, 7. Juli 2026

Enthauptungsschlag?

von Manfred Müller
 
 
Vielleicht sollte man "Decapitation" besser mit "Kopflosigkeit" übersetzen! Es hat den Anschein, denn die gezielte Ermordung des Schiiten-Ayatollahs Ali Khamenei zu Beginn des USraelischen Angriffs auf den Iran ist sowas von "nach hinten losgegangen", wie man es sich nur vorstellen kann! 
 
Der Investigativjournalist Max Blumenthal, dem man (als Jude, der er ist) besondere Nähe zum Schiitismus schwer nachsagen kann, berichtete gestern aus Teheran von den Beisetzungs-Feierlichkeiten (hier die deutsche Üersetzung):

Ich habe gerade den größten Trauerzug der Geschichte besucht, bei dem Millionen um Sayyed Ali Khamenei trauerten, den iranischen Führer, der von der US-israelischen Koalition zusammen mit Mitgliedern seiner Familie ermordet wurde.

Es ist praktisch unmöglich zu verstehen, wie diese Szene ist oder was sie bedeutet, es sei denn, man ist hier. Ich habe Menschen aus aller Welt getroffen, die gekommen sind, um ihre Ehrerbietung zu erweisen, darunter viele aus dem Westen. Die hereinströmenden Massen sind endlos und werden in der Nacht größer und intensiver.

Vom Teheraner Mosala aus gibt es empörte Rufe nach Rache, Ausdrücke von Trauer und Trotz, Proteste, Lieder und Marathonvorführungen von Poesie. Diese Trauertage werden zu einem der resonantesten Momente in der Geschichte der antiimperialistischen Bewegungen werden.

Jeder, mit dem ich gesprochen habe, glaubt, dass der Krieg bald nach Iran zurückkehren wird, und niemand vertraut dem MOU mit den USA. Aber sie sind zuversichtlich, dass ihr Land einen weiteren Angriff abwehren kann. Sie sehen die Mobilisierung ihrer eigenen Bürger als integralen Bestandteil des Überlebens Irans.

Wenn die Ermordung Khameneis darauf abzielte, einen Regimewechsel anzustoßen, zeigt seine Beerdigung, wie sehr es nach hinten losgegangen ist. Und das Verbrechen könnte auf Weisen zurückschlagen, die seine historisch leseunfähigen Urheber sich nie hätten vorstellen können.

Was wir im Mosala erleben, festigt die Islamische Republik und ihre revolutionäre Gesellschaft als politische Realität, die durch Regimewechselkriege oder Sanktionen nicht ausgelöscht werden kann. Dies ist ein Wendepunkt in der Region, der eine Generation lang nachhallen wird.

 
"Historisch leseunfähige Urheber" ("historically illiterate authors") trifft den Sachverhalt auf den Punkt! Wer in seiner terroristischen Kriegsführung immer nur auf shock & awe unterwegs ist, kapiert einfach nicht, welche Macht ein Mensch hat, der sich dem entzieht, indem er sich eben nicht fürchtet — sondern seine zu erwartende gezielte Ermordung in stoischer Ruhe einfach in Kauf nimmt.
 
Die USA (als gehorsame Geisel der Israel-Lobby) wird sich noch wundern, welche Folge die "erfolgreiche" Ermordung des Schiitenführers noch haben wird. 
 

1 Kommentar:

  1. Wer würde zB zur Beerdigung eines Friedrich Merz gehen? Vielleicht sein Hund. Aber nicht mal Selensky...

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